• Hallo Karsten,

    ich danke Dir für Deine mahnenden Worte.

    Mir ging es bei diesem Experiment ja auch tatsächlich darum, zu erfahren, welche Gedanken und Gefühle in mir aufkommen, wenn ich mich in eine solche Runde begebe. Dabei stand nicht im Vordergrund, die Situation erfolgreich zu bewältigen (und es bei künftigen gleichzutun), sondern die eigene emotionale Befindlichkeit auszuloten.

    Die Tatsache, das sich im Vorfeld und im Nachlauf der Veranstaltung positive Gefühle zum Alkohol gezeigt haben, ist für mich eine Bestätigung der Aussage, dass ein Rückfall eben nicht erst beim ersten Schluck beginnt. Da ich bisher rückfallfrei bin, fehlt mir die eigene Erfahrung, die diese Aussage begründet. Durch diese "kontrollierte Konfrontation" habe ich da jetzt einiges dazugelernt.

    Ich hoffe natürlich, dass ich mit diesem Beitrag nicht zu sehr an die Grenzen dessen gegangen bin, was Du in diesem (Deinem) Forum noch an Aussagen tolerierst. Ich möchte selbstverständlich auch niemandem zum Leichtsinn animieren!

    Ich geb auf mich acht!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo JoeDoe75

    Zitat

    Natürlich könnte ich mir zwei Dachlatten zurecht sägen, diese schwarz bemalen und beim Durchgang dieser Passage ein Kreuz formend vor mich halten! Dazu könnte ich ein paar mächtige Beschwörungsformeln vor mich hin murmeln und die Gefahrenabwehr dadurch weiter erhöhen

    :lol::lol: Wo hast Du das denn abgeschrieben ????

    Aber zum Ernst der Sache :

    Bei mir hat sich ja inzwischen herumgesprochen, dass ich mir jeden Montag auf die Schulter klopfe wenn ich den Sonntag ohne Suff überstanden habe.

    Ich sehe viele Punkte ähnlich oder genauso wie Du. Leuten bei dem KONTROLLIERTEN GENUSSTRINKEN !!! zuzuschauen macht mir auch mehr oder weniger große Probleme.

    Wenn ich allerdings hier am Bahnhof morgens um 8 die Zombies durch die Straßen wanken sehe bringe ich Alkohol nicht mehr mit (DEIN ZITAT : so ein Gefühl von "Hier hat jemand Spaß gehabt!") in Verbindung. Da denke ich mir immer : Mein Wohnsitz und mein Job hat mich DAVOR bewahrt. Es ist wahrscheinlich, dass ich da total abgesackt wäre. (Soll nun nicht heißen, dass ich die Gefahr für gebannt halte) Für das Absacken spricht auch, dass man sich wenn man Urlaub hat, auch schon mal morgens um 9 nen Bierchen gegönnt hat. Wenn ich da Heute so drüber nachdenke ..

    Hier noch ein Beispiel : Gestern früh gehe ich hier in die Bäckerei und da stehen 2 Jugendliche mit Bierflaschen vor dem Laden MORGENS UM NEUN DAS sind so diese Erlebnisse wo ich mir sage : DEN SCHEI… hast Du Dir lange genug angetan.

    Ich habe mir folgendes angewöhnt (Vielleicht auch was für Dich) :

    Immer wenn ich irgendwo ne leere ALK-Pulle an einer Bushaltestelle oder im Graben sehe nehme ich mir ein paar Sekunden Zeit und mache mir nen Kopp darüber wie es dem bemitleidenswertem Genießer oder selbsternannten Weinkenner wohl Heute geht. Dann kommt bei mir immer ganz schnell das große Grinsen.

    Weiterhin alles Gute …

  • Hallo Joe !

    Ich hoffe dein nächstes Experiment ist nicht " ein kontrollierter Rückfall " !
    Ich verstehe den Sinn dessen nicht was Du da veranstaltest.
    Wir werden im Leben oft genug in Situationen kommen in denen Alkohol eine Rolle spielt , aber ich für meinen Teil muss diese nicht veranstalten und moderieren.
    Wäre mir zu gefährlich.

    Viele liebe Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Bernd,

    der "Sinn" dieses Experimentes war die eigene Gefühlslage bei der Konfrontation mit Alkohol auszuloten. Und das eben in einem möglichst "harmlosen" Rahmen.

    Wie Du selbst geschrieben hast, werden uns im Leben genug Situationen begegnen, die mit Alkohol zu tun haben werden. Für mich war es aber wichtig, eine solche Situation erstmalig nicht unkontrolliert (also fern von Menschen, die von meiner Erkrankung wissen) durchzustehen. Betriebsfeiern oder ähnliche Veranstaltungen wären mir für diesen "Ersten Kontakt" zu risikofreudig gewesen. Und wie ich ja auch geschrieben habe, war es für mich die letzte Veranstaltung, die ich in dieser Form durchgeführt habe. Eben genau wegen der emotionalen Erfahrung, die ich dabei gemacht habe!

    Vaan :

    Alles eigene Feder :wink: ! Ich versuche nur bei allem Ernst der Sache einen Ansatz von Humor zu behalten. Ist aber auch sicher nicht jedermanns Geschmack.

    Und ja: Bei dem besagten Kiosk hängen auch schon Jugendliche herum ... irgendwie traurig! Aber was mag man da tun? Ich bin jedenfalls zur Zeit noch genügend mit meiner eigenen Trockenheit beschäftigt. Und dabei mache ich mir auch ähnliche Gedanken, wenn ich eine leere Flasche erblicke. Häufig denke ich allerdings auch an mich zurück, wie ich schöne Sonnentage mit ein paar Flaschen Bier im Park vergeudet habe. Meine Flaschen hab ich zwar immer wieder mitgenommen (wär ich auch zu kniestig gewesen!), aber das war eigentlich dasselbe öffentliche Trinken, wie die Damen und Herren das heute an dem Kiosk betreiben! Insofern bin ich froh, dass ich das heute nicht mehr mache!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    habe mir noch einmal einige Gedanken gemacht. Einerseits natürlich über die kontrollierte Konfrontation, andererseits aber auch über die Reaktionen aus dem Forum hier.

    Zum "Tatverlauf" habe ich keine neuen Erkenntnisse gewonnen bzw. auch keine weitergehenden Gefährdungspunkte entdeckt. Auch die konstruktiven Kritikpunkte, die vorgebracht worden sind, sehe ich in meinem Fall nicht wirklich mit einer Basis versehen: So ist das Ganze weder aus Übermut, Leichtsinn oder einer immer wieder anzutreffenden "Ich-bin-ja-frisch-trocken-und-soooo-glücklich-und-zufrieden"-Laune heraus entstanden. Insofern war die Sache für mich(!) sehr aufschlussreich und hat mir in der Frage, wie viel Nähe ich dem Alkohol in Zukunft zugestehe, eine deutliche Antwort gegeben.

    Was mich allerdings ein wenig wundert, ist die Tatsache, dass Kritik zu der Aktion erst im Nachhinein geäußert wurde, obwohl ich die Planungen ja bereits einige Tage vorher skizziert habe, oder besser gesagt die Frage in den Raum gestellt habe, ob und in welcher Dimension man sich bei gesellschaftlichen Anlässen der Gefahr alkoholtrinkender Menschen aussetzen sollte. Das ist für mich als Mensch in der "Ersttrocknung" eine wichtige Frage!

    Andererseits: Hätten mich Warnungen oder Kritik von dem Vorhaben abgehalten? Wahrscheinlich nicht. Nun denn: Haken dran!

    Was ich aber noch an Positivem erzählen wollte:

    Habe gestern das schöne Wetter genutzt und die gesammelte Fauna der fünf Kontinente besucht (Nein, nicht mit dem Privatjet, ich war nur im Zoo :wink: !)

    Mit der Kamera bewaffnet ging es dann auf die Jagd nach schönen Motiven und ich muss sagen, ich bin begeistert, ob meiner motorischen Ruhe: Indoor mit über 200mm (>300mm KB) und 1/80s knackscharfe Bilder aus der Hand geschossen 8)! Für die Nicht-Photographen unter Euch: Dafür braucht man ein wirklich seeehr ruhiges Händchen! Und das hätte ich vor einigen Monaten noch nicht gehabt. Klarer KO-Sieg für die Nüchternheit!

    In diesem Sinne.

    Liebe Grüße

    J. (der sich jetzt in PS vergräbt um 622 Bilder zu sichten, auszuwählen und für die Ausbelichtung zu optimieren)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    heute doch mal wieder ein 'ernstes' Anliegen:

    Der Cowboy auf dem Pferde!!!
    (Der mit dem Lungenkrebs, ihr wisst schon ;)!)

    Im Ernst: Ich hab vor einigen Monaten einen wirklich ernsthaften Versuch unternommen, mir die Qualmerei abzugewöhnen. Es sei dazu gesagt, dass ich etwa 30 Stengel am Tag verqualmt habe und mich dann erfolgreich auf drei Stück/Tag heruntergearbeitet habe. Vor dem finalen Schritt in die Atemfrische kam dann meine Entgiftung. Und was soll ich sagen? Na, klar: Am ersten Tag wieder eine ganze Schachtel vernichtet!

    Grundsätzlich hat mich das jetzt nicht so bedrückt. Parallelentzung schien mir zu riskant und da der Alkohol Priorität hatte .....

    Nun denn! Jetzt sind mittlerweile drei Monate vergangen und so langsam würde ich das auch gerne wieder in Angriff nehmen. Nun brauch ich keine Tipps, wie das am besten klappt, das bekomme ich schon hin, mir geht es eigentlich mehr um den dabei durchaus entstehenden Stress! Zur Zeit nutze ich das Rauchen wirklich schon fast gezielt, um Stresssituationen zu entschärfen: Einfach mal fünf Minuten vor die Tür und eine durchgezogen, schon bin ich ruhiger.

    Dieser Akt der inneren Beruhigung hat mir sicher auch geholfen, dem Alkohol bis jetzt standhaft zu entsagen. Nun bin ich etwas unsicher, wie sich ein Nikotionentzug auf mein Alkoholverlangen auswirkt. Ich mag mir eigentlich nicht vorsätzlich Saufdruck erzeugen!

    Hat da jemand schon Erfahrungen mit gemacht?
    Also frisch vom Alkohol weg und sich nun auch noch ein anderes Suchtmittel entziehen? Ich würde das schon gerne so schnell wie möglich in Angriff nehmen, aber natürlich nicht zu dem Preis, dass es mich dem Alkohol wieder näher bringt!

    Hmmm, wäre dankbar, wenn da jemand schon Erfahrungen mit gemacht hat und vielleicht den ein oder anderen Rat für mich hätte.

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Ein Tipp von mir:
    Wenn du mit deinem Kreuz am Kiosk vorbeigehst würde ich mir noch eine Kette aus Knoblauch umhängen. Wirkt dann alles noch besser.

    Dein Experiment kann ich verstehen. Ging mir auch in der Anfangszeit so. Ich wollte sehen, wie ich reagiere und was es mit mir macht. Tatsächlich will man ja nur sehen, wie stark man ist. Aber Vorsicht, kann auch in die Hose gehen. Dein Verhältnis zum Alkohol wird sich im Laufe der Zeit verändern und du wirst stärker und sicherer dem Alkohol gegenüber. Du wirst mit der Zeit auch wissen, was gut für dich ist und was nicht. Solche Experimente sind wie ein Sprung ins kalte Wasser, du weißt letztendlich nicht, was dabei herauskommt.

    Dann zum Rauchen. Ich habe mal mit dem Rauchen aufgehört. Also saß ich dann so abends gemütlich vor dem TV und hatte mächtig Schmacht. Machte mir dann so richtig klar, ne, ist nichts. Der Schmacht ließ auch nach und verlagerte sich dann auf Gier nach was Süßem. Ich bin mir da auch nicht so sicher, ob sich da nicht dann was verschieben würde und evtl. Saufdruck aufkommen könnte. Ich (meine Meinung) würde jetzt in der Anfangszeit nicht mit dem Rauchen aufhören. Erstmal abwarten bis eine gewisse Zeit der Trockenheit vergangen ist.

    Glaub mir es ändert sich wirklich viel zum Verhältnis zum Alkohol. Anfangs ist er irgendwie immer noch präsent und das verblasst mit der Zeit. Für mich wäre da der richtige Zeitpunkt die nächste Sucht in Angriff zu nehmen.

    Da ich mich kenne und weiß, wie ich reagiere, kann ich das Einschätzen. Kann ja bei dir auch ganz anders sein.

  • @ Brigitte
    @ Joe


    Zitat

    Es sei dazu gesagt, dass ich etwa 30 Stengel am Tag verqualmt habe und mich dann erfolgreich auf drei Stück/Tag heruntergearbeitet habe

    Kontrolliertes Rauchen ist AUCH NICHT MÖGLICH ... KEINE CHANCE ... 8) Ich habe es damals mit den Pflastern geschafft

  • Hallo Brigitte,

    an den Knoblauch hatte ich gar nicht gedacht. Danke für den Tipp :wink: !

    Was den kürzlich vergangenen Abend angeht: Ja, da hast Du recht, das hatte schon etwas von einem Sprung ins kalte Wasser. Habe mich ja aber bemüht, ein Becken zu wählen, das nicht ganz so tief ist.

    Tja und beim Rauchen ist das so eine Sache bei mir: Neben dem Trinken ist das so ziemlich mein einziges 'Laster'. Süßes mag ich z.B. gar nicht. Wenn also Suchtverlagerungsgedanken kommen, dann wohl in Richtung Alkohol. Hmmm, vielleicht hast Du recht, und ich sollte erst noch eine Weile warten bis ich in der Trockenheit ein wenig firmer geworden bin. Andererseits gehen mir die 'Effekte' des Rauchens so langsam ziemlich auf den ####! Kurzatmigkeit, Husten, gelegentliche Stiche im Brustraum ... das ist ja nun auch nicht das Wahre.

    Vaan :

    Jupp, da hatter recht mit der kontrollierten Raucherei :wink:. Geht gar nicht! Wollte mir den 'Absprung' nur etwas erleichtern. Pflaster? Hmmmm, da denke ich immer wieder an ein Buch von Martin Amis: Information (Sehr schönes Buch, aber bitter sarkastisch!). Der Romanheld denkt eines Abends so ein wenig über sich nach "... mit einem Nikotinpflaster, das an seinem Oberarm klebte, einem Nikotinkaugummi, das er kaute, und einer Zigarette, die er rauchte ...". Nun ja :wink:

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    ich habe von 14-22 geraucht, am Ende auch so etwa 20-30 Zigaretten am Tag. Habe dann mit dem Buch von Allen Carr "Endlich Nichtraucher" aufgehört zum Rauchen. Irgendwie habe ich dadurch die nötige geistige Distanz zum Nikotin gewonnen, das ja nun für einen Nicht-Abhängigen gar keine Vorteile, nichtmal kurzfristige, hat. Habe dann bis Sommer 2004 überhaupt keine Zigarette mehr geraucht. Seit dem aber immer mal wieder zu verschiedenen Anlässen und bei irgendwelchen Feiern. Aber maximal so 3-5 Schachteln pro Jahr (!) und wie gesagt in teils monatelangen Abständen.

    Als Alkoholiker der ich nun mal bin, widerstrebt es mir eigentlich zu behaupten, das sich Süchte kontrollieren lassen, aber im Falle des Nikotins trifft das zumindest bei mir tatsächlich zu. Ich habe keinerlei Zwang zu Rauchen, tue es in bestimmten Situationen aber gelegentlich immer noch. Die letzte Zigarette habe ich Anfang Juli, kurz vor meiner Hochzeit geraucht. Die vorletzte am Karfreitag Anfang April beim Bowling, davor die letzten Zigaretten am Neujahrstag im ICE.

    Durch mein sehr sportliches Leben und durch meine rauchfreie Umgebung (keiner von meinen Freunden raucht, meine Frau natürlich auch nicht) komme ich nicht im Entferntesten auf den Gedanken oder in Versuchung wieder anzufangen.

    Jetzt habe ich wahrscheinlich nicht viel zur Beantwortung deiner Frage beigetragen, lieber Joe, tut mir leid. Aber ich kann trotzdem Allen Carr nur empfehlen.

    Viele Grüße,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Blizzard,

    doch, in gewisser Weise schon: Du bist jetzt Nummer 471 der Personen, die mir das Buch von Allen Carr ans Herz gelegt haben :wink:

    Scheint ja wirklich so eine Art 'Wunderwaffe' gegen den Glimmstengel zu sein. Obwohl ich auch gehört habe, dass die gute Frau ein Buch "Endlich ohne Alkohol"geschrieben hat ... Na, ob das auch so einfach mit einem Buch funktioniert :roll:.

    Eines muss ich noch sagen: Ich finde es bewundernswert, dass es Menschen gibt, die tatsächlich Gelegenheitsraucher sind, so wie Du es von Dir beschrieben hast. Wenn ich mir so überlege, wie ich rauche, wenn ich mal ein paar Tage wegen Grippe ausgesetzt habe, dann kann ich das kaum verstehen: Die erste Zigarette schmeckt dann derart widerlich, aber der Körper will NIKOTIN! 3 oder 4 Fluppen später ist es dann wieder der alte Trott.

    Also Gelegenheitsraucher werde ich sicher nicht mehr werden (Auch wenn ich auch andere kenne, die wie Du nur ab und an zur Zigarette greifen).

    Wo ist denn hier der Buchladen?

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo Joe,

    also Allen Carr war ein Mann. :wink: Er ist letztens gestorben - ausgerechnet an Lungenkrebs. Er hatte wohl die letzten 20 Jahre seines Lebens nicht mehr geraucht und stieg zum "Nichtraucher-Papst" auf. Er hat tatsächlich mit seiner Methode Millionen von Menschen geholfen. Leider hat er dann den Fehler gemacht, sich einer Sucht zu widmen, mit der er selber nun keine Erfahrung hat - dem Alkoholismus - und hat sich gedacht, "was beim Nikotin geht, muss bei Alkohol auch funktionieren" Dieses Werk wurde daher auch kein besonderer Erfolg.

    Aber was das Nichtraucher-Buch anbelangt, kann ich es wirklich nur empfehlen - bei mir hat sich die innere Einstellung zum Rauchen dadurch nachhaltig geändert. Der Verzichtsgedanke ist dadurch zerplatzt wie eine Seifenblase. Deswegen bin ich bei Pflaster und Kaugummis auch so skeptisch. Es sind "manuelle" Methoden, die sich genau Null mit der Psyche beschäftigen. Diese Hilfsmittelchen verhindern vielleicht Entzugserscheinungen und "Schmacht", aber greifen nicht bei der Psyche.

    Meine Meinung.

    Herzlichst,

    Blizzard

    Herzlichst,

    Blizzard

    Erst unter den Hammerschlägen des Schicksals, in der Weißglut des Leidens an ihm, gewinnt das Leben Form und Gestalt. (V.E. Frankl)

  • Hallo Joe!

    Kenne auch einige, die anhand des Buches aufhören konnten.

    Klar, basiert auf positive MOtivation, nur die funktioniert. Ist einfach nur sehr "gehirngerecht" aufbereitet.

    Beim ALkohol (das Buch hatte ich mir mal vor Jahren gekauft) ist das allerdings gefährlich, da wird ja der kalte Entzug regelrecht propagiert, kein HInweis auf ärztliche Behandlung etc.

  • Hallo JoeDoe,

    zum Rauchen kann ich leider nichts sagen (bin Nichtraucherin - so ganz ;) ), habe aber grade von deinem "Versuch" gelesen. Ich "darf" diesen Test hier jede Woche machen, und muss sagen, ich habe da dieselben Empfindungen wie du. Von wegen "die haben Spaß gehabt" (und ich nicht). Immer wenn mein Vater sein Bier trinkt lässt er keinen Zweifel daran aufkommen, wie toll es ist sich jetzt dieses kühle Gebräu die Kehle runterrinnen zu lassen. Inzwischen esse ich am Wochenende gar nicht mehr mit ihnen zusammen, aber trotzdem lässt er keine Gelegenheit aus mir mitzuteilen, wie gut es gerade schmeckt und wie toll das Biertrinken ist.
    Und ja, er weiß dass ich Alkoholikerin bin.

    Ich erlebe es also gerade genau umgekehrt wie du: Ich bin in einem "Dauertest" und bin froh, wenn ich endlich in mein alkoholfreies Zuhause einziehen darf. Erst dann kann für mich die Trockenheitsarbeit richtig beginnen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, das du bald auf einen grünen Zweig kommst was das Rauchen angeht 8) .

    LG
    Plejaden

  • Hallo Lydia,

    damit bist Du Nummer Nummer 472 :wink: !


    Hallo Plejaden,

    dank Dir für die guten Wünsche!

    Ich habe bei Dir natürlich auch ein wenig gelesen und Du hast bei Dir ja leider eine völlig andere Situation, was das 'trinkende Umfeld' betrifft :cry: . Deine Tapferkeit ist da schon zu bewundern. Ich habe jedenfalls keine Ahnung, wie ich auf ein solches Umfeld reagieren würde. Nachdem ich in drei Monaten bis auf Reklame und den 'Jungs vom Kiosk' keinen Kontakt mehr mit trinkenden Menschen gehabt habe, war es aber langsam Zeit, die eigene Gefühlslage mal auszutesten. Und ansonsten ist (und bleibt) mein Zuhause ja auch alkoholfrei. Das ist schon eine Menge wert, wirst Du auch bald merken!

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Ich bin ein richtiger Suchtraucher und genieße auch meine Zigaretten und ich wäre dazu ein absoluter Liebhaber der Zigaretten, wenn nicht a) meine arme Gesundheit, b) das liebe Geld und c) ich müsste mal unbedingt wieder anstreichen.

    Ich gehöre nicht zu den Allen-Car-Fans. Fand das Buch super und es hat auch zwei Tage bei mir funktioniert und das wars. Also jetzt wieder bei 471.

  • Hallo Brigitte,

    ja, ein genießender Suchtraucher bin ich irgendwie auch :wink: .

    Und ich muss noch nicht einmal regelmäßig anstreichen, weil ich vor der Tür rauche (wir haben einen lungenkranken Hund!).

    Aber dennoch: Geld, Gesundheit, die Unfähigkeit, längere Strecken mit dem Auto ohne Pause zu fahren ... Das muss ja alles nicht sein! Außerdem: Die Affinität zur Entwicklung von Krebszellen soll ja durchaus erblich sein. Da meine beiden Großväter an Lungenkrebs verstorben sind, sollte ich dieses Schicksal vielleicht lieber nicht herausfordern :? .

    Naja, wird schon .... gehe jetzt erstmal eine qualmen :wink: !

    Liebe Grüße

    J.

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    war gerade beim Arzt! Diesmal nicht wegen dem Alkohol, diesmal ging es zum Chirurgen!

    Ich schiebe diese Sache jetzt schon über ein Jahr vor mir her und eigentlich ist das auch gar nichts von besonderer Dramatik: Der Arzt zeigte mir eine Kettensäge von editAndi und berichtete, dass die Chinesen mittlerweile bei der Produktion von Ersatzgehirnen richtig große Fortschritte gemacht hätten! Den Kostenfaktor hat er natürlich auch betont ..... Hmmm ....

    Ne, Quatsch, ist wirklich nix besonderes, ABER: Immerhin das erste Mal, dass mich Ärzte aufschneiden! Bisher habe ich es eher so gehalten, dass ich zusätzliche Körperöffnungen selbst produziert habe und die Mediziner danach damit beschäftigt habe, diese wieder zu versiegeln.

    Naja, heute jedenfalls Termin zur Vorbesprechung gehabt: Alles durchgesprochen, den Wisch unterschrieben, dass mir alle Risiken etc. klar sind und nen Termin für die OP gemacht. Eigentlich ganz einfach, aber wenn man sich mit soz.phobischen Effekten herumschlagen muss, dann ist ein solches Unterfangen nicht zu unterschätzen!

    Jedenfalls war ich doch recht froh, nach über einem Jahr 'mentaler' Vorbereitung, diesen Termin gemacht und wahrgenommen zu haben. Und dann ....
    Dann kam ER! Der GEDANKE! "Jetzt hast Du Dir ein Bier verdient!"

    Ich war doch ein wenig überrascht, hätte ich eigentlich in der Situation nicht mit gerechnet, zumal ich direkt danach einen weiteren Termin hatte! Dazu muss ich gestehen, war der Gedanke durchaus intensiv: Die Erinnerung an dieses Gefühl, wenn man nach einem anstrengenden Tag die erste Flasche Bier in 120 Sekunden geleert hat und man langsam merkt, wie der Alkohol sich wohlig kribbelnd im Körper ausbreitet, kam plötzlich wieder.

    Suchtgedächtnis! Tja, das habe ich dann wohl auch! Und wenn ich Euch glauben kann, dann wird es wohl auch nie mehr ganz verschwinden :(.

    Wobei ich natürlich noch auf das Ersatzgehirn aus China hoffe :wink:!

    Liebe Grüße

    J.
    editAndi,bitte keine Markennamen,von Werkzeugherstellern benennen!Danke

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

  • Hallo zusammen,

    habe noch einmal ein wenig über das, was ich gestern in hasenpfoetchen's Thread geschrieben habe, nachgedacht.

    Ich muss sogar gestehen, dass ich mir selbst auch Gedanken gemacht habe, ob mein doch recht früher und bisher einmaliger Entzug auch wirklich von langfristiger Dauer sein wird, bzw. überhaupt sein KANN, eben weil mir genau diese Rückfallerfahrung fehlt!

    Im Grunde genommen sind diese Gedanken auch schon einige Tage her und hier in meinem Faden habe ich die Sache nicht weiter thematisiert, weil ich hier im Forum und auch auf anderen Seiten (Schande über mich!!!) eigentlich genügend Information zum Thema habe erlesen können.

    Nun sind viele der Erfahrungen, die andere gemacht haben, für mich nachvollziehbar und der Rückfall in einigen Geschichten auch nichts anderes, als eine logische Konsequenz. Für mich gilt natürlich das gleiche, auch wenn ich mich (wie sicher auch viele andere) gerne als die personifizierte Individualität betrachte :roll:! Nun versuche ich zwar, möglichst viele der Tipps anzunehmen, die eine dauerhafte Trockenheit versprechen, dennoch sehe ich in meinen eigenen Erfahrungen die ein oder andere Falltür:

    Mein Mißbrauch hat mich körperlich noch nicht angegriffen und die psychischen Belastungen -das sehe ich ja im Augenblick- sind eben nicht (nur) alkoholbedingt. Dazu kommen dann auch Beobachtungen, wie andere Menschen trotz des gleichen Mißbrauches ein 'erfolgreicheres' Leben führen können, als ich es bei meinem eigenen vermag. Und dazu gesellt sich natürlich auch die durchaus fehlende Tiefpunkterfahrung.

    Selbstverständlich habe ich jedoch die negativen Empfindungen noch fest im Gedächtnis und auch die Geschichten von anderen helfen zu erkennen, dass die Wiederaufnahme des Trinkens NIEMALS eine Verbesserung der Lebenssituation bewirken kann. In diesem ausgeglichenen Pause-Zustand, in den ich mein Leben gerade versetzt habe, reicht das auch völlig aus, um keine sehnsüchtigen Gedanken an den Alkohol zu bekommen.

    Nun muss das mit der 'Pause' aber bald ein Ende haben! Ohne einen Job (und die dafür notwendige und anstrengende Suche!) wird das hier bald richtig knapp werden! (Unter knapp verstehe ich, dass der Giro ausgereizt und die Rechnungen bei Mahnstufe 2 angelangt sind). Da kommt also bald eine Menge Druck auf mich zu und nachdem ich ja gestern auch schon einmal dieses "Jetzt ein Bier!"-Gefühl bekommen habe, frage ich mich natürlich, wie ich damit umgehen werde, wenn es unter Stress entsteht, und nicht wie gestern als Belohnung gedacht war. Über diesen Stress mache ich mir da auch weniger Gedanken, schwieriger ist folgendes:

    Ein Verharren auf ALG2 hätte auf Dauer in jedem Falle dramatische Konsequenzen, auch wenn wir hier fern von Saus und Braus leben. Und in diesem Falle würde auch die ursprüngliche Basis meiner Abstinenzmotivation wegbrechen, nämlich den Kopf wieder frei für die Jobsuche zu bekommen, um den wirklich ausgesprochen wenigen Luxus, den wir uns hier gönnen, auch weiter behalten zu können. Und auch wenn ich beim Thema Alkoholismus und der Motivation schon einiges weiter gekommen bin: Ein Scheitern auf diesem Gebiet (Job) würde sozusagen einen Tiefpunkt generieren, der dann erst Monate nach Beginn der Trockenheit seine Auswirkungen auf mein Leben zeigen würde. Und in einer solchen Situation bin ich mir bei aller Arbeit an meiner Trockenheit und Psyche nicht sicher, wie ich reagiere werde :? !

    Aber das gehört wohl auch dazu: Zu Lernen, wie man mit Rückschlägen und anderen negativen Situationen umgeht, ohne irgendwann wieder zur Flasche greifen zu wollen!

    Hmmmm.....

    Liebe Grüße

    J. (heute etwas nachdenklich!)

    Was ist, ist - was nicht ist, ist möglich! ///// 17.07.07

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!