hallo thelma,
deine geschichte ist fast meine geschichte. bin das einzige mädchen. meine brüder haben sich nie richtig um meine mutter gesorgt. immer war ich für sie da. krank ist sie seit ich denken kann. sie macht mit mir das was ihre mutter mit ihr gemacht hat. auch meine oma war dauernd krank. auch meine mutter ist immer um ihre besorgt gewesen.
mein vater hat sich in arbeit geflüchtet. mein bruder hat sich nur gemeldet, macht er heute auch noch so, wenn er was brauchte. und ich? war immer da für sie, als freundin, lebensberaterin, eheberaterin. doch irgendwann hatte ich die nase voll von ihr,hatte genau wie du den drang meine familie zu haben und bin prompt an das gleiche muster geraten. einen kranken mann.
heut kann ich mich dustancieren. klare grenzen ziehen. mutter kann krank sein, hab meinem vater inzwischen diese aufgabe zugeschoben. er hat sich zu kümmern. gedroht hab ich beiden damit, wenn ich wegfalle haben sie ein dickes problem am hals. wenn ich krank werde können sie schauen was mit den enkeln passiert. hier hab ich auch ein stück verantwortung abgegeben. sie sollen aufpassen das sie mich nicht zu überfordern. zum glück haben beide es kapiert. heut leben wir ganz gut miteinander.beide helfen mir inzwischen und endlich ist diese rollenverteilung wieder normalisiert.
nur eins unterscheidet uns ganz stark voneinander. das mit dem identifizieren. ich war immer schon ich selbst. ich habe nie enen anderen menschen als vorbild gebraucht und hab mich selbst immer sehr wichtig genommen. ich habe meinen mann nie als vorbild gesehen, immer als gleichberechtigten partner. hat zwar hier nichts genützt, die ehe ging auseinander, doch meine eigenständigkeit die ich mir dennoch bewahrte hat mir ewig viel geholfen doch noch gut aus der ehe herrauszukommen. ich war mir sicher ich schaffen mein leben auch allein mit den kindern, bin stark genug das durchzuziehen. und das ist ja auch so.ich weiss was ich kann, wer ich bin und steh in meinem leben fest auf dem boden. viele meiner bekannten sprechen mir anekennung aus für das was ich hier leiste und das ist es was mich so sehr bestärkt, so weiter zu machen.
dennoch haben wir was gemeinsam. ich suche genau so nach liebe und geborgenheit wie du. aber nicht im umbedingten abhängigen miteinander. sondern darin zwei individuen zu bleiben die sich ihrer selbst wegen lieben.die genauso miteinander als auch ohne einander leben könnten.
bis bald melanie