Beiträge von Tjorven

    Hallo ,
    momentan kommt es mir so vor, als wäre ich fast überfordert mit dem ,was ich für Gedanken und Gefühle habe.

    Ich habe das Gefühl , ich komme nicht mit ,das scheint mich zu überrollen.

    Kurzfristig bin ich von zwei AB-Nachrichten nervlich unter Anspannung geraten, da wusste ich wieder wie schlecht meine Belastbarkeit ist. Ich nehme es mal als Hinweis, jetzt langsam zu machen.

    LG,Tjorven

    Hallo,
    ich wollte einfach mal weitererzählen, wie die letzten Tage waren.

    Es ist nach wie vor etwas in Bewegung in mir, ich habe lange Zeit weder von mir reden noch schreiben können. Im Grunde habe ich die Zeit ,die ich hatte, mit Betäubung in Form von Schlafen oder Fernsehen verbracht. Ich habe nichts gefühlt. Habe im Radio nur einen Infosender gehört.
    Momentan scheine ich wieder zu fühlen : ich kann Musik hören, empfinde wieder, nehme Dinge wahr.

    Ich habe einen Dialog mit jemandem begonnen, der mich weiter an mich heran zu bringen scheint. Ich kann reflektieren, bekomme Dinge eingeordnet.

    Ich bekomme Einblicke in mich, die ich gerade auch zu lassen kann.
    Ich habe den Eindruck , ich bin jemand, der irgendwo versteckt war.

    Die Probleme mit der Abgrenzung zu meinen Eltern sind nach wie vor da. Von dem Brief , den ich an meine Eltern geschrieben habe, habe ich erzählt.
    Durch eine einfache Frage aus dem o.a. Dialog, konnte ich fühlen, dass der Brief eigentlich nur an meine Mutter gerichtet ist. Die Gefühle die viel tiefer vergaben sind , sind die zu meinem alkohokranken stark gealtertem Vater.
    Ich werde ihm auch einen Brief schreiben. Ich weiss noch nie wie, aber da öliegt der so wunde Punkt. es tut so weh.

    Trotzdem ist es gut. Ich fühle etwas, ich möchte den Mut haben weiterzumachen , weitergehen zu können... das nächste was kommt auch an Schmerz zulassen zu können.

    Irgendwie scheint der Auslöser in dem starken körperlichen Verfall meines Vaters zu liegen, der mir zu schaffen macht.

    Ich bin dankbar gerade jetzt hier zu sein, die Impulse bekommen zu haben, etwas was hilft mich weiterzubringen.

    Schöne Grüße,
    Tjorven

    Hallo,

    mir geht es heute besser als gestern. Ich habe gestern abend zum ersten Mal meine Gefühle in Briefform an meine Eltern aufgeschrieben. Bisher habe ich das , wenn "nur so" getan, aber das Schreiben mit Anreden meiner Eltern hat mir sehr geholfen. Den Brief will ich nicht abschicken, der war für mich.

    Meine Empfindung dabei war ganz anders als bisher , wenn ich "nur so" für mich schrieb. Ich fühle mich klarer, kann alles nochmal nachlesen , wenn ich will.

    Ich habe beim Schreiben einige Details für mich einordnen können.


    Es tat mir gut.

    LG,Tjorven.

    Hallo liebes Meeting,

    durch ein Telefonat ist mir der letzte Alkoholabsturz meines Vaters, wo ich ihn dazu bringen sollte mit der Feuerwehr mitzugehen in Erinnerung gekommen. Diese Situation mit den Nachbarn in der Whg . Ich habe gehandelt, automatisch. Kein Gefühl.

    Vor einer Weile kam dann Erinnerungen daran und an die kleine Tochter der Nachbarin , die irgendwo im Flur stand und alles mitbekam. Damals kam der Gedanke, dass dieses kleine Mädchen das nicht mitbekommen sollte. Ich wollte sie beschützen.

    Nun kommen Gefühle dazu. Wenn ich weinen könnte, wäre das vermutlich gut und erleichternd.Ich kann aber nicht weinen.
    Ein kleines Mädchen war ich selbst vor vielen Jahren, was seine Gefühle erst unterdrücken musste und dann von sich abgetrennt hat.

    Ich habe mir in letzter Zeit auch DVDs mit alten TVSerien aus meiner Kindheit bestellt. Irgendetwas scheint in mir abzulaufen, vor dem ich auch Angst habe. Obwohl es genau das ist, was vermutlich gut ist, Zugang zu seinen eigenen Gefühlen zu bekommen.

    Angst habe ich vor dem "Überrollt" werden. Das ich damit nicht umgehen kann.

    Ich laufe wie mit einem Kloss im Hals herum, es fühlt sich so fremd an und macht mir gerade Angst.

    Vielleicht kennt jemand das Gefühl des nicht weinen könnens ?

    Wie geht Ihr damit um ?

    Liebe Grüße, Tjorven.

    Hallo Lulu,

    ich kann Dich sehr gut verstehen, dass Du immer wieder ins Zweifeln kommst, wie und was Du tun kannst, um Deiner Mutter zu helfen.
    Mir geht es genauso im Verhältnis zu meinen alkoholkranken Vater und meiner co-abhängigen Mutter.

    Ich kenne auch die von Dir genannten Sätze ( ich habe Dich geboren etc.) .Aus Angst vor den Anschuldigungen und meinen Schuldgefühlen bin ich immer wieder und wieder eingeknickt.

    Es hat absolut nichts gebracht ! Alles blieb beim ewig gleichen Kreislauf. Mir hat es allerdings geschadet.
    Ich habe mich immer wieder angetrieben über meine eigenen Grenzen zu gehen und hatte irgendwann keine Kraft mehr.

    Ich kann meine Eltern nicht retten ! Sie können sich nur selbst helfen. Wege dahin wie Arztbesuch, Beratungsstelle etc. habe ich immer wieder aufgezeigt.

    Diese Versuche meiner Mutter mich wieder ins Familienboot zu holen kommen immer mal wieder.
    Ich könnte auch sagen die Erpressungsversuche.

    Besuche meiner Eltern sind harte Arbeit für mich. Den Verfall meines Vaters zu sehen , meine klagende Mutter und keine Änderung Ihres Verhaltens.

    Mein Vater wird eines Tages gar nicht mehr laufen können , wie soll es dann in der Wohnung weitergehen?
    Geredet wird darüber nicht, sag ich was, kommt , dass wird schon.
    Nichts wird werden, alles ist bisher schlimmer geworden.
    Reden über diese Themen wollen sie nicht mit mir, ich soll mir nur die Klagen anhören. Und sie bedauern.
    Das tue ich nicht mehr.

    Die Sache mit der ewig mir vorgehaltenen Dankbarkeit, weil sie mich unter Schmerzen geboren hat, habe ich sehr oft gehört.

    Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören, sagte ich wurde nicht gefragt, ob ich geboren werden wollte,da kam dann " ich solle mich nur nicht versündigen".

    So laufen Gespräche bei uns ab.

    Meine Mutter schuldigt an, ich habe mich verteidigt. Sie hat die Oberhand im Gespräch. ich versuche heute darauf nicht mehr einzusteigen, weil es nichts bringt.
    Funktioniert manchmal schon ganz gut.

    Unsere Unterhaltungen halte ich oberflächlich, würde ich etwas von mir zeigen, bringt es nur Schmerz.

    Ich zweifel auch immer wieder an meinem Verhalten, wenn meine Schuldgefühle mich plagen.

    Aber ich versuche zu mir zu halten, denn was für mich gut ist, dafür muss ich sorgen.

    ich wünsche meinen Eltern jeden Tag, dass es besser wird für sie. Aber ich kann es nicht ändern.

    LG,Tjorven.

    Hallo Jochen,

    ich möchte Dich ermutigen es einfach nochmal zu probieren in eine Selbsthilfe-Gruppe zu gehen.
    Ich bin lange Zeit in SH-Gruppe gegangen und eigentlich fand ich es nur beim ersten Mal schlimm, weil ich nicht wusste, was mich erwartet , was auf mich zu kommt, ob ich etwas sagen muss etc..

    Es war dann keineswegs schlimm, ich habe nur meinen Vornamen gesagt, (wie alle anderen auch) und das ich das erste Mal da bin.
    Es braucht niemand zu reden, der nicht reden möchte. Ich bin wiedergekommen und habe zugehört. Irgendwann kam der Moment, da wollte ich von mir aus etwas sagen, nicht weil mich jemand drängte dazu ( wie es in meiner alkoholkranken Herkunftsfamilie der Fall war).

    Schönen Gruß, Tjorven.

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Antworten Sarawen und Frozen Tears.

    Heute gehe ich seit Monaten zu meinen Eltern und ich habe kein gutes Gefühl dabei. Das Gute ist ich nehme jemanden mit mit Hund, da bin ich nicht alleine.

    Ich soll meiner Mutter einige Kleinigkeiten im Haushalt machen. Sie hat chronische Schmerzen , nimmt aber kaum Tabletten, versteht nicht, warum es nicht besser wird. Dass das auch Alterserscheinungen sind, davon will sie nichts hören.

    Ich bin auf viel Klagen und Schmerzberichte eingestellt. Sie will sich aber umhören, dass sie eine Haushaltshilfe findet.

    Bei meinem Vater , Frozen Tears, sehe ich --- so schade und traurig mich das macht und auch wütend-- keine Bessserungsmöglichkeit.
    Seine Krankheiten können alles Folgen des Alkoholmissbrauchs zu sein.
    Irgendwann ist der Körper kaputt.

    Schade und traurig finde ich es, wenn ich andere Menschen in seinem Alter sehe, die noch was aus ihrem Leben machen.

    Was machen meine Eltern seit 16 Jahren seit er auf Rente ist: sich streiten, schimpfen über alles mögliche, unzufrieden sein und darauf warten bzw. mir ins Gewissen reden, dass ich mich kümmern müsste.

    Ich erlebe es jetzt zum 3.Mal , wie es bergab geht durch Alkoholismus und Co-Abhängigkeit jetzt in meiner
    Herkunftsfamilie. Und das ist eine schreckliche emotionale Betroffenheit für mich und in mir.

    Ich weiss, dass ich alles versucht habe meine Eltern zu retten , es schöner zu machen für sie. Und es hat nicht funktioniert. Ich konnte nichts tun !

    Vor zwei Jahren als mein Vater mit uns sturzbetrunken im KH war ,konnte ich anschließend mit meiner Mutter reden. Zwei Tage später war sie wieder völlig im Co-abhängige sein versunken.

    Auch war an dem Tag , als ich dieses Thema begann , am zweifeln, war er wirklich betrunken oder unterstelle ich etwas... (meine eigene Co-Abhängigkeit), er war mit ziemlicher Sicherheit betrunken auch wenn er sonst nüchtern auch kaum noch laufen kann.

    Dieses Zweifeln an meiner eigenen Wahrnehmung ist für mich ein großes Problem, ich zweifel oft auch in anderen Situationen, ob meine Wahrnehmung stimmt. Zu oft ist mir eine blühende Phantasie bereits als Kind nach gesagt worden.

    Ich habe gestern eine Seite im Internet gefunden, wo genau "meine" Familie beschrieben wurde und meine Verhaltensschwierigkeiten ,die ich als Kind im Grundschulalter hatte. Und mit denen ich, wie sie viele von uns, alleine zurecht kommen musste.

    Ich selbst wollte nie ein eigenes Kind haben, weil ich immer Angst hatte, dass ich es nicht genug beschützen könnte und es ähnliche Schwierigkeiten und Änsgte hätte wie ich.

    Meine Mutter beschreibt meine Kindheit ganz anders: die schönste Kindheit überhaupt. Und das ich so komisch war , dass hätte nichts mit meinem Elternhaus zu tun gehabt.
    Und so geht es weiter.... ich bin zum Sündenbock geworden irgendwann, weil ich nicht zu Besuch komme , geht es ihnen mies. Weil ich mich n icht kümmere usw..

    Meinem Vater hat sie mal gesagt," wenn Du so weiter machst mit Deinem Verhalten, dann kommt Deine Tochter gar nicht mehr."
    Das es auch an ihr liegt, denkt sie nicht.

    Jedes Gespräch ist irgendwie "sinnlos", nur ein oberflächliches. Ich lasse keine Nähe mehr zu, weil ich verletzt werde mit Schuldzuweisungen etc..

    Ihre Ichbezogenheit ist extrem, ihre Probleme sind wichtig , ich hätte doch gar keine, so gut wie es mir ginge usw...

    Ihr merkt, ich bin traurig und wütend zugleich . Ich hätte so gerne Eltern gehabt, die mal vorbei kommen oder wo ich mal vorbeigehen kann, wo lein Alkohol im Spiel ist.

    Genug, ich mache mich jetzt fertig und schaue was zu tun ist.....

    danke, dass ich es hierlassen konnte, auch wenn es etwas wirr ist in meinen Gefühlen,

    machts gut, Tjorven

    Hallo Sarawen,

    ich schaffe erst heute wieder zu schreiben.

    Ich habe über das Thema einmal hier geschrieben, dann einer Vertrauten erzählt und nach Stunden gemerkt, dass ich nichts tun kann. Wie Du auch geschrieben hast, reden, bitten,betteln, kontrollieren, aufpassen ... streiten in all den Jahren .. es hat nichgts verändert. Mein Vater trinkt weiter und meine Mutter verleugnet .

    Am WE habe ich mich dann mit meinen Tieren ( Katzen) beschäftigt und bin rausgegangen . Das Wetter war gut, Bekannte zufällig getroffen.
    Hat mir alles geholfen bei mir zu bleiben.

    Ich bin traumatisiert, was diese Anrufe angeht, wenn ich die Stimme meiner Mutter und die Stimmlage in dem Moment höre .... Hilflosigkeit habe ich dann in mir und gleichzeitig "retten zu müssen" .. also emotionale Schiene.
    Meine körperlichen Symptome sind dann wohl so, wie in meiner Kindheit, nur das mein Verstand heute weiss, ich bin nicht mehr das abhängige kleine Kind in seinem dunkeln Zimmer und nebenan "fliegen die Fetzen".

    Mein Verstand weiss, dass Arzt/Feuerwehr mehr tun können als ich.
    Notfalls sozialpychiatrischer Dienst.

    Lieben Gruß, Tjorven.

    Hallo Ihr Lieben,

    ich kenne die Sätze auch " was Du immer hast, so schlimm ist das alles doch nicht " von meiner -aus meiner Sicht- co-abhängigen Mutter. "ich hatte schon immer eine blühende Phantasie" und all die Ausreden , die sie selbst braucht, um in ihrem Leben mit meinem trinkenden Vater zurechtzukommen.

    Ich war die Spinnerin, das Alien... mit mir stimmte etwas nicht. Sie die Eltern, die ein ganz normales Familenleben
    hatten, so ist das Bild meiner Mutter.

    Die Schuld bekomme ich, weil ich dies nicht tue und nicht mehr der Kummerkasten bin, bei dem sie sich ausweint.

    Ich kenne das Chaos der Gefühle, wenn ich zwischen" es sind doch meine inzw. alten Eltern" und "sie tun mir nicht gut, ich habe Horror sie zu sehen, mir ihre Probleme anzuhören und mich nicht abgrenzen zu können" stehe.
    Ich fühle moich mies und habe ein schlechtes Gewissen , weil man sich doch kümmert ...

    Eine Freundin sagte mir : ob sich meine Eltern mal Gedanken gemacht haben, was sie mir antun mit ihrem Verhalten.

    Über den Satz denke ich , dass Aussenstehende es auch so sehen können, aber meine Eltern denken darüber nicht nach.

    Bei uns war alles perfekt, meine Mutter hat alles richtig gemacht, sagte sie mir öfter.
    Leider stimmt das Wort nicht mit den gefühlen überin, denn weder sie noch ich wirken glücklich.

    Was mich bedrückt, ist, dass meine Mutter so stark verleugnet obwohl mein Vater fast nichts mehr alleine kann.

    Aber ändern kann ich es nicht. Sie leben ihr Leben , ich meins.

    ich muss mich abgrenzen, denn retten kann ich nur mich.

    Lieben Gruß,
    Tjorven

    Hallo Ihr Lieben,

    auch ich kenne das mit der mangelnden Leichtigkeit.
    Meine Ernsthaftigkeit ist schon als Kind aufgefallen.
    Ich wurde dann aufgefordert mal lustig zu sein, was ich dann vorspielte zu sein.
    Irgendwie habe ich immer "geschauspielt".. an Weihnachten war es immer schrecklich, Vater betrunken ,Mutter heulte und ich versuchte brav und fröhlich zu sein. Verrückt !

    Zu Familenfeiern in der Verwandtschaft bin ich irgendwann nicht mehr mit, ich hätte es nicht mehr ausgehalten.
    Meine Hochzeit fand in ganz kleinem Kreis statt, nur Eltern und Schwiegerma und Opa.
    Ich wollte keine große Feier wegen der Alkoholprobleme bei m.Vater und m. Schwiegerma.
    Am liebsten hätte ich im Ausland geheiratet , nur ich und mein Mann.

    HAbe ich mich nicht getraut durchzusetzen, da meine Mutter jammerte und mir Vorwürfe machte.

    "Vorwürfe machen" damit hat mich meine Mutter immer wieder festgekrallt im Kleinfamilienboot.

    Ich kann heute kaum locker sein auf Feiern, selbst wenn ich weiss, dass Alkoholpegel dort keine Rolle spielen.
    Anspannung ist immer in mir.

    Aber es ist schön, zu merken , dass ich mich auf Treffen mit Bekannten auch mal freuen kann .


    Liebe Grüße,
    Tjorven

    Hallo Ihr Lieben,
    liebe Sarawen,

    vielen Dank für Deine Antwort. Es hat mir gut getan eine Antwort zu bekommen.

    Ja, es ist so, wie Du es geschrieben hast: ich habe in all den Jahren zigmal versucht mit Gesprächen an meine Eltern heran zu kommen. Ich bin in einer sehr angespannten Situation ausgezogen, meine Mutter hat sich damals eindeutig auf die Seite meines Vaters gestellt und hat diese auch nie verlassen .

    Ich liebe meine Eltern . Mein Vater ist- wie bei vielen von uns- ein anderer Mensch , wenn er nüchtern ist, lieb, empfindsam, ängstlich etc. er war derjenige der immer mit mir Spiele gemacht hat als ich ein Kind war.

    Er ist mir irgendwie näher als meine Mutter, wenn er nüchtern war und ist.
    Betrunken war er aggressiv, grenzüberschreitend, mißbrauchend in mehrern Hinsichten.

    Meine Mutter ist in all den Jahren bei ihm geblieben, sie wusste, dass sie jederzeit bei mir hätte wohnen können, wenn sie etwas hätte verändern
    wollen.
    Sie lebt in und mit der Verleugnung. Das war und ist ihr Leben.
    Ich kann so nicht mehr leben. Ich kann das alles nicht mehr miterleben, ich habe nach meinem Auszug oft Angst um sie gehabt, bei seinen Aggressionen im Suff.
    Aber sie ist nie weg von ihm.

    Ich kann helfen, wenn es um praktische Hilfe geht, aber zu nah kann ich sie nicht an mich heranlassen.

    Ich habe am Wochenende nach einem Telefonat Freitag abend mit meiner Mutter Abstand gewonnen.
    Hat funktioniert.

    ( Im Telefonat sagte meine Mutter sie hätten meinen Vater zu viert, mit den Bekannten/Freunden hochheben können) und die Bekannten seien am Abennd nochmals gekommen. Ich hörte Stimmen im Hintergrund, auch meinen Vater, was für ein getrunken haben sprach.Meine Mutter sprach davon, dass er zu wenig Wasser getrunken habe, deshalb der Zusammenbruch beim Aufstehen von der Couch.
    Letzten Endes ist es egal, ob er betrunken war oder nicht, keinesfalls ist gesundheitlich alles in Ordnung
    und das alles an Symptomen nur "normale" Alterserscheinungen.

    Warum erwähne ich das immer ? Frage ich mich selbst. Vielleicht weil ich immer gehört habe, dass ich spinnen würde und eine blühende Phantasie hätte von meiner Mutter.
    Vielleicht auch um mich und mein Verhalten zu rechtfertigen, wenn ich nicht sofort hinfahre oder gar nicht hinfahre, wie jetzt am WE.

    Ich war die "Verrückte" als 20-jährige, die peinlich war für meine Mutter.

    Könnte Triggern- was jetzt kommt- Vorsicht !


    Ich bin lange in der engen Bindung geblieben , habe mich nie gewehrt , auch nicht bei sex.Anzüglichkeiten , verbal oder manuell. Ich habe ertragen.
    Erst nach meiner Psychotherapie
    habe ich Schritt für Schritt Grenzen gesetzt. Und auch von meiner Mutter zu hören bekommen, sowas sei normal, er sei mein Vater .... an mancher Stelle.


    Ich muss mir immer das Ganze in Erinnerung rufen , was war.

    Ich bin kein Monster , nur weil ich nicht mehr springe und mich aufgebe. Ich bin früh zur Kontrolleurin und Aufpasserin geworden , habe Verantwortung getragen, die viel zu viel war.
    Ich bin nicht der Elternersatz für meine Eltern, speziell für meine Mutter.

    Ich werde unterstützen , so wie ich kann , aber nicht mehr über meine Grenzen gehen.
    Denn das war es am Freitag, ich bin bei mir geblieben und nicht über meine Grenzen gegangen.
    Eigentlich für mich positiv.

    So traurig das auch alles ist. Ich weiss, dass ich nichts verändern kann und dass das , was meine Mutter mir immer abverlangt hat, wenn Du nur kommst , wird es besser, nicht stimmt.
    Sie hat mich mit im Familien-Boot. Aber ändern kann ich nichts.

    Es tut mir leid um das Leben meiner Mutter, aber sie hat nie etwas geändert, immer nur gedeckelt und verleugnet.

    Danke, dass Ihr mir zugehört habt, liebe Grüße,

    Tjorven.

    Hallo liebe Leserinnen und liebe Leser,

    ich muss es einfach loswerden, vielleicht mag mir jemand dazu was sagen.
    Ich weiss, das Thema und Ähnliches gibt es schon hier, trotzdem schreibe ich jetzt mal:

    meine mutter war eben auf dem AB, ich war draussen habe kein Telefon gehört. Es war so schön in der Sonne zu sitzen. An Ihrer Stimme habe ich gleich gehört, es ist wieder was mit meinem Vater. Meine Mutter weinte dann beim Rückruf, im Hintergrund hörte ich die Nachbarin und meinen t Vater reden.

    Mein Vater ist aus meiner Sicht Alkoholiker, solange ich denken kann, hatte er immer phasenweise sehr viel getrunken, dazwischen wenig bis gar nicht.

    Nun kann er inzwischen nur noch Schrittchen laufen ,ist dünn und Mitte 70. Nun ist er wieder gefallen , heute nachmittag, Nachbarin und deren 17-jähriger Sohn konnten ihn nicht aufheben.

    Meine Mutter wollte wissen, ob mein Mann da sei .. ist er nicht.
    Sie weinte immer wieder , sie sei so fertig und könne nicht mehr .

    Sie habe ihre einzigen Freunde/Bekannten angerufen ( Eltern einer ehemaligen Freundin ) von mir und die würden konmmen.

    Es ist wie im Film bei mir, ich bin völlig angespannt, zittere, als ob eine Welt zusammenbricht. Wie deja vu !

    Ich habe mich abgegrenzt bei meiner Mutter, ich sei auch fertig, wenn ich es höre, musste aber auch wieder fragen, ob mein Vater heute getrunken habe und ob er alleine draussen gewesen sei.
    .. ich ärgere mich, ich kann es mir nicht verkneifen.

    Nein, er hätte nicht getrunken.

    Meine Mutter hat selbiges immer gesagt, sie wiederholt auch immer, er war letzte Woche beim Arzt, da sei alles in Ordnung, sagt mein Vater.

    Vor zwei Jahren war ich da bei einem solchen Absturz und er fuhr mit ins KKH, und hatte dann 2,4 Promille.

    Es macht mich so fertig, ich kann meine Mutter nicht trösten ( ich schäme mich so dafür) , aber ich will auch nicht hin.

    Ich weiss, dass Ihre Bekannten sie trösten werden, da bin ich frog drüber. Auch über die hilfsbereite Nachbarin.

    Meine Mutter schweigt das Alkoholproblem tot, wir hatten vor 2 Jahren ein offenes Gespräch in dem ich mich sehr offen geäußert habe, dass ich das ganze Thema Alkohol/Betrunken nicht mehr ertragen kann. ich bin Einzelkind , damit aufgewachsen und habe bei den Eltern meines Mannes Schwiegermutter an Alkoholerkrankung sterben sehen und meinen Schwiegervater lebt vermutlich durch seine Alkoholkrankheit stark beschleunigt im Pflegeheim. Beide waren lange getrennt und alleinstehend. Nur 1 Sohn und mich.

    Wir haben zweimal den ganzen Kram durch von vermüllter und verdreckter Wohnung bis Behörden.

    Ich kann einfach nicht mehr ! Bin psychisch krank schon lange und ich will nicht mehr. Ich kann nicht helfen.

    Mein Vater hat vor 2 Jahren einen Entzug im KKH abgelehnt.
    Und uns bat er zwei Tage später an seinem Geb. über den Vorfall nicht mehr zu reden, dass sei ein Ausrutscher gewesen.

    Und alles ging weiter wie bisher.

    Froh bin ich echt, dass die Bekannten kommen , denn die rufen auch die Feuerwehr , wenn es notwendig ist.

    Das war auch immer so ein Kampf , alle paar Jahre - wenn ich mich zurückerinnere, er Alkoholmäßig abgestürzt bzw. mit Entzugserscheinungen etc. und wollte keinen Arzt. Letztes Mal dann hat doch jemand die Feuerwehr gerufen, er wollte aber nicht mit. Da bin ich hingefahren um ihn zu überreden mitzufahren mit der Feuerwehr. Wir sind hinterher gefahren.

    Ich weiss von Euch allen , wie es abläuft, im Grunde habe ich mir schon mal die Frage gestellt, ob er noch alleine mit meiner Mutter leben kann. Da kommt das nächste Problem, er würde keine Pflege von außen wollen, sie -eh schon ein nervliches Wrack- würde bis zum völligen Gehtnichtmehr weitermachen alleine.

    Niemand kann jemanden zu etwas zwingen. ich habe immer Hilfe Angeboten aus der "Entfernung" , ich meine damit mit dem Abstand, den ich seit 2 Jahren halten muss , um nicht daran kaputt zu gehen.

    Und doch immer wieder der Gedanke, ich müsste mehr tun ... es sind meine Eltern etc...
    Ich bin 45 Jahre alt, müsste ich nicht besser damit umgehen können.?

    Vielleicht ist jemand da, der mir was dazu sagen mag....

    Tjorven.

    Hallo,

    ich habe gerade schwer mit meinen Gefühlen zu tun. Ich merke, dass ich eigentlich nach 3 Wochen meine Eltern mal wieder anrufen müsste ( müsste... genauso empfinde ich es) , aber ich will es andererseits nicht.

    Dann tue ich es eben nicht , kann man mir einfach sagen ! Aber so einfach ist es nicht. Es ist ein innerlicher Kampf, als ob ich kämpfe mit mir selbst.
    Dabei frage ich mich , was ich von dem Anruf erwarte.
    Im Grunde nichts positives für mich: meine Eltern lassen mich spüren, wie wenig ich mich um sie kümmere, meine Mutter macht das, was ich mache schlecht, ihr gehts so schelcht, wenn mein Vater trinkt, was sie aber verleugnet, er schreit rum, sie schreit rum.... ich soll dann trösten , vermitteln , so war es immer.

    Ich bin überfordert mit dem Verhalten meiner Eltern, wenn ich es miterlebe. Ich kann eh nichts tun. Ausser mich mit im Kreise zu drehen.
    Meine Eltern sind Mitte 70, meine Mutter hat immer alles für meinen Vater getan, und tut es bis heute, er konnte immer trinken (quartalsweise dann exzessiv) . Sie hat nie eine Veränderung für sich in Betracht gezogen , Zusammenbrüche , dann alles wieder in Ordnung. Und es ging weiter.

    Ich bin so geprägt in meiner Kindheit, dass ich meinen Eltern helfen muss. Ich habe mich nie abgelöst vom Elternhaus, hatte keine Vorstellung von mir und meinem eigenen Leben. Habe den Beruf gelernt, den meine Mutter mir ausgesucht hat, so unselbständig war ich. und ich bin 20 Jahre lang unglücklich in diesem Beruf geblieben.

    Ich sei wankelmütig , sagte meine Mutter. Ich würde nie was durchhalten, sagte mein Vater. So dumm wirst Du doch nicht sein, den Beruf auszugeben, hörte ich immer wieder.

    Ich konnte nicht ausbrechen aus diesem Korsett von Regeln, Vorstellungen etc..

    Erst spät konnte ich erkennen. Auch heute noch bin ich abhängig , co-abhängig, aber ich stelle immer mehr in Frage.
    Meine Mutter sagte letztens zu mir, dass ich wohl nicht so dumm sein würde, jemand anders zu vertrauen.

    Das traf mich und hat viel in Bewegung gesetzt in mir.

    Ich sollte immer nur der Familie vertrauen. Nur ihnen meinen Eltern und ein paar Verwandten. Die Verwandten schauten auch weg, wenn es bei uns krachte.
    Damit kettete meine Mutter mich an sich. NAch außen hin machte sie mich auch schon mal lächerlich vor anderen leuten.

    Sie benutzt mich und das bis heute. Durch mich will sie sich besser fühlen.
    Sie hat immer etwas auszusetzen.


    Aufgrund ihres Alters frage ich mich, ob es richtig ist, wenn ich das tue , was ich will, nämlich wenig sehr wenig Kontakt ( ich denke das steht hinter dem "ich will sie nicht anrufen") . Aber soll ich mich wieder sonstwie verrenken um eine Anerkennung und Bestätigung zu bekommen, die ich eh nicht kriege ?


    Ich fühle mich nicht wophl, so oder so nicht.


    Ich lasse das jetzt hier so stehen, und hoffe ,dass der Druck weniger wird in mir.


    Schöne Grüße,
    Tjorven.

    Hallo Buschblume
    ,
    hallo Ihr Alle,

    ich bin auch noch neu hier im Forum und auch mich quält immer wieder die Frage, was kann ich tun... bei mir ist mein Vater, der inzwischen 75 J. alt ist und trinkt zusammenlebt mit meiner Mutter (78J) und co-abhängig. Ich bin das einzige Kind. Mein Vater trinkt quartalsweise seit seiner Jugend.
    Inzwischen steht er -meiner Wahrnehmung nach- am Ende der Leberzirrhose. Es wird nicht über die Krankheit gesprochen in meiner Familie. Mein Vater kann nicht mehr laufen, hat ständig schwindel, stark abgemagert, hatte bereits Wasser in den Beinen, Magen-Darmproblemen , Blutgerinnerungsstörungen und und und ... sein Arzt sagt, wenn man ihn fragt, es sei alles in Ordnung.

    Meine Mutter lebt damit, hat das Trinken ignoriert inzwischen, gestern war wieder si ein denkwürdiger Tag für mich. Ich rief an, sie sagte zu mir, dass mein Vater nicht aufstehen würde. Nichts essen würde wollen. Der Blutdruck sei so niedrig. Und weinte .
    Sie selbst hat Arthrose in der rechten Schulter und weint auch deshalb oft.

    Er war dann auch am Telefon, und er war betrunken. Wie er sprach, die Worte über meinen Mann z.B. im Grunde hätte ich auflegen müssen.
    Von einem anderen Menschen würde ich mir das kaum anhören. Aber bei den eigenen Eltern. Die durften und dürfen (?) mir alles sagen. So ungefähr. ich hatte da keine Grenzen.

    gestern war ich nachdem ich das Telefonat schnell beendet habe, wieder total zittrig und am Ende.
    Ich konnte dann ein gutes Gespräch mit meinem Mann führen, mich einfach auslassen, was ich für Ängste etc. habe. Ich würde gerne meine Mutter vorallem retten... aber sie ist boisher bei meinem Vater geblieben und wird es auch weiterhin tun.

    Ich besuche meine Eltern kaum. Wenn dann kommen sie alle paar Monate zu mir. Ich kann nicht mehr Kontakt haben. Ich bin so hin- und hergerissen ,vertricke mich emotional total schnell in "Ihre" Angelegenheiten, und vergesse mich dann und mein eigenes Leben.

    Ich habe es 2 Mal durch: Schwiegermutter und quasi Schwiegervater beide voneinander getrennt: bei Alkoholiker. Von dem Wahnsinn ausgehend, alle meinen sie muss ins KH, Feuerwehr her, sie sagt nein, feuerwehr wieder weg. Wer kümmert sich? Ist Ihr doch egal !
    Was macht dann der Angehörige ? Sich dann umzudrehen und zu sagen, mach einen Termin mit der Sozialstation etc. ,ich kann nicht mehr und zu gehen ist verdammt schwer... vermutlich steuert es bei meinen Eltern genau darauf zu.

    ich weiss, dass ich im Notfall nichts tun kann, dass muss die Feuerwehr machen, ich bin kein Arzt. Und wenn mein Vater nicht ins KH will, dann nehmen sie ihn nicht mit. Er will bzw. eollte nie eine Aushäusige Therapie, konnte immer weitertrinken. Die Familie meiner Mutter weiss angeblich nichts davon. Meine Mutter behält wohl alles für sich, lehnte jahrelang bis heute alles an Angeboten sich Kontakte zu suchen oder über "das" Problem zu sprechen ab, egal ob Arzt, Bekannte etc..
    Nur ich war und bin ( wenn auch inzwischen weniger) ihr seelischer Mülleimer.

    Ich bin seelisch krank geworden, kann mich in vielen Bereichen nur noch zurückziehen und mein Leben ist sehr eingeschränkt.

    Meine Mutter erkennt meine Erkrankung nicht wirklich an ("was Du wieder hast" ) an , Du bist halt labil-sagte sie immer wie ein Schimpfwort.

    Ich kann niemanden retten. Mein Vater lebt und trinkt , wie er will.
    Meine Mutter leidet und ändert nichts.

    Ich darf mich schützen und ich muss mich schützen, sonst gehe ich mit unter.

    Du kannst niemandem von Trinken abhalten, Buschblume.


    Ich habe als Kind alles versucht von Kontrolle, Bitten ,Betteln später dann ständig Streit, wieder bitten und betteln. Ich bin ausgezogen , weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, obwohl mir meine Mutter auch damals leid tat.
    Trotzdem ist ein Teil meiner Selbst immer irgendwie bei meinen Eltern, es sist so verflixt traurig...


    Lieben Gruß,

    Tjorven.

    Hallo Ihr Lieben,

    habe einige Zeit nicht hier sein können.

    @Natalie: ich bin an Asthma und Hashimoto Thyreoiditis erkrankt. Beides Autoimmunerkrankungen. Verdacht auf eine dritte Erkrankung besteht.

    Am WE werde ich meine Eltern hier bei mir haben. Für ein paar Stunden. Ich versuche den Rahmen anzustecken, bedeutet für mich: nicht wie sonst alles durchzuputzen, Essen gibt es was, was ich gut machen kann, und wenn es gar nicht geht( also mein Vater betrunken-aggressiv ist oder meine Eltern sich nur streiten ) ich sie bitten werde zu gehen. Ob ich das mit einem Vorwand ( Migräne) oder dann mit der Wahrheit begründe , werde ich mir offen lassen.

    Vor und nach dem Besuch werde ich für mich was Schönes machen , also am Tag davor und danach.
    Mal schauen , wie es wird.

    Mir wird bewusst, dass ich nie gelernt habe Gefühle zu benennen.
    Oftmals weiss ich gar nicht, wie ich mich fühle. Erst eineige Zeit später kann ich was dazu sagen.


    Meine Mutter "verrechnet" kümmern gegen kümmern. Sprich was sie alles für mich als Kind getan hat. Die alte Leier ich habe es so gut gehabt.
    Aus einer Sicht ihrerseits stimmt das: es war kein Krieg, oder Nachkriegszeit, ich hatte einen Vater. Ich hatte ein warmes Zuhause, Essen,Trinken, Kleidung,Spielzeug.
    Sie hatte das alles nicht in ausreichenden Masse als KInd.

    Was ich nicht hatte war emotionale Zuwendung, einen Vater ,der Schutz gab, Sciherheit und Gebortgenheit .
    Das würde sie nicht verstehen.-

    Da ich kinderlos bin, meinte meine Mutter ich könne mich ja um sie kümmern, wenn sie alt seien. Dann sei ich daran das zu tun.

    Das funktioniert nicht, das kann nicht funktionieren in unserer Familie.

    Bei meinem ersten großen Zusammenbruch 1998 merkte ich, dass meine Eltern mir keine Hilfe und Unterstützung waren. Und aufgrund ihrer eigenen Probleme nicht sein konnten.
    Das ich Hilfe woanders suchen musste. Es war hart , aber es hat irgendwie funktioniert.

    Soviel für heute erstmal, liebe Grüße,

    Tjorven.

    Habe jetzt wieder mehr Boden unter den Füßen als am Freitag. Sehe heute den Anruf bei meinen Eltern als Ausdruck meines Kontrollieren müssens an.
    Warum habe ich angerufen ?
    Weil ich beruhigt sein wollte.
    War ich das ? Nein.

    Hat also nichts gebracht, außer den Schuldzuweisungen meiner Mutter. Die ich schon oft gehört habe.
    Sie sieht nur sich. Und will nichts ändern.
    Sie tut so, als bräuchte sie keine anderen Menschen ( außer mich).
    Ich kann ihr nicht helfen.
    Ich habs versucht. Es bringt nichts. Wir verstehen einander nicht.

    Ich stecke immer zurück. Ich mache ihr keine Vorwürfe, so wie sie mir. Sie hat sich eh alles schön "Geschaffen" in der Erinnerung. Sie kann nur Vorwürfe machen. dass ich spinnen würde etc..
    und eben weinen.

    Ich bin der "Sündenbock" für meine Eltern, wenn ich wäre wie früher als kleines Mädchen, dann wäre alles in Ordnung.
    Leider war damals auch nichts in Ordnung.

    Wie kann ich mich verhalten ?

    Telefonate, die so abdriften und ins Emotionale gehen wie letzte Woche kurz halten.

    Besuche auch notfalls abkürzen ( bisher habe ich immer ausgehalten!)

    Ich kann meine Eltern nicht ändern. Ich habe auch nicht das Recht dazu.

    Mein Vater wird trinken , wenn er es will.
    Meine Mutter wird sich so verhalten, wie sie es will.

    Letztendlich drehen wird uns ingewisser Weise im Kreis: meine Mutter will das ich mich ändere, ich will das sie sich ändert.

    Sie setzt ihre " Argumente" ein: Vorwürfe und Weinen.
    Ich setze meine "Argumente" ein: Reden und ihr Tipps geben ( Anschluß an andere Menschen zu finden).


    Was bringt es ? Nichts.

    Also, lassen.

    Letztendlich habe ich Angst davor, den Wahnsinn ein drittes Mal mitzuerleben:Krankenhaus, Pflegeheim bzw. das Sterben in und das Auflösen einer vermüllten chaotischen Wohnung des Alkoholabhängigen.

    Und dieses Mal ist es näher , denn es sind meine Eltern.

    Auch sie alt und gebrechlich werden zu sehen ist schmerzhaft.

    Das Leben annehmen. Im Heute leben.

    Ich versuchs....

    LG, Tjorven

    Hallo,
    ich habe heute bei meinen Eltern angerufen.
    Mir ist aufgefallen, dass eigentlich nur meine Mutter erzählt. Es wurde mir wieder deutlich: meine Mutter lebt in ihrer Welt. Sie will keinen Kontakt nach außen hin, z.B. Kaffeetrinken in der Kirchengemeinde etc.. Sie will Kontakt zu mir.
    Das ganze wurde mit Weinen begleitet. Ich würde nie anrufen und gesehen hätten wir uns schon ewig nicht mehr. Da war der dicke Vorwurf zu hören !

    Ich will nicht behaupten , dass das absichtliches Manipulieren ist.
    Aber es kommt als Manipulation bei mir an.

    Ich hab emich abgegrenzt , ich habe erklärt, dass die Streitereien meiner Eltern in meiner Gegenwart für mich nicht aushaltbar sind.

    Welche Streitereien , fragte sie.
    Sie würden sich nicht streiten. Ich hätte da wieder was falsch verstanden.

    Das ist alles nicht so. Das ist meine Phanatasie, sagt sie.

    Sie tut mir leid, mein Vater liegt fast nur , sie hat gesundheitliche Probleme kann kaum noch was mit dem rechten Arm ohne Schmerzen machen. Ich habe alles mögliche angeboten insbesondere eine Haushaltshilfe.

    Da kommt dann das Mißtrauen, wenn kann man denn heute noch ins Haus lassen ?

    Meine Eltern tun mir leid. Meine Mutter kann bis heute nicht etwas nach außen durchdringen lassen , sie kann noch nicht mal ihrem Arzt gegenüber offen sein. Die einzige, die "alles " zu hören bekommt, bin ich.
    Früher sei ich so anders gewesen, immer für sie da. Was ich mich verändert hätte, wer mir das alles eingeredet hätte...

    Ich traue mich nicht zu sagen, dass ich vermutlich nicht mehr existiere würde, wenn ich mich nicht verändert hätte.!!!!

    Mein Vater tut mir auch leid. Er ist ein ängstlicher sensibler Mensch , wenn er nüchtern ist. Er hat nicht den Strohhalm der Hilfe in Form von Entzug wahrgenommen. Und Unterstützung durch jemanden der trocken war in seiner Umgebung.


    Was lösst das jetzt in mir aus? Einmal habe ich den Zeitpunkt des Telefonats bestimmt, besser jetzt als die anderweitig schwierigen
    Tage nächste Woche. Es war nichts Neues, was gesagt wurde von Seiten meiner Mutter.
    Ihr Weinen, ihre Schmerzen, ihre Einsamkeit , das sich selbst bedauern ( meine Tochter ruft mich nicht an !), der bittere Vorwurf ( wir haben uns schon ewig nicht gesehen).

    Zu letzterem: Es hat mir gut getan, dass wir uns seit Mai nicht mehr gesehen haben. So traurig es ist, es ist die Wahrheit.

    Ich verstehe erst nach und nach, was für eine geballte Ladung an Verantwortung für ihr Wohlergehen, Pflichtzuweisung etc. mir da zugeschoben wird.

    Leider versteht meine Mutter auch nicht bzw. lässt nichts an sich heran,
    warum ich mich so verhalten könnte.
    Auch ich bin chronisch krank, und in manchem eingeschränkt.
    Aber ich drücke es nicht meinen Eltern auf, wie es mir heute geht .


    Ich frage mich manchmal , wie es sein würde, wenn mein Vater sterben würde. Würde meine Mutter dann eine ärztliche Aussage über seinen Alkoholismus an sich heranlassen. Ich habe es beim letzten Zusammenbruch im KKH zumindest soweit gehört, dass er einen Entzug bräuchte , denn so könne er nicht aufhören. Was auch dahin ging, meiner Meinung nach, dass er einen Entzug zu Hause nicht schaffen könnte rein aufgrund der schelchten körperlichen Verfassung.

    Und damit schliesse ich diesen Text: ich nehme die Welt anders wahr als meine Mutter.
    Ich kann nicht näher an sie heran, sonst muss ich mich aufgeben.
    Das ist sehr traurig, aber es ist so.

    Lieben Gruß,
    Tjorven.

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Antworten. Ich habe gemerkt, wie gut es mir getan hat hier das erste Mal richtig von mir zu schreiben. ....

    Dann kam wieder die mir bekannte Sprachlosigkeit. Was meine Therapeutin auch von mir kennt.
    Ich scheine langsamer zu verarbeiten als früher... vielleicht durch meine Erkrankungen bzw. Mediakmente.

    Jedenfalls tut es gut Eure Beiträge zu lesen.

    @ Gartenblume: ich versuche es auch mit Ablenkung, um von diesem festgefahrenen Denken fortzukommen. Habe mir was zurecht gelegt, was ich dann tun werde... trotzdem sehr schwer, genau wie Du gesagt hast, denn das alte Gelernte ist da.

    Melinak : Theraspie habe ich lange gemacht, hat mir auch einiges klargemacht, nur die ABLÖSUNG habe ich nicht gewollt zu dem Zeitpunkt.
    Ich bin erst jetzt soweit , auch wenns komisch klingt mit 45 Jahren.

    Mir wird mehr und mehr klar, wie abhängig ich bin und wie sehr meine Mutter mein Leben immer bestimmt hat.
    Z.B. bin ich mit 20 als ich auszog in die Wohnung meiner kurz vorher verstorbenen Großeltern gezogen natürlich in der Nähe meiner Eltern.
    Ich wollte nicht dorthin ziehen ! Was kam von meiner Mutter:" Da bist Du aber schön dumm, wenn Du die Wohnung nicht nimmst!"

    Das ist so ein für sie typischer Satz für sie !! Wie oft habe ich das immer und immer wieder gehört. Als Kind war ich für etwas "zu dumm". Später dann als jugendliche war ich "zu dumm", wenn ich zaghaften ( im Vergleich zu Freundinnen) Widerstand leistete. So wurde ich u.a. gefügig
    gemacht von meiner Mutter.
    Ich war und bin ja immer noch ein Stück weit abhängig von ihrem Wohlwollen.

    Meine Berufswahl lief ähnlich ab. Ich wollte studieren , war aber nicht selbstsicher es mir zuzutrauen. Meine Mutter wollte eine Ausbildung im kaufm. Bereich. Weil sie das immer gerne gemacht hätte. Was folgte: ich tat was ihr Wunsch war.

    Es tut weh zu sehen, wie unselbständig ich in dieser Hinsicht war. Und wie abhängig von ihr.

    Nochmal zur Wohnung zurück, es wurde meine Wohnung aber richtig wohl fühlte ich mich dann erst in der nächsten Wohung.


    Inzwischen habe ich viele Entscheidungen ohne das Wohlwollen bzw. auch entgegen dem Wohlwollen , wie sage ich das am besten ?, meiner Mutter getroffen.
    Sie lässt es aber bis heute nicht aus, dass wieder und wieder zu kritisieren. Das Sie das anders gemacht hätte. Mit dem Nachdruck in der
    Stimme, der wieder an das " Du bist dumm, weil" von früher erinnert.

    In meiner Therapie ging es auch um das Thema Besuche , ich habe das sehr eingeschränkt( körperliche Beschwerden vor- und nachher ,kenne ich schon lange bei mir) , es geht auch immer darum, wie geht es meinen Eltern, sie meckert an meinem Vater rum , wenn er nüchtern ist, oder er ist betrunken und schimpft dann aggressiv auf sie. Sie weint dann z.B..
    Das kennt ihr , denke ich auch.
    Sie sind dann bei mir, um sich "abzureagieren", sage ich was dazu, habe ich eh kein Gehör. Grenze ich mich ab, wird das nicht beachtet und weitergemacht.

    Unsere Treffen werden nicht anders werden, inzwischen kann ich das annehmen. Fällt mein Vater mal wieder um, dann werde ich als "Feuerwehr" mitgerufen.
    "Feuerehr", "Mülleimer " etc., so sieht die Beziehung aus.

    Im Grunde habe ich die Elternrolle in der Beziehung immer noch inne, denn meine Sorgen oder Probleme will ich gar nicht zu meinen Eltern bringen, geschweige dass ich mir tatkräftige Hilfe erwarte.
    Sie erwarten immer emotionale Wärme von mir. Die habe ich ihnen gegenüber aber nicht.

    Ich will eigentlich nur meine Ruhe haben.

    ______________

    Wenn das schelchte Gewissen wieder da ist, dann macht mir das Alter meiner Eltern mit 75 plus zu schaffen.
    Müsste ich mich nicht aufgrund des Alters mehr kümmern ?
    Haushalts-, Einkaufshilfe wissen sie, würde ich mitorganisieren, ohne das ich es wäre .
    Gegen ihre Einsamkeit kann ich nichts tun, sie haben kaum Kontakte. Wollten sie aber auch nicht.
    Es ist traurig. Aber es ist so.

    Vorgehalten bekomme ich es :" Du kümmerst Dich nicht. Wenn Du mal kommen würdest etc.. "
    Dann wäre nichts wirklich anders.

    Aber ich bin dann in und mit diesem Satz wieder der Sündenbock, das böse Kind, das sich nicht um die alten Eltern kümmert.
    Und Die Schuld habe ich eh, ihrer Ansicht nach.
    Dementsprechend trifft sie keine Verantwortung... soweit ihre Logik.

    Ich habe meinen Vater kaum erwähnt, fällt mir auf. Das ist so, er fällt kam auf, außer wenn er betrunken ist, ansosnten dominiert meine rechthaberische Mutter auch ihn.

    Danke, wenn Ihr soweit gelesen habt, ich hoffe, es ist nicht zu durcheinander geschrieben.

    Liebe Grüße, Tjorven.