Ino - Vier Jahreszeiten stündlich

  • Danke für euere Kommentare 😘

    Manchmal hab ich Wut und es befreit mich, diese rauszulassen.
    Jetzt geht es mir besser. Generell geht es mir besser, da ich die alltäglichen sinnlosen Reibungen nicht mehr in meinem Leben habe. Ich verschwende auch keine Gedanken mehr nach dem Warum, bezogen auf den Verhalten meines Mannes. Wir hätten als Familie alles haben können - Ruhe, Erfolg, ein zu Hause, ein zufriedenes Leben… Haben wir aber nicht, werden wir auch nicht haben. Die Sehnsucht nach der verlorenen Zukunft weiter zu züchten bringt mir gar nichts. Also, denke ich nicht mehr was alles so möglich gewesen wäre.
    Meiner Tochter gebe ich Sicherheit, rede mit ihr; erkläre ihr, wenn sie fragt. Manchmal brauche ich eine virtuelle Umarmung, da es doch hart ist und nicht schön. Der erste Druck ist raus, aber es stinkt noch. Die letzten Tagen hab ich Leute um mich herum gehabt, die glücklich aussahen und irgendwie hab ich Lust bekommen, Teil der „sonnigen Seite“ zu sein. Es kommt bestimmt, bin ungeduldig 😅

    Einen schönen Abend Lg Ino

  • Weißt du, was das absolut tolle ist? In dem du bei dir bleibst, dich aus der Situation befreit hast und jetzt für dich und deine Tochter kämpfst und stark bleibst, hast du die Chance, wieder auf der sonnigen Seite zu stehen!!

    Die hättest du nicht gehabt, wenn du geblieben wärst.

    Es ist völlig verständlich, dass du wütend und auch traurig bist. Das kannst du auch nicht von heute auf morgen abstellen. Musst du auch nicht, das ist ein Prozess. Du hast dir das alles mal völlig anders vorgestellt, leider ist es anders gekommen.

    Ich hatte auch oft Phasen, wo ich dachte, ach komm, war doch alles gar nicht so schlimm. Stell dich nicht so an, du kannst das doch aushalten. Nein, konnte ich nicht. Und durfte ich auch nicht, gerade wegen der Kinder.

    Mir hat es dann sehr geholfen, mir immer wieder die schlimmsten Situationen ins Gedächtnis zu rufen. Wie in einer Art Liste im Kopf. Und das immer wieder durchgehen. Dadurch konnte ich stark bleiben.

  • Dankeschön 🙏 für die Unterstützung, die Worte und die Umarmungen!

    Ich lasse auch oft den Film vor meinen Augen laufen, um mich zu besinnen und mich daran zu erinnern, warum ich so handele wie ich es mache.

  • Hallo zusammen,

    Heute schreibe ich, da ich eine Gedankenüberflutung die letzten Tage verspüre und es mir bis jetzt immer geholfen hat, hier paar Worte zu lassen.
    Meine Tochter und ich sind weiterhin zu zweit, mein Mann blockt weiterhin die Kommunikation . Diesen Zustand zum Thema Kommunikation muss ich demnächst aktiver angehen, da mich dies zunehmend stört und mich negativ beeinflusst.
    Mir fehlt auf, dass ich sehr ungeduldig geworden bin, und keine ungeklärten Zustände ertrage. Bei der Arbeit macht sich das bemerkbar, wenn jemand aus meinem Team mit unklaren Vorschlägen auf mich zukommt 🙈 ich bekomme dann das Gefühl, derjenige „vergeudet“ meine Zeit und so ein Gedanke möchte ich eigentlich gar nicht haben. Und bis jetzt hab ich eher geholfen in so einer Situation.
    Privat brauche ich auch ein schnelles J/Nein und bitte, weiterziehen. Die grauen Töne entgehen mir.
    Liebe Grüße Ino

  • Liebe Rennschnecke,

    Danke, dass du fragst. Mir geht es soweit besser und ich bin bei der Entscheidung geblieben, alleine mit meiner Tochter ein neues Leben aufzubauen. Mein Mann trinkt nicht mehr, jedoch ist mein Vertrauen komplett erloschen und ich habe die Vermutung, neue Chancen werden in alten Muster münden. Ich musste und muss weiterhin enorme emotionale Arbeit leisten, meine Anteile in der ganzen Geschichte zu erkennen. Ich habe so Vieles zugelassen in der Vergangenheit und bin irgendwann nicht mehr ich gewesen. Meine Grenzen waren verschoben, ich habe seine Verantwortung übernommen, mich beschuldigen lassen und immer wieder habe ich Beleidigungen akzeptiert. Und so wollte ich mich nicht mehr sehen, wegen mir und meiner Tochter.
    Mein Alltag aktuell ist sehr stressig, er ist keinerlei beteiligt organisatorisch und finanziell. Schritt nach Schritt probiere ich das Beste daraus zu machen. Es gibt noch viel zu tun, mein Mann verweigert weiterhin die Kommunikation mit mir und somit sind Absprachen nicht möglich. Er schläft noch in unserer Wohnung und hierzu muss ich noch aktiv werden. Normale Menschen reden miteinander, wir nicht, Ich laufe aber nicht mehr hinterher, um zu flennen dass er bitte mit mir redet und einsieht was alles schief läuft.
    In Summe - in den letzten vier Monaten ist viel passiert, ich bin auf meinem richtigen Weg und das gibt mir Mut. Ich vertraue mittlerweile besser meinem Bauchgefühl und überlasse den Anderen die Konsequenzen deren eigenen Entscheidungen (egal aus welchem Grund)

    Liebe Grüße Ino

  • Er schläft noch in unserer Wohnung

    Mit welchem Argument? Ihr redet doch nicht mal mehr miteinander? Ich bekomme es echt in meinen Kopf nicht rein, warum Männer immer und immer wieder darauf beharren ohne Kinder in der Familienwohnung zu bleiben während Frau und Kinder ausziehen sollen.
    Selbst in meinem Fall, wo das Haus zu 4/5 mir gehörte und er nicht mal die laufenden Kosten hätte tragen können, bestand er darauf zu bleiben. Was ist das für eine verzerrte Vorstellung der Realität?

    Rechtlich konnte ich nichts tun als zu warten bis selbst ihm der tägliche Terror zu blöd wurde und ich ihm den Zugang zu wichtigen Räumen versperrte.

    Gibt es Verwandte oder Bekannte die ihn rausschaffen könnten?

  • Liebe AnnaBlume

    Nach dem gesunden Menschenverstand gibt es keine Argumente dafür, dass er in der Wohnung schläft. Nach dem Gesetz gibt es kein Grund dafür, dass er das nicht täte, solange wir verheiratet sind. Nach der Scheidung habe ich rechtliche Grundlagen darauf zu bestehen, dass er geht.
    Ich habe jetzt die Option meine Sachen zu packen und zu gehen. Eventuell mach ich es auch, ich suche die ganze Zeit nach einer neuen Wohnung. Dann wird die aktuelle Wohnung gekündigt und that’s it. Gesetzlich bin ich nicht verpflichtet den Ehepartner mitzunehmen.
    Mein Mann hat sich wirtschaftlich ruiniert infolge seiner Sucht - Auto ist weg, Schulden, negative Kreditwürdigkeit, Jobverlust. Realistisch betrachtet hat er schlechte Karten etwas alleine zu mieten, so meine Einschätzung. Dies macht sein Problem zu meinem. Hier muss ich schauen, wie ich aus der Situation rauskomme.
    In Deutschland, habe ich keine Familie. Seine Familie hat kein Kontakt zu ihm, somit kann er nicht zu Schwester, Vater, Mutter gehen.
    Ich kann den Schloss auswechseln, bin gesetzlich dann nicht im Recht, und habe vor dem Schritt (noch) Respekt. Raustragen geht nicht, ist zu schwer und wird sich wehren 🤓. Also, gedulde ich mich noch und suche währenddessen nach Lösungn.


    Liebe Grüße Ino

  • Liebe Ino, ich habe mich durch Deine Seiten gelesen und kann sehr mit Dir fühlen. Mein Kind ist nicht das Kind meines alkoholsüchtigen Partners, sondern ist aus der vorigen Beziehung. Der Vater war ebenfalls eine extrem schwierige Persönlichkeit, obwohl da nie Alkohol im Spiel war. Ich kann Dir auch nur wärmstens empfehlen, die Sorgeberechtigung zu klären, denn das ist eine sehr große Erleichterung. Ich hatte dazu auch eine sehr hilfreiche Unterstützung im Jugendamt. Das war eine sehr engagierte Frau, der ich heute noch dankbar bin.

    Alles Liebe, hiiumaa

  • Liebe Hiiumaa,

    Dankeschön. In unserer Schule arbeitet ein sehr netter Herr, er ist Mitarbeiter des Jugendamtes. Ich bin im Kontakt mit ihm.
    Mein Mann übernimmt keine Verantwortung für sein Handeln und umformuliert für sich unsere Geschichte. In seiner Version bin ich die böse Hexe. Somit erwarte ich jeglichen Schwierigkeiten und rechne nicht mit seiner Kooperation. Das heißt für mich - Fakten sammeln, mich gut beraten lassen und keine Illusionen züchten.

    Liebe Grüße Ino

  • Ps; mein Mann übt seit ca 4 Monaten nachweislich die Schweigebehandlung, er hat nicht mal gefragt, wie unsere Tochter betreut wird in ihrer 6 wöchigen Ferienzeit. Ich arbeite 100% und habe 1,5h Fahrzeit/ Tag. Er weiß nicht mal, da nicht gefragt, wie ihr Jahreszeugnis aussieht und was drin steht. Ihre Krankenversicherung hat er seit Monaten nicht bezahlt. Und so weiter,

    Wenn diejenigen, die irgendwann ein Urteil fallen müssen zum Thema Sorgerecht, dann hoffe ich auf Verständnis.

  • Puh, das kommt mir vom Vater meines Kindes auch sehr bekannt vor. Obwohl - wie gesagt - ohne Alkohol. Er übernimmt bis heute keine Verantwortung und es war ein sehr harter Weg, bis Unterhaltszahlungen und Sorgerecht geklärt waren. Ich drücke Dir die Daumen, dass der nette Herr Dich gut unterstützen kann.

  • Ich habe auch einen Anwalt engagiert. Mein Mann zeigt narzistische Verhaltensmuster. Da er keine Diagnose hat, spiele ich nicht mir dem Begriff, ich bin kein Profi und diagnostiziere nicht. Die Verhaltensmuster kann ich jedoch nicht leugnen. Dann ist es mir auch gleich, ob jemand eine Diagnose hat und wie diese heißen soll oder nicht.

  • Da können wir uns die Hand geben. Der Vater meines Kindes hat diese Züge und mein jetziger xy hat sie noch extremer ausgeprägt. Er hat auch die Diagnose.

    Wenn man das Muster mal durchschaut hat, springt es einen regelrecht an.

  • Ich habe mich erst neulich mit dem Thema beschäftigt. Ich habe kurzfristig eine therapeutische Unterstützung in Anspruch genommen. Der Dame habe ich meine Familiengeschichte erzählt, die Jahren ohne und die Jahren mit Alkohol. Sie hat mich aufmerksam darauf gemacht, dass aus ihrer Sicht gewisse Verhaltensmuster nicht ausschließlich dem Alkohol geschuldet sind. Dann fiel im Raum ein Satz „es hört sich an wie eine typische Beziehung zwischen einem Emphaten und einem Narzissten“
    Ich finde, das Thema Narzissmus wird sehr inflationär behandelt die letzten Jahre. Und ich bin kein Profi.
    Nun ist es auch wahr, der Satz und die tatsächlichen Paralelle haben mich sehr beunruhigt.

    Liebe Grüße Ino

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!