Oskar - Ziel: Stabile zufriedene Abstinenz

  • Im Abgleich mit anderen sah ich an anderer Stelle auch, dass nach knapp einem Jahr der Saufdruck erstmalig heftig und unverhofft zuschlug. Und bei manchem sieht man gar nichts mehr, kann nur ahnen, weil er nicht mehr schreibt... Die Unberechenbarkeit ist mir bewusst und daher die Dauerhaftigkeit des Bemühens.

    Auch wenn ich weiter oben schrieb, keinen "richtigen" Tiefpunkt erlebt zu haben, so war die letzte Zeit mit Alk schon eine Zäsur für mich, ebenso die ersten Wochen nach dem Entzug - denn da hatte ich einen depressiven Zustand wie nie zuvor erlebt (hatte nie eine richtige Depression). Allein das will ich nicht wieder haben.

    Macht nichts, besser dort als hier, sonst verschwimmt dein Suchthread im Tee

    Ich hatte durchaus gezögert, so umfangreich zum nebensächliche Tee zu antworten. Es fehlt noch eine wichtige Sache dazu. Meine "Beschäftigung" mit Tee tat ich sehr bewusst: Als Ausgraben/Vertiefen meines alten Interesses, als Mittel zum Um-/Überschreiben meiner Trinkgewohnheiten durch ein andere Ritual und womöglich zeitweise der Tee als Surrogat (hat sich eingepegelt). Und als eigene Belohnung nach drei Monaten: schöne chinesische und japanische Teeschalen und Zubehör, erinnert mich täglich auf angenehme Art an meine Veränderung.

  • Auch wenn ich weiter oben schrieb, keinen "richtigen" Tiefpunkt erlebt zu haben

    Das ist häufig der Trugschluss. Nach meinem Verständnis hatte ich einen Tiefpunkt, als ich hier das erste Mal ankam. Doch im Vergleich zu dem, was ich nach einem Rückfall erlebte, war das nur ein "Spaziergang".

    Tee ist so eine Sache. Damit kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Zu Beginn hatte ich diese Welle, die trockene Alkoholiker als Alternative ansahen , einmal mitgemacht. Aber es ist einfach nicht meins.

    Jeder muss eben sine eigene Belohnung finden.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke für die erschöpfende Auskunft. Jetzt weiß ich noch weniger, was ich kaufen soll.

    In meinem „Zen-Kurs“ , den ich die Woche erstmalig besuchen werde, gibts am Ende der Meditation eine Tee-Zeremonie. Mal sehen, was ich da „mitnehme“, ich kann ja dazu berichten .. Vielleicht bekommen wir dich dann noch vom Schwarzen zum Grünen Tee, Alex :lol:

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • gieriges Teesaufen vor (da nehme ich bewusst mal das Wort; nie beim Alk so erlebt). Ich dachte mir, einfach mal 'ne Weile das System richtig gründlich durchspülen.

    Das war bei mir auch so ein Gedanke. Den Körper von innen richtig zu waschen und vom Alk zu reinigen. Ich wollte, dass der ganze Dreck raus kommt. Hatte aber tatsächlich auch wirklich viel Durst und habe flaschenweise Wasser getrunken und auch Tee.

    Das ist aber inzwischen nicht mehr so 😀

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Meine Trinkmenge ist ja auch wieder auf Normalmaß. Das Ganze war im Winter; bin gespannt, ob ich in der warmen Jahreszeit wieder zu den bisher geliebten eiskalten Getränken greife oder ob sich auch das geändert hat.

    Diese "innere Waschung" habe ich eher als rituell eingestuft, an eine wirkliche "Entschlackung" o.ä. glaube ich nicht. Vor allem nicht 2-3 Monate nach Entzug. Es erinnert mich eher (als womöglich hinkender Vergleich) an meine Pubertät (letztens :) ), da habe ich 'ne Weile lang mehrmals täglich geduscht, endlos, sehr zum Missfallen meines Vaters. Bei meinen Söhnen konnte ich dieses Phänomen auch beobachten. Also eine "instinktive" Handlung ausgelöst durch eine innerkörperliche Umstellung - so erkläre ich mir das.

    Zum Tee fällt mir noch der Aspekt Koffein/Teein ein, könnte auch einen unbewussten Einfluß haben.

    Zum Thema Suchtverlagerung: da habe ich mir für's erste Jahr gesagt, ich lasse es locker laufen, aber beobachte genau. Alles Exzessive sollte sich nach gewisser Zeit einregeln oder ich steuere gegen.

  • Hatte aber tatsächlich auch wirklich viel Durst

    Hatte ich auch. Und doch war es die Sucht, die geschrien hat.

    "Wenn es nicht birnt, musst Du mehr trinken." Das äußerte sich in Durstgefühl.

    Und irgendwann hat das Hirn kapiert, dass trinken nichts nützt und es wurde immer weniger.

    Jetzt zieht mein Tee gerne mal 10 Stunden, weil der Beutel vom "Gute Nacht Tee" morgens noch in der Tasse hängt. (Der ist aber nicht grün, oder schwarz). Schmeckt auch morgens.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • So, nun hat es mich auch erwischt. Ich weiß nicht, ob das Lesen im Forum es beeinflusste ... hielt vorhin ein halbstündiges Nickerchen und hatte meinen ersten Traum von Alkohol, an den ich mich erinnere: Firmenveranstaltung, irgendwelche Präsentationen von Partnern, dann Pause, Imbiß wird gebracht. Ich biege um eine Ecke und da stehen Gläser mit Rot- und Weisswein zur Auswahl. Gestarrt, halber Schritt drauf zu, ein Impuls - Ahh, Geruch... Zugreifen wollen - Eine Sekunde, und dann entschlossen auf dem Absatz kehrt gemacht und mir von einer netten (und hübschen) Dame eine kühlen Orangensaft geben lassen. Leider piepste in dem Moment der Wecker.

    Von Tee + Teezeremonie habe ich dagegen schon zwei mal geträumt!
    Apropos: ich habe meinen Namen geändert. War ein komisches Gefühl, als Teesorte herumzulaufen. Empfehlung bleibt bestehen aber ein normaler Männername ist besser handhabbar. Ansonsten ist alles stabil und unverändert.

  • auf dem Absatz kehrt gemacht und mir von einer netten (und hübschen) Dame eine kühlen Orangensaft geben lassen.

    Ja, ich war auch total stolz, dass ich in meinem Traum nicht nachgegeben habe. Und beim dritten Traum hatte ich dann bereits einen sitzen, weil er schon mit fast geleertem Glas anfing. ;)

    Immerhin habe ich mich echt besch... gefühlt und war recht verzweifelt.

    Ich wurde wach, mir wurde klar, es war ein Traum. Dachte mir, na dann passt ja alles. 8)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Nanana, will den Teufel nicht in meine Träume gemalt haben. ;)

    Die prompte Pirouette weg vom Alk hat mich natürlich gefreut, irgendwie bestärkt. Der ganz kurze Moment der Gier wird aber nicht vergessen - er mahnt mich zur Vorsicht!

    Ich träume sehr intensiv, zum Glück nur seltenst schlecht. Wenige Alpträume, die ich erinnere, kann ich an einer Hand abzählen und lagen meist in der pubertären Zeit (schon wieder...). Daher hoffe ich mal, der Alk verschont mich in Zukunft dabei weitgehend.

    Wiederholt festgestellt: Meine manchmal wechselnden, aber recht tief gehenden Interessen tauchen dann alsbald in meinen Träumen auf. Bei schwerwiegenden Entscheidungen hatte ich auch schon öfter kleine "Wegweisungen", die ich ernst nahm und die sich als zutreffend erwiesen. Ich nehme den Traum also mal als gutes Omen.

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