Beiträge von AufderSuche

    Sie hat gestern nur 2 Gläser getrunken und sie macht das so toll. Aber ein bisschen will man sein Leben ja auch genießen….

    ...hat dein Vater geantwortet, richtig?

    „Sie macht das so toll.“, wie merkwürdig das Denken ist, das hinter einer solchen Aussage steckt, scheint man erst zu bemerken, wenn‘s „Klick“ gemacht hat.

    Ich hab ja selbst auch mal so ähnlich gedacht...

    Alkohol ist aber nun einmal ein Nervengift. Doch wer von denen, die gerne Alkohol konsumieren, macht sich das schon klar bzw. lässt den Gedanken an sich heran?

    Sie nimmt Medikamente und trinkt trotzdem täglich ein bis zwei Gläser Alkohol..... Ja, ganz toll macht sie das! (Ironie)

    Dem Arzt gegenüber keinen Alkoholkonsum zu erwähnen, wo der Alkoholkonsum deiner Mutter bei euch schon so ein Thema ist, worauf lässt das schließen?

    Hallo Sporty,

    aus diesem Muster, von dem du erzählt hast, auszubrechen, ist ja gar nicht so einfach.

    Ich vermute mal, dass du dir im Prinzip eine Rückversicherung suchst, dass eure Entscheidung die richtige ist.

    Alkohol und Medikamente ist immer eine üble Kombination. Alkoholmissbrauch kann an sich schon für den einen oder anderen Aussetzer sorgen, in Verbindung mit Medikamenten kann sich da das eine oder andere ziemlich verstärken.

    Deine Mutter scheint sich bezüglich ihres Alkoholkonsums selbst zu belügen. Ich kann dir nicht sagen, warum das so ist, aber aus eigener Erfahrung als Alkoholikerin kann ich dir sagen, dass man diese Gefahr einfach ausblendet. Ich hab das jedenfalls nicht anders gemacht.

    Und was die Reduzierung des Konsums betrifft: Ich hab das auch lange Zeit geglaubt, dass ich das könnte. Das war die Zeit, in der ich mich noch nicht als Alkoholikerin gesehen hab. Man schafft das eine Weile und deshalb glaubt man, alles sei ok. Anlässe für Ausnahmen findet man irgendwie immer. Gestern war doch 1. Advent. Das war in den Augen deiner Mutter bestimmt mal wieder die eine Ausnahme.....

    Und wie sich das so anhört, glaubt dein Vater ebenfalls, dass alles in Ordnung sei....

    Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit meiner Alkoholkrankheit kann ich dir sagen: Nee, im grünen Bereich ist da gar nichts.

    Ich wünsche dir, dass du das hinter dir lassen kannst, wenn ihr dort ausgezogen seid. Wichtig wird für dich im Kopf auch klar zu bekommen, dass deine Eltern für sich gewählt haben und dass nur sie etwas ändern könnten. Solange sie dem Alkoholkonsum so gegenüber stehen, wie zur Zeit, werden sie nichts ändern wollen.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Moin Hanseat,

    ich kann mich den anderen nur anschließen: Herzliche Glückwünsche zu vier Monaten ohne Alkohol! 🎗

    (Ich hab bei uns tatsächlich eine Murmel gefunden. Komme aber in nächster Zeit leider nicht ins schöne Hamburg, um sie feierlich überreichen zu können. 🤔😉)

    Du liest dich ziemlich aufgeräumt und auch ich lese gerne bei dir mit. Wünsch dir weiterhin Erfolg und Zufriedenheit mit dem alkoholfreien Leben. 🍀

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Sorry, Fee,

    bemerke jetzt erst, dass ich Fabienne in deinem Faden geantwortet habe.... Eigentlich gehört mein Beitrag in Fabiennes Faden...


    Für dich freue ich mich, wie‘s gerade bei dir läuft. Das hört sich gut an!


    Liebe Grüße

    AufderSuche

    8 Jahre kämpfen und ich bin nicht gut genug? Ich bin gerade ziemlich am Ende..

    Hallo Fabienne,

    das ist ja auch höchst traurig, was du da erleben musst.....

    Doch, du bist gut genug, vielleicht sogar mehr als das, nur bringt es diese Krankheit „Alkoholismus“ mit sich, dass das nicht mehr wahrgenommen wird, und dein Mann hat statt deiner den Alkoholkonsum und das ständige Zusammensein mit seinen Eltern gewählt. Verstehen kann man das von außen kaum.

    Wie sich das mit dem Alkohol verhält, hab ich selbst von Innen kennengelernt. Und, obwohl ich ein sehr reflektierter Mensch bin, hab ich lange Zeit überhaupt nicht bemerkt, wie sehr ich mich selbst da täusche. Ich? - Ich war doch nicht abhängig! Ich hab ab und zu meinen Wein oder Sekt genossen. Wo war denn dabei das Problem, ich hab doch problemlos zwischendurch nicht getrunken und andere konsumieren doch auch? Mein Mann war der, der das nicht verstand, der eben keine Ahnung hatte, der mir mit seinem Gemecker und seinen Bedenken das Leben schwer machte! - Wie sehr ich selbst sozusagen auf dem Holzweg war und mich selbst getäuscht hatte, ging mir erst auf, als mir mein Konsum doch unheimlich wurde und ich mich dem Thema ernsthaft stellte.

    Dein Mann und deine Schwiegerfamilie nehmen nicht wahr, dass das, was sie da tun, ziemlich problematisch ist.

    Du bist gewiss gut genug und mehr, nur deinem Mann und seinen Eltern scheint das zu entgehen.

    Wir erkämpfen uns etwas, weil wir davon überzeugt sind, dass sich die Mühe, der Aufwand, die Energie, die Investition schließlich auszahlt. Wenn es anders wäre, würden wir gar nicht erst investieren.

    Zu erkennen, dass die ganze Energie, die man in etwas gesteckt hat, nicht zum Erfolg führt, tut sehr weh.

    Die Frage stellt sich dann aber, ob man weiter investiert, oder ob man sich verabschiedet.

    Deine Wahl hast du getroffen. Und andere hier bestätigen dir, dass es eine gute Wahl ist. Dass dir dein Herz dabei unendlich weh tut, ist verständlich, leider gehört es dazu.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Eigentlich sind mein Partner und ich sehr glücklich. Er ist ein gütiger, lieber und lustiger Papa, lernt von morgens bis abends und ist wirklich fleißig. Ich bin sauer weil er mich, meinen Eltern gegenüber in diese Situation gebracht hat. Ich weiss allerdings nicht, ob ich jetzt nicht bloß aufgestachelt worden bin, von meinen Eltern.

    Vielleicht liegt genau da unsere Disfunktionalität in der Familie: anstatt einander zu helfen, wenn es darauf ankommt, zerfleischen wir uns, genau dann, wenn es sowieso schon so richtig schön schwierig ist.

    Guten Morgen, Hexe,

    ich kann nachvollziehen, dass du sauer auf deinen Partner bist, weil er mitverantwortlich ist, dass du in diese Situation/ in diese Abhängigkeit von deinen Eltern geraten bist.

    Dass du/ ihr da hineingeraten seid: Du schreibst, dass du es hättest wissen müssen, doch so, wie du das schilderst, hat sich das eben irgendwie so nach und nach ergeben. Grundsätzlich ist es doch toll, dass deine Eltern euch von sich aus unterstützt haben. Dahinter steckt, so vermute ich einfach mal, die Überzeugung, dass man als Familie füreinander da ist. Und deine Eltern werden sich sicher auch darüber gefreut haben, nun Großeltern zu sein, und haben ihren Beitrag als Großeltern dazu beitragen wollen.

    Ich vermute aber mal, dass du ihnen als ihre Tochter wichtiger bist, dass sie wenig bis kaum Verständnis dafür haben, dass dein Freund nun gar nichts mehr zum Unterhalt der Familie beiträgt, sondern stattdessen sein Studium durchzieht. Und dass sie sich deswegen Sorgen machen.

    Dieses Hin und Her deiner Mutter, was die Betreuung betrifft: Ich kenne eine gewisses Hin und Her bei meinen Schwiegereltern. Bei ihnen hat das damit zu tun, dass sie es eigentlich immer allem und jedem Recht zu machen versuchen, was eigentlich ziemlich überfordernd ist und mitunter auch gar nicht möglich. Sie können daraus aber nicht heraus und so kommt es eben mitunter zu einem Hin und Her.

    Ich selbst würde das, was da in unserer Familie geschieht, nicht dysfunktional nennen. Dysfunktional ist für mich das, was ich in meiner Kindheit und Jugend mit der Alkoholabhängigkeit meines Vaters und dem ganzen drum Her erlebt habe: fehlende Sicherheit und Geborgenheit in meinem Elternhaus, Rollentausch und so weiter.

    Du schreibst, dass dein Freund zur Zeit keine Lösungen parat hat. Da liegt vielleicht das Problem. Das lässt bei dir vielleicht das Gefühl aufkommen, dass er dich mit dem Problem der Finanzen und der Abhängigkeit von deinen Eltern hängen lässt. Ein klärendes Gespräch mit deinem Freund wäre da sicherlich sinnvoll und angebracht.

    Dass er das Studium durchziehen will, kann ich nachvollziehen, ich hab ja selbst mal studiert. Doch eure Situation ist jetzt nun mal so, dass auch genug Geld da sein muss, um für euch drei sorgen zu können, und er trägt dafür meines Erachtens eine Mitverantwortung.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Liebe Hexe,

    solche Gedanken, wie Lea geäußert hat, sind mir auch gekommen...

    Ich schätze ich muss mich von dem Gedanken verabschieden, mich vollzeit um meine Tochter kümmern zu können und muss wieder arbeiten gehen. Andere schaffen das doch auch. Wenn das Studium beendet ist, bin ich wieder voll und ganz für meine Tochter da.

    Das ist etwas, was du unbedingt mit deinem Freund absprechen solltest, denn letztlich seid ihr beide für eure kleine Familie verantwortlich.

    Für dein Kind sind die ersten Lebensjahre seiner Entwicklung entscheidend, da gibt’s sozusagen kein Verschieben auf später.

    Zitat
    Ich habe mir einfach mehr Unterstützung von meinen Eltern erhofft, was die Betreuung meiner Tochter angeht. Eine Tagesmutter ist jemand Fremdes, deshalb habe ich da etwas Bauchweh..

    Und hier denke ich an das, was du über deinen Vater erzählt hast, und dass du nicht möchtest, dass deine Mutter dein Kind mit nach Hause nimmt... Und ich denke an die Überschrift deines Fadens....

    Da passt irgendwie etwas nicht....

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Liebe Hexe,

    nach dem, was du so von dir erzählt hast, ist es wirklich nicht unwahrscheinlich, dass deine Eltern eine andere Mentalität haben als du bzw. dass sie sozusagen einem anderen Milieu angehören als du.

    Sie hegen offensichtlich die traditionelle Vorstellung, dass ein Mann für die Familie zu sorgen hat und zwar insbesondere dann, wenn ein Kind da ist. Das scheint ihnen auch irgendwie wichtig zu sein, sonst hätten sie nicht beide unabhängig voneinander das Gespräch mit dir gesucht.

    Du selbst und dein Freund lebt und denkt da aber offenbar eine ganz andere Vorstellung.

    Im Grunde trennen euch da Welten. Wie könntet ihr einander auch verstehen?

    Ich frage mich gerade, wie weit du dich mit deinem Freund besprochen hast, wie ihr das Finanzielle regeln wollt und könnt. Habt ihr, außer deine Eltern um finanzielle Unterstützung zu bitten, Möglichkeiten erwogen, wie ihr Studium und Lebensunterhalt für euch drei unter einen Hut bringen könntet?

    Ob ein Hausverkauf oder Vermietung hilfreich wäre? Ich weiß nicht, ob Miete zahlen oder Hausrate, einen Unterschied macht.

    Das kann ich dir aus der Entfernung gewiss nicht beantworten.

    Wenn ihr aber die Raten für die Abzahlungen des Hauses nicht aufbringen könnt, ist es offensichtlich zu teuer für euch und eine günstige, kleinere Wohnung oder Sozialwohnung möglicherweise die bessere Option.

    Das sind Dinge, über die dein Freund und du euch beraten solltet. Wie viel Geld habt ihr tatsächlich monatlich zur Verfügung? Kann er neben seinem Studium einem Halbtagsjob nachgehen? Wie viel Geld könnt ihr für Miete oder Hausrate ausgeben? Wie viel braucht ihr für euren Lebensunterhalt? Lohnt es sich nach einer günstigen Wohnung Ausschau zu halten und ein Gespräch mit der Bank zu führen?


    Sprichst du denn mit deinem Freund über diese Dinge?

    Bringt er sich finanziell ein oder trägst du bzw. tragen deine Eltern die ganze finanzielle Last?

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Moin Hanseat,

    wünsche dir Erfolg, dass du bald telefonisch zum Arzt durchdringst. 🍀

    Dazu, dass du im Sommer früher aufstehst und so weiter:

    Hast du schon mal von dem Zusammenhang zwischen den Botenstoffen Serotonin und Melatonin gehört.

    Im Sommer ist der Serotonin-Spiegel bei uns allen hier im Norden deutlich höher als im Winter. Das hat damit zu tun, wie viel und wie sehr wir der Sonne ausgesetzt sind. Im Winter haben wir davon einfach deutlich weniger.

    Etwas erhöhen kann man den Serotonin-Spiegel durch Spaziergänge bei Tageslicht und wohl auch durch sogenannte Tageslicht-Lampen.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Hallo Hexe,

    schwierige Situation, in der du da steckst, und es fällt mir gar nicht mal so leicht, etwas dazu zu antworten.

    Aufgrund deiner Schilderungen bekomme ich ein Bild von deinen Eltern und von deinem Freund in den Kopf, es könnte dabei aber durchaus sein, dass dieses Bild auf meinen eigenen Bildern und Erfahrungen beruht. Und weil ich mir dessen bewusst bin, bin äußerst vorsichtig in meiner Antwort.

    Du schreibst, dass du bereits nach der Schule das Weite gesucht hast, darunter verstehe ich, dass du dem Einfluss und Dunstkreis deiner Eltern entkommen wolltest.

    Nun aber hat es sich ergeben, dass du wieder in eine Art Abhängigkeit von deinen Eltern geraten bist und zwar in eine finanzielle Abhängigkeit und in eine Art Abhängigkeit bei der Betreuung deiner Tochter.

    Für mich selbst wäre das der Punkt, an dem ich ansetzen würde. Ich selbst habe mich mein ganzes Leben darum bemüht, unabhängig zu sein, auch in finanzieller Hinsicht.

    Angesichts deiner Situation frage ich mich, ob die Finanzierung deines Hauses derzeit nicht eure finanziellen Möglichkeiten übersteigt und euch in Nöte und Abhängigkeiten bringt, aus denen ihr auch aussteigen könntet. Gibt es da möglicherweise eine Lösung, die ihr anstreben könntet?

    Ich hab eine Vorstellung von deinen Eltern gewonnen, aber ich weiß wie gesagt nicht, inwiefern meine eigenen Bilder und Erfahrungen da eine große Rolle spielen.

    Zum Verstehen deiner Eltern: Ich selbst erlebe es regelmäßig bei meinen Schwiegereltern, dass ich sie bzw. ihr Reden und ihr Verhalten nicht verstehe, und damit meine ich nicht eine Sprachbarriere, die gibt es bei uns nicht.

    Hast du schon mal von den unterschiedlichen Milieus (Arbeitermilieu, kleinbürgerliches Milieu, konservativ gehobenes Milieu usw.) gehört? Im Allgemeinen gehört man nicht unbedingt nur einem Milieu an, es kommt darauf an, wie man aufgewachsen ist. Je nach dem, welchem Milieu man angehört, lebt und denkt man bestimmte Werthaltungen, Mentalitäten und Prinzipien der Lebensführung. Den Milieus ist zueigen, dass ihnen in der Regel das Verständnis für andere Milieus fehlt.

    Das bringt mich zurück zu meinen Schwiegereltern: Sie leben, denken und handeln in einem Milieu, das nicht meines ist, und meines ist nicht ihres. So sehr ich sie auch zu verstehen versuche, stößt mich doch manche Denk-, Lebens- und Handlungsweise ab.

    Möglicherweise lebst, denkst und handelst du, obwohl du in deinem Elternhaus aufgewachsen bist, ein anderes Milieu als sie.


    Deine Eltern scheinen sich jedenfalls das Recht herauszunehmen, sich in dein Leben einmischen zu dürfen. Dahinter kann eine möglicherweise berechtigte Sorge um dich liegen, es kann aber auch sein, dass sie den Mentalitäten ihres eigenen Milieus anhängen und deshalb kein Verständnis für deine/ eure Lebenssituation aufbringen können. Und umgekehrt kannst du es nicht für sie.


    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Mir ist diese fehlplatzierte Verantwortung noch nicht lange bewusst, daher bin verunsichert.

    Hallo Hexe,

    völlig ok. Ich selbst habe wie gesagt Jahre gebraucht, um solche Muster bei mir erkennen und aus ihnen heraustreten zu können.

    Ist ja auch nicht leicht, wenn man von klein auf unbewusst in diese Muster hineingewachsen ist.... 🤷‍♀️

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Aber ja, diese diskussion hat nichts mit dem ursprünglichen thema zu tun, tut mir leid :)

    Muss dir meines Erachtens nicht leid tun. Gehört für dich doch irgendwie dazu.

    Klingt irgendwie jedenfalls danach, dass dieser Freund nicht wirklich das ist, was du gesucht hast. Das fing schon im Frühjahr an, als es dann doch nichts mit euch wollte, und setzt sich jetzt fort. Was du empfindest, scheint demnach Enttäuschung zu sein, nach der erneuten Annäherung nun doch wieder allein dazustehen.

    Ich war gestern Mittag beim Blauen Kreuz für meinen Termin. War an sich sehr gut, der Herr ganz nett und wir haben alles besprochen. Und obwohl ich ja wusste, dass ich Alkoholsüchtig bin, war es mega hart es aus einem fremden Mund zu hören. Musste dann echt auch weinen, weil ich mich irgendwie geschämt habe überhaupt so tief zu sinken und weil ich enttäuscht von mir selbst bin. Aber nun gut, eigentlich wusste ich es ja. Jetzt habe ich die Bestätigung, und genau darum ging es ja.

    Hallo Mery,

    dieses Schamgefühl und diese Enttäuschung über mich selbst ist mir auch vertraut.

    Dahinter steckt nach meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung eine gewisse Vorstellung, die man glaubt, nach außen hin erfüllen zu müssen und eine gewisse Vorstellung, dass, wer an Alkoholismus erkrankt ist, selbst schuld sei, dass man früher hätte erkennen müssen, wo die Reise hingeht.

    „Hätte, hätte“ spielt aber im Nachhinein betrachtet eigentlich keine Rolle. Es ist aus gewissen Gründen so passiert, wie es eben passiert ist. In die Alkoholkrankheit rutscht man aus verschiedensten Gründen, die sich einem teilweise entziehen, irgendwie hinein, absichtlich hat das gewiss keiner von uns gemacht. Alkohol kommt ja auch anfangs und dann noch eine ganze Weile irgendwie so harmlos daher. Und Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft ja sooooo etabliert.

    Manchmal lohnt es sich, nach Gründen zu suchen, warum man da reingerutscht ist, manchmal lohnt es sich überhaupt nicht.

    Entscheidend ist doch, dass du schließlich Einsicht bekommen hast, wie’s um dich steht, und dass du da JETZT daran arbeitest.

    Zitat

    Was mich enttäuscht gerade ist, dass ein "Freund" von mir, von dem ich hoffte eine starke Schulter zu bekommen und gestern etwas zuspruch (nach dem Motto "das ist der richtige schritt, ich bin stolz auf dich, kann ich etwas für dich machen, bitte sag mir dann wie es war", solche normalen dinge halt) mich einfach ignoriert hat. ich sagte ihm, ich hätte mittags ein gespräch das mir auf dem magen liegt, habe ihm dann gesagt wohin ich gehe... und da kam einfach nichts. heute nur die info dass es ihm leit tut, dass er nicht geantwortet hat, er sei wahnsinnig im stress. Kann ich verstehen, das kanns ja echt mal geben... aber nicht mal heute ist dann das gekommen, was ich gestern hätte hören wollen.

    Es klingt doof das so zu sagen, "was ich hätte hören wollen"... aber ich bin seit jaaaaahren immer die, die die starke schulter ist für meinen Mann usw, resp. es ist jahre her, dass mir jemand eine Schulter bieten konnte. und ich hoffte jetzt, das auch mal zu spüren zumal dieser "Freund" teilweise auch mehr ist als nur ein Freund.

    Aber hey.... ich war alleine stark, ich kann das weiterhin sein.

    Dazu habe ich auch so ein paar Gedanken, die ich mit dir teilen möchte.

    Kann es sein, dass du auch jemand bist, der an sich den Anspruch hat, ständig für andere da sein zu müssen?

    Kommt mir jedenfalls irgendwie bekannt vor. 😉

    Leicht beschleicht einen da der Gedanke oder eine gewisse Anspruchshaltung, dass man, wenn man selbst in Not ist, mehr oder minder unmittelbar etwas zurückerhalten müsste. Man selbst ist IMMER da, also kann man von anderen doch eine gewisse Gegenleistung erwarten?

    Könnte es aber sein, dass dieses „Immer für andere da sein“, „Immer stark sein“ nicht so gesund ist, wie man (du und auch ich) das gemeinhin glaubt?

    Da stellt sich nämlich die Frage, wo die Selbstfürsorge bleibt.

    Ich selbst hab lange dafür gebraucht, das zu erkennen. Selbstfürsorge war bei mir früher herzlich wenig drin. Und mein Alkoholkonsum hatte u.a. mit Kompensation zu tun. Er ließ mich mehr leisten, mich besser, stärker fühlen und so weiter.

    Dein Freund schreibt, dass nicht geantwortet habe, weil er wahnsinnig im Stress sei, und er hat auch geschrieben, dass es ihm leid tut, nicht geantwortet zu haben. Kann es sein, dass er gerade so viel mit sich und seinem Stress zu tun hat, dass er gerade einfach nicht den Kopf dafür frei hat, was für lebensverändernde, dramatische Ereignisse bei dir anstehen, und dir deshalb nicht das antworten kann, was du gerade eigentlich von ihm hören möchtest?

    Lass dir und auch diesem Freund Zeit. Nach und nach wird dir vielleicht einiges klarer werden und du wirst zu deinem eigenen Wohl und Schutz etwas verändern können.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Naja ich hoffe das ihr so geholfen werden kann und wenn sie dadurch sauer auf mich ist, muss ich damit leben. Hauptsache sie bekommt wieder Boden unter den Füßen. Vielleicht versteht sie es irgendwann, oder kommt sogar von sich aus zu mir, um darüber zu sprechen.

    Ich hoffe das beste für Sie und auch für den Papa. Eventuell braucht er ja auch nur jemand, der ihm dabei hilft. Mit dem Jugendamt im Rücken, nimmt er die Hilfe vielleicht auch an.

    Guten Morgen, Hexe,

    du hast es dadurch, dass du es dem Jugendamt übergeben hast, in professionelle Hände gegeben. Der eine wird das so, der andere so sehen. Mit dem Jugendamt werden ja ganz unterschiedliche, teils gegensätzliche Vorstellungen verbunden.

    Ich selbst habe mit dem Jugendamt, das damals, als ich zwischen 15 und 18 Jahre alt war, für mich zuständig war, nur gute Erfahrungen gemacht und ich denke mit Anerkennung und einer gewissen Dankbarkeit an die Sachbearbeiterin, die sich meiner damals angenommen hat, zurück. Sie hat gute Arbeit geleistet.

    Auch beruflich hatte ich vor ein paar Jahren für eine Weile mit dem Jugendamt bei uns vor Ort Kontakt und habe dabei ebenfalls keine schlechten Erfahrungen gemacht, sondern deren Sach- und Fachkenntnis zu schätzen gelernt.

    So oder so, du hast eine Gefährdung des Mädchens wahrgenommen und verantwortungsbewusst gehandelt. Das Jugendamt wird am ehesten einschätzen können, ob deine Sorgen in dem Maße berechtigt sind oder nicht. Im Prinzip ist die Angelegenheit in beide Richtungen offen. Liegt der Vater in seiner Einschätzung und in seinem Handeln richtig, wird das Jugendamt für Klarheit sorgen können, liegst du in deiner Einschätzung richtig ebenso.

    Ich nenne das, dass du dir über die möglichen Auswirkungen viele Gedanken gemacht hast und sie zum möglichen Wohl des Mädchens in Kauf genommen hast, vernünftiges, verantwortungsbewusstes, erwachsenes Verhalten.

    Ich habe dir zu diesem Thema deswegen so viel geschrieben, weil ich aufgrund deines Schreibens den Eindruck gewonnen hatte, dass du dich mit deinem ausgeprägten Verantwortungsgefühl überlastest. - Wie sich so etwas anfühlt und auf die eigene Psyche auswirkt, weiß ich von mir selbst nur allzu gut. Ich habe Jahre gebraucht, um bei mir ein gewisses Muster zu erkennen, und meine Perspektive etwas verändern zu können. Mitunter verfalle ich noch heute in dieses Muster und brauche etwas Zeit und den Dialog, um das zu erkennen und daraus herauszutreten.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Moin Hanseat,

    dein derzeitiges Schlafbedürfnis kann verschiedene Ursachen haben. Das kann ein Mangel an Eisen oder an Vitamin B 12 oder an Vitamin D und so weiter sein, es kann aber auch sein, dass dein Gehirn zur Zeit etwas mehr Verarbeitungszeit braucht, weil es Vieles zu verarbeiten gibt.

    Schaden kann es gewiss nicht, wenn du die körperliche Seite von deinem Hausarzt abklären lässt.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Ich hoffe so loslassen, ruhen zu können, was diese Geschichte angeht.

    Habe da Denkfehler, oder ist das so ok? Gesund? Gesünder? Ich bin verunsichert..

    Hallo Hexe,

    einen Denkfehler kann ich nach deiner Schilderung nicht erkennen, sondern sinnvolles und verantwortungsbewusstes Handeln.

    Ein pubertierendes Mädchen, das viel Zuwendung braucht und dann noch die Probleme des Mädchens wären mir zu viel gewesen...Und sie hat schließlich einen Papa der sie liebt. So war meine Meinung, ich habe sie überzeugt zu ihm zu ziehen und ihr versprochen, weiter für sie da zu sein.

    Ein pubertierendes Mädchen mit einem solchen Hintergrund aufzunehmen ist wahrlich auch keine Kleinigkeit, sondern eine ziemliche Herausforderung. Du hast erkannt, dass du das nicht leisten kannst, und daher eine sinnvolle und vernünftige Entscheidung getroffen. Und du hast sie ja auch nicht im Stich gelassen, sondern ihr versprochen, weiterhin für sie da zu sein. Für das Mädchen ist das wirklich eine Menge wert.

    Du hast auch Kontakt zum Vater gehalten, um eine Unterstützung zu sein. Dieser scheint überfordert zu sein. Bist du dir denn so sicher in deiner Einschätzung der Lage?

    Da der Vater sein Kind offenbar liebt, wird auch er sich seine Gedanken machen, auch wenn er dir das nicht mitteilt.

    Da du dir aber ernsthafte Sorgen um das Mädchen machst und den Eindruck hattest, den Vater mit deinen Bedenken nicht zu erreichen, hast du das getan, was in deiner Macht stand. Du hast das Jugendamt informiert, von dem du in der Tat davon ausgehen kannst, dass da Profis arbeiten, die auch in solchen Fällen deutlich mehr Kenntnisse haben, was für das Mädchen getan werden kann, als du oder der Vater.

    Es kann durchaus sein, dass der Vater des Mädchens damit nicht einverstanden ist, weil er sich übergangen fühlt oder dein Verhalten sogar übergriffig findet.

    So oder so, du hast für das Mädchen getan, was in deiner Macht stand.

    Das Mädchen wird nicht alle Entscheidungen verstehen können, die du triffst. Wenn du es aber schaffst, dass sie das Vertrauen in dich nicht verliert, sondern offen für sie bist und dabei durchaus Grenzen aufzeigst, an denen sie sich - wie nun einmal in der Pubertät üblich - auch reiben kann, um diese Grenzen letztlich verstehen und ggf. selbst annehmen zu können, dann hast du sehr viel für sie getan.

    Ansonsten frag ruhig einfach nach oder hak nach, wenn du Fragen hast. Hier findet sich bestimmt der eine oder die andere, der oder die dir ein paar gute Antworten oder Denkanstöße geben kann.

    Viele Grüße

    AufderSuche

    Auch dazu möchte ich gerne noch ein paar Gedanken mit dir teilen.

    Diesen Wunsch, dass dein Vater aufhört zu trinken und sich benimmt, kann ich gut nachvollziehen. Solche Wünsche haben viele Angehörige von Alkoholikern.

    Leider ist es so, dass man von außen herzlich wenig tun kann, damit sich diese Wünsche erfüllen, und sehr leicht gerät man in eine Art Abhängigkeitsverhältnis zum trinkenden Angehörigen. So zum Beispiel, dass der Angehörige stirbt, wenn man sich nicht um ihn kümmert. Und wenn er tatsächlich an seiner Sucht stirbt, fühlt man sich verantwortlich dafür und hegt Schuldgefühle. So geht’s dir zum Beispiel in Bezug auf deinen verstorbenen Bruder.

    Ich kenne die Alkoholkrankheit aus der Sicht einer Angehörigen (Tochter) und ich habe sie selbst auch von Innen kennengelernt, als ich selbst alkoholabhängig geworden bin.

    Raus aus der Abhängigkeit führt der Weg leider nur über die Einsicht, alkoholabhängig zu sein und unbedingt etwas dagegen unternehmen zu wollen.

    Sich einzugestehen, alkoholabhängig zu sein, ist gar nicht mal so einfach, so jedenfalls meine eigene Erfahrung. Ich hab mich eine ganze Weile beruhigt, nicht abhängig zu sein. Hab immer wieder diese Online-Tests gemacht, um mir zu versichern, noch nicht abhängig zu sein. Ich konnte ja zeitweise immer wieder auf Alkohol verzichten und nüchtern sein. Ich glaubte, dass ein Alkoholiker jemand ist, der trinken MUSS, jemand, der ohne klinischem Entzug nicht aufhören kann. So hatte ich es jedenfalls bei meinem Vater erlebt, von dem schon vor meiner Geburt bekannt war, dass er Alkoholiker war.

    Und ich wollte gerne weiterhin meinem Sekt und meinen Wein trinken dürfen.

    Wie sehr ich mich getäuscht habe bezüglich Alkoholismus, wurde mir dann klar, als ich mich dem Thema ernsthaft gestellt habe. Da erkannte ich schließlich, dass auch ich alkoholabhängig geworden war und für mich kein Weg mehr an der Abstinenz vorbeigeht.

    Ich erzähle dir das, um deutlich zu machen, vor welchem Problem dein Vater steht. Wie es aussieht, hat er keine Einsicht. Vielleicht hat er auch etwas Einsicht, glaubt aber kontrolliert trinken zu können. Das glauben und wünschen sich viele, dass das möglich ist. Die Erfahrung zeigt, dass dieser Weg in der Regel nicht funktioniert. Bei dieser Erkenntnis ist dein Vater aber offenbar nicht.

    Deine Mutter spielt das Spiel sozusagen mit. Sie hat ihre Wahl getroffen. Sie selbst gesteht sich ein, co-abhängig zu sein, tut aber aber, wie es scheint, wenig, um dieser Abhängigkeit zu entkommen. Auch da kannst du herzlich wenig tun, denn nur sie selbst könnte etwas daran ändern.

    Was du tun kannst, ist, für dich zu sorgen und deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

    Im Prinzip kannst du deiner Mutter deutlich sagen, dass du nicht wünschst, dass dein Kind im Haus deiner Eltern betreut wird. Wenn sie dein Kind doch mit sich nach Hause nimmt, weil das für sie so bequem ist, stellt sich für dich die Frage, wie du etwas dagegen unternehmen kannst.

    Welche Möglichkeiten dir zur Betreuung deiner Tochter offen stehen, damit kenne ich mich leider nicht aus. Ich weiß nur, dass es Tagesmütter gibt, die eine gewisse Ausbildung haben und für einen gewissen Betrag mehrere Kinder aufnehmen können. Meine Nachbarin macht beispielsweise so etwas. Alternativ fällt mir noch eine sogenannte „Leih-Oma“ ein. Ich hab in den Kleinanzeigen Anzeigen gesehen, in denen so jemand gesucht wurde und in denen jemand so etwas anbot.

    Liebe Grüße

    AufderSuche

    Hallo,

    ich stehe mit ihm nur telefonisch in Kontakt, des Kindes wegen. Er hält mich ab und an auf dem Laufenden, wie es ihr geht? Ob sie zurecht kommt? Jetzt habe ich aber raus gefunden, dass er nur beschönigt. Nix von Den Problemen die das Mädchen hat, oder macht, erzählt. Warum verstehe ich nicht..er könnte doch auch keinen Kontakt halten, wenn ihn meine Meinung nicht interessiert...Ich habe ihm schon offen meine Bedenken was seine Entscheidung anbetrifft angesprochen und ihm auch angeboten Hilfe für Sie in Anspruch zu nehmen...Das Jugendamt ist schließlich zum helfen da...er vertraut ihr einfach zu sehr und sie nutzt das natürlich für sich. Sie ist ein cleveres Mädchen.

    Hätte ich das Gefühl ein weiteres Gespräch würde Sinn ergeben, wäre mein Weg nicht direkt zum Jugendamt, nach den neuesten Neuigkeiten. Ich befürchte nur, der Kontakt bricht dann komplett ab und das Mädchen ist verloren.

    Die zwei scheinen sich einig zu sein. Das Mädchen macht was es will und er hat damit seine Ruhe und mir erzählen sie davon lieber nix. Weil ich seh das alles viel zu streng.. Hab vergessen wie es war, wenn man jung ist..

    Guten Morgen, Hexe,

    zu dem, was du da gestern noch geschrieben hast, möchte ich gerne meine Gedanken mit dir teilen. Vielleicht helfen sie dabei, das Ganze etwas mehr von außen betrachten zu können.

    Du hast dem Vater des Mädchens deine Bedenken offen mitgeteilt, aber er geht einen anderen Weg. Im Prinzip kannst, darfst du das erstmal so stehen lassen, denn er ist der Erziehungsberechtigte und trägt faktisch die Verantwortung für seine Tochter. Und im Prinzip trägt auch noch die Mutter des Mädchens die Verantwortung.

    Übrigens trägt auch die Schule des Mädchens eine gewisse Verantwortung und muss/ wird tätig werden, wenn das Kind durch Absentismus, Alkohol- und Drogenkonsum, Leistungsabfall auffällig wird.

    Zu beobachten, dass das Mädchen abzurutschen scheint, fällt dir gewiss schwer und dein Gefühl, Verantwortung übernehmen zu müssen, weil‘s kein anderer zu tun scheint, rührt sich, aber da sind erwachsene, mündige Menschen um dieses Mädchen herum, die tatsächlich die Verantwortung tragen und sie tragen müssen.

    Ob das Mädchen tatsächlich „verloren“ ist, ist völlig offen.

    Du hast getan, was du deines Erachtens tun musstest, du hast das Jugendamt eingeschaltet und die werden sich die Sache gewiss einmal näher ansehen. Damit ist wieder ein Mensch mehr im Boot, der Verantwortung hat und übernehmen kann.

    Du bist damit, dass du das Jugendamt eingeschaltet hast, gewissermaßen deiner Verantwortung nachgekommen. Du siehst das Mädchen in Gefahr und hast das getan, was tatsächlich in deiner Macht stand.

    Diese Vorstellung, „jemanden retten zu müssen“, ist mir vertraut, ich hab das auch immer wieder habt und selbst auch das Wort „retten“ gebraucht und gedacht. Inzwischen hat sich mein Denken diesbezüglich etwas geändert, auch wenn ich noch immer ab und zu dazu neige dieses gewisse Muster, das dahinter steht, zu bedienen.

    Du kannst (und musst) niemanden „retten“, der nicht gerettet werden will.

    Was du schreibst, klingt so, als ob das Wohl und Wehe des Mädchens ganz allein von dir abhängig wäre. Darf ich dir von außen sagen, dass das ein übertriebener Gedanke ist?

    Da sind wie gesagt noch andere erwachsene Menschen um dieses Mädchen herum und zudem kannst du nicht wissen, was die Zukunft bringen wird.

    Und dann ist da noch die Position des Mädchens. Es kann gut sein, dass sie sich schon für ziemlich „erwachsen“ hält. Mit dem Hintergrund ihrer Geschichte mit ihrer Mutter ist das noch wahrscheinlicher. Sie ist auch in dem Alter, in dem die sogenannte Pubertät beginnt. Sie macht, wie du schreibst, was sie will, du nennst sie „clever“ und irgendwie scheinen Vater und Tochter sich einig zu sein, sie erzählen dir lieber nix.

    Wie, glaubst du, wirkt deine Einmischung auf das Mädchen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich vertrauensvoll an dich wendet, wenn sie Probleme hat?

    Dass sie zu dir so viel Vertrauen hat, sich an dich als Erwachsene zu wenden, wenn sie Probleme hat und Hilfe braucht, das ist meines Erachtens das, was du wirklich für sie tun kannst. Dann ist sie es, die sich an dich wendet, das macht einen großen Unterschied aus.

    Verantwortung hast du tatsächlich nur für dich und für dein Kind. Und das ist nicht gerade wenig Verantwortung. Wenn du zusammenbrichst, weil du unter der Last der Verantwortung für andere zusammenbrichst, dich sozusagen für andere aufgeopfert hast, wer kümmert sich dann um dein Kind? Du darfst für dich sorgen und es ist wichtig für dich. Wenn dir das wirklich klar geworden ist, wirst du ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen können.

    Liebe Grüße

    AufderSuche