DirkAlex - Mein Name ist Dirk und ich bin Alkoholiker

  • Aber genau da würde ich für mich unterscheiden: Will ich einen Freund behalten? Oder will ich die alte Saufsituation behalten?

    Die Frage habe ich mir so nie wirklich gestellt.
    Zu meiner Situation gehört noch dazu gesagt dass ich oft der Initiator für das Feierabendbierchen oder Ähnliches war. Ich habe mich immer selber dazu gedrängt zu saufen. Es geht mir ja dann besser und vieles fällt leichter.

    Dafür brauchte ich aber immer ein Umfeld um mir sagen zu können: du kontrollierst es, säufst nicht Alleine, das ist gesund so.. die/der Andere trinkt ja auch was..

    Die Gegenseite hörte dann nach 1-2 Bierchen auf und brauchte die nächsten Tage/Wochen nichts mehr während ich am selben Tag schon bei 5-6 war und am nächsten Tag den nächsten Kontakt brauchte um weitermachen zu können.

    Erst im letzten Jahr fing es an dass ich auch täglich Alleine und heimlich getrunken habe. Ich wollte ja den Schein waren dass ich nicht täglich saufe und es kontrollieren kann.

    War eine lange und große Lüge an mich selber die ich mein halbes Leben aufrecht halten konnte.

    Nie wieder. Wenn ich was tue.

  • . Ich habe mich immer selber dazu gedrängt zu saufen.

    Woher kam denn dieser Drang eigentlich? Nur von dir? Oder hatte deine Sucht da längst ihre Finger mit im Spiel? ;) Solche Abläufe speichern sich ja nicht zufällig ab. Vorglühen. Losziehen. Andere trinken sehen. Selbst trinken. Weitermachen.

    Das waren irgendwann keine einzelnen Handlungen mehr, sondern ein eingespielter Ablauf. Und dann trocken werden, sich mitten in dieselbe Runde setzen und genüsslich sein Wasser trinken? Nö. Mir macht keiner weis, dass das nichts mit einem macht. :whistling:

    Was passiert denn, wenn irgendwann einer sagt: „Ach komm, du bist doch gar kein Alkoholiker.“ Oder: „Eins geht doch bestimmt.“ Oder das Ganze an einem richtig beschissenen Tag, an dem das Bier schon direkt vor deiner Nase steht?

    Genau deshalb habe ich am Anfang erst einmal möglichst viel von meinen alten Saufabläufen aussortiert. Sauffreunde. Saufveranstaltungen. Trinkrunden. Manche Hobbys gleich mit.

    Nicht für immer. Aber erst einmal.

    Ich habe mir lieber ein neues Leben rund um die Abstinenz aufgebaut, als das alte Leben rund um den Alkohol zu behalten und zu hoffen, dass diesmal alles anders läuft.

    Dem Suchtgedächtnis ständig die alten Filme vorzuspielen und darauf zu hoffen, dass es diesmal beim Zuschauen bleibt?

    Nee. Das geht nach meiner Erfahrung meistens nicht gut aus. Und ja, manches war am Anfang nicht besonders schön. Ja, auf manches habe ich verzichtet.

    Aber oft nur deshalb, weil die "neuen trockenen Abläufe" noch gar nicht entstehen konnten, solange die alten noch ständig liefen.

    Dir alles Gute.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Herzlich willkommen hier und ein Gedanke von mir: Wenn ein Freund fragt, ob es ok ist, wenn er vor dir trinkt, dann muss er ja auch damit rechnen, dass du evtl. Nein sagst.

    Ich weiß dass das nicht leicht ist, aber echten Freunden kann man zumuten, dass sie eben nicht vor einem konsumieren. Und Nein sagen Üben ist immer ein Schritt nach vorne. Probiere es aus!

  • Herzlich willkommen hier und ein Gedanke von mir: Wenn ein Freund fragt, ob es ok ist, wenn er vor dir trinkt, dann muss er ja auch damit rechnen, dass du evtl. Nein sagst.

    Ich weiß dass das nicht leicht ist, aber echten Freunden kann man zumuten, dass sie eben nicht vor einem konsumieren. Und Nein sagen Üben ist immer ein Schritt nach vorne. Probiere es aus!

    Danke, das stimmt und das werde ich versuchen.

  • Ich bin das erste Mal überhaupt auf einem Forum unterwegs, deswegen noch etwas unbeholfen.

    Ich kann hier bleiben und was zu meiner Geschichte/meinen Gedanken beitragen?

    Ich lese hier auch öfter was über das Thema Entzug: Ich habe die ersten drei Wochen Alleine, mit vielen Gesprächen mit meiner Mum und meinen zwei besten Freunden bewältigt und zum Glück geschafft. Erst danach bin ich zum Hausarzt und wenig später zu den AA gegangen um mich abchecken zu lassen. Das passierte in Form eines Blutbildes. Mehr habe ich aber auch nicht getan.

    Sollte Ich noch was beachten?

  • Sollte Ich noch was beachten?

    Hast du denn deinem Arzt gesagt, dass du Alkoholiker bist? Falls ja, ist er (zumindest was deine Gesundheit bzw. was gesundheitlich noch zu checken ist) der beste Ansprechpartner.

    Oder hast du deine Frage eher allgemein gemeint?

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ja habe ich. Das war für mich sehr wichtig (aber auch unfassbar hart) dass ich es sage Alkoholiker zu sein und dem nicht mehr mächtig bin. Ich bin mit dem Ziel hingegangen dass gesundheitlich bewerten zu lassen. Er fand keine Auffälligkeiten in den Blutwerten und empfahl mir SHG‘s wie die AA, wo ich dann ja auch hinging und hingehe.

    War daher eher allgemein gemeint.

  • Ich lese hier auch öfter was über das Thema Entzug:

    Was du gemacht hast, Dirk, war ein kalter Entzug. Den empfehlen wir hier nicht, weil Alkoholentzüge gefährlich und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein können. Deshalb raten wir grundsätzlich. Erst zum Arzt.

    Bei dir ist es gut gegangen, damit können wir es auch belassen.

    Die AA sind wie wir eine Selbsthilfegruppe. Jede Gruppe hat ihre eigenen Regeln und Sichtweisen. Was dort besprochen wird, bleibt dort. Genauso bleiben Inhalte aus unserem Forum hier.

    Kontrolliertes Trinken ist hier auch kein Thema.

    Ansonsten gibt es nichts Besonderes zu beachten. Deine Erfahrungen und Gedanken kannst du gerne einbringen. Trocken leben muss am Ende jeder selbst. Wir können uns dabei nur gegenseitig mit unseren Erfahrungen unterstützen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ja habe ich.

    Sehr gut 👍

    War daher eher allgemein gemeint.

    Puh … wo fange ich da an?

    Zum einen gibt es hier eine Menge zu lesen. Ich habe mir gerade in der Anfangszeit so manche Nacht hier im Forum um die Ohren geschlagen und alles regelrecht aufgesogen. Ich fand die hier geschilderten Erfahrungen unheimlich wertvoll.

    Und auch nach fast zwei Jahren ist es für mich immer noch unheimlich wichtig, hier täglich zu lesen.

    Besonders wichtig finde ich zum Beispiel, dass man sich ein zufriedenes Leben aufbaut und sich Hobbys und Beschäftigungen sucht, die einem Freude machen. Unzufriedenheit und Unglücklichsein sind für mich persönlich mit die größten Suchttreiber.

    Wie sieht es denn bei dir in der Richtung aus? Was machst du sonst noch so für dich außer Sport? Hast du eventuell „alte“ Hobbys, die du wieder beleben könntest?

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Wie sieht es denn bei dir in der Richtung aus? Was machst du sonst noch so für dich außer Sport? Hast du eventuell „alte“ Hobbys, die du wieder beleben könntest?

    Das ist eine gute Frage. Ich hatte/habe nie Hobbies gehabt, glaube ich.

    Ich versuche regelmäßig zu Lesen, das kann ich aber noch nicht lange Zeit am Stück. Insbesondere Lektüren oder Bücher, jetzt auch die unzähligen Beiträge hier.
    Dafür schreibe ich gerne und viel.. Alles was mir so in den Kopf kommt und mich betrifft.
    Und ich Rätsle gerne. So gut es halt geht.
    Kochen finde ich Mega! Tue ich nur viel zu selten.

    Aber Sport ist schon mein größter Ausgleich mit Tischtennis und Rennrad fahren.

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