Man kann weder editieren noch löschen, oder? Hab jetzt aus Versehen 2x abgeschickt und Fehler gefunden.
Auf dem Weg
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Hallo Pancho,
Editieren und löschen geht hier im offenen nicht.
Fehlerhaft geschriebenes ist hier auch egal. Das ist ein Alkoholikerforum und nicht ein Rechtschreibforum.ZitatAußerdem habe ich mir absolute Offenheit geschworen, egal wem gegenüber. Das gehört für mich auf meinem neuen Weg dazu, der alte war zu sehr von Verschlossenheit und Rückzug geprägt.
ich hatte und habe bis heute auch so gehandelt. Viele Dinge erklärten sich dadurch von alleine. Lügen und immer wieder neue Umschreibungen, warum ich dieses und jenes nicht machen oder mitmachen wollte, ergaben sich kaum noch. So konnte ich mich ganz auf die Dauernüchternheit konzentrieren. Bist du noch in der Druckerei ? In deiner bewegenden Geschichte konnte ich nichts anderes feststellen. Ein potentieller Arbeitgeber könnte auch hier lesen. Manche verhalten sich dann eventuell nicht so gut.Lieben Gruß
Nobby
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Hallo Waschbaer,
ich musste irgendwann auch ein paar Sachen weglassen, weil ich sonst so viel geschrieben hätte, dass vermutlich das Internet abgestürzt wäre
Darum fehlen dann ein paar Details.In der Druckerei war ich zwei Jahre. Jetzt seit zehn Jahren selbständig als freier Autor, aber bis auf zwei Jahre immer auch vom Jobcenter abhängig gewesen, da später auch alleinerziehend. (Diese Details hab ich dann auch weggelassen, weil sie mit meinem Alkoholismus nichts zu tun haben.)
Aber seit zwei Jahren läuft im Prinzip gar nichts mehr beruflich.Gruß Pancho
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Guten Morgen!
Letzte Nacht hatte ich einen Rückfall, zum Glück nur im Traum.
Auch Nachrichten wie die aus Paris waren für mich früher ein legitimer Anlass. Ich konnte es dann vor mir selbst entschuldigen. Sehr eklig eigentlich, den Tod vieler Menschen fürs eigene Saufen zu instrumentalisieren. Aber ich kanns nicht mehr ändern, das Vergangene.
Da meine Hausverwaltung aus Erfahrung beim Bearbeiten von Anfragen mit der Geschwindigkeit einer auf dem Panzer liegenden, bewusstlosen und phlegmatischen Schildkröte arbeitet und eine Klärung der Mietsituation für nächste Woche kaum zu erwarten ist, werde ich am Montag meinem Vater auf die Pelle rücken.
Das Haus hat er bereits alkoholfrei gemacht, zu tun gibt es dort auch immer was und die frische Landluft ist gratis.Habe mir vorgenommen, weil ich einige Leute kenne, für die es ein wichtiger Bestandteil des Lebens geworden ist und auch hier im Forum etliche gute Erfahrungen damit gemacht haben, das Laufen für mich zu entdecken.
(Sport war für mich als Kind und Jugendlicher elementar. Fußball, Handball, Leichtathletik, Tischtennis, ohne mindestens 2 Stunden Bewegung am Tag fehlte mir was. Auch etwas, das verschütt ging ...)Morgen werde ich dann den ganzen Tag mit meinen Töchtern verbringen, freue mich shcon sehr drauf. Eventuell wird es auf ein "The-Walking-Dead-Binge-Watching" hinauslaufen.

Gruß Pancho
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Hallo Pancho,
ja, kenne ich.
Ich hatte auch schon ettliche Rückfälle.
Während ich schlief.
Das gehört wohl dazu.Du hörst dich total energiegeladen an und ich freue mich über deine positive Präsenz hier.
Laufen ist nicht so meins aber Sport gehört auch für mich zu einem trockenen Leben dazu.
Morgen schnüre ich mal wieder die Wanderschuhe und heute bin ich sportlich fair durch Zusehen.Beim Fußball bin ich leider eine absolut Katastrophe, die sogar Angst hat vorm halbleeren, 1 Euro Plastikball mit Schneewittchen Motiv.

Viel Spaß und danke für die Absätze.

Slowly
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Guten Morgen Pancho,
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und freue mich, dass du den Weg hierher und vorallem zu dir selbst gefunden hast.
Ist eine Merkwürdigkeit unserer Krankheit, obwohl wir uns immer mehr zurückziehen und uns von anderen Menschen entfernen, kommen er doch nicht bei uns an, sondern vergeuden die wertvolle Lebenszeit mit dem Suff.
Ganz viele Berichte hier im Forum zeigen ja, dass der Weg zur Selbstbestimmung nur und ausschließlich über die Erkenntnis der Krankheit und die konsequente Arbeit an der Abstinenz führt.
Drück dir die Daumen.
Liebe Grüße
Hans -
Zitat von Slowly
Du hörst dich total energiegeladen Slowly
Ganz gut, dass das Forum keinen Videomodus hat, bei dem du sehen könntest, wie ich hier im Stuhl hänge

Bis auf das letzte Jahr, in dem die Entzüge zwangsweise, weil körperlich bedingt waren, hatte ich nach einem Entzug immer ein Hoch und tausend Pläne, wie ich jetzt alles besser machen will. Gereicht hat es meist für drei, in besseren Fällen für sieben und ganz selten für mehr als zehn Tage.
Und mir ist auch bewusst, dass es genau so wieder sein kann. Nur dass ich mir (und das ist der Unterschied) diesmal die Optionen Rückzug und Trinken versagen und das Tief annehmen und überstehen werde. (Das ist zumindest der Plan!)
Das Sich-wieder-Aufrappeln wird dann hoffentlich nicht drei Monate dauern und es wird nicht erst der Selbstekel oder eine entzündete Magenschleimhaut nach drei Monaten Suff und dem folgenden Entzug sein, der mir wieder den nötigen Energieschub bringt.
Gruß Pancho
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Hallo Pancho,
ZitatBis auf das letzte Jahr, in dem die Entzüge zwangsweise, weil körperlich bedingt waren, hatte ich nach einem Entzug immer ein Hoch und tausend Pläne, wie ich jetzt alles besser machen will. Gereicht hat es meist für drei, in besseren Fällen für sieben und ganz selten für mehr als zehn Tage.
Tausend ? Sieben ? Drei ? Ja so kenne ich es auch.
Wie wäre es mit einem ? Maximal zwei.
Lieber kleine Einzelschritte und die konsequent, als ganz viele die zum scheitern verurteilt sind.Schönes Wochenende
Nobby
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Hallo Karsten,
vieles ist anders. Die erste stationäre Entgiftung, der Wille zur und die beantragte Langzeittherapie, das Offenlegen meiner Situation meiner Familie gegenüber, aber am absolut wichtigsten: Die Einsicht, dass diese Punkte zwar schön und gut und wichtige Hilfen sind, aber der Grundbaustein in einem Leben ohne Alkohol besteht.
Ich hab ja vorher nie einen Entzug gemacht, um danach nie wieder zu trinken!Das sind für mich schon gewaltige erste Schritte. Und natürlich möchte ich von Leuten mit Erfahrung lernen und natürlich hab ich Fragen, hab ja auch schon paar gestellt

Bevor ich mich hier angemeldet habe, habe ich zwei Tage in diesem Forum gelesen und das hat mir in meinem Lernprozeß extrem geholfen. Und viele Fragen konnten dadurch auch schon beantwortet werden, aber ich bin mir sicher, dass auf meinem Weg noch viele Fragen kommen werden.
Im Moment habe ich das Bedürfnis nach Austausch und Aufarbeitung. Das war noch nie so. Damit das auch ja nicht wieder so schnell erlischt, schreibe ich unter anderem hier ins Forum. Mitunter vielleicht etwas zu impulsiv.
Gruß Pancho
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Hallo Hans,
Zitat von Hans im Glück
Ganz viele Berichte hier im Forum zeigen ja, dass der Weg zur Selbstbestimmung nur und ausschließlich über die Erkenntnis der Krankheit und die konsequente Arbeit an der Abstinenz führt.danke für deine Worte.
Genau das war für mich der entscheidende Punkt, den ich erst jetzt für mich akzeptieren konnte und allein diese Erkenntnis hat schon sehr viel verändert.Wünsche dir ein schönes Wochenende!
Hallo Nobby,
ja, so sehe ich es jetzt auch. Die Weichen sind gestellt und nun geht es Schritt für Schritt. Das mindert ja auch die Gefahr von ständigen Enttäuschungen.
Auch dir ein schönes Wochenende,
Gruß Pancho
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Guten Morgen!
Ich hatte ja schon mal einem moderaten Händezittern berichtet. Gestern dann aus heiterem Himmel, nach dem Baden, als ich mein Hemd zuknöpfen wollte, ein sehr heftiger Tremor, der noch ungefähr zwei Stunden anhielt und dann nach und nach vorüberging.
Es gab überhaupt keinen Anlass. Weder war ich aufgeregt noch hatte ich vorher alkoholische Gedanken. Es hat mir auch keine Angst gemacht, aber seltsam finde ich es schon. Auch weil ich weder hier im Forum noch bei Google Informationen dazu finden konnte. Es scheint also nicht normal zu sein.Daher frage ich hier mal: Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Gibt es dafür eine Erklärung?
Heute freue ich mich auf einen vergnügungsreichen Tag mit meinen Kindern, bevor es morgen aufs Land zu meinem Vater geht.
Allen Forumsusern einen schönen Sonntag!
Gruß Pancho
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Guten Morgen Pancho,
Dieses zittern kenne ich aus der nassen Zeit.
Manche Symptome verlieren sich erst mit der Zeit.
Ich habe mit meinem Gleichgewichtssinn zu kämpfen und konnte lange Zeit nicht mehr auf eine Leiter steigen ohne schwindelig zu werden.
Geht jetzt wieder besser, bin am trainieren.Du solltest dich aber nicht scheuen, wenn das noch einmal passiert, mit deinem Hausarzt darüber zu sprechen.
Schönen Sonntag
Hans -
Hallo Pancho,
ich drücke die Daumen, dass es Dir heute besser geht.
Wegen Zittern und Tremor würde ich nicht weiter googlen.
Da würde ich vermutlich lieber zum Arzt gehen.
Google und Forum sind gut.
Aber ab und zu brauchen wir auch Profis
aus dem realen Leben.
Ich wünsche Dir gute Besserung.Viele Grüße
Correns -
Hallo Pancho,
ich kenne Deinen Thread noch nicht, habe jetzt nur die letzte Seite gelesen.ZitatEs hat mir auch keine Angst gemacht, aber seltsam finde ich es schon. Auch weil ich weder hier im Forum noch bei Google Informationen dazu finden konnte. Es scheint also nicht normal zu sein.
Von dieser rumgoogleei kann ich nur dringend abraten.
Ich hatte vor einiger Zeit einen unangenehmen Eingriff vor mir und googelte darüber.
Danach hatte ich nur noch mehr Angst, was alles passieren könnte und traute mich kaum noch.
Der Eingriff verlief ohne weitere Schwierigkeiten und war nach einer Woche schon beinah vergessen.
Das googlen hat mir nur zusätzliche Angst gemacht und war somit wirklich kontraproduktiv.
Andere Sache, ich bekam vor einigen Monaten knallrote Augenlider und ich googelte wieder mal
und las von Lebensmittelallergien bis hin zu anderen möglichen Erkrankungen.
Diesmal aber schon schlauer, suchte ich dann doch schnell meine Ärztin auf, die mir sagte, sie sehe das oft bei Frauen in den Wechseljahren,
gab mir dann eine Salbe, die ich ein paar mal auftrug, und der ganze Zauber verschwand wieder, das ist einige Monate her.Von daher kann ich Dir nur dringend raten, geh bitte mit so einem Problem zum Arzt.
Nicht mehr googlen, das macht einen nur komplett verrückt und man denkt, das man sonstwas hat, dabei ist es oft nur was harmloses.
Ich für meinen Teil werde das nicht mehr tun, habe dadurch schon genug Schaden gehabt.
LG Sunshine
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Hallo,
danke für eure Kommentare. Zum Arzt gehe ich sehr ungern, aber sollte das noch öfter vorkommen, werde ich mir eure Worte zu Herzen nehmen.
Ansonsten erkläre ich das für mich als eine Art krassen physischen Flashback.Was mich freut: Im Hier und Jetzt habe ich keinen akuten Saufdruck.
Bei Gedanken an die Zukunft schleichen sich allerdings immer wieder böse Bilder ein.
Ich träume ja immer noch von einem Häuschen am Wald, und ich sehe mich im Garten sitzen an einem Sommerabend und dieses Bild verknüpft sich automatisch mit Alkohol.
Und so sehr ich dagegen steuere, es gelingt mir nicht, die positiven Assoziationen, die mit diesem Bild verbunden sind, aus dem Kopf zu bekommen.Es fällt mir leicht, die vielen dunklen, einsamen Stunden hier in der Wohnung negativ zu belegen.
Aber es fällt mir nach wie vor sehr schwer, mir verschiedene Situationen, die mein Gehirn positiv mit dem Trinken verknüpft, als genau so angenehm ohne das Trinken vorzustellen.
Ich habe mir auch die Frage gestellt: Waren die Situationen in der Vergangenheit angenehm, WEIL oder OBWOHL ich getrunken habe.
Aber ich kann die Frage nicht eindeutig beantworten, weil ein milder Rausch ja durchaus auch positive Emotionen verstärken kann.Diese Gedanken schieben sich nicht so weit in den Vordergrund, dass ich von meinem Entschluss auch nur ein My abweiche.
Aber ein wenig Angst habe ich davor, dass diese Gedanken sich häufen und es irgendwann schaffen, alles andere zu überlagern.Gruß Pancho
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Hallo und guten Morgen Pancho,
nur kurz, da nur wenig Zeit:
Deine Gedanken sind für mich sehr nachvollziehbar. Tatsächlich werden sie aber nach meiner Erfahrung mit der zeitlichen Distanz zum Alkohol weniger. Je mehr Zeit vergeht, die du nüchtern erlebst, umso mehr haben auch nüchterne positive Situationen die Möglichkeit, sich in deinem Hirn abzuspeichern.
Für mich war (und ist) es nicht leicht zu akzeptieren, dass manche Entwicklung einfach Zeit braucht und nicht durch pure Willenskraft und Verstandesleistung zu beschleunigen ist.Gib dir die Zeit.
Viele Grüsse und einen guten Montag!
Thalia -
Guten Morgen Pancho,
Ich freue mich, dass du gut übers Wochenende.gekommen bist.
Was hast du diese Woche vor?
Pläne, Unternehmungen, etwas, worauf du dich freuen kannst?Zu deiner Frage: wir setzten den Alkohol zu vielen Zwecken ein. In der Regel um abzuschalten, Alkohol ist ein großartiges Beruhigungsmittel. Er schiebt einen Vorhang vor die unangenehmen Empfindungen, lullt uns ein und suggeriert, die Sorgen wären kleiner, das Leben wirkt leichter.
Der Alkohol schafft eine eigene Routine, es gibt immer mehr Situationen, in denen ich zur Flasche greife, weil ich denke, ich muss das tun, ich schaffe es nicht allein.
Diese unglückseligen Routinen bleiben in unsren Köpfen gespeichert, leider.
Wir können sie nicht komplett löschen.Aber wir können sie durch andere Routinen, die positiv besetzt sind, ersetzten.
Diese neue Routinen müssen geübt werden. Tätigkeiten, die dir Spaß machen, die ein Ersatz sind, für den vermeintlich positiven Aspekt des Alkohol.Ich erlebe dass neue Leben auch als Reise, als einen Weg, den wir gehen.
Es gibt immer neue Aspekte zu erleben.
Aber es dauert und der Suchtkranke (du, ich) ist ungeduldig.Es gibt manchmal keine schnelle Lösung, das müssen wir aushalten lernen.
Es passiert gerade eine ganze Menge in deinem Kopf, zu Beginn der Trockenheit habe auch ich eine Achterbahn der Gefühle erlebt.
Wird aber besser, kann Wochen oder auch Monate dauern, bis wir diese subakute Phase des Entzug überstanden habe.
Es ist eine kritische Phase, weil die Gefahr des Rückfalls zu Beginn groß ist.Hast du schon überlegt, zusätzlich zu einer realen SHG zu gehen?
Machst du Sport?
Kannst du ein vielleicht altes Hobby wiederbeleben?
Glaub an dich, du schaffst das.
Liebe Grüße
Hans -
Hallo Pancho,
ich arbeite mich in Deinen Thread eher seitenweise ein
darum habe ich mir einiges von Seite 1 herausgepickt.ZitatIch bin seit 25 Jahren Trinker.
Ds ist doch schonmal ne klare Ansage.
Kein Hin-und Her mehr, bin ich Alkoholiker oder evtl. nur Missbräuchler?
Ich denke, wenn man so klare Anssagen macht, erspart man sich selbst auch viel Rumeierei.In diesen 25 Jahren wirst Du ja nicht nur aus Genuß gesoffen haben, sondern weil Du nicht mehr anders konntest?
Eben abhängig geworden bist von der Droge Alkohol.
25 Jahre sind eine lange Zeit, bei mir war es beinah ebenso lange, ich komme auf mind. 20 Jahre Alkoholmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit.
Da kannst Du nicht gleich die gesamte Festplatte im Oberstübchen umschreiben oder neu partitionieren oder wie auch immer
Das braucht auch seine Zeit.
Thalia hat dazu schon geschrieben in ihrem letzten Beitrag hier, ich hätte es nicht besser beschreiben können:ZitatTatsächlich werden sie aber nach meiner Erfahrung mit der zeitlichen Distanz zum Alkohol weniger. Je mehr Zeit vergeht, die du nüchtern erlebst, umso mehr haben auch nüchterne positive Situationen die Möglichkeit, sich in deinem Hirn abzuspeichern.
und:
ZitatFür mich war (und ist) es nicht leicht zu akzeptieren, dass manche Entwicklung einfach Zeit braucht und nicht durch pure Willenskraft und Verstandesleistung zu beschleunigen ist.
Das war bei mir allerdings anders, ich konnte das gleich so akzeptieren.
Meine Sucht war ja auch nicht durch Willens-oder Verstandeskraft zu stoppen.
Vielleicht funzt es darum beim Gegenteil auch so ?

Ich bin nun 14 Jahre trocken und es gab eine lange Entwicklung während dieser Zeit.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf verzichten möchte, denn einiges davon hat mir meine Krankheit erst ermöglicht.
Einige hier sehen das sicher anders, ich sehe es eben so.
Von daher gilt für mich: Eine Krankheit ist auch immer eine Chance.
Ich habe für manche Entwicklungen viel Zeit gebraucht.
Sicher länger als viele hier im Forum.
Ist aber egal, hauptsache, ich mußte nicht wieder saufen.Damit bin ich auch schon bei der nächsten Schreiberin hier,
Slowly schrieb Dir:ZitatAls ich vor 3,5 Jahren trocken wurde, war für mich das "nie wieder" wie eine Befreiung !
Denn das "nie wieder" bedeutet ja nicht nur, nie wieder die betäubende Wirkung des Alkohols fühlen zu werden, sondern auch nie wieder den ganzen Mist erleben zu müssen, der damit zusammen hängt.
Mir ging es ebenso !
Für mich war es auch eine unendliche Befreiung, nicht mehr Saufen zu müssen.
Das begann schon im KH, als ich nicht mehr auf Entzug kam, keine Schweißausbrüche mehr, keine anderen Entzugssymptome,
die gewohnten Ängste tauchten nur ganz kurz auf, bis ich wirklich verstand, das ich die nicht mehr brauche, weil keine Entzugssymtome mehr auftreten.
Das war für mich wie ein Wunder und ich war so unendlich dankbar dafür.Später, wieder zuhause, war es für mich eine Erleichterung und Riesen-Befreiung, keinen Stoff mehr besorgen zu müssen.
Keine Heimlichkeiten mehr vor meinen Liebsten, keine Lügen mehr, kein heimliches Trinken... all dieser ganze Mist, der im nassen Stadium unserer Krankheit so typisch ist.
Neee also tut mir leid, davon vermisse ich sicher nichts.Es gab aber auch Gedanken, ob ich denn jemals wieder so lustig sein kann, ohne Alk?
Heute frage ich mich, was daran überhaupt lustig gewesen sein soll, ich kann es heute nicht mehr nachvollziehen.
Aber es GAB diese Gedanken damals !
Die verflüchtigten sich aber recht schnell, denn ich merkte, das der Humor ja trotzdem in mir drin ist.
Um lachen zu können, fröhlich sein zu können bis hin zum heftigen Rumalbern brauche ich keinen Alkohol.
Das ist auch alles so da
Was also sollte ich denn noch vermissen?
Die Entspannung, die der Alk auslöste?
War doch eh nur ne vorgetäuschte Entspannung, ausgelöst durch eine chemische Droge !
Man kann zwar prima Probleme mit Alk verdrängen, funzt aber nicht auf Dauer.
Die Probleme bleiben, nur hat man mit dem Alkoholmissbrauch und evtl. auch folgender Abhängigkeit nur noch ein Problem zusätzlich.
Ich halte es für Unsinn, sich nur mit Alk entspannen zu können.
Dann müssten ja alle Menschen, die keinen Alk trinken, komplett unentspannt sein.
Also Schwachsinn.Du schreibst:
ZitatEs fällt mir leicht, die vielen dunklen, einsamen Stunden hier in der Wohnung negativ zu belegen.
Sicher kannst Du das.
Denn der "Alk-Teufel" labert Dir da noch schön einen vor, gelle?
Ich kann Dir nur eins sagen, der Alk-Teufel ist absolut verlogen und verschlagen und ganz sicher kein Freund.
Der will nur, das Du wieder Alk konsumierst, mehr nicht.
Fall nicht auf ihn herein.
Am Ende bezahlst Du nämlich dafür mit Deinem Leben.Außerdem ist das schon mal ein Ansatzpunkt für Änderungen in Deinem Leben !
Du musst nicht allein und einsam in der Wohnung hocken !
Schau, was Du daran schnellstens ändern kannst. Ich halte das gerade auch zu dieser Jahreszeit für wichtig, damit man nicht in eine depressive Verstimmung rutscht.
Das Wetter draussen, die frühe Dunkelheit, die fehlende Sonne, das nun einsetzende grau-in-grau ist alles ja nicht sooo dolle für die Seele.
Also muss man daran arbeiten, das es einem weiterhin gut geht.
Was für Veranstaltungen gibt es bei Euch in der Nähe, die Du gefahrlos besuchen kannst, sprich, wo nicht gesoffen wird?
Was wäre mit einem Sportverein oder erstmal Sport-Treff ?
Gibt ja sog. Lauftreffs beispielsweise.
Was hast Du für Hobbys?
Kannst Du das was reaktivieren, was Dir Spaß machen könnte?
Es geht hier einfach auch um ausprobieren, was einen gut tun könnte.
Das fällt einem nicht gleich immer so in den Schoss.Was kannst Du zuhause für Dich tun, um nicht so einsam zu sein?
Vielleicht regelmäßig Leute zu einem Spieleabend einladen?
Oder zum Essenkochen?
Oder oder oder... das sollen ja nur Anregungen zum Nachdenken sein, kenne ja nicht Deine Interessen und Vorlieben.Regelmäßig hier zu schreiben und zu lesen kann auch sehr hilfreich sein, wie Du ja schon bemerkt hast.
Das ist also auch ne Möglichkeit.
Ich sehe, das auch wieder ein Feiertags-Chat angesetzt wurde über die Weihnachtsfeiertage...
Ich kann mich an viele lustige und auch informative Chats in der Vergangenheit erinnern... und einsam fühlte sich dann auch keiner mehr.
Also, Teilnahme vormerken
So, muss auch los... bis denne... mache mich dann bald an Deine Seite 2

LG Sunshine -
Hallo Tahlia, hallo Hans, hallo Sunshine,
vielen Dank für eure Kommentare.
Gestern auf der Busfahrt zu meinem Vater hatte ich wieder viel Zeit zum Nachdenken und mir ist aufgefallen, dass ich immer noch eine Unterscheidung zwischen "gutem" und "bösem" Trinken treffe.
Ich möchte das nicht, aber es passiert, ich kann es nicht wegwischen.
Trotz der Erleichterung und Befreiung, die auch ich empfunden habe, als das "Nie wieder!" einen festen Platz in meinem Hirn eingenommen hatte.Zum Glück führen diese Gedanken weder zu Saufdruck noch belasten sie mich übermäßig.
Ich sehe das momentan als ein (wahrscheinlich leider nicht letztes) großes Aufbäumen des kleinen Teufelchens.
Dessen Versuch, mir etwas Wehmut und Traurigkeit einzuimpfen und mich an "all die tollen Stunden zu erinnern, die es doch auch gab".Mein Entschluss gerät dadurch nicht ins Wanken.
Meine Strategie ist momentan, mir zu sagen:
Selbst wenn es diese tollen Stunden gab, selbst wenn mir diese tollen Stunden in Zukunft verloren gehen, ist der Gewinn durch die Trockenheit ungleich höher.
Es lohnt sich, trocken zu bleiben.Gleich noch mehr zu euren konkreten Fragen.
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Zu euren Fragen bzgl. realer SHG, Hobbys, etc.
Ich hatte ja schon bei meiner Vorstellung bzw. im zweiten Post über meine Pläne berichtet.
Für mich ist klar, da ich momentan weder Job noch Partner habe, ich mich in Berlin nicht mehr wohlfühle und vielerlei Ängste habe, dass es nur radikal geht.
Das heißt konkret:
1. Schritt: Schaffung eines risikominimierten Umfeldes.
-> Aufnahme in die SOS-Station Serrahn.
Dazu muss ich aber erst die Mietsituation klären, weil meine Tochter noch bei mir wohnt.
Da unklar ist, wie lange das dauert, bin ich gestern zu meinem Vater aufs Land gefahren.
Er hat das Haus alkfrei gemacht und auch schon eine Beschäftigung für mich:
Es gilt, tausende Briefmarken zu sortieren
(Er will seine vor sich hin staubende Sammlung zu Geld machen)2. Schritt: Langzeittherapie
Ist beantragt und würde ebenfalls in Serrahn stattfinden.3. Schritt: Mit Hilfe der auch in Serrahn befindlichen Nachsorgestation Wohnung und Job in der Gegend dort finden.
Und dann erst 4. und weitere Schritte: reale SHG, Sport, Partnersuche, etc.
Für mich würde es keinen Sinn machen, vorher in Berlin zu einer realen SHG zu gehen. Im Gegenteil, momentan würde ich das als Gefährdung betrachten, wegen meiner Ängste.
Einer meiner Entschlüsse ist zwar, mich endlich diesen Ängsten zu stellen.
Aber ich möchte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun.
Und mich jetzt schon in Situationen begeben, die mir Angst machen und bei einem womöglich negativen Erlebnis Saufdruck erzeugen.Mit dem Laufen habe ich aber heute schon angefangen!
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis es nicht mehr wie ein leicht beschleunigtes Humpeln aussieht.
Lunge und Schienbeine brannten und fast die Hälfte der geplanten Strecke konnte ich dann nur noch gehen, aber das angenehme Gefühl der körperlichen Erschöpfung war es auf jeden Fall wert!
Außerdem liefen mir im Wald zwei fette Wildschweine über den Weg!
Hat mich den Rest des Weges glücklich grinsen lassen.Gruß Pancho
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