Beiträge von Hartmut

    Ich habe im Moment wenig Zeit und wenig zu hinterfragen und zu durchdenken in Sachen Nüchternheit.

    Ich hatte mein Tun nicht immer hinterfragt, durchleuchtet oder bis ins Klein-Klein durchdacht. Das macht ja kirre und öffnet weitere Fragen.

    Ich habe die Grund-Basic des Trockenwerdens befolgt und zu einem Ritual wie Zähneputzen werden lassen. Da nehme ich zwar auch schon mal eine andere Zahnpasta, aber putze trotzdem weiter.

    Sonst schleicht sich da was ein, was außerplanmäßig zum Zahnarzt führt. Und wer geht da schon gerne hin? Passe ich da auf und mache jedes Jahr ein bis zweimal eine Zahnreinigung, bin ich wieder auf den neusten Stand.

    Trockenwerden ist keine Wissenschaft, höchstens ich denke, bei mir ist alles anders. Es sind meist nur die äußerlichen Umstände anders, die ich jedoch nach den Grundbausteinen abändern kann. Ich muss es nur tun.

    Jedoch in mir bin ich allein süchtig und die Sucht läuft immer gleich ab.

    Meinst du , das ist generell so ?

    Ich kann nur von mir sprechen und jahrelange Erfahrungen aus dem Forum.

    Wenn jemand sein Suchtmittel in Gefahr sieht, zudem Felle wie der Partner am Verlieren ist, werden alle Register gezogen. Ob bewusst oder unterbewusst gesteuert, ist da mal egal. Nun ist ja so ein funktionierender CO auch eine Wohlfühlzone, die einen Alkoholiker mit nach außen schützt und immer dafür sorgt, dass genügend Alkohol im Haus ist.

    Ich habe nämlich ein bisschen das Gefühl, dass es gar nicht so sehr um mich geht, sondern um das bequeme Leben mit mir.

    Vertraue deinem Gefühl.

    Aber irgendwie fühle ich mich total herabgesetzt.

    Ich denke, das war sein Ziel. Er weiß, wenn auch unterbewusst welche CO knöpfe zu drücken sind. Er kennt dich und weiß, was er auslöst.

    Ich weiß, was ich schreibe. Manipulationen in meiner nassen Zeit war an der Tagesordnung.

    Solange ich mich zu einem Spielball machen lasse, so lange wird mit mir gespielt. Und wenn ich mich immer wieder im Kreis drehe, ändere ich die Sichtweise auf das Problem.

    Ich komme mal aus der Alkoholiker Ecke hier her.

    Hier im Forum eine zufriedene Abstinenz zu haben, ist ein Begriff für trockene Alkoholiker.

    Je mehr Worte und Umschreibungen dazu verwendet wird, zeigt meist nur, dass da etwas im Argen liegt. Eine Momentaufnahme. So eine zufriedene Abstinenz dauert für viele Jahre. Es ist nicht mit ein paar Tage, Monate abgetan.

    Darunter fallen auch Suchtdruck und Verzichtsgedanken. Wer kein Alkoholiker ist, macht sich darüber auch keine Gedanken. Warum auch? Er hat ja kein Problem damit.

    Übrigens wegen eines alkoholfreies Umfeld.

    Ich hatte es am Anfang es klipp und klar mit meiner Partnerin kommuniziert. Kein Alkohol zu Hause. Keinen gebunkert. Nicht für Gäste oder als Geschenk. Weg damit.

    Sie hatte das akzeptiert, nicht für mich, sondern, weil sie kein Problem mit Alkohol hat. Sie war froh, dass ich nicht mehr trank.

    Erst nach ca 10Jahren meines Trockenseins hat sich da und da wieder was eingeschlichen. Was jedoch sehr schnell koriigiert wird.

    Ich frage mich gerade, unabhängig davon, dass du bis ins Detail über deinen Ex ohne sein Wissen hier im ganzen www. berichtest und somit ein Wiedererkennungswert sehr groß ist, wann reflektierst du eigentlich?

    In den letzten ca 20 Tagen ca. 280 Beiträge selbst geschrieben. Und wesentlich mehr Antworten dafür bekommen.

    Ist das dein Schutzschild, um etwas nicht sehen zu wollen oder können? Übertünchst das die eigene Co-Abhängigkeit? Kannst du dich nicht dem unvermeidbaren stellen? Eine ernstgemeinte Frage.

    Ich komme ja aus der Alkoholiker Ecke und sehr viele Parallelen aus meiner nassen Zeit. Der CO hat an meiner Seite hat auch wunderbar funktioniert.

    Als Erstes finde ich es toll, davon zu berichten.

    Okay auf dem Bier ist 0,0 drauf also hat definitiv nichts.
    Schade das man gleich so runtergeputzt wird unnötigerweise

    Aber du hast dich hier angemeldet und um Hilfe gebeten. Oder sehe ich das verkehrt? Deswegen geht nicht ums herunterputzen, es geht, um Gefahren aufzuzeigen, die eine tödliche verlaufende Krankheit gestoppt halten. Sehe es als Fürsorge.

    Alkoholfreies Bier riecht nach Bier, sieht aus wie Bier und hat eben Restalkohol, was so mancher am Anfang schon das Genick gebrochen hat. Deswegen würde mich interessieren, warum du das getrunken hast? Geschmack, Gewohnheit oder sich nicht aussätzig zu fühlen? Um nach außen zu zeigen "Ich gehöre noch dazu"

    Wer wissentlich alkoholfreies Bier mit Restalkohol trinkt, befindet sich im Rückfall. Unwissentlich wäre in Zukunft darauf zu achten .

    Sicherlich lässt sich anknüpfen und auch die "Grundbausteine" habe ich gelesen...war allerdings auch nicht mein Thema in meinem post.

    Nun, das ist jedoch ein Thema hier im Forum. Schreibst zwar das nichts mehr getrunken hast, aber wie das gemacht hast eben nicht. Oder habe ich es überlesen? Nur das Glas wegstellen, die Faust in die Tasche stecken bringt ja nichts.

    Deswegen würde mich und sicherlich viele andere interessieren, wie und was du bisher umgesetzt hast.

    Mein Weg war simpel und m Nachhinein ganz einfach. Alkoholfreies Umfeld zu Hause und was machbar auch außen geschaffen.Bei Feste und Feiern wo vordergründig gesoffen wurde ferngeblieben und mir in dieser Zeit etwas anderes gesucht. Die Zeiten mit sinnvollen Tätigkeiten, damit kein Saufdruck aufkam, ersetzt.

    Du hast ja mit Sicherheit auch, ich weiß gar nicht wie ich das jetzt sagen soll, ich sag mal“ Scherben“ hinterlassen

    ja, in der nassen Zeit, aber das ist nichts für den offenen Bereich.

    Siehst du das nach 17 Jahren anders dein Verhalten?

    Unbenommen zum nassen Zustand ist das so. Jedoch kenne ich keinen, ob süchtig oder nicht süchtig, der ein Verhalten aus heutiger Sicht nicht auch anders sieht.

    Ich bereinigte nach dem Saufen einiges, was machbar war und machte einen Schlussstrich darunter. Darüber heut nachzudenken hilft mir oder anderen nicht. Aber mein Leben bestand ja nicht nur aus der Sucht. Das Leben wurde erst ab der Sucht davon bestimmt.

    Ist das wirklich so das man absichtlich manipuliert wird? Ich meine hat mein Mann das wirklich mit Vorsatz gemacht und nicht verstanden was ist mit mir tut?

    Mal vorweg. Es gibt keine Beziehung, ob gesund oder krank, die ohne Manipulation abläuft. Meistens fängt es so an" Schatz könntest du das mal für mich machen" :)

    Nun schleicht sich die Sucht bei einem Alkoholiker wie bei einem CO ein und es ist schwerlich zu sagen, was steuert die Sucht, was ist eine normale "Manipulation". Ist nur eindeutig alles was zu Saufen dient, ist Sucht gesteuert

    Ich lese auch immer wieder - Mein Mann/ Partner hat von Anfang an getrunken, aber es wurde mehr. Da liegt dann der Verdacht nahe, dass der CO schon seine CO Anteile in die Beziehung mitbrachte und damit schon anfällig für bewusste Manipulation war.

    Ich war 30 Jahre mit einem Menschen zusammen, der nun etwas ist, was ich nie gesehen habe. Das ist wie in so einem Psychothriller, wo plötzlich der Film eine Wendung nimmt.

    Es waren doch auch gute und schöne Zeiten dabei. Oder? Höchstens es wird bewusst nach irgendeine Begründung für die heutige Trennung gesucht. Damit man sein Gewissen beruhigen kann, warum die Trennung erfolgt.

    Ich würde nicht die komplette Beziehung infrage stellen, sondern mich dem heute und jetzt schauen, was ich aus meinem Leben mache. Worauf ich in Zukunft aufpassen müsste, um nicht wieder in die CO Falle zu laufen.

    Darf ich fragen, bist du Alkoholiker?

    Ja,17 Jahre trocken.

    Mein Mann tut mir nach wie vor leid, weil er glaube ich nicht auf seine Haut kann

    Kann er nicht oder kann er aus deiner Sicht nicht ?

    Der Co ansich ist ja für einen nassen Alkoholiker leicht zu manipulieren um den nötigen Freiraum für sein Saufen zu haben. Und ihr wart jahrelang zusammen und so ein Bild von ihm hat sich eingeprägt.

    Aber ich kann dich beruhigen, wenn er es nicht kann, muss er es eben lernen.

    Wichtig ist es in solchen Situationen , Emotionen von der Realität zu unterscheiden. Abschalten kannst sie zwar nicht aber je weniger du dich auf seine Zipperleins einlässt ,je einfacher wird es.

    Unterstützung findes du hier zu Genüge .

    Heute war ich beim Doc bei der Suchtberatung, ein bisschen Blabla war das aber sonst nichts.

    Was hast du denn erwartet? Dass sie dich trocken legen?

    Du warst schon in Reha und hast sicherlich ein Programm durchlaufen, was es heißt, trocken zu werden und vor allem zu bleiben. Kannst da nicht anknüpfen? Zudem habt die Elly den Link Grundbausteine zukommen lassen, hast du dich damit schon mal befasst?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Hallo Lolli,

    ich komme mal zu dir rüber, sonst verwässert es den anderen Thread.

    Hallo Hartmut,
    ich hätte mal eine Frage an dich: ich verstehe es eigentlich so, dass bei der Trennung jeder seine Verantwortung übernimmt, besonders wenn Kinder in die Trennung mit einbezogen sind und Haus und Hof, und auch noch ein Hund.
    meinst du ein Alkoholiker kann das nicht oder möchte es nicht?
    mein Mann war jetzt acht Wochen in einer Entzugsklinik und hat dort nicht getrunken sonst hätten sie ihn ja hinaus geworfen. Hat er dann schon trockenes Denken? Weil nun wird er eigentlich erst richtig blöde mir gegenüber und böse…. Eigentlich müsste er ist doch klar sehen oder genügen die acht Wochen dazu nicht?

    Diese Fragen beschäftigen mich gerade

    Nein trocken ist er noch lange nicht und Verantwortung zu übernehmen liegt nicht immer an der Sucht, das hat viel mit Charakter oder der eigenen Einstellung zu tun. Es reicht ja nicht aus, das Glas wegzustellen und 8 Wochen das Saufen wegzulassen. Das schafft auch so mancher nasser Alkoholiker in einer Trinkpause.

    Nun, da ziehe ich den Hut, hast du die richtigen Schritte für dich und deine Kinder getan und die Beziehung zumindest im Kopf schon beendet. Jetzt gilt es nach vorne zu schauen und alle mögliche Rechte anwaltschaftlich einzufordern. Du hast da sehr viel Möglichkeiten von Prozesskostenhilfe und vieles mehr.

    Und mal ehrlich, wenn er jetzt schon wegen des Unterhaltes des 18-Jährigen herumzickt, darfst auch nicht auf eine vernünftige Reflexion von ihm erwarten. Auf ihn zu hören würde falsche Hoffnung erwecken und die Enttäuschung auf dem Fuß folgen lassen.

    Der Unterschied zum Unterhalt Minderjähriger ist, dass der 18-Jährige auch was zu seinem eigenen Unterhalt beitragen muss. Aber lass dich beraten und gut ist.

    Übrigens, ich schreibe nie um den heißen Brei, sondern meist sehr direkt. Erschrecke mal nicht.

    Nein, ich bin erst dabei frei zu werden, weil ich versuche ihn loszulassen und ihn nicht mehr zurücknehme, auch wenn er das möchte!

    Die Beziehung ist beendet, alles andere machen die Anwälte. Er hat dich heraus gekickt und nun seine Ruhe weiter zu saufen. Also alles gut. Wenn er etwas anderes möchte, ist doch dann wurscht. Alles nimmt seinen Lauf und du kannst dich ohne Wenn und Aber nur auf dich konzentrieren. So weit wie ich es überflogen habe, sind auch keine Kinder da. Oder? Berichtige, mich.

    Denn solange du ihn in deine Entscheidungen einbeziehst, so lange hältst du dich an der Co-Abhängigkeit fest.

    Heute bin ich froh, nicht verkatert zu sein!!

    Und morgen?

    Nichts Dramatisches, so habe ich es als Motivationstütze am Anfang auch gemacht.

    Für mich nur ein Aufhänger das Denken, was der Alkohol mit mir gemacht hat, aus dem Kopf zu bekommen und ihn nur auf die Sucht und das Gift zu reduzieren. So schließe ich alle Hintertüren auch gedanklich zu. Ich hatte ja nicht immer einen Kater nach dem Saufen.

    Ich bin nachher mit einem Herren verabredet, den ich ganz interessant finde. Wir kennen uns schon eine Weile, machen aber heute zum ersten Mal allein etwas zusammen. Bin ich aufgeregt.

    Dann mal los. Drücke dir die Daumen.

    Aber ist es wirklich egal, woher Saufdruck kommt? Wäre es nicht gut, die Ursache, falls man sie erkennen kann, zu beseitigen?

    Kannst du die Ursachen für deinen Saufdruck festmachen oder sind es Hypothesen?

    Ich hatte ja den klassischen Weg genommen. Die Grundbausteine.

    Ein alkoholfreies Umfeld zu Hause wie auswärts so weit wie möglich geschaffen. Im ersten Jahr Feste, Feiern, Urlaube vermieden und mein Freizeitverhalten an die Sucht angepasst. Zeiten, an denen gesoffen wurde, mit anderen Zeiten (Tätigkeiten) ersetzt.

    Das erste Jahr ist nur ein Maßstab, um sich an die neue Situation, dem alkoholfreien Leben zu gewöhnen. Sich absichern, damit der Alkohol nicht griffbereit vor einem steht.

    Aber ich kann ja nicht gänzlich den Kopf ausschalten. Da läuft nach jahrelangen Saufen immer noch derselbe alte nasse Film im Hintergrund ab.

    Das ganze Verändern hat mich jedoch nicht immer von Suchtdruck, was jedoch recht selten war, verschont. Ist ja auch erstmal sehr viel Verzicht. Besonders wenn jemand nicht gänzlich von seinem Schritt trocken zu werden überzeugt ist. War bei mir jedoch so.

    Suchtdruck kann man auch mal aussitzen, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Denn dieser ist immer nur temporär. Kann in dieser Zeit mich dem "Notfallkoffer" bedienen.

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    habe aber die Befürchtung etwas zu übersehen, was Auswirkungen auf die Sucht haben könnte und schaue daher auf meine Befindlichkeiten.

    Ist ja nicht verkehrt, wenn es mehr hilft, als es abbremst. Mit der Zeit kam bei mir die Einsicht, dass Suchtdruck mir nur eines sagen möchte. Sauf wieder, das unabhängig jeglicher Situation oder emotionalen Zustand.

    Alles andere ist Kampf, was es nicht braucht, denn den haben wir als Alkoholiker längst verloren.