Beiträge von Carl Friedrich

    Augen auf beim Einkauf. Und die älteren Semester dürfen ruhig mal die Brille auf die Nase setzen, ich hatte meine Lesebrille nicht dabei.

    Heute nachmittag ging ich nach dem Training noch mal schnell in den Supermarkt und packte spontan ein Dessert Tartufo ein. Nach dem Abendessen wollte ich es servieren. Erst beim Öffnen der Verpackung stand außen im unteren Bereich: "Enthält Alkohol." Ich habe es erst mal meiner Frau gegeben, die probierte es und meinte schon "nee." Ich hatte nicht vor, es zu essen, ohne es vorher sicher zu wissen, welche Art von Alkohol dort verbaut war. Habe mal die KI angeworfen und die meinte: Lebensmittelalkohol = Ethanol und zwar als Geschmacksverstärker. Ethanol ist selbstverständlich in Bier, Wein und Sekt enthalten.


    Es gibt noch mehrwertigen Alkohol, der etwas anderes ist, nämlich ein kalorienarmes Süßungsmittel. Damit habe ich keine Probleme, denn er hat mit dem Trinkalkohol nicht gemein, außer dem Namen.

    Also lieber auf Nummer sicher gehen. Selbst "Trockenprofis" wie mir kann es passieren, dass sie versehentlich richtigen Alkohol anschleppen. Allerdings weiß ich, was dann zu tun ist, nämlich mich im Konsumverzicht zu üben.

    Teils Alkohol in Schoko-Adventskalendern.

    Das ist die alte Krux.


    Welcher Alkohol ist verbaut? Der von uns gesoffene, "einwertige" Alkohol oder der mehrwertige, der als kalorienarmer Zuckerersatz (=Zuckeraustauschstoff) dient und mit "unserem" Alk nichts zu tun hat, außer dem Namen.


    Also nicht überall, wo Alkohol drauf steht, ist auch der einwertige Alk drin.


    Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt von allen beiden die Finger.

    Wenn wir nächste Woche Essen gehen, passe ich natürlich auch auf, dass sich im Essen kein Alkohol versteckt. Zur Not frage ich nach.

    Soßen werden gerne mit Alk abgelöscht, da lohnt sich ein intensiver Blick auf die Karte, leider wissen nicht alle Kellner ausreichend Bescheid. Ich lasse, falls ich mir unsicher bin, meine Frau vorkosten, wenn die grünes Licht gibt, esse ich das Gericht. Auch rieche ich gerne mal am Essen, falls ich Stoff wittere, esse ich es nicht.


    Das nur als kleiner Tipp.

    Hallo und willkommen.

    Ich lese, Du warst schon mehrfach z.T. jahrlang clean. Du dürftest ja wissen, was in den nächsten Monaten zu tun ist. Mal vorübergehend auf Alkohol zu verzichten, scheint Dir ja nicht allzu schwer zu fallen. Deine Baustelle dürften die Rückfälle sein, da es Dir bislang nicht gelingen konnte, die temporäre Abstinenz in eine dauerhafte einmünden zu lassen.

    Dazu bedarf es m.E. der Aufarbeitung, damit Du zukünftig nicht mehr rückfällig wirst.. Vielleicht magst Du ja davon mal berichten.

    Ich wünsche einen guten Austausch.

    Ich kenne weder Dich, noch den Gastgeber und die anderen Gäste. Daher ist Rat schwierig. Wenn Du Dir unsicher bist, und geanu das scheinst Du, sonst würdest Du nicht fragen, dann bleib weg. Es wird häufig geraten, im ersten Jahr erst mal gründlich auf Distanz zu Veranstaltungen zu gehen, die dicht am Alkohol stattfinden. Das erste Jahr dienst der Stabilisierung. Feiern kannst Du später noch genug.


    Was sprich dagegen, dass Dein Mann alleine hinfährt? M.E. nichts.

    Auf der Arbeit wissen es nur drei wirklich gute Freunde

    Und es wissen dann sicherlich noch mehr. Warum sollten sie eisern schweigen? Solche Geschichten wie Suff oder "Verhältnisse" sind doch die interessantesten Geschichten in einer Behörde oder einem Betrieb.


    ;)Selbstverständlich alles unter dem Siegel der eisernen Verschwiegenheit, das letztlich eine Garantie für das Weitertragen ist. Du dürftest die Katze bereits aus dem Sack gelassen, nur bist Dir dessen noch nicht wirklich bewusst. ;)

    Mein Suchthirn wird auf jeden Fall keine freie Fahrt mehr bekommen.

    Das Versprechen kann ich nicht abgeben. Ich kann nur versprechen, alles zu tun, dass es nicht zum Rückfall kommt. Deshalb bin ich hier. Ob meine Bemühungen am Ende von Erfolg gekrönt sein werden, das weiß ich nicht. Ich bin aber grundsätzlich optimistisch, weiß aber auch von den Gefahren und der Heimtücke des Suchtgedächtnisses.


    Abstinenz ist kein Sprint, sondern ein nie endender Ultramarathon. Ich bleibe am Ball. Mehr kann ich nicht für mich tun.

    Möchte aber auch dort hin kommen, dass mir der Alkohol einfach nur noch völlig ....egal ist.

    Diesen Punkt habe ich selbst nach mehr als 10 Jahren noch nicht erreicht. Warum sollte ich auch?


    Allkohol selbst ist völlig passiv. Er bewegt sich nicht auf mich zu oder in mich hinein. Meistens sind mir alkoholtrinkende Menschen völlig wurscht, nur in ganz seltenen Fällen zuckt mein Suchtgedächtnis, das immer noch blendend funktioniert, und löst Geistesblitze wie "Das sieht aber lecker aus (frisches Weißbier am Nebentisch) " aus. Ich weiß damit umzugehen und bin in der Lage, diesen Gedanken schnell wieder verschwinden zu lassen. Diese Zuckungen sind Beleg für meine lebenslange Sucht. Sie ist da und wird niemals verschwinden, sie schlummert nur tief in mir drin.


    Wäre der Alkohol mir völlig egal , dann hätte mein Suchtgedächtnis freie Fahrt. Das könnte bei mir zu dem Gedanken führen, ich sei geheilt und könne mal wieder wie ein Normaler was trinken. Gerade dies ist ein häufiger Rückfallgrund bei Personen, die vorher langjährig abstinent waren. Damit es bei mir nicht so weit kommt, bin ich hier.

    Alles in allem habe ich keine Angst vor dem Alkohol oder einem Rückfall. Vielmehr habe ich Respekt, das trifft es für mich viel besser.

    Outen schützt. Nicht, weil man sich ins Rampenlicht stellen muss. Sondern weil es Klarheit schafft.

    Wieso schützt es mich z.B. auf der Arbeit? Verstehe ich nicht. Bei mir wird nicht getrunken. Auf Behördenfesten trinke ich nicht, das ist bekannt und wird nicht hinterfragt. Privat fragt auch nur selten einer und da gibt's die Standartantwort: "Nein, ich trinke keinen Alkohol."


    Rückhaltlose Offenheit pflege ich nur gegenüber Personen, die es mir wert sind. der Kreis ist bewusst eng gezogen und nur ich entscheide, ob ich ihn erweitern möchte. Die Arbeitskollegen und die Behördenleitung gehören nicht zu dem besagten Kreis dazu.

    Das handhabe ich jetzt mehr als 10 Jahre und zwar zufrieden und unfallfrei.

    sollte darauf hinauslaufen, etwas gegen Stigmatisierung zu unternehmen.

    Ist das meine Aufgabe? Ich verspüre weder missionarischen Eifer, noch entsprechendes Temperament in mir. Ich mache mein Ding und gut ist. Die Welt wird nicht dadurch besser, dass ich nicht mehr saufe. Auch nicht, wenn ich meine Abstinenz zur Welt hinaus posaune und mich als leuchtendes Beispiel der Wandlung vom Saulus zum Paulus inszeniere.


    Wer sich diesem hehren Gedanken verbunden fühlt, mag es ja als neuesten Zeitvertreib mal ausprobieren und anschließend hier von Erfolgen/Misserfolgen berichten. Diesen Herrschaften wünsche ich viel Erfolg bei ihrem Unterfangen, aber da bin ich nicht von der Partie.

    Alex auf dem Weg war halt in seinem Laden als trink- und feierfreudig bekannt. Auch wird dort öfter mal etwas "begossen."

    Vor dem Hintergrund kann ich sein Vorgehen nachvollziehen.


    Trifft das denn auch auf Dich Michl zu?

    Auf mich und meinen Arbeitgeber (strenges Alkoholverbort unter Androhung von Disziplinarmaßnahmen) jedenfalls nicht.

    Du bist erst ein paar Wochen dabei. Der Körper ist zwar schnell entgiftet, aber mit der Denke dauert das wesentlich länger. Wer wie ich, jahrelang gesoffen hatte, bei dem dauert es schon einige Zeit, bis sich auch das Hirn neu orientierte.


    Bin ich in den ersten Monaten mal in ein Straßencafe gegeenagen, sondierte mein Blick als erstes, wer Alk auf dem Tisch hatte. So war es nämlich früher bei mir. Sah ich Trinker, hatte ich auch keine Hemmungen, mir gleich mal ein Weißbier zu bestellen. Das war sozusagen der Startschuss.

    Mir erklärte mal jemand in meiner Therapie: "Immer, wenn ich in den Getränkemarkt komme, um Wasser und Cola zu kaufen, fällt mein Blick als erstes auf den Kühlschrank, ob und wieviel da gekühlt vorrätig liegt"


    Das Denken des frisch Abstinenten ist halt noch sehr alkoholfixiert. Diese verknüpfung zwischen Cafebetreib/Getränkemarkt und dem Alk löste sich bei mit der Zeit.

    Wie heißt es so schön: "Rom wurde nicht an einem Tag gebaut." Ein zufriedenes abstinentes Leben auch nicht.


    Solche Gedankenblitze vom Suchtgedächtnis kamen gerade in der Anfangszeit sehr oft vor, das bessert sich mit der Zeit. Die Abstände werden immer größer. Selbst jetzt nach über 10 Jahren kommen ganz selten mal solche kurzen Ruckler bei mir vor. Ich komme damit klar, denn sie erinnern mich daran, das dort etwas ist, was zu mir gehört und wohl auch nie mehr weg sein wird.

    Ich habe auf der Arbeit niemand eingeweiht, warum auch? Dort bin ich nie als Trinker aufgefallen. Auf Feste gehe ich, halte mich an mein Wasser und gut ist. Falls jemand fragen sollte, gibt's die Antwort: "Bin mit dem Auto da." Das reicht alle Male.


    Ich suche mir selbst die Leute aus, die ich einweihe, die "ach so netten" Kollegen oder der "emphatische" Arbeitgeber gehören da sicherlich nicht zu.


    Allerdings hatte ich es auch leichter, da ich eine ambulante Therapie durchlaufen habe und nicht ein mehrwöchiges Fehlen erklären musste.

    Ich wünsche Dir, eine für Dich passende Entscheidung zu finden. Deren Konsequenzen musst Du tragen, nicht die User dieses Forums.

    Ich hätte, so wie ich mich kenne, wahrscheinlich die Psycho-Somatik Karte gespielt. Aber das muss jeder selbst entscheiden und dann auch verantworten.

    Den Frieden mit dem Stoff zu machen, wie du es beschreibst Carl Friedrich , halte ich für ein sehr erstrebenswertes Ziel. Ich hoffe, ich bin auf dem Weg dahin.

    Das hat bei mir auch eine ganze Weile gedauert, ich schätze mal 2-3 Jahre. Anfangs habe ich den Stoff als Feind geshen, es wird ja gerne vom Teuifel Alkohol gesprochen. Nein, der Teufel ist er nicht. Er ist einfach nur eine toxische Substanz, die ich nicht mehr konsumieren brauche.


    Mit zunehmender Zeit veränderte sich halt bei mir, wie auch bei einigen anderen hier -soweit ich das beurteilen kann- die Sichtweise auf den Stoff.


    Gib Dir die nötige Zeit, setze Deinen Weg fort, alles andere stellt sich dann schon noch ein.

    Da ich den Alkohol HASSE

    Ich hasse ihn nicht, warum auch? Ich kann mit ihm nicht umgehen, andere wie meine Frau können es. Ja und? Dafür kann ich Dinge, die andere nicht können. Es ist letztlich wie mit einer Art Allergie, die auch gefährlich sein kann.


    Alk ist letztlich passiv. Damit er sein schädliches Potential entfalten kann, muss ich aktiv auf ihn zugehen, ihn ergreifen und ihn trinken.


    Klingt einfach, ist anfangs schon mal schwierig, da der Neuling sich früher ein ganz anderes Verhalten gründlich antrainiert hatte.

    Ich habe meinen Frieden mit dem Stoff gemacht, das ist auch besser für mein Gemüt.


    ich gehe mal davon aus, dass sich die Einschätzung von Abstinenzler sich mit zunehmender Dauer der Abstinenz vieleicht noch ändern wird.