Eine gute Bekannte.

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  • Hallo,

    Ich habe mich hier angemeldet um einmal euren Rat zu suchen,


    Ich habe eine gute Freundin die ich bereits seit über 14 Jahren kenne, in der Anfangszeit ist mir nie wirklich aufgefallen dass sie Alkoholabhängig ist, klar sie hat hier und da mal ein Gläschen Wein und Bier getrunken. Allerdings habe ich es nie als Warnzeichen anerkannt damals.


    Wir haben auch kein super inniges Verhältnis, wo wir uns täglich sehen würden oder ähnliches.


    Dann vor 4-5 Jahren ist es mir mal bewusst geworden dass sie ein Problem hat, nachdem ihre Kinder ihr damals weggenommen worden sind (Ein gewalttätiger EX-Freund) Sie bekommt noch alles hin und macht die Wohnung sauber, kümmert sich um die Kinder usw. - Ich habe ihr in dieser Zeit geholfen und ihr beistand gegeben, war daher auch mal beim Jugendamt dabei und auch bei ihrem Fallmanager vom Jobcenter. - Und da ist mir dann auch das ausmaß bewusst geworden als sie selbst beim Fallmanager von ihrer Alkoholsucht berichtete und in Tränen ausbrach und sie etwas ändern müsse.


    Nun kommen wir zum hier und jetzt:


    Dadurch dass sie sich von ihrem EX-Freund getrennt hat, hat sie nach einem Gutachten die Kinder wieder bekommen und kümmert sich nach wie vor gut um sie, sie ist sauber und gepflegt, sie bekam vom Jobcenter die Auflage die Suchtberatung zu besuchen, wo sie in der Vergangenheit einmal im Monat einen Termin hatte, jetzt durch Corona sind die Gespräche nur noch telefonisch.

    Sie möchte auch einen Psychologen besuchen, hat da aber angst vor und von der Suchtberatung hält sie nicht viel "Das Mädchen ist halb so alt wie ich und DIE möchte mir etwas vom Leben erzählen"

    Und einen Psychologentermin würde sie anscheinend auch nicht bekommen so lange sie noch nicht trocken sei - Wurde ihr so kommuniziert.


    Jedenfalls ist es ein Teufelskreis, ich stehe als außenstehender dabei und spreche auch offen und ehrlich über ihre Sucht mit ihr, aber sie sagt sie braucht den Alkohol um ihr Leben meistern zu können, damit sie aus sich rauskommen kann und die Person sei, die sie eigentlich sein möchte (Locker, Extrovertiert) - Nüchtern ist sie in sich gekehrt und schüchtern.


    Die Suchtberatungstermine bringen nichts, da sie teilweise nachdem sie das Gespräch beendet hat dann am selben Abend noch ihr Bierchen aufmacht und ähnliches.


    Sie ist in einer neuen Beziehung, und ihr Freund trinkt auch sehr gerne und viel - Gerade nach Feierabend , aber auch er bekommt alles hin, geht regulär arbeiten und steht morgens auf und beide kümmern sich um die Kinder, nur wenns dann gegen Abend geht, dann trinken sie. - Habe vorgestern mit meiner Bekannten gesprochen, und sie sagte dass sie seit 8 Tagen clean war, und auch keine körperliche Ausfallserscheinungen hatte (das ging dann wohl mit Schweissausbruch, und Erbrechen einher) (Sie erwähnte mal wenn es ihr dann mega schlecht geht trinkt sie ein Bierchen zum "fit" werden


    Bis es dann gestern war und ihr Freund ein paar Freunde da hatte und alle gemeinsam etwas getrunken haben. - Sie schrieb mich mitten in der Nacht an und frug ob ich noch Bier hätte.

    War allerdings schon am schlafen, und da habe ich den Entschluss gefasst für mich dass ich noch mehr machen müsse, aber das kann ich nicht da sie es einsehen muss und richtig trocken werden muss.


    Was aber wohl ein harter Weg sein wird da ihr Freund nicht vom Alkohol wegmöchte.


    von den Gefühlseskapaden möchte ich erst gar nicht anfangen, dass entweder sie total eifersüchtig ist, und dann mal wieder er, sie sich rauswerfen. - Sie dann "Party" macht ohne ihn, und dann auch ihr Leben "genießt" (Sprich ihm fremdgeht) wenn sie nüchtern ist hat sie dann Gewissenskonflikte, aber anfangs erzählte sie ihm noch was sie dann tat, aber nachdem es dann eskaliert war streittechnisch verschweigt sie es.


    Ich war einmal Abends mit ihr unterwegs bei Freunden wo auch ihr Freund dabei war, die beiden haben sich dann alkoholisiert gestritten und er war eifersüchtig auf ihre Freunde, er ging dann zu sich nach Hause, und sie hat dann weiter getrunken und war richtig betrunken, als ich sie dann nach Hause fuhr, währenddessen spielte sie an meiner Hose und streichelte über sie. - ich habe in den Moment mein Kopf ausgeschaltet und habe mitgemacht, was ich heute bereue weil sie a) Nicht bei sinnen war und b) Vergeben ist


    Und als ich sie nach Hause brachte hatte sie dann Liebeskummer gehabt und sagte dass sie nicht alleine sein möchte und jemanden braucht der bei ihr ist - Für mich wirkt es von aussen als könnte es jeder x beliebige sein und sie erst einmal an sich selbst und ihrer psyche arbeiten soll und an ihrem Alkoholproblem.


    Aber wie sag ich es ihr am besten? Ich möchte ihr nicht ihre Beziehung schlechtreden und bin glücklich für sie ich sehe aber wie der Alkohol vieles in ihrem Leben bestimmt und zerstört.


    Ich denke auch wenn sie sich beide nicht helfen lassen bleibt sie ewig in diesem Kreis

  • Hallo,

    Willkommen hier im Forum.


    Ich denke, für Dich wird es allerhöchste Zeit, Dich aus dieser ganzen Nummer zu verabschieden.

    Du kannst ihr nicht helfen, ohne Selbsteinsicht kann man keinem Alkoholiker helfen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.


    Was gibt es Dir, ihr dauernd helfen zu wollen?

    Lebst Du damit ein Helfersyndrom aus?

    Es sind ja immer zwei, die aus gewissen Beziehungen, insbesondere Abhängigkeitsbeziehungen, ihre Vorteile ziehen.

    Warum also bist Du noch da?


    LG Sunshine

  • Hallo Sunshine,

    Danke für deinen Beitrag.


    Dadurch dass ich nicht täglich Kontakt mit ihr habe, und nicht das ganze "Ausmaß" sehe, ist es für mich Okay eine Freundschaft mit ihr zu führen.


    Ich habe ja auch öfters Kontakt mit ihr wenn sie nüchtern ist, und da ist sie ein toller Mensch den man gern als Freund haben möchte, nur gibt es auch Zeiten gerade wenn sie mich dann auch einlädt zu sich und Freunden wo ich mir das alles anschaue und als außenstehender nur den Kopf schüttle (Viel Alkoholkonsum ihrerseits, und Freunde die noch chemische Drogen nehmen) .. Da bin ich ja schon froh dass sie nicht auch derer verfallen ist.


    Ich weiß dass Du recht hast dass sie ohne selbst Einsicht sich nicht helfen lassen wird - Aber ich bin mir unsicher, mal gibt es Tage da ist sie einsichtig und ist auch mal ne Woche nüchtern, dann gibt's mal wieder Tage wo sie sagt: es ist Wochenende und ich muss feiern.


    Einerseits ist sie eine gute Freundin mit der man gut Zeit verbringen kann, andererseits ist es schon besorgniserregend.


    Ich weiß nicht welche Rolle ich da spielen kann, weil für mich steht auch fest dass sich die beiden gegenseitig auch Triggern, aber der Freund von ihr ist weniger einsichtig und möchte keine Therapie oder Suchtberatung, und sie, naja, sie möchte nicht alleine sein aber möchte vom Alkohol wegkommen.

  • Da sThema allein sein ist immer so eine Sache. Dafür nimmt man manchmal viel in Kauf, auch wenn es einem nicht guttut. Also Sucht hin oder her - genrell mein ich jetzt.

  • Habe mal mit ihr gesprochen und das Thema angeschnitten, sie sagte mir dass die Suchtberatung ihr nichts bringt.

    Habe daraufhin dann mal vorgeschlagen dass sie bei einer Entgiftung mitmacht, da wurde sie ein wenig Ungehaltener und frug wieso und weswegen , wohin ich sagte dass es helfen würde gegen die Schweissausbrüche und das Brechen. - Das verneinte sie, und sagte mir dass die ersten 3-4 Tage schlimm sind,danach es aber wieder gut gehe.


    Also Moral von der Story ist, wenn Wochenende ist, trinkt sie total viel. Benötigt dann locker 1-2 Tage um wieder "nüchtern" zu werden dann hält sie es manchmal so 7-8 Tage durch, bis dann erneut das Wochenende ist, oder Freunde von ihrem Freund vorbei kommen.. und dann geht das selbe Spiel von vorne los.


    Gibts sonst noch etwas was ich ihr raten kann? Vielleicht mal ein Gespräch mit dem Hausarzt? Weil sie wohl von keinen Psychologen betreut wird, so lange sie noch süchtig ist.


    (War zumindest ihre Aussage, Stimmt das überhaupt?)


    Oder wirds darauf hinauslaufen dass sie sich erst die Leber kaputt trinken muss? ...

  • Hallo giostinoo,


    Weil sie wohl von keinen Psychologen betreut wird, so lange sie noch süchtig ist.

    Na ja, eine Therapie macht nur Sinn, wenn sie nüchtern ist.


    Ich sag dir mal was. Ich habe über 20 Jahre als Coabhängige mit meinen alkoholkranken Exmann verbracht. Was ich dem alles geraten habe. Arztbesuche, Entgiftungen, Langzeittherapie... Ach und was weiß ich. Ich habe gedroht, gebettelt und gefleht. Geschrien, geheult und mich völlig verausgabt. Ich habe es mit ALLEM versucht.


    Ich habe mich dann getrennt. Noch heute leide ich unter den Folgen dieser Ehe. Psychisch hat mich das echt kaputt gemacht.


    Mein Exmann ist inzwischen tot. Er hat sich totgesoffen weil er es so wollte. Das gleiche Recht hat deine Freundin auch! So makaber wie sich das anhören mag. Was du über sie schreibst, und du schreibst ja bisher fast ausschließlich über sie, hat sie gar keinen Bock mit dem Saufen aufzuhören. Und ja, sie ist erwachsen und darf das selbst entscheiden. Auch wenn es dir nicht passt.


    Was können wir denn hier FÜR DICH tun? Denn das hier ist eine Selbsthilfegruppe auch für Coabhängige. Und du bist coabhängig.


    Gruß

    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Nein.

    Du kannst ihr nichts raten.

    Sie hat keinen Änderungsbedarf, sie will trinken.

    Dir bleibt nur, dich nicht in ihr Trinkgeschehen einbinden zu lassen.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

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