Guten Abend,
ich habe mich angemeldet, um mich auszutauschen und Antworten auf meine Fragen zu finden.
Stecke gerade in einer Krise und bin sehr verzweifelt wegen meines Mannes.
Mathilde - Hallo in die Runde - Vorstellung
-
-
Hallo Mathilde,
herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.
Erzähl doch ein wenig mehr von deiner momentanen Situation, damit wir dich besser kennenlernen können.lg Morgenrot
-
Danke 😊
Zu meiner Geschichte: Ich bin seit 24 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Er war meine erste Liebe und hat mich früher auch sehr geliebt. Ich habe mich mit ihm sehr geborgen und glücklich gefühlt. Wir haben zwei Töchter bekommen, und er hat für uns ein Haus gebaut (er ist Handwerker). Alles war schön und gut. Alkohol war immer da und kein Tabu.
Wir haben früher sehr gerne Partys gefeiert und auch am Wochenende ein paar Gläschen Wein getrunken. Mein Mann war und ist immer der Meinung, dass er sehr viel Alkohol verträgt. Früher hatte er Spaß daran, dass alle seine Freunde schon betrunken waren, er aber noch stehen konnte. Das hat mich immer gestört, aber er war noch okay im Vergleich zu den anderen. Am nächsten Morgen war er wieder fit und hat für die Familie Frühstück gemacht. Er hat quasi sehr viel bei den Feiern getrunken, hat das aber in der Woche nicht gebraucht. Mit der Zeit haben wir Kontakt zu diesen Freunden reduziert, und wir haben uns seltener gesehen.Aber er hat angefangen, hier und da eine Flasche Bier allein zu trinken. Wir haben darüber geredet. Er sagte immer, dass er kein Problem damit hat und ich mich nicht einmischen soll.
Er hat ein Projekt gestartet, das nicht den Erfolg gebracht hat, den er sich erhofft hatte, was für ihn frustrierend ist. Aufgrund von Kurzarbeit sitzt er viel zu Hause und hat keine Arbeit. Das hat dazu geführt, dass er lange schläft und dann bis Mitternacht fernsieht, meistens mit einem Bier in der Hand. Er liebt Alkohol und trinkt sehr gerne bei jeder Gelegenheit. Wenn wir mit den Kindern essen gehen, bestellt er sich meistens zwei bis drei Weizen, also 1,5 Liter beim Essen.Wenn wir Besuch haben, kann er locker sechs bis acht Flaschen Bier trinken. Jeden Freitag ist bei ihm Saunatag, da trinkt er auch Bier.
Vor Kurzem hatte er seinen 50. Geburtstag. Ich habe ihm vorgeschlagen, seine Familie und seinen besten Freund einzuladen. Es sollte ein gemütliches Mittagessen werden. Wir haben zusammen lecker für alle gekocht und schön dekoriert. Unsere Tochter hat ihm einen Kuchen gebacken.
Als er beim Essen eine Flasche Wodka auf den Tisch gestellt hat, war ich schon gespannt, wie es weitergeht. Nach etwa sieben Gläsern Wodka haben die beiden angefangen, Bier zu trinken. Es gab zwei Gruppen am Tisch – Familie, Kinder und die beiden Saufbrüder. Als der Freund dann abends gegangen ist, weil es ihm gesundheitlich nicht mehr gut ging, hat er selbst weitergetrunken.
Dann hat er Aperol für unsere ältere Tochter (sie ist volljährig) gemischt und mit ihr sein Bier getrunken. Dabei war er schon sehr betrunken und hat gelallt. Ich wollte ihm seinen Geburtstag nicht verderben, aber ich war sauer und habe starke Kopfschmerzen bekommen.
Am nächsten Tag stand er um 5 Uhr auf und fuhr zur Arbeit. Als ich abends mit ihm sprach, sagte er, ich sei alt, langweilig und würde ihn nicht verstehen. Er behauptete, alles sei in Ordnung und er könne mit Alkohol umgehen. Ich habe jedoch ein anderes Gefühl und den Verdacht, dass er bereits abhängig ist und ohne Alkohol nicht leben kann. Alle um mich herum sagen, ich spinne. Aber in meinen Augen ist das ein ernstes Problem, das mich sehr unglücklich macht und uns auseinanderbringt. Ich habe schon oft darüber nachgedacht, ihn zu verlassen.
Ich brauche eure Meinung dazu. Ich bin verzweifelt und traurig. Hilft mir bitte das einzuordnen.
-
Ich habe jedoch ein anderes Gefühl und den Verdacht, dass er bereits abhängig ist und ohne Alkohol nicht leben kann.
Das Gefühl hatte ich auch beim lesen. Es kommt aber nicht auf das Gefühl an, sondern darauf, dass du deinen Wahrnehmungen vertraust. Das ist sehr wichtig, denn nasse Alkoholiker versuchen immer wieder ihren Angehörigen die Wahrnehmungen zu widerlegen. Das kenne ich sehr gut.
Du kannst aber nur etwas für dich tun, damit es dir besser geht. So lange dein Mann nicht einsieht dass er Alkoholiker ist, und von sich aus etwas ändern will, kannst du nichts machen.Alle um mich herum sagen, ich spinne
Hast du denn mal mit jemanden darüber gesprochen?
Alle um dich herum leben nicht dein Leben. Lass dich nicht verunsichern, und vertrau deinen Wahrnehmungen. Du hast an Trennung gedacht, dass ich sehr nachvollziehbar.
Wichtig ist auch, dass du bei Ankündigungen, diese auch bereit bist konsequent durch zu ziehen. Denn sonst wirst du unglaubwürdig, und dass wird dann oft wieder vom nassen Alkoholiker ausgenutzt.Wenn du dich weiter austauschen möchtest klicke bitte unten auf den Link, schreib einen kurzen Satz dazu. Dann schalten wir dich für den Austausch frei.
-
Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Mathilde
Jetzt kannst du überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.
-
Morgenrot
5. Mai 2026 um 22:48 Hat den Titel des Themas von „Hallo in die Runde - Vorstellung“ zu „Mathilde - Hallo in die Runde - Vorstellung“ geändert. -
Morgenrot
5. Mai 2026 um 22:49 Hat das Thema aus dem Forum hier vorstellen! nach Erste Schritte für Angehörige und Co Abhängige verschoben.
Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!