Mery. Hi, ich stelle mich vor

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Das ist so und es ist mir klar geworden, dass der allohol keine hilfe ist und probleme nicht löst. So war das auch nicht gemeint… nur klang das auf den ersten blick so nach „ach heul nicht rum, da gibt es anderes was schlimmer ist“… was ja bestimmt auch wahr ist. Na ja ist auch egal.


    Alk ist keine lösung, ich muss aber noch neue lösungen finden. Resp neue bewältigungsmechanismen für solche situationen in dene ich bewusst oder unbewusst den alkohol als lösung missbrauchte


    Eigentlich habe ich meine sucht ja schon vom essen verlagert… vor dem magenbypass sagte man mir, dass vor allem frauen in meinem alter und umständen (=alleinstehend) sehr gefähret sind in einen alkoholmissbrauch zu geraten, weil das essen nicht mehr als „lösung“ stehen kann. Ich habe auch angst wieder in diese fressmuster zu geraten, ich habe so viel disziplin gehabt um meine 60kg zu verlieren.


    Irgendwie schiebe ich das problem ja nur von einer ecke in die andere. Wie wenn ich einfach ständig wische aber nie den dreck vom boden entferne…

  • nur klang das auf den ersten blick so nach „ach heul nicht rum, da gibt es anderes was schlimmer ist“… was ja bestimmt auch wahr ist.

    Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Spruch hier gelesen oder woanders aufgeschnappt habe: "Mein Schlimm ist schlimm genug."

    Ich finde ihn sehr passend. Man kann ja nicht vergleichen, wem es schlechter geht. Es geht dir nicht gut. Das ist entscheidend.


    Wenn ich das richtig lese, hast du eine Suchtverlagerung vom Essen zum Alkohol. Bist du deswegen mal in Therapie gewesen? Vielleicht ist da Hilfe ratsam, die über die Selbsthilfe im Forum hinausgeht.


    Hast du denn Ideen, was dir helfen kann, damit du nicht zur Falsche (oder zum Essen) greifst? Da sind die Herangehensweisen unterschiedlich, denn nicht jede Strategie passt für einen selbst.


    Seeblick

  • Ich bin im einer laufenden Psychotherapie, bei der wir schon vor meiner magen-op strategien überlegt hatten. Und ich muss sagen mein leben war trotz allen schwierigkeiten vor corona und dauer-homeoffice viel ausgeglichener… der tag eine hatte routine mit bereit machen morgens, arbeit, heimfahren, kochen, haushalt, entspannen schlafen. Ich bin jetzt quasi ununterbrochen zuhause seit märz 2020… zwischendurch mal ein tag im büro, aber das ist die absolute ausnahme. Die fehlenden zwischenmenschlichen kontakte fehlen mir schon und die tage verschwimmen so in einander auch wenn ich meine arbeitastunden ganz normal leiste


    Vielleicht sollte ich sport probieren, man hört ja immer wie gut das für körper und vor allem auch geist ist… aber ich konnte mich bisher moch nie dafür begeistern.

    Was machst du zum beispiel, wenn du das verlangen nach all hast oder was hast du gemacht am anfang um die zeit zu füllen?

  • Hallo Mery,


    ich mache das auch sehr situationsabhängig. Ganz akut hilft, einfach ein großes Glas Wasser zu trinken. Ich frage mich innerlich, warum ich gerade trinken will: Angst, Langeweile, Stress, Dazugehören...Dann kann ich was dagegen unternehmen. Und ich denke zuende "wenn du jetzt trinkst, dann..."


    So ganz allgemein versuche ich auf mich zu achten und erst gar nicht in die Situation zu kommen. Dabei hilft, sich nicht zu viel vor zu nehmen.

    Oder auch Sport. Dabei kannst du, wenn du das möchtest, auch andere Leute treffen. Wenn dir Sport nicht so liegt, kannst du auch einfach viel spazieren gehen. Auch da kann man sich verabreden.


    Ansonsten kannst du auch Neues ausprobieren: Malen oder fotografieren, Buchclub, oder oder oder.

    Und wenn es dir nicht gefällt, lässt du es wieder.


    Seeblick


  • Hallo Mery,

    wir haben hier eine Liste zusammengestellt, was den verschiedensten Usern bei aktuem Suchtdruck geholfen hat. Vielleicht ist etwas für dich dabei.


    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Es gibt eigentlich vieles, was ich machen und/oder lernen möchte... diese Woche habe ich gerade erst in einem podcast gehört und was das gesagt wurde ist echt wahr... alkohol macht passiv. ich habe ja so viel zeit, die ich nutzen könnte für tolle dinge.


    Ich möchte wieder lernern klavier zu spiegel (habe ein e-piano und hatte über 10 jahre unterricht als kind/teenie)... ich will lerne zu zeichen und zu malen, ich will einen blog starten über leben und kochen nach einer magenop, ich liebe es zu puzzeln, stricken, sticken und häkeln. all das habe ich kaum resp. selten gemacht weil ich einfach dumm war und die abende mit trinken verbracht habe...


    ich werde heute wohl bald schon ins bett, nach fast 4 stunden autofahrt bin ich recht müde und mein krimi, dem ich mich wieder konzentriert widmen kann ist gerade sehr spannend. ich freue mich auf einen langen, tollen sonntag an dem ich viele schöne dinge machen kann :)

  • Guten Morgen allerseits


    Danke liebe Seeblick, ich will dieses mal echt damit erfolgreich sein.


    Ich habe gerade mit einer Selbsthilfegruppe in meinem Landkreis aufgenommen, da gibt es eine Gruppe die sich jeweils Montagabend trifft. Ich hoffe, dass ich da aufgenommen werde und bin bereit da an mir zu arbeiten, auch wenn das ja immer der schwierigste Part ist... kenne ich ja von der "normalen" Psychotherapie ja schon.


    Aber es ist ein Schritt nach vorne, der sich richtig anfühlt.


    Heute ist Tag 4 ohne Alkohol und es fühlt sich soweit gut an. Ich weiss aber, dass die Wochenenden und vor allem der Sonntag immer eine Stolperfalle für mich waren. Aber da ich viele Ideen habe, wie ich meine Zeit füllen kann, bin ich optimistisch. Und ich bin stark, das habe ich schon oft in meinem Leben bewiesen und werde es auch heute beweisen können :)


    Übrigens: ich habe gestern (samstag) vormittags mit meinem Arzt telefoniert... da ich etwa 500km von Zuhause weg war konnte ich nicht einen Termin vereinbaren. Ich habe mit ihm gesprochen, er hat mir das OK gegeben für die medikamentöse Unterstüzung während des Entzuges (hatte die Medis ja bereits eingenommen aber habe die Dosierung usw mit ihm besprochen und festgelegt) und er wird sich mit meiner Psych absprechen, die ich am Dienstag sehe. Da habe ich letzte Woche Blut abgenommen, er wird sich die Resultate senden lassen und je nach Resultate wird er mich nochmals für eine neue Entnahme aufbieten oder auch nicht. Sonst sehe ich ihn Ende Woche und wir schauen wie es mir geht.

  • Hallo zusammen


    Tag 5 für mich... läuft soweit ganz gut, ich fühle mich gut.


    Gestern gegen Abend wurde ich dann unruhig, kribblig und hatte "Herzrasen"... das war die typische Zeit, an der ich sonst eine Flasche aufgemacht hätte. Ich habe dann eine Dosis Medis aus der Reserve genommen, wie mit dem Arzt abgesprochen, und danach ging es mir besser. Ich habe gestern einiges im Haushalt erledigt (eigentlich alles was ich mir vorgenommen hatte) und habe relativ lange gepuzzelt. Konnte auch gut einschlafen, nachdem ich im Bett gelesen habe - was ich übrigens seit Jahren immer vor dem Einschlafen machte, aber in den letzten Wochen nicht mehr möglich war da ich immer betrunken war.


    Ich habe vorher auch Rückmeldung wegen der SHG bekommen... die ist aktuell sehr sehr voll und da ist es nun Corona-bedingt schwierig noch mehr Leute reinzupacken. Ich habe aber Morgen Mittag ein Einzelgespräch beim Blauen Kreuz, damit sie meine Lage und Situation einschätzen können und wir schauen können wie und wo ich gut aufgehoben bin. Abends bin ich dann sowieso regulär bei meiner Psych.


    Nach einer Woche Urlaub geht es bei der Arbeit drunter und drüber... bin schon ziemlich entnervt, ich merke es weil mich sogar meine Katzen nerven wenn die mich im Homeoffice "besuchen" kommen. Ich muss noch so vieles erledigen diese Woche, habe Abgabetermine bei der Arbeit und auch einiges Privat, was diese Woche ansteht... aber ich hoffe mit guter Planung oder mit Planung überhaupt sollte ich es hinbekommen.

  • Hallo Mery,

    du kurbelst ja einiges an. Wenn es mit der realen SHG nicht klappt wegen Corona oder Aufnahmestopp oder..., - wir sind online 24/7 zu erreichen. Klar ist nachts weniger los als tagsüber, aber wenn du schnell was loswerden willst oder eine Frage hast, schreib einfach.


    Ist dein Zuhause alkoholfrei? Das ist ganz wichtig.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Mery,


    dann drücke ich die Daumen, dass du schnell eine reale Gruppe findest (Warst du bei der Suchtberatung? Die haben auch noch Tipps).

    Und "uns" (das Forum) gibt es ja auch noch. Wir sind ja auch eine Selbsthilfegruppe.


    Pass auf, dass du dir nicht zu viel vornimmst und aus Stress Suchtdruck bekommst.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • wir sind online 24/7 zu erreichen. Klar ist nachts weniger los als tagsüber, aber wenn du schnell was loswerden willst oder eine Frage hast, schreib einfach.

    Danke liebe Linde, das weiss und schätze ich. Meine Psych fände eine Anbindung vor Ort ebenfalls gut, und ich habe nun mit diesem Schritt das Gefühl wieder ein Hintertürchen mehr zuzumachen. Grundsätzlich bin ich ja bereits recht gut aufgestellt, da ich ja schon in Psychotherapie bin (nur das Thema muss etwas verlagert werden) und euch habe... ich glaube, da gibt es bestimmt andere, die die Gruppengespräche "mehr brauchen".


    Ich freue mich auch, wenn ich mal soweit bin um mich für den geschlossenen Bereich bewerben zu können, ich bin sicher da wartet noch eine ganz neue Welt mit noch viel mehr Inputs und Infos.



    Ist dein Zuhause alkoholfrei? Das ist ganz wichtig.

    Ja, ist es. Schon seit Juni hatte ich nie Alkohol an Lager. Wenn ich getrunken habe, habe ich jeweils vorher besorgt was an einem abend wieder weggekommen ist. Dafür hasse ich die Essenslieferdienste... meist kam ich nämlich so abends, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte nüchtern zu bleiben, doch zu meinem Weisswein/Prosecco.



    Pass auf, dass du dir nicht zu viel vornimmst und aus Stress Suchtdruck bekommst.

    Morgen wird ein sehr stressiger Tag, da ich mittags den Termin habe und abends noch die Psych, und natürlich noch ein Arbeitspensum zu leisten... aber sonst werde ich schauen dass ich alles gut aufteile und erledige. Es fühlt sich gerade nach viel an, aber wenn ich es niederschreibe als To-Do-Liste sind es viele Kleinigkeiten, die ich oft in einem Wisch erledigen kann. Da sind Sachen wie Süsses besorgen für den Adventskalender meines Mannes, Batterien besorgen für die LED-Kerzen seines Kranzes, Weihnachtsbaum aufstellen, Altpapier zum Werkhof fahren... also nichts wildes :)

  • So, Tag 6. Mir geht es gut, bin nur irgendwie sehr müde, aber das kann 1000 Gründe haben :)


    Ich war gestern Mittag beim Blauen Kreuz für meinen Termin. War an sich sehr gut, der Herr ganz nett und wir haben alles besprochen. Und obwohl ich ja wusste, dass ich Alkoholsüchtig bin, war es mega hart es aus einem fremden Mund zu hören. Musste dann echt auch weinen, weil ich mich irgendwie geschämt habe überhaupt so tief zu sinken und weil ich enttäuscht von mir selbst bin. Aber nun gut, eigentlich wusste ich es ja. Jetzt habe ich die Bestätigung, und genau darum ging es ja.


    Auf jeden Fall... ich "darf" morgen in eine Gruppe, die sich alle zwei Wochen trifft. Die haben noch platz, ist eine kleinere Gruppe mit 4-5 Leuten und ich bin schon sehr gespannt obwohl ich auch etwas schiss habe... aber jeder da hat ja auch mal angefangen und kennt bestimmt das gefühl.


    Was mich enttäuscht gerade ist, dass ein "Freund" von mir, von dem ich hoffte eine starke Schulter zu bekommen und gestern etwas zuspruch (nach dem Motto "das ist der richtige schritt, ich bin stolz auf dich, kann ich etwas für dich machen, bitte sag mir dann wie es war", solche normalen dinge halt) mich einfach ignoriert hat. ich sagte ihm, ich hätte mittags ein gespräch das mir auf dem magen liegt, habe ihm dann gesagt wohin ich gehe... und da kam einfach nichts. heute nur die info dass es ihm leit tut, dass er nicht geantwortet hat, er sei wahnsinnig im stress. Kann ich verstehen, das kanns ja echt mal geben... aber nicht mal heute ist dann das gekommen, was ich gestern hätte hören wollen.


    Es klingt doof das so zu sagen, "was ich hätte hören wollen"... aber ich bin seit jaaaaahren immer die, die die starke schulter ist für meinen Mann usw, resp. es ist jahre her, dass mir jemand eine Schulter bieten konnte. und ich hoffte jetzt, das auch mal zu spüren zumal dieser "Freund" teilweise auch mehr ist als nur ein Freund.


    Aber hey.... ich war alleine stark, ich kann das weiterhin sein. Mein Mann ist zwar schwerstbehindert und kann kaum sprechen, aber er weiss von meiner Sucht und er gibt mir zu verstehen dass er es super findet dass ich die situation selbst in die hand nehme und was dagegen mache.

  • Ich war gestern Mittag beim Blauen Kreuz für meinen Termin. War an sich sehr gut, der Herr ganz nett und wir haben alles besprochen. Und obwohl ich ja wusste, dass ich Alkoholsüchtig bin, war es mega hart es aus einem fremden Mund zu hören. Musste dann echt auch weinen, weil ich mich irgendwie geschämt habe überhaupt so tief zu sinken und weil ich enttäuscht von mir selbst bin. Aber nun gut, eigentlich wusste ich es ja. Jetzt habe ich die Bestätigung, und genau darum ging es ja.

    Hallo Mery,

    dieses Schamgefühl und diese Enttäuschung über mich selbst ist mir auch vertraut.

    Dahinter steckt nach meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung eine gewisse Vorstellung, die man glaubt, nach außen hin erfüllen zu müssen und eine gewisse Vorstellung, dass, wer an Alkoholismus erkrankt ist, selbst schuld sei, dass man früher hätte erkennen müssen, wo die Reise hingeht.


    „Hätte, hätte“ spielt aber im Nachhinein betrachtet eigentlich keine Rolle. Es ist aus gewissen Gründen so passiert, wie es eben passiert ist. In die Alkoholkrankheit rutscht man aus verschiedensten Gründen, die sich einem teilweise entziehen, irgendwie hinein, absichtlich hat das gewiss keiner von uns gemacht. Alkohol kommt ja auch anfangs und dann noch eine ganze Weile irgendwie so harmlos daher. Und Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft ja sooooo etabliert.

    Manchmal lohnt es sich, nach Gründen zu suchen, warum man da reingerutscht ist, manchmal lohnt es sich überhaupt nicht.

    Entscheidend ist doch, dass du schließlich Einsicht bekommen hast, wie’s um dich steht, und dass du da JETZT daran arbeitest.


    Zitat

    Was mich enttäuscht gerade ist, dass ein "Freund" von mir, von dem ich hoffte eine starke Schulter zu bekommen und gestern etwas zuspruch (nach dem Motto "das ist der richtige schritt, ich bin stolz auf dich, kann ich etwas für dich machen, bitte sag mir dann wie es war", solche normalen dinge halt) mich einfach ignoriert hat. ich sagte ihm, ich hätte mittags ein gespräch das mir auf dem magen liegt, habe ihm dann gesagt wohin ich gehe... und da kam einfach nichts. heute nur die info dass es ihm leit tut, dass er nicht geantwortet hat, er sei wahnsinnig im stress. Kann ich verstehen, das kanns ja echt mal geben... aber nicht mal heute ist dann das gekommen, was ich gestern hätte hören wollen.


    Es klingt doof das so zu sagen, "was ich hätte hören wollen"... aber ich bin seit jaaaaahren immer die, die die starke schulter ist für meinen Mann usw, resp. es ist jahre her, dass mir jemand eine Schulter bieten konnte. und ich hoffte jetzt, das auch mal zu spüren zumal dieser "Freund" teilweise auch mehr ist als nur ein Freund.


    Aber hey.... ich war alleine stark, ich kann das weiterhin sein.

    Dazu habe ich auch so ein paar Gedanken, die ich mit dir teilen möchte.

    Kann es sein, dass du auch jemand bist, der an sich den Anspruch hat, ständig für andere da sein zu müssen?


    Kommt mir jedenfalls irgendwie bekannt vor. 😉


    Leicht beschleicht einen da der Gedanke oder eine gewisse Anspruchshaltung, dass man, wenn man selbst in Not ist, mehr oder minder unmittelbar etwas zurückerhalten müsste. Man selbst ist IMMER da, also kann man von anderen doch eine gewisse Gegenleistung erwarten?


    Könnte es aber sein, dass dieses „Immer für andere da sein“, „Immer stark sein“ nicht so gesund ist, wie man (du und auch ich) das gemeinhin glaubt?

    Da stellt sich nämlich die Frage, wo die Selbstfürsorge bleibt.

    Ich selbst hab lange dafür gebraucht, das zu erkennen. Selbstfürsorge war bei mir früher herzlich wenig drin. Und mein Alkoholkonsum hatte u.a. mit Kompensation zu tun. Er ließ mich mehr leisten, mich besser, stärker fühlen und so weiter.


    Dein Freund schreibt, dass nicht geantwortet habe, weil er wahnsinnig im Stress sei, und er hat auch geschrieben, dass es ihm leid tut, nicht geantwortet zu haben. Kann es sein, dass er gerade so viel mit sich und seinem Stress zu tun hat, dass er gerade einfach nicht den Kopf dafür frei hat, was für lebensverändernde, dramatische Ereignisse bei dir anstehen, und dir deshalb nicht das antworten kann, was du gerade eigentlich von ihm hören möchtest?


    Lass dir und auch diesem Freund Zeit. Nach und nach wird dir vielleicht einiges klarer werden und du wirst zu deinem eigenen Wohl und Schutz etwas verändern können.


    Viele Grüße

    AufderSuche

  • Liebe Mery,


    falls du noch eine Selbsthilfegruppe suchst: Viele Gruppen aus dem 12 Schritte Programm von AA treffen sich seit Corona auch per Zoom. Das finde ich ganz schön, da man auch die Gesichter sehen kann (oder auch nicht, wenn man die Kamera lieber ausschaltet) und man kann live sprechen und nicht nur schreiben. Vielleicht wäre das noch ein Option als Ergänzung zu dieser Gruppe hier. Falls dir AA nicht liegt, bieten ja vielleicht andere SHGs auch online Konferenzen an.


    Liebe Grüße

  • Dahinter steckt nach meiner eigenen Erfahrung und Beobachtung eine gewisse Vorstellung, die man glaubt, nach außen hin erfüllen zu müssen und eine gewisse Vorstellung, dass, wer an Alkoholismus erkrankt ist, selbst schuld sei, dass man früher hätte erkennen müssen, wo die Reise hingeht.

    Genau so ist es... Ich bin doch Mery, die Mery die immer alles im Griff hat, die immer freundlich und hilfsbereit ist, die sich um ihre Mitmenschen kümmert, die klug und organisiert ist. Aber tja, ich habe es eben nicht im Griff, resp. ich hatte es nicht und versuche es jetzt zu ändern.


    Ich glaube für mich war der Auslöser die Einsamkeit. Als mein Mann nicht mehr da war habe ich mich einsam gefühlt, konnte dann aber mit den kollegen im job und ehrlich gesagt auch einigen affären usw war ich aber gut bedient und konnte die zeiten alleine auch geniessen und habe mich dann nicht einsam gefühlt. Als der erste Lockdown kam durfte ich nicht ins büro, durfe meinen mann im heim nicht besuchen, meine eltern in der schweiz nicht besuchen und ich hatte gar keine bezugsperson oder freund in deutschland, da ich grenzgängerin bin und alle meine kontakte in der schweiz waren. da habe ich mich echt einsam gefühlt...


    Kann es sein, dass du auch jemand bist, der an sich den Anspruch hat, ständig für andere da sein zu müssen?

    Jein. ich habe nicht das gefühl es zu müssen, es gehört zu meinem naturell. ich biete mich an zuzuhören, auch bei leuten die ich vielleicht nicht gut kenne aber ich merke dass es ihnen gut tun würde. es belastet mich auch nicht.


    Dass ich nun deshalb will, dass mein freund so reagiert.... ich glaube nicht. was mich vor allem nervt ist, dass wir im frühjahr uns sehr angenähert hatten, es am schluss dann nichts wurde weil er irgendwie planlos war und nicht wusste was er für seine zukunft wollte und dann schlussendlich auch lange im ausland war zum arbeiten. nun ist er bald wieder da, bereut dass er sich da nicht mehr "reingehängt hat" und er mich zurückerobern will und so weiter und so fort. und ich ihm gesagt habe was ich vor allem brauche ist jemand der mir halt gibt, der mir eine starke schulter geben kann (damals habe ich ihn bei seinen problemen unterstützt) und ich gerne wieder mal mädchen sein darf. war natürlich alles kein problem, ich bin immer für dich da, blabla... tja. soviel dazu.


    Aber ja, diese diskussion hat nichts mit dem ursprünglichen thema zu tun, tut mir leid :)

  • Aber ja, diese diskussion hat nichts mit dem ursprünglichen thema zu tun, tut mir leid :)

    Muss dir meines Erachtens nicht leid tun. Gehört für dich doch irgendwie dazu.


    Klingt irgendwie jedenfalls danach, dass dieser Freund nicht wirklich das ist, was du gesucht hast. Das fing schon im Frühjahr an, als es dann doch nichts mit euch wollte, und setzt sich jetzt fort. Was du empfindest, scheint demnach Enttäuschung zu sein, nach der erneuten Annäherung nun doch wieder allein dazustehen.

  • Du triffst es auf den punkt, AufDerSuche.


    Aber ganz ehrlich… solche enttäuschungen und frust beim kennenlernen und daten und was auch alles haben mich so oft zum trinken verleitet. Meine nüchternheit werde ich mir von sowas aber nicht mehr vermiesen lassen.


    Take it or leave it. Ich mag keine kompromisse über dinge eingehen, die grundpfeiler sind und selbstverständlich sein sollten, egal ob in einer beziehung oder freundschaft.

  • Hallo zusammen


    Heute ist für mich Tag 11 ohne Alkohol... Es ist nicht immer einfach, aber ich fühle mich gut und gut aufgehoben


    ich bin letzten donnerstag ja zum ersten mal in einer SHG gewesen... ich war sehr aufgeregt und hatte ein bisschen bammel davor was mich erwartet. ich war etwa 10 minuten vor dem treffen da und habe da schon den leiter kennengelernt, der nur ein jahr älter ist als ich und als die anderen kamen fühlte ich mich schon nicht mehr so fremd. wir waren nur zu viert wegen einer abwesenheit, aber es war toll. sie haben ihre geschichten und wege erzählt, ich habe von mir erzählt und ich habe viele parallelen gefunden und es tat gut einfach mal zu erzählen und angst zu haben dass man "gewertet" wird.


    am sonntag (hatte da gesagt, dass das für mich immer der schwierigste tag ist weil der so lang ist und ich oft trotzdem nicht genug antrieb habe um was zu unternehmen) hat mir der leiter geschrieben, dass er an mich denkt und hofft ich habe etwas vor und dass ich ihn jederzeit anrufen kann wenn etwas ist. das hat echt gut getan. ich freue mich schon auf das nächste treffen, das nächste woche stattfinden wird.

  • Hallo Mery,


    Glückwunsch, dass du am Ball bleibst. Ich finde es toll, dass du zu der Gruppe gegangen bist und dass du dich auch gleich wohl fühlst, ist viel Wert.

    In meiner Therapie habe ich aus den Gruppen viel für mich herausziehen können. Auch wenn einige Themen mich persönlich nicht betroffen haben, empfand ich den Austausch und das Nachdenken und Lösungen-für-den-anderen-finden als bereichernd.


    Viele Grüße

    Seeblick

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