Beiträge von Stern

    Ich habe hier bereits ziemlich viel gelesen und bin von einigen Schicksalen oder Lebensgeschichten wirklich sehr ergriffen und erstaunt. Es gibt ja unglaublich viel positive und negative Erfahrungsberichte hier. Hätte ich niemals so gedacht. Das macht mir in gewisser Weise Angst, mahnt mich zur absoluten Wachsamkeit, gibt mir aber auch zugleich Hoffnung und Zuversicht.

    Das alles kann ich so auch von mir sagen.
    Ich lerne aus den vielen Berichten hier sehr viel für mich und für meinen Umgang mit meiner Alkoholsucht.
    Mir helfen dabei die mahnenden Beiträge bald noch mehr als die Erfolgsgeschichten. Es ist ja nun mal eine Tatsache, dass es 95 % aller Alkoholiker eben nicht schaffen, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Hier schreiben ja nur die, die tatsächlich nüchtern werden konnten. Die wenigsten bleiben nach einem Rückfall hier. Das ist schade, denn hier kann jeder Hilfe zur Selbsthilfe finden.

    Mich und meinen Weg immer wieder kritisch beobachten, kritische Anmerkungen zu meinem Weg nicht als persönlichen Angriff zu sehen, sondern diese zu hinterfragen. lässt mich nun bald 4 Jahre zufrieden nüchtern sein.

    Ich möchte dich sensibilisieren für das, was die Sucht in uns drin macht. Das Suchtgedächtnis bleibt und es ist immer wach. Es arbeitet nicht so wie wir das von unserem logischen Denken her gewohnt sind, es hat praktisch ein ‚Eigenleben‘, welches mit Wissen und Wollen nicht zu steuern ist. Deshalb ist die Risikominimierung keine Floskel, sondern vielmehr eine gute Möglichkeit, sich selbst in seiner Nüchternheit zu festigen.

    Warum leider?

    Ganz einfach, weil: "Super ich bin Alkoholiker " sicher die falsche Antwort auf die vorher gestellte Frage wäre.

    Nee, nicht: Super, ich bin Alkoholiker.
    Aber super, dass ich das erkannt habe und super, dass ich akzeptiert habe, dass ich daran auch bis zum Lebensende nichts mehr ändern kann. Und super, dass es eine Möglichkeit gibt, diese Krankheit zum Stillstand zu bringen, wenn ich für den Rest meines Lebens achtsam bleibe, mich vom Alkohol fern halte und vor allem nie wieder auch nur einen einzigen Tropfen Alkohol trinke.

    War dein Trinkverhalten wirklich ‚nur‘ kritisch?

    Genau an diesen Punkt, den Du beschreibst, möchte ich nicht erst kommen. Ich habe mich nie ins "Koma" gesoffen, noch fehlte mir am nächsten Tag der berühmte Film. Trotzdem habe ich regelmäßig getrunken, habe nachts schlecht geschlafen, ärgerte mich über mein Trinkverhalten. Das ist aber alles gar nicht wichtig. Ich bezeichne mich als Alkoholiker. Dafür gibt es keinen Gradmesser. Ist kritisch nicht schlimm genug?

    Alleine die gedankliche Unterscheidung zwischen verschiedenen Trinkerhalten finde ich gefährlich. Weil es der Sucht nämlich völlig wurscht ist, mit was, mit wieviel und wo man sich in die Sucht gesoffen hat. Die Sucht bleibt für immer im Kopf, auch wenn mögliche körperliche Symptome längst weg sind.

    Mit der Erkenntnis, dass ich Alkoholiker geworden bin, war ‚kritisch‘ lange überschritten.

    Ich habe mir wirklich sehr genau überlegt was ich will und wo meine Ziele liegen

    Hast du dir auch schon überlegt, wie du deine Ziele erreichen kannst?

    Hallo Tomte,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu dem Entschluss, nun endlich ein nüchternes Leben zu haben.

    Ein Jahr mit Unterbrechungen ist schon ein Erfolg, aber auch nur ein Anfang.


    Hmmm, ist das wirklich schon ein Erfolg?

    Du hast geschrieben, dass du beim Rückfall alles Wissen und alle Einsicht komplett ausgeblendet hast. Du wolltest trinken. Kannst du dafür einen bestimmten Auslöser ausmachen? War der Alkohol zu nah?

    Für uns Alkoholiker ist nicht nur kontrolliertes Trinken unmöglich geworden, für uns geht gar kein Alkohol mehr.
    Für Alkoliker gibt es nur ein absolutes und konsequentes ‚Nein‘ zum Alkohol.

    Du hast Freundschaften einschlafen lassen, weil dir der Alkohol wichtiger war. Ich finde das total klasse, dass du da wieder ansetzen willst.
    Hast du schon eine Idee, wie du da vorgehen willst?

    Hallo Rene,

    auch von mir herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    leider finde ich mich als bekennender Alkoholiker wieder

    Warum leider?
    Mich als Alkoholiker sehen zu können, war der erste Schritt in die richtige Richtung. Allerdings reichte diese Erkenntnis allein bei mir nicht, um den Ausgang aus der Suchtspirale zu finden. Ich habe noch jahrelang weiter gesoffen. Ich benutze bewusst das Wort ‚gesoffen‘, weil es kein trinken mehr war.
    Erst, als ich akzeptiert habe, dass ich mich in die Alkoholsucht gesoffen habe und dass nur die absolute Abstinenz ein Weg zurück ins Leben ist, konnte ich endlich mit dem Alkohol aufhören.

    Es gab auch Tage ohne Alkohol. Trotzdem war mein Trinkverhalten sehr kritisch. Es muss auch ohne gehen.

    War dein Trinkverhalten wirklich ‚nur‘ kritisch?
    Kritisch war mein Alkoholmissbrauch ….vor der Sucht.
    Als ich Alkoholiker geworden bin, musste ich Alkohol trinken. Ich hatte die Kontrolle über ‚kritisch‘ verloren. Ja, heute muss es ohne Alkohol gehen, und es geht ganz wunderbar ohne Alkohol.

    Diese Wahl, ob ich jemals wieder ein Glas Alkohol trinken kann, gibt es nicht mehr. Diese Wahl gibt es für keinen Alkoholiker mehr. Es gibt nur noch: kein Alkohol und leben oder Alkohol und elendig daran verrecken.
    Vielleicht denkst du (noch), dass es so schlimm ja noch nicht bei dir war? Glaub mir, es wird bei jedem Alkoholiker so schlimm, die Suchtspirale dreht sich immer nur nach unten….und es geht früher oder später nach ganz unten.

    Ich werde versuchen verschiedene risikobehaftete Gelegenheiten zu umgehen, wenngleich das bei mir schwierig wird, da ich selbst Inhaber eines Restaurants bin.

    Versuchen wird nicht reichen.
    Das konsequente Umgehen von risikobehafteten Gelegenheiten, gerade am Anfang, macht den nüchternen Weg um einiges einfacher.
    Dass du ein Restaurant hast, muss ja nicht bedeuten, den Alkohol in Reichweite zu haben. Vielleicht kannst du andere Tätigkeiten als Alkohol ausschenken übernehmen?
    Der Fakt, dass du im Restaurant nie getrunken hast, ist keine Garantie dafür, dass das immer so bleiben wird. Es gibt ja das Suchtgedächtnis, da ist alles, was mit deinem Alkoholkonsum zusammenhängt für immer abgespeichert….und es kennt keinen Unterschied zwischen unterschiedlichen Orten. Es ist immer da. Und es ist immer wach.

    Ist dein Zuhause alkoholfrei?
    Das eigene Zuhause ist für mich der einzige Ort, an dem ich beeinflussen kann, ob es da Alkohol gibt oder ob da irgendwer Alkohol trinkt.
    Mein Zuhause halte ich absolut alkoholfrei. Sollte ich da mal Suchtdruck bekommen, ist nix da. Mich anziehen, zum Supermarkt laufen, Alkohol kaufen … das würde mir Zeit geben, mich anders zu entscheiden.

    Hallo Charlotte,

    schön, dass du dich für das Leben entschieden hast und auch von mir noch ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Hier findest du ganz viel Hilfe zur Selbsthilfe. In den vielen Erfahrungsberichten kannst du lesen, wie die Leute hier ihren Weg gehen und dir mitnehmen, was für dich passt.

    Als ich hier angekommen bin, war ich erstaunt, wie viele Alkoholikerinnen hier sind und auch, wie viele mit Hilfe dieses Forum ihren nüchternen Weg gehen, und so viele schon ganz viele Jahre. Mir hat das Mut gemacht, das auch zu schaffen.
    Das wichtigste für mich war, dass ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin und das es für mich als Alkoholiker keinen Alkohol mehr geben kann, wenn ich leben will. Ich will leben. Du hast dich auch für das Leben entschieden…..und das funktioniert nur noch nüchtern.

    Mich selbst hat an meinem eigenen Anfang interessiert:
    gibt es Leute, die es auf Dauer schaffen?
    Wie sind die drauf?
    Werde ich mich nüchtern irgendwannwieder als ganzer Mensch fühlen (denn der Alk war in mein Leben schon sehr tief eingebaut, ich wusste nicht ob das eine runde Sache wird)

    Genau das war es bei mir anfangs auch: Gibt es Leute, die das auf Dauer schaffen?
    Und genau das war es doch, was mich auch in meiner Sucht gefangen hielt, dieses: Ich habe mich jetzt in die Alkoholsucht gesoffen und da komme ich nie wieder raus. Überall habe ich nur gehört und gelesen: Nur die allerwenigsten schaffen es. Und das auch nur mit ganz viel Willen.
    Und das wurde mir doch ‚da draußen‘ auch vermittelt, das ist das, was ich gesehen habe.

    Dabei war es doch gerade der Wille, den ich so sehr hatte. Ich wollte nichts so sehr wie das Nüchternsein. Ich habe es trotzdem nicht geschafft.
    Und irgendwann habe ich selbst geglaubt, dass ich zu schwach bin, nicht genug Willen und nicht genug Stärke in mir habe.

    Dann kam ich hier an.
    Ich kannte keinen einzigen trockenen Alkoholiker.
    Hier gab es sie….diese Leute, die es geschafft haben. Und sogar so viele Frauen.
    Ich habe alles hier gelesen….die leisen, die lauten, die unsicheren und überheblichen, die widersprüchlichen, die besserwisserischen, die mahnenden und auch die einfach nur aus ihrem nüchternen Alltag erzählenden Beiträge.
    Ich habe jeden Beitrag hier gelesen und ich habe ganz viele Beiträge als das gesehen, was sie sind: Ein Bericht für den, der sie in erster Linie für sich selbst schreibt und für uns anderen hier lässt. Sie sind nicht dafür verantwortlich, was ich in ihnen lese oder auch nicht dafür, ob mir gefällt, was sie schreiben.

    Ich habe mir aus den Beiträgen das mitgenommen , was für mich passt, habe liegen gelassen, was für mich nicht passt und habe mir später das Liegengelassene noch mal angeschaut und dann ggf. auch neu entschieden.

    Und genau so lese ich bei dir und mir persönlich gibt das viel. Weil ich mich da gar nicht so in Details verliere, sondern meinen Blick auf das große Ganze richte. Und das große Ganze ist: 24 nüchterne Jahre.

    Herzlichen Glückwunsch zu zu einem ganzen nüchternen Jahr. 💐

    Im ersten Jahr wird ja so ziemlich alles zum ersten Mal nüchtern erlebt. So viele neue Erkenntnisse und so viele neue Gedanken müssen sortiert, weiter gedacht und auch manche auch wieder verworfen werden.
    Du bist jetzt schon im 2. nüchternen Jahr. 👍 Klingt super, oder?

    Herzlichen Glückwunsch zu 5 nüchternen Monaten.
    Heute sind es schon 2 Tage mehr. Und noch ganz viele werden folgen, wenn du auf deinem Weg bleibst, aber auch ab und zu nach links und rechts schaust,

    Wenn ‚für immer‘ noch schwer in deine Vorstellung passt, passt vielleicht ‚für heute‘ besser?
    So reiht sich ein ‚für heute‘ an das nächste ‚für heute‘ . 😀

    denn wenn ich leicht aufhören kann ist es ja kein Problem wieder was zu zrinken


    Nun ja, da stellt sich doch die Frage nach dem: Was will ich?

    Als ich mich hier angemeldet habe, wollte ich mit dem Trinken aufhören. Ich war so in meiner Sucht gefangen. Und so habe ich das auch empfunden. Gefangen.
    Auf der einen Seite fiel es mir auch leicht, an bestimmten Tage oder Wochen nichts zu trinken. Ehrlich gesagt habe ich da aber nie gedacht, dass es kein Problem ist, wieder was zu trinken. Ich wollte nicht mehr trinken und dann musste es doch wieder.

    mit der Flasche in der Tüte mit dem Gedanken wenn du die jetzt trinkst ist es vorbei dann bist du Alkoholiker.

    Vielleicht hattest du ja noch (oder wieder) die Hoffnung, doch kein Alkoholiker zu sein.

    Die unumstößliche Tatsache, dass ein Alkoholiker nie wieder Alkohol trinken kann, war für mich das, was ich akzeptieren konnte, als ich akzeptieren konnte, dass ich Alkoholiker geworden bin.

    Gewusst habe ich schon lange, dass ich Alkoholiker geworden bin, aber ich konnte das einfach nicht akzeptieren. Ich fühlte mich schwach, ohne wirklichen Willen, wertlos. Ich habe mich so geschämt, dass ich kaum noch in den Spiegel schauen konnte.
    Ich bin süchtig …. Alkoholiker ….. und ich werde das immer bleiben. Das zu akzeptieren war der Beginn meines zufriedenen nüchternes Weges.

    Das ist eben das schöne, wir sind uns durch das Forum alle sehr vertraut, wir können sein wie wir sind und einfach die Gespräche genießen. Man fühlt sich einfach nicht fremd.

    Genau so habe ich das auch empfunden. Nicht einen Augenblick habe ich mich fremd gefühlt….oder so unangenehm von oben bis unten gemustert, wie ich das oft erlebe, wenn ich irgendwo neu bin.

    Ich möchte alle ermuntern, die gern wollen würden, sich aber nicht trauen, beim nächsten Treffen dabei zu sein, wenn es zeitlich und der Entfernung wegen gut passt.
    Ich wollte ja letztes Jahr schon dabei sein…..habe mich aber nicht getraut. Das hat mich jetzt ein bisschen traurig gemacht, weil ich diese schöne Erfahrung nun erst in diesem Jahr machen konnte.

      Sonne. Schade, dass wir uns verpasst haben.

    Hallo Luzi,

    Auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Alles klar ich hatte ja schon mal eine trinkpause von 7Jahren das habe ich nichts gemachthab damals noch gearbeitet un hatte mehrer Pferde musste mein leben nicht viel neu strukturieren


    Wann war denn deine Trinkpause?

    Hast du die 7 Jahren bewusst als Trinkpause erlebt oder war dir da schon klar, dass du Alkoholiker bist und aus diesem Grund keinen Alkohol mehr trinken kannst….und dann kam ein Rückfall?

    Danke, Doro, das darf ich genauso zurückgeben. 💐
    Danke auch an alle anderen, es war wirklich sehr schön und ich habe mich überhaupt nicht fremd gefühlt. Da hatte ich ja so meine Bedenken, weil ich nie irgendwo ‚neu’ sein mag …. da mischt sich immer bei mir ganz viel Unbehagen in die Magengegend. Hier war nicht eine Sekunde dieses Unbehagen.

    Wir sehen uns bestimmt im nächsten Jahr.

    heute vor 18 Jahren habe ich mich hier angemeldet.

    Das war der Beginn für wirkliche Veränderungen, der Anfang deines Weges in die Freiheit.
    Freiheit bedeutet ja nicht, dass das Leben immer leicht ist. Aber Freiheit bedeutet, etwas in seinem Leben ändern zu können, sich von Belastendem zu lösen und selbstbewusst seinen eigenen zufriedenen Weg gehen zu können.

    Voll entschlossen, endlich was für mich zu tun.

    Ich bin sicher, dass genau das der Schlüssel war: Endlich was für dich tun.

    Für deinen 1. Mann, der Alkoholiker war, konntest du nichts tun. Und das lag gar nicht an dir.
    Es ist unmöglich, einem uneinsichtigen Alkoholiker dauerhaft nüchtern zu bekommen, genauso wenig, wie es unmöglich ist, dem uneinsichtigen Co-Abhängigen aus seinem Leid rauszuziehen.
    Alle Veränderung muss aus dem eigenen Inneren kommen.

    Ich bin noch immer hier weil ich weiß wie gut es ist, verstanden zu werden. Zu sehen, dass Menschen genauso empfunden haben wie ich, dass sie wussten, wovon ich hier schrieb. Es war gut, Anregungen zu bekommen, Mut zu schöpfen, Wege zu sehen.

    Ich finde das so klasse, dass du genau das auch noch nach so vielen Jahren mit deiner warmen einfühlsamen Art weitergibst.

    Ich lese hier immer wieder davon, wie mühsam versucht wird, den Alkoholiker vom Trinken abhalten zu wollen, ihn als den tollsten Menschen zu sehen, wenn er denn mal nüchtern ist und dass das Sich-selbst-verlieren gar nicht bemerkt wird.
    Dann hier zu lesen, wie du deinen Weg daraus gefunden hast, macht ganz sicher vielen Mut, auch auf sich selbst zu schauen. Denn nur da kann Veränderung stattfinden.