Beiträge von Iowa

    Hallo Sausebraus,

    manche Tage wenn ich mit der S-Bahn zur Arbeit fahre, komme ich ab und an in Kontakt mit Menschen, die (noch) nach Alkohol riechen oder den letzten Ausdünstungen.

    Ich sag mir manchmal, dass ich manche Tage früher so gerochen haben muss.

    Es ist einer der Gründe, nie mehr trinken zu wollen. Einer von vielen Gründen. Alleine sich selber wieder riechen zu können bzw. klar zu werden für andere Sinne, ist es das wert.

    Hast du denn, als du die 1,5 Jahre nicht getrunken hast, den Halt einer Selbsthilfegruppe gehabt? Was meinst du denn damit, "auf einer Erfolgswelle" geritten zu sein. Eine Selbsthilfegruppe, hier oder im realen Leben, fängt auch auf, wenn sich die Menschen in der Umgebung an den "neuen" alkoholfreien Menschen gewöhnt haben, die Bestätigungen allein nicht mehr tragen und es einen Einschnitt gibt, der einen wackeln lässt.

    LG, Iowa

    Hallo Elahase,

    wie geht es dir?

    Ich lese als trockener Alkoholiker auch immer wieder bei den Co's, weil ich die Tendenz zu ungesunden Beziehungen habe.

    Als junge Frau hatte ich eine ungesunde Beziehung, bei der es mir zunehmend schlechter ging. Ich begriff irgendwann, dass ich nicht geliebt werde, aber das hielt den Mann nicht davon ab, zwischendrin immer wieder Kontakt mit mir aufzunehmen, nicht, ohne mir das ein oder andere Schlimme an den Kopf zu werfen und ich habe mich gefragt, warum er es mir so schwer machte, mich von ihm zu lösen.

    Ich glaube, es ging ihm auch darum, sich vom Gefühl der Vertrautheit und Gewohnheit zu lösen und hat es nicht immer geschafft. Da ging es nicht um mehr, da war kein Fünkchen an Zuneigung mehr. Oder es ging um das Gefühl von Macht, mich immer noch in seinen Fängen zu haben.

    Das habe ich gedacht, als du davon geschrieben hast, dass er sich nicht festlegen will, wenn es z. B. um die Besuchszeiten für euer Kind geht.

    Unternimmst du denn Schritte in deinem Leben, die dir ein gutes Gefühl vermitteln, ein Hobby von früher anfangen, ins Kino gehen, mit einer Freundin treffen, ein gutes Buch lesen? Etwas, was dir gut tut, um es dir gut gehen zu lassen, nicht, um ihm (evt. wieder) zu gefallen.

    LG, Iowa

    Hallo Antje,

    ist es "nur" der Alkohol oder bist du gerade in belastenden Situationen, die dir Druck machen. Hast du Zeit für Muße und zur Ruhe kommen. Wenn du magst, hier ist auch der Ort, wo du aufschreiben kannst, was dich außerdem belastet.

    Silvester kann auch sehr schön werden, der Beginn eines bewusst erlebten Jahreswechsels, hineinhören, was das mit dir macht.

    Und wie hier schon geschrieben wurde, Pläne machen für einen schönen Silvesterabend mit Spielen und etwas lustiges machen/gucken.

    LG, Iowa

    Hallo Antje,

    habe mich eben durch deinen Thread gelesen.

    Gut dass du es schon zwei Monate geschafft hast, trocken zu bleiben.

    Was mich interessiert: machst du weiter Therapie oder besuchst du auch eine reale Selbsthilfegruppe? Du hattest das Thema angeschrieben und du hattest es nicht weiter thematisiert.

    Die Müdigkeit könnte ich mir vorstellen, kann an zu wenig Flüssigkeitsaufnahme liegen (ich merk das spätestens dann, wenn ich nervös werde und mich nicht mehr gut konzentrieren kann).

    Wenn du viel Kaffee trinkst und Süßes isst und wenig bis gar nichts anderes an Wasser oder Tee, denke ich, dass dein Körper ein Defizit an Flüssigkeit hat. Und der Hype auf Süßes lässt sich auch gut mit Obst kompensieren.

    Weiterhin einen guten Austausch hier.

    VG, Iowa

    Hallo,

    es freut mich, wieder Neues von dir zu lesen.

    Du klingst sortierter. Gut, dass du erkennst, was dir nicht gut tut (Betrunkene im Auto mitnehmen).

    Ich habe im sozialen Menschen kennen gelernt, die ebenso trocken sind oder sich nichts aus Alkohol machen, es entstand so eine Art Automatismus, meine eigene Ausstrhalung hat sich verändert und ich ziehe andere Menschen an als früher.

    Schön, dass deine Frau dir Mut macht. Und dass du ihre Sicht der Dinge anerkennst. Wieso möchtest du bei den Co's lesen. Für dich oder um deine Frau zu verstehen?

    Mir war es lange stressig, zu wissen, wann ich wo stehe mit meiner Trockenheit. Heute gibt es für mich kein fertig-werden-wollen-mehr in Sachen Trockenheit oder Reife, das hat einen Stressfaktor aus meinen Gedanken herausgenommen.

    Weiterhin einen guten Weg.

    VG, Iowa

    Hallo Kamarasow,

    habe deine Geschichte im Vorstellungsbereich gelesen. Es gefällt mir, wie liebevoll du über deine Familie geschrieben hast.

    Und finde es gut, was du schreibst über das sich erneuern. Irgendwann hat sich das Erneuern verinnerlicht. Wenn der normale trockene Alltag kommt, kommen auch Gefühle dazu, die vorher nicht dagewesen zu sein schienen, die der Alkohol so gut überdeckt hat. So habe ich es empfunden. Heute bin ich beinahe 10 Jahre trocken.

    Manche Gefühle sind immer noch unangenehm und schmerzhaft, selbst wenn es um "langweilige" Angelegenheiten geht.

    Aber es gibt auch die, die ich um keinen Preis der Welt mehr missen möchte. Wenn ich ein liebes Wort oder eine Geste oder eine Umarmung nicht nur hören und sehen sondern auch wieder im Bauch spüren kann.

    Einen guten Austausch wünsche ich dir hier.

    Liebe Grüße

    Iowa
    (ich habe meinen Thread im geschlossenen Bereich).

    Hallo Schneegans,

    habe mich eben durch deinen Thread hier gelesen und finde es total schön, dass dein Mann hinter dir steht. Ich glaube, das ist nicht immer so und nicht selbstverständlich.

    Du hattest gefragt, ob wir zu Anfang auch einen langwierigen Prozess durchmachen mussten zu Beginn der Trockenheit.

    Ich hatte zunächst ein Gespräch mit einem Sozialtherapeuten der Beratungsstelle, der mir auch vorgab, einige Male in die SHG zu gehen, bevor dann weiter entschieden werden würde. Ich habe dann nach den vorgegebenen - mindestens 6 Wochen Besuch der SHG - von mir aus nach den weiteren Gesprächen mit dem Sozialth. gefragt, die fanden dann auch statt. Insgesamt war das ein Zeitraum von 12 Wochen, in den Gesprächen wurde dann beraten, welche Schritte weiter anstehen und er hat mir auch geholfen mit der ganzen Bürokratie. Ich habe mich damals für die ambulante Therapie entschieden.

    Ich war die ersten Male in der SHG auch total bange, was mich erwarten würde, fand es beruhigend, dass in der Gruppe eben auch Themen des Alkoholmissbrauchs sehr offen angesprochen wurden, über die ich von mir aus aus Scham niemals so offen geredet hätte. Da war einfach eine Vertrauensbasis und ein Zugehörigkeitsgefühl.

    Alles Gute auf deinem weiteren Weg!

    LG, Iowa

    Zitat von Hartmut

    vielleicht ist jemand der an die Vereinsamung oder als Trauerkloß glaubt zu enden, schon immer einsam gewesen und hat es mit dem Saufen nur übertüncht ?

    Hallo,

    ein Party-Mensch war ich nie, früher hatte ich meine Familie, hatte dann aus beruflichen Gründen immer mit Menschen zu tun (erst Großküche, später waren die Kollegen in der Gastronomie meine Familie, später Büro, dort war es zumindest am Anfang sehr okay).

    Ich gehöre zu den Menschen, die auch gut allein sein können und manchmal auch müssen. Das war mir früher übrigens nicht klar. Ich dachte, mit mir stimmt etwas nicht, weil ich beispielsweise zu Karneval keinen Spaß daran hatte, wie eine Sardine in der Dose eingequetscht in einer Kneipe zu stehen, mir war das bereits damals zu laut, zu ungemütlich, zu ..... ).

    Es kam als ich Alkohol immer missbräuchlicher einsetzte zu einem Problem, dass mir immer wieder sehr peinlich war. Ich fing an zu stottern, wenn ich volltrunken war, konnte keinen vollständigen Satz mehr herausbringen.

    Diese Sprachbremse hat sich bis in den nächsten Morgen hingezogen, was bedeutete, das ich mich von meinen Mitmenschen möglichst distanzieren musste, habe teilweise keine Antwort gegeben und galt als ziemlich sonderlich.

    Es ist nicht so, dass ich mich nie einsam fühle, aber ich weiß heute doch, wie ich Kontakte anknüpfen kann und vor allem welche Art von Kontakten ich heute mag. Ich mag es lieber, mich in einem kleinen Kreis von Menschen zu unterhalten, es gibt Tage, da reicht es mir, hier im Internt zu sein, zu schreiben, zu lesen, zu telefonieren. Es gibt Internetbörse, wo sich Menschen finden lassen, die meine Interessen teilen.

    Meine Bindungs-un-fähigkeit konnte ich mit Alkohol ganz gut kompensieren, da war sie trotzdem. Heute sehe ich diese nicht mehr als persönlichen Makel, sondern als etwas zu mir gehöriges, was ich ggf. auf andere Weise angehen kann.

    Heute habe ich auch nicht mehr den Anspruch, den ich in meiner damaligen nassen Scheinwelt hatte, dass ich mich jemand aus meiner Einsamkeit oder meinen Schwierigkeiten befreien muss.

    Ich habe heute mehr Spaß am Leben, in einem kleineren ruhigeren realistischerem Rahmen, als ich mir das früher hätte vorstellen können.

    LG,

    Iowa

    Hallo Maria,

    das sich zum Affen machen ist heute immer noch gang und gäbe und wird doch auch gerne entschuldigt, "hat eben einen über den Durst getrunken und hatte sich nicht mehr unter Kontrolle.

    Ich glaube, dass diese Haltung noch viel zu oft funktioniert und sich jemand ein schlechtes Gewissen von außen glattbügeln lassen kann.

    Die Menschen, die dann Druck machen, haben das entweder hinter sich oder sind in der glücklichen Lage, selten bis nie peinlichen Momenten ausgesetzt zu sein - und leider viel zu oft in der Minderheit.

    Das sind doch oft diejenigen, die "sich nicht so anstellen" oder "verstehen" sollen.

    Ich mag ehrlich gesagt auch keinen Druck machen, lieber den Vorteil genießen, meine eigenen Wege klar gehen zu können, und manch eine/n sein eigenes Leben leben und ggf. ausbügeln lassen, ohne den Wunsch zu verspüren, einzugreifen.

    Liebe Grüße,

    Ulrike

    Guten Abend Zimttee,

    gestern bin ich im Thread von „Brummbär“ gelandet und war sehr beeindruckt von der Eindringlichkeit deiner Beiträge an ihn. Habe mir deinen Thread durchgelesen und war ganz erstaunt, wie jung du noch bist. Ich finde es schade, dass du anscheinend sehr sehr früh hast erwachsen werden müssen. Du schreibst in einem Beitrag, dass du anziehend wirkst auf Menschen, die Hilfe brauchen. Ich finde das sehr typisch für Menschen, die früh lernen mussten, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung zu übernehmen scheinen manchem gleichzusetzen mit verantwortlich sein.

    Ich habe selber Co-Anteile, bin aber auf Grund meiner Alkoholkrankheit hier im Forum (im geschlossenen Bereich angemeldet). Ich musste mir sagen lassen, dass ich mich selber ändern muss, wenn sich andere ändern sollen, ich finde das richtig so, finde es völlig legitim, Lust haben zu dürfen auf Unbeschwertheit, Fröhlichkeit, Lebendigkeit, ich hänge da manchmal auch noch zu sehr fest, wirke auch immer noch anziehend auf sog. „Opfer“, das kippt aber inzwischen, bin froh über jeden Funken Lebendigkeit spüren dürfen.

    Ich wünsche dir viel viel Kraft, deinen eingeschlagenen Weg fortzusetzen, ich finde, du machst das sehr gut.

    Liebe Grüße und einen schönen 1. Adventsabend

    Ulrike

    Hallo,

    Erwartungen hatte ich zu Beginn meiner Trockenheit nicht so sehr. Ganz im Gegenteil, aus der nassen Zeit hatte ich Ansprüche an mich selber, an andere und erst einmal lernen müssen, diese runterzufahren.

    Immer dann, wenn ich wieder an hohe Erwartungen rankomme, an mich selber, an andere, dann weiß ich, ich laufe Gefahr, nass zu denken.

    Heute bin ich froh, klare Entscheidungen treffen zu können, das ist doch auch schon viel, finde ich. Ich bin immer noch dabei, die Leere zu füllen, die lange Jahre mit Alkohol auf dem Sofa, zu Hause, ersetzt hat. Da ist ganz viel Lebenszeit verloren gegangen und ich brauche immer noch meine Zeit, das sinnvoll füllen zu können.

    Liebe Grüße,

    Ulrike

    Hallo,

    für mich ist es wichtig bei Suchtdruck für mich selber zu akzeptieren, dass es mir in dem Moment nicht gut geht und dass ich die Gründe dafür erst später rausfinden möchte, was ich dann im Nachhinein, wenn es mir dann wieder gut geht, auch mache. Wie gesagt, erst einmal und dann versuchen herauszufinden, was mir in dem Moment guttun würde. Das kann das Schreiben und Lesen hier im Forum sein, Entspannungsübungen, Sport, je nach Verfassung.

    Dass der Suchtdruck nach 8 min. vorbei ist bzw. nachlässt, kann ich so nicht bestätigen, das ist so ähnlich wie beim Rauchen aufhören wenn mir jemand sagt, nach 6 Wochen wäre es "vorbei". Es kann sein, dass man die 6 Wochen abwartet und ausgerechnet dann einen schlechten Tag hat. Während Suchtdruck dann auf die Uhr zu gucken, um das rauszufinden, ob es denn mal so ist, möchte ich nicht ausprobieren.

    VG, Ulrike

    Hallo Elke,

    viele kleine und große Schritte in eine neue Zukunft. Toll, was du die letzten Wochen geschafft hast. In dir steckt unheimlich viel Power und ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du bald wohnlihc zur Ruhe kommen und deine neu gewonnene Lebensfreude für dich selber genießen, ausleben, auskosten kannst.

    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße,

    Ulrike

    Hallo Elke,

    habe eben mal nachgelesen, was so passiert ist bei dir die letzten Wochen und kann mich Fliegender Stern nur anschließen, es hat sich jede Menge bewegt bei dir, du triffst klare Entscheidungen, strukturierst DEIN Leben neu, wirklich kein Vergleich zum Anfang.

    Liebe Grüße und alles Gute weiterhin,

    Ulrike

    Hallo Olli,

    habe heute einen Antwortbeitrag von dir gelesen in einem Thread von Dagmar, kann es sein, dass deine gemachten Erfahrungen dich davon abhalten, weitere Schritte für dich selber zu gehen.

    Wie geht es dir, lass doch mal wieder was von dir hören.

    LG, Ulrike

    Hallo zusammen,

    im letzten Jahr meiner nassen Zeit war oft in der Situation, dass meine ganze Seelenlage so niedergemettert war, dass ich mich lebensmüde und völlig unten gefühlt habe. Wenn ich keine Angehörigen hätte, hätte ich es sicherlich geschafft, mich aus diesem Dasein zu beamen.

    Ich finde es einfach nur abgrundtief schade, dass der Alkohol nicht nur so viel körperliche Schäden anrichtet, sondern auch die Seele in diesen Zustand bringt, in diese unrealistische Sichtweise. Wünsche mir insbesondere von der öffentlichen Seite her viel mehr Aufklärung, dass es und welche Hilfen es gibt, so wie es Beiträge zum Schutz gegen Aids gibt, sowas könnte ich mir auch für Alkoholabhängige vorstellen, damit offensiver mit dem Thema umgegangen wird. Viele, die hier neu sind, wissen doch gar nicht, an wen sie sich wenden sollen. Vor meinem Entzug musste ich mich erst im Internet schlau machen, an wen ich mich wenden kann. Und klar hatte ich dann erst einmal eine Riesenhemmschwelle, bei der Beratungsstelle anzurufen und mich zu "outen". Damals wusste ich nicht bzw. habe mir keine Gedanken darum gemacht, wie mit dieser ganzen Thematik umgegangen wird bzw. was auf mich zukommt. Es war dann natürlich erstmal befreiend, bei den ersten Besuchen in der Selbsthilfegruppe zu hören, dass ich nicht alleine bin mit diesem Problem und das war - im Gegensatz zu vielen vielen einsamen Abenden mit meinen Flaschen - schon eine erste Befreiung aus dieser Situation.

    Das ganze Thema Alkoholkrankheit wird mir immr noch viel zu viel totgeschwiegen bzw. ist - im Gegensatz zum Rauchen - immer noch gesellschaftsfähig. Es ist das normale Bild in Samstagnacht in der Innenstadt, vor odre in den Kneipen Betrunkene vorzufinden und wer macht sich schon Gedanken um deren Seelenlage?

    VG, Ulrike

    P.S.: Olli, schön, mal wieder von dir zu lesen, wie geht es dir???