• hallo isa,

    willkommn hier im forum.

    in der regel fällt mir zu fällen wie deinem immer nur ein "lauf, so schnell du kannst". das ist jetzt vielleicht ein bisschen flapsig, ich möchte es dir erklären.

    dein bekannter - ich nenne ihn jetzt mal so - hat eine therapie gemacht und ist sofort wieder rückfällig geworden - das ist schon mal ein ganz schlechter start. für ihn und für dich. jetzt entzieht er kalt - noch schlimmer, das heisst nämlich, dass er nichts begriffen und nichts gelernt hat. sowas kann tödlich enden, und da sollte man einen großen respekt haben und das lassen. dass es es trotzdem tut, deutet mir auf eine grenzenlose selbstüberschätzung hin - auch schlecht für eine dauerhafte nüchternheit.

    was das lügen und verharmlosen betrifft, das hast du mit weinschorle und schnaps ja schon mitbekommen - und das wird immer schlimmer werden.

    dann hast du noch zwei kinder, für die du verantwortung trägst. überleg dir gut, ob du sie sehenden auges mit einem nassen alkoholiker aufwachsen lassen willst. das ist für kinder die hölle.

    ihr kennt euch jetzt grad mal drei monate, das ist nicht viel. und dann schon solche stolpersteine. und noch etwas: DU kannst ihm nicht helfen, er muss sich selbst helfen wollen, alle DEINE kraft ist verschwendet. also überleg dir gut, ob du da weiter "investieren" möchtest: ich persönlich würde das nie und nimmer tun.

    viele grüße

    lavendel

  • Hallo ISA,
    ich weiß genau wie du dich fühlst... auch ich habe heute meine geschichte hier geschrieben (" brauche dringend euren Rat").
    ich hab leider erst eine antwort bekommen, aber alleine zu wissen es gibt noch andere die mit den Kopf und Bauch Gedanken kämpfen hilft ein wenig.... meine situation ist ähnlich .... auch fast 4 monate... auch 2 kidis.... ich weiß!! es ist sooooo schön wenn da auf einmal einer ist, der nüchtern einfach zum liebhaben ist.....aber wir beide müssen den kopf einsetzte, nur so helfen wir UNS und unseren Kindern.. denn die gilt es zu schützen... ja ja ich weiß wir stecken wieder zurück.....und dir kann ich es ganz einfach schreiben und selber weine ich seit stunden, weil mein bauch ihn so gerne möchte........versuche stärke zu finden......auf dauer macht es uns beide kaputtt
    ganz ganz liebe grüße
    lunasole

  • Seht mal Ihr Lieben,

    nicht nur was Ihr geschrieben bekommt ist wichtig, auch das was Ihr für Euch aus all den Erfahrungen die hier geschrieben stehen mitnehmt. Ihr findet hier ein Bollwerk an sehr bitteren Erfahrungen und manche Schuhe will man sich einfach nicht anziehen, es dauert bis sie passen.

    Immer wenn ich während drei Jahren dachte es nicht zu schaffen und die Kurve kratzen wollte, kamen Gedanken an die erste Ehe, Egoismus und Beziehungsunfähig hoch. Irgendwie habe ich doch immer wieder eine Menge neuen Mut geschöpft und weiter gemacht. Wenn ich nachts umherirrte und das Handtuch werfen wollte, habe ich manche Zeile geschrieben, die sie nie gesehen hat. Es gibt diese Zeilen noch, irgendwo zwischen all ihren tausend Büchern, viele. Ich möchte diese Dinger nicht mehr lesen, denn schon beim Ersten hätte ich fort sein müssen. Hätte ich es getan, wenn Ihr es mir gesagt hättet?

    Bis ich im Juni hier gelandet bin und viel anfing zu arbeiten, über lange Monate.
    Nicht die Schönsten, aber die wertvollsten Monate meines Lebens.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • hallo isa

    erstmal ein herzliches willkommen hier, schön das du da bist.

    also ich kann lavendel nur voll und ganz zustimmen. wie dein bekannter das problem verharmlost, ist echt wahnsinn und zeigt ganz deutlich das er aber wirklich noch gar nichts begriffen hat. und wenn ich von diesen kalten entzügen lese, da schüttelts mich...

    mein rat: fang erst gar keine beziehung mit ihm an, er braucht professionelle hilfe und die kannst du ihm nicht geben. genauso wenig wie du ihm am trinken hindern kannst. das muss er alleine schaffen.

    liebe grüße

    p.s. falls du noch weitere fragen hast, stell sie ruhig oder schreib einfach deine gedanken nieder, auch das soll helfen und ist hier kein problem.

  • aber er hat doch schon gemerkt, dass seine kalten entzüge nicht von dauer sind. also sollte er langsam mal schnackeln, dass er es ohne professionelle hilfe nicht schafft und sich diese dann auch suchen.

    nun du merkst es, ob der andere zum arzt, zu ner selbsthilfegruppe, zu den gesprächen bei der suchtberatung geht. diese sind ihm nach seiner langzeittherapie im normalfall ganz dringend empfohlen worden und er hätte die gespräche beim therapeuten auch bezahlt bekommen, er muss dafür nur nen antrag stellen.

    du wirst ja in den nexten tagen erfahren ob er sich wirklich psychologische betreuung sucht, bis dahin kann man eigentlich nur spekulieren.

  • Servus Isa,

    die Frage ist nicht ob grundsätzlich eine Trennung sein muss, sondern ob der Kranke

    1.) seine Krankheit akzeptiert
    2.) etwas gegen seine Krankheit unternehmen möchte
    3.) beides vorbehaltlos tut

    Wenn alle drei Punkte mit ja beantwortet sind, dann gibt es gute Chancen auf eine Genesung dahingehend, dass der Kranke seine Krankheit zum Stillstand bringen kann indem er dauerhaft abstinent lebt.

    Ist auch nur einer der drei Punkte mit nein beantwortet, dann "ist der Betreffende noch nicht so weit", und dann kann ich Dir nur raten, lauf, lauf so weit Du kannst, aber lass Dich um Gottes Willen nicht in den Strudel einer Co-Abhängigkeit ziehen. Dann ist Trennung wirklich der einzige Weg des Selbstschutzes. Die Option, später über eine gemeinsame Zukunft nachdenken zu wollen, die kann man sich ja immer offen halten.

    Alleine die Erfahrung lehrt, dass es in den seltensten Fällen dann noch eine gemeinsame Zukunft gibt - aber das ist ein anderes Thema.

    LG
    Spedi

  • Hallo Isa,

    ich bin Alkoholikerin und seit einem Jahr erst trocken also vom geschafften möchte ich hier nicht sprechen ich arbeite bis heute immer intensiv an mir hier im Forum.
    Meine Ehe stand kurz vor dem Ende und über die Trennung wurde schon gesprochen das entscheidende bei mir war ich wollte und konnte selber nicht mehr trinken, mein Mann hat kein Druck auf mich ausgeübt und er wollte am Anfang nicht glauben dass ich süchtig bin, es hat einiger Zeit auch gedauert bis ein Vertrauen wieder da war und heute kann ich sagen wir haben uns wieder gefunden und können auch über diese Krankheit sehr offen sprechen und er versucht zumindest mich auch zu verstehen mir ist aber auch bewusst das er dass nie richtig verstehen wird. Eine Garantie dass man nicht Rückfällig wird gibt ja nicht auch nach einer Therapie. Aber ich mache doch keine Thera wenn ich kein Problem habe wäre doch vertane Zeit was will ich denn da. Ich denke Dein Bekannte will nicht wirklich trocken werden. Therapie oder nicht ich habe keine gemacht aber das hat jetzt nichts zu sagen er muss es auch wollen und intensiv etwas dafür tun, dieses Gefühl habe ich aber nicht wenn ich Dich lese.

    Das waren jetzt nur paar Gedanken von mir.

    Liebe Grüße
    Maria

  • Servus Isa,

    nachdem die Krankheit sich nicht ändert, können sich unsere Ideen dazu nicht ändern - was Dir bleibt, ist dich abzugrenzen.
    Willst Du das, hast Du gute Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.
    Willst du das nicht, wirst Du mit Sicherheit in die Co-Abhängigkeit hineingezogen. Die abschreckenden Beispiele hierzu findest Du im Forum zur Genüge.

    Es liegt an Dir, was willst Du?

    LG
    Spedi

  • hallo isa!
    das dein freund keine lust mehr an s** hat sind die folgen seines alkoholkonsum's. am anfang steigert alk die potenz beim mann und mit zunehmender sauferei kommt es immer mehr zur impotenz. der alkohol ist ihm wichtiger als das sexuelle verlangen.

    Potenzstörungen
    Der zunächst unter Alkoholeinfluss gesteigerten Potenz folgen mit zunehmender Abhängigkeit vom Alkohol erhebliche vegetative und hormonelle Störungen. Sie führen zu einer alkoholbedingten Impotenz und beeinträchtigen das Sexualleben, das durch unausbleibliche Partnerkonflikte ohnehin gestört ist.

    sage deiner beziehung ade,denn du kannst an ihm nichts ändern.
    setze deine kraft für dich ein denn da ist sie angebracht.
    wenn du weiterhin an ihm was ändern willst was er garnicht möchte,verlängert sich nur euer leidensweg.
    der spritkopf musste erst tief genug in der sch***e liegen um was an sich zu ändern.

    herzlichst heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Servus Isa,

    eine Entlassung als arbeitsfähig bei Abbruch der Therapie heisst nichts anderes, als dass er selbst die Therapie auf eigenen Wunsch beendet hat und somit nicht mehr den Schutz als Kranker hat. Er wird somit zwingend als "arbeitsfähig" entlassen.

    Das hat nichts mit einer "Genesung" oder einem "positiven Abschluß" einer Therapie zu tun.

    Ein Beispiel für vorzeitige Entlasung seitens der Therapeuten kann sein die mangelnde Cooperationsbereitschaft, die Verweigerung der Mitarbeit an bestimmten Therapieformen/-angeboten, ein Verstoß gegen Hausordnung etc.

    Isa, das was Du hier und jetzt schreibst, zeigt mir eindeutig, dass Dein Partner nicht mit offenen Karten spielt. Hättest Du das im Eingangskommentar schon geschrieben, hätte ich Dir deutlicher antworten können.

    Daher nun mein Kommentar: Dein Partner verarscht Dich von vorne bis hinten, und Du fällst brav darauf rein.

    LG
    Spedi

  • Hallo isa,

    dass die Therapeutin "mit einem Mann nicht klar kommt", kann natürlich sein.

    Der umgekehrte Fall ist wahrscheinlicher, weil schon die Logik einem sagt, dass die Ärztin schon aus beruflichen Gründen vermutlich mehr mit Männern zu tun hat, als Dein Partner mit Therapeutinnen.

    Es dürfte doch wohl ein Therapiebericht erstellt worden sein, der mehr als die Aussage "arbeitsfähig" enthält. Aber das kann spedi vielleicht besser beurteilen.

    Verarschung na ja ? Aber nach Trick siehts auf jeden Fall aus.

    gruss schreck

  • Hallo Isabel,

    dieses gockelhafte oder gigoloartige Verhalten mit vorgegaukelter Heiterkeit und dem Lockenspray in der Hose sind Macken, die abgewöhnbar sind.

    Keineswegs witzig scheint aber das Ergebnis des Therapieversuches von ihm zu sein. Er hat nix, aber auch gar nix begriffen offensichtlich.

    Und nun beginnt für Dich eine Karussellfahrt und das Ticket dafür solltest Du schleunigst zurück geben. Je eher desto besser.

    gruss schreck

  • "Was bewegt aber einen Alkoholiker dazu einer Frau tausend Liebesschwüre zu machen er könnte doch für sich bleiben und keiner wäre belastet."

    Hallo Isabel, diese Liebesschwüre kenne ich auch, weil sie mir oft so übertrieben vorkamen, fand ich sie teilweise sogar abstoßend...warum sie das machen und nicht einfach allein bleiben? Na, wer ist schon gern allein? Der natürliche menschliche Wunsch nach Nähe, Wärme, Zärtlichkeit und auch Umsorgtsein ist doch auch bei diesen Männern vorhanden, auch wenn sie trinken.

    Weil sie sehr wohl wissen, wie schwer wir es mit ihnen haben, bekommen wir diese lieben Worte doppelt und dreifach, damit "sichern" sie uns sozusagen ab, denn trotz allem hört man als Partnerin (und vor allem als Co) doch gerne, ich liebe dich über alles, du bist das Wichtigste im Leben für mich und und und...

    Ich habe mich nachher so geärgert, weil das ja auch nur Ich-Sätze sind, die von ihm kamen. Und weil ich gemerkt habe, dass es nur nach außen als Liebkosung gemeint war, übersetzt klang es für mich: So wie iICH dich liebe, liebt dich kein anderer, also bleib bei MIR! Weil ich nur dich habe, musst du ALLES für mich sein!

    Und wehe, ich habe einmal diese große Liebe verbal nicht zurückgegeben! Was, liebst du mich nicht mehr? So etwas täglich sagen (zu müssen) kann nicht der Sinn dieser tiefen Worte sein. Und ich habe die Frage nach MIR vermisst, nie kam der Satz: Bist DU eigentlich glücklich? Was kann ich tun, damit DU glücklich bist?

    Und für das Selbstbewusstsein ist es ja auch wichtig, sich selbst und der Welt draußen zu zeigen: Sehr her, DAS ist MEINE Partnerin, die liebt mich, steht hinter mir (also muss ich doch was wert sein)

    Dass wir Parterinnen aber nur "hinter" unseren Männern stehen wollen und auch die Liebe nur dauerhaft bleiben kann, WENN sie dem Alk endgültig Adieu sagen, das ist etwas, was sie nicht akzeptieren wollen, können...vor allem, weil man sie ja evtl. - so wie bei mir - schon so kennen- und auch liebengelernt hat!!! Und Verständnis, warum das auf einmal alles anders sein soll....

    ....auch das kriegen sie erst, wenn sie "den Knall" gehört haben, leider!
    Und wirklich - für sich selbst - was ändern.

    Lieben Gruß
    Leominda

  • Servus Isa,

    ich weiss, das hilft Dir in der Praxis nicht weiter, aber versuche einfach mal das hier stehen zu lassen:

      Dein Partner ist krank, suchtkrank.

    Das ist weder eine Rechtfertigung, noch eine Entschuldigung. Es ist die korrekte Beschreibung seines momentanen Zustands.

    Und so lange er von sich aus nicht etwas dagegen unternehmen möchte, wird sich auch keinerlei Besserung einstellen.
    Die Frage ist nur, wie lange willst Du dir diesen Zustand noch antun, Dein Leben noch mit ihm belasten? Du hast Null Garantie, dass er irgendwann "aufwacht" und "was für sich macht.

    Aber Du hast 100% Chancen auf eine perfekte Co-Abhängigkeit, wenn Du jetzt nicht langsam die Notbremse ziehst. Schau Dich hier im Forum um. Sieh all die leidenden Co-Abhängigen, lies deren Geschichten. Ist das ein erstrebenswertes Ziel, so am Boden zerstört zu sein?!? Wenn Du das nicht möchtest, dann tu etwas dagegen - nur Du kannst Dein Leben ändern, er muss sich um seines kümmern.

    LG
    Spedi

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