Hallo Yannik,
ich habe folgende Erfahrung gemacht: Je unaufgeregter Du erwähnst, dass Du Alkoholiker bist, umso unaufgeregter wird die Mitteilung auch empfangen.
Am Anfang hatte ich immer das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen. Ich hab dann ultra-weit ausgeholt, dass ich mal in die Abhängigkeit gerutscht bin, vielleicht sogar noch erwähnt, warum usw. und dass ich deshalb keinen Alkohol mehr trinke. Hab manchmal sogar noch erwähnt, dass das aber kein Problem für mich ist, weil ich trotzdem gern unter Leuten bin usw., damit sich mein Gegenüber nicht schlecht fühlt. Total dämlich.
Heute gehe ich das ganz anders an. Ich sage, dass ich keinen Alkohol trinke und fertig. Fragt dann jemand nach, warum nicht, dann sage ich völlig nebenbei, als ob ich berichten würde, wie das Wetter gerade draussen ist, dass ich abhängig war und daher überhaupt nichts mehr trinke.
Kommt auch immer drauf an, wem ich gegenüber stehe. Neulich habe ich mal einen Kumpel meines Freundes kennengelernt, der dann fragte, warum ich nichts trinke. Ich sagte, weil ich nie Alkohol trinke. Er fragte "Nie? Das ist aber schade."
Ich antwortete: "Schade wäre es für DICH, wenn ich trinken würde, denn das willst Du nicht erleben" ![]()
Kurzer Lacher und Nachfrage "So schlimm??". Meine Antwort: "Ja"
Thema durch...
Also das kommt mit der Zeit, dass Du da lockerer mit umgehst, denke ich. Du entscheidest selbst, wem Du es in welcher Art und Weise erzählen magst oder auch nicht.
Was ich allerdings auch wichtig finde ist das, was Dante schrieb: Dass Deine Mitbewohner Bescheid wissen. Manchen Menschen sollte man Bescheid geben, um sich auch selbst zu schützen, denke ich.
LG Cadda