rene55 - Trinke seit 21 Tagen kein Alkohol mehr!

  • Hallo,

    ich stelle mich mal vor. Ich bin 69 Jahre alt, habe letztes Jahr im Juni zum zweiten Mal geheiratet, habe zwei Söhne und arbeite noch. Ich bin Rentner, leider kann ich von meiner Rente nicht leben.

    Ich möchte mich austauschen und vielleicht etwas Hilfe-Rat bekommen und vielleicht, wenn ich es kann, anderen helfen.

    Ich fühle mich nicht so sehr als Alkoholiker, obwohl ich es wohl per Definition bin. Ich trinke seit 40 Jahren täglich (gut seit 21 Tagen nichts mehr). Ab 2000 ist es viel geworden, erst eine Flasche Rotwein am Tag, zuletzt 2 Liter Rotwein und 0,33 l Schnaps am Tag. Ich habe dann schon morgens angefangen. Ich war ein paarmal wegen verschiedener Krankheiten im Krankenhaus, diese Aufenthalte waren sozusagen ein kalter Entzug, ohne das die Ärzte Bescheid wussten.

    Ich habe versucht aufzuhören, das war nicht von Erfolg gekrönt. Ich wollte aber nicht meine Ärztin konsultieren. Also habe ich angefangen Pausen zu machen, jeden Tag etwas länger, aber bei 12 Stunden 52 Minuten hatte ich starke Entzugserscheinungen, ein paar Tage später war ich bei 18 Stunden wieder jeden Tag starke Entzugserscheinungen und am nächsten Tag wieder Entzugserscheinungen, das war der 2/9/24. Da habe ich mir gesagt: Dieses will ich nicht mehr und habe nichts mehr getrunken.

    Der körperliche Entzug ist jetzt vorbei, jetzt kämpfe ich mit meiner Lust und der Gewohnheit. Ich wollte neulich Nacht runter in die Küche gehen und etwas Wein trinken…

    Ich weiß, dass mir es relativ leicht gefallen ist, nicht zu trinken und dass die Meisten nicht so einfach aufhören können wie ich.

    Aber jetzt kommt, befürchte ich, der schwierige Teil.

    Alles Gute für alle, die meine Zeilen lesen.

    René

  • Hallo Rene,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss, vor 3 Wochen keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Viel besser wäre es gewesen, wenn Du mit Deiner Ärztin ein offenes Wort gesprochen hättest und dann eine medizinisch begleitete Entgiftung durchgezogen hättest.

    Denn Du selbst schilderst, dass Du starke Entzugserscheinungen hattest. Deswegen raten wir generell von einem kalten Entzug ab, weil dieses jedes Mal sehr gefährlich werden kann.

    Wie Du schreibst, warst Du schon öfter in ärztlicher Behandlung und auch stationär, auch dort hättest Du es ansprechen können, bzw. auch müssen.

    Denn bei einem Alkoholiker wirken Medikamente, etc. nicht mehr so, wie bei jemanden, der nie zu viel Alkohol getrunken hat.

    Bei mir z.B. wirken Spritzen beim Zahnarzt erst viel später und auch bei Schmerzmitteln tritt weniger oder gar keine Wirkung ein. Und das alles auch noch nach vielen Jahren.

    Du fühlst Dich nicht als Alkoholiker, aber im Grunde weißt Du, dass es so ist, nicht wahr?

    Ich finde schon, dass Du nicht so einfach aufgehört hast mit dem Alkohol. Es liest sich sehr schwierig und auch gefährlich, was Du durchgezogen hast. Aber nun ist es vorüber und Du kannst nach vorne sehen.

    Wie sind Deine Pläne, willst Du eine lebenslange Abstinenz?

    Wenn es so ist, gehört u.a. auch dazu, dass Dein Haushalt alkoholfrei ist. Du hast geschrieben, dass Du nachts zum Kühlschrank gehen wolltest, d.h. Du hast noch Alkohol im Kühlschrank. Am besten ist, wenn überhaupt kein Alkohol mehr im Haus ist.

    Ich lasse Dir unsere Grundbausteine zum Anklicken und Lesen da, falls Du sie noch nicht gefunden hast. Darin findest Du einiges, was Du in Deinen neuen Alltag integrieren solltest und kannst:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Elly,

    HTML geht anscheinend bei euch nicht oder ich bin zu doof. Hier der Klartext:

    "Viel besser wäre es gewesen, wenn Du mit Deiner Ärztin ein offenes Wort gesprochen hättest und dann eine medizinisch begleitete Entgiftung durchgezogen hättest." Das ist wahr, lag aber nicht in meinen "Möglichkeiten".

    "Du fühlst Dich nicht als Alkoholiker, aber im Grunde weißt Du, dass es so ist, nicht wahr?" Da hast Du Recht, Wissen ist das Eine aber das Gefühl das Andere.

    "Wie sind Deine Pläne, willst Du eine lebenslange Abstinenz?" Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich genieße erst mal das Fehlen einiger körperlicher Beschwerden und den besseren Schlaf.

    "gehört u.a. auch dazu, dass Dein Haushalt alkoholfrei ist." Das ist nicht möglich.

    Liebe Grüße

    René


    edit

    2 Mal editiert, zuletzt von Linde66 (23. September 2024 um 19:42) aus folgendem Grund: doppelten Text gelöscht

  • Bei uns gibt es die Möglichkeit Texte zu zitieren und dann darunter zu kommentieren, Rene.

    Ich genieße erst mal das Fehlen einiger körperlicher Beschwerden und den besseren Schlaf

    Es ist gut, dass es Dir besser geht. Dabei bleibt es allerdings nur, solange Du abstinent lebst.

    Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

    Bei uns im Forum tauschen sich nur bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz wollen.

    Überlege Dir, ob es das ist, was Du auch willst, oder ob Du momentan nur einer Trinkpause einlegst.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Rene,

    herzlich Willkommen und Glückwunsch zu 3 Wochen Abstinenz.

    dass Dein Haushalt alkoholfrei ist." Das ist nicht möglich.


    Warum? Was ist wichtiger?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich, Rene:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema in den offenen Bereich zu den "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Und dort geht der Austausch dann für Dich gleich los.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Rene.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Rene,

    Aber jetzt kommt, befürchte ich, der schwierige Teil.

    Wie schwierig oder schlimm kannst Du ja etwas steuern. Erfahrungsgemäß ist es einfacher, wenn Du jemanden mit im Boot hast. Deinen Hausarzt z.B. oder eben auch eine SHG wie unsere hier zum Austausch.

    Es ist z.B. beim Arzt natürlich erstmal das abchecken ob schon körperliche Schäden aufgetreten sind. Und es beinhaltet eine Art der Kapitulation vor der Sucht.

    Die ist bei Alkoholikern sehr wichtig, durchgehend dagegen ankämpfen ( gegen die Erkenntnis der Erkrankung )ist nicht zu schaffen.

    Die Alkoholkrankheit ist nur durch Abstinenz zu stoppen und geht nicht mehr weg. Wenn Du wieder ein Glas Wein trinkst, springt der Motor wieder an und Du bist schnell wieder auf Deinem alten Level. Mit allen Entzugserscheinungen und schlimmer.

    Es ist also einfacher, wenn Du Dich mit Deiner Erkrankung identifizierst und Dir klar ist das Du nie wieder einen Schluck Alkohol trinken darfst/ kannst / willst.

    Ich lebe in einer Wohngemeinschaft und bin nicht der einzige Alkoholiker.

    Das macht die Sache nicht gerade einfach. Da ist natürlich schnell mal zur Flasche gegriffen und schon geht es wieder los. Besteht denn die Möglichkeit einer Trennung der Lebensmittel und das der Alkohol evtl. irgendwo unter Verschluss gehalten wird um ein einfaches zugreifen zu verhindern?

    Ideal ist das wirklich nicht. Ein sicherer Hafen, also eine alkoholfreie Umgebung ist schon sehr wichtig.

    Respekt das Du das angehen und durchziehen willst.

    Gruss WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Besteht denn die Möglichkeit einer Trennung der Lebensmittel und das der Alkohol evtl. irgendwo unter Verschluss gehalten wird um ein einfaches zugreifen zu verhindern?

    Hallo Whitewolf,

    danke für Deine Aufmerksamkeit und deine Vorschläge. Es fehlt hier ein Verständnis für das Thema aber meine Entscheidung wird respektiert. Eine separate Aufbewahrung werde ich hier vorschlagen.

    Ein Wohnungswechsel kommt aus finanziellen Gründen nicht in frage, ich habe nur etwas über 600 € Rente. Ich lebe im Ausland in der Nähe des Meeres und bekomme keine finanziellen Hilfen aus Deutschland.

    Viele Grüße

    René

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