Floralia - Erste Schritte raus aus dem System als Angehöriger

  • So liebes Forum :)


    Dieses Mittwochs Update wird eher kurz ausfallen. Diese und die letzte Woche waren zeitlich sehr fordernd und ich war gut abgelenkt. Letzte Woche habe ich noch etwas mehr über Anton und diese seltsame Spannung, die die Kontaktruhe so mit sich bringt, nachgedacht, diese Woche wieder etwas weniger. Meiner Recherche nach ist das wohl ein normales Phänomen, bei einer abrupten Unterbrechung zu einer nahen Bindingsperson ohne ein "wirkliches Ende" wie einem klärenden Gespräch oder im schlimmsten Fall eben dem Tod. Die Angst, dass er sich etwas antut, ist gerade auch weit weg. Insgesamt merke ich, dass ich endlich die Kraft habe, mich um lange überfällige Themen zu kümmern und ich freue mich, schon bald die Früchte meines Tuns zu genießen. Der Buchempfehlung meiner Freundin konnte ich mich leider noch nicht widmen, ich hoffe, dass ich mir nächste Woche Zeit dafür einräumen kann.

    Das soll es erstmal wieder gewesen sein :)


    Alles Liebe für euch und viele Grüße

    Floralia

  • Hallo zusammen,


    noch ein kurzes Update zum Mittwoch.

    Die letzte Woche war wieder turbulent und ich zudem kurzzeitig verreist, was zwar anstrengend war aber dennoch gut getan hat um den Kopf mal frei zu bekommen.

    Anton meldet sich inzwischen nicht mehr. Anhand gewisser Formulierungen im Kontakt mit meiner Mutter und meiner feinen Antennen weiß ich, dass er derzeit fast jedes Wochenende trinkt. Langsam stellt sich das Gefühl ein, dass es so, wie es aktuell ist vielleicht das Beste ist und Heilung meinerseits auf jeden Fall Zeit braucht. Die Frage wie ich mit Familienfesten umgehen soll ist noch so ein Thema, das mich beschäftigt. Wir haben dieses Jahr mehrere runde Geburtstage, es ist noch etwas Zeit bis dahin, dennoch löst der Gedanke Unbehagen aus.

    Letzte Woche hatte ich noch ein Coaching mit einer anderen Dame als üblich - sie hat meine Kontaktruhe eher nicht befürwortet, bzw. schon gesagt, dass ich mir die Zeit nehmen sollte die ich brauche aber dennoch durchblicken lassen, dass sie das nicht ganz so richtig findet. Das hat mich geärgert, da mir das alles andere als leicht gefallen ist und ich mir die Kraft und den Weg um diesen Schritt gehen zu können, lange und hart erkämpft habe und jahrelange Sorgen und Leid dahinterstanden, die hier einfach nicht gesehen wurden. Die Quintessenz war, dass durch mein Tun, eher noch mehr Gegendruck erzeugt würde. Es mag für sein wie es will, für den Moment empfinde ich das so als richtig. Vielleicht sehe ich das in ein paar Wochen oder Monaten auch wieder anders.

    Viele Grüße, Floralia

  • Oje. Die Dame ist vermutlich Theoretikerin (wenn überhaupt vernünftig qualifiziert, Coach darf sich ja jeder nennen). Und sie sollte doch darauf gucken, was DIR guttut.

    Darum ist diese SHG so wichtig. Hier versammelt sich erlebtes Suchtwissen aus allen Perspektiven!

    (Ich bin als Alkoholikerin mit Co-Anteilen hier, dauerhafte EKA-Erfahrungen habe ich nicht, nur "Phasen" in Kindheit und Jugend, die sich zum Glück mit zunehmendem Alter des betr. Elternteils gegeben haben. Und eigene Kinder habe ich, wohl zum Glück, auch nicht )

  • Danke Rennschnecke , meine Gedanken gingen beim Lesen in eine ähnliche Richtung. Klingt für mich so, als hätte die Coaching den trinkenden Angehörigen im Sinn und würde dich dafür instrumentalisieren wollen, ihn zu verändern.

    Bitte hör weiterhin auf dich und dein Gefühl, liebe Floralia . Wenn du merkst, dass dir die Funkstille gut tut, ist das dein Weg, den du selbstbewusst und standhaft vertreten und gehen darfst! Ich schreibe das grade vor dem Hintergrund, dass ich aktuell selbst merke, wie schwer es mir fällt, meinen eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen und mich ernst zu nehmen.

  • Danke ihr Lieben,

    genau mit den Wahrnehmungen habe ich auch so meine Probleme, weswegen ich auch vorerst weiterhin Coaching-Termine nehme, das gibt mir mehr Sicherheit, da ich mich auch sehr hinterfrage ob mein Verhalten angemessen ist oder die anderen "spinnen".

    Glaube wenn man in so einer Familienkonstellation aufwächst ist unter Umständen die Kompassnadel einfach verrutscht, ggf bei allen Beteiligten.

    In dem EKA Buch, das ich begonnen habe zu lesen, wurde auch darauf hingewiesen, dass viele Therapeuten nicht über das "spezielle" Wissen verfügen und viele EKA, die sich in eine Beratung trauen, dann leider auf die Nase fallen.

    Rennschnecke nun auch bei mir gab es eine lange Pause der akuten Trinkphase bei meinem Elternteil (und inzwischen zum Glück schon lange Abstinenz). In meiner Vorstellung herrschen doch in der Familie grundsätzlich erstmal gewisse Muster vor und können ggf weiter Bestand haben auch wenn der Betroffene trocken ist? Zumindest ist meine Familie weiterhin verkorkst :)

    Ich hoffe für uns alle, dass wir mit der Zeit wieder lernen, was wichtig und richtig ist und für uns selbst einzustehen <3


    ich wünsche euch was, viele Grüße,

    Floralia

  • In meiner Vorstellung herrschen doch in der Familie grundsätzlich erstmal gewisse Muster vor und können ggf weiter Bestand haben auch wenn der Betroffene trocken ist?

    Absolut, das würde ich sofort so unterschreiben bzw habe ich auch so gelesen. "Nur" nichts mehr Trinken verändert diese Muster nicht. So kann es sein, dass es ein Elternteil noch vor der Geburt der Kinder aufhört zu trinken, die zugrundeliegenden Muster aber nicht ändert. Die Kinder können dann trotzdem EKA Merkmale aufweisen.

  • So liebes Forum,


    Zeit für ein kleines Update. Allzu viel gibt es nicht zu berichten, keine Drunk-Mails mehr seitens Anton seit langem. Ich denke dennoch täglich an ihn und meine Entscheidung (die ich nach wie vor für richtig halte) und ein Teil von mir wartet auch noch auf eine vernünftige Nachricht oder Neuigkeit - während der andere Teil in mir weiß, dass Anton in solchen Angelegenheiten schon immer eher unbeholfen und ängstlich war und vermutlich lange nichts kommen wird - und die Vorstellung dann darauf reagieren zu müssen und zu entscheiden ist für den Moment auch eher noch unangenehm - dann sich lieber noch etwas länger die Fragen stellen und den Safestate beibehalten.

    Ich merke, dass ich meine Mutter vermisse. Die letzten Jahre hatte ich meine Mutter immer zu Ostern oder auch zum Muttertag eingeladen, was man halt so tut. Der Tag war dann so lange schön, bis sich herausstellte, dass Anton derweil die "Zeit genutzt" hatte. Ich bin mir daher noch unsicher ob ich sie einladen soll. Meine Coaching Dame hatte schon festgestellt, dass es so scheint, als hätte ich gar keine richtige Zeit mal nur mit meiner Mutter alleine, weil das Thema Alkohol und dass Anton wieder getrunken haben könnte, allgegenwärtig ist. Einerseits möchte ich es mir durch Antons Sucht nicht nehmen lassen - andererseits hat meine Mutter in den letzten Wochen auch keinerlei Anstalten gemacht mich sehen zu wollen oder zu fragen, wie es mir geht obwohl wir täglich mal WhatsAppen. Dass ich das Haus aus bekannten Gründen gerade meide weiß sie, auf den Gedanken sich mal auf einen Kaffee zu verabreden oder mich zu besuchen kommt sie jedoch nicht, das macht mich etwas traurig und ich frage mich ob ich da gerade "abgestraft" werde.

    An allen anderen Fronten läuft es gerade sehr gut, es erstaunt mich immer wieder wie viel Lebenskraft freigesetzt wird, wenn man sich nicht im Sorgenstrudel aufhält. Ich habe in den letzten Wochen so viele kleine Dinge umgesetzt für die ich seit Jahren keine Kraft hatte - das wiederum spendet sehr viel Freude und Motivation! Schade nur, dass ich das nicht so mit der Familie teilen kann, wie ich es gerne würde.

    Das war es erstmal wieder von mir.

    Viele liebe Grüße

    Floralia

  • Liebes Forum,


    die Zeit rast - schon wieder Mittwoch und damit Update-Zeit.

    Das Thema um die Ostereinladung meiner Mutter habe ich, nach zugegeben- einigem Aufschieben, geklärt. Wir schauen einfach spontan wie die Lage mit A. sich entwickelt und wie es ihr geht, da ihre emotionale Verfassung gerade den Umständen entsprechend schlecht ist. Wenn es dieses Wochenende nichts wird, so wollen wir uns irgendwo mal auf einen Kaffee treffen oder zusammen nett einkaufen fahren. Mir ist klar geworden, dass ich mich auf den Kopf stellen kann und mit dem A.. Fliegen fangen, meinen selbst erteilten Auftrag bei meiner Mutter für gute Laune zu sorgen kann ich nicht erfüllen (und gedanklich nehme ich den Auftrag auch zurück). Ich denke, das ist so erstmal gut gelöst.

    Ich selbst habe für das lange Wochenende ein buntes Potpourri an Dingen, die ich gerne machen möchte, oder Orte, an die es mich zieht.

    Heute hatte ich auch wieder Gespräch mit meiner Coachin, die sich über meine Fortschritte in Sachen Innere Impulse sehr gefreut hat, das eigentliche Thema, weswegen ich sie ursprünglich aufgesucht hatte. Aber ich möchte noch weiter mit ihr arbeiten und im Familiensystem noch etwas beleuchten und auch noch ein Gefühl, was mich manchmal überkommt ansehen, wenn ich mit anderen Leuten, Freunden etc. zusammen bin. Manchmal fühle ich mich "wie in die Ecke gestellt" - es ist schwer zu beschreiben. Ich bin zwar anwesend, höre zu, reagiere auf andere usw, kann aber nicht aus mir herauskommen und "ich selbst" sein, wie hinter einer unsichtbaren Wand. Das Gefühl kenne ich schon seeeehr lange, bislang dachte ich einfach ich wäre vielleicht "komisch" aber in Verbindung mit dem Wissen um EKA Muster lässt sich ein Zusammenhang vermuten.

    Auf der Heimfahrt kamen mir dann noch die Worte "Sorge dich nicht - Lebe!" in den Sinn. Sonst waren es einfach nur Worte, heute haben diese "einfachen" Worte mehr Tiefe für mich bekommen und Sinn, nachdem mir klar wurde, dass meine neuen Aktivitäten alle etwas mit dem Gefühl von Leichtigkeit zu tun haben - die Leichtigkeit, die sehr lange abwesend war in den vergangenen Jahren - also herzlich willkommen zurück liebe Leichtigkeit!

    In diesem Sinne wünsche ich allen lieben Mitgliedern hier schöne Feiertage.


    Viele liebe Grüße,

    Floralia

  • Hallo liebes Forum!


    Und wider Update-Zeit :) Diesmal wider ein kleiner Roman.

    Ich habe für mich das Gefühl, vergangenes Wochenende große Fortschritte gemacht zu haben. Ich habe mich nochmal mit dem Thema Kontaktabbruch/Ruhe beschäftigt weil sich das ganze noch immer wie ein Computerabsturz angefühlt hat, nachdem man versucht nachzuvollziehen, wie es dazu kam. (Also ich stelle nicht die Entscheidung in Frage oder, dass die Gründe berechtigt sind, aber ich bin nunmal jemand, der solche Prozesse auch gerne verstehen möchte.) Ich konnte viele wertvolle Erkenntnisse sammeln und ein viel besseres Verständnis für mich gewinnen und erneut viel viel mehr Klarheit. Mit dieser neuen Klarheit ist es mir wiederum ein Stück besser gelungen loszulassen, da mich die Kontaktruhe, obwohl für sinnvoll und stabilisierend befunden, noch immer beschäftigt hatte - natürlich deutlich weniger, als wo die Situation noch ganz frisch war, aber dennoch mehr als mir lieb war. Die Beziehungen zu A. und meiner Mutter konnte ich zu meiner Überraschung auch neu einordnen - denn der Empath/ Peoplepleaser oder wie auch immer, der sich aus Eigenschutz bereits zurückgezogen hat (z.B. keine kritischen Informationen mehr teilt) und so den lieben Mitmenschen quasi nur noch eine sichere "Version" seiner selbst zur Verfügung stellt, hat die Beziehung eigentlich schon verlassen, bzw. ist da kein "echter" tiefer Kontakt mehr. Wenn ich das so lese, wie ich es hier schreibe, klingt es schon banal und vollkommen logisch, jedoch habe ich das nie so genau hinterfragt an welchem Punkt man aus einer Beziehung "aussteigt". Nun kann ich auf jeden Fall behaupten, dass meine Beziehung dahingehend nicht so tief war, wie ich es zuvor vermutet hätte. Im Umgang mit meiner Mutter konnte ich auch schon sogleich einen Teil des neuen Wissens anwenden.

    Die Oster-Feiertage habe ich ruhig und alleine verbracht. Es gab jedoch etwas Diskussion seitens meiner Mutter, ob ich nicht doch zum Osteressen kommen wolle, es wurden diverse Gründe angeführt - und in Wunden gebohrt, was bei mir wiederum Zorn hervorgerufen hat, da das alles so ein Geschmäckle von Manipulation / emotionaler Erpressung hatte.

    Die Einladung von mir für einen anderen Ostertag hingegen wurde von ihr abgesagt, mit Begründungen, die eigentlich keine sind - was mir auch wieder gezeigt hat, dass es ihr wohl weniger darum ging, dass ich nicht alleine bin, sondern wohl mehr um ihre Bedürfnisse. Achso - und der Satz, dass sie das Gefühl habe, dass ich sie nicht zu Besuch haben wolle, der durfte natürlich nicht fehlen! :rolleyes: So, da es nun glücklicherweise nicht (mehr) meine Aufgabe ist, dass sie sich gut fühlt, habe ich mir erlaubt sie in ihrer Wertlosigkeit und Opferrolle zu belassen , indem ich ihr kurz und knapp gesagt habe, dass das so nicht ist, wie sie es sagt - ohne weitere Erklärungen oder einen Kniefall zu machen, in dem ich ihr sage, wie wichtig sie mir doch eigentlich ist usw. usw. Das mag sich evtl. gemein lesen, ist aber so nicht gemeint. Ich glaube, selbst wenn der allmächtige Gott zu ihr käme um ihr zu sagen, wie wichtig sie mir ist, könnte sie es ja doch nicht annehmen oder verstehen.

    Zeitnah waren wir dann noch zum Einkaufen und Kaffee nachholen verabredet - das wurde jedoch auch nichts, da A. eben wieder Vollgas gibt und meine Mutter als seine Co sich verpflichtet sieht, sicherzustellen, dass das Haus stehen bleibt und nichts Schlimmeres passiert. Tja, irgendwie habe ich zwar eine Mutter, aber irgendwie habe ich auch keine.

    Es war auf jeden Fall ein spannendes Wochenende, da ich nochmal mehr begriffen habe, in welchen Strukturen in Sachen Manipulation usw. ich mich da die ganzen Jahre über unbewusst bewegt habe (wobei ich meiner Familie keine bösen Absichten unterstellen möchte) und jetzt einfach nicht mehr "reagiere" sondern mehr Überblick habe und anders damit umgehen kann.


    So ihr Lieben, das wars erstmal wieder. :) Viele liebe Grüße,

    Floralia

  • Hallo liebes Forum,

    es ist wieder Mittwoch und nachdem ich letzte Woche ausgelassen habe - heute wieder ein kurzes Update.

    Nun, es ist nichts erwähnenswertes vorgefallen. Ich denke das Beste, was es zu berichten gibt ist, dass die Gedanken um die Situation mit A. immer weiter abnehmen und sich der Fokus immer mehr auf mein Leben und meine Ziele richtet. :)

    Hoffe es geht so weiter - das soll es erstmal wieder gewesen sein.

    Viele liebe Grüße,

    Floralia

  • Hallo alle miteinander,


    es war ja kürzlich Muttertag und ich habe Mutter zum Frühstück eingeladen. Natürlich konnte sie nicht unerwähnt lassen, dass sie es bedauert "niemanden" mehr zu haben, mit dem sie über A. sprechen kann. Ich habe ihr klar gesagt, dass es für mich so die richtige Entscheidung ist und es mir deutlich besser geht (und sie natürlich auch auf die anderen aufmerksam gemacht, mit denen sie reden könnte, aber ich scheine wohl der beste Mülleimer zu sein und als solcher vermisst zu werden).

    Sie hat das ein oder andere erzählt, unter anderem dass A. nun jedes Wochenende trinkt. Das hat mich dann wieder ein paar Tage gedanklich beschäftigt. Auch Gedanken sie im Stich zu lassen kamen in mir hoch, sowie Trauer darüber, dass die Mutter die ich einst kannte (die ich vielleicht auch aus einer verklärten früher-war-alles-besser-Brille sehe) lange weg ist und es wohl nie wieder unbeschwert sein wird. Ich habe auch versucht einzuordnen, wie man diese Art Beziehung wohl einstufen würde, klassische Mutter Tochter Bez. ist es auf jeden Fall nicht. Zumindest war mein Innerer Schutzwall in ihrer Nähe wieder hochgefahren, das Nervensystem witterte Gefahr. Sie hat auch ganz klar gesagt, dass sie für sich eine Therapie oder Coaching ablehnt, von Shgs hält die auch nichts. Ich hatte kürzlich ein interessantes Psychologie Video gesehen, in dessen Kern es darum ging, dass Menschen sich gewissen Themen, die Ordnung ins Leben bringen würden, egal wie unlogisch oder einfach das von Außen wirkt, nicht stellen können, weil Ordnung in den Gefühlen/Gedanken bedeuten würde, sich ihren Traumata/Ängsten zu stellen, etwas, das dann so gefürchtet ist seitens Nervensystem, wie beim Teufel das Weihwasser. Da sie selbst getrunken hat, muss ich dazu nichts weiter sagen denke ich. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass die Charaktere der Familie so verkorkst sind, dass es keine Hoffnung mehr gibt, zumindest hat mein "aus dem System rausziehen" bislang keine sichtbaren Früchte getragen im Sinne, dass sich da irgendwas bei den anderen vorwärts bewegt (außer weiter Richtung Abgrund). Meine eigenen Fortschritte habe ich natürlich weiter im Fokus :) schön war, dass meine Mutter, auch wenn nicht in der Muterrolle unterwegs, die Geschenke sehr gewertschätzt hat und mal wegzukommen von Zuhause - meine Coachin sagte ja, ich möge auf Kleinigkeiten achten, wo sich Liebe zeigt, das hat mich aus der Trauer wieder etwas rausgehoben.


    Das soll es erstmal wieder gewesen sein, alles Liebe


    Floralia

  • ich möge auf Kleinigkeiten achten, wo sich Liebe zeigt, das hat mich aus der Trauer wieder etwas rausgehoben.

    Das ist sehr berührend. Schön, daß du dich darauf einlassen kannst.

    Mir hat über die Jahre geholfen mir klarzuwerden, daß wenn das keine Verwandten von mir wären, ich mir kein Bein ausreißen würde den Kontakt mehr als unbedingt nötig zu pflegen. Also mache ich es auch für die Verwandten nicht.

    Außerdem ist Abstand zum alkoholkranken Familiensystem die Chance auf Nähe zu mir. Mit der Zeit wurde es selbstverständlicher bei mir zu bleiben und mich nicht mehr in ihre Entscheidungen einzumischen bzw. unter ihnen zu leiden.

    Abstand verändern, Zeiten verändern, Dauer verändern - das alles habe ich in der Hand.

    Wenn es gut läuft - schön. Wenn nicht: Abstand.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • dass Menschen sich gewissen Themen, die Ordnung ins Leben bringen würden, egal wie unlogisch oder einfach das von Außen wirkt, nicht stellen können, weil Ordnung in den Gefühlen/Gedanken bedeuten würde, sich ihren Traumata/Ängsten zu stellen, etwas, das dann so gefürchtet ist seitens Nervensystem, wie beim Teufel das Weihwasser.

    klassische Mutter Tochter Bez. ist es auf jeden Fall nicht.

    Ich kenne das von meiner Mutter.
    Keine Herzenswärme, manchmal fehlende Empathie, wie die Axt im Wald, der Ex bekam bei der Trennung mehr Rückhalt als ich, Hauptsache Friede- Freude- Eierkuchen-Welt. Kein rankommen, um mal über Gefühle zu reden.

    Ich hatte dann vor kurzem mich auch mal in einem Workshop mit dem Thema Empathie befasst.
    Und da kam auch die Aussage, ähnlich dem ersten Zitat oben, dass es eine Schutzfunktion des Körpers/ Nervensystems desjenigen ist, die Angst davor, die eigenen Gefühle nicht mehr unter Kontrolle zu haben und zu dissoziieren

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Danke ihr Lieben,

    Mir hat über die Jahre geholfen mir klarzuwerden, daß wenn das keine Verwandten von mir wären, ich mir kein Bein ausreißen würde

    Ja, das habe ich mir auch schon öfter gedacht. Privat mache ich einen sehr großen Bogen um Menschen, die es sich in der Opferrolle bequem machen aber andererseits nichts tun wollen, damit es besser wird. Da es hier die Familie ist, kann ich die Entscheidung nur akzeptieren und wenn du sagst, dass es bei dir mit der Zeit selbstverständlich geworden ist, bei sich zu bleiben, dann habe ich Hoffnung, dass auch ich an diesen Punkt gelangen kann, danke dafür.

    manchmal fehlende Empathie, wie die Axt im Wald, der Ex bekam bei der Trennung mehr Rückhalt als ich

    Ja, sowas kenne ich auch aus der Vergangenheit. Das erinnert mich daran, dass ich auch zu meiner Mutter mal kurzfristig den Kontakt abgebrochen hatte, auch weil sie sich auf die Seite meines Exes geschlagen hatte - sie (!!) war ja so verletzt, weil ich mich getrennt hatte. Jetzt wo du das so in den Kontext setzt, mit der heilen Welt und Nervensystem, verstehe ich, dass meine damalige Beziehung wohl der Kitt für ihre "Heile Welt" Illusion war, und das zu zerstören, ist natürlich unverzeihlich und bedrohlich. Danke für diese neue Erkenntis - wieder ein Bausteinchen mehr im Puzzle.

    Über Gefühle wird natürlich nicht gesprochen, wozu auch, man weiß ja, dass es dem anderen schlecht geht.

    Ach die Dissoziation, das hatte ich ganz vergessen zu erwähnen im Update - das ist auch etwas, was wir im letzten Coaching angesehen haben bei mir. Ich weiß nicht, wie stark sie in Kindertagen womöglich gewesen ist, das komische Gefühl nicht ich sein zu können und wie hinter einer Glocke zu hängen in Gesellschaft, so wattig eingepackt, konnte ich nie zuordnen, jetzt hat das ganze einen Namen bekommen. Nun darf ich mich auch hier in der Rolle des Beobachters schulen, den Schutzmechanismus würdigen und annehmen - wann kommt sie, bei welchen Menschenmengen oder Konstellationen? Neugirerig draufschauen und fühlen. Das Soziale Umfeld als Trainingslager könnte man sagen :)

    Ich wünsche allen einen schönen Feiertag!


    Viele liebe Grüße, Floralia

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