Nein Uschi, mündig ist er momentan wirklich nicht. In diesem Stadium ist es nur noch ein einziger Rausch.
So habe ich mich vorgestellt....
-
-
Das ist Wahnsinn, was der Alkohol zu bewirken vermag, eine vollkommene bewußtseinsänderung bis hin zum bewußtseinsverlust, ist das so?
Wahnsinn und es erschüttert mich zutiefst, eine größere macht als die wellen der nordsee....wahnsinn...und unendlich traurig lg uschi
p.s.: schrödi ist seit heut bürohund, er fühlt sich sauwohl hier....lächel -
wie lange kann ein solcher rausch gehen? bis ins delirium? bis zum atemstillstand? ich meine, irgendwann einmal wehrt sich doch auch der körper und rebelliert dagegen oder?
-
Hallo tapfere Prof,
möchte dir und dem Schrödi ganz liebe Grüße schicken!
Linde
-
Liebe Uschi!
Es ist so. Ich schildere Dir meine Erfahrungen: Ich hab ja lange Zeit meinen Pegel gehabt. Vom 5. Januar 2009 bis zur Entgiftung - 28.01.2009 - habe ich praktisch rund um die Uhr durchgesoffen. Ich hatte mit meinem Leben abgeschlossen. Es war mir alles egal. Ich habe alle Post, Rechnungen etc. in mein Abstellzimmer geschmissen, ich hab kein Geschirr mehr in den Spüler gepackt, nix mehr zum Essen gemacht, nur ab und zu. Ich war in einem Zustand aus Schlafen und Saufen. Ich habe geheult vor Selbstmitleid, wenn ich voll war, hab ich rechte Parolen vom Balkon gebrüllt (ich bin kein Rechter, ganz im gegenteil). Ich habe stundenlang den gleichen Song, einen von Chaka Khan gehört, einen von Amy Winehouse. Ich habe meine Jugendidole - Jim Morrisson, Janis Joplin, Hendrix - gehört, stundenlang. Ich wollte so enden wie sie. Es war ein einziger Rausch, das Bewußtsein wird verändert. Und zwar drastisch. Meine Frau gaste zu meinem Vater: Ich erkenne ihn nicht mehr, er ist so fies und gemein, was er nie war, er ist so egoistisch und unfair.
Wenn Dein Mann so säuft wie jetzt, wird ihm im Entzug das gleiche wie mir passieren: ich bin am 2. Tag in ein Prädelirium gefallen, musste wegen extremer Herz- Kreislaufbeschwerden in ein reguläres Krankenhaus, dort hat man mich auf die Intensiv gebracht, wo die alten Menschen an Maschinen hängen und langsam sterben.
Es ist, bei dem Level, den Dein Mann trinkt, unausweichlich das der Zusammenbruch kommt und er einen bösen Entzug haben wird. Das aber ist die Chance zum Neuanfang.
Habe kein Mitleid. Es ist fehl am Platze. Er MUSS aufwachen aus seinem Rausch, auch wenns wehtut. Es geht nur so.
LG der Micha.
-
Hallo Uschi,
habe eben gelesen was so bei Dir heute wieder los war.
Ich hoffe Du konntest trotz allem etwas bei dir bleiben und etwas von dem Geschriebenen von Micha umsetzen
Wie geht es DIR jetzt? Ich hoffe es ist nicht noch in Streß ausgeartet. Vielleicht hast Du ja nun auch für Dich zur Ruhe gefunden und schläfst schon?
Lieben Gruß und Gute Nacht oder Guten Morgen?
Nele -
Guten Morgen Ihr Lieben,
jup Nele klein Uschi schlief gestern um 22.30 Uhr mit Schrödi im Arm bereits. Es ist nicht in Stress ausgeartet, mein Mann lag schlafend im Bett als ich kam. Ich habe die restlichen Alkoholika vollständig vernichtet und ein Freund hat das Motorrad abgeholt und an einen sicheren Ort verbracht, das Gartenhaus mit den Fahrrädern abgeschlossen und mit mir noch einen Kaffee getrunken. Von all dem Hat er nichts mitbekommen.
Irgendwann kam er runter und meinte, ob nichts mehr zu saufen da sei. ich habe nur nein gesagt und er verschwand nach oben.
heute morgen mußte ich hoch wegen klamotten, er lag im bett, ihm ging es mies und er meinte, es ginge nicht mehr er wolle nicht mehr trinken und er werde nicht mehr trinken. er glaubt nach wie vor, den entzug allein durchziehen zu können und schämte sich. im gegensatz zu gestern morgen habe ich ihm gesagt "Hoffnung stirbt, glaube sei tot und vertrauen auch" dann bin ich gegangen,..hm...das sind so kraftakte und ich wünsche mir eigentlich nach wie vor, dass er wach wird und in die klinik will, es wäre ein weltwunder -das weiß ich auch- wenn er es alleine durchziehen würde.....ganz liebe grüße an alle, linde, nele, micha ganz besonders
-
Hallo liebe Uschi!
Bei den Mengen, die er trinkt, noch dazu hartes Zeug, wird es riskant, wenn er alleine zu Hause entziehen will. Wenigstens sollte er sich vom Arzt untersuchen und ggfl. in eine Klinik einweisen lassen. Mit den Entzugssymptomen ist nicht zu spassen.
Ich wünsche Dir trotz alledem einen ruhigen und schönen Tag,
LG Micha
-
Guten Morgen Uschi,
ja, wie gut kenne ich das, die Hoffnung...und die Zustände und "Vorhaben"wenn es ihnen schlecht geht...aber wie Micha schon schrieb, wie kennen es ja auch, es hält nicht an. Ich habe es jetzt auch 8 Jahre mitgemacht, heute gegen Abend holt er seine restlichen Sachen bei mir aus der Wohnung.
Ich möchte nicht behaupten das es mir gut geht aber er dreht sich im Kreis und fährt langsam o. schnell? den Berg nach unten. Ich möchte da nicht dabei sein.
Jetzt haben wir eben tel., er kommt jetzt schon mal und holt was, es ist noch viel.
Gott gebe mir Kraft!
bis dann
lg Nele -
Hi Ihr beiden!
Solange ein Alki nass ist, zählen alle guten Vorsätze keinen Cent. Wenn der schlimmste Kater vorbei ist fühlt man sich rasch besser und weiter gehts. Schon alleine, um sich mit sich selbst nicht auseinander setzen zu müssen.
Erst wenn der Alki richtig entgiftet und klar wird im Kopf, dann sieht das mit den Vorsätzen anders aus. Nicht bei jedem, aber bei den meisten.
Ich sage aber auch, dass ich in der Klinik Leute getroffen habe, die locker 150mal entgiftet haben. Die haben aber auch mit allem abgeschlossen. Die warten praktisch nur noch auf den Tod.
LG Micha
-
Lieber Micha, danke für die Wünsche und den Rat. Ich weiß es wohl, dass nicht zu spassen ist und er besser zum Arzt sollte, aber wie Du schon sagst, ER muss das wollen und nicht ich. Ich habe ohnehin wenig ernsthafte Hoffnung, dass er es so schaffen wird. Ich weiß sehr wohl, dass er irgendwie an Sprit kommen kann, auch ohne Auto, ohne Karte, ohne Moped....mir gibt es nur ein wenig Sicherheit, dass das Geld da bleibt, wo es ist und er nicht sich und vor allem andere im Verkehr lebensgefährdet.
Er hat doch auch gestern schon davon gesprochen, dass Schluss sei mit Alkohol und mttags...peng die Ernüchterung für mich lächel...nun habe ich eben keinen Glauben, keine Hoffnung und schon gar kein Vertrauen mehr.Hey Nele, ich drück Dich mal und wünsche Dir viel Kraft und irgendwann ist alles für DICH wieder gut. Wenn man auch sonst jedweden Glauben verliert, den Glauben an Licht am Ende des Tunnels und bei mir auch den Glauben an den da oben verliet man nicht. LG Uschi
-
Oh Micha, da hast ja noch was geschrieben und warst schneller als meine antwort zu deinen ersten zeilen lach....du hast recht, ich meine ein leben ohne alkohol ist die entscheidung FÜR das LEBEN, alles andere die Entscheidung für den Tod für einen alkoholabhängigen Menschen.....mein mann, dies habe ich ihm heute morgen noch mit auf den weg gegeben hat 2 möglichkeiten:
1. Leben mit uns und ohne Dämon
2. Vegetieren
Das alles schreibt sich leicht klar, es hilft, das zu schreiben, es hilft unendlich hier zu lesen, es gibt kraft....aber: die traurigkeit bleibt...lächel
lg uschi -
ich schwanke ewig zwischen himmelhochjauchzend, voll power und frei nach dem motto "ich will leben mit schrödi, mein leben auf der suche nach glücksinseln, soll er sich doch selber totsaufen" und " meine güte, wie grausam und übel, dass ein mensch durch alkohol so untergeht, er tut mir leid und es kann ja alles gar nicht sein"....ist das normal oder schnappe ich langsam über?
-
Liebe Uschi!
Du schnappst nicht über. Es ist völlig normal. Meine Frau war auch hin und her gerissen. Aber als bei mir noch die fixe Idee der Liebe zu einer Kollegin, einer wesentlich Jüngeren, dazu kam, hat sie beschlossen, RADIKAL alles zu verändern, sich zu schützen. Und weil ich hier andauernd einen Lauten gemacht hatte, wenn ich voll war.
Dein Mann ist alkhoholkrank, nicht besemmelt. Er weiß genau, dass er 2 Möglichkeiten hat: 1. sich ENDLICH einzugestehen, dass er trinken MUSS und etwas dagegen zu unternehmen (klar, kostet am Anfang Überwindung) oder 2. solange weiterzumachen, bis irgendein Rausch der letzte war. In dem Stadium weiß er es ganz genau.
Schotte Dich zu Deinem eigenen Schutz völlig ab.
Du schreibst, er wird schon irgend wie an Stoff kommen. Das ist für einen Alki leider ganz einfach, und wenn man jemanden findet, der aus falschem Mitleid ihm was spendiert.
Ich wünsche Dir viel viel Kraft, halte durch!
LG Micha
-
Hallo Uschi,
eben ist er raus, hat erst mal nur einen Teil seiner Sachen fortbekommen. Geredet haben wir wieder, ich habe da eben Schwierigkeiten mit dem " so, Sachen und fort" oder so ähnlich
Man hat ihn ja mal geliebt, oder tut es noch?
Er hat von meinem Tel. aus einen Termin in der Suchtberatung gemacht, übermorgen wäre es...was ER draus macht?
Ich werde nicht drüber nachdenken, denn vorige Woche war er für 2 Tage zur Entgiftung um sich dann wieder zu entlassen!
Sachenmäßig ziehe ich das jetzt durch, da ist nicht nur das Alk-Problem.
Gelassenheit, im Moment habe ich sie...hoffe es bleibt, denn das Gespräch ging nicht ohne Tränen meinerseits ab
Ich wünsche Dir auch viel Kraft und das auch Du Deinen Weg gehen kannst, kleine Schritte, so wie Du es schon tust.
Ich werde dann in den garten gehen,ist zwar noch kalt aber ich habe noch Arbeit,
LG Nele -
Lieber Micha,
dank Dir und den anderen halte ich durch, denn ich verspreche es euch und ich habe schon als Kind gelernt :versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen" lächel......puh ich wünsch mir auch die Kraft, momentan bin ich abends um 20 uhr platt und geh schlafen , vollkommen ausgelaugt und kraftlos, aber ich stehe jeden morgen wieder auf lächel.....lg uschi -
Hi Nele,
man liebt den menschen hinter dem alkohol denke ich.....bei einer entscheidung gegen alkohol kann das ja vielleicht auch wiederkommen, bei einer entscheidung für den alkohol bleibt die erinnerung an zeiten ohne dämone und einen mann, der erin anderer war...lächel....
ganz liebe grüße uschi -
Hallo Uschi, hallo Anett!
Solange Alkohol im Spiel ist, ist es nicht mehr der mensch, den Ihr mal geliebt habt. Es ist nur noch eine rauschumnebelte Hülle, eine Marionette.
Und solche Spielchen, wie in der SHG anzurufen in Gegenwart meiner Frau, das habe ich damals auch gemacht. Alles reiner elbstbetrug.
Entgiftung? Nach 2 Tagen selbst entlassen? Ja, solche Fälle hatte ich auch bei meinen Mitpatienten. Die sind noch auf dem Weg zur Bushaltestelle beim Discounter vorbei und haben bereits im Bus/Zug sich voll laufen lassen.
10 Tage Entgiftung ist meiner Meinung nach Minimum. Man kommt runter, man wird klar, man kann sich beraten lassen, führt Gespräche. Nach 2 Tagen, das ist einfach lächerlich.
Sorry dass ich das mal so sagen muss.
Liebe Grüße sendet Euch Micha
-
Hallo Prof.,
im Großen und Ganzen gebe ich Micha recht.
Allerdings nützen auch 10 Tage Entgiftung nichts, wenn die Einstellung nicht stimmt. Es gibt genug Alkoholiker, die die Entgiftung nur nutzen um körperlich wieder auf die Füße zu kommen und machen dann weiter wie bisher.
Aus meiner persönlichen Erfahrung weiß ich, dass man nur wenn man wirklich und unbedingt will eine Change hat den Alkohol da zu lassen wo er hingehört. In der Flasche, im Regal oder noch besser man isst das Rohprodukt, falls genießbar.
Liebe Grüße
Weißbär
-
Hi Weißbärli!
Du hast natürlich recht. Die Entgiftung ist eh nur die Basis. Und Dein Statement stimmt, habe da meinen speziellen Fall, den Künstler, der säuft 4 Wochen, dann 10 Tage Entgiftung, 2 Tage zu Hause trocken und weiter gehts.
Er sagt, er könne nicht malen ohne Stoff.
LG Micha
-
Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!