• Danke, Dagmar.

    Ich sehe schon "Schuld"bei mir, und das ist genau dieses ewige Warten und so tun, als ob es doch ganz gut ginge, damit festigt man die Krankheit beim Anderen nur. Und dann kommt es zu solch schwachsinnigen Äußerungen, die einen die Achtung vor dem Anderen echt rauben können, egal, ob krank. Und das ist mein Anteil Schuld, dass ich, hätte ich vor 10 Jahren schon meine ehrliche Meinung gesagt, mein und viell. auch sein Leben in andere Bahnen hätte lenken können.
    Pandora, ich lese die sms immer noch, gerade kam mal wieder eine freundliche(nein, nicht umfallen, die bösen kommen auch wieder!), aber ich antworte seit ca. 2 Wochen nicht mehr. Am Tel. frage ich, was er will, dann eiert er meist rum, dann wird aufgelegt. Ich hab das Gefühl, mit jedem Tag, den ich das durchhalte, wird es einfacher für mich.
    Schönen Sonntag noch
    LG
    Gartenarbeit

  • Richtig Gartenarbeit,
    hoffentlich behältst Du Deine derzeitige Stärke.

    Es ist nämlich für mich persönlich im Nachinein wirklich so, als hätte ich durch meine Unterstützung und dadurch hier und da die Schuld auf mich genommen zu haben die Sucht verlängert.

    Ich kann jetzt nur für mich persönlich sprechen. Aber alleine dadurch, dass ich im selben Haus wohnen blieb wirkte es nach außen "nun so schlimm kann es ja nicht sein". Durch meine Einkäufe für meinen Alltag vom Brot bis zum Toilettenpapier hatte er alles zuhause und somit unterstützte ich die Sucht.

    Da ich in dem Haus lebte kümmerte ich mich um Schornsteinfeger und Wasser ablesen, auch mal den Gerichtsvollzieher oder die Polizei hatte ich dann wegen seiner Aktionen als Gesprächspartner ;) Schon wieder ein paar Dinge, wo die Verantwortung durch mich abgenommen wurde.

    In Beziehungen auf Augenhöhe, wo jeder selbigs bietet, eine klare Sache! Aber von selbigem bieten konnte ich nur in einem Märchenbuch träumen.

    Kontaktabbruch macht es besser - keine Frage. Jedoch denke ich mal, es kommen einzelne Phasen der Bewältigung, wo bei mir persönlich innerhalb von jeder immer die Rückfallgefahr geboten war.

    Ich wünsche Dir viel Kraft liebe Gartenarbeit, jetzt DEINEN Garten so auf Fordermann zu bekommen, dass Du die schönsten Blumen und Früchte darin ernten kannst.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Danke, Dagmar.
    Stimmt, das in-einem-haus-leben macht es ihm schon etwas einfacher. Und mir schwerer. Er macht sich zwar kein Brot mehr in meiner Küche, wie noch vor ein paar Monaten - aber da haben wir auch noch öfter zusammen mit den Kindern gegessen - aber er kommt ganz bestimmt in die Wohnung, wenn wir nicht da sind. Schaut aus dem Fenster, wenn wir rausgehen. Fühle mich schon sehr beobachtet. Verantwortung für irgendwas an Kindern oder Haus bringt er nicht auf, kann er auch gar nicht in seinem Zustand. Aber was solls, wenn er hier nicht wohnen würde, müsste ich auch alles allein machen.
    Dagmar, wohnst du da noch? Wie habt ihr das geregelt?
    Schönen Abend
    wünscht
    Gartenarbeit

  • Hallo, liebe Gartenarbeit,
    ich bin "getürmt" nachdem er drohte das Haus abzufackeln.

    Ich habe mir ein Minihäuschen gemietet, was ich Naivling ihm auch noch sagte. Da war ich noch so naiv zu denken, dass alles "normal" über die Runden geht. Dem war aber nicht so.

    Nach einem weiteren sexuellen Übergriff bin ich während seines Urlaubes ausgezogen - ab da war die Hölle los und teilweise habe ich die Polizei betraut etwas für meine Sicherheit zu tun.

    Nunmehr scheint es so, als wäre er 80 km weit verzogen und ob er den Arbeitsplatz hier (ein paar Km von mir entfernt) noch hat ist fraglich.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • ...drohte, das Haus abzufackeln ...
    Das ist auch meine Angst. Er droht ab und zu mal, es würde "was ganz Schlimmes" passieren...Er hat bisher (fast) nur verbal agiert. Außer die fliegenden Teller aus dem Fenster. Wie ernst muss man diese Drohungen, auch mit Selbstmord, nehmen? Bin ich wieder zu blauäugig?
    Gruß
    Gartenarbeit

  • Oh je, Gartenarbeit,
    das dürfte von Fall zu Fall unterschiedlich sein.

    Mir war es zuviel - die Brücke, die er sich raussucht, das Haus, welches er abfackelt, sein Testament, welches ich schreiben sollte.

    Weißt Du, egal, ob was dran ist oder nicht
    a) kostet es unsere ganze Kraft
    b) will ich mit so etwas nicht in Verbindung gebracht werden
    c) unterlassene Hilfeleistung ist auch nicht von schlechten Eltern.

    Alleine die Angst, dass er eine der Drohungen wahrmacht, die reichte mir schon um nach einem neuen Heim zu suchen.

    Und dann Gartenarbeit: nur mal Märchenstunde: er fährt alkoholisiert, baut einen Unfall, verletzt Menschen und sich selber.
    So .... jetzt sagt das Gewissen ja erst recht "du kannst nicht gehen", oder?

    Nein, liebe Gartenarbeit in meiner Situation habe ich gespürt, da kann noch ganz schlimmes passieren - freie Auswahl was - weg mir Dir.

    Es kann ja auch "nur" einen Sturz haben, eine Hirnschädigung und eine Pflegefall werden - mit Abstand ist das alles noch immer viel besser als im selbigen Wohnbereich, oder?

    Das schlimme erschien mir dass ich nicht wusste, wann er welche Probleme hat. D. h. also ich gar nicht hätte ahnen können wann die tickende Zeitbombe, mit der ich unter einem Dach wohnte, explodierte. Mir war es zu gefährlich und ich hatte blanke Angst um mein Leben. Habe ich auch jetzt noch und meide sogar einen wichtigen Laden, weil der neben seinem Arbeitsplatz ist.

    Ich weiß echt nicht, für wie ernst man so etwas nehmen kann - aber ich weiß es belastet. Komm zur Ruhe und überleg Dir langsam Deine Schritte. Auch wenn ein Auszug nicht schön wäre, manchmal ist er sicherer. Denn darauf, dass er geht, zu hoffen ist mutig.

    Ich drück Dir die Daumen, denn es scheint viel ähnlich zu sein wie bei mir (das Alter meines Ex-Partners war 43, gezecht seit Teenagerzeit) und ich befürchte unsere Partner sind schwer einzuschätzen, weil die Sucht das Züngelchen auf der Waage ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Gartenarbeit,

    ich würde auf deine Frage, ob man solche Drohungen ernst nehmen kann, antworten:

    1.) Du kannst ihn am besten einschätzen. Von außen kann man das am wenigsten sagen.
    Mein Mann hat unterschwellig auch mit Selbstmord gedroht, aber ich persönlich glaube nicht daran, aber...
    2.) Letztlich weiß niemand, auch du nicht, zu was ein Mensch, und dann noch unter Alkohol, imstande ist. Ein Restrisiko bleibt.
    3.) Aber du kannst ja nicht deswegen bei ihm bleiben, weil er sonst Selbstmord begeht oder das Haus abfackelt. Das wäre Erpressung.
    Jedenfalls empfinde ich das so. Ich würde es höchstens in einger ganz akuten Situation so handhaben, dass ich danach handeln würde (also wenn er schon die Tabletten in der Hand hat, würde ich wahrscheinlich dann nicht noch provozieren).

    Insofern kannst du nur versuchen, dich zu schützen.
    Und wegen der Selbstmorddrohung könntest du natürlich evtl. z.B. den sozial-psychiatrischen Dienst anrufen, wenn du dir ernsthaft Sorgen machst. Und wenn es akut wäre, die Polizei.

    Also, ich habe zumindest zum Thema häusliche Gewalt gelesen, dass viele Frauen auch deshalb bei ihren Männern bleiben, weil sie die Gewalt fürchten, die sie erwartet, wenn sie gehen. Und dort wurde geraten, dass dies eine sehr trügerische Sicherheit ist, denn oft steigert sich gerade auch in der Beziehung die Gewalt langsam.

    Also als mein Mann hier bei uns zuhause (vor allem verbal) aggressiv wurde, da hatte ich schon auch Angst, obwohl ich es ihm nicht wirklich zutraute, aber wer weiß das schon und meine Verwandten haben mich verrückt gemacht, weil sie auch Angst um mich hatten. Manche empfahlen mir eine sofortige Flucht mit dem Auto. Ich habe einmal abends spät, weil es so unheimlich für mich war, das Frauenhaus angerufen und mich mit denen beraten, was ich tun könnte. Die meinten aber auch, dass man das natürlich als Partnerin besser einschätzen kann, wie groß die Gefahr tatsächlich ist, aber wie gesagt - Restrisiko. Aber wer einem wirklich ans Leben will, kann das zur Not auch auf der Straße tun.

    Mein Kompromiss war dann: immer Handyakku aufgeladen und griffbereit, damit ich sofort die Polizei rufen kann. Sogar, wenn ich nachts aufs Klo gegangen bin, habe ich das Handy wie ne Waffe mitgeschleppt. Und wichtige Dokumente und Bargeld und sowas habe ich bei einer Bekannten gelagert, falls ich flüchten muss.

    Wahrscheinlich wäre mein Mann nicht wirklich zu sowas in der Lage, hoffe ich jedenfalls. Aber die Angst war einfach da, er war so völlig wesensverändert nach seinem Rückfall, dass ich ihn eben nicht mehr wiedererkannte.

    Hab ganz schön viel geschrieben, aber das ist mir alles noch so präsent, diese ganzen Gedanken, war ja erst vor 2 Monaten.

    Vielleicht kannst du ja mit der Anwältin einen vernünftigen Plan machen.
    Wünsch dir jedenfalls alles Gute

    Deine Doro

  • Oh, Dagmar, du hast so recht. Meiner trinkt seit ca. 40 Jahren.
    Brücken und Bäume hat er auch schon genannt. Das macht so Angst. Er müsste wirklich in eine Klinik, ganz schnell.
    Muss jetzt nachdenken.
    Danke für deine Worte.
    LG
    Gartenarbeit

  • Hab grade eben erst Dagmars Antwort gelesen, hat sich überschnitten.
    Also, ich wollte Dagmars Einschätzung keinesfalls irgendwie einschränken, dass ich die Gefahr insgesamt nicht so schlimm sehe.
    Aber jeder Mann ist eben anders und irgendein Bild hat man ja dann doch, zu was einer in der Lage ist, auch wenn man sich darauf natürlich nicht wirklich verlassen kann.

    Und bei mir war das ja ein vorübergehender Zustand, er ist ja Gott sei Dank jetzt erstmal draußen und die Schlösser habe ich auf Rat der Anwältin auswechseln lassen und vorübergehend hatte ich mir als Schutzschild Verwandtschaft einquartiert, was ihn fuchsteufelswild gemacht hat (in seinem Haus!!! das eigentlich nur der Bank gehört, weil frisch auf Kredit gekauft).

    Wollt ich noch loswerden, damit nicht der Eindruck entsteht, dass ich die Gefahr irgendwie gering einschätze.

    Grüße
    Doro

  • Liebe Gartenarbeit,
    komm für Dich zur Ruhe und überlass ihm seine negativen Gedanken.

    Einfach mal runterkommen - auch wenn es schwer ist. Morgen mal bei Sonnenschein die Fragen
    was will ich ertragen
    was kann ich ertragen
    wie ist die Beziehung wirklich
    fühle ich mich sicher, geborgen
    sind wir offen miteinander
    muss ich "Angst" haben
    kann ich mich im eigenen Haus so benehmen wie ich möchte und last not least:
    wie könnten die Kinder darunter leiden.

    Es ist schwer Gartenarbeit, die richtige Lösung zu finden. Das erschreckende in meinem Fall war, dass es jahrelang für mich als Partnerin harmlos war (es gab aber im Umfeld bereits Schlägereien und ähnliches, als Co wurde ich noch heil gelassen).
    Das änderte sich schlagartig, als innerhalb von Wochen beide Großeltern und der Vater starb. Der Knabe rastete von heute auf morgen so was von aus, dass ich gar nicht blickte was geschah. In allen Lebensbereichen. Plötzlich gab es Betrug, eine andere Bettgeschichte und und und.

    Innerhalb von wenigen Stunden und Tagen war alles auf Chaos programmiert. So schnell konnte ich gar nicht mehr schalten, wie sich die Aktionen abspielten.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Guten Morgen!
    Danke Euch.
    Die LZT ist ja beantragt und ich denke, so lange wirds nicht dauern. Dann wär es gut, die Wohnfrage anzusprechen, wenn er da ist. Wenn er viell. mal wieder was aufnehmen kann und Leute hat zum Reden.
    Oh, es ist noch so ein weiter Weg! Schlecht geschlafen, Regen, Kopfweh...trotzdem: Think Pink!
    Eine schöne Woche
    wünscht
    Gartenarbeit

  • Guten Abend.
    Heute ist mein Mann freiwillig zur Entgiftung gefahren, hatte sich wohl auch gekümmert, dass es schnell geht. Viell. kommt er danach gleich zur LZT. Dann muss ich ihm sagen, dass ich nicht mehr will. Hatte heute einen Termin bei einer Psychologin und wieder daran gedacht, dass es vor 12 (!!!) Jahren schon ein einschneidendes Erlebnis gab, danach hätte ich schon gehen müssen...Ich will es jetzt schaffen!!! Und schon beginnt er mir wieder Leid zu tun...Ich darf nicht wieder umfallen...es ist wirklich wie eine Abhängigkeit, nur über den Kopf zu schaffen und der sieht ja durch...Ich darf mich nicht verwirren lassen...
    Hier zu lesen hilft ganz doll!!
    Und trotzdem tut es weh...
    Viele Grüße von der traurigen
    Gartenarbeit :cry:

  • Liebe Gartenarbeit,
    auch ich habe so etwas erlebt, wo meine Freundinnen sagten "Mensch, und Du hast nochmal..."

    Damals war ich noch nicht so weit. Aber es wurde schlimmer..... was ich mir nicht hätte vorstellen können.

    Überhaupt: erst jetzt, wo ich lange, lange weg bin beginne ich zu begreifen, wie tief er schon in der Sucht gewesen zu sein scheint. Erst jetzt, nachdem ich lange keinen Kontakt mehr habe, und alles wie ein alter Kinofilm "abgespult" werden kann finde ich Zusammenhänge, die mir sagen es war höchste Zeit. Denn ich persönlich glaube, dass ich die Hälfte der Gesetzesbrüche und Alkaktionen gar nicht kenne. Vermutlich auch nicht mehr erfahren werde da kein Kontakt mehr besteht und das meinerseits auch so bleiben soll.

    Nun, für Dich ist es schwer. Er tut ja (vermutlich) etwas. Auf der anderen Seite wissen wir alle wie schwer für ihn die Zeit danach sein wird.

    Und eines ist ganz sicher klar: in der Zeit, in der er weg ist bekommst Du Abstand und Dein eigenes Leben. Sobald es für Euch wieder ein "wir" gibt ist das gehen wieder ebenso, vielleicht noch schwerer, als nach den ersten Trennungsgedanken. Ich befürchte, da musst Du gut mit Dir ins Reine kommen was und wie Du Dich entscheidest.

    Auf der anderen Seite, wenn Du jetzt sagst Beziehungspause, so muss das ja nicht heissen für immer....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Gartenarbeit

    Mir hats auch grad weh getan, sind so viel Erinnerungen hochgekommen. Mein Mann hatte von Sep07 bis März 08 mehrere Entgiftungen, ich wollte mich trennen, hab mich immer wieder einlullen lassen. Hab ihm immer wieder eine neue Chance gegeben, wohl gefühlt hab ich mich dabei nicht, aber er tut ja was,da kann ich ihn doch nicht verlassen. Er ist dann auch zur LZT, ich immer an seiner Seite.
    Jetzt bin ich seit Weihnachten getrennt, nachdem er wieder einen Rückfall hatte, und das ist gut so. Ich kann nicht sagen, daß es mir gut geht, hab noch viel Schwierigkeiten wegen Finanzen, auch mit dem Alleinsein. Aber bereut hab ichs nicht, ich kann jetzt mein Leben leben und meinen Kindern gehts auch besser, auch wenn sie ihren Vater vermissen.

    Halt durch, es lohnt sich. Ich drück dich mal ganz fest, wenn ich darf.

    julchen

  • Hallo, Dagmar,
    ich glaube, es muss auf ein "immer" hinauslaufen. Wenn einer fast 40 Jahre trinkt und so viele Anläufe und Chancen hatte...
    Ich will nicht mehr warten oder abwarten. Und ehrlich, ich kann mir nicht mal mehr vorstellen, wie noch vor 2 Jahren, dass ich mit ihm als trockenem Alkohliker auskommen könnte. Ein falsches Stück Schokolade mit Rum...Und ich weiß, sobald ich nicht so funktioniere, wie er möchte, hat er wieder einen Grund zu trinken, das Spiel hatte ich schon soooo oft.
    Einen schönen Abend
    Gartenarbeit

  • Danke, Julchen.
    Das war und ist auch immer mein großes Problem: Er tut ja was und dann kann er sich das Schild umhängen: Hab ja was gemacht... und wirklich eingesehen hat er bisher nichts!
    Dann bin eben Schuld in seinen Augen. Damit muss ich dann eben leben.
    GLG
    Gartenarbeit

  • Ja, liebe Gartenarbeit,
    Deine Gedanken habe ich für mich in einem anderen Thread auch so geäußert, das würde mir nämlich ebenso gehen.

    Davon einmal abgesehen: wenn der erste Schmerz (der grausam ist) überstanden ist, dann geht es immer wieder ein Schrittchen besser. Das alles selber zu zerstören um im dümmsten Fall eben wieder in dieser grausamen Situation zu stehen....

    Ich könnte und wollte es wohl nicht mehr. Auch deshalb, weil mein Leben nun ganz anders ist. Nicht immer leicht, weiß Gott nicht, aber ganz, ganz anders. Zufriedener, zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder einen Arbeitsplatz der eine Arbeitsfamilie ist. Da passt mein Expartner mit der ewig schlechten Laune gar nicht hin.

    Wie oft habe ich mich in Grund und Boden geschämt wegen irgendwelcher Verhaltensweisen. Nein danke.....

    Wenn ich mir jetzt überlege, wie gerne ich geheim halten würde, dass dieser Mensch einmal mein Partner war, dann weiß ich, dass ich viel zu spät gegangen bin.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo, Dagmar!
    Ich kann und will ja auch nicht mehr. Morgen kommt mein Mann von seiner 4. Entgiftung innerhalb von knapp 3 Jahren und hat wohl ab Mo. die 2. LZT in Aussicht. Ich will gar nicht mit ihm reden und die Kinder auch nicht, sie findens so viel ruhiger ohne ihn...ich hab zwar nicht gerade Angst, aber so ein unangenehmes Gefühl, ihm gegenübertreten zu müssen...
    Ich glaube, dass geht vielen hier so und ist auch ein Grund, sich nicht früher getrennt zu haben: Bloß keine Konfrontation, ich möchte immer gefallen und gemocht werden, bloß niemanden vor den Kopf stoßen. "Was sollen denn die Leute sagen!" hieß es immer, als ich Kind war.
    Es fällt mir immer sehr schwer, meine Meinung zu vertreten und dazu zu stehen, wenn meine Umgebung alles ganz anders sieht.
    GLG von einer hoffentlich durchsetzungsfähigen
    Gartenarbeit :cry:

  • Hallo Gartenarbeit,

    ich fand deinen Satz gut: Dann muss ich eben damit leben, dass ich in seinen Augen schuld bin.

    Eben, wieso ist es überhaupt unser Problem, ob er uns für schuldig hält oder nicht? Da fängts doch schon an!
    Aber ich bin auch so, ich möchte, dass er gut über mich denkt.
    Absurd eigentlich. Wo doch klar ist, dass er in seinem jetzigen Zustand sowieso niemals gut über mich denken wird, egal was ich mache.
    Und außerdem: Soll er doch schlecht denken!
    Aber es ist mir nicht egal, das ist aber ein Fehler.

    Und dann noch die Sache mit dem Verpflichtet-Fühlen.
    Ich hab gemerkt, dass schon der Gedankenansatz irgendwie verkehrt ist, dass man es überhaupt zu seinem Entscheidungskriterium macht, jemanden nicht zu verlassen, weil er vielleicht deshalb sich süchtig verhalten könnte oder weil es ungerecht aussehen könnte, wenn er gerade "was tut". Also, natürlich haben wir eh keinen EInfluss, weder positiv noch negativ. Aber man stelle sich vor, es wäre so. Wäre es nicht trotzdem berechtigt, dass man seinem eigenen Wunsch trotzdem folgt?
    Ich meine, andere verlassen ihre Partner/in mehr oder weniger einfach so, weil es einfach nicht mehr passt, weil sie eine/n anderen gefunden haben, mit dem es aufregender oder schöner ist, weil es langweilig geworden ist.
    (Also, vielleicht unterstelle ich da jetzt Leuten Böses, aber zumindest hört man es ja immer wieder so.)

    Und wir fühlen uns ewig verpflichtet.

    Warum nur fühle ich mich meinem eigenen Glück so wenig verpflichtet?

    Liebe Grüße
    Doro

  • Guten Tag.
    Mein Mann ist seit mo. für 10 Wochen zur LZT. Gestern war ich bei meiner RA, die vor 3 Jahren schon eine dicke Akte über uns angelegt hatte, und sie sagte, er solle sich von der LZT aus gleich eine Wohnung suchen und hier nicht mehr auftauchen. Das können wir notfalls per Gerichtsbeschluss durchsetzen - aber vorher sollte ich versuchen, mit seinem Therapeuten zu reden, dass er ihm das sagt - den habe ich gerade angerufen, er schlägt vor, dass ich dorthin fahre und mit ihm und meinem Mann die Sache bespreche. ICH WILL DORT NICHT HIN! ICH WILL IHN NICHT SEHEN! Bin sehr ratlos und nur am Heulen, was mach ich nun? Ich soll den Therapeuten nochmal anrufen wg. Termin - Ich werde wohl sagen, dass ich NICHT KANN! Habt Ihr einen Rat?
    LG
    Gartenarbeit :oops:

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