Alkohol, Ehe, Kinder

  • Hallo Apfel,
    ich hab mich zum Beispiel mit den Eltern der Freundin meiner Tochter und dem Freund meines Sohnes (passt ganz gut vom Alter her) aus dem Kindergarten angefreundet. Die helfen auch manchmal aus, wenns brenzlich wird - aber das beruht auch auf Gegenseitigkeit. Heute hatte ich auch wieder 4 Kinder hier - und ich muss ehrlich sagen, ich finde das ganz toll! Die spielen total super zusammen und streiten sich kaum - und auf jeden Fall weniger, als wenn sie nur zu zweit sind! Ich hatte sogar Zeit, mir neben den Kindern im Garten ein Buch zu lesen... Wir wechseln uns wöchentlich ab. An den Tagen, wenn ich länger arbeiten muss, sind sie immer bei meiner Freundin...

    Klar, dann hab ich immer noch meine Mutter, die eigentlich immer Zeit hat, außer, wenn sie selbst arbeiten geht. Das ist schon ein enormer Vorteil. Trotzdem würde ICH mir andere Möglichkeiten schaffen, damit ich meinen Mann nicht um Hilfe bitten brauche. Ich bin froh, wenn der Kontakt so gering wie möglich ist. Nachdem ich jetzt tagelang von meinem Mann nichts gehört hab (denke, er war über den 1. Mai mal wieder ausgiebig feiern), ist ihm wohl eingefallen, dass er noch Kinder hat. Er schrieb mir, "ich solle die Kinder doch mal bei ihm anrufen lassen, er wüßte schließlich, dass sie das wollen" :shock: Frag mich nur, warum ER nicht mal anruft, und seinen Kindern z. B. eine gute Nacht wünscht oder sonst was... Die Kinder fragen kaum nach ihm - wirklich ganz selten - und wir leben hier unser eigenes, kleines, glückliches Leben. Wenn er Sehnsucht hat, dann kann er sich auch melden - so macht man das doch normalerweise auch, oder? Als ob der Kontakt von den Kindern aus kommen müsste. Der hat einfach nur wieder ein total schlechtes Gewissen und Schiß hier anzurufen. Bin ich froh drüber, dann meldet er sich wenigstens nicht *g*

    Ich war gerade beim Training! Das tat sooooo gut, und ich bin froh, dass ich diesen Ausgleich habe! Bin total gestresst hingegangen und völlig entspannt zurück gekommen *lach* So ist das genau richtig!

  • hallo ayki,

    naja, das ist alles nicht so einfach, wenn man wenig leute kennt. und die, die man kennt, gehen auch arbeiten. ;)

    irgendwie glaube ich auch, dass mein ex langsam anfängt sich zu wandeln. er hat ein stück losgelassen von mir. vielleicht ist es mir dadurch möglich ein bisschen auf ihn zuzugehen.

    Zitat

    Er schrieb mir, "ich solle die Kinder doch mal bei ihm anrufen lassen, er wüßte schließlich, dass sie das wollen" Frag mich nur, warum ER nicht mal anruft, und seinen Kindern z. B. eine gute Nacht wünscht oder sonst was...

    ich denke,dass hat einfach mit dieser krankheit zu tun. selbstmitleid...nach dem motto: ich armer mann bekomme von dem kindern nix zu hören. ich glaube, dass alkies, es erst wieder lernen müssen, dass sie dinge selbst anpacken müssen, damit sich etwas ändert.

    mein ex hatte auch bei vielen dingen so eine gewisse negativeinsellung. er fragte mich manche dinge nicht, weil er davon ausging, dass ich nein sage, obwohl ich vielleicht nichts dagegen gehabt hätte ...und dann kamen solche sprüche: "du willst ja eh nicht.." irgendwie war dann alles vedreht. ich wurde so hingestellt, wie ich nicht bin.

    gruß apfel

  • Hi Apfel,
    ich werde auch ständig so hingestellt, wie ich nicht bin. Von meinem Mann aber auch von meiner gesamten Schwiegerfamily. Muss ehrlich sagen: das ist mir mittlerweile völlig egal geworden. Die denken eh nur das, was sie wollen - die Wahrheit und alles andere interessiert sie nicht. Und ich hab damit nix mehr am Hut!

    Mir würde niemals im Leben einfallen, wenn meine Kinder sagen würden "Wir möchten gerne den Papa anrufen" zu sagen: "Nö, dürft ihr nicht"! Aber sie fragen überhaupt nicht nach ihm... Das ist der Knackpunkt an der ganzen Sache. Hier und da kommt mal die Frage: Wann sind wir wieder beim Papa. Aber kein Geheule, keine Gezehtere... hier ist alles im Lot bei uns. Und das kommt daher, dass wir wenig Kontakt zu ihm haben! Das kann ich mit Sicherheit behaupten! Denn er hat so eine Unruhe in das komplette Familienleben gebracht - ich bin so froh, dass sich das komplett geändert hat!

    Ich hab mir die ganze Zeit Mutter-Kind-Kur-Informationen aus dem Internet geholt. Ich gehe morgen mal zur Krankenkasse und werde da eine Kur beantragen glaube ich. Ich denke, das würde uns allen mal ganz gut tun! Bin schon sehr gestresst zur Zeit und auch ziemlich gereizt und nervös. Die ganze Situation geht halt nicht spurlos an einem vorbei und muss auch bei einem stressigen und aufregenden Alltag verarbeitet werden. Das schlägt sich bei mir doch sehr auf Schlafmangel (Durchschlafstörungen) nieder und macht mir in letzter Zeit echt zu schaffen. Mein Sohn hat auch drastische Durchschlafstörungen - und das kommt auch nicht von ungefähr. Er schläft keine Nacht durch - und macht nur Theater. Meistens so von ca. 23-2 Uhr. Und das schlaucht sehr! Naja, solche Angebote sind dafür da, dass man sie nutzt! Ich werd mal sehen...

  • Ich war heute bei der Krankenkasse, bei meinem Hausarzt und beim Kinderarzt und habe erst mal alles für eine Mutter-Kind-Kur in die Wege geleitet! Irgendwie freu ich mich schon richtig darauf, mal hier rauszukommen. Mal weg vom Alltag und den Abstand genießen. Ich hatte das eigentlich schon sehr lange mal vor, hab es aber irgendwie nie gemacht... Bin gespannt, wie schnell das jetzt alles geht... Ich hatte bisher immer Angst, alleine irgendwo mit den Kindern hinzufahren. Keine Ahnung, warum... Diese Angst hab ich irgendwie nicht mehr. Ich mach das jetzt einfach, und es wird uns mit Sicherheit allen gut tun!

    Mein Mann hat mir heute mal wieder eine Mail geschrieben. Ob er sich nächste Woche ein paar Mal den privaten Pkw ausleihen könne - er wolle hier das Lager endlich mal leermachen (was eigentlich bis Ende Feb geschehen sein sollte), und mit seinem Firmenwagen (Transporter) wäre das zu teuer. Da stand doch tatsächlich: "Die werte Dame kann sich ja mal äußern..." :shock: Er kann die Provokation ums Verrecken einfach nicht sein lassen... Meine ganze nächste Woche ist so vollgepappt mit Terminen, ich hab ihm geantwortet, er solle doch mal seine Schwester fragen, die hätte auch einen Kombi... Auf ihn kann ich mich doch eh nicht verlassen. Und hinterher geb ich ihm das Auto, und er bringt es nicht pünktlich wieder usw. Darauf hab ich keine Lust. Mit der Digitalkamera war es nicht anders. Die wollte er mir auch schon vor mindestens 4 Wochen zurück gegeben haben. Hab ich bis heute nichts mehr von gesehen... Nein Danke! Auf solche Unzuverlässigkeiten kann ich gut verzichten. Hat er sich selbst zuzuschreiben.

    Wir waren hier heute den ganzen Nachmittag im Garten und die Kinder waren echt friedlich. Haben super zusammen gespielt, ich hab in der Liege gelegen und mein Buch weitergelesen *g* echt ein toller Tag, muss ich ganz ehrlich sagen. In letzter Zeit streiten sie sich sehr oft, und ich habe das so richtig genossen, dass das heute mal nicht so war!!! Jetzt werde ich noch ein wenig fernsehen und den Tag schön ausklingen lassen. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

  • Hallo Ayki,

    Zitat

    Die ganze Situation geht halt nicht spurlos an einem vorbei und muss auch bei einem stressigen und aufregenden Alltag verarbeitet werden. Das schlägt sich bei mir doch sehr auf Schlafmangel (Durchschlafstörungen) nieder und macht mir in letzter Zeit echt zu schaffen. Mein Sohn hat auch drastische Durchschlafstörungen - und das kommt auch nicht von ungefähr. Er schläft keine Nacht durch - und macht nur Theater. Meistens so von ca. 23-2 Uhr. Und das schlaucht sehr!

    also das du das überhaupt durchhälst. :o ich glaub, ich würde durchdrehen, wenn mein kleiner jede nacht 3 stunden wach wäre, weil ich meinen schlaf brauche. an meinem kinderfreien WE lege ich gern auch nachmittags nen mittagsschlaf ein.

    ich hoffe, die kur wird euch dreien genehmigt.

    gruß apfel

  • Hi Apfel,
    da haben wir uns wohl überschnitten *lach*
    Ja, ich frag mich auch, wie ich das die ganze Zeit durchhalte! Ich übertreibe wirklich nicht. Er schläft keine einzige Nacht durch und macht nur Theater und brüllt rum etc. Ganz ganz schlimm! Hab schon vieles ausprobiert bei ihm, schimpfen, gar nicht beachten, einsperren, mit in mein Bett usw. - nichts hilft! Er war von Anfang an ein sehr schlechter Schläfer und ein super schwieriges Kind. Ich denke, das hat viel mit den ganzen Problemen zu tun, weil er (auch in der Schwangerschaft im Bauch) schon sehr viel mitbekommen hat! Davon bin ich überzeugt! Muss ich halt Geduld mit haben. Aber ist nicht immer einfach! Es ist schon sehr viel besser geworden. Aber manchmal denke ich wirklich, ich dreh am Rad...

  • Hallo Ayki,
    mit der Mutter-Kind-Kur ist sicher ne gute Idee. DU solltest Dich aber gut informieren, wo Du da hinkommst. ichhabe es mal gemacht und es war die reisnte Tortur. Allerdings nicht die Kur an sich, sondern die anderen.
    Es war ein derart asoziales Umfeld, dass ich mich total zurückgezogen habe. Auch meinen Kindern hat es nciht gut getan.
    Lass dich am besten mit Eßstörungen oder Hautproblemen an die Nordsee verfrachten.
    Da war ne Freundin von mir, auf Sylt. Das soll super gewesen sein.

    Dass Dein Mann da jetzt mit ner anderen Frau rumturtelt tut sicher immer noch weh, oder? Aber allerdings wäre mir wohler, wenn ich wüßte, er hat da ne Frau, die selbst auch ein Kind hat , als wenn er mit sonst wem zusammen ist. Vielleicht kann die ja zumindest mal ein Auge auf die Kinder werfen und mag sein, dass 'sie' ihm ein bißchen auf die Sprünge hilft.
    Ist doch auf jeden Fall besser als jeden Tag ne andere und zudem vielelicht noch irgendwelche Frauen , die ebenfalls trinken und Drogen nehmen, so wie bei meinem Mann. Ich würde mir wünschen, wenn er wenigstens mal ne Frau kennenlernen würde von der er mal was lernen könnte, vielleicht eine die älte rund reifer ist als er.

    Naja, aber solche Frauen wollen ihn ja garnicht, hihi. Die sind ja auch nicht dumm.

  • Hi Paddy,

    Zitat

    Dass Dein Mann da jetzt mit ner anderen Frau rumturtelt tut sicher immer noch weh, oder? Aber allerdings wäre mir wohler, wenn ich wüßte, er hat da ne Frau, die selbst auch ein Kind hat , als wenn er mit sonst wem zusammen ist. Vielleicht kann die ja zumindest mal ein Auge auf die Kinder werfen und mag sein, dass 'sie' ihm ein bißchen auf die Sprünge hilft.


    Ich muss sagen, das tut mir nicht weh - wirklich nicht! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das überhaupt was Ernstes sein soll. Ich könnte mir viel eher vorstellen, dass er EXTRA mit diesen zwei Personen und meinen Kindern spazieren geht, damit sie es mir erzählen. Aber es juckt mich nicht! Ich will ihn schließlich nicht mehr zurück!

    So, jetzt werden wir hier mal ganz gemütlich frühstücken und später in den Kindergarten fahren. Wir müssen dort helfen, etwas für ein Fest morgen aufzubauen! Tschöööö

  • Wo ich mir das jetzt hier gerade noch mal so durchgelesen habe. Weh tut mir eigentlich nur eine einzige Sache: dass das alles nicht funktioniert hat. Dass ich es nicht geschafft habe, diese Ehe zu "retten". Dass ich so lange dafür gebraucht habe, um einzusehen, dass ich nichts dafür und nichts daran ändern konnte, wie alles verlaufen ist und wie er sich verhalten hat. Dass ich es nicht in der Hand hatte - sondern einzig und alleine mein Mann. Jetzt ist es so! Und ich bin froh darüber, dass ich den Absprung geschafft habe! Denn - so wie es in einem anderen Thread stand -

    Zitat

    Pott hat es auf den Punkt gebracht: der Absturz kommt bestimmt, nur mit Partner kommt er später und dann für beide!


    Ich bin froh, dass es nicht so weit gekommen ist. Es war haarscharf an der Grenze, und ich bin am Absturz vorbeigerutscht, weil ich MEINE Grenzen erkannt und wahrgenommen habe und mich nicht weiter habe mitreißen lassen in den ganzen Sumpf! Ich hab den Teufelskreis beendet - und weh tut mir nur, dass meine Liebe für diese Ehe nicht ausgereicht hat bzw. seine Liebe nicht, um für die Trockenheit zu kämpfen. Sonst nichts!

  • Liebe Ayki,
    es tut mir gut hier von dir zu lesen. Dein Beispiel macht mir Mut.
    Ich bin gerade am Anfang der Trennung und habe noch etliche Berge vor mir.

    Zur Liebe schrieb Karsten kürzlich in einem anderen Thread:
    'Die Sucht ist stärker als die Liebe.'

    Daran muss ich jetzt oft denken und irgendwie tröstet es mich; vielleicht weil es uns von den Schuldgefühlen befreit die wir so oft haben.

    L.G. Smilla

    ---------------------------

  • Mir geht es ja da genauso wie Dir Ayki, auch ich bin froh dass ich den Absprung geschafft habe und merke obwohl es mir immer wieder mal zwischendruch schlecht geht und ich dazu neige wieder 'rückfällig' zu werden raffe ich mich immer wieder zusammen. Ich habe mir mittlerweile einen Schutzwall aufgebaut, der mich beschützt, denke ich. Auch meine psychischen Grenzen waren längst erreicht und das was dann mit mir passiert war ist dann wohl auch irgendwie ein Schutz für mich selbst um nicht total abzudrehen. Also , ich meine, meinen persönlichen Tiefpunkt habe ich absolut erreicht. Ichhabe sehr mit mir gekämpft und gerungen. ein ewiges innerliches hin und her. Ich wollte doch einfach nur glücklich sein udn meinen alten Mann wieder haben und dann wieder dieses Bild von der Realität. Dieses Bild was ich imemr wieder verdängt habe und versucht habe zu beschönigen. Jetzt ist der Wunsch nach Glück irgendwie stärker geworden. Ich falle nicht wieder rein auf seine schönklingenden umsäuselnden Worte. Plötzlich habe ich auch eines verstanden, was ich mich anfangs immer wieder gefragt habe und in fast allen ersten beiträgen von Hilfesuchenden gefragt wird: Wie kann ich jemanden dazu bringen, dass er aufhört zu trinken..?
    Die Antwort lautet ja immer: Garnicht. Und kaum eine/r will sich damit zufrieden geben. Erst jetzt wo mir selebr bewußt wurde in welcher Suchtsituation ich selber stecke und wie tief ich da schon drin steckte ist es mir klar geworden. ICH bin hier im Forum gelandet , weil ich meinen Tiefpunkt nahezu erreicht hatte. Und es war nur noch ein relativ kurzer (Bewußtseins-)Prozeß, um auch danach zu handeln. Sich trennen , um sich selbst zu retten. Nicht , um den PArtner vom Alkohol abzubringen. Einsehen, dass der Partner ein erwachsener Mensch ist, der über sich selbst bestimmt. So wie man es akzeptieren muß, wenn das eigene Kind erwachsen wird und das Haus verläßt.
    Nun verstehe ich auch wie schwer es ist sich von der Sucht zu lösen. Ich bin diesem Schritt gegangen und mein Partner eben nicht. An mir selber sehe ich nun wie schwer es ist loszulassen von etwas , was man meint zu brauchen.
    Daher überlasse ich es auch IHM, sich dafür zu entscheiden. Denn das, was ich jetzt durchmache kann mir ja auch niemand abnehmen.
    Und Deine Geschichte hat mir sehr die Augen geöffnet und dazu beigetragen, dass ich jetzt da bin, wo ich bin. Mir ist so klar geworden, wie das hier überhaupt funktionieren kann, wie man sich gegenseitig weiterhelfen kann, als ob man gemeinsam an einem großen projekt arbeitet. Es sit schon faszinierend.

  • Hi Paddy,

    Zitat

    Sich trennen , um sich selbst zu retten

    Genau so ist es!!!

    Zitat

    Mir ist so klar geworden, wie das hier überhaupt funktionieren kann, wie man sich gegenseitig weiterhelfen kann, als ob man gemeinsam an einem großen projekt arbeitet. Es sit schon faszinierend.


    Das Forum ist wirklich klasse! Da hast du Recht! Auch wenn viele Leute die Öffentlichkeit des Internets evtl. nicht mögen und sich deshalb davor abschrecken lassen, hier zu schreiben. Mir ist es völlig egal, ob mich hier jemand erkennt... Ich bin froh darüber, hier zu schreiben und meine Sorgen und Ängste - aber auch meinen Spaß und mein neues Leben - mit den Leuten hier zu teilen! Und ihnen weiterzuhelfen, dass sie genau DAS auch schaffen!


    Wir hatten ein super schönes WE. Das Kindergartenfest war einfach klasse! Und ich bin beschwimpst nach Hause gekommen - bekomme langsam wieder einen völlig normalen Bezug zum Alkohol - und darüber bin ich sehr froh! Wenn ich daran denke, wie so ein Fest früher abgelaufen wäre :shock: Ich hätte absolut keinen Spaß daran gehabt (hätte schon Tage vorher daran gedacht, wie es wohl ablaufen würde), weil ich mich nur darüber aufgeregt hätte, wie viel mein Mann wieder trinkt... Heute war das komplett anders. Wir haben so gelacht, haben rumgealbert bis zum Geht nicht Mehr! Und ich bin froh, dass mein Mann NICHT dabei war! Meine Kinder waren völlig ausgeglichen, haben sich gar nicht gestritten und super mit ihren Freunden gespielt! Also, besser hätte der Tag nicht verlaufen können! So wendet sich das Blatt. Vor einem Jahr hätte ich niemals daran gedacht, dass ich mich auf einem Fest so wohl fühlen kann - Ich hasste alle Arten von Feierlichkeiten!! Dass das jetzt nicht mehr so ist, das liegt einzig und alleine daran, dass ich frei bin - frei von seinem Alkoholproblem und seiner Sucht! Trotz allem habe ich einen sehr genauen Blick für die Leute, die auch ein Problem mit dem Alkohol haben. Die erkenne ich oft SOFORT, denn die ganzen letzten Jahre haben mich sehr geprägt und mich zu einem stillen Beobachter gemacht :lol:

  • Hallo alle zusammen,
    habe sehr lange nichts mehr von meinem Mann gehört. Und das kam mir schon ein wenig spanisch vor. Heute hab ich einen Brief vom Krankenhaus im Briefkasten - denke, seine Versichertenkarte ist da drin. Das letzte Mal (ist schließlich nicht das erste Mal), als hier ein Brief vom Krankenhaus eintrudelte, hatte er einen Bruch durch eine Schlägerei... Bin ja mal gespannt... War ja auch wieder seine kinderfreie Zeit - die muss man doch schließlich nutzen... Ich hab gerade seiner Schwester eine lange email geschrieben und sie gebeten, an den Kinder-WE doch bitte mal ein Auge auf ihn und sein Trinkverhalten zu werfen. Ich denke, sie kann das alles nachvollziehen, hat damals auch sein Alkoholproblem eingesehen... Ich mach mir da jetzt echt ein wenig Sorgen, wobei ich mir eigentlich auch sicher bin, dass er sich an den 2,5 Tagen, an denen er die Kinder hat, zusammenreißt. Ach, ich weiß es doch auch nicht... Hört das denn eigentlich nie auf?? Mal sehen, ob sie antwortet. Hab auch reingeschrieben, dass sie ja auch mal mit ihren Eltern drüber reden könnte (da sind die Kinder auch öfter). Ich würde bei denen eh nur auf Granit stoßen - ist doch so - aber sie hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Eltern, und ich denke, das bringt schon was, wenn sie das mal anspricht. Hab ihr auch gesagt, dass es mir ausschließlich darum geht, dass es meinen Kindern gut geht. Was mein Mann sonst in seiner Freizeit anstellen würde, das würde mich nicht interessieren. Bin gerade etwas aufgewühlt und muss das jetzt alles erst mal sacken lassen...

  • Jetzt hab ich auch noch ne Mail von ihm gekommen. Er möchte mehr an der Erziehung seiner Kinder teilhaben und wird darum kämpfen - dass ich nicht lache. Ist mal wieder eine Phase, die genau dann vorbei ist, wenn ihm die Kinder zu anstrengend werden... Er würde sich zwar an die Vereinbarungen halten, aber er hätte nicht zwei Kinder in die Welt gesetzt, um jetzt an gar nichts mehr teilnehmen zu dürfen... :shock: Jetzt hab ich aber wirklich Angst :lol:


    Was will er machen - er wird keine Chance haben... öfter als alle zwei Wochen werde ich ihm die Kinder auf keinen Fall geben (zumindest jetzt, wo sie noch klein sind nicht). Die kriegen - je öfter er mit ihnen zusammen ist - doch nur einen totalen Dachschaden. Der ist so was von sprunghaft - ich denke, die beim Jugendamt haben auch ihre Erfahrungen mit so was und werden mit Sicherheit niemals auf seiner Seite stellen und einem Alkoholiker öfter als nötig zwei Kleinkinder anvertrauen! Aber was schreib ich hier eigentlich. So weit wird es erst gar nicht kommen... Der labert eh nur rum, und in zwei, drei Tagen sieht die ganze Sache eh schon wieder völlig anders aus, und das Interesse hat sich wieder gelegt.... ja, ist doch immer so! Er denkt nur an sich - ihm geht es nicht um die Kinder. Er hat gerade mal eben kurz Sehnsucht, und dabei kommen solche mails raus - mehr nicht. Das ist ganz schnell vorbei, wenn ihm jemand ein Bier unter die Nase hält...

    Er hat wohl gerade mal wieder einen seiner "hellen" Momente - in denen er seine Fälle mächtig schwimmen sieht - und Schiß bekommt. Ist wahrscheinlich niemand da, der mit ihm trinkt - da kann er ruhig mal über seine Kinder nachdenken... Er hat sich das alles selbst zuzuschreiben. Ich zieh mir den Schuh dafür nicht an! Und ich weiß, dass ich das Richtige getan habe - denn uns dreien geht es seit der Trennung sehr sehr gut! Ihm anscheinend nicht. Sein Pech! Aber am Donnerstag ist ja erst mal die besagte Vatertags-Paddel-Sauftour angesagt - da wird sich das auch alles wieder legen, und er wird selbst seine Kinder dabei mit Sicherheit schnell vergessen. Kinder gegen Alkohol - ist doch ganz einfach - und der Alkohol ist auch nicht stressig und gibt keine Widerworte :roll: Ich kann den einfach nicht mehr ernst nehmen - ich denke, ihr merkt das an meinem Schreibstil :wink:

    Meine Kinder sind zur Zeit glaube ich wirklich glücklich, und mir geht es auch viel besser! Eben haben wir im Wohnzimmer auf dem Teppich einen Kopfstand nach dem anderen gemacht, wir haben uns kaputt gelacht *g*... So was gab es früher alles nicht - hier war nur Stunk und schlechte Laune angesagt - alles nur wegen dem Alkoholproblem meines Mannes. Jetzt sitzen wir abends gemütlich am Tisch, tauschen uns aus. So was gab es früher auch nicht, weil mein Mann nur Umruhe in alles reinbrachte, und so etwas mit ihm einfach unmöglich war... Familienleben hat hier kaum stattgefunden... Und ich bin sooooo froh, dass ich die Kurve gekratzt hab!!! JUPPPIIEEEE - mir geht es - trotz nervlicher und stressiger Belastungen - super gut!

  • Hey ayki,

    pass aber auch, das ihr bei eurem Kopfstand nicht irgendwo die Vase kaputtmacht.................Und wenn schon, kann man ja wieder ersetzen :lol:

    Viel Spaß weiterhin, mit deinen Turnübungen.

    Schön das es Dir sooooooooooooooooooooweit gut geht.

    *drück*

    stoffel :wink:

    "Schmetterlinge fliegen hoch, aber auch die müssen ersteinmal laufen lernen"

  • Hey!
    Ich muss euch unbedingt ein paar Zeilen schreiben... Habe gerade ein wenig aufgeräumt und dabei mein Tagebuch gefunden. In dem steht folgendes:

    "Natürlich hat er mal wieder total übertrieben mit dem Alkohol. Sonntags Nachts kam er um 3.30 Uhr nach Hause und morgens musste ich ihn 100x ermahnen, bevor er sich endlich auch mal um seine Kinder gekümmert hat und aufgestanden ist. Abends ist er um 20.30 Uhr auf der Couch eingeschlafen. Hab ihm einen Zettel auf den Tisch gelegt aus Foren - von Leuten mit Alkoholproblemen etc. und einen kurzen Brief meinerseits. Dass es solche Tage wie diesen Sonntag in MEINEM Leben nicht mehr geben wird und dass ich möchte, dass er sich Gedanken über seine Zukunft (mit prof. Hilfe + Therapie) macht. Heute Abend werde ich mit ihm reden - hab geschrieben, ich will keine leeren Worte mehr hören, er soll endlich an seine Kinder denken + Charakter zeigen. Wenn er sich gegen den Alkohol entscheiden würde, hielte ich zu ihm usw.

    Ich mache jetzt Nägel mit Köpfen. Und will von ihm klipp und klar hören, dass er eine Therapie macht! Ansonsten kann er gehen. So etwas gibt es bei mir nicht mehr. Ein Leben mit Sauferei, Lügen, Verantwortungslosigkeit und völligem Desinteresse an der Familie kann er in Zukunft alleine leben!

    Ich frage mich immer, warum er nicht EINFACH die Finger vom Alkohol lässt - aber es ist nun mal eine Sucht - eine Krankheit - und die muss behandelt werden ! Und alleine schafft er es nie - darauf lasse ich mich auch nicht mehr ein! Es kann ja sein, dass er es will, aber es funktioniert einfach nicht."

    Dieser Eintrag ist von August 2004!!

    Ende 2006 hab ich mich hier angemeldet. Wie ihr seht, war es auch für mich ein sehr langer Prozess. Und es gab mit Sicherheit auch Einträge in meinem Tagebuch z. B. aus dem Jahr 2002, auch 1998 dieser Art!! Ich möchte euch damit nur sagen, ihr alle da, die ihr vorhabt eure Männer bzw. Frauen wegen des Alkohols zu verlassen. Das ist alles nicht einfach und dauert alles seine Zeit! Aber zögert es nicht so lange und einfach nur unnötig hinaus (so wie ich das getan hab)! Es war eine furchtbare Zeit, schreckliche Jahre, in denen ich nur eins im Kopf hatte: Den Alkohol! Und wie ich gegen ihn und für meinen Mann und unsere Ehe kämpfen kann... Es hat nichts genutzt, und ihr könnt mir glauben, ich hab mich angestrengt ohne Ende... Ihr verpasst sooooo viel in eurem Leben... macht euch das nicht kaputt mit Dingen, die ihr nicht ändern könnt!!! Es liegt nicht in eurer Macht, den anderen zu ändern - ihr könnt nur an euch selbst arbeiten, an der Situation wachsen und den Weg in ein besseres, schöneres Leben gehen! Es lohnt sich so sehr! Das kann ich gar nicht in Worte fassen!

    Mein Mann denkt noch immer, er hätte kein Problem - davon bin ich überzeugt. Es ist mir egal! Ich weiß, dass er ein dickes fettes Alkoholproblem hat und abhängig ist ohne Ende! Das sehe ich daran - dass es mir ohne ihn sehr sehr viel besser geht, weil dieses Problem nicht mehr zu meinem Leben, nicht mehr zu meinem tagtäglichen Ablauf gehört! Und ich bin so froh darüber, das könnt ihr euch nicht vorstellen!

    So, und jetzt auf ins Wochenende! Ich wünsche euch allen ein paar schöne freie Tage!!! Ich werde die kinderfreien Tage so richtig genießen und mich mit Freunden treffen, viel Sport machen und lachen, lachen, lachen *g* Tschöööööööööööö

  • Hallo Ayki,

    dein blick in dein tagebuch macht wirklich mut. hatte mich ja letztes jahr kurze zeit nach dir angemeldet und deine geschichte von anfang an und dich als frischgetrennte mitverfolgt.

    letzten oktober entschied ich mich meinem partner noch eine letzte chance zu geben. dann trank er wieder und ich beendete die beziehung eine woche vor weihnachten.
    damals dachte ich: "hätte ich mich schon im oktober getrennt, hätte ich schon 2 monate früher keinen ärger mehr gehabt" . :)
    du warst da mitterweile 3 monate single und bist deinen weg gegangen.

    deine geschichte half mir sehr, weil ich wußte, dass du es allein geschafft hast.

    gruß apfel

  • Hallöchen,
    hab schon wieder etwas zu berichten ;)

    Meine Schwiegermutter holt die Kinder immer alle zwei Wochen freitags vom Kindergarten ab, und da schreib ich ihr dann immer einen Brief, was sie so mit hatten, wenn sie Medikamente nehmen müssen, Termine usw. Dieses Mal hat aber mein Mann die Kinder abgeholt. Der Brief an meine Schwiegermutter hing trotzdem dort, weil ich es erst kurz vorher erfahren hatte.

    Ich hatte dieses Mal einen kleinen Zusatz geschrieben, dass ich sie bitten würde 1. etwas darauf zu achten, dass die Kinder auch ordentlich angezogen sind (damit sie nicht nach jedem Wochenende bei ihrem Vater krank sind - was jetzt schon desöfteren vorkam) und 2. an den Kinder-WE mal ein Auge auf meinen Mann und sein Trinkverhalten zu werfen, da ich mir darüber ein wenig Sorgen mache. Hab ihnen die Situation mit dem Brief vom Krankenhaus geschildert und sie auch über den letzten Brief informiert, wo er eine Schlägerei hatte und deshalb behandelt werden musste... Ist ja auch die Wahrheit. Und da sie ihn an diesen WE desöfteren sehen... mir geht es nur um das Wohle der Kinder. Und alles andere hab ich auch außen vor gelassen. Interessiert mich ja auch nicht mehr, wie er sonst so seine Freizeit gestaltet... Ist doch völlig normal, dass ich mir da so meine Gedanken mache...

    Er hat den Brief gelesen und einen riesen Aufstand gemacht. Naja, es kam eine Mail, in der er sich darüber aufregte. "Der Brief wäre ja der Hammer! Ich sollte doch mal die Kinder fragen, ob es ihnen bei ihm gefällt, alles andere würde mich nichts angehen" (Naja, sehe ich etwas anders, schließlich geht es um meine Kinder...) Und da stand auch, es juckt ihn nicht mehr, was ich schreibe :lol: Dass ich nicht lache.

    Hat ihm wohl nicht gepasst ;) Hab nur auf die Mail geantwortet, dass ich lediglich die Wahrheit geschrieben hätte und wüßte, dass es den Kindern bei ihm gefällt und dass er ein guter Vater sei. Dass ich aber auch wüßte, dass er trinkt, und dass ich es am eigenen Leib erfahren hätte, wie schnell sich das Blatt wenden und sein Verhalten dadurch verändern kann. Er hätte sich dazu entschieden, so ein Leben zu führen. Und ich würde offen mit seiner Krankheit umgehen und ihn nicht mehr decken! Mir ginge es ausschließlich um die Kinder, und dass es ihnen bei ihm gut geht! Punkt.

    Darauf hin kam nichts - was auch!? Wißt ihr was? Ich finde es eigentlich ganz gut, dass die ganze Sache so abgelaufen ist... Irgendwie lustig, dass er sieht, dass ich nicht mehr meinen Mund halte und kusche und alles verheimliche. Vielleicht reißt er sich jetzt an den Kinder-WE noch mehr zusammen als eh schon, weil er auch ein wenig Schiß hat? Ich weiß es nicht. Ich finde es einfach wichtig, dass das gesamte Umfeld in so einer Situation bescheid weiß. Das hat ja auch nichts mit schlecht machen zu tun. Es geht mir ganz ehrlich nur um meine Kinder, und ich glaube, das kann hier jeder nachvollziehen...

  • Allerdings!

    Obwohl ich zuerst grinsend an das Fettnäpfchen dachte....Im Prinzip hast du Recht, das so zu machen.
    Immerhin hast du nichts davon und die Kinder auch nicht, wenn sie nach jedem WE krank nach Hause kommen. Noch schlimmer, wenn er trinken sollte, während er die Kinder bei sich hat.

    Völlig OK und an wen sollte man sich sonst wenden, wenn der eigene Mann nicht kritikfähig ist?

    Grüße
    Heike

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