PeanyPie - Dürfen auch Angehörige hier sein? - Partner im Alkoholentzug

  • Hi miteinander,

    Ich selbst habe kein Problem mit Alkohol, mein Lebenspartner, mit dem ich erst 10 Monate zusammen bin jedoch schon. Er trinkt schon Bier, seit er noch ein Kind war und es wurde in den letzten Jahren immer schlimmer. Mittlerweile befindet er sich in Therapie, erst seit kurzem, und ich fühle mich ziemlich allein gelassen mit allem. Ich hoffe, auch Angehörige dürfen hier sein, denn über einen Ort, an dem ich Hilfe, Unterstützung und vielleicht ein Ohr erhalte, das mir zuhört, wäre ich wirklich froh.

  • Hallo PeanyPie,

    na klar darfst du hier sein, Angehörige sind herzlich willkommen. Das Hilfeangebot für Angehörige, Coabhängige ist oft noch dürftig. Selbsthilfegruppen haben zwar auch alle Angehörigengruppen aber bei Suchthilfestellen gibt es oft wenig Selbstbetroffene.

    Wir sind hier eine große Gruppe Angehöriger und Coabhängiger. Ich selbst war lange mit einem nassen Alkoholiker verheiratet und coabhängig. Deine Probleme können hier also von ganz vielen Leuten verstanden, weil selbst erlebt, werden.

    Das Ziel hier im Austausch ist die Selbsthilfe. Das heißt, du kannst hier Wege erkennen lernen, wie du für dich ein gutes Leben haben kannst. Dass du dem Abhängigen nicht helfen kannst, solange er es selbst nicht will.

    Aber jetzt bewerbe dich erstmal unter diesem Link: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Klick einfach darauf, schreibe ganz kurz nochmal was und dann wirst du freigeschaltet. Dein Thema hier befindet sich dann im Bereich für Angehörige und Coabhängige.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich danke euch. Und ich bin froh, einen Ort gefunden zu haben, an dem ich Hilfe finden kann, denn für mich ist das alles etwas viel. Ich wusste schon, dass so ein Alkoholentzug belastend für alle wird, aber nur so kann es danach auch besser werden, oder?

    Mein Partner ist jedoch erst eine Woche weg und es ist schon jetzt so schwer. Uns steht noch ein langer Weg bevor und ich weiss manchmal nicht, wie wir das schaffen sollen.

    In der ersten Woche hat er jetzt den körperlichen Entzug gemacht. Der ist ziemlich gut gelaufen und er meinte sogar, er vermisse den Alkohol gar nicht. Er hat sich in der Woche vor seinem Klinikeintritt und auch nach dem Eintritt bis zum Wochenende mir gegenüber geöffnet, wie er es vorher noch nie gemacht hat und wir haben zusammen geweint, sind seine Probleme angegangen und ich habe ihn unterstützt, wo und wie ich konnte. Auch finanziell. Ich hatte das Gefühl, wir sind viel enger zusammengewachsen.

    Das hat aber vor drei Tagen wegen einer Lapalie gekehrt. Und eigentlich kann ich nicht mal was dafür, denn nicht ich, sondern seine Tochter hat seine Gefühle verletzt. Dennoch bin ich schuld, es gab riesen Streit und mittlerweile wurde ich blockiert, obwohl ich auf Kind und Haus achte und ihn fast in sämtlichen Belangen unterstütze und „draussen“ vertrete.

    Das war schon so, als er noch getrunken hat und ich dachte eigentlich, es wird jetzt besser. Er hat auch da im Streit schon gerne geschmollt und war wegem Alkohol leicht reizbar. Aber jetzt ist er noch reizbarer.
    Fünf Minuten vor Beginn des Streits meinte er noch, wie toll ich bin und machte mir eine Liebeserklärung par excellence. Und dann werde ich zwei Tage lang angemacht und schliesslich blockiert, weil ich mir das nicht gefallen lasse.

    Wird das jetzt immer so ein auf und ab? Er ist ein Mensch, der mit negativen Gefühlen ohnehin schon schlecht umgehen kann und jetzt, wo er sie nicht mehr ertränken kann, wird es nur noch schlimmer sein. Ich versteh das, tu ich wirklich, aber am Ende leide ich darunter, denn er lässt alles an mir aus.

    Wie kann ich ihn am besten unterstützen? Wie gehe ich mit ihm um? Und wie viele Grenzen sollte ich setzen? Er ist momentan nicht wirklich er selbst, das weiss ich, aber ich weiss nicht, ob das eine Entschuldigung für alles sein soll. Ich möchte doch nur, dass es ihm endlich gut geht und er sein Leben wieder unter Kontrolle hat.

  • Hallo PeanyPie,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich hier überall austauschen.

    Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich. Du erkennst diesen Bereich daran, dass die Namen der User in roter Schrift erscheinen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Wie kann ich ihn am besten unterstützen? Wie gehe ich mit ihm um? Und wie viele Grenzen sollte ich setzen? Er ist momentan nicht wirklich er selbst, das weiss ich, aber ich weiss nicht, ob das eine Entschuldigung für alles sein soll. Ich möchte doch nur, dass es ihm endlich gut geht und er sein Leben wieder unter Kontrolle hat.

    Du kannst das nicht für ihn regeln. Aber Du kannst und solltest dafür sorgen, dass es DIR gut geht. Warum hältst Du an einem Mann fest, der so mit Dir umgeht? Ihr kennt Euch doch noch gar nicht lang. Ich sage Dir ganz offen etwas, das Du vermutlich nicht hören magst - aber sein Verhalten klingt unabhängig von seiner Suchtproblematik nicht gesund. Ich rate Dir anstatt zu überlegen, was Du für ihn tun kannst mal darüber nachzudenken, warum er Dir wichtiger ist als Dein eigenes Wohl.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanananana (15. März 2025 um 08:45) aus folgendem Grund: Tipper

  • Hui da hast du ja ein ganz schönes Tempo hingelegt. Ihr seid 10 Monate zusammen, du kümmerst dich alleine um Haus und Kind und unterstützt ihn finanziell?
    Warum genau machst du das? Er scheint ja dabei auch noch sehr schwierig zu sein. Klar im Entzug ist wahrscheinlich niemand besonders ausgeglichen, aber die Frau die gerade alles am laufen hält zu blockieren ist schon ein starkes Stück.

    Hast du dich mal gefragt warum du der einzige Mensch bist der ihm hilft?

    Wo ist die Mutter der Tochter?

  • Warum hältst Du an einem Mann fest, der so mit Dir umgeht? Ihr kennt Euch doch noch gar nicht lang. Ich sage Dir ganz offen etwas, das Du vermutlich nicht hören magst - aber sein Verhalten klingt unabhängig von seiner Suchtproblematik nicht gesund.

    Warum ich so sehr an ihm festhalte, weiss ich selber nicht. Ich liebe ihn, aber ich glaube, es ist nicht nur das. Er kann eigentlich ein sehr lieber, zuvorkommender Mensch sein. Er hat nur ein etwas schwierigen Charakter und ich glaube, der Alkohol verstärkt das noch. So naiv, zu glauben, ohne Alkohol wäre er komplett anders, bin ich aber nicht.

  • Hui da hast du ja ein ganz schönes Tempo hingelegt. Ihr seid 10 Monate zusammen, du kümmerst dich alleine um Haus und Kind und unterstützt ihn finanziell?
    Warum genau machst du das? Er scheint ja dabei auch noch sehr schwierig zu sein. Klar im Entzug ist wahrscheinlich niemand besonders ausgeglichen, aber die Frau die gerade alles am laufen hält zu blockieren ist schon ein starkes Stück.

    Hast du dich mal gefragt warum du der einzige Mensch bist der ihm hilft?

    Wo ist die Mutter der Tochter?

    Die Mutter der Tochter gibt es nicht, respektive sie hatten noch nie wirklich Kontakt. Die Tochter war bis vor einigen Jahren selbst nicht bei ihm.

    Und warum ich die einzige bin, die ihm hilft, weiss ich auch nicht. Bestimmt liegt das teilweise an seinem Charakter, aber nicht nur. Er hat auch eine schwierige Familie und eigentlich ist er derjenige, der immer alle unterstützen muss. Sein Bruder trinkt auch und versucht seit Jahren eine Therapie zu machen, wird aber immer wieder rückfällig und geht dann wieder in die Klinik. Er ist erst vor wenigen Wochen rausgekommen und sollte eigentlich auf die Tochter schauen, doch seit zwei Wochen trinkt er heimlich in seinem Zimmer. Die Mutter fordert auch mehr Unterstützung, als sie selber gibt und eigentlich musste mein Partner da immer alles zusammenhalten. Merkt man jetzt, weil er kanns gerade nicht und von seinen Leuten nimmt ihm das auch niemand ab.

    Ist alles gerade nicht leicht und es ist, als wäre die Last der ganzen Welt auf meinen Schultern. Vielleicht wäre es für mich gesünder, die Beziehung zu beenden und auf mich zu schauen, aber das fühlt sich dann so an, als würde ich ihn im Stich lassen und so jemand bin ich eigentlich nicht.

    Am Wochenende war er jetzt zuhause für 23 Stunden. Alkohol hat er keinen getrunken, aber glücklich war er auch nicht. Er hat Streit mit Kind und Bruder und ich konnte ihn auch nicht wirklich ablenken. Ich hoffe, die nächsten Wochen werden besser.

  • es ist, als wäre die Last der ganzen Welt auf meinen Schultern. Vielleicht wäre es für mich gesünder, die Beziehung zu beenden und auf mich zu schauen, aber das fühlt sich dann so an, als würde ich ihn im Stich lassen und so jemand bin ich eigentlich nicht.

    Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Du lässt ihn nicht im Stich. Aber wenn Du weiter mehr bei ihm als bei Dir bist, lässt Du dich selbst im Stich.

  • Ist alles gerade nicht leicht und es ist, als wäre die Last der ganzen Welt auf meinen Schultern

    Dann pass gut auf dich auf damit die Last nicht immer größer wird und deine Gesundheit darunter leidet.

    Du bist weder für ihn, noch für sein Kind noch für seine restliche Familie zuständig es ist seine Aufgabe und er ist erwachsen.

    Ganz schnell ist man bei so einer Konstellation in Dinge involviert die man im Grunde überhaupt nicht möchte aber reinrutscht weil man es gut meint.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

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