Junge Mütter vielleicht auch hier?

  • Hallo,

    erstmal möchte ich mich vorstellen.

    Ich bin 27 jahre alt und Alleinerziehend.

    Mir war schon länger bewusst das ich ein Problem mit Alkohol habe. habe hier auch schon öffter still mitgelesen und nun den entschluß gefasst mein Leben endlich in die Hand zu nehmen und zu Handeln.

    Ich habe seit dem 26.05.2011 keinen Alkohol mehr getrunken. Fühle mich so gut wie schon lang nicht mehr und hoffe ich schaff das auch weiterhin.

    Ich habe schon öffter im netz geschaut ob ich evtl. junge Mütter finde mit dem gleichen Problem, aber leider schein ich da ein Einzelfall zu sein :cry:

    LG

  • Hallo und herzlich willkommen hier !

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinen ersten 11 Tagen im neuen Leben !

    Ich denke nicht, dass Du als einzige junge Mutter trinkst oder jetzt besser gesagt getrunken hast, aber vielleicht bist Du eine der wenigen, die sich ihre Krankheit eingestehen können und in der Lage sind, etwas dagegen zu unternehmen. Sehr viele brauchen länger, teilweise viel länger.

    Für Dich ist es vielleicht auch wichtig zu erleben, dass Du hier nicht als Mutter von ... schreibst und Dich austauschst, sondern das DU die wichtige Person hier bist. Wenn es Dir gut geht, geht es meist auch dem Kind gut, also sorge im Moment doch einfach mal für Dich.

    Was ich Dir übrigens versprechen kann, ist, dass hier - unabhängig vom Alter - im Forum einige Mütter unterwegs sind.

    Ich wünsche Dir einen hilfreichen Austausch !
    Tina

  • Vielen Dank für deine Antwort!

    "
    Für Dich ist es vielleicht auch wichtig zu erleben, dass Du hier nicht als Mutter von ... schreibst und Dich austauschst, sondern das DU die wichtige Person hier bist. Wenn es Dir gut geht, geht es meist auch dem Kind gut, also sorge im Moment doch einfach mal für Dich. "

    Ja das sollte ich sicherlich, muss aber gestehen, das mein Kind mit der Hauptgrund ist das ich diesen Entschlu´ss endlcih gefasst habe. Natürlich auch für mich selber.
    Ich bin erstaunt was es ausmacht alleine die 11 Tage ohne Alkohol. Ich habe mehr Spaß und lust auf Unternehmungen. Mein Haushalt ist auf einmal ein Klax und vieles mehr...Es geht mir wirklich richtig gut.
    Bisher hatte ich auch noch kein verlangen nach Alkohol, vor diesem Moment (sollte er kommen und das tut er sicher früher oder später) habe ich schon sehr große Angst.

  • Hallo !

    Mir hilft der stetige Austausch hier sehr, um schon im Vorfeld mögliche Gefahren zu erkennen. Hier kannst Du Deinen Kopf frei schreiben.
    Kennst Du außerdem die Grundbausteine schon ? Sie helfen tatsächlich. Du kannst sie ja mal für Dich überprüfen.

    Wie alt ist Dein Kind denn ?

    Grüße
    Tina

  • Ja, die habe ich mir schon durchgelesen. Leider kann ich mich nicht auf meine Familie stützen, da diese selber ein großes Problem mit Alkohol haben, das aber leider nicht wahr haben wollen.

    Ich möchte diesen Kreis aber nun endgültig durchbrechen. Mein Kind soll nicht so groß werden. Sie ist 2 1/2 Jahre.

  • hallo mami

    hier meldet sich ne mama, wenn auch nicht mehr ganz tau frisch 8) aber als ich aufgehör habe zu saufen war meine jüngste von 4 auch grade erst 2. das ganze ist nun mittlerweile fast 10 jahre her, aber wie es in dir aussieht weiß ich genau. das kopfkino ist einfach immer da. das argument das man sich, als man besoffen in der ecke lag ja auch nicht kümmern konnte zieht nicht. man ist nüchtern und dann kommt nun mal als aller erstes das kind und sonst nüscht. ich kann dich da völlig verstehen. auch mein mann hat gesoffen und ich hatte nur meine mutter. aber es gibt hilfen, für alles mögliche. wichtig ist aber trotz allem, du mußt jetzt einfach eine gewisse zeit für dich in anspruch nehmen. auch wenn dich dein kind sehr braucht, du mußt dir diese zeit nehmen sonst kommst du nicht aus dem loch und dein kind hat dann gar nichts von dir, nicht nur mal paar stunden sondern evtl für immer.

    meine kleine hat schon mit ihren 2 jahren kapiert das mir die thera gut tut. ich habe ne ambulante gemacht. logo hat sie nichts von therapie und so verstanden, sie wußte das ich immer für paar stunden weg gehe um zu lernen keine stinkebrause (ihr name für bier) mehr zu trinken. sie hat schnell gemerkt das ich besser für sie sorgen konnte je öfter ich da hin ging und damit war das für sie auch richtig so. kinder sind nicht bescheuert, die kapiern meistens mehr als man glaubt.

    wichtig ist nun für dich einige freiräume zu schaffen in denen du an dir arbeiten kannst. auch wenn du am anfang ne weile brauchst um abzuschalten und nicht ständig an dein kind zu denke. du bringst dein leben in die reihe, denn dann hat auch dein kind was davon. wie tina sagt, wenn es dir gut geht dann auch deinem kind.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Danke Dorothea für deine Antwort.

    Ich denke meine Maus hat auch schon mitbekommen das die letzten Tage etwas anderst ist. Mama ist fröhlich und vor allem schon morgens fit zum Quatsch machen :)

    Hallo shana,
    Nein zur Zeit mach ich noch keine Therapie, der Schritt in die Öffentlichkeit macht mir noch sehr viel Angst.

    Mir geht es ohne Alkohol wirklich sehr sehr gut, ich bin so fit wie schon lang nicht mehr, schaffe viel mehr und bin (fast) immer ausgeglichen.

    Heute war ich einkaufen, es war schon ein komisches Gefühl am Alkoholregal vorbei zu gehen. Bin auch kurz stehen geblieben, hab dann an heut morgen gedacht, wie herrlich dieses Gefühl ist ohne Kater aufzuwachen, keine Blutunterlaufenden Augen und keine "Fahne", da konnt ich dann ruhigen Gewissens das Regal hinter mir lassen.

    Wie hat dein Umfeld reagiert als du eine Therapie begonnen hast? Lies sich das alles mit deinem Kind vereinbaren?

  • Na das schaffst du sicher, trocken zu bleiben ohne die Medikamente.
    Ich denke ich bin auch durch Depressionen da hinein gerutscht.

    In meiner Familie haben fast alle Alkoholprobleme, ich bin sozusagen damit groß geworden, das wenn man traurig ist oder etwas nicht so läüft wie gewollt, wird eben getrunken.

    So kam es dann bei mir auch, ich habe dann ab und an mal ein Glas Wein zum "runter kommen" und schlafen getrunken. Aus dem Glas wurde eine Flasche und das dann so gut wie jeden Abend

  • Hallo mami,

    auch ich bin Mutter und trinke keinen Alkohol mehr. Außerdem habe ich eine gefühlte Ewigkeit Depressionen. Bei mir dauerte es wohl etwas länger, bis ich erkannte, dass es so mit mir nicht weiter geht.

    Zitat von mami09

    Ich denke ich bin auch durch Depressionen da hinein gerutscht.


    Die Worte hinein gerutscht finde ich im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol eher unpassend, auch für Alkoholiker.
    Auch eine Depression "rechtfertigt" für mich heute nicht das Saufen.

    In die Abhängigkeit habe zumindest ich mich ganz bewusst gesoffen. Nicht mit dem Vorsatz, doch endlich abhängig zu werden, aber immer mit dem Gedanken, mir eine gewisse Erleichterung oder was auch immer durch den Alkohol zu verschaffen, obwohl ich wusste, dass man abhängig von dem Zeug werden kann.

    Ich bin da in nix "reingerutscht". Gesoffen hab ich schon immer fleißig selbst und irgendwann kam der Kontrollverlust. Da ging nicht mehr viel anders.
    Im Übrigen bin ich auch nicht aus dem regelmäßigen Konsum von Alkohol "rausgerutscht". :wink: Auch das war ich selbst.
    Das tut mir und meinen Kindern ziemlich gut. Alles Gute Dir weiterhin!

    LG Penta

  • hmm, da hab ich mich einfach falsch ausgedrückt.

    Das ich mir "die Suppe selber eingebrockt" habe, ist mir bewusst. Dafür suche ich keine Entschuldigungen und gebe auch niemanden die Schuld.

    Ich habe im Alkohol einfach trost gesucht, das wollt ich damit sagen.

  • Hallo mami,

    nein, du hast dich nicht falsch ausgedrückt und um Schuld oder Entschuldigungen geht es gar nicht.
    Ich meine nur, dass du und auch ich immer die Entscheidungen für das treffen, was wir tun oder eben nicht. Niemand anders.
    Mehr wollte ich gar nicht sagen.
    Zugegeben, ich bin manchmal etwas pingelig. :oops:

    Ich freu mich sehr für dich, dass du dein Kind jetzt klar aufwachsen sehen kannst, wenn du für dich am Ball bleibst.

    LG Penta

  • Zitat von Penta

    Ich meine nur, dass du und auch ich immer die Entscheidungen für das treffen, was wir tun oder eben nicht. Niemand anders.

    Ganz genauso sehe ich das jetzt endlich auch! Und habe für mich die Entscheidung getroffen ein Leben ohne Alkohol zu führen.

    LG

  • Hallo,
    es bestimmt eine gute Entscheidung, die Du getroffen hast.
    Aber was wirst Du denn jetzt kurzfristig dafür tun, das deine Entscheidung so stehen bleibt und nicht in naher Zukunft wieder wackelt?

    Gruss Frank

  • Gute Frage :)

    So richtig einen "Plan" habe ich nicht wirklich. Das war vor allem der Grund warum ich mich hier angemeldet habe.

    Ich habe zur Zeit Urlaub und beschäftige mich grad sehr intensiv damit was man denn nun eigentlich tut um trocken zu bleiben....klingt sicher total doof, aber ich habe wirklich keine Ahnung.
    Was mir die letzten Tage geholfen hat war mein "Leben aufzuräumen" also im wahrsten Sinne des Wortes.
    Hab meine Wohnung komplett auf den Kopf gestellt.Einige Behördengänge erledigt die schon längst fällig gewesen wären und (was ich am schönsten fand) Fotos sortiert...aber damit wirds wohl nicht getan sein... :roll:

    Wie ich mich verhalten soll wenn ich wieder in ein Loch falle oder irgendwelchen Kummer habe- keine Ahnung

  • moin mami

    wenn dir der austausch hier zu wenig ist, du angst hast immer wieder in alte muster zu rutschen, vielleicht wäre dann eine ambulante therapie eine zusätzliche hilfe. du kannst dich doch mal unverbindlich bei der suchtberatungsstelle in deiner stadt informieren. die wissen ja nun ganz genau welche angebote in deiner stadt bestehen. aufräumen ist schon mal nicht schlecht, aber nicht nur die wohnung, sondern eben auch deine gefühlswelt. da ist dann hilfe von außen manchmal ganz sinnvoll, oft sieht man ja den wald vor lauter bäumen nicht.

    doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hallo Silberkralle, den erweiterten Forenzugang kann ich mir leider nicht leisten.

    dorothea ja ich werd mir wohl eine SHG in der nähe suchen, hab mir schon Tel.Nr im I-net rausgesucht. Muss ich nur noch den Mut finden dort mal anzurufen und vor allem da dann auch hin zu gehen.

  • Hallo,
    kannst Du Dir wirklich keine 12 Euro im Monat leisten, für deine Trückenheit.
    Jetzt, wo Du doch nichts mehr fürs Trinken ausgibst?
    Auf jeden Fall ist aufräumen, innen und aussen ein guter Schritt in eine neue Lebensweise.
    Wichitg finde ich auch, daß Du viel schreibst.
    Was Dir so durch den Kopf geht, was sich für dich jetzt ändert und so.
    Alles Gute für die nächsten Tage,
    Frank

  • Wie wäre es mit Sport?
    Für mich ist er zu einer angenehmen Form der Suchtverlagerung geworden. :)

    Du könntest vielleicht mit Gehen anfangen. Mit offenen Augen und Ohren einfach durch die Gegend gehen und alles was Du siehst bewusst wahrnehmen.
    Du wirst darüber staunen, was es alles zu sehen gibt!

    Und Kinder bewegen sich ja von Natur aus gerne .....

    Alles Liebe
    Paula

  • Sport ist ne gute Idee und bei dem Wetter ist man ja gern draußen.

    Bin nur nicht so der Läufer :wink: Werd mal mein Fahrrad wieder auf vordermann bringen. Die Lütte in Anhänger und ab in die Natur.

    Wahnsinn an sowas wäre vor 3 Wochen nie zu denken gewesen.

    Ich habe übrigens den ersten Schritt in richtung "öffentlichkeitsarbeit" getan und gestern Abend in einem langen Telefonat meiner besten Freundin alles erzählt.
    Es sind viele Tränen geflossen aber es tat sooo gut.

    LG

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