Beiträge von Cadda

    Hallo Yannik,

    ich habe folgende Erfahrung gemacht: Je unaufgeregter Du erwähnst, dass Du Alkoholiker bist, umso unaufgeregter wird die Mitteilung auch empfangen.

    Am Anfang hatte ich immer das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Ich hab dann ultra-weit ausgeholt, dass ich mal in die Abhängigkeit gerutscht bin, vielleicht sogar noch erwähnt, warum usw. und dass ich deshalb keinen Alkohol mehr trinke. Hab manchmal sogar noch erwähnt, dass das aber kein Problem für mich ist, weil ich trotzdem gern unter Leuten bin usw., damit sich mein Gegenüber nicht schlecht fühlt. Total dämlich.

    Heute gehe ich das ganz anders an. Ich sage, dass ich keinen Alkohol trinke und fertig. Fragt dann jemand nach, warum nicht, dann sage ich völlig nebenbei, als ob ich berichten würde, wie das Wetter gerade draussen ist, dass ich abhängig war und daher überhaupt nichts mehr trinke.

    Kommt auch immer drauf an, wem ich gegenüber stehe. Neulich habe ich mal einen Kumpel meines Freundes kennengelernt, der dann fragte, warum ich nichts trinke. Ich sagte, weil ich nie Alkohol trinke. Er fragte "Nie? Das ist aber schade."

    Ich antwortete: "Schade wäre es für DICH, wenn ich trinken würde, denn das willst Du nicht erleben" :mrgreen:

    Kurzer Lacher und Nachfrage "So schlimm??". Meine Antwort: "Ja"

    Thema durch...

    Also das kommt mit der Zeit, dass Du da lockerer mit umgehst, denke ich. Du entscheidest selbst, wem Du es in welcher Art und Weise erzählen magst oder auch nicht.

    Was ich allerdings auch wichtig finde ist das, was Dante schrieb: Dass Deine Mitbewohner Bescheid wissen. Manchen Menschen sollte man Bescheid geben, um sich auch selbst zu schützen, denke ich.

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich kann das total verstehen, dass Du auch irgendwie traurig bist. Das ist ja alles auch eine wahnsinnige Umstellung. Mir ging es am Anfang auch so, dass ich mich ein wenig allein gefühlt habe. Also nicht allein, aber zumindest "alleiner" ( :mrgreen: ) als vorher. Denn Du kennst das ja so wie Du es beschreibst auch, dass Du viel mit Leuten gefeiert hast. Da hat man dann etliche Menschen um sich herum. Allerdings auch etliche, die im Grunde genommen gar nicht so wichtig sind oder einem gar nicht so gut tun. So ging es mir jedenfalls. Ich kann mir aber selbst Gutes tun, mit sich auch mal allein glücklich sein, das muss man ja auch erstmal lernen.

    Was ich aber wirklich großartig finde, ist Dein Plan für morgen!!!! Da bist Du sogar noch viel liebevoller zu Dir selbst, als ich es anfänglich war. Bei mir hat mein Geburtstagsausflug nur zu Mc. Donalds gereicht, da ist eine Saunalandschaft doch irgendwie netter 8)

    Genau, es ist Dein Tag. Bestimme ihn, wie Du es magst!

    Ich habe früher jeden Geburtstag gefeiert! Und wie! Gesoffen, Party gemacht, egal welcher Wochentag. Ich hörte auf zu trinken und feierte meinen darauffolgenden Geburtstag nüchtern. Ich wurde 40 und war der Meinung, dass ich das möchte.

    Das war der letzte Geburtstag, den ich gefeiert habe. Seit dem fahre ich weg. Das wird glaub ich auch so bleiben. Jedenfalls ist das mein jetziges Gefühl.

    Höre auf Dein Bauchgefühl!

    LG Cadda

    Hallo Lilamila,

    herzlich Willkommen bei uns. Ich kann Deine Lage soooo gut verstehen. Ich war ebenfalls in einer Partnerschaft, in der wir beide getrunken haben. Am Anfang, als ich trocken wurde, waren wir noch zusammen. Ich hatte eine eigene Wohnung, als ich aufhörte zu trinken. Es war zunächst abgemacht, dass wir uns eben nur noch sehen, wenn er nichts trinkt. Das funktionierte natürlich absolut nicht. Die Beziehung zerbrach. Ich hab mich noch lange damit rumgeschleppt, weil ich dachte, er würde sich mir anschließen, aber er war so drauf, wie Dein Mann. Er wusste, er trinkt, aber er wollte das so, konnte einfach nicht drauf verzichten.

    Dass Menschen, die selbst gern etwas trinken, Dich dazu animieren, dass es doch nicht schadet, ab und zu mal einen über den Durst zu trinken oder ein wenig Trinken ja nicht so schlimm wäre, ist übrigens völlig klar. Sie selbst fühlen sich dann ja auch irgendwie "normaler", als wenn es da jemandem im Umfeld gibt, die einem quasi den Spiegel vorhält.

    Ich kann Dir nur raten, Deine Abstinenz an oberste Stelle zu setzen. Deine Gedanken sind richtig. Sie umzusetzen sicherlich schwer. Ich kenne das.

    Ich bin durch ein Tal von Liebeskummer gegangen. Am Ende habe ich es nicht bereut. Ich bin endlich frei. Frei von der Sucht.

    Meinen Kindern habe ich damit im übrigen auch einen riesigen Gefallen getan. Endlich kann ich ein gutes Vorbild sein und mich so verhalten, wie ich es möchte. Ich werde nicht mehr von der Sucht bestimmt. Ich wünsche Dir das auch und ich finde es toll, dass Du schon ganz genau zu wissen scheinst, was wichtig ist für Dich.

    LG Cadda

    Guten Morgen Chris Moon,

    Du bist ja inzwischen freigeschaltet und ich habe auch gelesen, dass Du heute Nacht anscheinend schlaflos im Forum warst :)

    Bei Dir selbst hast Du jedoch gar nichts geschrieben, deshalb komme ich mal zu Dir rüber und frage nach:

    Wie geht es Dir denn? Bist Du nach wie vor abstinent und wie kommst Du zurecht?

    LG Cadda

    Hallo Chris,

    Alkoholismus ist eine Krankheit, die zwar gestoppt werden kann, aber sie kann eben auch jederzeit durch einen Rückfall wieder "aktiviert" werden. Zufrieden trocken sein, bedeutet sozusagen ein Leben lang am Ball zu bleiben.

    LG Cadda

    Guten Morgen liebeskummergeplagte Nova (Halte durch) :)

    Dann fing ich an, wieder an ihn zu denken, dass ich nach Hause will, dass ich mich doch nur hätte arrangieren müssen.

    Ich bin sicher, dass Du versucht hast, Dich zu arrangieren.

    Sich damit zu arrangieren, mit einem Alkoholiker zusammen zu leben… hat für mich etwas von Selbstaufgabe und Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse.

    Dein Selbstwertgefühl hat es Dir nicht erlaubt, Dich weiterhin zu arrangieren.

    Und das ist auch gut so!!!

    LG Cadda

    Hallo ZoeZoe,

    selbstverständlich ist es eine Option zu Deinen Eltern zu gehen. Alles ist eine Option. Alles außer zu Hause.

    Für mich ist unbegreiflich, wie Du denken kannst, es würde besser werden.

    Bitte geh! Das Tierheim kann Dir notfalls eine Pflegefamilie für den Hund vermitteln oder was auch immer. DU bist jetzt wichtig!!

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    ich finde es klasse, wie gut Du die Dinge erkennst. Also was Dir gut tut und was nicht und vor allem, dass Du auch erkennst, dass Du stolz auf Dich sein kannst. Du machst das echt prima!

    Ich wünsche Dir ein schönes, entspanntes Wochenende und viel Motivation für die kommende Woche. Mein Urlaub ist dann auch vorbei und ich starte wieder durch :) Werde jetzt auch nochmal schön entspannen dieses WE.

    LG Cadda

    Guten Morgen Dagmar,

    Ich komm aus meiner Situation nicht raus, hängt alles mit meinem Partner zusammen.

    Da bin ich so was von Co…..

    Ich habe jetzt nicht die komplette Geschichte im Kopf, entschuldige, falls Du es schon geschrieben hast: Trinkt Dein Partner denn Alkohol?

    Ich bin weiterhin abstinent…..aber das war extrem schwer, grade an 2 Tagen ( 26.12. und 31.12)

    Jetzt weiß ich was Suchtdruck ist und wie die Gedanken um Alkohol kreisen und heißlaufen können.

    Und wie extrem schwer es war meine Wut,, mein Unverständnis , meine Traurigkeit auszuhalten und nicht zu ertränken.

    Das liest sich wirklich nach einem "auf Krampf abstinent" und Dein ganzer Beitrag ziemlich unglücklich und unzufrieden.

    Dazu fällt mir der hier immer wieder geschriebene Satz ein: "Nur nicht trinken reicht nicht".

    Was könntest/solltest Du verändern, damit Du eine zufriedene Abstinenz erreichen kannst? Und WIE könntest Du da vorgehen?

    LG Cadda

    Guten Morgen Nova,

    kannst Du versuchen, Dir ein gedankliches Stop-Schild zu verpassen, wenn Du an die schönen Dinge mit ihm denkst? Ich habe ja damals aufgehört zu trinken plus die Trennung. Wenn ich Gedanken an dieses euphorische, vermeintlich gute Gefühl beim Trinken hatte, dann hab ich mir sofort die schlechten Dinge vor Augen geführt, um wieder in der Realität anzukommen. Ab und zu habe ich mir auch einfach ein Stop-Schild verpasst und sofort die Gedanken abgestellt und bewusst an etwas Anderes gedacht.

    So habe ich es dann auch bezüglich der Trennung gemacht. Fiel mir ein, wie schön doch so manches "Wellness-Wochenende" war, habe ich mir direkt bewusst gemacht, was denn an dem Wochenende eigentlich Wellness war? War es nicht eher ein Sauf-Wochenende mit kleinen, netten Erinnerungen zwischendurch? Kuscheln, wenn er mal nicht getrunken hat. "Na super" hab ich mir da gedacht. Klar kam das vor, aber wie oft kam das vor, dass es eben NICHT ging, weil er nach Alk gestunken hat?

    Gemeinsam einkaufen. Wow. Wenn ich mit meiner besten Freundin gemeinsam einkaufen gehe, dann macht das auch Spaß.

    Das soll bewusst so schnippisch klingen, Nova. Ich meine das nicht böse. Aber schau mal, was für tolle Erinnerungen Du hast: Einkaufen und Kuscheln. Das kannst Du auch mit jedem anderen x-beliebigen Menschen, in den Du Dich irgendwann - wenn der Liebeskummer vorbei ist - verliebt hast.

    Die Dinge, die Du als schön empfindest, die sind normale Dinge, die überhaupt nicht der Rede wert sind. Jeder kann kuscheln und einkaufen :)

    Denk lieber an die Sachen, die Dich belastet haben in der Beziehung. Oder denk einfach mal GAR NICHT (Stop-Schild).

    Konzentriere Dich auf Dich. Wie wäre es mit täglichem Spazierengehen? Das hab ich immer gemacht. Auch wenn ich keine Lust hatte, es tat so gut und irgendwann war es eine Routine, ca. 2 Mal am Tag einfach durchs Dorf zu gehen nach der Arbeit oder vor der Arbeit.

    Du denkst, Du wirst niemals wieder jemanden so lieben wie ihn, aber das stimmt nicht!!! Glaub mir das bitte.

    Ich kann Dir nur raten, so wenig wie möglich an ihn zu denken und keinen Kontakt mehr zu haben. Die Zeit heilt alle Wunden. Ein Spruch, der mir aus den Ohren heraus hing. Ich konnte es nicht mehr hören. Aber der Satz stimmt einfach ganz genau!

    LG Cadda

    Doch Cadda, natürlich. Aber aus dem Jetzt betrachtet ja nur halbherzig. Ohne etwas dafür zu tun

    Ich wüsste auch nicht, was man dafür tun sollte, was man nicht schon längst getan hat. Also ich persönlich habe mir oft genug nicht nur halbherzig vorgenommen, nur so viel zu trinken, dass ich mich nicht blamiere, nur mal so als Beispiel.

    Und bei den Aktionen, die Du im Suff so vollbracht hast, kann ich mir kaum vorstellen, dass Du es nur halbherzig probiert hast.

    Vielleicht hilft es, Dir Deine anfänglichen Beiträge nochmal durchzulesen.

    Gerade nach so einer langen Zeit sich wieder dem Projekt kontrolliertes Trinken zu widmen ist mehr als ein Alarmzeichen.

    Das sehe ich leider auch so.

    Deshalb ist es gut, dass Du Deine Gedanken dazu so offen und ehrlich mitteilst. Um durch die Reaktionen darauf andere Gedanken mitzunehmen.

    LG Cadda

    Auch wenn es sich mit Kind schwieriger gestaltet so finde ich es gerade mit Kind umso wichtiger zu handeln.

    Ohne Kind bin ich nur für mich selbst entscheiden, wie weit ich meine persönliche Schmerzgrenze ausreize.

    Ein Kind kann für sich noch nicht einschätzen, dass es Schaden nehmen könnte.

    Natürlich hat es nicht funktioniert. Aber ich hab es ja auch rückblickend noch nie richtig versucht.

    Echt nicht, Erna??

    Du hast Dir nie vorgenommen „Ich mache im Suff keine Dinge mehr, die mir im Nachhinein peinlich sind. Ich werde unter Alkoholeinfluss keine peinlichen Nachrichten mehr schreiben oder Anrufe tätigen. Ich werde meinen Sohn nicht mehr enttäuschen.“

    So etwas (Kontrolle behalten) hast Du Dir niemals vorgenommen??

    Das kann ich nicht so richtig glauben.

    LG Cadda