Dieser Weg...wird keinleichter sein

  • Hallo dagmar und tihaso,
    danke für eure Antworten.
    Das er jetzt hilflos und alleine dasteht, hatte ich natürlich nicht erwartet, aber es macht mich wütend zu erkennen wie schnell ich ersetzbar geworden bin.
    Auch bin ich es gewohnt "meinen Müll selbst zu entsorgen", da wir ja in unserer ganzen Beziehung getrennte Wohnungen hatten. Im Prinzip enstehen für mich keine Nachteile durch die endgültige Trennung, ich hatte immer mein eigenes Geld, meinen eigenen Haushalt usw. nur das ich ihn eben mitversorgt habe und er viele Annehmlichkeiten genoss.
    Nun ist er mehr oder weniger auf sich alleine, momentan sitzt er den ganzen Tag vor der glotze, erfreut sich das ihn die kleine immer wieder besucht und lässt sich womöglich noch feste bemitleiden.
    Und ich? Ich bin wütend, würde ihm am liebsten das Gehirn durchschütteln und sagen das er endlich aufwachen und etwas tun soll.
    Mir gehts gut, ich habe jeden Tag Ablenkung und komme auch ganz gut zurecht. Leider ist das aber nur meine äusserliche Fassade, tief in mir drin herrscht das totale chaos. Ich denke trotz jeder Ablenkung nur an ihn und das Thema Alk.
    Heute ist er bei gemeinsamen Freunden zum Fussball schauen, ich wurde garnicht erst gefragt ( von den Freunden) und natürlich wird er dort wieder was trinken.
    Es ist ein blödes Gefühl " nicht mehr dazu" zu gehören, ich kann es auch nicht genau einordnen ob es mich nur ärgert diese Euferie für das Spiel in gewohnter weise mit Freunden zu teilen und alleine zuhause zu sitzen, oder ob es die Wut auf ihn und sein weitermachen ist.
    Ich weiss, es ist genau richtig wie ich gerade alles mache, es ist aber unheimlich schwer und schmerzhaft. Und ich kämpfe jeden Tag um stark zu sein, andererseits möchte ich mich auch einfach fallen lassen und schwach sein.
    Dieses alleine sein macht mich total wahnsinnig. Natürlich habe ich meine Kids und bin nicht wirklich allein, aber sie kosten mich auch sehr viel Kraft und Anstrengung ( ich hab sehr lebhafte Kinder, der mittlere mit ADHS).
    Da wird schon einiges von einem abverlangt im Leben.
    Jetzt schau ich eben nebenher alleine Fussball ( mein Sohn ist nämlich schon eingeschlafen), und schöpfe neue Energien für morgen hier im Forum.
    eure riverdance

  • Liebe riverdance,

    ich kann Dich so gut verstehen!

    Es macht einen rasend, festzustellen, dass der andere NICHT ERWACHT! Nicht einmal jetzt wo man die ultimative Breitseite abgeschossen hat. Weil das immer noch nicht "schlimm" genug ist für ihn. Und dabei ist es für uns so schlimm wie schlimm nur sein kann!

    Und das macht vielleicht noch rasender: festzustellen, dass es uns selber so viel härter trifft, als ihn. Obwohl er doch der ist, der eigentlich alles verliert. Obwohl wir doch auch ohne ihn klarkommen sollten, so wie wir ja auch vorher in der Partnerschaft ohne ihn klargekommen sind, auch mit dem Müll rausbringen, oder?

    Aber in uns ist Chaos, wir wissen ja, was richtig ist, aber das ist so schwer und tut so weh und sich fallenlassen wäre so erleichternd! Und auch wenn wir wissen, dass es richtig ist - es fühlt sich so falsch an! Das "nicht mehr dazugehören" fühlt sich falsch an, das Alleinsein fühlt sich falsch an, dass man nicht mehr an ihn denken sollte fühlt sich falsch an. Alles fühlt sich falsch an! :(

    Wenn ich jetzt schon weiter wäre, dann könnte ich Dir wahrscheinlich sagen, dass es sich irgendwann nicht nur richtig anhört, was uns der Verstand sagt, sondern es sich auch richtig anfühlen wird. Bei mir fühlt es sich immer noch nicht wirklich so an. :(

    Aber Du schaffts das! Und die Energie aus dem Forum, die ist doch Gold wert! Also einfach weiter so!!!

    Ganz liebe Grüsse,

    c.

  • Ja liebe crevette, die Energie die man sich aus diesem Forum holen kann ist wirklich Gold wert.

    Ich bin soviel mit lesen beschäftigt, das ich selber kaum zum schreiben komme.

    Hab mich gestern nach dem Spiel total mies gefühlt. Alle waren am feiern, und ich konnte alleine zuhause den vorbeifahrenden Autokorsos zuschauen. Für einen Moment dachte ich, das ich die Kids kurz wecke um daran teilzunehemen, aber ich lies es zum Wohle der kids dann doch lieber.

    Meinen (Ex) Partner muss ich durch meine konseqenz wohl doch zum nachdenken angerget haben. Er teilte mir heute mit, das er viel Zeit zum nachdenken hatte und viel im Internet gestöbert habe. Nun will er eine Therapie machen, und damit ich nicht denke es sei alles nur blah blah, hat er für Montag einen Termin beim Artzt vereinbart.
    Schön, einerseits freue ich mich riesig und bin irgendwie total Happy. Andererseits habe ich ja nun schon sehr viel gelesen, und es breitet sich in mir auch ein gewisses Maß an Skepsis aus.
    Trotz aller Freude, habe ich meinen Abstand zu ihm beibehalten, möchte jedoch morgen mit ihm reden was und wie er alles genau vor hat. Und ich werde im klar machen, das er sich mein Vertrauen zu ihm erst ganz langsam wieder aufbauen muss.
    Jetzt gibt es wieder 1000 Fragen in meinem Kopf, und mein Gefühlschaos ist noch größer geworden.
    Vor allem weiss ich absolut nicht mehr, wie ich ihn einschätzen kann.
    Nachdem er ja gestern ausgiebig gefeiert hatte, dachte ich, das er heute gleich weiter macht ( so war es das letzte Jahr immer, 2-3 Tage Vollrausch), doch zu meinem erstaunen passierte das Gegenteil.
    Am Freitag findet für 4 Tage das Strassenfest unserer Stadt statt, ich fragte ihn heute ob er hingeht. Aber er verneinte und will stattdessen nach der kleinen schauen das ich hingehen kann ( die 2 grossen sind übers WE bei ihrem vater).
    Natürlich freue ich mich, und egal ob ich mich darauf verlassen kann oder nicht, ich habe schon Vorsorge getroffen, um auf jedenfall gehen zu können, denn es ist oft genug auch in die Hose gegangen.
    Ich weiss, ich muss jetzt verdammt vorsichtig sein, damit er mich nicht gleich wieder am Wickel hat und alles wieder ins alte muster verfällt. Ich mache jetzt erstmal weiter wie bisher, und warte ab was am Montag ( und natürlich am WE) passiert.
    Trotz dieser Klarheit in meinem Kopf, geht es mir nicht wirklich gut, ich glaube jetzt leide ich nochmehr, weil ich keine Ahnung habe wie ich das alles einschätzen und verarbeiten soll.

    Ich lese jetzt mal kräftig weiter um nicht auf " dumme Gedanken" zu kommen.


    grüssle riverdance

  • Liebe riverdance!

    Wow, das wäre ja zu schön, wenn's beim ihm wirklich klick gemacht hätte! Und ich drück natürlich die Daumen! Aber Du machst das ganz richtig: bloss keine zu grosse Hoffnung und bloss nicht von Deiner Position abrücken, bevor den Worten nicht wirklich Taten und den Taten auch Resultate folgen!

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Liebe riverdance,

    jetzt habe ich mir Deinen Faden auch mal durchgelesen.
    Das hast Du ja mit meinem auch gemacht (oje, das muß gedauert haben) :shock:

    Ich möchte Dir nur den Rat geben wachsam zu sein. Dein Partner hat ja das Gipsfuß-Problem und ist krankgeschrieben, wenn ich es richtig verstanden habe.

    Laß Taten für sich sprechen. Er sitzt zuhause und ihm ist vielleicht auch langweilig. Deswegen stöbert er im Internet nach Therapien und will sich mit Deiner Kleinen beschäftigen. ..
    Wenn er erstmal wieder mit seinen Saufkumpanen unterwegs ist, hat er das mit der Therapie wohlmöglich schnell vergessen und wenn er nach einer durchzechten Nacht morgens bis in die Puppen schläft und Deine Kleine DANN mit ihm spielen will, ist ihm das sicherlich in dem Moment auch nicht recht und viel zu anstrengend ... :roll: Alkis sind leider Egoisten, riverdance, sie Leben ihr Leben wie es ihnen gerade in den Kram passt und für Alkohol und Spaß wird alles andere hinten angestellt.

    Das haben sie uns voraus. Sie kümmern sich um sich und ihren Spaß, wir uns leider viel zu viel um sie.
    Wir sollten es ihnen nachmachen und UNS in den Mittelpunkt setzten...

    Ich wünsche Dir, dass Dein Partner eine Therapie macht. Meiner war ganze 2 mal beim Arzt und hat sich da auch nicht als Säufer, sondern als Depressiver, mißverstandener, nervlich völlig überlasteter Workaholik dargestellt. Dann gabs andere Pillen und es ging ihm besser. Als der Arzt eine Gesprächstherapie vorschlug ist er nie wieder da gewesen.

    Also häng nicht zu viel Hoffnung in einen Arztbesuch Deines Partners. Er will Dich vielleicht auch nur ruhigstellen.

    Wünsche Dir alles Gute.

    Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

  • Hallo zusammen,
    habe hier ne Weile nicht geschrieben und möchte euch berichten wie es mir geht.
    Ich war am WE viel unterwegs, meine 2 grossen waren bei ihrem Vater, und ich habe den " Gipsfuss" zum Babysitten benutzt. Bei uns in der stadt war ja Strassenfest, und ich dachte ich zeigs ihm mal wie das ist, wenn der andere sich amüsieren geht und man selber zuhause hocken muss.
    Es waren 2 schöne Abende und ich hatte einige aufschlussreiche gespräche mit unseren gemeinsamen Freunden.
    Sie stehen voll und ganz hinter mir, aber sie sind auch sehr besorgt, denn sie glauben nicht das mein LG sein Problem erkannt hat.
    Ich konnte mich auch garnicht richtig gehen lassen, da ich mit diesem Fest auch sehr viele negative Erinnerungen habe.
    Tja und am Sonntag war ja dann das Fussballspiel, zum Glück für ihn, er wurde eingeladen zur Gartenparty 2 Häuser weiter. So konnte er aus seiner "isolation" raus, und 4 Alkoholfreie Tage ausgiebig nachholen. Habs nicht anders erwartet.
    Heute sein Termin, der nicht wie ich dachte beim Artzt war, sondern bei der Caritas ( darf ich das schreiben?). Als ich ihn abgeholt und nach dem Verlauf gefragt habe, meinte er das er diesesmal ( er war dort vor 2-3 Jahren schonmal) mehr Sympatie für seine Beraterin hatte, denn die andere damals sprach immer nur von Entgiftung. Ich sagte ihm, das daß ja auch nicht ganz falsch wäre- er wurde nur wütend und meinte, wenn man 3-4 Tage nichts trinkt, sei der Körper ja entgiftet.
    Ich habe das Gespräch beendet, denn ich denke wenn man mal ein paar Tage aussetzt und dann aber soviel Trinkt das es locker für eine Woche reichen würde, kann sich nichts entgiften. Zumal er ja sonst jeden Tag trinkt, jetzt kommt er zwangsläufig ja nicht ran.
    Naja, nun hat er in 14 Tagen wieder einen termin, und dann sieht man weiter, denn diese beraterin muss ihn ja schliesslich erstmal kennen lernen, meint er.
    PENG, und nun sind alle Seifenblasen der Hoffnung wieder einmal zerplatzt, ich hatte es eigentlich auch geahnt, und ich denke es wird sich vorerst nichts tun.
    Ich bin froh, das ich weiterhin meinen Weg behalten habe, aber es tut unheimlich weh nichts bewirken zu können. Selbst unser Kumpel ist total verzweifelt, er kennt meinen LG seit dem 5. Lebensjahr und ist unsagbar traurig nichts tun zu können.
    Wie weit muss man sinken um endlich aufzuwachen?
    Ich habe hier im Forum mal eine Lste über den Werdegang eines Alkoholikers gelesen, es trafen fast alle Sachen auf ihn zu, ich hätte sogar noch 4-5 Dinge dazu schreiben können. Und das reicht nicht?
    Ich verstehs nicht, ich verstehs nicht und es schmerzt über alle maßen, nicht mal für das eigene Kind.
    Trotz meinem klaren Weg den ich habe, und hoffe beizubehalten, bin ich immer wieder den Tränen nahe und kämpfe nicht zusammen zu brechen.
    Ich kann verstehen das ein Mittel soviel Macht über einen haben kann.


    eure riverdance

  • Zitat

    Ich habe mich vor 2 Tagen von meinem Partner getrennt, und hoffe das ich konsequent bleiben kann.


    Das, liebe riverdance, war einer Deiner ersten Sätze im ersten Posting.

    Zitat

    PENG, und nun sind alle Seifenblasen der Hoffnung wieder einmal zerplatzt, ich hatte es eigentlich auch geahnt, und ich denke es wird sich vorerst nichts tun.


    Und das ist einer Deiner letzten Sätze. Was lag dazwischen? Mehrere Wochen Zeit und gaaaaaaaaaaaaanz viel Hoffnung Deinerseits, gaaaaaaaaaanz viel Sehnsucht Deinerseits nach der sich für Dich erfüllenden Beziehung. Bist Du konsequent geblieben? Frag Dich das doch mal selbst...

    Ich weiss wie schwierig das ist und kämpfe auch mit mir, deshalb drücke ich wohl immer wieder auf den Knopf "Konsequenz". Meinst Du nicht, dass es nun an der Zeit ist, dass sich Deine Welt einmal nur komplett um Dich dreht und nicht mehr soviel um ihn? Heisst ja nicht, dass Ihr eines Tages nicht wieder eine gemeinsame Welt habt?

    Ich bin der gleichen Meinung wie Emma P:

    Zitat

    Laß Taten für sich sprechen.

    Und in der Zwischenzeit kümmere Dich ausschliesslich um Dich und die Kids!

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Ja liebe Riverdance,
    hammermässig gequotet von skybird ;) das sind nämlich wir: Hoffnung, Enttäuschung - verbunden mit dem Alkoholkranken oder Abhängigen und dadurch in unserem eigenen Wohlfühlgefühl beständig gestört. Gestört und dadurch wieder mit "ihm" verwurzelt.

    Sakrisch schwer das zu unterbinden, aber genau so sind wir wieder in den Fängen der Sucht ohne es sein zu wollen. Vielleicht ist sogar die Hoffnung (die so wichtig ist im Leben) etwas, was ich für mich bei Sucht als Unwort oder nicht vorhandenes Wort betrachten sollte.
    Denn Hoffnung wird es nicht geben - höchstens Einsicht und einsichtiges Verhalten.

    NEIN ! WIR können nichts tun - nicht die Partner, nicht die Freunde auch nicht der Arbeitgeber. Es kann nur beim Betroffenen selber KLICKEN weil er nicht mehr weiterkommt. Da wir aber nicht wissen oder wann das geschieht müssen wir uns eine alkoholsichere Weste überstreifen, die uns auch vor seelischem Schaden schützt....

    Viel Kraft wünscht dir Dagmar

  • Hallo,
    skybird , konsequent bin ich ja zum Glück weiterhin geblieben, ich habe an unserer Situation nichts geändert. Ich gehe meinen und er seinen weg.
    Und ich ziehe mir sogar die Vorteile dadurch heraus, z. B. auf die kleine aufpassen damit ich ein bisschen Luft bekomme.
    @ dagmar, du hast recht, das letzte bisschen hoffnung das ich habe, ist wirklich sakrisch schwer zu unterbinden. Davon habe ich mich leider immer wieder leiten lassen, weil ich zu oft dachte es wird sich was ändern.
    Ich weiss das es zwecklos ist, aber es sitzt eben noch ganz tief im inneren.
    @ emma, wir sollten UNS in den Mittelpunkt stellen- in meiner Schulzeit war ich eine, die immer Aufmerksamkeit brauchte und ich habe mich Immer in den Mittelpunkt gestellt. Leider habe ich das im Laufe meiner Beziehungen irgendwie verlernt und muss erst wieder lernen auf mich zu achten. Vielleicht sollte ich da ein bisschen von meiner großen abschauen, sie ist wie ich als Kind war.
    Genauso muss ich lernen, das ich auch ohne Partner glücklich sein kann, denn das ist glaube ich momentan mein grösstes Problem. Ich war nie wirklich alleine, bin eigentlich immer von einer Beziehung in die nächste gerrutscht. Ich komme gut zurecht, bin ja auch in keinster Weise von jemand abhängig ( naja, ARGE halt ) aber ich vermisse eben eine bessere hälfte an meiner Seite, die mich in manchen Dingen unterstütz und was eben sonst zu einer Partnerschaft gehört.
    Denn manchmal fühle ich mich in meinem Alltag ziemlich überfordert, und arbeiten gehen würde ich auch gerne mal wieder richtig. Hab zwar ne Putzstelle und mache Vorschulturnen, aber das reicht ja kaum zum leben.
    Aber ich will auch nicht jammern, trotz allem bin ich froh das ich meinen Weg gehe, mit allen Höhen und tiefen. Und ich bin stolz konsequent zu sein, nicht wieder für ihn zu kochen oder sonstiges. Ich habe es geschafft es bei Small-Talkes zu reduzieren und versuche so gut wie es irgend geht, mich auf mich zu konzentrieren. Eben mit nem kleinen bisschen Wehmut.
    Für meine kleine tut es mir auch besonders leid, denn sie liebt ihren Vater abgöttisch, ich werde wütend wenn ich daran denke, das er den Alk ihr vorzieht, im Gegenzug aber behauptet das er ALLES für sie tun würde. ALLES????
    Ich versuche, das beste für sie daraus zu machen, wenn er nüchtern ist, kann sie ihn gerne besuchen, wobei ich immer mehr am überlegen bin da noch einige Veränderungen zu beginnen. Denn momentan zieht er ja hier auch nur seine Vorteile heraus.
    Ich bin froh, das ich mich hier durchlesen kann und immer wieder denkanstösse bekomme, auch das schreiben bringt mir immer wieder Erleichterung. Somit schaffe ich es mit vielen Dingen besser zurecht zu kommen und daran wachsen zu können.
    Bin sehr gerne hier


    grüsse eure riverdance

  • Zitat von riverdance


    PENG, und nun sind alle Seifenblasen der Hoffnung wieder einmal zerplatzt, ich hatte es eigentlich auch geahnt, und ich denke es wird sich vorerst nichts tun.

    Liebe riverdance!

    Diese vermaledeite Hoffnung, die irgendwie nicht tot zu kriegen ist! Ich glaube, so langsam frage ich mich fast mehr, wie es möglich ist, so gegen alles bessere Wissen zu hoffen als dass ich mich frage, wie es möglich ist, so gegen alles bessere Wissen zu saufen! :(

    Zitat von riverdance


    Ich bin froh, das ich weiterhin meinen Weg behalten habe, aber es tut unheimlich weh nichts bewirken zu können.

    Und dieses Gefühl der Ohnmacht ist auch sowas krankes! Nicht nur, dass es an und für sich so verteufelt weh tut; es ist auch wieder etwas, das man nicht fassen kann: wie kann man einfach nicht begreifen wollen, dass man nichts tun kann?! Man weiss es doch!

    Aber Du machst es doch super, Du gehst Deinen Weg und schaffst das auch! Einfach weiter so!

    Herzliche Grüsse,

    c.

  • Hi riverdance,

    Du machst Schritte in die richtige Richtung!!

    Es tut weh und blöd ist es auch, dass ihr so nah aufeinander wohnt.

    Aber Du gehst raus und tust etwas, suchst Dir Gesellschaft.

    das du immer noch Hoffnung hast ist ist klar, die Hoffnung stirbst zuletzt, Aber auch sie stirbt!!!

    Ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, dass wirklich nur die Konsequenz hilft. Vor zehn Jahren war ich so am Boden dass nichts mehr ging. Ich habe nur noch meine Kinder geschützt, für mich konnte ich nichts tun, das war ich in meinen Augen auch garnicht wert. Ich war beim Anwalt, der Schmerz war grenzenlos. Mein damaliger Mann ist dann zur Therapie (ambulant) und hat es geschafft bis auf den heutigen Tag trocken zu bleiben. Getrennt haben wir uns trotzdem nach vier Jahren. Es ging einfach nicht mehr. Der Alkohol war weg und sonst auch ganz viel, was eine Beziehung ausmacht.

    Heute bin ich wieder richtig glücklich. Es gab Zeiten, in denen ich dachte, ich müsste alleine alt werden, keiner will mich , ich bin häßlich, alt, ich habe Falten.......

    Ich bin wieder absolut glücklich verheiratet. Ich glaube heute, dass die Zeit des Alleinseins, ganz wichtig war, weil ich nur durch diesen Schmerz lernen konnte, was ich will und was nicht. Ich war gezwungen, mich selbst zu lieben (war ja sonst keiner da). Und so blöd das klingt, wenn man sich selbst nicht liebt, dann kann auch kein anderer Mensch dich lieben.

    Noch was zu den Kids. Meine haben fürchterlich gelitten und so klein sie damals waren, sehr viel mitbekommen. Dadurch, dass ich solange das Spiel mitgemacht habe, habe ich auch ihren Leidensweg verlängert. Die Folgen muss ich heute tragen, sie haben beide Schwierigkeiten. Ich habe Schuldgefühle ohne Ende, habe für beide gute Therapeuten gesucht, die das Schlimmste abgefangen haben, habe mich selbst coachen lassen, damit ich nicht noch mehr bei den Kids kaputt mache. Ist schwer nicht ab und an über den trinkenden Vater zu lästern. Damit macht man ihn aber zum Opfer, mit dem die Kinder sich glauben verbünden zu müssen. Sie wissen unbewusst, dass sie damit einen Fehler machen, aber sie haben keine andere Bewätigungsstrategie.
    Wenn man über den Partne herzieht und ihn ablehnt, spüren die Kinder dass man den Teil ablehnt, den die Kinder vom Vater in sich tragen... usw., Das ist so komplex und die Folgen kommen erst nach Jahren so richtig zum Vorschein.

    Nur ein Tipp, wenn du es nicht schaffst für dich zu kämpfen, dann tu es für die Kinder. Wir können immer besser für andere stark sein statt für uns selbst. Nutz das einfach.

    Und noch etwas, es hört auf weh zu tun (es dauert) aber es wird gut, wenn man konsequent bleibt.

    Ganz viel Kraft

    LG gigi

  • Hallo und danke für eure Beiträge,
    heute ist ein Tag, wo ich wieder live erlebe das es hoffnungslos ist, etwas zu bewirken.
    Er trinkt seit heute mittag, bewschwerte sich per telefon wenn ich in letzter Zeit alles zu besuch hatte, und das die kleine nicht zum Gute-Nacht sagen kam. Ich habe ihm erklärt das mich besuchen kann wer will, und die kleine zu ihm kann wenn er nüchtern ist. Ich muss noch viel lernen und habe keine Ahnung, meinte er. Und sowiso brauch er eh keine Entgiftung da er ja auch mal 3 Tage ohne kann- ich hab einfach aufgelegt.
    Als er mit dem Auto neuen Stoff holen wollte, schrie ich aus dem fenster das er gefälligst laufen soll, sonst ruf ich die Polizei. Oder hätte ich ihn fahren lassen sollen?
    Morgen werde ich ihm in aller Deutlichkeit nochmal sagen, das er ausziehen muss, habe selber schon nach Wohnungen geschaut, ist allerdings aufgrund meiner finanziellen lage recht schwierig.
    Jetzt dröhnt laute Musik von unten hoch, und ich spiele wieder mit dem Gedanken die polizei zu rufen, ist echt psychoterror, ans telefon geh ich schon garnicht. Wenn er nüchtern ist, bekommt er den Mund nicht auf, und voll wird er ausfallend und beleidigend.
    Liebe gigi, FÜR DIE KIDS, das ist es auch was mir diese Kraft gibt, ich strahle zwar eine große Stärke aus und kämpfe, aber ich sehe auch, das ich für mich nicht wirklich etwas tue, es sieht nur danach aus. Und das kleine bisschen Hoffnung tot zu kriegen, wird denke ich mit jeder eskalation besser.
    Ich spiele auch mit dem Gedanken für mich und die Kids nach geeigneten beratungsstellen zu suchen. Ich schütze sie zwar weitgehend, aber wie du sagst gigi, sie bekommen es eben doch auch irgendwie mit.
    Ich komme immer öfter in Situationen, wo ich mich zusammen reisen muss das ich nicht losheule. Noch schaffe ich es stark zu sein, und ich bin nach wie vor überzeugt davon meinen Weg zu gehen, doch habe ich auch Angst, irgendwann mal einfach zusammen zu brechen
    Schade das man Selbstwertgefühle und Egoismus nicht einfach irgendwo kaufen kann.
    Ich werde hier feste weiterlesen und am Ball bleiben so gut ich kann an mich und natürlich die Kids zu denken.


    bis bald eure riverdance

  • Liebe riverdance,

    Zitat

    ich strahle zwar eine große Stärke aus und kämpfe, aber ich sehe auch, das ich für mich nicht wirklich etwas tue, es sieht nur danach aus.

    ...auch das meine ich mit Konsequenz...wenn Du konsequent DEINEN Weg gehen möchtest, dann fängt der damit an, dass Du zu DIR SELBST schaust und nicht nur so tust als ob... :oops:

    *schickdireineportionkraft*
    liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Riverdance,

    falls Du ein Geschäft findest, dass Egoismus verkauft, frag bitte gleich, ob sie auch Entschlossenheit und Mut haben. Dann sag mir bitte bescheid.

    Sorry, Du merkst schon, so doll gehts mir heute auch nicht.

    Ich will eigentlich nur Bezug nehmen auf das "Auto fahren lassen". Deine Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Wirklich zu einem Ergebnis bin ich nicht gekommen. Ich hab vor über zwei Jahren sogar die Ausfahrt mit meinem Auto blockiert. Nach einstündigem Volllabern und auf mich einprügeln (bin nicht klein und zierlich, stecke das körperlich schon weg, seh es aber nicht ein) bin ich zur Seite gefahren. Nach mehreren Stunden klingelte dann die Polizei. Mit über 4 Promille gegen einen Baum.

    Verantwortung für sie hab ich nicht. Wenn sie sich und ihr Auto kaputt fährt, ist das nur ihre Entscheidung. Was aber, wenn andere unschuldige in Mitleidenschaft gezogen werden. Als Co hat man zwar rechtlich keine Verantwortung aber was ist moralisch. Wenn sie in einem Zustand Auto fährt, indem sie nicht mal mehr das Schlüsselloch der Haustür trifft und dann womöglich ein Nachbarkind zu Schaden kommt, was dann?? Also verstecke ich die Autoschlüssel doch. Co-abhängiges Verhalten oder Verantwortungsbewußtsein?? Ich hab keine Ahnung.

    Dass Du aus dem Haus raus mußt glaube ich auch. Ohne räumliche Trennung (mehr als 10 Meter), keine emotionale.

    Übrigens mal losheulen schadet nicht. Nicht vor den Kindern aber wenn Du für Dich bist, kann man das ruhig mal rauslassen. Geht übrigens gut zu Musik von Loreena Mc Kenneth.

    Riverdance, sei stark. Für Dir vor Augen, dass Du schon viel weiter bist als viele hier (incl. mir). Du bist schon gestartet, noch nicht im Ziel aber schon mal losgelaufen. Will sagen, Du hast den Mut und die Kraft, daran ändern auch gelegentliche Tränen nichts.

    Papi

  • Liebe riverdance,

    mir gings genau wie Dir und ich dachte auch irgendwann zusammenbrechen zu müssen. Aber irgendwie reicht die Kraft. Man taumelt zwar und rennt wie ferngesteurt rum, bekommt nichts mehr von der Umwelt mit und funktioniert einfach nur noch. Es geht vorbei, glaub mir. Ich habe mit vielen gesprochen, die es geschafft haben. Denen ging es genauso wie mir und dir jetzt. Aber die Kraft hat irgendwie immer gereicht.

    Wenn er mit dem Auto fährt, ruf die Polizei, das ist kein Verrat. Ich habe mit der Polizei beste Erfahrung gemacht, erklär ihnen kurz was ist los. Hatte von dieser Seite beste Unterstützung. Wenn DIR die Musik zu laut ist, ruf die Polizei, vielleicht trauen die Nachbarn sich nicht das zu tun aus Rücksicht auf Dich (so war es bei mir).

    Also keine falsche Scham, hol Dir Hilfe von der Polizei. Du hast dann alles in Deiner Macht stehende getan, damit keine anderen Menschen zu Schaden kommen!! Es kann ihn natürlich nicht davon abhalten mit Ersatzschlüssel oder ohne Führerschein zu fahren. DU kannst nicht mehr tun als DU getan hast.

    Und nimm die Ressource die Du hast für die Kinder zu kämpfen, bleib konsequent und Du wirst mit jedem kleinen Schritt selbstsicherer. Alles ist ein Erfolg!!!! Es ein Weg der kleinen Schritte. Eine alte Dame sagte mir mal: "Der liebe Gott gibt Dir nur das zu tragen was Du tragen kannst" Ich bin nicht sehr gläubig, aber ich hab mir das oft vorgesagt und es hat mir etwas Mut gemacht.

    Ganz viel Kraft für den heutigen Tag.

    Liebe Grüße

    Gigi

  • Hallo zusammen,

    @ papi, ich hoffe und ich glaube das daß mit dem Auto fahren Verantwortung ist. Denn wie du sagstest- was ist wenn jemand anders als er zu Schaden kommt?

    Das mit dem losheulen ist so eine Sache, heute musste ich meinen Kids sagen, das ich etwas Ruhe brauche und konnte es einfach nicht vor ihnen verbergen. Ich sagte ihnen nur das ich grad ein bisschen traurig bin, aber ich fürchte sie wissen und spüren sehr wohl was Sache ist.

    @ gigi, bei den Nachbarn habe ich mich abgegrenzt von ihm, die Polizei zu rufen wäre für mich ein riesen Schritt den ich mir leider irgendwie nicht zutraue.
    Auch ich torkle oft so durch den Tag, ich funktioniere und bekomme manches garnicht so richtig mit. Ich stürze mich in Beschäftigungen, nur um ja abgelenkt zu sein. Aber ich bekomme alles irgendwie auf die Reihe.


    Heute hatten wir wieder heftigen Streit, wie gesagt habe ich ihm klar gemacht das er ausziehen muss, und das wenn er mir was zu sagen hat, dieses nüchtern machen soll. Darauf kein kommentar.
    Später rief er an ob die kleine zu ihm kann, sie wollte allerdings nicht. Darauf rastete er aus, ich würde ihr das einreden, mit mir könne er eh nichts reden, ich verstände garnichts und und und.
    Und ich dumme- fand die Schuld wieder bei mir, versuchte mich zu rechtfertigen und brauchte meine Zeit wie schon gesagt für mich zum ausheulen.
    Hab mich zum Glück schnell wieder gefangen und meinen Nachmittag gestaltet wie ich es mir vorgenommen hatte.
    Heut abend rief er wieder an, er müsse morgen zum Artz, wüsste nicht wie er das machen soll zwecks fahren und so, ich dumme Kuh sag natürlich, na dann fahr ich dich halt. Wie bescheuert bin ich bloss, eigentlich sollte meine Antwort heißen, sieh zu wie du das geregelt bekommst.
    Jetzt habe ich mich wieder gefangen, mir ist klar, das er wütend auf sich selber war und sic in seinem Ego verletzt fühlte und das er mit dem alleine sein absolut nicht zurecht kommt. Ich muss mir immer alles " schön reden" um das alles gebacken zu griegen, es funktioniert.
    Nun fahre ich ihn morgen eben, werde ihm aber sagen, was ich eigentlich hätte antworten sollen.

    Jetzt ist wieder soviel aus mir heraus gesprudelt, ich hoffe es nervt euch nicht. Aber es tut sooooo gut sich hierr auszulassen, zu schreiben und zu lesen. Ich fühle mich nicht mehr so alleine und unverstanden, danke an diese Forum und an euch alle.


    liebe grüsse riverdance

  • Liebe riverdance,
    lade Dich ein, Dir einmal folgendes vorzustellen: Du denkst, dass Du einen Menschen liebst, hast viele eigene Probleme, die Du mit Alkohol lösen möchtest, aber nicht kannst. Es geht nur ein Verdrängen, aber nach einer gewissen Zeit sind sie wieder da und sogar vielleicht potenziert.
    Du möchtest geliebt werden und kannst das nicht ausdrücken. Statt dass Du sagst:" Bitte halte mich, liebe mich, berühre mich..." schaffst Du vielleicht eine knappe Bitte, dass Dich die "geliebte Person" zu einem Arztbesuch fährt? Du freust Dich, weil sie mit "Ja" antwortet, steigst am nächsten Tag ins Auto ein, um dann zu hören, dass sie Dir eigentlich hätte sagen wollen, dass Du zusehen sollst, wie Du das geregelt bekommst.

    Wie würde es Dir dabei gehen? Was für ein Machtkampf und wie grossmütig, dass Du etwas tust, was du eigentlich garnicht tun willst. Oder tust Du so als ob?

    Nicht falsch verstehen, riverdance, ich will weder Dir "an den Karren fahren", noch einen Alkoholiker verteidigen. Aber manchmal gibt es zwei Wahrnehmungen von ein und demselben und da wir subjektive Menschen sind, ist es manchmal schwierig zu sehen, dass es mehrere Betrachtungsweisen des gleichen gibt...

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo skybird,
    so habe ich das noch garnicht betrachtet. Du hast vollkommen recht, und ich will bei weitem keine Machtkämpfe.
    Oft ist es die Verletztheit die einen Dinge sagen oder machen lässt, über mehere Betrachtungsweisen habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht.
    Danke für den Denkanstoss.


    gruss riverdance

  • Hallo Riverdance, hallo Skybird,

    Dein Beitrag (Skybird) erschreckt mich ein wenig. Ich hoffe ihn misszuverstehen.

    Ist es nicht genau der Fehler den wir Co's gerne so drauf haben: Verständnis bis zum Erbrechen! Sky, Du versuchst Dich in ihn zu versetzen, versuchst als Nichtalkoholiker nachzuvollziehen, was er fühlen möge. Das ist - so glaube ich - ein Unding. In irgendeinem Thread ging es mal darum, ob Alkoholiker lieben können. Ich weiß es nicht, zweifle es aber an.
    Es gibt auch eine andere Interpretation seines Verhaltens: "Jemand der sich immer um mich gekümmert hat, auf dem ich rumhacken konnte wie ich wollte, ist aufgestanden und hat klar "NEIN" zu mir gesagt. Es kann doch nicht sein, dass ich meine Macht über ihn verloren habe. Das macht mich wütend. Mal sehen ob ich es noch drauf habe. Vielleicht fährt sie mich zum Arzt. Dann ist mein Einfluß doch noch nicht verflossen."

    Ich sehe in seinem Verhalten keine "unerfüllte Liebe". Wir Co's basteln es uns so zurecht, weil die Welt so viel schöner wäre. Es ist ein Hilfeschrei und ich muss eilen und ihn erretten. NEIN!!!!

    Ich habe kein Problem damit, dass Du ihn zum Arzt fährst. Wenn mich ein Kollege bitten würde, würde ich es auch tun. Ich weiß nur nicht, was er hineininterpretiert.

    Also sieh jetzt bloß nicht den unglücklich Verliebten in ihm, sondern das was er ist: Ein alkoholkranker Mann, dem Du durch - in Liebe loslassen - am besten hilfst.

    (Das mit den Zitaten bekomme ich noch immer nicht hin. Hoffe, ich habe keine Urheberrechte verletzt.)

    Riverdance, Dir alles Gute. Viel Kraft. Dein Weg ist richtig.

    Papi

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