Habe gerade in einem anderen Thread vom Im-Kreis-Drehen und vom Arbeiten an sich selbst, anstatt anderen zu raten gelesen und muss mich da mal selbst an der Nase fassen. Habe hier lange nix geschrieben. Es hat sich viel getan, aber in einigen Hinsichten tappe ich auch weiter auf der Stelle.
Ich bin dazu übergegangen, von meinem Ex zu schreiben, aber wir haben phasenweise Kontakt. Irgendwie schäme ich mich richtig, das zuzugeben. Denn ich denke, Ich belüge mich selbst. Eine Beziehung ist es lange nicht mehr, aber irgendeine halbgare Sache schon. Es lässt mich einfach nicht komplett frei und auch nicht so offen für neue Menschen sein, wie ich es mir eigentlich wünsche.
Er belegt da noch immer hartnäckig einen Platz in meinem Leben, jetzt eben, ohne mein Partner zu sein. Wirft immer wieder sein Handtuch aus, wenn er auftaucht und verschwindet dann wieder, und ich bin wieder die Doofe, die sich Gedanken macht und sich tief im Inneren doch verletzt von diesem Verhalten fühlt. Dabei will ich das nicht mehr! Es gibt keine körperliche Nähe mehr zwischen uns, aber keiner lässt komplett los. Ich weiß, co-abhängig...
Und was sich am blödesten anfühlt: Es ist immer er, der bestimmt, ob es Kontakt gibt. Begründet diese Dauerschleife mit Depressionen, er trinke und konsumiere nicht mehr, behauptet er. Kann stimmen, kann auch nicht. Letztlich ist das nicht der ausschlaggebender Punkt. Sondern die Tatsache, dass ich mich fremdbestimmt fühle. Zumindest ist die Riesenmenge an Groll, die ich zeitweise in mir hatte, verschwunden. Es ist, wie es ist - selbst schuld, wenn ich das weiter mitmache, denke ich mir.
Ich kann besser mit mir alleine sein. Bin kürzlich alleine in den Urlaub gefahren, richtig weit weg, und habe dort nix vermisst. Mal wieder Bücher gelesen, das Meer genossen. Ich war froh, dass er nicht dabei war, er hätte mich eingeschränkt. Aber der endgültige Absprung liegt noch immer vor mir.