Tag 4 nach Entscheidung

  • So ging es mir auch, Calida.
    Und so geht es mir auch heute noch.
    Ich mache lieber für mich sinnvolles... Dinge an denen ich Freude habe... und treffe mich gern mit Leuten, die nüchtern sind, anstatt mir angesoffenes Gelaber anzuhören.
    Das nervt mich und langweilt mich außerdem zu Tode.

    Ja, ich kenne das auch so, das mir Leute erzählen wollen, wie "wenig" sie doch trinken und das sie Alk eigentlich auch gar nicht brauchen und blablabla...
    Interessiert mich doch gar nicht !
    Wenn ich in Redelaune darüber bin, sag ich vielleicht, das sie trotzdem eine Droge konsumieren. :P
    Wenn nicht, dann setze ich mich aus solchen Gesprächen ab, ist eh alels verbrannte Zeit.

    Wenn jemand Hilfe braucht, bin ich ansprechbar.
    Und das ist auch schon so geschehen.
    Aber ich halte anderen keine Vorträge über die Risiken von Alk, die sich gerade die Birne langsam zulöten.
    Ich würde sie so oder so nicht erreichen. Und warum auch... ich bin nicht die Retterin der Welt. :wink:

    LG Sunshine

  • Noch eine schöne Erfahrung:-)
    Hatte ein Chor-Projekt-Wochenende. Das erste dieser Art, seit ich nüchtern bin. Bisher war es so, dass alles, was ich zum ersten Mal nüchtern tat, etwas tricky war. Ich habe auch hier damit gerechnet. Ich habe zwar nie beim Singen getrunken, aber hinter als Belohnung sozusagen. Der Gedanke kam mir aber jetzt überhaupt nicht in den Sinn. Ich hab nicht mal gedacht: früher habe ich da immer..... Und das wurde mir auch erst zwei Tage nach dem Projekt bewusst.
    Das Nichttrinken wird also nun auch mir selbstverständlich.
    Damit kann ich allen, die sich ganz frisch entwöhnen und vielleicht Zweifel haben, Mut machen. Es lohnt sich und Nichttrinken kann irgendwann natürlich werden.
    Viele Grüße Calida

  • Irgendwie bin ich ständig am Vergleichen : früher nass und heute nüchtern (Ich sag bewusst nicht trocken, weil ich ja noch nicht sooooo lange abstinent lebe).
    Egal - ich tu's einfach. Jedenfalls ertappe ich mich heute oft, wie ich mich freue. Wie ich schon nachmittags eine Vorfreude auf den Abend verspüre, an dem ich mich entweder vor den Fernseher auf die couch kuschle oder an dem ich in meinem äußerst spannenden Buch weiterlesen kann. Diese Art von Freude gab es viele Jahre nicht in meinem Leben. Meine Gedanken galten keinen Büchern, sondern nur dem Trinken. Und wenn ich dann angetrunken war, konnte ich nichts mehr machen. Ich konnte mich noch nicht mal an meinen Kindern freuen.
    Schon Wahnsinn, wie eine Flüssigkeit, die mich ja ursprünglich gut drauf bringen sollte, mir die ganze Freude aus dem Leben genommen hat.
    Ich bin so dankbar, dass ich die Kraft hatte und habe, die Freude wieder in mein Leben hineinzulassen.

  • Mich hat nochmal der Gedanke beschäftigt, wer warum abhängig wird.
    Wäre ich abhängig geworden, wenn ich gelernt hätte, wie man Alkohol konsumiert, also dass man nach einem Glas zum Essen Stopp macht? Oder wäre ich so oder so abhängig geworden?
    Und wie gehe ich mit meinen Kindern um?
    Mein Sohn ist in dem Alter, in dem er registriert, dass seine Eltern nicht trinken. Ich frage mich öfter, wie ich mich verhalte, wenn wir über Alkohol sprechen. Verteufle ich Alkohol? Bisher mache ich das schon ab und zu. Ich habe ihm mehrfach gesagt, dass Alkohol abhängig machen kann. Denn mir hat das als Kind niemand gesagt. Aber ist das gut? Oder kann genau das einmal nach hinten losgehen?
    Ich weiß es nicht genau. Im Moment bin ich froh, dass er Alkohol und Leute, die ihn trinken, abstoßend findet. Ich höre, wie bei so vielen Dingen, auf meine Intuition.
    Viele Grüße
    Calida

  • Ich weiß nicht, warum ich Tage habe, an denen ich nur nervös bin. Ich hatte so viele Momente am Wochenende, in denen ich Magenschmerzen hatte, überhaupt keine Muße, etwas zu lesen oder mir was Gutes zu tun. Ich wusste eines ganz genau: da hätte ich mich früher einen kompletten Tag lang besoffen. Ich hätte die Angst und Nervosität weggetrunken. Hinterher wars umso schlimmer - aber für den Moment war mir das egal.
    Ich habe daran gedacht, was ich früher tat, aber ich hatte keinen Saufdruck, in dem Sinn, dass ich gern was gehabt hätte. Es hat mich erschreckt, dass ich so eine extreme Nervosität empfinden kann, aber ich habe darauf vertraut, dass dieser Zustand vorbeigehen wird. Alles ist im Wandel (Danke Thalia:-)). Und mein Gefühl kann schon im nächsten Moment ganz anders sein.
    Viele Grüße
    Calida

  • Das kommt mit so ganz bekannt vor. Ich habe das auch. Und wo ich also auch vorher immer einfach zum flasche gegriffen hatte, kann (oder darf) ich das jetzt nicht mehr. Ich muss mich dann auch immer vorhalten, ich wurde mich noch schlimmer fuehlen am naechsten Tag, und bis jetzt zieht mir das durch die Momente. Aber es faellt mir schwer zur Zeit.

    es reicht!

  • Hallo Karsten und Antje,
    Ich denke auch, dass solche Tage normal sind. Wenn sie nicht überhand nehmen.
    Antje, ich sag mir eher ich muss nicht mehr trinken. Wir dürfen jetzt andere und bessere Strategien finden, um mit negativen Momenten umzugehen.
    Mich einfach mal ausklinken und im Forum schreiben, das hilft mir schon und ich seh dann oft klarer. Ich schreib aber mehr im geschlossenen Bereich. Vielleicht wäre das auch was für Dich, Antje?
    Viele Grüße
    Calida

  • Hallo mal wieder im offenen Bereich!

    Ich muss gerade mit vielen nicht angenehmen Dingen aus meiner Arbeitswelt umgehen.
    Was mir unglaublich hilft, ist, bei mir bzw. in mir zu bleiben. Meinen Körper bewusst zu spüren, mir meiner selbst bewusst zu bleiben. Denn so schafft es niemand so einfach, mich an die Decke zu bringen.
    Ich sehe gerade eine Chance in allem Unangenehmen, dass ich genau das jetzt üben kann.
    Und ich bin immer noch froh, zu wissen, dass ich keinen Stoff brauche und sondern mein Leben klar leben kann!

    Viele Grüße
    Calida

  • Huhu Calida,

    Ich schick dir mal liebe Grüße an dieser Stelle.
    Da es ja wieder früher dunkel wird und auch sonst recht trübe ist, schlägt das vielen Menschen aufs Gemüt.

    Ich hoffe es geht für Dich auf Arbeit schnell wieder leichter voran😊

    Kann mich irgendwie immer noch nicht durchringen hier einen neuen Faden zu eröffnen. Naja ist dann eben so.

    Schöne restliche Woche,
    Martina

  • Hallo Martina!

    Du kannst ja auch erstmal in Ruhe lesen, bevor Du einen Faden eröffnest. Du wirst schon spüren, wenn es soweit ist.
    Mir persönlich hat das tägliche Schreiben sehr geholfen. Jetzt auch noch - allerdings schreibe ich hauptsächlich im geschützten Bereich.
    Viele Grüße und einen schönen Tag!

    Calida

  • Hey Calida,

    Ja oder, ich denk ich werde mich da einfach nicht weiter unter Druck setzen. Bin jedenfalls noch da. :)

    Dir einen schönen Nachmittag.
    Martina

  • Hallo Forum!

    Gestern habe ich seit langem mal wieder von Alkohol geträumt. Ich träumte, ich habe wieder getrunken und es ging mir schlecht, weil mir klar war, dass ich jetzt weitertrinken muss. Ich war mit mehreren Kollegen und Freunden in einer Art Freizeit in einem Hotel. Da fragte mich eine Kollegin, ob ich abends noch irgendwas unternehmen will. Ich wollte, aber ich fühlte mich total unfrei und unter Druck, weil ich wusste, dass ich vorher noch trinken muss. Und mir war nicht ganz klar, wie ich das alles heimlich hinkriegen soll.
    Mann! War ich froh, dass das nur ein Traum war.

    Viele Grüße
    Calida

  • Huhu Calida

    Ich war auch heilfroh das ich nur von Alkohol geträumt hatte.

    Vor allem das Gefühl versagt zu haben und mich hier nicht mehr blicken lassen zu können war sehr real.

    Schönes Wochenende wünscht
    Martina

  • Hallo Martina!
    Wobei Du Dich hier auch blicken lassen kannst, falls Du real trinkst.
    Ich finds schade, dass hier viele verschwinden und ich weiß nicht, was ist.
    Und wer dann trotzdem hier bleibt, hat womöglich bessere Chancen, es gleich nochmal zu versuchen.
    LG Calida

  • Hey Calida,

    tja ich weiß gar nicht wie ich mich hier bei einem Rückfall verhalten würde.
    Von meinem Traum her dachte ich da kann ich mich nicht mehr blicken lassen.


    So tun als ob nichts wäre würde ich hoffentlich nicht. Hab mit schon eingebildet an anderen eine Veränderung im Schreiben bemerkt zu haben mit und ohne Alk. Aber das ist vermutlich Quatsch.

    Wobei, merkt man so etwas als Langzeittrockener an anderen
    ?
    Ja das ist echt schade, wenn manche hier verschwinden und Du weißt nicht warum. Ich kann es ja für mich auch nicht ausschließen, manchmal bringen es auch Veränderungen im Leben mit sich.

    Schreibst Du konstant gleich viel hier seit Du da bist oder variiert das?

    Grützi
    Martina

  • Hallo Martina,
    Ich zähle mich noch nicht zu den LZT, aber ich mach mir natürlich auch Gedanken.
    Wenn jemand regelmäßig geschrieben hat, und dann plötzlich etwas unregelmäßig wird, frage ich mich, woran das liegen könnte. Oder jemand wird sprunghaft, schreibt etwas wirr und gibt seltsame Gründe an, warum er so selten schreibt. Da läuten bei mir schon die Alarmglocken.
    Ich persönlich habe relativ am Anfang mal ein paar Wochen nicht hier geschrieben, was mir aber auch nicht gut Tat. V.a. Seit ich im geschützten Bereich bin, schreibe ich fast täglich. Ich fühle mich da total wohl.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!
    LG Calida

  • Heute ist mein Kind krank und ich hab kürzer gearbeitet.
    Der Kleinen gehts aber schon besser und ich genieße es, mal tagsüber daheim zu sein.
    Damals war dieser Leerlauf unerträglich für mich und ich dachte daran, um wieviel Uhr ich anfangen kann zu trinken.
    Und jetzt freu ich mich, dass mal nix ist und frag mich höchstens, ob ich Schokolade esse.
    Is schon schön, das Leben!
    LG Calida

  • Mir ging's zur Abwechslung mal dreckig. Totalen Ärger mit einer Person, wenig Schlaf, viel Aggression.
    Ich hatte auch nasse Gedanken, weil ich mich sofort wie auf Knopfdruck in die Opferrolle begeben habe. Und das habe ich ja jahrelang mit Alkohol zementiert. Das alles war also noch gespeichert.
    Langsam habe ich wieder zu mir selbst gefunden. Ich bin kein Opfer, ich bin eine erwachsene Frau, die sich Unverschämtheiten nicht bieten lässt und die aktiv etwas unternehmen wird. Es ging nicht sofort so, aber zwei Tage Reaktionszeit nach so ner krassen Nummer sind keine Katastrophe.
    Viele Grüße
    Calida

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