Hin und hergerissen- Partner trinkt viel

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  • Hallo zusammen

    Ich bin Mutter einer 15 m Tochter. Mein Partner habe ich vor 4 Jahren kennengelernt. Damals trank er auch schon relativ viel nur eben immer in Gesellschaft ( haben damals noch nicht zusammen gewohnt). Dann ist er einmal alkoholisiert Auto gefahren und bekam drauf hin auch den Führerschein weg, und musste regelmäßig zur Haarprobe / Kontrolle um so seine Abstinenz zu beweisen ( Leben in der Schweiz ). In der Zeit, 1 1/2 Jahre trank er natürlich gar nichts und er konnte auch damals von heut auf nachher aufhören.

    Nach dem er dann offiziell als “ Nichtalkoliker” von seiner “Strafe” entlassen wurde und den Führerschein wieder bekam fing er auch wieder an zu trinken … In der Zwischenzeit ( den 1 1/2 Jahren Abstinenz ) lief alles gut und wir zusammen gezogen und ich wurde schwanger. Ab da fing dann der Albtraum an.

    (Corona , homeoffice u andere Umstände haben sicherlich auch einen Teil dazu beigetragen).

    Mein Partner trank schon am morgen Prosecco und das dann so weiter über den ganzen Tag , evt mittags dann Wein u Abend dann noch an in die Kneipe um Schnaps zu trinken oder eben den Schnaps zuhause getrunken.

    Es war mal an manchen Tagen mehr und dann wieder weniger aber am morgen war der Alkohol schon wie der Kaffee.

    Ich habe mich damals tödlich aufgeregt, war schwanger und sehr emotional geladen. Es gab seht heftigen Streit immer aufgrund dessen.

    Er wurde ggü mir auch aggressiv und tlw. leicht handgreiflich, da ich ihn immer sehr konfrontiert und sicherlich auch provoziert habe mit der Alkohol Thematik.

    Iwann habe ich mir nicht mehr zu helfen gewusst und habe ihn betrunken u aggressiv gefilmt und meinen als auch seinen Eltern geschickt und sie damit konfrontiert das er so viel trinkt.

    Gebracht hat es nichts außer das nun natürlich eine Art “Feindbild” von ihm bin.

    Es ging dann mal besser, an Tagen wo er nichts oder wenig trinkt und dann wieder betrunken und aggressiv sobald ich was sage. Wenn er betrunken ist verfällt er auch in eine Art “Wahn” und sieht mich als Feind und provoziert, will streiten uns pöbelt zuhause rum.

    So geht dies nun schon 2 Jahre und mittlerweile ist meine Tochter 15 Monate und momentan der einzige Grund weshalb ich mich nicht über alle Berge bin.

    Ich wollte mit ihm eine Lösung finden um getrennte Wege zu gehen etc. Aber er will keine Lösung.

    Stattdessen droht er mir mit dem Anwalt und dem Entzug von Geld / Unterhalt etc.

    Ich habe momentan gar keine finanziellen Mittel um schnell mal eben in eine neue Wohnung zu ziehen. Oder mit ihm ewig vor Gericht zu streiten.

    Dann knick ich wieder ein und denk es ist vllt besser wenn ich bleibe und mich einfach so gut es geht abgrenze und mein eigenes Ding mache.

    Und dann kommen wieder die Tage wo er 3 Tage unter der Woche fast nur trinkt und am Wochenende wieder zu auf dem Sofa oder im Bett liegt. Ohne Alkohol ist er ja auch nur angepisst.

    Eben, ich bin hin u her gerissen was ich tun soll und vllt steckt auch noch immer iwo ein bisschen Hoffnung das es vllt doch endlich besser wird.

    Vielen Dank im Voraus für euren Support, Ratschläge oder einfach nur Feedback.

  • Hallo Krisi,

    meine Tochter 15 Monate und momentan der einzige Grund weshalb ich mich nicht über alle Berge bin.

    Bei dem Zitat stehen mir alle Haare zu Berge...deine Tochter sollte der Grund sein, warum du aber ganz ganz schnell gehen solltest! Geld hin oder her, es gibt für ALLES eine Lösung.

    Um auf irgendwelche Hoffnungen einzugehen habe ich jetzt grade keine Zeit, tut mir total leid, aber aktuell ist es sowieso das einzig wichtige, das Kind aus so einem aggressiven Umfeld dauerhaft raus zu holen.

    Du wirst bestimmt noch einige Beiträge dazu bekommen, wenn ich die Zeit finde schreibe ich dir auch noch mehr dazu. Aber kurz gesagt, die kleine nimmt großen Schaden wenn du ihr das weiterhin und dauerhaft zumutest, verbale und körperliche Aggressivität zu erleben.

    Ich hoffe sehr für euch, du hörst hier gut hin und kannst die Worte auch zulassen.

    Lieben Gruß,

    Blume


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    You can´t connect the dots looking forward. You can only connect them looking backwards.

    Steve Jobs

  • Guten Morgen Krisi,


    es tut mir leid, in was für einer Lage Du da steckst. Ich gebe Blume Recht, schon allein für Deine Tochter solltest Du möglichst bald aus dieser Situation herauskommen. Das ist ja weder für Dich, noch für Deine Tochter ein schönes Leben. Selbst wenn Deine Grenze noch nicht erreicht ist, bist Du ja auch für sie verantwortlich. Was das Finanzielle angeht: Du könntest Dich nach Unterstützung umsehen. Niemand ist gezwungen, ein Leben lang in einer kaputten Beziehung zu bleiben, nur weil das Geld nicht für eine eigene Wohnung reicht. Ich bin damals auch gegangen. Es war nicht einfach und ich war auch erst auf Hilfe angewiesen, als meine Kinder noch sehr klein waren, aber nach und nach habe ich mich aufgerappelt.


    Du schreibst, dass Dein Mann entweder betrunken oder angepisst ist, wenn er nichts getrunken hat. Das wird daran liegen, dass er in den Tagen, an denen er nichts trinkt, einen Entzug durchlebt und das stresst den Körper natürlilch enorm, von der Seele mal ganz abgesehen.


    Besser werden kann es, solange er trinkt, auf keinen Fall. Als Alkoholiker lernt man nicht, kontrolliert also weniger zu trinken, so dass man sich "besser" verhält. Wenn da erst einmal der Schalter umgelegt ist und abhängig trinkt, dann gibt es kein Zurück mehr, nur durch Abstinenz.


    Möchtest Du Dich hier regelmäßig austauschen? Dann könntest Du Dich einmal kurz bewerben, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.


    LG Cadda


    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de

  • Liebe Blume52, Liebe Cadda

    Danke für Rückmeldungen.

    Es ist auf Dauer definitiv keine zumutbare Situation für mich und meine Tochter. Muss jedoch an dieser Stelle sagen, dass mein Partner nie aggressiv ggü ihr ist sondern die zwei ne sehr enge Bindung haben, da er durch das Homeoffice oft zuhause ist. Was natürlich auf der anderen Seite wiederum contra produktiv ist da er so den Tag verteilt immer bisschen was trinken kann.

    Er versteht es auch nicht das ich gehen will und die Situation so auf Dauer nicht tragbar ist und schiebt mir das scheitern der Beziehung in die Schuhe. Letztendlich sind das endlose Diskussionen.

    Aktuell finde ich so schnell keine gute Lösung, außer er wäre breit mitzuhelfen aber das wird er nicht tun. Er wird alles daran setzen mir es so schwer wie möglich zu machen.

    Wie Blume52 sagte, für meine Tochter ist so ein toxisches Beziehungsumfeld sehr schlecht. Ihr wird vermutlich so ein falsches Bild von “normaler” Beziehung vermittelt. Oft habe ich jetzt gelesen, dass sich die Kinder gewünscht hätten wenn sich die Eltern früherer getrennt hätten. Da solche Situationen natürlich immer wieder eine Belastung für alle sind.


    Gerne würde ich mich weiter austauschen und Meinungen hören. Denn manchmal komm ich tatsächlich an den Punkt wo ich wieder an mir zweifle und mich frage, mach ich iwas falsch ? Sehe ich es iwie zu eng ? Provoziere ich und verlang ich zu viel ?


    Also vielen Dank ich bewerbe mich für den offenen Bereich.


    Lieber Gruss Krisi

  • Hallo und herzlich willkommen Krisi, ich kann nur sagen, hör auf dein Bauchgefühl, was du beschreibst klingt weder übertrieben empfindlich noch nach einer harmonischen liebevollen Umgebung in der ein Kind aufwachsen möchte.


    Du wirst hier viele Gesichten finden die deiner eigenen ähneln. Es ist ganz furchtbar traurig und trotzdem beruhigend, nicht komplett alleine zu sein mit diesen Problemen.


    Ob du ihn provozierst, das kannst nur du selbst wissen. Aber eine alkoholfreie Umgebung, liebevolle Eltern, wie könnte das jemals zu viel verlangt sein.


    Viele liebe Grüße, Lea

  • Hallo Krisi,

    bitte verstehe mich nicht falsch, ich möchte dich nicht verletzen, aber wenn Kinder mit im Spiel sind spreche ich gerne klare Worte. Du sagst, es gibt grad keine Lösung; doch sage ich, es gibt immer eine Lösung! Man oder Frau muss nur anfangen die Schritte zu gehen, alleine, eigenständig. Auf meinem Schreibtisch steht ein Kalender mit Lebensweisheiten (der ist schon ein paar Jahre alt) aber die eine Karte habe ich immer aufgeschlagen und gucke jetzt grade aktuell drauf. Da steht:


    "Tausend Meilen beginnen mit dem ersten Schritt"


    Es ist natürlich einfacher zu sagen, ich bleibe, weil gibt keine Lösung bzw. ich sehe keine Lösung. Dann schau genauer hin... geh suchen... mach dich auf den Weg... ich weiß zwar nicht wie das in der Schweiz ist, aber bei uns in Deutschland bekommt jede alleinerziehende Mutter, grade wenn sie sich aus sowas freistrampelt doch Unterstützung. ALG II heißt das bei uns, das heißt man bekommt eine Wohnung und einen Beitrag zum Unterhalt (kurz gesagt). Erkundige dich bei Euch, es gibt hier im Forum aber auch ein paar Schweizer, vielleicht sagen die dazu auch noch was :)


    du sagst, zu eurem Kind ist er ja nicht agressiv. Es reicht aber definitiv wenn er zu dir aggressiv ist; wenn es eine agressive Stimmung gibt, womöglich als Grundstimmung...? Das ist so was von ungesund für Kinder; die bekommen das mit; sie können sich dem nicht entziehen, sie glauben unter Umständen sie sind schuld, sie versuchen lieb zu sein, damit es besser wird, sie bekommen Angst, weil die Mama beschimpft wird, sie kennen nichts anderes und übernehmen das Verhalten (anderen Kindern gegenüber, oder sogar der Mutter gegenüber, und benehmen sich dann unter Umständen so wie dein Partner...) usw. Es gibt so viele Dinge die man hier aufzählen könnte, um aufzuzeigen, was es mit Kindern macht und wie schädigend das sein kann.


    Ich stelle mir oft die Frage (denn du bist ja nicht die einzige, die mit so einer Lebensgeschichte hier ankommt), was genau liebt ihr denn an eurem Partner? Ich kann das oft schlecht nachvollziehen, denn wenn jemand nie ganz nüchtern ist, bzw. agressiv und sogar handgreiflich wenn er getrunken hat (was ja meistens bei ihm der Fall ist) oder angepisst wenn er nüchtern ist; was kann man da denn noch dran lieben? Bitte, verstehe mich wirklich nicht falsch, ich will dich hier nicht angehen oder verurteilen; vielleicht gibt es dir ja einen Denkanstoß mal genauer hinzuschauen und dir diese Frage zu beantworten.

    Aber gleich vorweg, früher als er das Jahr nüchtern war, da war er ja ein ganz anderer, so toller Mensch, das ist nicht das was ich meine. Denn den Menschen gibt es ja grade bzw. seit längerem nicht mehr und es sieht nicht danach aus, dass das mittelfristig wieder so sein wird. Was hält dich aktuell in dieser Beziehung (außer euer Kind, das hatten wir ja schon, das ist ein Grund, nicht dran festzuhalten)


    Ich wünsche dir weitere gute Beiträge hier, die dir helfen, dich zu sortieren und um den ersten Schritt von den tausend Meilen angehen zu können.

    Lieben Gruß,

    Blume


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    Steve Jobs

  • ch stelle mir oft die Frage (denn du bist ja nicht die einzige, die mit so einer Lebensgeschichte hier ankommt), was genau liebt ihr denn an eurem Partner? Ich kann das oft schlecht nachvollziehen, denn wenn jemand nie ganz nüchtern ist, bzw. agressiv und sogar handgreiflich wenn er getrunken hat (was ja meistens bei ihm der Fall ist) oder angepisst wenn er nüchtern ist; was kann man da denn noch dran lieben?

    Emotional habe ich mich schon innerlich getrennt. Also eben von meiner Seite aus ist nicht mehr von Liebe zu sprechen. In den letzten 2 Jahren ist einfach zu viel passiert. Jetzt auch der Grund wieso ich mich vor allem räumlich trennen möchte, da es immer wieder zu diesen Alkoholeskapaden kommt. 3 Tage mehr oder weniger am trinken und aggressiv wen ich etwas sage dann Panikattacken und dann wieder Alkoholpause / wenig Alkohol und iwann fängt das Spiel wieder von vorne an.


    Wie soll ich mich jetzt verhalten ? Ihn ignorieren auch nichts mehr sagen ?

    Wie soll ich mich verhalten wen er wieder trinkt u meine Grenzen überschreitet ? Zb mit Beleidigungen ggü mir vor unserer Tochter ?


    Ich werde mich in der CH umhören u zu einer Beratung gehen.


    Danke Blume , für deine klaren Worte !

  • kann nur sagen, hör auf dein Bauchgefühl, was du beschreibst klingt weder übertrieben empfindlich noch nach einer harmonischen liebevollen Umgebung in der ein Kind aufwachsen möchte.

    Danke Lea, ja so ist es. Entweder ist es ein aneinander her leben oder eben noch schlimmer wenn dann noch Alkohol im Spiel ist.

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