Beiträge von Carl Friedrich

    Na ja, ob das Einräumen der Alkoholsucht nach mehreren Trunkenheitsfahrten für die Frau wirklich so überraschend kam, sei mal dahin gestellt.

    Du hast jedenfalls daheim reinen Tisch gemacht, den restlichen Stoff entsorgt, das ist ein guter Anfang.


    Ich habe mich auch noch von meiner geliebten Weißbiersammlung und den Schnapsgläsern getrennt. Nach einigen Wochen der Nüchternheit mixte ich mir mal eine Apfelschorle in einem Weißbierglas, hola das gab einen fetten Suchtdruck. Mein Suchthirn sprang sofort an und piesackte mich, da das richtige Glas plötzlich den falschen Inhalt aufwies. Daher kehrte die Einsicht ein, dass die Dinger auch weg müssen.

    Zusätzlich habe ich mich seinerzeit gegenüber dem engsten Kreis offenbart, gewusst haben sie schon immer, dass ich viel zu viel soff. das war vor allem für mich erleichternd.

    Wie weit dieser Kreis zu ziehen ist, mag jeder selbst für sich entdecken und herausfinden. Meiner ist sehr eng, es wissen nur die, die es wirklich was angeht, aber das ist heute nach mehr als 11 Jahren kein Thema mehr. Für meine Umgebung bin ich ein Nichttrinker. Warum, das interessiert keinen.


    Anders ist es bei Leuten, mit denen früher gemeinsam gesoffen wurde. Die werden nicht nur hellhörig, sondern auch neugierig, warum ein Schluckspecht plötzlich nicht mehr pichelt. Denn es fehlte ihnen plötzlich der Zechkumpan, der ihnen auch noch eine Art Spiegel vorhält. Meine Kontakte zu früheren Mittrinkern sind allesamt eingeschlafen, und genau da belasse ich sie.


    Wie möchtest Du weiter vorgehen? Evt. eine Therapie?

    Was ist mit der Mutmaßung der MPU? Ist die Gewissheit?

    Ich wünsche viel Kraft und Erfolg auf Deinem begonnenen Weg.

    Aber auf alle Fälle. Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre trocken und würde mich nicht mit Leuten in einen Biergarten setzen.

    JEB : Das ist definitv der falsche Ort für einen Neuling. Ich habe so was auch mal ausprobiert, war aber schon ein paar Jahre abstinent. So richtig "dolle" war es nicht, weil es primär, wie auch der Name schon sagt, ein Orten zum Saufen ist, zumindest für viele. Der Konsum des Biers steht total im Vordergrund und das ist der Unterschied zu einem Cafe, Bistro oder Restaurant, in denen auch Alk ausgeschenkt wird, aber nicht dermaßen im Mittelpunkt des Geschehens.


    Wenn dann noch Faktoren wie Stimmung, Laune, Verhalten Dritter hinzutreten, kann der Weg zum nächsten Bier recht kurz werden.

    Ich wünsche Dir, die jetzt nötigen richtigen Entscheidungen zu treffen und auch umzusetzen. Dazu gehört als erstes, dem Partner mal klar zu machen, wo Du stehst. Weiter leben, wie bisher, nur ohne Alk, das wird nicht gut gehen. Klartext gegenüber dem eigenen unmittelbaren Umfeld gehört m.E. ganz nach oben auf die Tagesordnung. In den Grundbausteienen steht viel Richtiges und Nützliches, ja auch konkret Umsetzbares, das auch funktioniert. Schau sie Dir noch mal in aller Ruhe an.

    Auch Du kannst es schaffen, auf dem Weg findest Du hier Unterstützung, aber laufen musst Du schon selbst.

    So, jetzt ist Fußballdiät angesagt, von dem Rest der WM werde ich nicht mehr viel sehen, evt. das Finale. Daher auch keine leidige Reklame von Biermarken, die sich für teuer Geld an das Ereignis "heranwanzen" dürfen.


    Was hat eigentlich Fußball mit Bier zu tun? Gehört beides zusammen?


    Ich meine, nein. Kippe ich mir ein paar Biere rein, leidet doch meine Auffassungsgabe und ich bekomme weniger mit. Komisch? Na ja, jahrelang habe ich es halt anders gesehen und an die Verknüpfung nicht nur gegalaubt, sondern sie auch intensiv praktiziert. Ist vorbei und das ist verdammt gut so.

    Oder Biergartensaison? Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte mal in so einem Teil abgestiegen bin, bei Schorle versteht sich. Irgendwie zieht es mich auch dort nicht mehr hin. Nicht, weil ich gefährdet wäre, sondern weil es mich absolut nicht mehr reizt. Eher ein Bistro oder Cafe, die zwar auch alle Alk ausschenken, er aber nicht so eindeutig im Vordergrund steht.

    So habe ich halt meinen individuellen Weg gefunden, auf dem ich leicht und frei wandele.


    Was kann der Neuling daraus evt. für sich gewinnen? Der Blick auf den Stoff dürfte sich mit zunehmender Dauer der Abstinenz grundlegend wandeln. Es ist nur eine Frage der Geduld und Konstanz. Immer schön Schritt für Schritt setzen und alles andere gesellt sich dann hoffentlich dazu.


    Damit ich nicht vergesse, wo ich einst gestartet bin, bleibe ich hier am Ball.

    Kleines update: Habe mir etwas Urlaub gegönnt. Dort wurden wir von deutschen Auswanderern zu einer happy-hour eingeladen. Als wird bemerkten, dass wir keinen Alkohol trinken, folgten irritierende Blicke und ein unsicheres, man könne ja auch etwas ohne Alk trinken. Wir sind nicht hin, einen weiteren Vorschlag gab es nicht mehr. Warum? Es geht bei so Treffen weniger um den Austausch, sondern primär um das gemeinsame Trinken.


    Besagte Auswanderer haben die Rente schon durch und leben in Spanien. Dort tummeln sie sich mangels guter Sprachkenntnisse in einer deutschen Blase, ähnlich wie die erste Gastarbeitergeneration sich oftmals nur mit Landsleuten umgab. Die betreffende Blase hatte, soweit ich es überhaupt beurteilen kann, selbst ein gewisses Problem mit dem Alk, sie trinken ihn viel zu regelmäßig.


    Jetzt hat mich die Arbeit zurück, ein Weilchen muss und darf ich ja noch. Da in den Vorschlägen der Rentenkommission die Erhöhung der Abschläge für eine vorzeitige Verrentung/Pensionierung überraschend ausblieb, kann ich ja langsam mal anfangen zu rechnen.

    Jetzt schaue ich gleich mal in die deutsche Partie hinein, allzu viel habe ich in Spanien nicht vom Fußball mit bekommen, was aber primär an den ungünstigen Spielzeiten liegt. Ich schlage mir keine Nacht um die Ohren.


    Allen hier eine gute Zeit.

    In den ersten Monaten blitzten bei mir auch schon mal vermeintlich positiv besetzte Trinkgedanken auf. Da hatte sich die Sucht in mir drin mal wieder bemerkbar gemacht. Die Sucht versuchte stets nur eins, mich mit allen Mitteln wieder an die Flasche zu bringen, mal rabiat, manchmal auch nur zart und leise mit der angeblich schönen Atmosphäre z.B. in einem Biergarten. Das war für mich ein wichtiger Prozess, das alles durchlaufen und Trinkgedanken wieder abzuschütteln. Wie gesagt, das ging nicht in wenigen Wochen. Zumindest bei mir dauerte es deutlich länger.


    Ich habe mal von einem Polytox den Rat erhalten, mich dann selbst zur Ordnung zu rufen: "Halt! Stopp! Da stimmt was nicht, ich will wieder saufen." Mir hat es seinerzeit geholfen, an ich selbst zu appellieren.

    Heutzutage geht es mir so wie bereits von anderen geschildert: Eine schöne Umgebung lässt bei mir Gedanken an einen Kaffee, eine Saft-Schorle oder eine ganz ordinäre Cola aufkommen. Mein ehemals so "geliebtes" Weißbier spielt da keine Rolle mehr. Wenn andere so was vor sich stehen haben, nehme ich es allenfalls beiläufig zu Kenntnis, es löst jedoch kein Trinkverlangen aus. Sollte dies mal wieder der Fall sein, weiß ich, was zu tun ist. Denn, ob es so bleiben wird, wie es jetzt ist, das kann ich nicht behaupten.

    Vielleicht kannst Du ja damit etwas anfangen.

    der Kampf geht weiter.

    Solange Du kämpfst, machst Du es Dir nur unnötig schwer. Denn kämpfen müssen nur diejenigen, die sich dem Alkohol stellen.

    Ein beliebter Begriff in unserer Branche ist die Kapitulation. Nicht im engeren natürlich Wortsinn der Unterwerfung, sondern darin, dem Alkohol nicht entgegenzutreten, sondern ihm aus dem Weg zu gehen, ihm auszuweichen. Wer sich so verhält, der muss nicht kämpfen.

    Dies nur mal so am Rande zu dem zitierten Begriff.

    Hallo und willkommen hier im Forum.


    Du bist die ersten Schritte in die richtige Richtung gelaufen. Hier im Forum findest Du eine Vielzahl wirklich brauchbarer und umsetzbarer Informationen, um eine stabile Abstinenz zu erreichen.


    Übrigens: Als "Leidensfreund" sehe ich mich nicht. Warum auch? Ich leide nicht. Im Gegenteil, mir geht es richtig gut, weil ich nicht mehr trinke. Und genau darauf baut mein jetziges Leben auf. Ich verstehe, dass der Anfang, die ersten Wochen und Monate, schwierig sind, bis sich ein neuer und gesunder Lebensstil eingeschliffen hat, weil die alten Automatismen, die mich zum Trinker werden ließen, halt noch greifbar nahe waren. Aber das legte sich mit zunehmender Zeit.


    Weiterhin alles Gute.

    Das ist vielleicht keine lange Zeit

    Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Gerade in der Anfangszeit werden gerne Tage, Wochen und Monate gezählt. Das ist für mich ein ganz normaler Prozess. Es dient der Bestätigung des eigenen Tuns, unterstützt die eigene Motivation und weitet zudem den persönlichen Horizont. Zumindest ging es mir rückblickend so.


    Ach so, und hier im Forum gibt's noch eine weitere Spezialistin, die sich auf Tage verschrieben hat. Die Anzahl der Tage klingen spätestens ab der Vierstelligkeit so schön beeindruckend.

    Ich habe mich im ersten Jahr von solchen Festen ferngehalten

    Das ist ein guter und vor allem sehr bewährter Rat. Dabei ist die Jahresfrist nicht in Zement gegossen, entscheident ist die persönliche Festigung. Aber ein paar Monate dauert's schon.

    In den ersten Monaten gilt es, erst mal wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen und dem Alkohol bzw. Veranstaltungen, die mit Alk verbunden sind, erst mal links liegen zu lassen.


    Und, ob der Besuch dann wirklich Freude bereitet, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Weil beim trocken werden und trocken bleiben ein ganz wichtiger Punkt die Disziplin ist. Ich habe dafür zu sorgen, daß ich nie wieder trinken muss. Und dabei hilft mir die reale Selbsthilfe entscheidend.

    Das nenne ich konsequent.


    Irgendwann nach ca. 2 Jahren habe ich für mich festgestellt, dass mir meine analoge SHG nichts mehr bringt und seitdem sehe ich dieses Forum als ausreichende Stütze an, mir mein Problem zu spiegeln. Vielleicht gelangst Du ja auch mal an den Punkt.

    Gefährlich wird es für mich erst, wenn ich mich gar nicht mehr mit der Krankheit befasse. Das wäre der esrte Schritt in Richtung Flasche, so meine Einschätzung, sowie der Rat eines erfahrenen Mediziners am Ende meiner Therapie.

    Auch ich habe in der Anfangszeit deutlich mehr Kaffee rein gekippt. Das mag ein Stück weit eine Verlagerung sein. Mit der Zeit, ich schätze mal so nach ca. 3 Jahren sank er dann auf ein für mich erträgliches Maß von ca. 500-600ml täglich. Und kein Kaffee nach 17.00 Uhr, damit ich auch vernünftig schlafen kann.


    Dies nur als kleiner Fingerzeig. Nach der exzessiven Saufphase mussten sich Körper und Seele wieder neu justieren und das dauerte in jederlei Hinsicht ein ziemliches Weilchen.

    Für mich funktioniert es derzeit gut, rechtzeitig einen Abflug machen und mit ein bisschen Vorbereitung ist auch für fast alle Situationen eine lösung parat, außerdem habe ich ja meinen Aufpasser in Form meiner Frau auf solchen Events auch meistens dabei

    Klar treffe ich Leute im Rahmen von Veranstaltungen, auf denen Alk ausgeschenkt wird. Wird es mir zu alkohollastig, bin ich weg. Das ist dann der Fall, wenn der Alk anfängt, die Sinne der Trinker zu trüben. Dafür habe ich ein feines Näschen.

    In den ersten Monaten habe ich mir so was nicht angetan, sondern erst mal zugewartet, bis eine gewisse Stabilität gewonnen war.


    Übrigens: Deine Frau ist weder Dein Aufpasser, noch Dein Vormund. Du allein bist für Deine Abstinenz verantwortlich, nicht andere. Also gebrauche Sie nicht als Schutzschild. ;)

    Dass sagt ich mir jeden Tag.

    Ich kenne diese Art der Selbstmotivation nur aus meiner Anfangszeit, das waren die ersten 3-4 Monate. Jetzt nach 5 Jahren noch dieses Mittel, das überrascht mich. Es soll nicht als Vorwurf verstanden werden. Wenn es Dich auf Kurs hält, ist alles gut.

    Da würde in ein anderes Glas umfüllen jetzt nicht viel nützen. Der Geschmack war Bier zu ähnlich.

    Das sehe ich auch so.

    Mich stört auch der Begriff: FASSbrause klingt und liest sich wie Rotwein, Bier oder Schnaps.


    Dazu werden sie gerne in Longneck-Flaschen (Bierflaschen) verkauft. Ich habe das Zeug mal nach ca. 2-3 Jahren probiert, es machte mich sogleich "kirre". Daher packe ich es nicht mehr an.