• nochmal und dann muss ich mich aber auf die Arbeit konzentrieren.

    Danke Matthias.

    Ich bin froh, dass ich mich zumindest so ernst nehme und das mit heute Abend angesprochen habe.
    Ansonsten ist mir einiges bewusst geworden. Davon heute Abend mehr, wenn ich wieder Zuhause bin.
    Klar, ich werde delegieren, was geht, die Alk-Präsenz ist trotzdem da, und es kommen total viele Leute...

    Im Moment ist in meinem Kopf Nebel.

    Aber eines ist ganz klar: ICH trinke keinen Alkohol. Das ist Fakt.

    Ich fühle mich hier gut aufgehoben und bedanke mich.

    Margit

  • Hallo Margit,

    ganz kurz zu den unterschiedlichen SHG-Formen. Klar sind beide real. Genauso wie beispielsweise eine Mitteilung im persönlichen Gespräch und ein elektronisch übermittelter Beitrag real sind (E-Mail ist ja auch nichts Irreales). Beide Male wird eine Nachricht bzw. eine Information übermittelt.

    Der Hauptunterschied bei den SHG-Formen besteht im gesprochenen bzw. im geschriebenen Wort. Das geschriebene Wort kann m.E. eher zu Missverständnissen führen.

    Das habe ich von Anfang an bei meiner Wortwahl und Ausdrucksweise hier bedacht. Im Übrigen schult es meine eigene Klarheit.

    Beide Formen haben m.E. Vor- und Nachteile, so ist es ja oft auch mit anderen Dingen.


    Ich beispielsweise meldete mich erst nach etwa sieben Monaten Abstinenz hier an und erst vor etwa einem halben Jahr besuchte ich erstmals eine SHG vor Ort. Beide SHGn haben für mich ihre Bedeutung.

    Für mich gibt es daher nicht besser oder schlechter, sondern sowohl als auch.


    Ich wollte noch auf einen ganz anderen Gedanken von Dir eingehen, aber das würde mir jetzt zu lang, vielleicht komme ich später nochmal darauf zurück.

    Ich wünsche Dir einen guten, trockenen Tag.

    Liebe Grüße, zerfreila

  • Hallo Margit,

    ich wünsche dir alles Gute und das du gut für dich sorgst.

    Zum Thema Ausschenken: Manchmal gibts ja in Fußballstadien Alkohol-Verbote. Daran teil zu haben war für mich (obwohl noch nass) neben dem Spiel ein tolles Erlebnis. Ein gutes Gefühl. Sicherer.

    Es ist so ein Gedanke in einem, das Alkohol überall dazu gehören muss. Als würde auf jeder Flasche stehen "Ohne mich kein Spaß". Sogar auf Festen, die eigentlich für Kinder gedacht sind, wird für die Großen Alkohol ausgeschenkt. Wieso ist das so? Warum hinterfragt keiner mehr?

    Ich würde mich über eine Veranstaltung mit einer Frucktcocktailbar sehr freuen. Ich wäre überrascht, würde denken, dass ich bestimmt wieder kommen würde und vielleicht würde ich dem ausschenkenden Menschen sogar sagen, dass ich das gut finde. Aber bestimmt noch nicht, aus welchem Grund. Da wäre dann wieder meine heutige Grenze des mir möglichen erreicht.

    Lg TT

  • Hallo Margit,

    bin in Gedanken bei dir und hoffe, du hast die Veranstaltung gut und vor allem alkfrei überstanden und lass dir mal ein großes Kraftpaket da.

    Liebe Grüße, ohnerausch

  • Hallo und guten Abend,

    nun bin ich von meinem arbeitsreichen Tag nach Hause gekommen.
    Die Veranstaltung war richtig gut, es war eine sehr schöne Stimmung usw.

    Ich habe keinen Alkohol getrunken und habe keine Sekunde in Erwägung gezogen, es zu tun. Das hatte ich auch nicht befürchtet.
    Trotzdem war mir nicht ganz wohl, als ich das Thema gestern Abend angesprochen habe, fand es sehr gut, wie sich das dann entwickelt hat. darauf möchte ich jedoch später mal eingehen, weil ich heute nicht mehr so viel denken will.

    Es ist erstaunlich, wie ruhig ich heute Abend bin. Das ist wirklich ungewöhnlich nach so einem Abend.
    Nicht dass ich sonst (vor meiner Entscheidung, nichts mehr zu trinken) Sekt mitgetrunken hätte, nein, jetzt, Zuhause hätte ich getrunken, um die Spannung abzubauen, in der ich mich bereits seit Stunden befunden hätte. Viel hätte ich getrunken.

    Und seltsamerweise gab es die Spannung heute garnicht, damit will ich nicht sagen, dass ich cool und souverän bin, nein, das bin ich nicht, aber mir war bewusst, es gibt etwas viel wichtigeres als einen perfekten Abend zu gestalten.

    Und wichtig ist Jetzt und Heute, dass ich nicht trinke, und das steht im Vordergrund. Klar will ich meine Arbeit gut machen, nur wirklich gut machen, kann ich sie nicht, wenn ich mich am Abend zuvor betrunken habe.

    Ich hoffe, es geht euch gut.

    Und vielen Dank für eure lieben Wünsche und Gedanken an mich.

    Margit

  • Hi, ich kenne aus meinem (ganz andrem) Job das Gefühl ganz gut wies ist etwas " perfekt" gestalten zu wollen und was es für Mühe kosten kann von dieser Spannung runterzukommen. Mein Trinken war oft nix mehr als mich von Spannung runterzuholen. Klasse daß dir das gut gelingt! Schönen "Spannungslösungsabend" wünscht Frank. (PS nix muß perfekt sein und für Leser schon garnicht `` bin selbst einer und ich muß es wissen) LG

  • Hallo Garcia,

    da gibt es einige Ähnlichkeiten, oder?

    Die Welt der Literatur ist wunderbar, für mich bedeutet ein gutes Buch Lebensqualität.
    Ich muss gerade ein wenig schmunzeln, denn seit ich hier im Forum bin, habe ich wenn es hochkommt, vielleicht 10 Seiten gelesen. Dafür hier umso mehr.

    Perfektionismus, Spannung, Spannungsabbau... furchtbare Themen um 23.48, Garcia, stimmts? Vor allem, welche Unmengen Alkohol ich gebraucht habe, um ins Bett gehen zu können.

    Da kann ich jetzt gerade sagen, was ist das für ein Leben!!! Einfach gut, wenn man nicht saufen muss.

    Bis dann mal wieder
    Margit

  • Hallo,

    meine Ausgeglichenheit hat bis jetzt angehalten. Ich fühle mich das erste Mal seit langem mal wieder gut. Nicht euphorisch oder ähnlich, was mir Sorgen bereiten würde, nein, es ist eine schöne Ruhe, die gerade da ist.

    Ich kann ein bisschen verschnaufen, heute. Das ist gut so.

    Es ist ein Glück, dass ich hier "gelandet" bin.

    Und das möchte ich an der Stelle sagen:

    Ich habe sehr viel Achtung Karsten, was du mit deinem Team hier leistest und geleistet hast.

    Manchmal sitze ich hier und denke, ist das eigentlich norma? l... und seit gestern (!) komme ich mir vor wie im Wunderland.

    Seit Monaten habe ich ein wenig das Gefühl, ein bisschen Boden unter den Füßen zu haben.

    Im Vorstellungsgespräch oder Bereich, weiß grad nimmer, wie es heißt,versuchte ich mein Befinden mit einem Bild zu beschreiben.

    Ich fühlte mich wie in einer Moorlandschaft, kauerte im Schilf, völlig erschöpft, völlig panisch, unfähig aufzustehen, weil überall Gefahr lauerte.

    Diese Landschaft habe ich auch noch nciht verlassen, das wäre ja völlig unrealistisch und unstimmig. Noch immer sind da die sumpfigen Seen und ich sehe nicht genau, wo ich hintreten kann. Und noch immer habe ich Angst.

    Was sich verändert hat? Ich glaube, ich bin aufgestanden, gestern Abend vielleicht schon. Jetzt stehe ich. Das ist alles.

    Ich weiß nicht, ob jemand von euch damit etwas anfangen kann. Mit dem Bild meine ich.


    :oops: Ohnee, jetzt werde ich schon wieder schüchtern... ich glaubs ja nicht.

    Liebe Grüße
    von Margit

  • :)

    Ich kann damit etwas anfangen.

    Selten habe ich es erlebt, dass jemand so "plastisch" scheint durch die Distanz hindurch.

    Bei dir kommt es mir oft so vor als ob du direkt hinter meinem Bildschirm sitzt und schreibst.

    Du kannst deine Gefühle sehr gut ausdrücken.

    Dass und wie du es tust gefällt mir sehr gut !!

    Gute Nacht

    Marion

  • glück auf margit

    Zitat von Wacholderfrau

    :oops: Ohnee, jetzt werde ich schon wieder schüchtern... ich glaubs ja nicht.

    so wie du dich hier einbringst ... ich glaubs auch nich :wink:
    das bild gefällt mir! du stehst - hmm ... gut
    du liest viel im forum - du findest sicher "ne stange" die dir hilft deinen weg durchs moor zu gehn (ich hab den eindruck: du bist schon gut unterwegs).

    schöne zeit und ne umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Abend an alle hier,

    in mir ist noch immer Ruhe. Nicht Ruhe vor dem Sturm, Ruhe nach dem Sturm.
    Ich trinke nicht, ich rauche nicht, in mir ist Ruhe, und das Schöne dabei ist, dass ich mir nicht langweilig vorkomme. Denn das dachte ich manchmal bei meinen vergeblichen Versuchen nicht zu rauchen oder zu trinken.
    Oh, du bist ja langweilig, Margit!
    Welchen Schwachsinn man sich einfallen lassen kann, wenn man saufen will.

    Nein, ich fühle mich ganz und gar nicht langweilig, trotz der Ruhe nicht. Ich bin froh, dass mal Ruhe eingekehrt ist und stell der gerne einen Stuhl hin, damit sie sich es gemütlich machen kann.

    Seit ich nicht mehr rauche, lege ich täglich 5€ in ein Schächtelchen und ich habe mir aus dem Fluss einen schönen Stein geholt und das Datum draufgeschrieben. 19. Juni 2012.

    Wenn es für mich passt, werde ich mir wieder einen Stein suchen und wieder ein Datum draufschreiben, nämlich 9. Juli 2012

    Grüße von Margit

  • Hallo,

    auf das Wetter kann man sich verlassen! War drei Stunden am Fluss unterwegs, wollte gerne an einen meiner Lieblingsplätze und dort ein wenig sitzen... nach 11/2 Stunden Wolkenbruch... hat auch was ...

    Nun sitze ich hier, heiß geduscht und mit Tee versorgt und schicke liebe Grüße

  • Hallo,

    nach einem langen Spaziergang (ohne Regen) habe ich mich nochmal eine Stunde ins Bett gelegt und gemerkt, wie erschöpft und müde ich bin. Und wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich genau das, eine erschöpfte Frau, iregendwie wirke ich auf mich selbst, als wäre ich Jahre gealtert. Ich finde auch, dass ich sehr ernst aussehe.

    Es war viel in den letzten Monaten. Und es ist viel passiert.

    Ich glaube wirklich, ich habe nur haarscharf vor zwei Wochen die Kurve gekriegt, um nicht komplett abzusacken. Und das liegt mir noch ganz schön in den Knochen.

    Ich fühle mich nach wie vor ruhig inzwischen, ich habe viele Fragen, es beschäftigt mich sehr viel, aber vor allem fühle ich mich erschöpft. Alkohol ist insofern ein Thema, dass ich mich mit meiner Abhängigkeit auseinandersetze, ansonsten ist er kein Thema, ich habe nicht das geringste Bedürfnis zu trinken und er fehlt mich auch nicht, nicht das Trinken, nicht der Rausch.

    Ich kann nicht anders, als mich mit der Frage der Kapitulation zu beschäftigen. Ich weiß, was kapitulieren ist, ich weiß, wie sich Kapitulation anfühlt. Und deswegen weiß ich, dass ich noch nicht kaituliert habe und frage mich, was fehlt mir dazu?

    Es ist klar, ich will nicht mehr trinken, ich habe in den letzten beiden Wochen viel für meine Trockenheit (für mich) getan. Darüber bin ich froh. Es ist mir bewusst, ich befinde mich in einem Prozess, der dauern wird und nicht damit beendet ist, wenn ich nicht trinke... Nein, ich glaube, es ist ein lebenslanger Prozess, mal intensiv, mal weniger intensiv, mal mit hohem Wellengang, mal mit Windstille.

    Hat jemand Lust, etwas zur Kapitulation zu sagen?
    Wie es ihm oder ihr selbst ging?
    Bin ich ungeduldig? Habt ihr eine Idee, was ich zu meiner Kapitulation tun kann?

    Liebe Grüße von Margit

  • Hallo Margit,

    ich bin sicher kein "Kapitulations-Spezialist". Ich begab mich auf meinen Weg, weil ich in der letzten Phase meines Trinkens keine Lebensqualität sah, wie ich mir sie wünschte. Erst als ich unterwegs war und u. A. hier im offenen Bereich des Forums sehr viel las, wurde mir plausibel, dauerhaft nicht zu trinken. Und so erkannte ich auch erst nach und nach, dass die Kapitulation nicht nur wirklich sinnvoll ist, sondern auch Voraussetzung ist für ein dauerhaft alkoholfreies Leben. "Lasse ich den Alkohol in Ruhe, lässt der Alkohol mich in Ruhe". Einer meiner einfachen Leitsätze.

    Es darf dauern, Margit. Trockenheit im Sinne von Bewusst-Trocken-Leben braucht seine Zeit, um sich zu entwickeln. So war es jedenfalls bei mir.

    Und es ist auch noch nicht allzu lange her, dass ich den folgenden, sehr einfachen Leitsatz für mich wirklich ent-deckt und verinnerlicht habe:

    Kapitualtion - Das erste Glas stehenlassen - Den guten Austausch pflegen

    Ansonsten orientiere ich mich auch an dem Gelassenheits-Spruch und auch an der Erkenntnis, dass es oft wichtig und sinnvoll ist, etwas zu lassen.

    Wichtig war und ist mir, dass ich mich auf den Weg gemacht habe und unterwegs bin, mich mit dem Thema auseinandersetzte und -setze, dass ich dranbleibe...

    Oft sind die elementar wichtigen Dinge sehr einfach und leicht...

    Schönen Sonntag und liebe Grüße, zerfreila

  • Hallo zerfreila,

    danke für deine Antwort.

    Dies ist ganz wichtig für mich:

    Zitat von zerfreila


    Es darf dauern, Margit. Trockenheit im Sinne von Bewusst-Trocken-Leben braucht seine Zeit, um sich zu entwickeln.

    Ich stimme dir zu allem zu, was du geschrieben hast, ich sehe das auch so. Als ich deinen Text gelesen habe, habe ich mich an vor 20 Jahren erinnert, als ich das erste Mal kap. habe. Damals wurde mir bewusst und zwar knallhart bewusst, dass ich trotzallem, was bereits war, was ich meinen Kindern und mir angetan hatte, am liebsten nichts anderes lieber machen würde als zu saufen. Vom Verstand war das natürlich längst klar, dass ich nicht mehr trinken will, aber im Innersten, nein, da hätte ich lieber weiter getrunken.
    Und das hat mich dermaßen geschockt, abgrundtief geschockt. Ab da habe ich mich auf den Weg zu einem trockenen, abstinenten und auch glücklichen Leben gemacht.

    Wenn ich mich jetzt mit aller Ehrlichkeit mir gegenüber frage, ob ich statt hier zu sitzen und zu schreiben und mich mit diesen Fragen zu beschäftigen, lieber doch saufen? Ganz, ganz ehrlich, Margit, kein bisschen?

    Die Antwort ist ein klares NEIN!

    Und das zerfeila lässt mich aufatmen und ist für mich ein Stückchen (großes) Glücksgefühl.

    So, Kiste aus und raus in die Sonne und ans Wasser und laufen, laufen.

    Liebe Grüße
    Margit

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