Beiträge von Carl Friedrich

    Insgeheim habe ich gehofft bzw. gedacht, dass ich doch kontrolliert trinken kann.

    Ich habe meinen Führerschein nach bestandendener MPU zurückbekommen


    M. E. die Klassiker, die Rückfalldauerbrenner sozusagen. Solange der Trinkvorbehalt im Hirn herumspukt, wird es nichts mit der Abstinenz.

    Ich habe selbstverständlich auch anfangs geglaubt, ein paar Monate mal das Saufen links liegen zu lassen und dann sei bei mir alles wieder auf null gestellt und ich könne von vorne loslegen und ab- und an mal was trinken.

    Es hat schon ein paar Monate gedauert bis ich diesen Gedanken aus dem Hirn verbannen konnte und sich die Einsicht Platz verschaffte, dass ich niemals kontrolliert trinken kann. Lehrreich waren mir da die insbesondere die Ausführungen von Rückfälligen in meiner Terapie, die genau aus den o.a. Gründen wieder loslegten.

    Jetzt gilt es, die Abstinenz abzusichern und zu schauen, nicht wieder gedanklich in das gefährliche Fahrwasser zu geraten. Tausch Dich regelmäßig aus, befasse Dich mit unserer Krankheit und lerne, dass sie niemals weg sein wird. Wir werden nicht geheilt, wir haben die Krankheit nur gestoppt. Wird sie wieder neu "befeuchtet", geht der ganze Mist wieder von vorne los. Letzteres erläuterte mir mal ein Polytox, der sich damit bei aufkommenden Gedanken ans Kiffen selbst Einhalt gebot.


    Alles Gute.

    Und irgendwann kam mir der Gedanke: Was hast Du eigentlich geändert, außer nicht mehr zu saufen?

    Das erscheint mir eine gute Frage zu sein. Da ich in einem Ballungsraum wohne, habe ich es sicherlich leichter, was Ablenkungen und Alternativen zum dörflichen Leben betrifft, das auf mich oftmals sehr alkohollastig wirkt.


    Wichtig ist mir, mich regelmäßig draußen zu bewegen und selbst bei schlechtem Wetter meine Runden zu drehen. Ich habe mir eine Schrittzähler-App geladen und sehe sie als zusätzlichen Anreiz, einfach mal frische Luft zu schnappen und so auf andere Gedanken zu kommen. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter, aber mal draußen 5-10 km zu Fuß zurückzulegen, das lüftet mein Hirn und meine Gedankenwelt ungemein. Anschließend einen heißen Kaffee oder Tee und gleich geht's mir besser.


    Dazu gehe ich mindestens 2x wöchentlich ins Figtnesstudio und regelmäßig in der kalten Jahreszeit in die Sauna. Dort treffed ich ab- und an Bekannte und tausche mich ein wenig aus, jedoch nicht an der Bar.


    Dies nur mal als kleine Anregungen, aus der Sicht eines Mannes, ich weiß, dass die Damenwelt viele Dinge etwas anders betrachtet, fühlt und auch einschätzt.

    Abschließend wünsche ich, dass rasch wieder bessere Tage kommen.

    Hallo und vielen Dank für die Auflistung. Die meisten Punkte trafen auch auf mich damals zu.

    Nur fehlte mir seinerzeit wohl der Mut, so etwas kurz nach Beginn meines Ausstiegs zu verschriftlichen.

    Kleiner Tipp, druck die Liste aus und leg sie z.B. in einen Notfallkoffer, der hier gerne empfohlen wird.

    Falls mal Trinkgedanken aufkommen sollte, was bei dem meisten irgendwann mal der Fall sein dürfte, dann schau sie Dir an.

    Meine Frau trinkt überhaupt kein Alkohol also habe ich dass Glück mit Widerständen nicht kämpfen zu müssen.

    Rückendeckung von daheim ist eine gute Ausgangslage. Rechtfertige das Vertrauen. Es ist kein Hexenwerk. Am Anfang hat mir die 1-Tagesstrategie geholfen. Jeden Morgen nahm ich mir fest vor, heute nicht zu trinken. So kam dann Tag zu Tag, Woche zu Woche, bis das morgentliche Ritual nicht mehr nötig war.


    Dazu regelmäßiger Austausch über das Problem, hier im Forum oder real. Ggf. noch eine (ambulante) Therapie.

    Viel Erfolg und Glück.

    Ich denke dass ich nicht für mich Trocken werden wollte, sondern für meine Frau und meine Kinder.

    Das ist der Knackpunkt. Für wen möchte ich das? Für die Führerscheinstelle/MPU, den Arbeitgeber, die Familie oder für mich selbst?

    Wenn die Familie den Ausstiegswilligen unterstützt, dann ist das eine tolle Sache. So war es bei mir auch.


    Es gibt hier genügend andere Beispiele, dass der Ausstiegswillige mit erhebelichen Widerständen innerhalb der Familie zu kämpfen hat, vornehmlich dem Partner.


    Der nächste Knackpunkt ist dann die Ernsthaftigkeit der Entscheidung, dass der Betreffende rückhaltlos zu ihr steht und nicht irgendwo im Hirn der Gedanke herumgeistert, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol. Solange das der Fall ist, wird es nichts mit der dauerhaften Abstinenz. Bei mir hat Letzteres aber auch eine Weile gedauert, da ich seinerzeit davon ausging, irgendwann sei ich geheilt und könne dann wieder an den Start gehen.

    Waren am Donnerstag auf Kaffe und Kuchen eingeladen, mir wurde erstaunlicher weise ein kaltes Bier angeboten,

    Kannten die Leute Dich bislang als Trinker? Dann waren sie aus ihrer Sicht nur höflich und wollten Dich halt "gut versorgen".


    Fals nicht, dann war es eine gute Lektion für Dich. Der Alkohol kann auch plötzlich mal um die Ecke kommen, wenn Du es im Vorfeld nicht auf dem Schirm hast.

    Was kannst Du dagegen tun? Hier im Forum wird zumeist propagiert, sich zu outen. Ansonsten könnten Dir in der Runde bald die Ausreden ausgehen, denn irgendwann dürftest auch Du "ausgefastet" haben.

    Bei gewissen Leuten, die mich von früher kannten und denen ich es nicht auf die Nase binden wollte, weil es sie nichts angeht, habe ich ausgeführt, dass ich mal eine Zeitlang nichts trinke. Dabei bin ich geblieben. Wirklich nachgeharkt wurde eigentlich nur ganz selten und das von 2 Leuten, die selbst ein Problem mit dem Stoff haben. Es war ihnen wohl peinlich, dass ein Zechbruder verloren gegangen ist und der ihnen plötzlich aich noch eine Art Spiegel vorhielt.

    Manchmal überlege ich, wie es wäre, jetzt, wo alles so gut läuft, einen zu saufen. Ich ziehe es nicht in Erwägung, stelle mir nur die Situation vor. Bin mir dann sicher, dass alles was ich mir aufgebaut habe spätestens in einem Monat zunichte wäre. So ist es.

    Was für komische Gedanken Du hast. An so was habe ich in all den Jahren nicht gedacht. Solche Gedanken wären (Konj.) für mich gefährlich, weil ich meinem Suchtgedächtnis eine Steilvorlage lieferte. Ich werde schlafende Hunde bestimmt nicht wecken.


    Aber wir sind nun mal alle unterschiedlich und das ist gut so.


    Weiterhin alles Gute

    Die ersten Monate waren für mich eindeutig die herausfordersten, alles wurde umgestellt. Früher das Leben um die Flasche organisiert, jetzt musste es umorganisiert werden, dazu häufig gepiesackt vom Suchtgedächtnis.

    „Wenn es dir schlecht geht komm ins Forum und wenn es dir gut geht renn ins Forum“

    Dem Neuling ist es dringend anzuraten.

    Später ist eine Art Routine daraus geworden. Ich sehe es so wie meine Besuche im Fitnesstudio und bezeichne es als mein individuelles Training.

    Ein erfahrener Suchtmediziner gab mir mit auf den Weg: "Der erste Schritt in Richtung Rückfall erfolgt, wenn sich nicht mehr regelmäßig mit dem "Problem" auseinandergesetzt wird." Denn das genau das ist das Einfallstor für die in mir nur schlummernde Sucht. Sie ist noch da und geht nie mehr weg.

    Wird das regelmäßge Befassen vernachlässigt und zum Erliegen gebracht, ist es m.E. nicht mehr weit zum Rückfall.

    Denn genau das ist der Grund, warum langjährige Abstinente plötzlich doch wieder saufen. Sie haben ihr Training dran gegeben, ihr Suchtgedächtnis meldete sich zurück und gaukelte ihnen vor, sie seien geheilt und könnten wieder wie ein Normaler ab- und an ein Glas trinken.

    Ich bin hier, damit ich nie verlerne, wo ich herkomme und ich weiterhin am Ball bleibe.

    Weiterhin alles Gute

    Solange ich wach bleibe, meine Grenzen wahre und mein Leben nüchtern ausrichte, bleibt sie dort, wo sie hingehört , im gestoppten Zustand.

    Davon gehe ich auch aus.

    Ich habe schon von einigen Rückfälligen gelesen, die jahrelang clean waren, sie hätten gedacht, sie könnten mal wieder wie ein Normaler was trinken. Alle hatten zuvor die Sucht nicht mehr auf dem Schirm, weil sie ihr "Training" vernachlässigt und letztlich ganz dran gegeben haben.

    Jeder geht sinien eigenen Weg, einige etwas vorsichtiger, andere risikobereiter. Es steht mir nicht zu, das zu verurteilen, insbesondere weil ich auch nicht der mainstream des Forums bin, der sich Punkt für Punkt an die Grundbausteine hält.


    Hab bitte auf dem Schirm, dass die Teilnahme an so Veranstaltungen nachwirken kann und mit zeitlicher Verzögerung Suchtdruck auslösen kann. Nicht, dass Du Dich wunderst, dass jetzt zeitversetzt etwas eintritt, was bei der Feier nicht der Fall war.

    ab und zu wurde auch mir ein kurzer vor die Nase gestellt

    Das sind selbst für mich, der nicht gerade ängstlich unterwegs ist, zu riskant. Du wärst gut beraten, auf mehr Distanz zu achten. Denn die Sucht in Dir drin, kann Dich ganz spontan zugreifen lassen, insbesondere wenn andere um Dich herum trinken und Dich animieren.

    Schande über mich, schlechtes Vorbild.

    Das klingt mir zu billig.

    Vorbild? Das Problem ist, dass hier im Offenen Teil Neulinge aufschlagen, das lesen und meinen: "Was der kann, das kann ich schon lange." Und sie verunfallen.

    Bin später auf Kaffe und Kuchen eingeladen, werde hingehen, auch mit dem Risiko das mir ein Bier angeboten wird, welches ich dann ablehne.

    Was spricht dagegen, die Leute aufzufordern, Dir erst gar nichts anzubieten?


    Schönen Sonntag noch.

    Das muss ich ärztlich abklären lassen.

    Genau das ist sehr ratsam.

    Ich lasse mich, seit Wegstellen der Pulle, 1x jährlich durchchecken mit großem Blutbild (nicht das kleine, dass die Kassen erstatten) und Ultraschall aller Organe.

    An den Parametern ist viel abzulesen.


    Also bitte nicht aufschieben, sondern am besten schon am Montag einen Termin buchen.

    Ich bin kein allgemeingültiger Maßstab für das Outen. So restriktiv ich beim Thema Arbeitgeber und Kollegen war und bin, desto offener wäre es beim Partner. Er wird es eh herausfinden und das wäre

    Und wenn er es dann irgendwann später erst erfährt, wäre das auch eine Vertrauensbruch.


    Zu den Kollegen und Arbeitgeber: Wer auf der Arbeit nicht als Trinker aufgefallen ist und dort nicht jede Woche auf irgendetwas angestoßen wird, der sollte sich gut überlegen, ob es für ihn - und nur darum geht es- sinnvoll und von Nutzen ist.

    Ich habe es nicht getan.

    In den ersten Monaten rate ich von dem Besuch von Treffen ab, auf denen der Konsum von Alk im Vordergrund steht.

    Zum Outen: Das wird hier sehr unterschiedlich gehandhabt. Viele fahren einen sehr offenen Kurs und weihen eine Vielzahl von Leuten ein. Neben der Familie und Freunden auch Nachbarn, Bekannte und Arbeitskollegen.

    Im Vordergrund steht allein die Frage, womit der Neuabstinente selbst am sichersten fährt.

    Ich habe nur einen sehr engen Kreis eingeweiht, Nachbarn, Kollegen und Bekannte gehören da nicht zu.

    Ich bin schon lange nicht mehr gefragt worden, warum ich nicht trinke. Heute nach mehr als 10 Jahren sage ich nur: "Nein, ich trinke keinen Alkohol." Das war es auch schon. Begründungen liefere ich nicht.

    Ich komme mit meinem Kurs prima klar.

    Neugierig sind m.E. nur Leute, die selbst einen zu hohen, wenn nicht gar süchtigen Umgang mit dem Stoff haben. Wenig- oder Nichttrinker interessiert es überhaupt nicht. Und an die halte ich mich.

    Wenn ich mich "irgendwie" mit mehreren Leuten treffe, denke ich immer darüber nach, ob da viel getrunken werden könnte. Auch nach vier Jahren.

    In den ersten Jahren habe ich es auch getan, allein um mir ggf. einen raschen Rückzug offen zu halten, falls es brenzelig werden sollte. Handelt es sich jedoch um Sauftreffen, bei denen beiläufig etwas verzehrt wird, bin ich nicht mit von der Partie, selbst nach der langen Zeit. Denn nach dem zweiten Glas sinkt das Gesprächsniveau leider rapide ab und das halte ich im Kopf nicht mehr aus. Dafür ist mir meine Zeit inzwischen zu schade.

    Aber es ist ja noch mal gut gegangen. Hab es besser demnächst auf dem Schirm und sichere Dich vorher ab. Nicht, dass Du auf einmal bei einer Runde ganz spontan zugreifst oder Dir von jemand ein Glas in die Hand drücken lässt.


    Und denk daran, dass ein solches Treffen nachwirken kann, sich insbesondere nach dessen Ende Suchtverlangen einstellen kann.

    Bei mir hat sich all das in den Jahren (10+) längst eingeschliffen, ich weiß wo ich hingehen kann und worauf ich keine Lust mehr habe. Sollte ich mich mal irren und plötzlich in einer Saufgesellschaft landen, klinke ich mich sofort aus und bin weg.

    Da habe ich meine Bestätigung. Bier, Wein und Spirituosen sind in Deutschland verhältnismäßig günstig. Weniger zahlen die Menschen in der EU lediglich in Italien.

    Alkohol ist in Deutschland viel zu billig. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, lagen die Preise für alkoholische Getränke im Einzelhandel im Oktober 2025 um 14 Prozent unter dem EU-Durchschnitt. Nur in Italien waren alkoholische Getränke noch günstiger. Am teuersten ist Alkohol in Finnland: Dort lag das Preisniveau für Alkohol 110 Prozent über dem EU-Mittelwert.

    Auch in einigen Nachbarstaaten Deutschlands war Alkohol vergleichsweise teuer - etwa in Dänemark (+23 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt), Belgien (+ 13 Prozent) und in Polen (+ 9 Prozent).

    Erste Reaktionen aus der Politik: Einer aus der ganz linken Ecke meinte, höhere Steuern auf Bier, dann könnten ja nur noch Reiche saufen. Andere erklären Wein zum Kuturgut.

    Da fällt mir nichts mehr zu ein, außer mit dem Kopf zu schütteln.


    An das heiße Eisen wird sich die große Politik nicht machen. Das ist für die geradezu toxisch.


    Das wäre was für die EU. Sie müsste Vorgaben machen, dann kann der einzelne Staat wie gewohnt, auf die "bösen" Brüsseler schimpfen.


    Ob man auf mich hören wird? ;)