• hallo rosita,

    nein, das sind keine unangemessenen erwartungen. aber was mir als erstes bei deiner aufzählung durch den kopf ging, ist:

    bist du selbst freundlich und liebevoll mit dir?akzeptierst du dich, so wie du bist? gehst du selbst mit dir anständig um? kritisierst du dich auch nicht dauernd?

    ich merke immer wieder, dass ich von anderen verlange, was ich selbst mir nicht tun kann. hmmm... ich weiß, das ist nicht leicht zu verstehen. im moment weiß ich auch nicht, wie ich es besser erklären soll. vielleicht kannst du ja doch etwas damit anfangen.

    lg
    ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • .........das ist ein guter Denkanstoß, ETTE.

    Ich stelle mich oft hintenan. Erst für die Anderen sorgen, war auch das Thema meiner Mutter; bereits an Krebs verstorben. Sie war notorisch unzufrieden in ihrer Alkoholikerehe..........und das Schlimme ist, ich bin es auch.

    Die oben angeführten Sachen wie Rücksichtnahme usw. praktiziere ich bis zur Selbstaufgabe bei anderen, stelle mich auch oft zurück.

    Tue ich es nicht, denke zuerst an mich, bekomme ich sofort ein schlechtes Gewissen von anderen Personen in meiner Umgebung gemacht !!!
    Das ist ein wunder Punkt von mir; Fixieren auf den Partner, dessen Wünsche erfüllen kkkkkkkkkrrrrrrrrrr :evil:
    Rosita

  • hallo,
    bin ins Bett mit meinem Laptop, denn ich möchte mich diesem dummen Gerede nicht mehr aussetzen.
    Jeden Abend das selbe Spiel!
    Ich kapiere nicht, dass man das Glas nicht stehen lassen kann! Es geht nicht in meinen Kopf!
    Morgen werde ich auch nicht den ganzen Tag da sein; werde was Schönes unternehmen. Ich wünschte so sehr, er würde trocken.
    Wie kann ich diese Spirale anhalten?
    Rosita

  • Heute bin ich wie "gerädert" aufgewacht.
    Das "Gerumpel" in der Küche hat mich zwischendurch wachwerden lassen.
    In mir steigt dann jedesmal die Angst hoch, er könnte einen Wutanfall bekommen, wenn kein fertiges Essen dasteht. Er sagte, dass er verlangen könne, dass was zum Essen dort stände. Das ist bei uns schon lange Streitpunkt.
    Ich sehe es nicht ein! Wenn ich koche, koche ich. Wenn nicht, kann er sich selbst was machen.
    Kann man das nicht so handhaben? Bin ich verpflichtet, allen alles recht zu machen???

    Jetzt kommt mein schlechtes Gewissen ins Spiel. Wie gehe ich damit um?
    Hat jemand Erfahrung damit?
    Wie sage ich ihm, dass ich es mit Entsetzen sehe, dass er sich täglich zuschüttet?
    Wie bekomme ich diese schlimme Angst in den Griff?
    Rosita

  • Hallo Rosita,

    Zitat

    Er sagte, dass er verlangen könne, dass was zum Essen dort stände. Das ist bei uns schon lange Streitpunkt.

    Dies kommt mir sehr bekannt vor, denn dieses Machtspiel spielte mein Nochgatte auch immer mit mir. Es weitete sich auch auf se...Hinsicht aus: *Ich habe ein Recht darauf...ect*

    Nichts da! Rosita, dies ist Gewalt über Dich ausüben!

    Du fragst, wie Du es ihm sagen kannst. Ich tat es per Briefform an dem Tag, an dem ich auszog, weil meine Angst vor weiteren Übergriffen mir den Mund zuschloß.
    Klare Ansagen zu machen, ist ganz wichtig, denn es geht dabei ja um Dich, aber auch die selbstschützende Vorsicht, denn es geht da ja auch um Dich.

    Warum hältst Du diese Demütigungen weiterhin aus? Was hält Dich, nur die Angst?

    Liebe Grüße
    S.Käferchen

  • "Warum hältst Du diese Demütigungen weiterhin aus? Was hält Dich, nur die Angst?" Unsicherheit und Angst!
    Ich habe es schon mal erlebt und bin wieder in das Gleiche geschlittert.
    Ich weiß, dass ich ihn nicht vom Alkohol bringen kann, es ist ein verlorenenr Kampf.
    Ich versuche, mich hier zu finden und meine Stärke aufzubauen, damit ich HANDELN kann.
    Ich bin noch sehr blockiert.
    Rosita

  • Hallo Rosita,

    es ist gut, daß Du dies schon erkennst.

    Drehe Deinen Blick immer weiter zu Dir, frag nicht, warum ER, wie kannst Du IHM, SEIN Kampf und so weiter.

    Schau, was Du brauchst, was Dir wichtig ist. Umso mehr Du dies tust, desto unwichtiger wird es, wie Du ihm alles rechtmachen kannst. Mache es Dir recht!

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hallo,
    ja - heute habe ich es mir unsofern recht gemacht, dass ich mit einer lieben Bekannten zum Flohmarkt bin.
    Für mich ist das immer ein besonderes Erlebnis, da ich nach alten Sachen suche - Raritäten.
    Heute Mittag ist das Kochen ausgefallen, habe ich eben nachgeholt. Da niemand hier im Haus war, habe ich ALLEINE genüsslich gespeist.
    Dank Microwelle können sich die Anderen ihre Portion selbst wärmen.
    Ich warte NICHT mehr. Das musste ich auch erst lernen - hätte ich vor paar Monaten nicht gemacht.
    Schrittchen für Schrittchen merke ich einen "leisen" Fortschritt bei mir. :)
    Rosita

  • Guten Morgen zusammen,
    wie froh kann ich sein, dass ich nicht trinken muss.
    Er wollte längst aufstehen, da er einen wichtigen Termin hat. Das Zimmer stinkt nach Ausdünstungen......ekelhaft!
    Wann wacht er endlich auf?
    Ich werde mich gleich zurechtmachen, frühstücken und mein Ding machen.
    Vielleicht ist das der Weg?
    Wie lange will er seinem Körper das noch antun!?
    Rosita

  • Nach Reflektion der oben geschriebenen Antwort von heute Morgen, stelle ich mir die Frage:
    Wie lange will ich mir seine Verletzungen noch antun?
    In einem anderen Thread habe ich gelesen: Wer nicht handelt, wird behandelt!
    Für mich ist das alles Neuland, denn ich muss gegen meine Natur handeln.
    Ich will mir eigentlich nichts aus seinen Beleidigungen machen - aber - es ist so schwer, das nicht an sich ran zu lassen. Ich komme mir oft vor wie eine offene Wunde, in der rumgestochert wird und die nicht zuwächst.
    Wie kann ich besser damit umgehen lernen?
    Rosita

  • Hallo Rosita!

    Ich habe es in den ganzen langen 24 Jahren nicht geschafft, damit umzugehen!
    Jedes mal war ich wieder verletzt, niedergemacht, kleingeklopft, usw.
    Wenn du für dich keinen Schlusspunkt setzt - er wird es nicht. Ihm fehlt doch nichts!
    Wenn ich von den "Ausdünstungen" lese fühle ich genauso Ekel und Abneigung. Letztendlich wollte ich das endlich abstellen. Nicht damit "alt" werden.
    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Halo Rosita,

    du schreibst, wie lang er das seinem Körper noch antun will? Denk am besten über diese Frage nicht nach. Denn er entscheidet und du hast keinen Einfluss.

    Ich finde deine Reaktion sehr ruhig. Denn ich reagiere auf jeden Schmerz direkt, und zwar mit weglaufen und schimpfen.
    Frag dich lieber ob es sich für dich wirklich weiter lohnt die Schmerzen zu ertragen. Welchen Weg du möchtest?

    Fakt ist, er ist krank. Verletzen wird er dich weiter. Immer und immer wieder.

    Du wirst nicht stabil. Du wirst nur an Kraft verlieren.

    Ich habe in deinem Bericht gelesen. Da ist mir aufgefallen, dass du viel schluckst. Es ist wahrscheinlich nicht gerade Deine Stärke mal die Meinung zu sagen. Da verfolgen dich direkt wieder Schuldgefühle.

    Ich sage direkt was mich stört. Hat mir auch nicht geholfen.

    Was zählt, ist an dem fest zu halten, was wir nicht mögen. Nicht wieder umfallen. Bedingungen einfordern.
    Werden diese nicht eingehalten, gibt es doch wohl nur noch die einzige Konsequenz zu gehen um sich zu schützen.

    Ich habe auch bei Dir gelesen, dass du Deinen Rückzugort hast. Reicht er wirklich? Sind Deine Gedanken bei Dir?

    Nachdem mein Freund ausgezogen ist, gehören meine Gedanken wieder mir, da er ja nicht jeden Augeblick die Tür hinein kommen kann und Gespräche einfordern kann.

    LG Zeter[/b][/quote][/url]

  • Danke Gotti und Zeter,

    ja ich schlucke viel, seit Jahren.
    Die Schuldgefühle sind so übermächtig auch aus der vergangenen Situation heraus. Das Ganze habe ich ja schon einmal durch - habe mich schon einmal von einem Alki getrennt, habe ein Kind verloren, stand ganz alleine da. Das hemmt meine Entscheidung - auch mein Kind aus der zweiten Ehe. Er hängt sehr an seinem Vater und kann mich NICHT verstehen. Er findet seinen Vater wunderbar und will nicht, dass sich irgendwas ändert.
    Ich weiß wie es ist, wenn einem Kind der Boden unter den Füßen weggezogen wird, was ich selbst in meiner Kindheit erlebt habe.
    Das gab mir einen fürchterlichen Knacks und lässt mich mit über 50 Jahren noch immer darunter leiden.
    Mein Wunsch ist es, dass ich hier in dieser Ehe eine Stärke entwickeln kann, die mir hilft, meinen eigenen Weg zu gehen, ohne eine Scheidung.
    Davor habe ich fürchterliche Angst......
    Rosita

  • Hallo Rosita,

    wenn wirklich Scheidung für Dich kein Thema ist, dann gibts nur eins. Du musst akzteptieren, dass er trinkt.

    Bei meinem letzten Versuch meine Beziehung zu retten, fing ich wegen dem Alkohol auch kein Streit mehr an. Er versuchte weniger zu trinken. Was er auch vereinzelt machte. Das war für mich so weit ok.

    Er ging dann auch wieder seiner Arbeit nach. Nur waren da die anderen Süchte, die mich ziehmlich verletzt haben, sodass ich doch gegangen bin.

    Wenn du schon lange verheiratet bist, muss es doch auch mal funktioniert haben, dass es nicht so extrem ist.

    Die einzige Sorge, die ich mir noch mache ist, dass er dich nicht nett behandelt. Gibt es denn in eurer Konversation immer nur die Extreme?

    Mein Vater trinkt auch zuviel. Meine Mutter leidet darunter wenn er trinkt. Für Sie ist es in Ordnung. Sie wartet auf die anderen Tage ohne Alkohol.
    Leztes Jahr habe ich meine Mutter öfters gefragt, wieso sie das so hinnehmt. In meinen Augen hat sie sich zu einem Co entwickelt. Wenn mein Vater nicht trinkt redet er nie. Er ist gestört durch meinen Opa, der psychich krank war. Damit bin ich groß geworden.
    Meine Mutter hat gesagt das es ihr reicht so wie es ist und sie wäre keine Co. Ich würde übertreiben. Naja, mein Vater ist für mich zu unnormal, nie kann ich mit ihm reden, was meine Mutter gut findet (er ist ja so schön ruhig......), ich bin also nur von meiner Muttr erzogen worden.
    Er hat immer für die Familie finanziell gesorgt.

    Ich habe für mich entschieden aus diesem System auszubrechen. Hatte immer Partner mit denen ich endlich mal reden konnte. Nur muss ich leider feststellen. Die Vergangenheit hat mich eingeholt.
    Mir hat mal eine Freundin gesagt, die in der Trennung von Ihrem Partner bei einem Therapeuten war, Was die Seele kennt sucht sie sich. Wir werden auf diese Menschen schneller aufmerksam, als uns lieb ist.

    Denk wirklich genau nach, was Deine Seele braucht. Meine will keine gestörten mehr erleben und es tut mir so unentlich weh, dass mein Ex zu mir gesagt hat, er liebt mich, aber meine Grenzen nicht einhält. Und der in seinen Süchten leben will, weil er keine Entscheidung treffen will.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und hoffe, dass du den für dich richtigen Weg finden wirst.

    LG Zeter

  • Liebe Zeter,

    danke für deine Antwort.
    Ja - was die Seele kennt, sucht sie sich!
    Das scheint auch bei mir voll und ganz zuzutreffen. Wir hatte schon mal bessere Zeiten, aber immer nur von kurzer Dauer. Als ich ihn kennenlernte, habe ich nicht realisiert, was mit ihm los ist. Er war ungeheuer sympathisch, hilfsbereit, einfühlsam, verständnisvoll - diese Eigenschaften kennen alle Leute aus unserem Umfeld, nur - zu Hause bei mir ist er nicht mehr so.
    Wie soll ich das einschätzen? Wie oft habe ich schon gehört, dass ich ja einen so lieben Mann hätte. Ich weiß nicht, was das soll!
    Kann man so unterschiedlich auftreten?
    Ich fühle mich dann wie das 5te Rad am Wagen und nicht ernst genommen.
    Die Winterreifen sind immer noch nicht gewechselt!!! Hätte die Nachbarin drum gebeten, wäre es mit Sicherheit schon geschehen. Ich verstehe das nicht!
    Rosita

  • Ach Rosita!

    Irgendwie erinnert mich deine Geschichte schon auch an meine.
    Mein lieber, fleissiger Mann hat mich auch nie für voll genommen, mich aber auch in Gegenwart anderer - gern am Geburtstag! - runtergemacht.
    Nicht alle, aber sehr viele andere Menschen haben ihn so kennengelernt.
    Und ich - hab mich geschämt und geschwiegen. Kopf hingehalten.
    Ganz schön doof!!!!
    Gott - sei -dank hatte ich dann aber nicht mehr die Kraft, den Kopf hinzuhalten.
    Jetzt bin ich ihm etwas WERT. Jetzt ist er immer noch fleissig, lieb, witzig -
    Die Winterreifen sind schon lange gewechselt.

    LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • ...ist ja unglaublich, Gotti,
    meiner konnte/kann das auch mit dem Runtermachen und nicht-ausreden-lassen, für dumm-hinstellen usw........meine Schwägerin kommt deshalb nicht mehr, da ihr Mann vom vielen Trinken immer angesteckt wurde. Ihnen war das zu blöööööde!
    Ich könnte S C H R E I E N !!!!!!!!!!!!!!
    Rosita

  • Liebe Rosita,

    ich sage Dir ja ein Mensch kann diese zwei Gesichter haben. Denn mein Ex, machte das nur so.

    Deswegen finde ich es wirklich hart für dich. Ihn in der Whg. ertragen zu müssen.

    Ich weiß aber auch, wenn man lange mit einem Partner zusammen lebt, ist auch das Alleinsein eine Qual. Deine Angst vor Trennung kann ich wirklich verstehen.

    Das mit den Winterreifen ist auch so typisch für Männer, die immer Eindruck schinden wollen bei Allen. Nur die Frau wird gern geärgert.

    Wieviel hält Dein Herz wirklich noch aus? Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir vor Augen hälst, welche Charaktereigenschaften krankes Verhalten sind?

    LG Zeter

  • Hallo

    ich war 20 Jahre mit meinem Mann verheiratet und das Alleinsein ist KEINE Qual, im Gegenteil. Das Zusammenleben war oft schlimm, es war immer angespannt bei uns. Wir mussten immer aufpassen, wie ist er gelaunt, gelacht wurde so selten.
    Das Alleinsein ist nicht immer schön, ich vermiss oft jemanden zum reden, zum kuscheln oder sonstwas. Aber das hatte ich mit meinem Mann auch nicht.
    Und heute kann ich mein Leben leben, wie ich will, alleine Entscheidungen treffen. Kann mit meinen Kindern Blödsinn machen, für mich ist Alleinsein überwiegend schön.

    julchen

  • Danke für eure Erfahrungen bezüglich Alleinsein oder nicht.
    Davor habe ich eigentlich nicht diese Angst - es hängt eben mit meinen Erfahrungen zusammen - besonders was Kinder betreffen, denen ein Elternteil genommen wird. Meine Kinder aus erster Ehe halten mir das heute noch vor, hielten mich für egoistisch usw. weil ich ihren Vater damals verlassen habe.
    Mein Kind aus der zweiten Ehe käme damit überhaupt nicht klar. Es liebt seinen Vater über alles, für es würde eine Welt zusammenbrechen.

    Gestern war ein schlimmer Tag für mich, denn ich kam überhaupt nicht raus! Ich wartete auf eine Bekannte, die eigentlich kommen wollte- mich aber versetzt hatte. Sowas kann ich überhaupt nicht ab.
    Es war mir eine Lehre, denn das nächste Mal werde ich wegfahren.
    Körperlich bin ich auch nicht gut dran,denn ich habe anfängliche Grippe und Halsschmerzen, was mich in gewisser Weise auch "lahmlegt".
    Nachher jedenfalls werde ich nicht zu Hause bleiben!
    Mein Mann ist wie immer auch NICHT auf mich eingegangen. Ich fühle mich dann so überflüssig und ungeliebt sowieso!
    Ich finde einfach keine Zufriedenheit - was mir manchmal schon wie Depressionen vorkommt.
    Wie kann ich da raus - ohne Scheidung? Ich weiß es nicht.
    Rosita

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