Beiträge von Heinrich64

    Zitat von Welia

    Könnte es sein, dass du falsche Signalen an deine Ex. schickst?
    Du schreibst, dass sie die Trennung verstehen sollte, anderseits hast du Mitleid mit ihr...
    Du schreibst, dass du gerne nicht mehr mit ihr wohnen würdest, anderseits schreibst du auch, dass es momentan gar nicht geht.

    natürlich ist es so, dass falsche Signale bei meiner EX-LG ankommen. Das gesprochene Wort akzeptiert sie ja nicht. Allerdings vermeide ich Situationen, bzw. Sätze, die solche Signale beinhalten könnten

    Ich habe Mitleid mit ihr! Nicht wegen der Trennung, sondern wegen der sehr schwierigen Situation, in der sie steckt. Dieses Mitleid hätte ich auch für Bekannte, oder Freunde in ähnlicher Situation.

    Ich wohne nicht mehr mit ihr zusammen. Zumindest nicht in einer Wohnung, jedoch in einem Zweifamilienhaus. Diesen Zustand kann ich im Moment nur ändern, indem wir (beide) einen Haufen Geld verlieren würden, das wir (auch jeder für sich) hoffentlich bald für was neues, anderes gebrauchen können.

    Der Idealzustand, dass jeder für sich zu sieht, dass er klar kommt, lässt sich im Moment also nicht herstellen, ohne zu viele Federn zu lassen.

    Viele Grüße

    Heinrich

    Zitat von desperateS

    Lieber Heinrich,
    lebst du denn noch mit Deiner XY zusammen?
    Ich erfahre ja gerade am eigenen Leib, was Du durchmachst.
    Hier wird auch immer noch so getan, als wäre diese Trennung ja gar keine Endgültige, und ich werde auch mitten in der Nacht noch angerufen und um Hilfe (finanzieller Art, weil man sich beim Pokerspielen verschuldet hat) gebeten.
    Aber seit ich mich klipp und klar abgegrenzt habe und den Kontakt total abgebrochen habe, wird es wieder weniger.

    Vielleicht ist das auch die Lösung für Dein Problem:
    Aus den Augen, aus dem Sinn?

    Die Trennung als Paar ist klar (mehrmals) ausgesprochen, wird aber von ihr nicht angenommen. Es hat nicht mal etwas gebracht, die Trennung bei ihrer Therapeutin zu bekräftigen. Es kommt bei ihr nicht an!

    Im Grunde leben wir zwar unter einem Dach, allerdings in zwei Wohnungen des (dämlicherweise) Haus, das uns gemeinsam gehört. Da kommt es zwangsläufig zu Begegnungen, die sich nicht vermeiden lassen. Das Haus soll verkauft werden, allerdings ist die Winterzeit für ein solches Unterfangen gradezu "ideal"... .

    Natürlich ist die einzige Lösung die komplette räumliche Trennung. Am besten auf zwei verschiedenen Kontinenten, zur Not auch in zwei entgegen gesetzten Stadtteilen. Aber eben im Moment nicht SOFORT durchführbar, auch wenn ich die Notwendigkeit natürlich klar sehe.

    Glücklicherweise bin ich dienstl. oft tagelang weg, sodass ich wenigstens dann Ruhe bekomme.

    XY hat sich übrigens in Therapie begeben und wird jetzt auch eine Langzeittherapie machen. Geplant ist scheinbar ein viermonatiger Aufenthalt in XXXXXX.
    Ich wünsche ihr dafür wirklich alles Gute! Ich habe sie ja schließlich mal geliebt. Im Grunde ist sie ein armes Sch... . Sie tut mir unendlich leid. Nicht zuletzt auch, weil ich genau weiß, was sie selbst im Moment durch macht.
    Es ist absolut nicht einfach, selbst Alkoholiker und gleichzeitig Co zu sein! Die Einstufung Alki=böse, Co=gut (wenn auch etwas daneben...) greift hier nicht. Gelinde gesagt, ist es ein Scheiß-Spiel... :(

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von Welia

    ...Ich meine sogar, dass man sich nur entlieben kann, wenn man gesund ist, dann merkt man nämlich, dass die Liebe nicht mehr da ist.
    Somit wäre entlieben und spüren, dass man nicht mehr liebt eher Genesung von der Co-abhängigkeit...

    wie recht Du doch hast! Ich erlebe zur Zeit die Hölle. Meiner XY habe ich klipp und klar und vor Zeugen (Therapheutin der XY) gesagt, dass ich zu ihr keine Beziehung mehr will. Danach lebe ich auch. Hab mich räumlich getrennt und lebe im Grunde mein Leben im Moment für mich.

    Mein Problem ist, dass sie es nicht begreifen kann, oder will. Meine Ansagen fruchten in keiner Weise; sie tut so, als wären wir ein glückliches Paar.

    Was soll ich denn wohl dagegen tun, wenn nicht mal eine Psychologin ihr klar machen kann, dass ich nicht mehr zur Verfügung stehe?

    Langsam, aber sicher gehe ich echt am Stock... .

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von Melinak

    Lieber Heinrich

    So eine super Frage, da lass ich mich gern als Co ein....

    Bin ich abhängig weil ich meine Geschichte hier den anderen zur Verfügung stelle, diese das lesen können und damit Hilfe bekommen können, wenn sie wollen? Nein bin ich nicht......es ist Hilfe gebe nicht aufgrund von abhängigkeit.Die Distance die ich hier am PC haben kann macht das möglich.... zudem schreib ich sehr bedacht den Leuten hier und nehm mich auch sofort wieder zurrück wenn mir was nicht gut tut......habe ich lernen dürfen......für mich ist das Forum eine plattform auf die ich mich begeben darf, üben darf, Rückfälle erleben kann ohne das mich das in meinem realen Leben in irgend einer Weise beeinträchtigen kann...Daher ist es gut hier zu sein und hat zwar was mit meiner Co Abhängigkeit zu tun aber in dem Fall damit, das ich mich selbst erleben darf.......reflektieren kann (das Geschriebene kann ich nachlesen) und hier Menschen finde die das selbe Schiksal haben wie ich....da kommt ein gutes Gefühl dabei hoch und man kann sich hier nur weiterentwickeln.....

    Würd ich auf Leute hier so reagieren, um jeden Preis helfen zu wollen, manipulativ unterweg wäre und nicht dafon wegkommen würde täglich dran beiben und mich dabei vergessen,das ständig zu tun dann wär ich sicherlich meinem Co Verhalten wieder voll hingewannt..

    danke für die nette Antwort auf meine Frage, die durchaus provokativ war!

    Es beschäftigt mich halt, in wieweit ich mich von einem Ereignis (Co-Abhängigkeit zu meiner XY) in eine andere Situation begebe, die mich wiederum sehr beschäftigt.
    Natürlich habe ich hier alle Möglichkeiten, den Stecker zu ziehen, wenn mir die Erlebnisse einiger "brothers in arms" sehr nahe gehen. Andererseits lebt dieses Forum natürlich von eben diesen Berichten und den hilfreichen Kommentaren dazu. Eine Selbsthilfegruppe eben.

    Viele Grüße

    Heinrich

    Mal ´ne philosphische Frage am Rande:

    sind wir, die wir hier Beiträge lesen, uns hinein denken und kommentieren, dann auch wieder auf dem Weg in eine Ersatz-Co-Abhängigkeit? Von mir aus auch in abgemildeter Form, weil alles hier ja anonym passiert?

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von Kaleu

    .

    Such Dir doch 'ne Affäre. Das ist nicht mal zynisch oder ironisch gemeint.

    großes Kino! Welche nette Dame hat denn wohl Spaß daran, ein solches Wrack, wie mich zu übernehmen?

    Mal ganz abgesehen davon, dass ich selbst ja nicht mal mehr Bock drauf habe.

    Trotzdem musste ich bei der Vorstellung erstmal grinsen und meinen Kommentar ab lassen ;)

    Schönes WE!

    Lieben Gruß

    Heinrich

    mir stoßen in dem Thread zwei Dinge besonders auf.

    Wieso muss eine Tante mit der Nichte über die Alkoholsucht ihres Großvaters sprechen?
    Das ist eine Sache, die ausschließlich den Eltern des Kindes zu steht.

    Warum wird davon ausgegangen, dass das Kind vor seinem Opa geschützt werden muss? Ich konnte an keiner Stelle erkennen, dass sich der Großvater dem Kind gegenüber "schlecht" benommen, oder gefährdet hätte.

    Ich finde es sehr grenzwertig, einem Alkoholiker grundsätzlich die Fähigkeit ab zu sprechen, sich um sein Kind/Enkel kümmern zu können. Es kommt doch sicherlich darauf an, wie viel der Kollege trinkt.
    Nicht jeder Alkoholiker ist permanent jenseits von gut und böse.

    Ich habe mich auch um meine Kinder gekümmert, als ich noch "nass" war. Selbst meine Ex-Frau bestätigt mir noch heute, auch zu dieser Zeit ein vorbildlicher Papa gewesen zu sein.

    Besten Gruß

    Heinrich

    Zitat von Debby

    ...heinrich du klingst wirklich stark, woher nimmst du deine kraft?
    ...

    grade heute bin ich es nicht! Im Gegenteil! Ich sehe, wie meine Ex sich abmüht und weiß nicht, ob ich vllt. vorschnell aufgegeben habe. Meine Erfahrung sagt nein, mein Verstand auch. Mein Gewissen sagt mir was anderes. Trotzdem kann und will ich nicht mehr. Nicht zuletzt, weil sie meine Liebe versoffen hat.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von Gotti

    ..Ich glaube, dass über allem "Co - denken" nur das eine große Wort steht:
    HOFFNUNG!
    Wir Co-kranken sind doch immer und allezeit nur am Hoffen.
    Dass "es" sich was ändern wird. Dass er sich ändern wird. Dass alles wieder gut wird.....

    dieses Wort "Hoffnung" prangt mittlerweile als chinesisches Schriftzeichen auf meinem Oberarm.

    zunächst war es die Hoffnung, etwas ändern, bzw. helfen zu können, denn letztlich habe ich es doch auch gepackt... .

    dann, als diese Hoffnung zerstört war, die Hoffnung, dass ich es tatsächlich alles so durchstehe, wie ich es geplant und durchgezogen habe.

    weiter die Hoffnung, dass ich aus dem Jammertal, in dem ich mich aktuell befinde, wieder raus komme. Komischerweise lässt mich doch nicht alles so kalt, wie ich eine ganze Zeitlang dachte.

    nicht zuletzt natürlich auch die Hoffnung, dass sie es packt und ohne mich ihr Leben in den Griff bekommt, weil mir mittlerweile die Kraft fehlt, auch noch für sie die Verantwortung zu übernehmen.

    Zuletzt die Hoffnung, dass endlich Ruhe in mein Leben einkehrt... .

    Du hast also verdammt recht, wenn Du schreibst, dass Hoffnung unser ganzes Leben als Co bestimmt... .

    Nachdenkliche Grüße

    Heinrich

    Du bist glücklicherweise in der Lage agieren zu können.
    Mach´s so, wie die anderen Dir geraten haben:

    eröffne ein eigenes Konto

    sammle und und kopiere Rechnungen von Gegenständen, die Du bezahlt hast

    ermittle den Wert des Hauses und der Schulden, die noch darauf sind.

    erstelle eine excel-Datei mit dem ungefähren Wert der Gegenstände, die sich in Euerm Haushalt befinden. Vergiss Auto und hochwertige Fahrräder und Werkzeuge nicht, die im Keller, oder in der Garage herum stehen. Die Preise dafür findest Du bei ebay...

    besorge Dir einen Termin bei der AWO, oder Caritas und erzähl da, was los ist und vergiss nichts zu erzählen. Also schreib Dir auf, was Du los werden willst.

    Mach einen Termin beim Anwalt, der Dich beraten wird, wie das mit neuen Schulden ist, die er macht, jetzt wo Du Trennungsabsichten hast. Vergiss die Liste mit den Werten nicht.

    Schau Dir mit Deiner Tochter zusammen kleine Wohnungen an und richte sie in Gedanken schon mal ein. Das macht Spaß und gibt richtig Aufwind, weil Du merkst, dass Du nicht hilflos bist.

    Eine Frage am Rande: warum verbiegst Du Dich für ein Haus, in das Ihr eingezogen seid und in dem Deine Kinder und Du unglücklich seid; eine Tochter sogar krank geworden ist? Weg mit dem Ding. Am besten sofort, damit Du wenigstens ohne Schulden aus der Nummer kommst.

    Versuche, genauso kompromisslos Dein Ding durch zu ziehen, wie er es tut. Präsentiere ihm Deine Ergebnisse, wenn Du sie zusammen getragen hast und setze ihn dann auf die Rille; konfrontiere ihn damit, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Anders, wenn überhaupt, wird er es nicht begreifen!
    Im Grunde ist es auch egal, ob er das tut. Er liebt Dich nicht annähernd so, wie den Stoff. Er macht Dich und die Kinder krank. Reicht Dir das nicht?
    Befreie Dich von allem, was Euch drei fertig macht. Irgendwann wirst DU gefragt, warum DU nichts gemacht hast, als es Zeit wurde. Was wirst Du dann antworten? "Sorry, ich konnte nicht!"?

    Ich wünsche Dir viel Kraft. Du wirst sehen, es geht! Besser, als Du glaubst, wenn Du eine Marschrichtung hast, an die Du Dich hälst. Und vor allem mit dem Rückhalt in der SH (hier) und den Einrichtungen, die Du aufsuchen kannst.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von dagmar007

    ...Ich halte mich schon lange nicht mehr für so wichtig, dass jemand wegen mir trinkt oder es wegen mir lässt. Ich bin ich - mit meinen Entscheidungen - und der andere ist er/sie selber mit seinen Entscheidungen. Wir alle sind selbständige Menschen, die jede-/r das Leben für sich selber in die Hand nehmen kann...

    Volle Zustimmung!

    Auch ich halte mich nicht (mehr...) für den Nabel der Welt. Für mich muss sich niemand die Haare färben, Gewicht reduzieren, sich selbst verleugnen oder aufhören zu saufen!

    Ich habe allerdings das Recht, selbst zu entscheiden, mit wem ich mich umgebe, oder es lasse. Und dieses Recht nehme ich wahr. Auch wenn sich der eine oder andere fürchterlich erschreckt.

    Und natürlich ist es verdammt schwer, diese Richtung konsequent zu halten. Es ist teilweise kaum aus zu halten. Keine Frage!

    Aber es muss sein, damit man die Achtung vor sich selbst nicht verliert.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    mhm. Du bist explodiert. Was ist daran schlecht, wenn derjenige mal hört, wieso Du Dich beschissen fühlst und Du deswegen platzt?
    Ich finde: NICHTS!

    Warum fährst Du überhaupt zu ihm? Man muss doch nun wirklich kein Prophet sein, um zu ahnen, was ein Alki tut, wenn er unbeobachtet ist, gelle? Eben das, was er am Besten kann: SAUFEN.

    Ärgern solltest Du Dich höchstens darüber, dass Du hin gefahren bist.

    Lass es doch einfach. Liebe hin, Liebe her. Egal, wenn´s auch weh tut!

    Wenn er Dich nur dazu benötigt, einen Hamburger holen zu fahren, kennst Du doch Deinen Stellenwert bei ihm. Deutlicher kann auch er nicht sagen, was er von Dir hält. Verkauf Dich nicht unter Wert!

    Lass den Unsinn einfach bleiben und mach Dich nicht selbst fertig.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    Zitat von Feeli

    Hallo S,

    Es bedarf viel Zeit, wirklich trocken zu werden, mit einer Entgiftung alleine (die würde für ihn auf jeden Fall anstehen) ist es noch lange nicht getan.

    Liebe Grüße

    Feeli

    wie recht Du hast! Die Entgiftung ist der klitzekleine erste Schritt auf einem langen Weg, trocken zu werden und vor allem zu bleiben. Der wirkliche Kampf beginnt ja erst in der "freien Wildbahn". Und der ist nur erfolgreich, wenn man ihn für sich kämpft und erst in zweiter Linie für die Umwelt. Allein die bloße Absichtserklärung, trocken zu werden und 10 Tage Entgiftung sind wertlos, wenn man es nicht ehrlich meint und will.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    das, was Du bei mir als Stärke bezeichnest, ist nichts anderes, als die konsequente Umsetzung meiner Pläne, die mich davor beschützen, selbst mit unter zu gehen.
    Es ist eine gnadenlose Gratwanderung. Für Dich, die Du daran zerbrechen kannst und auch wirst, wenn Du nicht aufpasst, wie für mich, der ich mich als hochgefährdet einschätze, selbst wieder los zu schlagen.
    Daher habe ich zur Zeit Gespräche mit meiner Psychologin und auch mit der Selbsthilfegruppe, zu der ich immer Kontakt gehalten habe.

    Was in einem Alkoholiker vorgeht, dessen Leben den Bach runter geht, kann ich Dir sagen: es ist egal. Wenn es in einigen (halbwegs lichten) Momenten nicht ganz so egal ist, kommt Selbstmitleid hinzu, Depressionen, wenn man Pech hat und auch ein probates Mittel, die Sorgen zu vergessen: Alkohol.
    Nicht umsonst schrieb Wilhelm Busch aus eigener Erfahrung: "es ist bekannt seit altersher, wer Sorgen hat, hat auch Likör!"

    Sicher hast Du recht, dass Du auch abhängig bist. Du hast es erkannt und bist hier. Damit hast Du den ersten und wichtigsten Schritt gemacht. Und es wird so sein, dass Du (vllt. unmerklich) jeden Tag wacher wirst und je mehr Du die Trauer um eine Beziehung verarbeitest, auch wieder mehr zu Dir findest.

    Keiner kann Dir sagen, wie lange das dauert. Aber es wird passieren. Stück für Stück kommt die Lebensfreude wieder.
    Die ersten Anzeichen siehst Du ja bereits! Also Kopf hoch und durch!

    Lieben Gruß

    Heinrich

    bei mir sieht´s folgendermaßen aus.
    Ich habe vor gut 4 Monaten die Trennung ausgesprochen, nachdem ich dahinter gekommen bin, dass sie "fröhlich" weiter gesoffen hat.

    Wir leben zur Zeit noch in unserem Haus mit zwei Wohnungen. Zur Zeit ist sie in der Psychatrie, weil sie volltrunken mit dem Auto von der gefangen wurde (2,7o/oo) und dabei völlig ausgerastet ist. Nach der dann (freiwilligen) Entgiftung hat es genau drei Stunden, gerechnet nach der Entlassung, gedauert, bis ich sie wieder völlig betrunken dort abliefern konnte. Großes Kino also!

    Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass der Führerschein weg ist, ebenso wie der Job im Aussendienst.

    Ich selbst kümmere mich derzeit um ihre Viecher und leiste ihrem Töchterchen Beistand, das ihretwegen völlig daneben ist, wenn ich mich nicht mit einer, meiner zahllosen Affären treffe, deretwegen sie so saufen muss. Dass ich weder die Nerven, noch den Drang nach sowas habe, dürfte hier sicher jeder verstehen.

    Der Witz an der Sache ist, dass ich ihr (als z. Zt. nicht praktizierender Alkoholiker) JEDES einzelne Ereignis, das dann kommen sollte, vorher genau erklärt habe! Ihr Problem war, dass sie mir nicht ein Wort geglaubt hat. Nun muss sie es nicht mehr. Das Kind ist im Brunnen.

    Allerdings unterstütze ich sie noch in einigen wichtigen Dingen, weil sie mir unendlich leid tut. Eine Chance zu mir zurück zu kommen hat sie nicht mehr. Und genau das habe ich ihr auch so gesagt.

    Da ich sehr genau weiß, wie Alkoholiker ticken; aus erster Hand sozusagen, will und werde ich mir dieses Elend der bangen Hoffnung und tiefen Verzweiflung nicht an tun. Auch auf die Gefahr hin, dass ich alleine bleiben muss.

    Wie gesagt, was in Dir vorgeht, kann ich so gut nach voll ziehen!

    Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man an sich selbst denken muss, um nicht kaputt zu gehen. Auch das tut weh, ist aber nicht so schlimm, wie zu sehen, wie sich der andere zugrunde richtet. Auch der andere muss die Verantwortung für sich tragen. Wir können das nicht für alle Zeit tun.

    Sehr brutal? Ja! Mit uns (mir und den 3 Kindern) wurde auch nicht zimperlich umgegangen. Wir sind auch 1 Jahr Terror ausgesetzt gewesen.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    vorgestern habe ich gelesen, dass es Dir gut geht. Ehrlich gesagt war ich nicht mal verhalten optimistisch, dass Dein Hoch lange währt.
    Natürlich hat es mich gefreut, dass Du zwischendurch mal Entspannung hattest. Die brauchst Du auch!

    Ich glaube, es ist normal, dass man sich mit Gedanken quält, die sich darum drehen, ob man es vllt. doch, trotz Sauferei des Partners, hätte aushalten können, oder die leise Hoffnung, dass die Trinkerei für einen aufgegeben wird, usw..

    Was treibt uns eigentlich an, so zu denken und uns mit Gedanken in alle Richtungen zu quälen?

    Bei mir ist es sicherlich auch die Angst, alleine zu sein, niemanden zu haben, mit dem man reden kann.
    Vielleicht sogar eine gewisse Leere, weil man ja niemanden mehr hat, den man umsorgen muss. Derjenige, der unsere Zeit mit (zuletzt) negativen Ereignissen gestohlen hat, hinterlässt nun eine Lücke, die mit Gedanken gefüllt wird, die auch nicht grade förderlich für´s Wohlbefinden sind. Er hat uns also immer noch im Griff.

    Ich persönlich denke auch viel darüber nach. Für mich treffen die o. g. Punkte sicher zu.

    Wenn ich aber ehrlich bin, geniesse ich es im Moment immer mehr, allein zu sein. In Ruhe zu Hause arbeiten zu können. Mit den Kindern fröhliche Tage verbringen zu können, seit sie wieder gern zu mir kommen. Oder einfach nichts zu tun, ohne dass jemand dumme Sprüche klopft.

    Liebe S.,

    Deine Stimmungsschwankungen sind absolut normal; die gehören zu der Trauerarbeit, die Du leisten musst. Dein Kopf sagt Dir, dass es mit XY aus ist, allerdings akzeptiert Dein Herz das noch nicht. Mit anderen Worten: es wird noch etwas dauern, bis Du wie Phönix aus der Asche steigst. Aber es wird kommen. Dummerweise braucht dieser Prozess seine Zeit. Du wirst sicher merken, wenn der Zeitpunkt da ist.

    Geduld gehört zu dem Spiel unbedingt dazu!
    Gib Dir also selbst die nötige Zeit.

    Lieben Gruß

    Heinrich

    ja, es gibt sie, die Herren, die Cola oder kubikmeterweise Kaffee trinken ;-). Mehr, als Du denkst... .

    Es ist schön, zu lesen, dass Du etwas für Dich tust! Das ist sehr wichtig! ER tut´s ja nicht, besser: hat´s nicht getan... .

    Wichtig ist sicher auch, dass man nach einer (wichtigen!) Trauerzeit fest stellt, dass man wieder andere Menschen wahr nimmt und auch wahr genommen wird. Das umso mehr, je zufriedener man ist und wirkt.

    Versuch mal, so weiter zu machen und Dir Dein Hoch zu erhalten, Die Gedanken um IHN werden irgendwann verblassen. Er wird dann nur noch eine Episode in Deinem Leben, und/oder eine Buchung auf Deinem Konto "Lebenserfahrung" sein. Ob die gut, oder schlecht ist, wird sich sicher irgendwann raus stellen. Zumindest hat sie Dir den Blick auf Wesentliches geschärft... .

    Weiterhin viel Glück!

    LG

    Heinrich