Hallo und willkommen Mietschi,
es ist typisch für Abhängige, dass sie im Außen Schuldige suchen, Menschen, Dinge, sonstwas, weswegen sie saufen müssen. Ich kenne das aus meiner ersten Ehe mit einem Alkoholiker nur zu gut und hier kannst du es bei so ziemlich jeder Coabhängigen lesen.
Oft bekommt man das so oft zu hören, dass man Schuld wäre, dass man es zum Schluss selbst glaubt.
Dein Mann hat in seiner Therapie überhaupt nichts verstanden, wie schade. Nun säuft er also munter weiter und du und dein Vater seid unter anderem noch immer die Sündenböcke.
Fahr mal lieber nirgends gegen und lass mal Kaffee und Zigaretten weg und ess mal was Leckeres. Es muss ja keine Monsterportion sein, dir geht es ja wirklich körperlich schlecht. Aber wie wäre es mit einem schönen Eisbecher? Dein Mann ist jetzt unterwegs und du kannst nichts machen. Was willst du auch machen? Er hat in der Therapie so viel Werkzeug für ein trockenes Leben in die Hand bekommen, er muss es aber selbst benutzen. Du warst immer die Starke - kenne ich auch, war ich auch immer. Betonung liegt auf war denn ich habe mich in den ca 25 Jahren mit meinem Exmann völlig verausgabt. Meine Energiereserven sind praktisch auf ein Minimum geschrumpft. Das empfehle ich keinem.
Dir das Leben zu nehmen ist eine Sache. Aber die andere Sache, und das ist die echt bessere, ist, dir selbst das Leben zurück zu geben. Und zwar ein Leben, dass du nach deinen Wünschen gestaltest. Dein Mann hat seine Chance nicht wahr genommen, er säuft wieder. Du hast aber auch eine Chance und die wahr zu nehmen macht Sinn. Also versuche raus zu gehen, mit kleinen Schritten Dinge für dich selbst zu tun, Dinge, die dir gut tun. Das ist die Möglichkeit, die du hast. Dein Mann hat seine Entscheidung getroffen und du kannst daran nichts ändern...
Liebe Grüße
Aurora