ein erster Schritt

  • Hallo Selena,

    gut dass du die Einsicht hattest in einer Klinik zu entgiften.

    Alles andere ist nur halbherzig und viel zu gefährlich, du willst ja dass es dir besser geht.

    Wenn du Fragen hast dann stell sie einfach, es gibt keine dumen Fragen, nur dumme Antworten :lol:

    Und wenn die Frage schon 100x gestellt wurde, wir beantworten sie auch zum 101. mal.

    LG Martin

  • Hallo selena & Willkommen im Forum! :D

    Um die Zeit zu bändigen würde ich einfach jeden Tag hier etwas schreiben, selbst wenn es belanglos erscheint oder ist.
    Es hilft, den Kopf zu sortieren.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Selena,
    Wie schön, das Du hergefunden hast :D
    Willkommen im Forum.

    Ich erkenne mich im Verlauf Deiner Geschichte in einigen Punkten ziemlich gut wieder.

    Und ich picke mir hier mal ein paar Punkte kurz raus, weil ich gerade etwas in Zeitnot bin.

    Zitat

    Es ist irgendwie schwierig hier zu schreiben, weil man dann aufhören muss sich und andere zu belügen.


    Das mag am Anfang schwierig erscheinen, ist es aber nicht wirklich, denke ich. :wink:
    Schau, wir Alkoholiker sind hier doch alle gleich betroffen, habe das Gleiche oder sehr ähnliches in der nassen Zeit erlebt.
    Es gibt keine Veranlassung, sich zu schämen, wir kennen das doch alles selbst.
    Du musst Dich auch vor anderen nicht zu schämen, jeder kann suchtkrank werden.
    Alkoholkrank oder anderweitig Suchterkrankt.
    Was meinst, Du, wie viele Menschen von Süchten betroffen sind?
    Das ist nichts, wofür man sich schämen muss, es kann eben passieren und uns hier ist es passiert.

    Für mich war es wohl die größte Erleichterung meines Lebens, nicht mehr lügen zu müssen.
    Denn das war für mich die größte Belastung, die der Suff mit sich brachte.
    Ich hasse Lügen, und ich habe für den Alk oft gelogen und mich am Ende natürlich auch dafür selbst gehasst, weil ich es tat.

    Das mit der Entgiftung hast Du gut gemacht. Es war das richtige.
    Du hast endlich Hilfe angenommen. Weil Du da allein nicht mehr raus kamst.
    Und so ist das auch mit Suchterkrankungen, da kommst Du allein nicht mehr raus.
    Ich habe es selbst so oft versucht und bin immer wieder kläglich gescheitert.

    Bei mir war übrigens auch die ganze Familie froh, das ich meine Krankheit stoppen konnte.
    Aber erstmal mußten sie begreifen, das ich wirklich suchterkrankt bin.
    Und nicht ein paar mal zu viel getrunken habe... denn so war es ja auch nicht.
    Mein Mann war auch sehr erleichtert.
    Und ich kann im Grunde auch sagen, das wir danach nochmal zusammen ein neues Leben angefangen haben.
    Und zwar ein verdammt schönes Leben !
    Es gab und gibt natürlich auch weiterhin mal diese und jene Probleme, aber alles ist ohne Alk besser zu lösen.

    Zitat


    Und ich habe eigentlich keine Ahnung, wie ich dafür sorgen kann, dass ich nicht wieder anfange zu trinken. Also ich habe viel darüber gelesen und weiß theoretisch Bescheid, aber irgendwann setzte das aus und ich habe mir eine Flasche Wein gekauft. Und eigentlich weiß ich nicht wirklich warum. Also ich kann mir im Nachinein Gründe konstruieren, aber irgendwie fühlen die sich auch konstruiert an.

    Ich denke, eine gute Maßnahme wäre, hier zu bleiben und tüchtig zu schreiben.
    Und sich evtl. zusätzlich noch eine reale SHG zu suchen bei Bedarf.
    Am Ball bleiben ist so sehr wichtig, denke ich.
    Nicht nur am Anfang, sondern für immer.
    Nicht jeder braucht dazu lebenslang eine SHG, das sieht man dann mit der Zeit.
    Aber am Anfang ist sie unheimlich wichtig, so würde ich zumindest sagen.
    Und man sollte NIE beginnen, die Krankheit zu verharmlosen.

    selena, ein kleiner Tipp von mir, wenn Du ein paar Euros entbehren kannst (versoffen haben wir ja auch Unmengen)...
    Überlege Dir, ob Du in den Geschlossenen Bereich kommen möchtest, denn dort ist der Austausch sehr viel intensiver als im offenen Bereich.
    Und ich denke, das Du intensive Begleitung brauchst.
    Es kostet ein bisschen was, ist aber sicher ne gute Sache, ganz besonders für nen Frischling wie Dich.
    Und wenns nicht gefällt... dann ist das eben so.
    Aber n Versuch ist es ganz sicher wert.

    Es gibt dort auch nicht nur intensiveren Austausch, sondern auch Freitzeitbereiche und andere Angebote, beispielsweise auch einen Notfall-Chat.
    Und es ist dort vor allem sehr viel persönlicher, weil nicht das ganze www mitlesen kann sondern nur die Forenmitglieder aus dem Erweiterten Bereich.
    So kann man sich sehr viel besser öffnen und über alles schreiben, was einen so umtreibt.

    LG Sunshine

  • Hallo Selena,

    bist du in deiner Entzugsklinik nicht vielleicht über die Möglichkeiten einer Entwöhnungstherapie informiert worden? Das geht stationär oder ambulant und könnte dir eine gute Hilfe sein.

    Alles Gute,
    Thalia

  • Hallo selena,
    ich denke, hiermit hast Du was sehr wichtiges angesprochen, was vielen evtl. gar nicht so bewußt ist, bzw. nicht bewußt werden soll, weils anders halt bequemer erscheint:

    Zitat

    Ich bin schon die letzten 2 Jahre zu keinen Partys mehr gegangen, bei denen Trinken im Vordergrund steht und ich werde jetzt auch zu keinen mehr hingehen,
    bei denen zwar das Trinken im Hintergrund steht, aber ja trotzdem getrunken wird und zwar mit einer völligen Selbstverständlichkeit.
    Ich glaube das macht mir innerlich viel mehr zu schaffen, als vollständig Betrunkene.

    Wenn ich noch ganz frisch abstinent lebe und neben mir trinkt jemand 1 Bier und sonstwas, kann das genau so triggern, als wenn sich jemand mir gegenüber vollaufen lässt.
    Vielleicht kann es sogar noch viel heimtückischer triggern?
    Denn man sieht dabei, das andere offensichtlich das Trinken kontrollieren können, man selbst aber nicht.
    Und man fängt wieder mit den Gedanken an, warum kann ich das nicht? :evil:
    Wie weit ist dann noch der Gedanke, "ob ich es vielleicht doch noch mal ausprobiere? Das MUSS doch irgendwie gehen, andere können es doch auch!"
    Und wie weit ist dann das nächste Glas von mir entfernt?

    Meine Meinung ist einfach, das man sich diese inneren Kämpfe gleich ersparen sollte. Denn sie kosten doch auch innere Kraft, die ich aber dringend für den Aufbau meiner Trockenheit benötige.
    Denn das IST kein Spaziergang.

    Zitat

    aber es zieht sich alles wie Kaugummi und ich vermisse den Elan, den ich sonst habe.
    Ja natürlich hatte ich auch keinen Elan, wenn ich betrunken auf dem Sofa lag oder einen bösen Kater hatte,
    aber sonst war ich nüchtern immer voll aktiv und jetzt sitze ich da so rum und komme nicht aus dem Quark. Das nervt mich.

    Dann wünsche ich Dir erstmal GEDULD ! :P:lol:
    Ich glaube, mit der Sauferei aufzuhören, kostet viel Kraft.
    Seelische und auch körperliche Kraft.
    Alles ändert sich in einem, man kennt den neuen Weg noch nicht und man hat noch keine genauen Orientierungspunkte.
    Woher soll dann der Elan kommen?
    Nicht mehr zu trinken ist auch keine Zauberwaffe, das wir nun immer aktiv und voller Elan sein werden.
    Nö, wir werden vielleicht sogar noch mehr mit Zipperlein zu kämpfen haben, weil wir nix mehr einfach wegsaufen können.
    Also habe Geduld mit Dir... und gib auch dem Körper die Zeit, die er braucht zur Umstellung.
    Und wenn es Dir gut tut, auch mal auf dem Sofa rumzuliegen, dann mach das so.
    Man muss nicht immer rumhampeln und arbeiten und putzen und kochen und es allen anderen recht machen wollen.
    Mache es Dir mal erstmal recht... die anderen oder das andere müssen/muss solange warten und fertig.
    Kurzum: Sieh zu, das es DIR gut geht.

    Zitat


    Das absolute Tief von gestern und heute morgen ist aber überwunden, weil ich mich endlich selber in den Hintern getreten habe und endlich die Küche geputzt habe und je sauberer sie wurde, desto besser meine Laune!

    Na siehste, nach Wolken kommt auch immer wieder Sonnenschein :wink:
    Etwas aktiv zu tun, hilft bei mir übrigens auch immer am besten, um aus Tiefs wieder rauszukommen.
    Wäre da nur nicht der innere Schweinehund, der da sagt, ach komm, suhl Dich ma noch n bisschen im Selbstmitleid... morgen is auch noch Zeit. :lol:
    Aber wie immer: Tun kommt von Tun :wink:

    LG Sunshine

  • Hallo Selena,

    wollte Dich auch hier begrüßen und mal fragen, ob Du auch den zweiten Schritt schon gegangen bist?
    Schreibst Du im geschlossenen Bereich?
    Hast Du etwas an Aktivität gewonnen?

    Dein Hund kann Dein Motor sein, der dich auffordert, raus zu gehen...

    Ich genieße es momentan sehr, früh aufstehen zu können.
    Weil ich fit und ausgeschlafen bin....
    Das ist neu für mich, dann der Schädel, den habe ich nicht mehr☺️

    Schreib mal wieder...

    Viele Grüße, Paul

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