Butterblume - Mein Mann ist Alkoholiker

  • Ich will auch nicht mehr für ihn lügen.

    Das ist sehr wichtig daß du nicht mehr für ihn lügen willst, ich habe es als Erleichterung empfunden endlich ehrlich zu sagen was Sache ist. Ich habe mich aber erst geoutet als ich schon beschlossen hatte mich zu trennen.

    Ich habe dann erfahren daß viele meiner Bekannten schon längst geahnt haben was los ist und ich hörte fast nur aufmunternde Worte. Er hatte mir ja auch oft die Schuld gegeben daß er trinkt, schon der Satz:"Bei so einer Frau muß man ja saufen" hat ausgereicht um mich klein zu machen und mich ständig zu hinterfragen.

    Außerdem hat man immer das Gefühl, dass alle denken: Na umsonst säuft der doch auch nicht.

    Das ist nur dein Gefühl, viele denken überhaupt nicht so. Ich gehe auch jetzt ganz offen damit um wenn mich jemand fragt warum mein Mann so früh gestorben ist. Ich will ehrlich sein und nicht lügen müssen. Von mir aus spreche ich aber nicht mehr darüber. Ich habe ja jetzt ein ganz anderes Leben frei von jeder Sucht, damit will ich nie wieder zu tun haben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Aurora,

    Genau so geht es mir. Wenn er betrunken ist, beschimpft er mich mit den übelsten Worten. Nüchtern tut es ihm wieder leid.

    Er sagt immer; bei uns läuft sowieso nichts mehr. Da hat er allerdings recht. Ich kann mich nicht mehr von ihm anfassen lassen. Bei mir ist innerlich was kaputt gegangen . Gerade war unsere Tochter (42) hier und hat versucht , ein ernstes Gespräch mit ihm zu führen. Sie hat ihn gebeten, noch einmal einen klinischen Entzug zu machen. Jetzt liegt er wieder im Bett und (ich hoffe) denkt darüber nach. Abwarten?(

  • Liebe Butterblume,

    meine Kinder haben auch mit ihrem Vater geredet, oft auch geschimpft und sie waren wütend. Sie waren da junge Erwachsene. Er hat sich dazu nie wirklich geäußert. Höchstens mal " Jaja" gesagt. Passiert ist nichts.

    Hoffnung ist in vielen Lebenslagen gut. Aber in manchen eher nicht. Denn dein Mann liegt nun im Bett. Das kenne ich auch so. Meiner hat sich irgendwie dann totgestellt bis der Sturm vorbei war. Passiert ist nichts bei ihm. Er hat nahtlos weitergetrunken. Ich hab immer wieder gehofft. Und immerwieder hat sich nichts geändert.

    Glaubst du wirklich, dass bei deinem Mann jetzt was passiert, er sich aufrafft?

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Da bin ich mal wieder:(

    Es wird immer schlimmer. Jetzt liegt er schon seit 1 Woche im Bett und steht nur auf, wenn er zum Klo muss oder Hunger hat. Heute hat er sich sogar eingepinkelt, weil er es wohl nicht mehr rechtzeitig geschafft hat.

    Ich frage mich jetzt: Wann ist es unterlassene Hilfe?

    Er will nicht mehr in die Klinik und schafft es aber nicht, mit dem Trinken aufzuhören.

    Und ich schaffe es nicht, mich zu trennen.

    Muss ich jetzt zusehen, wie er sich zu Tode säuft? Zwangseinweisen geht nicht.

    Wenn ich nicht meine Tochter, die mit ihrer Familie in der Nähe wohnt und meine Kontakte/Yogaverein...... hätte und meinen Hund..........ich weiß nicht.

    Vielleicht ist jemand in ähnlicher Situation?!

  • Das schafft er also noch. Ansonsten nichts mehr. Das kenne ich auch.

    Mein XY lag todkrank auf der Couch zu nichts mehr fähig und kaum war ich aus dem Haus, konnte er in den Supermarkt Nachschub holen.

    Denk mal drüber nach

  • Genau, da hast du recht. Meiner geht morgens mit dem Hund und deckt sich dabei für den Tag ein. Wenn er dann nach Hause kommt, geht er sofort wieder ins Bett. Ich war heute hier im Dorf auf einem Fest und war eingeteilt für den Kuchenverkauf. Das war richtig schön. Wenn ich dann sehe, wie Paare in meinem Alter glücklich zusammensitzen, bin ich neidisch .

    Mal sehen, wie es morgen ist.

  • Wenn ich dann sehe, wie Paare in meinem Alter glücklich zusammensitzen, bin ich neidisch .

    Das kann ich so gut nachvollziehen, mein Mann ging zwar mit mir auf Feiern, er hat sich meistens total betrunken und ich saß daneben. Ich war öfters sehr traurig wenn ich harmonische Paare gesehen habe. Irgendwann ging ich mit ihm nirgendwo mehr hin wenn es sich vermeiden liess. Alleine habe ich aber ab und zu was unternommen, ich dachte aber oft wozu habe ich überhaupt einen Mann?

    Ich bin aber nicht bis zu seinem bitteren Ende bei ihm geblieben, sondern habe mich getrennt, darüber bin ich heute noch erleichtert.

    Mal sehen, wie es morgen ist.

    Wahrscheinlich auch nicht anders wie heute, ausser du änderst etwas.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ich bin seit 50 Jahren mit ihm verheiratet. Schaffe es nicht, mich zu trennen. Er ist auch gar nicht dazu in der Lage, weil er fix und fertig ist und mit allem überfordert. Außerdem tut er mir auch leid. Depressiv und Alkoholiker. Schwer krank also.

  • Hallo Butterblume!

    Schaffe es nicht, mich zu trennen.

    Ich kann dich irgendwie sogar verstehen, wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst hat schafft man es oft nicht mehr sich zu verändern. Versuche weiterhin dir kleine Inseln nur für dich zu gönnen.

    Depressiv und Alkoholiker. Schwer krank also.

    Ja er ist schwer krank, schade daß er jegliche Behandlung ablehnt. Wenn er weiter trinkt werden die Depressionen leider auch nicht besser, eine Erkrankung hält die andere aufrecht.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!