adeline - Alkoholkranke Mutter

  • Hallo,ich bin 37 Jahre alt und habe eine alkoholkranke Mutter.

    Sie trinkt und raucht seitdem sie 11 Jahre alt ist durch ein sexuellesTrauma in der Kindheit/Jugend.

    Sie wuchs in verschiedenen Heimen auf.Liebe und Familie kennt sie nicht.

    Sie war alleinerziehend mit uns und andere Familienangehörige gab es nicht.

    Das Bier war immer präsent bei uns.So kam es das sie uns öfter mal zum Nachbarn gab wenn es ihr nicht gut ging.

    Dort erlebte ich dann sexuellen Mißbrauch durch ihn.Bis heute hat sie das nicht verkraftet.Immer wenn Sie trinkt weint sie um alles was in ihrem Leben an Ungerechtigkeit passiert ist und das sie nichts davon vergessen kann.Alle Menschen sind böse.

    Ich muss immer aufpassen denn alles auf der Welt ist gefährlich und böse.Das hat mich bis heute geprägt.

    Als ich selber Mutter wurde zog ich bei ihr ein und ich erinnere mich an jeden Abend wenn mein Sohn wach wurde weil sie betrunken nach Hause stolperte,die Musik aufriss und überall anrief um ihren Schmerz loszuwerden.Ärzte,Polizei...

    Sie drohte mitunter sogar mal damit Amok zu laufen und vieles mehr.

    Ich hielt es irgendwann nicht mehr zuhause aus und zog zu meinem damaligen Partner.

    Ich versuchte mein Leben alleine zu bewältigen und unser Kontakt hat sich seitdem immer weiter verschlechtert.

    Sie liebt und hasst mich gleichzeitig. Sie kritisiert mich als Mutter dermaßen und wollte Umgangsrecht zu meinem Kind einklagen.Sie bedroht den Vater und die Familie meines Kindes mit SMS.

    Sie schreibt mir : Bitte hilf mir.Ich hab dich doch so lieb.

    Dann folgt: Ich hasse dich.Du bist auf meiner Beerdigung unerwünscht.Ich will dich nicht dabei haben.Du Fotze.Du hinterlistige Kuh hast mir meinen Enkel genommen.Du machst mich überall schlecht.

    Das ging soweit das ich anwaltlich dagegen vorgehen musste.Meine Schwester hält zu meiner Mutter und verachtet mich für mein Verhalten.Man hätte anders reagieren können usw.

    Ich bin psychisch eh vorbelastet und kann mich gerade so über Wasser halten.

    Es folgen Kontakt und Kontaktabbruch weil sie wieder ihren Hass auf mich und die Welt rauslässt obwohl man einen Tag vorher noch lieb miteinander war.

    Mir tut das so unendlich weh zu sehen wie meine Mutter psychisch und körperlich immer mehr kaputt geht.Ich schaffe es einfach nicht das sie sieht das ich sie liebe.Sie war mal meine beste Freundin.Und jetzt hasst sie mich oder wünscht mir den Tod.

    Was mache ich wenn ich mich nie wieder mit ihr versöhnen kann und sie stirbt?

    Meine Schwester hat alle Vollmachten und Verfügungen.Was ist wenn ich sie nicht mal im Krankenhaus besuchen darf?Was wenn ich wirklich nicht zur Beerdigung gehen darf?

    Wie komme ich damit klar das meine eigene Mutter mich so sehr verkennt und ablehnt?Keiner versteht das wenn ich versuche mit jemandem darüber zu reden.Die meisten würden sagen Kontaktabbruch bei all dem was war.Und es war so vieles schlimmes.

    Aber sie braucht doch eigentlich Hilfe.Sie braucht Liebe.Aber sie nimmt nichts an.Psychologen sind alle bescheuert und blöd und nur wegen dem Geld an ihr interessiert.

    Ich habe so oft versucht ihr Termine zu machen,aber sie geht höchstens 1 mal hin und irgendwas passt ihr nicht.

    Sie sagt bei ihr ist es eh zu spät sie ist alt was will man da noch machen.An Geburtstagsfeiern redet sie davon wie und wo sie beerdigt werden will.Sie sei froh wenn es irgendwann vorbei ist.

    Mir tut das so so weh das mit anzusehen und dabei noch bei meiner Schwester und Mutter die böse zu sein.

  • Hallo adeline,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe. Es ist erschütternd zu lesen, was Alkohol in einer Familie anrichten kann.

    Du hast es richtig gemacht und bist da raus. Auch wenn es sich völlig verkehrt anfühlt. Aber schau auf deinen Sohn.

    Damit wir dich fürs Forum freischalten können, klicke bitte auf diesen Link und schreibe einen Satz, das reicht auch schon.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo adeline,

    willkommen hier.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    VG

    Alex

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • @Alex: Entschuldigung das war nicht meine Absicht!Ich war emotional sehr aufgebracht als ich dies schrieb.

    wieweiter : Ja es ist nur dieser Schmerz und das Wissen das es so ist.Das ich mich wohl nie mit ihr versöhnen kann und sie irgendwann geht ohne das wir noch ein Wort miteinander sprachen:-(

  • Hallo Adeline

    Schütze dich und dein Sohn.

    Du bist für deine Mutter nicht verantwortlich.

    Lebe dein Leben und mach es besser, du bist es dir Wert und für deinen Sohn.

    Meine Mutter hatte auch keine Tips, Ratschläge etc. angenommen, habe immer nur, seit ich denken kann, ihre schlechte Laune abbekommen.

    Habe meiner Mutter einen langen Brief geschrieben, mit dem Resultat von null Einsicht.

    Darauf hin hatte ich den Kontakt auf ein minimum reduziert, musste mich selbst schützen.

    Machte eine Therapie und musste erst mal meine Kindheit aufarbeiten.

    Meine Mutter war Alkoholikerin.

  • Ich habe über 10 Jahre den Kontakt einschlafen lassen, sonst wäre ich kaputt gegangen.

    Es ist in Ordnung sich zu schützen, vor allem, wenn man selber Kinder hat.

    Die saugen ja - wie man selbst früher auch! - das suchtgeprägte Verhalten auf. Viele Kinder oder Enkel aus suchtkranken Familien werden später selbst Alkoholiker oder suchen sich Alkoholiker als Partner. Warum? Weil sie ganz, ganz früh verinnerlicht haben, daß das normal ist.

    Ich habe erst mit ca. 10 bis 12 Jahren angefangen zu erahnen, daß etwas in meinem Zuhause nicht stimmt. Ich war ganz oft nach der Schule bei meiner besten Freundin und da war eine völlig andere Atmosphäre: lebendig, fröhlich, wertschätzend.

    Zu der Zeit habe ich nicht bewußt verglichen oder gar darüber reden können. Das Familiengeheimnis mußte unter allen Umständen gewahrt bleiben... auch wenn wir Kinder dabei draufgegangen sind. Aber die regelmäßigen Besuche bei meiner besten Freundin in ihrem gesunden, suchtfreien Zuhause haben mir klar gemacht, daß es ein anderes Leben geben muß. MIt 18 bin ich daheim ausgezogen und auf Abstand gegangen. Und aus dem äußeren kilometergroßen Abstand wurde mit der Zeit ein innerer Abstand.

    Du darfst dich schützen, du darfst Abstand halten. Du darfst auch gefrustet und traurig sein. Nasse Alkoholiker sind unerreichbar. Und wenn das die eigene Mutter ist, ist das erschütternd bis ins Mark.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Heuel:

    Das ist immer so unheimlich schade zu lesen das Worte einfach nicht ankommen.

    Ich verstehe einfach nicht wie meine Schwester das mit meiner Mutter macht.In solchen Momenten denke ich mir immer : Hätte ich doch anders reagieren müssen?

  • Linde66 :

    Ich kann das so gut verstehen das du dich bei deiner besten Freundin so gut aufgehoben gefühlt hast.Ich war als Kind auch immer total beeindruckt wie es bei anderen Familien so ist und wie familiär es doch zugehen kann.

    Ich wollte meinen Post auch eher oberflächlich halten weil ich auch nicht weiß inwiefern es hier okay ist Dinge zu schildern.

    Ich frage mich ob es eventuell Sinn macht eine Therapie zu machen...

    Ich bekomme diese Schuldgefühle nicht weg und diese was wird wenn...fragen nicht aus meinem Kopf.Ich hoffe sehr das mit der Zeit auch bei mir ein innerer Abstand Eintritt.

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Generell ein Danke an alle die hier antworten.Das hilft mir wirklich sehr

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