Er will es immer noch nicht sehen...

  • Hi Lilly!

    [/quote]Was hindert Dich denn nun eigentlich noch ?

  • Hi Fish,

    weisst Du Dein Name passt wirklich Du wendest Dich wie ein Fishy......bitte nicht boese sein, wenn ich das so schreib.

    Ich schreib Dir jetzt auch mal als Erwachsene eines alkoholkranken Stiefvaters. Ich waere froh, gewesen, wenn meine Mutti ihn verlassen haette, ich war fertig mit der Welt, was konnte ich als Kind denn tun, ich war minderjaehrig, 10 Jahre alt und hab jeden Tag gehofft, dass meine Mutti endlich etwas machen wuerde, dass das Leid ein Ende haben wuerde. So wird Dein Kind auch aufwachsen und Kinder kriegen ziemlich schnell mit was los ist, auch wenn man noch sehr jung ist.

    Eheversprechen, dass hoere ich immer wieder, Du willst nicht loslassen weil in guten wie in schlechten Tagen. Ich sag Dir mal eines, Du liebst Deinen Mann, Suchterkrankungen aber sind nicht zu heilen durch dableiben und durchstehen, sondern durch handeln und wenn Du euch eine Chance geben moechtest, dann handele schnell, bevor alles noch mehr den Bach runtergeht. Du willst eine Garantie, dass dann auch wirklich etwas passiert, die gibt es nicht, es kann natuerlich sein, dass er noch weitersaeuft.

    Du hast zwei Moeglichkeiten, entweder leidest Du und bleibst bei ihm oder Du handelst und verlaesst ihn.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Wenn das so ist, fish, und das Herz überwiegt, dann mußt Du bleiben und weiter leiden.
    Es ist Deine Wahl, Deine Entscheidung, Du mußt wissen, wie lange DU das noch kannst... Denn DU allein trägst die Verantwortung für DEIN Leben !
    Aber auch ein CO muß wohl erst seinen Leidens-Tiefpunkt erreichen, erst dann wird er handeln ?

    Denn besser wird das nicht mehr, leider fährt der Aufzug Deines Mannes nur noch nach unten... :(

    Solange Du noch denkst wie er "Ist alles (vielleicht) noch nicht so schlimm", solange drehst Du weiter Runden.
    Ob Dein Mann Alkie is, weiß hier niemand, sein von Dir beschriebenes Verhalten weist allerdings darauf hin. Mehr wissen wir ja auch nicht...

    LG
    Lilly

  • Das sagt ihr mir zwar nicht zum ersten Mal, ich weiß, aber ich muss das jetzt trotzdem erst mal alles sacken lassen...
    Manchmal hab ich so das Gefühl, als warte ich auf den großen Knalll, der mir hilft, mit absoluter Sicherheit sagen zu können, "ich gehe" und zu wissen, dass es richtig ist...
    Nur noch dies oder das... wenn er dies macht oder jenes nicht... ja, das ist schon irgendwie krank!

    fish

  • Hi Fish,

    ich kenne das Gefuehl, man wartet auf etwas so schlimmes, dass man nicht mehr uebersehen kann, dass da wirklich etwas nicht stimmt. Man will es nicht wahrhaben und verharrt absolut starr wie ein Kaninchen vor ner Schlange. Aber warum warten bis etwas wirklich schlimmes passiert, soll erst Dir oder eurem Kind etwas passieren, bist Du wirklich siehst was los ist????

    Ich hab den Absprung damals geschafft, Gottseidank. Meine Mutti hat es leider nicht geschafft, mein Stiefvater ist als nasser Alki gestorben und durch ihre Co-Abhaengigkeit hat sie jetzt unheilbaren Brustkrebs, dass muessen wir Kinder auch erstmal verdauen.

    Bitte versuch stark zu sein und zu verstehen, dass Du handeln musst, denn auch Co-Abhaengigkeit kann toedlich enden. Es ist nicht normal wie Du Dich verhaelst auch Dein Verhalten ist eine Erkrankung. Tu etwas fuer Dich und Dein Kind.


    Alles Liebe,

    Jenny

  • Liebe Fish

    Mich würde einmal interessieren, was passieren würde, wenn Du Dir Deine vielen "WARUM?????"-Fragen beantworten oder erklären könntest.

    Würdest Du dann anders handeln? Ich schliesse mich meinen vielen Vorschreibern an - whs hast Du Deine persönliche Leidensgrenze noch nicht erreicht...

    ...aber auch wenn Du Antworten auf Deine "WARUM?" bekommst, heisst das trotzdem, dass Dein Mann weitertrinken wird...und spielt es dann für Dein Leiden eine andere Rolle, nur weil Du weisst warum? :shock:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • hallo fish

    15 seiten thread und ich hab den eindruck keinen schritt weiter. würde es nur um dich gehn, mir egal, es ist deine entscheidung ob du dein leben lebst oder leidest - aber dann noch deine kinder dem ganzen hilflos aussetzen, sowas kann ich nicht verstehn.

    Zitat

    "Warum fragst du denn nicht mal, wie es mir dabei geht, wenn ich zum Lukas-Werk oder zum Blauen Kreuz gehen "muss"?"


    du setzt das wort muss in anführungszeichen, ich würde es fett schreiben :arrow: neben seinen ganzen weiteren nassen ausreden zeigt schon das, das er nichts ändern möchte - er stellt dich nur ruhig und du läßt das bereitwillig zu! is ja auch die leichtere lösung als veränderung.

    Zitat

    Die Kleinere lässt schon eher mal Sprüche ab (z.B. sagte sie letztens vor dem Schlafen gehen: "Aber nicht wieder streiten, ja!")
    Vor ein paar Tagen hat sie mich auch gefragt, ob ihr Vater eigentlich "alkoholsüchtig" wär *schluckdoppelschluck*!!!
    Wusste darauf gar nicht so richtig, was ich sagen sollte in dem Moment


    was du sagen sollst? die wahrheit!
    ich zeig dir mal drei möglichkeiten auf wie das bei deiner tochter ankommt mit deiner (wenn auch gut gemeinten) lüge.
    1. deine tochter meint der vater trinkt und du streitest es ab. tja in den augen der kinder ham die mütter nun mal leider oft recht, also meint deine tochter das sie das selber falsch sieht. irgendwann traut sie sich nicht mehr über ihre gefühle und ängste zu sprechen, weil sie glaubt ihre wahrnehmung ist falsch. das prägt auf dauer fürs leben, das kannst du mir glauben.
    2. deine tochter glaubt dir nicht, denkt aber du möchtest sie damit schützen. weil sie nämlich als tochter der grund dafür ist das der vater trinkt (was wir kinder übrigens sehr häufig denken, ich dachte auch lange das ich schuld bin das meine mutter trinkt), sie ist eben nicht gut genug und nix wert - was das für auswirkungen in der kindheit und im erwachsenen leben hat muss ich wohl nicht näher erklären.
    3. deine tochter glaubt dir nicht und lernt durch dich und auch durch ihren vater das lügen absolut ok ist und wird das fürs weitere leben übernehmen.

    wie es sich genau auswirkt auf deine kleine wird sich zeigen, vielleicht auch manches vermischt. nur mal etz so als veranschauung was so kurze und eigentlich gut gemeinte worte alles bewirken können bei uns kindern. ich bin verdammt froh drum das mir von meinen großeltern auf meine frage "warum ist die mama so komisch" die antwort gegeben wurde "weil sie betrunken ist"

    wenn du weiterhin verharren willst, dann tu das - aber sei dann wenigstens offen und ehrlich zu deinen kindern, damit sie wenigstens einen elternteil haben an den sie sich in ihrer not wenden können und nicht das gefühl haben ganz alleine zu sein auf dieser welt!

    die wahrnehmung deiner tochter ist auf jeden fall schon weiter wie deine - sie weiß schon das der vater alkoholiker ist! würde mir an deiner stelle sehr zum denken geben...

    lg summer

  • Hallo fish

    Mein Gott, so viele Ratschläge. das können manchmal auch Schläge sein.
    Ich glaube du weißt inzwischen ganz genau das du was tun musst. Tu es wenn sie Zeit dafür gekommen ist und die wird kommen. Du könntest diese Leidenszeit für dich und deine Kinder verkürzen.
    Dein Leben wird dann nicht "schlechter" sein. Ich bitte dich, "was" soll schlechter sein???
    Es wird anders sein. Freier sein!

    Bei mir waren die Gedankengänge in seiner nassen Zeit ganz genauso wie bei dir.
    Ich habe auch gedacht, so schlimm ist es ja nicht, ich meine er lag ja noch nicht unter der Brücke und hatte noch Arbeit. Ich habe auch gedroht, wenn er seine Arbeit verliert das es dann aus sei. Na super, ich gab ihm fast einen Freibrief, denn gearbeitet hat er immer wie ein Tier.

    Aber was wäre denn schlimm für dich? Schlimm genug ihn endlich zu verlassen oder andere Konsquenzen zu ziehen?

    Ich denke euch hält noch der Alk zusammen.
    Klar liebst du ihn. Gerade deswegen solltest du nichts für ihn tun.
    Du kannst ihm nicht helfen. Das muss er selber tun. Aber ich glaube das will er gar nicht, oder?

    Es gibt kein Patentrezept. Jeder von uns kann sich nur aus den vielen Berichten etwas herausziehen was ihn weiterbringt und eine eigene Möglichkeiten für sich finden.

    Denke an euch............... :wink:

    LG

    vergissmeinnicht

  • Hallo Leute, hallo Fish,

    für mich war eine Entdeckung das es diese Explosion bzw. die große Veränderung an sich etc. nicht geben wird weder im positiven noch im negativen. Und oft sind es ganz kleine Kleinigkeiten die uns die Augen öffnen oder uns verändern etc. Genauso ist es mit dem Vorwärtskommen, auch das besteht hauptsächlich aus kleinen Schritten, aber das ist nicht wichtig, Hauptsache man beginnt mit einem kleinen Schritt. Und ich dnke die Dinge haben Ihre Zeit. Etwas zu erzwingen geht nicht. Manchmal hadern wir lange mit etwas und dann ist es plötzlich klar...dann vom Kopf ins Herz in die Seele und zur Handlung ... kann schnell gehn, kann auch etwas dauern. Die Bewußtwerdung...ist aber schon eine sehr wichtige Sache, eine die alles ins Rollen bringt. Und wir müssen dran bleiben, täglich...wie die Alkis auch.
    Auf die nächsten 24 Stunden.

    Es grüßt Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hi Karotte,

    dass ist in einer bestimmten Art und Weise richtig. Wichtig ist aber auch zu erkennen, wenn man immer wieder droht und nicht konsequent ist und hardert es kein Schritt nach vorne ist, sondern ein Stillstand. Denn leider reden wir Co's uns immer wieder gerne ein, dass wir ja kleine Schritte vorwaerts machen. Um aus der Co-Abhaengigkeit aber rauszukommen muss ein ganz drastischer Schritt erfolgen, nur dann ist uns geholfen. Es ist genauso als wuerdest Du einem Alki sonst sagen, Du machst schon Fortschritte, weil Du nicht mehr soviel trinkst.

    Wichtig ist handeln, gerade wenn Kinder mitbetroffen sind.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Karotte; hallo Jenny

    Vielleicht liegt es auch in der natur eines Jeden, wie groß seine Schritte sind und ob wir überhaupt gelernt haben etwas zu verändern, was uns nicht guttut.
    Ist das nicht die Grundstruktur eines suchtgefährdeten Menschen?
    Sich nicht entscheiden können?
    Nicht "Nein" sagen können?
    Alles auf die "lange Bank" schieben?

    Ich denke, jeder muss für sich entscheiden. Jeder kann lernen.

    LG vergissmeinnicht

  • Hi Vergissmeinnicht,

    klar kann jeder lernen, klar auch jeder in seinem Tempo. Ich halte es da so wie Summerdream, es geht hier ja nicht um Fish nur alleine, sondern auch um die Kinder. Hier muss man natuerlich auch beachten, dass diese sehr wohl mitbekommen was los ist und ich bin selbst als Kind mit dieser Thematik aufgewachsen. Glaub mir es ist kein Zuckerschlecken.

    Wichtig ist auch, damit ein Co-Abhaengiger versteht, was es fuer Auswirkungen hat, entscheiden muss derjenige selbst, die Kinder koennen es leider nicht.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Ihr...

    Ja, das Kind kann sich nicht schützen deswegen bin auch auch total dafür das Du fish handelst AUCH und speziell für dein Kind

    Und vergissmeinnicht - hast sicher auch recht mit dem wie Süchtige so sind.

    Trotzdem sehe ich als ersten Schritt erstmal das um sich selber kümmern, bei sich zu sein...egal ob Trennung oder nicht...es hat jeder seinen eigenen Weg.
    Es dreht sich alles viel zu sehr um Ihn, und das hast Du fish glaub ich immer noch nicht erkannt.
    Ich bin zwar nicht mit einem Alkivater aufgewachsen, aber mit einem der kein Interesse für uns Kinder hatte und um den sich trotzdem immer alles "gedreht hat. Wir Kinder waren nicht wichtig. Und das hat mich sehr stark geprägt und ich kämpfe nun mit 32 Jahren immer noch um normale Verhältnisse und Beziehungen und Sein. Nur so am Rand bemerkt. Fish willst Du so eine Mutter sein? Dein Kind sollte vor deinem Partner kommen, denn es kann sich noch nicht alleine um sein Leben kümmern. Dein Partner muß selber Verantwortung übernehmen für sich und seine Taten.

    Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn dann müßte er es haben. Du empfindest wie Du. Nimm deine Gefühle ernst!!! Außerdem ändert dein schlechtes Gewissen nichts an der Situation und auch nicht an Ihm! Du gibst nicht auf sondern Du schützt Dich und dein Kind...was dann mit Ihm und Eurer Beziehung ist wird sich zeigen. Ausziehen heißt nicht das es keine Zukunft gibt. Sondern es würde den Horizont der Möglichkeiten um ein Vielfaches erweitern.

    Du nimmst den Kindern(?) (ich dachte es wäre 1 Kind?) nicht den Vater...Du kannst Ihnen den Vater auch nicht geben. Das kann nur ER tun!!!

    Du wirfst auch nicht hin...denn diese Verbindung hat es trotzdem gegeben.

    Es muß doch auch von beiden Seiten ausgehen.....

    hab da nen Buchtip:
    "Wenn Liebe zur Fessel wird. Freiheit und Abhängigkeit in der Partnerschaft" und "Was tun, wenn der Partner trinkt? Ein Mutmachbuch für Frauen"

    Sei ganz lieb gegrüßt
    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Liebe Karotte,

    das hast Du sehr gut geschrieben. Ich hoffe das Fish nach all den Antworten von sich bald wieder hoeren lassen wird. Das muss sich natuerlich auch erstmal alles setzen.

    Ich hoffe fuer Dich Fish, dass Du den Mut findest zu handeln, fuer Dich, fuer Dein Kind/Kinder und Du somit auch Deinem Mann die Chance gibst den Ernst der Lage zu erkennen.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • hallo, ich nochmal

    Ist das nicht die Grundstruktur eines suchtgefährdeten Menschen?
    Sich nicht entscheiden können?
    Nicht "Nein" sagen können?
    Alles auf die "lange Bank" schieben?

    Ich meinte das auch in Bezug auf uns Co-Abhängigen!!!

    LG

    vergissmeinnicht

  • Hi Vergissmeinnicht,

    sicherlich sind das Strukturen einer Sucht, aber wir sind ja da, diese hier zu bekaempfen und nicht zu entschuldigen :roll:

    Wichtig ist zu erkennen und nicht zu erklaeren warum man so handelt, denn das bringt uns ja keinen Schritt weiter.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Vergissmeinnicht - ich hab das schon auch so verstanden! Und da is sicher was dran. Und deshalb müssen wir üben es anders zu machen, aber das geht halt auch nicht von jetzt auf sofort...

    Viele Grüße
    Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Guten Morgen ihr Lieben!

    Hilfe, so viele Ratschläge... :shock:
    Wollte mich nur noch mal kurz melden, kann sein, dass ich für ein paar Tage kein Internet haben werde.
    Ich werde als nächstes mit den Kindern reden und ihnen die Wahrheit sagen, was mit ihrem Vater los ist! Ihr habt völlig recht, ich darf sie damit nicht alleine stehen lassen!!! Werde ihn vorher darüber informieren...
    Wird er wahrscheinlich toben -egal!
    Gesten abend wollte er mal wieder reden - aber ich nicht!
    Mich interessiert kein Gerede mehr - nur noch handeln!
    Ob wir denn gar nichts mehr zusammen machen oder entscheiden könnten?
    Hab ihm gesagt, dass ich jetzt erst mal schauen werde, was MIR guttut, auch wenn er das egoistisch findet... EGAL! Und dieses ewige GEREDE tut mir definitiv NICHT gut!
    Er hat auch ganz stolz verkündet, nix getrunken zu haben...
    Habe ihm gesagt, dass das erstens nicht stimmt (er blieb dabei...) und zweitens für mich kein Grund wäre, ihn zu loben, weil ich das für selbstverständlich halte, wenn er denn trocken werden wollte!
    Und reden könnten wir dann, wenn er denn wirklich trocken werden WILL!!! "Und soweit bist du noch lange nicht!" Ende der Diskussion - für mich!

    Seid gannz lieb gegrüßt

    fish

  • Hej fish,

    Super, gute Entscheidung!!!!!!!!!!!!!!!

    Sei ehrlich zu den Kindern und zu dir.
    Du wirst wahrscheinlich erschrecken, wie klar deine Kinder die Situation erfasst haben.

    Also bei meinen Kindern, war nach einem solchen Gespräch eher eine deutliche Erleichterung zu spüren.

    LG

    vergissmeinnicht

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