@ currlinger / hilfe

  • Hallo liebe Bonny !

    Ja, mußt Du mal berichten wie es bei der SHG so läuft. Bin ich auch gespannt.

    Nicht falsch verstehen.. Auch ICH würde mich NIE gegen ein Kind entscheiden. Wenn Du selbst es Dir zutraust und Unterstützung von Familie und Freunden hast ist das absolut super.

    Nur auf IHN würde ich dabei nicht bauen.

    Ich wünsche Dir von Herzen das Dein Freund es schafft. Vielleicht ist er ja schon soweit. Wenn aber nicht, sollte es nicht mehr zu Deinem Problem werden.


    Ja, zu meinem Freund habe ich noch Kontakt aber die Spielregeln werden jetzt von mir aufgestellt. Er schuldet mir Geld und das hätte ich gerne und ich rede auch mit ihm aber bin eben auf Abstand.

    Momentan gehts mir gut damit. Ist aber sicher keine endgültige Lösung.

    Liebe Grüße

    Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

  • @Bonny24:

    wie lange willst Du Dich selbst anlügen und hier solche Unstimmigkeiten schreiben:


    Oder gehst Du jetzt nach dem Motto "was kümmert mich mein Geschwätz von gestern"???

    Sorry, Bonny24, besonders glaubwürdig kommst du bei mir gerade nicht an!

    LG
    Spedi

    P.S.: Anbei für Dich noch mal zum Nachlesen...

  • Ihr Lieben !

    Ich halte es da eher mit Jennys Worten:


    Zitat

    Auch einen Co kann man nur Ratschlaege geben und muss demjenigen seinen eigenen Weg lassen. Es ist so schwer es zu akzeptieren, will man doch auch denjenigen vor diesen Schmerzen, die wir selbst gut kennen bewahren.

    Nur weil wir Cos ständig zwischen Liebe, Hoffnung und Verzweiflung schwanken, muß man Ihnen nicht gleich Unglaubwürdigkeit unterstellen.
    Wir sind ja nun mal auch krank.

    Grüße Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

  • Hallo ihr Lieben,

    nochmal zum Thema Co-Abhaengigkeit. Fuer mich war es eine wichtige Erfahrung, die ich vor ungefaehr zwei Jahren machen durfte. Ich lebte mittlerweile in England, weit weg von meiner Familie, ich war gluecklich, dass ich mich schon vor einiger Zeit aus der co-abhaengigen Beziehung von meinem Ex getrennt habe. Nun bin ich dem Irrtum aufgesessen, dass ich nicht mehr co-abhaengig bin, denn mein Partner den ich dann hatte, derjenige ist jetzt mein Mann, ist kein Alkoholiker. Aber Co-Abhaengigkeit hat auch noch einen anderen Charakter. Aufeinmal verschob sich diese Co-Abhaengigkeit auf meine Familie in Berlin. Ich wollte endlich, dass mein Stiefvater aufhoert mit dem Trinken, dass meine Mutti endlich sieht, dass sie Co-abhaengig ist und endlich was unternimmt. Also fing ich meinen Kampf dort an, ich muss wohl wie ein Wanderprediger gewesen sein, immer und immer wieder habe ich mir stundenlang am Telefon den Mund fusselig geredet, wollte ich doch nur retten und helfen. Irgendwann mal im Gespraech mit Freunden und meinem Mann, mit denen ich ueber meine Familie gesprochen habe, wurde mir gesagt, warum ich mich denn so daran verbeisse, warum ich anfange wie ein Wanderprediger meine Familie aendern zu wollen und da ist der Groschen gefallen. Ich hatte mein angelerntes Co-Verhalten welches ich in der kranken Beziehung zu meinem Ex-Alki entwickelt hatte einfach auf meine Familie weiterausgelebt.

    Mir war klar, dass ich auch dort loslassen musste, ich muss auch eine Entscheidung eines Co's stehen lassen koennen, ihnen die Verantwortung fuer ihr Leben uebergeben. Wie ich schonmal gesagt habe, oft kann man Kinder tausendmal sagen, was nicht gut fuer sie ist und sie machen es trotzdem, weil sie die direkte Erfahrung brauchen. Wenn ich sowas nicht stehenlassen kann und mit Vorwuerfen komme, dann gehe ich einer Kontrollsucht nach, ich muss versuchen mich an mich zu erinnern, wie ich damals in der Situation gewesen bin, wie oft ich mir die Finger verbrannt habe und wie oft ich geweint habe und nicht loslassen konnte.

    Bonny ist auf ihrem Weg, ob richtig oder falsch. Solange sie hierherkommt und sich austauschen kann und sie weiter ihre Geschichte aufschreibt, solange kann ich ihr ein Ohr leihen, aber ich bleibe bei mir, bei meinem Leben, bei meiner Erfahrung und teile diese Erfahrung, die ich gemacht habe mit ihr. Egal auf welchem Weg sie sich befindet und wenn sie noch tausendmal hinfallen wird, sie ist eine von uns und wir sollten Sachen auch stehen lassen koenne und ihr einfach und klar nur von unseren Erfahrungen berichten, ohne ihre Geschichte zu bewerten.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Markus,

    als Co-Abhaengige verbeissen wir uns gerne im Helfen-Wollen und wir koennen Co-Abhaengige nicht vor Menschen schuetzen, die voll in ihrer Co-Abhaengigkeit drin stecken und ihre Illusionen nachgehen. Wichtig ist aber denjenigen keine Vorwuerfe zu machen, wenn ich bei mir bleibe, dann kann ich gut auch Antworten geben, die weiterhelfen. Das heisst, ich schreibe ueber meine Erfahrungen. Jeder Mensch egal ob Co oder Alki oder sonstwas hat eine Entscheidungsmoeglichkeit. In der Realitaet wird es immer Menschen geben, die versuchen eine Luecke im System zu finden und der Co-Abhaengige wird wenn er denn festverankert ist in seiner Co-Abhaengigkeit auch diese Luecke versuchen zu finden. Derjenige wird hoffen, eine der "Ausnahmen" zu sein. Das Forum hier schreibt viele Werdegaenge von Co's und die Leiden, die damit verbunden sind.

    Ich versuche meine Erfahrungen mit einzubringen und meine Erfahrungen hier auszutauschen, also versuche ich in der Ich-Form so gut wie moeglich zu schreiben, also bei mir zu bleiben. Ich versuche nicht systematisch die Fehler von jemanden aufzudecken, ihn vor allen anderen Blosszustellen, denn der Weg desjenigen wird es mit der Zeit zeigen.

    Eine Co-Abhaengigkeit aufzugeben, bedeutet auch fuer mich meine Gegenwehr aufzugeben, ich kann von meiner Erfahrung berichten, aber wer bin ich jemanden zu bewerten, der sich fuer einen anderen Weg entschieden hat? Du sagst, dass Bonny mit ihrer Geschichte andere Menschen in Gefahr bringt, Du hast Angst, dass sie denken koennten, dass Bonny Recht hat und das alles gar nicht so schlimm ist. Du willst die anderen davor schuetzen das zu denken und nun faengt die Gegenwehr an und das Aufdecken von Bonnys Fehlern. Wenn Du aber jemanden blossstellst, dann wuerde da ja auch eventuell die Gefahr bestehen, dass andere hier nicht mehr reinschreiben, nur weil sie Angst haben, dass sie wieder in ihrer Co-Abhaengigkeit einen Rueckfall erlitten haben. Wie Du siehst kann man es eigentlich dann keinem Recht machen. Also bleib ich doch lieber bei mir, erzaehle von den Erfahrungen, die ich gemacht habe, in der Ich-Form und uebergebe dem Co-Abhaengigen seine Verantwortung und begebe mich in die Rolle des Zuschauers.

    Das ist das was mir guttut, wenn ich mich auf mich selbst konzentriere, dass ist die Erfahrung, die ich gesammelt habe, die ich oben als Beispiel mit meiner Familie geschrieben habe.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Zitat von currlinger

    mich aergert es manchmal tatsaechlich, wenn mich keiner so recht verstehen will. "Kann doch nicht sein, dass der/die mich nicht versteht!

    Lieber Markus,

    das ist doch der Hacken, wenn mich jemand für durchgeknallt hält, weil ich etwas denke was jemand nicht versteht, ist das doch nicht mein Problem, aber ich mache es zu meinem.

    "Ich" für mich, in meinem Kopf.

    Zitat von currlinger


    Ich habe nur meinen (dicken) Bauch und etwas Hirn dazu.

    Das verstehe ich jetzt aber nicht, Dein Hirn ist im Bauch oder Dein Bauch im Hirn?

    Als ich heute hier ankam, dachte ich nur, was ein sch... Tag das wohl gibt, mein Hirn hing noch tiefer. Markus, ich danke Dir, dass Du mir diesen Tag gerettet hast. Du schreibst für Dich und es tut gut, wenn ich bei Dir bei Jenny und all den anderen immer wieder Worte finde, die mich weiter bringen, dann wenn ich es brauche, für mich.

    LG Karl

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo,

    ich finde, in diesem Thread kommt die ganze Spannbreite der Co - Abhängigkeit zu Tage.
    Es gibt Punkte, an denen man denkt, jetzt geh ich, es reicht. Um dann doch wieder zu bleiben, weil uns der nasse Alkoholiker wieder ein Leckerli hinwirft, und wir uns wieder hinreißen lassen ihm zu glauben, wieder Hoffnung zu schöpfen.

    Sicherlich tuts verdammt weh, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt, aber es ist wirklich nötig, genau wie auch mal " virtuelle Streicheleinheiten " angebracht sein können, wenn jemand wieder mal am Boden liegt. Dafür danke ich auch allen, denn es ist ein gutes Gefühl verstanden zu werden.

    Habe jetzt schon einige Tage hier mitgelesen, und bin der Meinung : Ihr habt beide recht.
    Ich kenne das hin und her, wie es bei Bonny geht, nur zu genau, weil ich es auch erlebe. Hab auch noch nicht den Schritt zur Trennung geschafft, kann aber nicht beantworten warum.

    Komme mir im Moment vor wie ein Hündchen, welches meist schlecht behandelt wird, aber für ein Leckerli ( fast ) alles tut.
    Dieses erkennen ist sehr schmerzhaft, aber ich glaube ich muß mich dafür bei Currlinger bedanken.

    Es ist wichtig, das hier keiner aufgegeben wird, auch wenn er x - Versuche braucht sich zu lösen, und immer wieder fällt.
    Denn dann braucht man eine Hand, die einem hilft wieder aufzustehen.

    lg Lämmchen

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Markus,

    Für mich ist die Bonny-Angelegenheit ein eindeutiger Rückfall in ihre CO-Rolle.
    Und die Rückfälligkeitsquote ist verdammt hoch hier, wenn ich mir das mal so betrachte.
    Aber das Karussell dreht sich immer weiter, steigt der Alkoholkranke nicht völlig aus und tut was gegen seine Sucht. Eine Runde nach der anderen …
    Manch Alkoholiker braucht auch einige bis viele Anläufe, wird nicht beim ersten Mal trocken, und einem CO geht’s wohl ähnlich, das Leid muß halt erst die Schmerzgrenze überschreiten. Für mich ist irgendwie Sucht=Sucht, CO-Abhängigkeit ist nur eine nichtstoffliche Sucht. Darum kann man wohl auch einiges vergleichen, natürlich nicht alles, weil einiges halt zu spezifisch ist.

    Vielleicht hast Du das Gefühl, so viel für Bonny geschrieben zu haben und es wurde nicht erhört ? Alles für die Katz ? Aber für die Katz ist eigentlich nichts, Bonny verfügt nun zumindest über einiges an Wissen über „ihre“ Sucht. Es fehlt nur noch die Handlungsfähigkeit. Aber in seiner Sucht ist man auch manchmal wie gelähmt, noch nicht zum Handeln bereit. Dann klammert man sich an Strohhalme. Besser wird es aber nie, aber manchmal muß man eben noch einige Runden drehen.

    Bei Alkoholikern hoffe ich dann immer, das der körperliche Schaden dann noch nicht zu hoch ist, wenn er trocken werden kann, bei CO`s hoffe ich, das der psychische Schaden dann noch nicht zu hoch ist. Sich vielleicht später in Hass auf alle Männer äußert, was-weiß-ich …

    Ich erinnere auch dazu an Pitato, sie tat sich so schwer, sich von ihrem Ex zu lösen und schaffte es im Endeffekt nicht. Ist vielleicht wie bei einem Alkie der Versuch des kontrollierten Trinkens… der neue Absturz ist aber vorprogrammiert. Ich denke, sie hängt wieder mit ihm zusammen, aber wenn sie merkt, es läuft alles wieder nach dem alten Schema, wird sie evtl. wiederkommen. So wie ich auch Alkies wiederkommen sah, um endgültig Schluss mit ihrer Sucht zu machen, konsequente Schritte zu gehen.
    Also wie immer, die Hoffnung stirbt zuletzt.

    LG Lilly

  • Es ist gut wenn viele Ihre Meinung schreiben und es ist schön Antworten zu bekommen, was ich aber echt schwierig finde ist über andere so zu urteilen. Zumindest kommt es mir so vor. Ich bin jetzt seit drei Monaten hier im Forum. Habe hin- und wieder auch etwas geschrieben...lese aber mehr. Weil ich es unheimlich schwierig finde die richtigen Worten zu finden und Angst habe verurteilt zu werden . . . Jeder ist seines Glückes Schmied. Wir sind nicht die anderen und werden nie so genau wissen was in Ihnen vorgeht und wie Sie etwas meinen und sehen...etc. Ich fände es manchmal schöner wenn manche Antworten nicht so "hart" wären. Denn es machts einem sehr schwer zu schreiben...das heißt nicht das man nicht seine Meinung kundtun soll oder auch mal härtere Geschütze auffahren kann...aber vielleicht wäre es schön etwas mehr darauf zu achten was/wie man zu diesem anderen Spricht. Co-Abhängige sind auch krank - und nicht dümmer oder unfähiger etc.

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Zitat

    Die Parallelen der Sucht sind so offensichtlich. Allerdings ist CO-Abhaengigkeit wohl keine toedliche Krankheit, ich denke aber, sie laesst sich ebenfalls wie Alkoholismus nicht heilen, sondern allenfalls nur noch stoppen. Und dieses Stoppen bedeutet taegliche Arbeit. Taegliche Arbeit an sich selber.

    Ja Markus,

    das sehe ich genauso. Auch trocken werden bedeutet ja tägliche Arbeit an sich selbst und die dauert auch lebenslang, im Grunde auch täglich, weil wir auch täglich mit unserer Droge konfrontiert werden, Einkaufen etc. um nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Die Arbeit an sich ist halt mal mehr, mal weniger, je nach dem.

    Und ich denke auch, das CO-Abhängigkeit "unheilbar" ist, aber ich hoffe, so gegensteuern zu können, das man damit einigermaßen glücklich und zufrieden leben kann. Und man schafft das selten aus eigener Kraft, meist benötigt man eine Thera und eine SHG, um aus dieser Nummer wieder einigermaßen rauszukommen. CO-Abhängigkeit wird ja auch meist viel eher angelegt als Alkoholsucht, von daher wohl noch tiefer verwurzelt?

    Sterben wird man nicht im körperlichen Sinne an CO-Abhängigkeit, aber auch sowas gibt es wohl. Das jemand versucht, sich das Leben zu nehmen, weil er denkt, ohne den Partner nicht weiter leben zu können ? Ich würde sowas nicht ausschliessen... :(
    Aber was wahrscheinlich schweren Schaden nehmen wird, ist die Psyche, die Seele, davon gehe ich aus. Die stirbt halt so langsam vor sich hin :(

    Und ich sehe auch, das viele CO`s panische Angst vor dem alleinsein/alleinleben haben, woher kommt das ? Nicht alle sind ja finanziell abhängig von ihrem Partner, oft berufstätig und erziehen meist ihre Kinder allein, weil ihr Partner durch seine Krankheit gar nicht in der Lage ist, mitzuhelfen. Sie sind normalerweise durchaus in der Lage, ein eigenständiges Leben zu führen.
    Ist es nur dieses Helfersyndrom, was sie ausleben wollen/ müssen ?
    Sind jetzt echt mal so meine Fragen ?... ich weiß es ja auch nicht so genau, was macht denn so Angst vorm Alleinsein ?

    Und eins sollte jeder Frau klar sein, wird sie schwanger von einem nassen Alkie, wird sie das Kind allein großziehen müssen, von ihm ist dort keine Hilfe zu erwarten, er kann gar nicht, weil er viel zu viel mit seiner Sucht zu tun hat.
    Und man könnte ihm ja auch gar nicht das Kind anvertrauen, sei es nur mal, ihn mit Kind zum Einkaufen zu schicken, weil man ja nie weiß, wie hoch ist der Promillespiegel ? :(

    Und kein Alkie wird trocken, weil da nun ein Kind ist. Eine Frau, die diese Hoffnung hegt, wird vergebens hoffen. Ganz zu schweigen davon, was sie damit ihrem Kind antun :(
    Die Sucht ist eindeutig stärker, das ist aber einigen evtl. noch nicht ganz klar ?
    Ich persönlich halte das alles für hochgradig verantwortungslos und auch selbstsüchtig irgendwie, ich weiß, sind harte Worte, aber ist auch nur meine persönliche Meinung.

    LG an Dich
    Lilly

  • Zitat von Karotte

    ...das heißt nicht das man nicht seine Meinung kundtun soll oder auch mal härtere Geschütze auffahren kann...aber vielleicht wäre es schön etwas mehr darauf zu achten was/wie man zu diesem anderen Spricht. Co-Abhängige sind auch krank - und nicht dümmer oder unfähiger etc.

    Hallo Karotte,

    ich sehe das so:
    Niemand ist trockengestreichelt worden, das funktioniert nicht. Da bedarf es manchmal sehr Klartext, harter Worte, um ihn wachzurütteln. Und davor schrecke ich nicht zurück, ich bin nicht hier, um liebgehabt zu werden, sondern um hier zu lernen und auch, wenn möglich, zu helfen.
    Das bedeutet NICHT, das ich kein Mitleid empfinden kann, ich habe hier schon bei einigen Geschichten mitgelitten, auch hier im CO-Bereich.

    Gutgemeinte Worte haben bei mir bewirkt, ich wurde erst wach, als mit auf der Intensiv gesagt wurde, wie es um mich steht. Ab da war ich dann aber hellwach :shock: und konnte erst ab da meinen Weg gehen. Und glaub ma nich, das ich nicht auch oft geweint habe, einfach war das nicht. Aber Selbstmitleid bringt einen keinen Millimeter weiter, man muß aktiv werden.

    CO-Abhängige sind NATÜRLICH auch krank, ganz eindeutig. Und niemand hier ist dumm, ganz im Gegenteil, hier sind hochintelligente Menschen. Und trotzdem süchtig geworden.
    Ich denke, wenn jemand Trost braucht, wird ihm dieser auch gewährt, aber man darf auch die Wahrheit nicht verschweigen. Weil es nicht hilft.
    Also Hilfsangebote aufzeigen, zur Seite stehen im Kampf gegen die eigene Sucht. Gehen muß ihn aber jeder selbst.

    LG an Dich
    Lilly

  • tz, so is dat, wenn man ohne Vorschau abschickt :oops:

    Ich meinte natürlich, das gutgemeinte Worte bei mir NICHTS bewirkt haben. Und das jeder DEN WEG aus der Sucht im Endeffekt allein gehen muß.
    Aber ich denke, ich wurde auch so verstanden ? :wink:

    LG Lilly

  • Hallo ihr Lieben,

    schoen, dass wir mal darueber diskutieren :D

    @Markus, wenn es Dir gut tut so zu schreiben, dann ist es in Ordnung. Fuer mich kommen bei Deinen Zeilen viele Emotionen rueber und manchmal sehe ich mich da wieder, so wie ich gegen die Co-Abhaengigkeit meiner Mutter gekaempft habe. Deine Art zu schreiben, kommt bei mir als Kampf an, Du ruettelst solange an Bonny und hoffst, dass sie endlich aufwacht, durch Deine klaren Worte. Das hatte ich damals auch bei meiner Mutti versucht, mit klaren und harten Worten. Das einzige was mir das gebracht hat, dass ich umso wuetender wurde und mich umso mehr geaergert habe, umso mehr ich wirklich mit meiner Mutter geredet hatte, denn sie war immer noch in ihrer Illusion. Ich wollte lediglich damit sagen, dass ich solch ein emotionales Wachruetteln auch als Teil meiner Co-Abhaengigkeit betrachte, denn ich konnte dabei nicht loslassen weiter zu predigen, obwohl ich gemerkt habe, dass es sinnlos war, ich wusste, dass sie einen Fehler machte und hab nicht aufgehoert sie zu korrigieren. Manchmal muss man leider dann auch ablassen, machen lasse und abwarten. In meinem Fall bin ich froh, dass ich das gemacht habe und das erkannt habe, die Jenny von frueher haette sich naemlich heute wahnsinnige Vorwuerfe gemacht, dass sie nicht weiter Wachgeruettelt hat, weil meine Mutter durch ihre Co-Abhaengigkeit jetzt einen unheilbaren Krebs hat. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht verantwortlich bin und wenn beim ersten Mal niemand hoeren will, dann muss er oder sie es selbst erleben und ich lasse los.

    Lieber Markus, es war lediglich eine Erfahrung, die ich mit Dir teilen wollte, die mir in den Kopf kam, weil ich mich da in Dir wiedererkannt habe.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo ihr,
    als langjährige Co kann ich hier mit gutem Gewissen einigem zustimmen, was ihr so geschrieben habt.
    Ich ( - schreibe in der Ich-form, meine Meinung) denke schon, dass ich wahrscheinlich für immer irgendwie abhängig sein werde. Bei mir steckt das zu lange drin. Ist auch gut gepflegt worden, und unterstützt von mehreren Personen. Ob sich das jetzt ändert, weil man Mann trocken ist, oder weil ich (irgendwann demnächst - auf Abruf) zur Thera gehe, - ich weiss nicht. :?:
    Natürlich habe ich Hoffnung. Weil ich meinen Mann liebe, weil ich meine Kinder liebe, weil ich meine Arbeit liebe, ... Beziehungssucht ?
    Helfersyndrom ? Weiss nicht, wie ich das auf mich übertragen würde.
    Vielleicht, indem ich immer versucht habe, meinen Kindern zu helfen - ganz egal bei welchen Problemen - weil ich insgeheim gewusst habe, dass ich in meinem Leben selber viel falsch mache.
    Gut. Harte Worte tun da schon mal weh, aber ich lebe mit sogenannten "Keulenschlägen". Bin immer noch ( hoffe dringend auf die Thera) viel zu schwach, zu feige, zu erschlagen, um mich zu wehren. Nur, wenn ich dann darüber nachdenke, wenn ich mit dem ersten Schmerz fertig bin, komme ich manchmal zu wieder falschen Einsichten. Nämlich denen, dass ich wieder nichts wert bin, alles falsch mache,.... Co ????
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Wenn ich mal was als Co dazu sagen darf....

    Mir persönlich hilft es mehr, harte Worte zu hören, wie den Bauch gestreichelt zu bekommen um noch mehr in mein Selbstmitleid verfallen zu können. Aber ebenso gibt es Tage, da tun auch die Streicheleinheiten gut. Es kommt auf die Verfassung an. Ein Mittelweg wäre gut.

    @currlinger. Einmal die Meinung mit klarem Text abgeben ist sicherlich gut, aber auch ein Co braucht seinen persönlichen Tiefpunkt um die Worte umsetzen zu können oder was ändern zu wollen.

    lilly ich habe auch eine Tochter, gerade das ist für mich der Punkt an der ganzen Sache was zu ändern. Die Liebe zu meiner Tochter, diese Unschuld zu bewahren so lange es geht, bewegt mich zu mehr. Aber auch erst jetzt nach über zwei Jahren bin ich so weit umzusetzen. Es sind lange Prozesse und kleine Schritte die man vorwärts geht. Aber man geht sie, wie einer der Trocken werden will, man geht sie täglich vorwärts, evtl. auch mit Rückschlägen, die einem wieder zwei Schritte zurückwerfen.

    Ich kann nicht sagen, das ich Angst habe alleine zu sein. Ich weiss nicht was es ist so richtig.

    Vielleicht ist auch die Tatsache so schwierig zwischen "Ding" (Flasche) oder "Mensch" zu entscheiden.

    Ich denke auch Co-Abhängig sollte man nicht nur in Bezug auf Alkohol sehen, sondern auf die gesamte Bandbreite von Suchtmitteln die es geben kann in Ihren kleinen und großen Ausmaßen. JEDER ist meiner Meinung nach ein bissl Co ! Es kommt nur darauf an, wo das normale Maß überschritten wird und es ungesund wird.

    Und was ist mit den Frauen, die sich schlagen lassen, von einem nicht-alkoholkranken Partner und trotzdem bei dem Menschen bleiben?
    Co-Abhängig kann tödlich ausgehen.

    Ich finde das viel mehr Werbung und Aufklärungsarbeit geleistet werden müsste ! Wo man Hilfe findet, das auch solches als Krankheiten mehr publik gemacht wird. Hätte ich dieses Forum nicht gefunden, wäre ich wahrscheinlich nicht sehr viel weiter, die ganzen Jahre stand zwingend die Alkoholsucht nicht im Vordergrund und man hat sich in Beziehungsforen getummelt. Ohne Ergebnisse...

  • Hi Liliy,

    Hammer, Du triffst den Nagel voll in meinem Kopf.

    Markus, die Co-Abhängigkeit an sich kann nicht tödlich sein, aber das was wir daraus machen.
    Es ist Zeit unsere Gedanken wieder klar zu bekommen.

    Wo ist eigentlich Bonny? Brauchst Du noch Hilfe, kommst Du klar?

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Zitat von verflixt


    Ich denke auch Co-Abhängig sollte man nicht nur in Bezug auf Alkohol sehen, sondern auf die gesamte Bandbreite von Suchtmitteln die es geben kann in Ihren kleinen und großen Ausmaßen. JEDER ist meiner Meinung nach ein bissl Co ! Es kommt nur darauf an, wo das normale Maß überschritten wird und es ungesund wird.

    Und was ist mit den Frauen, die sich schlagen lassen, von einem nicht-alkoholkranken Partner und trotzdem bei dem Menschen bleiben?
    Co-Abhängig kann tödlich ausgehen.

    Hallo verflixt,

    Nein, CO-Abhängigkeit bezieht sich natürlich nicht nur auf alkoholkranke Partner, sondern auch auf andere, ich denke da besonders auch an psychisch kranke Menschen, Spielsüchtige, Knastis, Drogenabhängige jedweder Coleur, halt alle, die hilfebedürftig erscheinen.
    Und nicht umsonst sind viele CO`s in Pflegeberufen...

    Ja, warum sucht sich eine CO einen schlagenden Partner ?
    Auch dafür gibt es Erklärungen. Es ist menschliches Verhalten, alte Zustände wieder herstellen zu wollen. Ob die gut waren oder schlecht, spielt dabei keine Rolle, hauptsache, das "heimische Gefühl" ist wieder da.
    Schlug beispielsweise der Vater, ist die Gefahr hoch, das später ein ähnlicher Partner gesucht wird.
    Und viele CO`s hatten auch alkoholabhängige Eltern...

    Ich las in einem Buch diesbezüglich, das es besonders Menschen aus disharmonischen Familien trifft. Wahrscheinlich, weil sie dort so früh Verantwortung übernehmen mußten. Sogar Streit zwischen den Elternteilen zu schlichten versuchten ?

    Tja, ist halt facettenreich, die CO-Abhängigkeit. Und jeder wird wohl bei sich selbst nachschauen müssen, was ist da in meiner Kindheit passiert ?

    Zitat

    Es sind lange Prozesse und kleine Schritte die man vorwärts geht. Aber man geht sie, wie einer der Trocken werden will, man geht sie täglich vorwärts, evtl. auch mit Rückschlägen, die einem wieder zwei Schritte zurückwerfen.

    Ja, so ist das wohl. Ist hier ja auch immer wieder zu beobachten, es gibt CO-Rückfälle, eben Rückfälle in alte Verhaltensweisen. Das ist ja nicht zu verteufeln, wir sind doch alle nur Menschen, und keinesfalls perfekt.
    Das wichtige ist eben nur, wie Du auch schreibst, ZU GEHEN, wenn auch in kleinen Schritten, evtl. auch mal einen zurück, aber die Richtung darf nicht aus den Augen verloren werden.
    Für einen Alkie ist ein Schritt wahrscheinlich fataler, könnte er einen Rückfall bedeuten und ein schrecklicher Kreislauf beginnt von vorn, mit körperlichen Auswirkungen.

    Aber selbst das unterscheidet sich vielleicht nicht ganz von CO`s ?
    Auch hier findet ein schmerzhafter Entzug statt, die "Droge" ist in diesem Fall der Partner, von dem nicht abgelassen werden kann. Ruft er an, isses nich richtig, ruft er nicht an, ist es noch schlimmer. SMS werden wieder und wieder abgerufen, was macht er, was macht er nicht ? "Sorgen" werden sich gemacht, wobei wohl eher die größte Sorge ist, die Droge nicht zu verlieren ?
    Es findet ein seelischer Entzug statt, der auch sehr weh tut.

    Und richtig, jeder ist ein bisschen CO, jeder, der wider Willen seinen Partner verliert, kennt das ja, wie schmerzhaft das ist. Aber bei CO`s scheint es über ein gewisses Maß hinauszugehen, eben unfähig zu sein, loszulassen. Dem alkoholkranken Partner ist damit keinesfalls geholfen, im Gegenteil, es kann seinen Leidensweg erheblich verlängern.

    Also die Sorgen-mach-Nummer kauf ich keiner CO so recht ab :wink: sorry, es ist nur die Angst, die Kontrolle über den Partner zu verlieren und somit sein Suchtmittel.

    Hoffentlich hab ich jetzt niemanden zu sehr auf die Füße getreten, wenn doch, war es keine böse Absicht.

    LG
    Lilly

  • Hallo alle ihr hier zusammen,

    sehr interessant das ganze hier und hilfreich, ich seh das soweit wie ihr.

    wenn ich das Forum früher gefunden hätte und trotzdem so gehandelt hätte wie ohne, currlinger, ich weiß nicht wie du dich dann fühlen würdest. Da ist Bonny harmlos in ihrem Verhalten.
    Ich habe 16 Jahre an der Seite eines gewaltätigen Alkoholikers gelebt mit Kindern.
    Es hat sehr lange gedauert bis ich endlich den Mut hatte hinzuschauen. Und das ist für mich der Punkt hinzuschauen und ehrlich zu sich selbst zu sein.
    Mein damaliger Chef hat nicht auf mich eingeredet, im Gegenteil er hat mir immer die Hand gereicht und Hilfe angeboten aber gesagt ich soll hinschauen. Dann hat er versucht mir meinen Tiefpunkt herbei zu führen in dem mir gekündigt wurde, aber trotzdem war die helfende Hand da, ich musste nur hinschauen und sie annehmen. Wenn ich will kann ich dort wieder arbeiten wenn ich genesen bin.

    Wir hier können nur immer wieder sagen lesen lesen und wir sind da wenn ihr möchtet.

    Hinschauen und ehrlich sein zu sich selbst. Ist der erste Schritt für mich.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Hallo Bonny,

    es wünschen Dir sicher alle von Herzen, das Dein Partner trocken werden will, was ändern will.
    Nur leider haben wir hier zu oft das Gegenteil erlebt.

    Und warum solltest Du denn nicht weiterschreiben ?
    Ich schrieb es ja gerade, Rückfälle scheinen bei CO`s häufig zu sein, das hat ja nix mit Unglaubwürdiggkeit zu tun, sondern mit tief verwurzeltem Verhalten, Dich trifft doch keine Schuld dafür !!
    Aber Du solltest an DEINER SUCHT arbeiten, für DICH !!
    Dein Partner darf dabei gar keine Rolle spielen, tut er aber offensichtlich.

    Ich habe hier oft Angst, das Liebe mit Abhängigkeit verwechselt wird, da sollte jeder für sich ehrlich nachschauen. Denn wie auch von mir geschrieben, es scheint ja unabhängig von finanzieller Sicherheit etc. zu sein. Die Gründe scheinen doch wo ganz anders zu liegen.
    Aber da muß halt jeder ehrlich zu sich selbst sein, was andere darüber denken oder peng... DU bist wichtig, nicht die Meinung anderer Menschen !

    Ich wünsche Dir wirklich, das alles gut wird, aber meine Skepsis beruht auf Erfahrungen hier, nimms mir bitte nicht krumm :wink:

    LG an Dich
    Lilly

  • Liebe Bonny,

    es ist wichtig, fuer Dich zu wissen, dass Du hier immer Ansprechpartner hast. Schreib weiter hier rein, wie es Dir geht, selbst wenn es sich anders entwickeln sollte wie Du Dir erhofft hast. Hier ist immer noch ein Platz an dem Du ehrlich sein darfst zu Dir und zu uns.

    Alles Liebe,

    Jenny

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