Mein S.O.S.-Ruf als Co-Abhängige

  • Hallo Martha,
    danke für den Buchtipp! Im Moment fühle ich auch so, dass ich mich frage "was ist überhaupt noch richtig an mir?!". Alles stürzt über mir ein, diese ganzen Erkenntnisse. Aber es ist auch gut, denn ohne sie würden wir nichts verändern können...

    Hallo Martin,
    diese Beiträge stimmen mich zuversichtlich, das klingt ja alles recht positiv. Danke schön!

    Liebe Ulrike,
    danke, das macht mir Mut! Lieb von Dir!

    Wünsche Euch einen schönen Sonntag Abend. LG.. Pedi

  • Hi Pedi,

    diese 3 Sätze habe ich gestern gefunden und ich wollte sie gerne mit Dir teilen :-), weil ich sie so passend finde. (Be mir hängen sie schon am Kühlschrank!)

    Es hilft mir nicht, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin.


    Ich erreiche mehr, wenn ich ganz ich selbst sein kann.


    Wenn ich mich so akzeptiere, wie ich bin, ändere ich mich.


    Eine schönen Sonntag abend auch für Dich, Herzlichst Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Pedi,
    ich hatte immer eine Überweisung vom Hausarzt. Von der Krankenkasse kann man Listen bekommen mit Praxen. In der Regel hat man sogenannte 5 probatorische Sitzungen in denen man feststellen kann ob die Chemie stimmt und wo mann alles im groben Umfang erzählt. Der Therapeut schickt dann einen Bericht an die Krankenkasse, die dann im Prinzip eine bestimmte Stundenzahl bewilligt. Ich habe gute Erfahrungen gemacht und freu mich regelrecht auf die wöchentliche Sitzung.
    LG Marina

  • Hallo Marina & Ihr alle,

    ich lasse es mir durch den Kopf gehen mit der Therapie.. im Moment ist das alles so viel.. ich habe das Gefühl, es gibt mein Leben vor und nach der Erkenntnis, was mit mir los ist; Stichtag ist der Tag, als ich mich hier angemeldet und erkannt habe, welche Auswirkungen es auf mich (bzw. uns alle) hatte, als Kind eines Alkoholikers aufzuwachsen. Nichts ist mehr so, wie es war bei mir.

    Wenn ich über meine ganzen vergangenen Beziehungen nachdenke, wundert es mich nun nicht mehr, warum die alle nicht gehalten haben. Ich bin immer wieder in die gleiche "Falle" getappt aufgrund meiner emotionalen Muster. Glücklicherweise war meist ich diejenige, die die Beziehung beendet hatte, da ich ja spürte, dass ich unglücklich war. Nur etwas zu ändern, dazu war ich nicht in der Lage.

    Und wenn ich das so alles lese, frage ich mich, ob ich je in der Lage sein werde, eine "normale" (ja ja.. was ist normal?! Ihr wißt, was ich meine..) Beziehung mit einem normalen, gesunden Mann zu führen. Das ist es, was ich mir wünsche. Irgendwo hier hat jemand von Euch so schön geschrieben "wir sind ein liebenswertes Mängelexemplar"... hihi.. das trifft´s wohl! Ob die Mängel bleiben?! Ich weiß es nicht....

    Ich lauf jetzt mit anderen Augen durch die Welt, und stelle fest, dass ein Mann, der "normal" wirkt (zumindest nach meinem Gefühl), mir regelrecht angst macht... Angst, dass so jemand mich doch gar nicht lieben könnte, weil ich nichts zu bieten habe... daran habe ich wohl noch sehr zu arbeiten. Das fand ich übrigens ganz interessant in der Alkoholiker-Gruppe von Al-Anon, wo ich diese Woche war: dort hat mir niemand Angst gemacht, ich hab mich in Gesellschaft dieser Männer total wohl gefühlt, wohl weil es alles so vertraut war.....

    Obwohl ich mich sehr einsam fühle, mir jemand zum Kuscheln und Reden fehlt, ziehe ich mich ziemlich zurück. Ich glaube, es ist z.Zt. wichtig für mich, allein zu sein, um in Ruhe nachdenken zu können, ohne Ablenkung. Alles andere läßt mich nur wieder in alte Muster zurück fallen.

    So, wieder ein Stückchen beim Schreiben verarbeitet. Danke für´s Lesen.
    Schönen Wintertag Euch... hier schneit´s! :wink:

    LG.. Pedi

  • Hallo Pedi,

    nun weiß ich gar nicht in welchem Thread ich Dir schreiben soll, ich entscheide mich mal für diesen und Danke für den schönen Spruch, sehr schön.

    Aus Deinen Zeilen, lese ich ganz viel Unsicherheit, Klärungsbedarf und Selbstzweifel, stimmt das?

    Manchmal ist das so - wir Erwachen und dann ist alles erst einmal in Unordnung und möchte neu sortiert werden. Wir fühlen uns irritiert, alle ist konfus. Etwas Altes kommt hoch, möchte gesehen werden... Schmerzen kommen hoch und möchten betrauert werden. Das ist unbequem und ungewohnt, zumal wir es erstens nicht zulassen konnten den Schmerz zu fühlen und zweitens hat unsere Gesellschaft uns darauf getrimmt, dass man immer glücklich sein muss.

    Ich hatte heute eine private Begegnung mit einer Frau die Psychoanalyse macht und wir sprachen darüber, wie wichtig es sei in diesen Kinderschmerz zu gehen, ja, er wäre teilweise unendlich groß und kaum auszuhalten und es würde lange dauern, bis er geheilt sei. Für mich war das gut zu hören, weil auch ich immer wieder verblüfft bin, was nach 4 Jahren Selbstreflektion noch alles in mir vergraben ist und immer wieder kommt neuer Schmerz hoch. Doch habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn ich in diese Trauer gehe und die Tränen laufen lasse, dann beginnt es sich zu lösen und zu heilen. Die Tränen, die wir früher, warum auch immer, nicht weinen konnten.

    Ja diese Einsamkeit...auch die kennen wir von früher und diese Sehnsucht, dass uns jemand hält und tröstet ist groß.

    Ich denke Du machst das ganz toll, fängst an zu sehen und zu realisieren und da kommen unglaubliche Schmerzen hoch. Ist so..und daraus kann sich etwas neues entwickeln.

    Ich fühle mit Dir und kann mir vorstellen, wie es Dir geht, während ich das schreibe kommen bei mir auch wieder so viele Dinge hoch.........Sei mal in den Arm genommen, wirklich, wir schaffen das!javascript:emoticon(':D')

    Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen. Gandhi

    Dir einen gemütlichen Abend mir Dir, Herzlichst Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Martha,

    ja, mich plagen viele Selbstzweifel und Unsicherheit. Eben weil ich nicht weiß, ob ich je ein normales Gefühlsleben werde führen können.

    Aber ich will mich dem ganzen Schmerz stellen, denn nur so kann ich Dinge in mir verändern. Und ich habe inzwischen gelernt, Hilfe von außen anzunehmen. Das sind vielleicht doch ganz gute Voraussetzungen. :wink:

    In den letzten Tagen, seit mich dieses Thema in Beschlag nimmt, fällt mir auf, dass einige Männer in meiner Umgebung "fies" zu mir sind und mir öfter blöde Sprüche reindrücken (Kollegen oder Bekannte). Vielleicht haben sie das vorher auch gemacht und es ist mir nur nicht aufgefallen?! Die wollen mich nur ein bißchen necken, denk ich, und meinen es nicht böse, aber mich verletzt es nur. Ich ziehe mich dann noch mehr zurück, antworte aber mit einer passenden Bemerkung, dass mir das gerade nicht gepaßt hat.
    Vielleicht spüren die auch, dass sich bei mir was verändert? Keine Ahnung... - aber darum kann ich mich auch jetzt nicht kümmern, hab genug mit mir selbst zu tun. Aber es ist schon interessant zu beobachten, weil ja unser Umfeld immer in Resonanz mit uns geht.

    Ich werde weiter berichten. Schönen Wintertag Euch!

    Danke für den Ghandi-Spruch, der ist toll, schreib ich mir gleich auf!

    LG... Pedi

  • Liebe Pedi,

    ich denke schon, dass Du ein "normales" Gefühlsleben wirst führen können, Du bist doch auf dem besten Wege dahin und gib Dir Zeit....Auch der Schritt, sich selber einzugestehen, dass schaff ich nicht alleine, ist ein großer Beitrag dazu. Wir können nicht alles alleine schaffen, auch wir brauchen Hilfe. Das ist bloß schwer für uns anzunehmen, weil wir die Rolle des Helfens perfekt beherrschen, waren wir bedürftig, hat uns kaum jemand gehört.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn wir anfangen uns mit unserem Schmerz auseinander zu setzten lassen wir Hüllen fallen, um an unser Innerstes zu kommen und damit werden wir verletzbarer und offener. Auf eimal wissen wir, was uns wichtig ist und was wir brauchen und wir werden feinfühliger.

    Wenn Du schreibst, dass Dir einige Männer in Deiner Umgebung blöde Sprüche rein drücken, fühlst Du Dich dann verletzt, weil Dir Respekt und Wertschätzung Deiner Person wichtig sind? Und wenn das stimmt, woher kennst Du diese Situation, hast Du das schon mal erlebt, dass Dich jemand so behandelt?

    Ich liebe mittlerweile jedes Ärgernis, es hat immer etwas mit mir zu tun und ich lerne mich dadurch besser und besser kennen, weiß was MIR wichtig ist und werde so immer verbundener mit mir und meinen Werten.

    So, da habe ich mal wieder schlau daher philosophiert, doch klärt es auch mich ungemein, das nieder zu schreiben.

    Ganz liebe Grüße, take care, Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Pedi

    Erstmal, herzlich willkommen

    Ich bin seit fast 23 Jahren, vor zwei Jahren habe ich mich von meinem Ehemann getrennt, seit April d.J. läuft die Scheidung.

    Ich wollte was zu den "normalen Gefühlsleben" Dir sagen.

    Nachdem ich als CO aufgewachsen war, war das ja vorprogrammiert, dass ich mir jemanden suchen würde wo ich mich richtig "austoben" kann.
    Mein Mann war perfekt... :idea:

    Er war die liebe meines lebens und das größte Leid das ich bis jetzt hatte.

    Ich habe jetzt einen (ja...Freund...Lebensgefährte? also ein Mann mit dem ich mir vorstellen könnte, alt zu werden)

    Bei Ihm kann ich meine CO überhaupt nicht ausleben, wahrscheinlich habe ich mich deswegen nicht in Ihm verlieben können. Er war aber ein guter Freund, wo ich einen sehr gebraucht habe.

    Nach und nach merkte ich dass ich Ihn liebe, und da musste ich feststellen, wir schwierig ist für mich das NEHMEN.

    Ich konnte das einfach nicht, ich habs verlernt verloren vergessen :(

    Ich fühlte mich schuldig, wenn er was für mich getan hat, ich habs ja bei ihn nicht verdienen konnen.
    Ich habe gewartet dass er irgendwann böse wird, ausfallend, dass er mich mit schweigen bestrafft - halt das alles was ich kannte.
    Es kam aber nicht, und es schwer auszuhalten, diese Liebe Fürsorge Gutmütigkeit, all das was sich jede Frau so wünscht ES WAR VERDAMMT SCHWER !!!

    manomano, dachte ich, was bist für Psycho :shock:

    Aber nach und nach wurde es leichter, ich sag nicht dass es heute ganz einfach ist, aber ich lerne jeden Tag ein bisschen mehr und es ist WOW!

    Jede/r von uns kann es schaffen
    Und jeden Tag denke ich an meinen Therapeuten, der mir damals auf meine "Ich kann es mir nicht vorstellen" geantwortet hat : SIE WOLLEN SICH NICHT VORSTELLEN

    Diesen Satz sollte ich mir einrahmen und überm Bett hängen.

    Und Du schaffst es auch, setzt Dich hin und STELL DIR VOR wie es wäre wenn.....

    Alles Liebe
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Martha,

    vor gar nicht all zu langer Zeit war es mir wichtig, was andere über mich denken und solche Sprüche, wie sie eben immer mal vorkommen, haben meist dazu geführt, dass ich den "Fehler" bei mir gesucht habe und dachte, ich hab mich falsch verhalten oder so...
    Nun ist damit Schluss... ich nehme mir vor, das nicht persönlich zu nehmen und deren Problem auch bei ihnen zu lassen; so bin ich (hoffentlich) vor Verletzungen geschützt. Vielleicht ist dies wieder ein kleiner Schritt in Richtung "alte Muster auflösen"..?!

    Danke fürs Philosophieren! :lol: VLG....


    Liebe Grazia,

    Den Spruch Deines Therapeuten könnte ich mir auch glatt einrahmen! Es stimmt - wir müssen es wollen. Das zählt, und vielleicht ergibt sich das Wie manchmal von ganz alleine, wenn unsere innere Bereitschaft da ist.
    Dein Beitrag macht mir Mut, dass es möglich ist, eine normale, für beide Seiten glückliche Beziehung zu führen. Danke dafür!
    Wieder nehmen lernen, das muss ich auch. Ich fühle mich oft schuldig, wenn ich was bekomme -was auch immer- obwohl mein Verstand weiß, dass das totaler Quatsch ist! Aber ich habe mich schon oft in Glücksmomenten dabei ertappt. Dies zu erkennen und sich bewußt zu machen, ist hoffentlich der erste Schritt zur Heilung.

    Habt einen schönen Abend! Let it snow! 8)

    LG... Pedi

    P.S. Freue mich weiter auf Eure Beiträge! Hab schon soooo viel von Euch lernen dürfen!

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich möchte Euch heute nochmal um Euren Rat bitten.

    Zur gegenwärtigen Situation bei mir:
    Weihnachten habe ich ganz gut überstanden, habe meine Eltern vom 24.-25.12. besucht. Sie wohnen 380 km entfernt.
    Es war ziemlich nervig, wenn ich ehrlich bin. Meine Mutter ist ein totales Nervenbündel (war sie eigentlich immer schon), mein Vater hat Heiligabend sein Weinchen und Sektchen getrunken, so wie alle Erwachsenen; Alkohol kam gleich auf den Tisch. Ich war die einzige, die auf Alkohol verzichtet hat. Meine Nichte (12) hat einen Cocktailshaker bekommen, den sie sich gewünscht hatte (zum Mixen von Saft-Cocktails) sowie ein Rezeptebuch für Cocktails, u.a. auch mit Alkohol als Zutaten mit der Bemerkung "diese Rezepte sind für dann, wenn du irgendwann mal in 20 Jahren Alkohol trinkst....".. Meine Schwester und die kleine Tochter (6) spannen unsere Eltern für ihre Zwecke ein, mein Vater pampt meine Mutter auch hin und wieder an, ist total rechthaberisch... kein Wunder, dass meine Mutter durchdreht... :cry:

    Wie auch immer, reden kann ich da sowieso mit keinem und ich habe mich gefühlt wie ein Fremdkörper und wurde auch so behandelt (wir sehen uns ca. 2x im Jahr, meine Schwester wohnt im Ort meiner Eltern, und sie sehen sich jeden Tag; klar, meine Schwester braucht ja meine Eltern auch!).
    Es hat kaum einer mit mir geredet, denn ich habe ja auch nichts zu bieten, denk ich mal. Keine Kinder, kein Haus.... und was ich so mache (ich mache ein paar spirituelle Sachen), finden sie ohnehin nicht gut und Anerkennung bekomme ich dafür eh nicht. Im Gegenteil.

    Auf der Rückfahrt habe ich lange über das alles nachgedacht und was ich von dem allen halten soll. Irgendwann aber bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich mir im Grunde dazu keine Meinung bilden muss, denn es geht mich alles nichts an, da die alle selbst für sich und ihr Leben verantwortlich sind. Wenn sich jemand bereitwillig ausnutzen läßt, kann ich das nicht ändern. Wenn meine Schwester sich benimmt wie die Axt im Walde, kann ich das nicht ändern. Ich kann nur für mich Dinge ändern, und seit dieser Erkenntnis kann ich besser loslassen.

    Der Besuch hat mir defintiv nicht gut getan, so dass ich mich von meiner Familie erstmal distanzieren möchte. Zudem ist ja meine Familiengeschichte Ursache meiner Probleme (Co usw.), so dass ich das Gefühl habe, ich muss mich zurück ziehen. Jedesmal muss ich mich verstellen, denn ich kann (bzw. darf) meine wahren Gefühle nicht zeigen, genau wie ich es als Kind nicht durfte. Denn negative Gefühle wie Angst, Trauer, Wut zeigt man ja nicht, ist ja alles Quatsch, das will keiner sehen und sich damit nicht auseinander setzen. Ich muss mich also jedesmal verbiegen, was für meine Heilung m.E. nicht gut ist.

    Wenn ich denen wirklich sagen würde, wie es in mir aussieht, wären sie total geschockt und würden es nicht verstehen. Meine Mutter würde sich für alles die Schuld geben. Dabei gebe ich niemandem die Schuld. Meine Eltern haben uns eben so großgezogen, wie sie es selbst gelernt hatten. Ich habe das alles vergeben. Dennoch ist dieses Sich-Verstellen-Müssen belastend für mich.

    Geht Euch das auch so? Dass Euch der Kontakt zu Eurer Familie einfach nicht gut tut? Wie geht Ihr damit um? Zieht Ihr Euch zurück oder beschränkt Euch auf gelegentliche Telefonate? Denn bei mir meldet sich das schlechte Gewissen und Schuldgefühle, wenn ich an Rückzug denke.

    Ich freue mich auf Eure Erfahrungen und danke Euch für´s Lesen und Eure Antworten.

    LG... Pedi

  • Liebe Pedi,

    schön von Dir zu hören, Du scheinst ja ein bezauberndes Weihnachtsfest gehabt zu haben ;) Du Arme.

    Wenn ich Deine Zeilen lese, frage ich mich warum Du Dich Deinen Eltern nicht zeigen möchtest wie Du wirklich bist, auch mit Deinem Schmerz und Deiner Traurigkeit, dass Du Dich nicht anerkannt fühlst?

    Nimmst Du Ihnen nicht auch die Verantwortung ab, wenn Du meinst, Du kannst Dich ihnen nicht zumuten in Deinen Gefühlen, weil Du denkst sie können damit nicht umgehen? Und wenn sie meinen, man zeigt das nicht...Du bist Du.

    Was wäre für Dich so schlimm, wenn sie geschockt wären, und wenn Deine Mutter sich die "Schuld" gibt? Auch wenn Du sie ihr nicht gibst und sie es raus hört, ist das ihrs.

    Und hast Du ihnen wirklich vergeben? Ich denke, wenn wir etwas wirklich vergeben haben, dann hängen wir emotional nicht mehr drin. Es ärgert uns nicht mehr und wir sind in Frieden mit dem wie es ist und wenn es noch noch blöde ist. Und ich lese schon sehr viel Enttäuschung und Traurigkeit in Deinen Zeilen, stimmt das?

    Heute nur eine kurze Antwort an Dich, doch will ich jetzt dringend ins Bett, doch war es mir wichtig, mich auch noch bei Dir zu melden. Heute mit vielleicht etwas provokativen Gedankenanstössen. (habe heute einen Mist Tag)

    Ganz liebe Grüße Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Martha,

    danke für Deine Antwort; trotz Deines eigenen, aufwühlenden Erlebnisses gestern.

    Ja, Enttäuschung und Traurigkeit trifft es auf den Punkt. Darüber, dass ich von meinen Eltern keine Anerkennung bekommen kann.

    Ja, schon, nehme ich ihnen die Verantwortung ab, wenn ich ihnen meine wahren Gefühle vorenthalte. Andererseits führt´s zu nix, denn sie werden es nicht verstehen und helfen mir damit nicht, indem sie es erfahren.

    Im Übrigen will ich sie nicht verletzen durch meine Offenheit, denn genau das würde passieren. Meine Mutter (63) ist eh ein Nervenwrack, ich hatte sie zuletzt im Mai gesehen und war ganz erschrocken, wie sie sich in diesen Monaten verändert hatte. Sie ist irgendwie richtig alt geworden...

    Im Grunde wäre es "nur" eine Erleichterung für mich, wenn ich ihnen die Wahrheit mitteilen würde. ...hhmm... jemand hat mir mal gesagt (und Du sagst es auch sinngemäß), dass solange wir den Wunsch verspüren, dem anderen unsere wahren Gefühle (enttäuscht, verletzt sein) mitzuteilen, sind wir nicht im Frieden und haben nicht vergeben. So eine ähnliche Botschaft habe ich auch gestern in meiner SHG bekommen. Da ist wohl sehr viel dran.

    Dies zeigt mir, dass ich wieder einmal dachte, ich bin weiter, als ich es tatsächlich bin... ich dachte, ich habe meinen Frieden bereits gemacht und die Erfahrungen aus meiner Kindheit vergeben... aber so wie es aussieht, ist da wohl von mir noch Arbeit zu leisten.

    Danke Dir für Deine hilfreichen Zeilen. Habe nun wieder Stoff zum Nachdenken und werde weiter berichten.

    Alles Liebe.. Pedi

  • Liebe Pedi,

    eigentlich wollte ich Dir noch was schreiben, doch bin ich zu müde und erschöpft heute. Ich schau, ob ich Dir morgen ein par Zeilen schreibe.

    Gute Nacht und ganz liebe Grüße Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Pedi,
    meine Erfahrung mit meiner Familie ist diese:

    Meine Mutter ist leider verstorben, aber sie hätte sich niemals eingemischt, aber zu mir gehalten.
    Meine Schwester habe ich immer mehr rausgehalten, weil sie Partei für meinen Bald-Ex-Partner ergriffen hat. Er hat halt mehr mit ihr über seine Probleme gesprochen als ich. Ich habe es nie klargestellt, weil ich meinte, es wäre eine Sache zwischen ihm und mir. Und jetzt, wo ich sie mal kontaktiert habe, hat sie sich schon eine feste Meinung gebildet, so dass ich das Gefühl hatte, ich müsste ihr das Gegenteil beweisen.

    Alle anderen habe ich auch außen vor gelassen, weil ich sie nicht mit meinen Problemen belasten wollte.

    Nur meine Kinder habe ich mit einbezogen. War offen mit Ihnen und meine Kleine (19 Jahre) konnte sogar sehr objektiv sein. Ich war deshalb offen zu ihnen, weil er versucht hatte, sie auf seine Seite zu ziehen und im Suff immer behauptet hatte, dass sie es so sehen würden, wie er. Das verletzte mich und deshalb habe ich seit diesem Zeitpunkt mit ihnen immer darüber gesprochen. Das gab mir dann die Sicherheit, was tatsächlich von dem wahr ist, was er alles so von sich gab. Wenn ich dieses nicht getan hätte, hätte ich mich - unbegründet- von meinen Kindern abgelehnt gefühlt. Und das nur, weil er irgendeinen Quatsch von sich gegeben hatte. So haben wir durch die Offenheit viele Mißverständnisse oder bösen Behauptungen klar stellen können und es hat mich ihnen näher gebracht und Kraft gegeben.
    Es hilft, mit seiner Familie zu sprechen. Aber warte nicht zulange. Warte nicht solange, bis du in die Position gerätst, Rechtfertigungen abzugeben. Das verletzt dich, wenn du merkst, dass man an dir zweifelt.
    Und du kannst nur deinen Frieden mit dir machen, wenn du weißt, wo du stehst. Ich kann mit meiner Schwester nun meinen Frieden machen. Sie hat jetzt beide Seiten gehört und was sie nun glauben will, ist ihre Entscheidung. Wenn sie mich nicht verstehen will, kann ich nichts ändern. Aber: Ich habe es versucht. Und jetzt weiß ich, wo ich stehe und kann beruhigt unseren Kontakt auf ein paar Telefonate im Jahr beschränken. Meine Kinder sehe ich täglich, denn auch da weiß ich, wo ich stehe.
    Du solltest erst meiner Meinung nach deinen Rückzug antreten, wenn du deine Situation geklärt hast und erkennen kannst, bei wem ein Rückzug auch wirklich sinnvoll ist.

    LG
    Elke

  • Liebe Elke,

    vielen Dank, das hilft mir, klarer zu sehen. Es stimmt, im Moment weiß ich nicht genau, wo ich stehe, wo meine Position ist.
    Wenn ich mit mir selbst nicht klar bin, kann ich auch keine Klarheit nach außen vertreten....

    Da die räumliche Entfernung ja recht groß ist, kann ich es, so wie Du, auf ein paar Telefonate beschränken. Besuche stehen erstmal nicht an.
    Konfrontieren mit allem scheint zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht sinnvoll zu sein...
    Werde noch jede Menge Zeit zum Nachdenken hierzu investieren.

    Ich danke Dir!

    LG.. Pedi

  • Hu Hu, nun bei Dir Pedi...

    ja, das mit den Eltern, dass ist so eine Sache, sehr schön kompliziert....insbesondere die lieben Mütter...oh ich kenne es auch diese Kämpfe mit ihr (heute noch...) Ich habe eine sehr dominante Mutter und bei unseren Machtkämpfen hat sie es immer sehr geschickt gemacht. Sie ist irgendwann heulend in ihr Zimmer abgerauscht und hat versucht, mir dafür die Schuld gegeben, dass es ihr jetzt schlecht geht. Interessanterweise hat sie unter dem gleichen Thema mit ihrer Mutter gelitten und trägt es schön weiter.

    Ich mache dieses Spiel nicht mehr mit. Ich bin nicht verantwortlich für ihre Gefühle und ihr Wohlergehen. Hier liegt übrigens mein Ursprung für mein CoVerhalten. Ich will meine Mutter retten, wie mir vor 2 Jahren mein Psychologe sagte, ich bin aus allen Wolken gefallen. Wenn ich mich davon verabschieden würde, würde ich auch "normale" :) Beziehungen führen. Aus diesem Spiel auszusteigen ist hart, vorallem, wenn die Mutter begreift, dass du aus deiner Rolle gehst und unabhängig wirst, dann fängt sie erst mal, noch mehr zu ziehen,aber es wird immer weniger.

    Ich nehme heute meine Mutter nicht mehr in Schutz und konfrontiere sie mit mir und meinen Dingen, grenze mich ab, immer wieder aufs Neue und es ist zäh, da sie so dominant ist, aber es geht und lohnt sich.#

    Bei mir hat es auch Zeiten gegeben, wo ich sehr verunsichert war und nicht wußte, wie ich mich verhalten sollte und habe mich zurück gezogen. Habe ihr das auch ganz klar gesagt und um ihr Verständnis gebeten, was sie mir gegeben hat.

    Ich lese sehr viel aus Deinen Zeilen, dass Du versuchst, Deine Mutter und Deine Eltern zu schützen, stimmt das?

    So meine liebe Pedi, das für heute, ich will jetzt kochen für heute abend. Ich wünsche Dir einen guten Rutsch ins neue Jahr und das alles gut und schön wird und wir alle CoKnöpfe hinter uns lassen.....:-)

    Ich freue mich auf einen weiteren Austausch mit Dir 2010

    Sei herzlichst gedrückt, Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Martha,

    bei mir ist es der Vater, den ich retten sollte. Diese Aufgabe habe ich schon als Kind bekommen, denn meine Mutter glaubte, dass ich als Kind meinen Vater vom Trinken abhalten könnte. War wohl nix.

    In gewisser Weise will ich sie sicher schützen, da hast Du recht. Ich will ihnen keine Schuldgefühle vermitteln. Ich frage mich, inwieweit mich selbst noch Schuldgefühle plagen? Ich glaub, da sind noch jede Menge, die bei mir oft im Alltag wieder auftauchen. Beispielsweise, wenn mir was Gutes oder Schönes passiert, fühle ich manchmal "hab ich das verdient?" - dann antworte ich mir ganz schnell mit JA.

    Manchmal habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich hier schreibe. Ihr alle habt so viel um die Ohren, und ich texte Euch hier zu... das geht mir tatsächlich manchmal durch den Kopf!! Ich schreib dann aber trotzdem weiter, weil dies wohl zu meinem Lernprozess gehört. Und ich weiß ja, dass ich Euch nicht nerve... Ihr schreibt ja auch, was das Zeug hält, davon lebt es hier ja, und ich nehme sehr viel aus Euren Geschichten für mich mit! Trotzdem... solche Gedanken sind einfach manchmal da. Ich glaube, das ist ein typisches Problem von uns EKAs.

    Seit dem Weihnachtsbesuch bei meinen Eltern plagen mich einige körperliche Beschwerden. Ich habe extreme Rückenschmerzen und kann mich kaum noch bewegen, Nackenschmerzen und Kopfschmerzen. Und ganz oft wieder Ohrenklingeln. Das sind alles Beschwerden, die ich schon länger habe und auch von meiner Heilerin behandeln lasse, aber im Moment fühle ich mich steinalt. Vielleicht muss ich diese körperlichen Signale erstmal aushalten und meinen Weg weitergehen? Vielleicht werden sie weniger, wenn sich meine Gefühlswelt nach und nach sortiert.

    Gestern habe ich kurz mit meiner Mutter telefoniert. Es waren nur oberflächliche Themen, nichts tiefergehendes. Ich bin gar nicht erst in Versuchung geraten, über Persönliches zu sprechen.

    Ich werde weiter berichten.

    Habt einen schönen Tag!

    LG.. Pedi

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