Beiträge von Carl Friedrich

    das ist Beratung und hat nichts, rein gar nichts, mit Selbsthilfe zu tun. Es ist eine Aufforderung an einen Alkoholiker, der die ersten Schritte geht. Für mich verantwortungslos.

    Kleine bewährte Tipps können ein prima Denkanstoß sein, sich optimal auf die Teilnahme an der Hochzeit des eigenen Kindes, nicht irgendeines Hinz und Kunz, im Sinne der adäquaten Risikoverkleinerung vorzubereiten. Ich hätte es auch in der "Ich-Form" schreiben können, das wäre Hartmut nicht gleich auf der verbalen Zinne gewesen. Ja, die in dem anderen thread geschilderte Vorgehensweise hat mir im ersten Jahr z.B. auf der Abiturfeier des Nachwuchses geholfen.

    Und um diese Erfahrungen geht's ja hier im Forum, auch wenn sie gewissen Personen nicht so recht gefallen.

    Und noch mal: Die betreffende Feier findet nicht morgen oder nächste Woche, sondern erst im August statt. Das ist noch eine ganze Weile hin.

    Ich halte die Entscheidung von Paul für richtig, jetzt darf er seine Hausaufgaben im Sinne der persönlichen Absicherung machen. Das hat nichts mit einem Wunschkonzert zu tun, sondern mit dem bewussten und vorsichtigen Umgang mit den Risiken des Lebens. Aber ich nehme an, ich bin mit dieser Meinung hier nicht mehrheitsfähig. :wink:

    @mexiko: Das ist das alte Thema, wie offensiv der Betreffende mit dem Thema umgeht. Die einen gehen es sehr offen an, die anderen, zu denen ich mich zähle, halten sich etwas zurück. Entscheident ist wie immer das Ergebnis, ob die eigene Vorgehensweise in eine zufriedene und stabile Abstinez einmündet, die nicht von permanenten Verzichtsgedanken und Trinkverlangen geprägt ist. Genau das nehme ich für mich in Anspruch.

    Wenn Leute mit ihrer weitgehenden Offenheit zufrieden sind, ist das für sie prima. Mir hat noch niemand hier plausibel machen können, warum ich von meinem Weg der Zurückhaltung abweichen sollte und was sich dann für mich ganz konkret verbessert.

    Ich habe eins in den letzten Jahren gelernt, es gibt nicht nur einen Weg und eine Vorgehensweise, um sich dem Griff der Flasche zu entwinden, sondern mehrere. Nur sollte der eigene Weg zur individuellen Persönlichkeit passen und nicht zur nächsten Tränke führen. Wer es dann noch schafft, den Gedanken aus dem Hirn zu verbannen, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Stoff, der ist m.E. auf einem guten Weg und zwar ungeachtet der Einweihung des weiteren persönlichem Umfelds z.B. Arbeitgeber, Kollegen, Nachbarn...

    Was ich noch nicht verstanden habe, warum es alle a n d e r e n, die nicht mit ihrer Krankheitserkenntnis hadern, sondern sie synonym formulieren, es möglichst genau so und nur so machen sollen.

    Ich gehöre zu den "anderen" und wurde hier im Forum noch nie aufgefordert, mich selbst mit dem A-Wort zu bezeichnen. Daher irritiert mich Dein Verb am Ende des Zitats: "sollen".

    Es gibt noch andere Begriffe, die mir nicht gefallen, z.B. "trocken", "nass", "Kapitulation vor dem Alkohol". Ich weiß, was mit ihnen gemeint ist und wie sie zu werten und verstehen sind. Den hinter den Begriffen liegenden Gedanken verstehe und teile ich.

    Was ich jedoch mit den übrigen, die seit etlichen Jahren abstinent leben, wohl gemeinsam habe, ist meine konsequente Vorgehensweise. Ich war erst in der Lage, mich zu befreien, als ich bereit war, meiner Abstinenz und meiner Gesundheit absolute Priorität im Leben einzuräumen. Ich gehe da keine Kompromisse ein. Ich habe mich fürs Leben entschieden und das geht bei mir nur ohne Alkohol.

    M.E. sollten die scheinbaren Unterschiede in der Diktion besser nicht überbewertet werden.


    Entscheident sind die Ergebnisse und die sprechen bei allen, die jahrelang abstinent leben, für sich.

    Dann bleibt es eben ein Rätsel für mich - wie viele andere Facetten dieser Krankheit vermutlich auch.

    Ich bin nicht so vermessen, für mich in Anspruch zu nehmen, alle Facetten der Krankheit erfasst zu haben. Ich weiß so viel, dass ich mit mir im Reinen bin und mich in ruhigem Fahrwasser wähne. Um nicht leichtsinnig zu werden, tummel ich mich hier im Forum, auch wenn's einige nerven mag.

    Was ich jedoch hier wie wo anderes immer wieder mal feststelle. Es wird zu viel persönlich genommen.

    Genau so ist es.

    Das Forum ist irgendwie auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. In Deutschland arten rein sachlich begonnene Diskussionen ziemlich schnell ins Emotionale und Empörende aus, leider.

    Der Ausstiegswillige wäre gut beraten, weniger auf andere zu schauen, die ähnlich tief oder tiefer im Schlamssel stecken, sich mit ihnen zu vergleichen, sich womöglich zu überhöhen, sondern primär auf sich, den eigenen Weg und die Empfehlungen erfahrener Therapeuten und Abstinenter (Trockener :wink: ) zu achten. Ob er sich dabei als Alkoholiker oder als alkoholabhängig bezeichnet oder betrachtet, ist völlig "wurscht", sofern er zu sich selbst gandenlos ehrlich ist, sich nichts vorgaukelt und zur Krankheitseinsicht gelangt ist.

    Klingt für mich nach, ich bin was Besseres als die Anderen hier.

    Diese unbegründet gebliebene Pauschalkritik erschließt sich mir nicht.

    Eine richtig gute Leitlinie, um ein zufriedenes abstinentes Leben zu führen, lautet: "Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen gut geht." Da steckt alles drin.

    Das funktioniert nur mit der nötigen Wertschätzung der eigenen Person und der eigenen Belange.

    Da fehlte einfach noch die Einsicht, dass auch ich nichts weiter als ein kranker Alkoholiker bin und nicht anders, als der, der vor der Kaufhalle sitzt und säuft.

    Wenn der Fokus allein auf die gemeinsame Krankheit als verbindendes Element gerichtet ist, dann stimmt's, jedoch mit der Einschränkung, dass nicht alle derart tief gesunken sind.

    Beim uneingeschränkten Erkennen ist doch der Knackpunkt, dass nicht das Herantragen „Du säufst zu viel“ ausschlaggebend ist, sondern „Ich bin Alkoholiker" und ich saufe zu viel.

    M.E. darf es auch heißen: "Ich trinke viel zu viel und bin alkoholabhängig." Hinzu sollte noch die Erkenntnis treten, sich allein nicht dem klammernden Griff der Flasche entwinden zu können, sondern auf flankierende Unterstützung Dritter angewiesen zu sein.

    Betrachtest du dich auch abwertend?

    Warum sollte ich? :wink:

    Ich habe nur versucht zu erklären, dass sich Begriffe im Laufe der Zeit in der individuellen oder gar öffentlichen Wahrnehmung verändern können.

    Daher der von mir bewusst gespannte Bogen zu 2 weiteren Wortbeispielen.

    Zum Glück sind wir verschieden, sonst wäre es auch schnell langweilig. Wobei die Unterschiede in der grundsätzlichen Herangehensweise in puncto Abstinenz gar nicht so groß sind wie sie punktuell erscheinen mögen.

    Die sprachlich-gesellschaftliche Bedeutung des Begriffs "Alkoholiker" unterliegt gewissen Wandlungen und Bewertungen.

    Irgendwie wirkt er auf mich inzwischen arg abwertend.

    Mir fallen dazu 2 andere Beispiele ein:

    Das N-Wort für dunkelhäutige Menschen (Farbige oder PoC) wurde in den letzten Jahren konsequent zurückgedrängt, auch wenn das lateinische Wort "negro" unzweifelhaft "schwarz" bedeutet oder besonderes reiche Franzosen gerne in Südfrankreich am "Cap Nègre" urlauben.

    Auch der Begriff "Asylant" ist schon seit Langem verbrannt und die betreffenden Menschen werden als Asylbewerber oder Geflüchtete in der öffentlichen Diskussion bezeichnet. Warum? Weil es einfach positiver und freundlicher klingt.

    Warum soll das nicht auch für Alkoholabhängige gelten?

    Wohl gemerkt, das ist meine Meinung und mein Empfinden zu dem erwähnten A-Wort. Es ändert nichts daran, dass ich nicht mit Alkohol umgehen kann und es auch niemals können werde. Damit habe ich meinen Frieden gemacht und dahinter stehe ich auch vorbehaltlos.

    Carl Friedrich , ich wusste nicht, dass man nicht verlinken darf, auch nicht auf Seiten ohne Werbung. Der Link wurde wieder gelöscht. Tut mir leid. Ich könnte, möchte es aber nicht zusammenfassen, weil mir dann wahrscheinlich unterstellt wird, es sei meine Meinung und für sowas habe ich keine Kraft im Moment. Ich muss gut auf mich achten.

    Ich habe es gefunden. Mir gefällt ihre Beschreibung gut. Sie bezeichnet sich als alkoholabhängig, weil das für sie positiver klingt.

    Alkoholismus ist eine Krankheit, ich fühle mich nicht krank. Die Krankheit ist von mir nicht zu spüren, jedoch im Keim immer vorhanden, ob es mir gefällt oder nicht.

    Trinke ich wieder, bricht sie sofort wieder aus.

    Wichtig ist für mich, dass ich diese Einsicht habe und auch bewahre. Dazu muss ich nicht permanent das Wort Alkoholiker im Munde führen.

    M.E. ist es für den Neueinsteiger ein wichtiger Schritt zur eigenen Erkenntnis, sich als solcher z.B. gegenüber Therapeuten und dem engsten Kreis zu outen, denn ab diesem Zeitpnkt hatte ich alle Saufbrücken hinter mir -hoffentlich auf Dauer- abgebrochen.

    Möchte dennoch darauf hinweisen, dass N.Stüben sehr schlüssig argumentiert hat, weshalb ihr das Wort nicht behagt.

    Was hat sie denn ausgeführt?

    Also der Typ Co, dem Alkoholverzicht eher nichts ausmacht, der dafür sorgt, dass der gemeinsame Haushalt frei von Alkohol bleibt, der Gästen wie selbstverständlich keinen Alkohol als Getränk anbietet und auch nicht nur für diese zu besonderem Anlass welchen besorgt.

    So eine Co war und ist meine Frau nicht. Sie selbst trinkt nur wehr wenig und selten Alkohol, viel weniger als früher als ich noch am Start war und ihr auch ein Glas einschenkte, um meine Sauferei mit einer Art Feigenblatt zu kaschieren.

    Meine Frau hat irgendwo noch 2-3 Flaschen Wein und etwas Sekt herum stehen, ein Zeug das ich nie mochte.

    Und bei Besuch kommt auch 'ne Flasche Wein auf den Tisch. Ich bin bald 8 Jahre abstinent, mir macht's nichts aus, wenn da mal jemand in meiner Nähe ganz moderat mal 1-2 Gläser Wein trinkt. Nur zu Veranstaltungen, bei denen eindeutig der heftige Konsum von Alk im Vordergrund steht, gehen wir nicht hin.

    Oder ob das eher eine Gefahr für den trockenen Alkoholiker wäre, weil ihm damit ein Teil, wie sagt man: "Trockenheitsarbeit"? genommen wird oder er das Gefühl einer Teilentmündigung aus der Eigenverantwortung bekommt und eine Trotzreaktion getriggert werden kann?

    Das kann ich für mich alles mit einem glatten "Nein" beantworten. Du machst Dir vielleicht Gedanken :wink: Darauf wäre ich nie gekommen. Könnte jedoch daran liegen, dass wir von 2 verschiedenen Seiten dasselbe Problem beleuchten.

    Das minimiert die Einstellungsbereitschaft nach Erklärung des Bewerbers, er sei trockener Alkoholiker, bei den meisten gen Null.

    Das kann ich absolut nachvollziehen. ich würde ihn auch nicht einstellen, wenn es andere Bewerber gäbe, die ein weniger riskantes Profil aufwiesen.

    Ich bin jetzt knapp 8 Jahre unfallfrei clean und habe meinen Arbeitgeber nicht informiert, um keine Neider und schlafenden Hunde zu wecken. Damit bin ich prima gefahren. Übrigens, mein Krankenstand in den letzten 8 Jahren ist deutlich niedriger als der zahlreicher jüngerer Kollegen. Und das darf gerne so bleiben. :wink: Das nur mal zur Verdeutlichung.

    Ach so: Bei einem Vorstellungsgespräch würde ich auf diese Umstände nicht hinweisen und eine entsprechende Nachfrage glatt verneinen. Warum sollte ich ihm die Wahrheit sagen, das macht der Personalmensch im Vorstellungsgespräch doch auch nicht.

    Den Straßenkarneval habe ich gut überstanden, wusste aber das es mit der Party nicht so einfach wird. Immerhin bin ich erst 1,5 Monaten nüchtern.

    Um diesen Reiz aus dem Weg zu gehen habe ich eine Teilnahme abgesagt.

    Die richtige Entscheidung. Gut gemacht. Karneval im Rheinland mit den damit verbundenen Alkoholexzessen ist mir gut bekannt.

    Heute morgen bin ich glücklich einen weiteren Tag ohne Alkohol gehabt zu haben,keinen Kater zu haben.

    Ich bin früh wach,klar im Kopf und glücklich.

    Und das ist Deine Belohnung.

    Ich bin anfangs auch riskanten Veranstaltungen, so gut es eben ging, aus dem Weg gegangen, bis eine gewisse Grundfestigkeit eingetreten ist. Später habe ich gemerkt, dass mir Veranstaltungen, bei denen heftig getrunken wird, total auf die Nerven gehen und ich dort nicht mehr hin gehöre.

    Alles Gute.

    Erst mal Glückwunsch zu mehr als 1 Jahr ohne Alkohol. Dazu entscheidende Weichen im Leben neu gestellt. Das ist schon eine tolle Leistung.

    Auch meine Kontakte zu früheren Saufkumpanen sind eingeschlafen. Das gemeinsame Bindeglied namens Alk ist halt weggefallen.

    Zu Datingportalen kann ich nichts beitragen.

    Vielleicht sollte ich doch mal in eine SHG ?!

    Probier es doch einfach mal aus. Ich war auch mal im Anschluss an meine ambulante Therapie für 1 1/2 Jahre in einer, geschadet hat es mir nicht, ein paar wertvolle Erkenntnisse habe ich mitgenommen.

    Auf mich wirkt Dein Beitrag richtig positiv. Es ist nicht zu erwarten, dass Du nach knapp 1 1/2 Jahren alles zum Positiven verbessern konntest. Es muss ja noch etwas Luft nach oben bleiben. Und das ist eine Frage der Zeit und der nötigen Geduld.

    Ich kenne weder Suchtdruck, noch sprang das "berühmte Suchthirn" bei mir an, bisher.

    Dann bist Du eine Ausnahme.

    Suchtdruck ereilt fast alle Neueinsteiger ein paar Male.

    Ja, das ist wohl sehr typenabhängig bzw. wie man sich hineinsteigert.

    Wieso sollten andere oder ich mich in den Suchtdruck hineingesteigert haben? Es ist vielmehr umgekehrt, dass sich der Druck dann meldet, wenn ich ihn nicht auf dem Schirm hatte oder in Situationen kam, die früher mit dem Konsum von Alk verbunden waren. Mit der Zeit lässt sich diese Verknüpfung auflösen.

    Mein Mann und ich hatten im Abschlussgespräch seiner Reha gehört: "Rückfälle gehören dazu. Kommen Sie dann gern wieder - wir haben zum Glück ein tolles Suchthilfesystem".

    Der Spruch als solcher ist m.E. deplatziert. Für mich verniedlicht den Rückfall, indem er ihn geradezu zum Standart erklärt wird. Nein, der Rückfall ist kein Standart und gehört nicht zum Geschäft des Ausstiegs aus der Droge Alkohol dazu, obwohl viele rückfällig werden.

    Ich habe diesen Spruch leider öfter von Rückfälligen gehört. In meinen Ohren klang er stets nach einer Ausrede, um eigene Versäumnisse hinsichtlich innerer Einstellung zur Abstinenz, Risikominimierung und Trockentraining zu kaschieren und zugleich den nächsten Rückfall im Vorhinein anzukündigen.

    Andererseits haben Therapeuten, wenn sie jahrelang im Job sind, nicht unbeträchtliche Erfahrungen und können schon in etwa abschätzen, wer mehr und weniger rückfallgefährdet ist. Der Mann von 9Leben wurde ja sehr schnell wieder rückfällig. Das spricht für sich.

    Einerseits hat er eine Willenskrankheit, andererseits muss er aber den Willen zur dauerhaften Abstinenz entwickeln können. Da habe ich irgendwie "Quadratur des Kreises" im Kopf.....?

    Der Alkoholiker hat ein glänzend funktionierendes Suchtgedächtnis ausgebildet, das nur z.T. vom Willen beherrschbar ist. Es ist leider in einem Teil des Hirns angesiedelt, in dem die Automatismen wie Laufen, Radfahren, Schwimmen ... abgespeichert sind. Allein mit dem eigenen Willen kommt der Kranke zumeist (es gibt immer Ausnahmen von der Regel) nicht weg von der Flasche. Ohne den Willen läuft jedoch gar nichts. Der vorhandene Ausstiegswille bedarf zusätzlich der Unterstützung von außen z.B. durch eine Therapie, analoge oder digitale SHG wie diesem Forum hier, Fachliteratur und I-Net Recherechen.

    Sinn und Zweck der angeführten äußeren Befeuerung des eigenen Ausstiegswillens ist es auch, sich das Problem des Suchtgedächtnisses zu veranschaulichen, um bei aufkommendem Suchtdruck gegensteuern zu können.

    Ferner sollte der Ausstiegswillige rückhaltlos zu seinem Entschluss stehen. Dieser darf nicht unter einem Trinkvorbehalt stehen, dass evt. später, nach einer Zeitspanne, doch noch mal was mit dem Stoff ginge.

    Dazu tritt die regelmäßige Wiederholung, von manchen gerne als Trockenarbeit bezeichnet. Ich vergleiche mein abstinentes Leben gerne mit einem Sportler, der seine Form nur halten oder verbessern kann, wenn er regelmäßig trainiert. Ich muss immer wieder konstatieren, dass der sehr erfahrene Suchtmediziner recht hatte, als er mir am Ende meine Therapie mit auf den Weg gab: "Den ersten Schritt in Richtung Rückfall macht man, wenn man sich nicht mehr regelmäßig mit seinem Problem befasst". Wie das Befassen aussieht, bleibt jedem selbst überlassen. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

    Interessante Diskussion. Meine persönliches Fazit: Bei Tätigkeiten mit nicht unerheblichem Drittgefährdungspotential sollte gehandelt werden.

    Wenn schon auf der Arbeit getrunken wird, ist das ein eindeutiges Signal, dass man seinen Konsum alles andere als im Giff hat.

    Ich sehe bei uns eher das Problem, dass Leute verkatert und entzügig auf der Arbeit erscheinen. Bis der Alk abgebaut ist, sind sie kaum zu gebrauchen.

    Bei uns herrscht am Arbeitsplatz ein absolutes Alkoholverbot. Selbst bei Jubiläen oder Verabschiedungen bedarf der Alkoholausschank einer vorherigen Genehmigung. Daher habe ich schon Ewigkeiten keinen Konsum auf der Arbeit mitbekommen. Er dürfte dann eher heimlich und zwischendurch, z.B. anlässlich der Mittagspause erledigt werden.

    Wenn es nicht gelingt 0,0 Promille in relevanten Bereichen einzuhalten, haben wir als Gesellschaft ein Problem. Sei es am Arbeitsplatz, in der Familie oder im Straßenverkehr.

    Das Problem haben wir schon längst. Die Alkohollobby ist sehr stark, bestens vernetzt und weiß, strengere Maßnahmen zu verhindern. Sie werden auch zukünftig nicht kommen. Und unsere derzeitige Bundesregierung hat ganz andere Dinge -partielle Cannabisfreigabe- im Sinn.