Beiträge von Stern

    Er schmiss mir an die Ohren : Ja dann sauf doch wieder und hat dann das Gespräch mit den Worten : Ruf mich nie wieder an beendet.

    Ohne das Gespräch und euch zu kennen, bin ich gedanklich gerade bei Alex_aufdemweg . Einfach, weil ich dich hier so erlebe…geht nicht, passt nicht, will ich nicht, ist für mich nicht möglich …

    Ich möchte dich ermuntern, hinzuschauen. Auf dich. Denn du bist es, mir der du dein weiteres Leben verbringen wirst. Alle anderen Menschen um dich herum sind ja irgendwie beliebig austauschbar. Einigen wirst du nachweinen, andere nicht mehr dabei zu haben, wird sehr bereichernd sein.

    Hast du heute schon etwas schönes bemerkt?

    Keine Sorge, bevor ich etwas dummes mache melde ich mich auf jedenfall hier, normalerweise hätte ich jetzt schon einen sitzen, ich musste auch ans Trinken denken aber zum Glück hat eine andere Stimme in mir mir sofort klar gemacht das es so nur noch schlimmer werden würde als es schon ist.

    Ist Alkohol trinken für einen Alkoholiker etwas dummes?

    Ich empfinde das als etwas sehr lebensbedrohliches. Weil es nämlich direkt wieder zurück in die Suchtspirale geht und um da noch mal (gerade noch rechtzeitig…..wobei ich mit ‚gerade noch rechtzeitig‘ halbwegs lebendig meine) rauszukommen, stehen die Chancen nicht wirklich gut. Ganz davon abgesehen, dass im Rausch ja gar nix gelöst wird und zusätzliche Probleme das Leben noch schwerer machen.

    Ich habe für mich ganz fest verinnerlicht, dass der nächste Schluck Alkohol der 1. Spatenstich zu meinem Grab ist.

    Auch nüchtern gibt es wirklich sehr viele Probleme. Aber nüchtern habe ich zumindest eine Chance, sie zu lösen. Sie lösen heißt dabei aber auch nicht unbedingt, dass sich alles direkt so gestaltet, dass es für mich super gut passt. Meine Verantwortung sehe ich dann darin, es für mich passend zu machen. Dabei geht auch schon mal ein Mensch für mich verloren. Das ist dann so.
    Enttäuschung, Wut, Zerrissenheit, Angst …..das sind alles Gefühle, die niemand weglächelt…..und die auch niemand wegsaufen kann. Haben wir doch alle schon vergeblich versucht ….mit dem Ergebnis: Jetzt sind wir hier.

    Sich hier zurückziehen, haben schon einige gemacht. Andere nicht belasten wollen oder so…..Ging oft genug nach hinten los und endete wieder in der Suchtspirale.
    Du bist für dich hier. Es ist egal, ob irgendwem nicht gefällt, was du schreibst. Du schreibst hier für dich.
    Und nicht alles, was du hier bei dir liest, muss für dich passen. Du kannst sortieren….passt / passt nicht / passt vielleicht / trete ich in die Tonne.

    Ich sortiere beim Schreiben ganz viel. Auch mein Sortieren muss nicht jedem gefallen….ich sortiere das ja für mich.

    ich denke nur sie möchte es nicht.

    Ich finde es immer schwierig zu denken, was andere möchten.
    Da frage ich solange nach, bis ich eine Antwort bekomme, die ich (zumindest inhaltlich) verstehe oder, wenn es mir nicht wichtig genug ist, sage ich mir: Dann ist es eben so….

    Das Leben ist zu kurz, um vergeblich darauf zu warten, dass sich andere für meine Zufriedenheit und für mein persönliches Wohlbefinden verantwortlich fühlen. Wenn ich etwas verändert haben möchte, muss ich das tun. Sonst passiert da nix.

    Hallo Blendi,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Aus eurem Notfallkoffer hilft mir leider nichts

    ‚Unser‘ Notfallkoffer ist eine Sammlung von Dingen, die hier irgendwem mal geholfen haben, die Zeit des Saufdrucks nüchtern zu meistern.
    Nicht alles passt für jeden.

    Denkst du dir, dass dir daraus nix hilft oder hast du es ausprobiert?

    Ich habe Familie, Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten. Bei denen steht Spass haben immer an erster Stelle. Von denen erwarte ich aber eher so was wie Fürsorge. Vielleicht habe ich da einen Denkfehler.

    Inwieweit erwartest du sowas wie Fürsorge?
    Was ist denn Fürsorge im Zusammenhang mit der Alkoholsucht?

    Ich habe alles schon in meiner nassen Zeit abgecheckt. Da gibt es nix für mich.

    Hmm, 🤔 Ich behaupte jetzt einfach mal, dass es niemanden gibt, der schon alles abgecheckt hat.
    ‚Da gibt es nix für mich.‘ ist meiner nach überhaupt nicht möglich.

    Es sollte doch alles besser werden ohne Alkohol. Wird hier doch ständig geschrieben.

    Das wird hier so nicht geschrieben.

    Die Haut wird schöner, man schläft besser, ist ausgeruht, motiviert. Jeder Tag ist schön.

    Bei mir tut sich da nichts

    Meine Haut wurde zwar schöner und ich schlafe auch besser, aber es gibt durchaus genügend Tage, an denen ich weder ausgeruht noch motiviert bin.
    Niemand auf der ganzen Welt wird behaupten können, dass jeder Tag schön ist.

    Was unternimmst du denn, um nicht mehr sagen zu müssen:

    hilft mir leider nichts

    Da gibt es nix für mich.

    Bei mir tut sich da nichts.

    Was könnte dir denn helfen?

    Was wäre denn was für dich?

    Was könnte sich denn bei dir tun sollen?

    Weiß ich auch nicht wirklich, habe irgendwie das Gefühl, dass ich nicht schreiben brauch, wenn ich eh nicht vorwärts komme oder eure Tipps nicht umsetzen kann, wie ich es eigentlich gerne möchte.

    Wir sind ja eine Selbsthilfegruppe.
    Ziel ist es nicht, Tipps zu geben oder solche umzusetzen, sondern sich hier auszutauschen und für sich selbst mitzunehmen, was passt (und auch liegen lassen zu können, was nicht so passt).

    Es geht nicht um Erklären oder um Rechtfertigen. Du bist für dich hier.

    Obwohl ich auch des öfteren Sachen hätte schreiben wollen, nur um sie "loszuwerden"

    Genau das empfinde ich hier als sehr wertvoll.

    Einfach aufschreiben, was da so wild im Kopf rumschwirrt. Dabei sortiert sich oft schon ganz viel. Und vieles wird noch klarer, wenn ich etwas später meine eigenen Beiträge noch mal lese. Oft kann ich auch erst ein paar Tage später die Antworten einordnen.

    Hallo Robyn,

    von mir auch noch ein herzliches Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Inzwischen bist du schon 1 einhalb Monate nüchtern. 👍

    Konntest du dich hier schon einlesen?
    Du kannst hier eine wahre Schatzkiste an Erfahrungen finden, wenn du dich hier umschaust.

    Nicht jedem liegt das Schreiben.
    Mir hat das Schreiben hier gerade am Anfang meines nüchternen Weges sehr geholfen, meine Gedanken zu sortieren. Und zu sortieren gab es reichlich. Es ändert sich ja so viel, der Tag ist auf einmal ganz schön lang, und diese gewonnen Zeit will gefüllt werden. Hast du das auch schon bemerkt?

    Wie geht es dir heute?

    Hallo Perdita,

    es ist sehr viel Selbstfürsorge dabei, wenn du so auf dich achtest, finde ich.

    Was mir Sorge bereitet ist, wie Nahe mir dann die Weinflaschen wieder kommen werden. Und ich weiss nicht, reagiere ich da über?

    Alkohol wird es ja immer geben und Alkohol wird es auch immer überall geben. Das ist einfach so. Alkohol wird also immer irgendwie nah sein.

    Ich mache mir keine Sorgen, wie nahe die Weinflaschen mir kommen könnten, sondern ich sehe meine Verantwortung darin, achtsam zu sein, wie nahe ich den Weinflaschen komme.

    Wenn ich mich unwohl fühle, dass da nebenan Weinflaschen stehen, erinnere ich mich daran, dass ich 2 Füße habe und gehe weg. Die Weinflaschen kommen ganz sicher nicht hinterher gerannt.

    Nüchternheit beginnt im Kopf. Ich trinke keinen Alkohol. Fertig. Diskussionen finden in meinem Kopf nicht statt. Weil ich Alkoholiker bin und mich das erste Glas Wein sofort und ohne Umwege zurück in die Suchtspirale zieht, ich dort vermutlich nicht noch mal rauskommen würde und weil mir mein nüchternes Leben so gut gefällt, dass ich kein anderes haben will, ein versoffenes, vor mich hin vegetierendes schon mal gar nicht.

    Das versoffene ‚Leben‘ kenne ich. Das war einfach nur ganz ganz schlimm… richtig grausam.
    Jetzt will ich das nüchterne Leben, da gibt es jeden Tag so viel Schönes.

    " Normale Leben" hat angefangen , keine negativen Momente ......ist vielleicht langsam und eintönig , aber ich mag meine heutigen Leben.

    Ich finde so ein normales Leben mit ‚langsam und eintönig‘ auch ganz schön. Etwas anderes würde ich gar nicht wollen.
    Für mich hat das was sehr beständiges und schafft auch Sicherheit.

    Es ist so schön, dass du deine alten Rezepte an deine Enkelin weitergeben kannst.
    Eine schöne Vorstellung, wie deine Enkelin ihren Kinden mal was bäckt und sagt: Das habe ich von Oma. 🤩

    Herzlichen Glückwunsch zu 2 nüchternen Jahren 👍🏻

    Du schreibst selbst, dass du viel gelernt hast in dieser Zeit. Das finde ich wichtig, um sich trauen zu können.
    Und du schreibst auch, dass du noch am Anfang stehst. Das denke ich von mir auch, weil ich ja auch immer vor Augen habe, wie viele Jahre die Sucht von mir Besitz ergriffen hat.

    Ich finde es gut, dass du jetzt auch wieder an Urlaub denkst.
    Die Nüchternheit ist ja inzwischen in deinem Kopf angekommen, so jedenfalls lese ich dich.
    Und da du ja deinen Kopf überall mit hin nimmst, wird deine Nüchternheit auch immer mitkommen.

    Achtsam sein und trotzdem leben.
    Mein Leben - meine Verantwortung.
    So ist mein Weg.

    Viel Spaß bei der Urlaubsplanung.

    Ich denke, dass ich mir als Alkoholiker nie zu sicher sein darf oder kann. Das Suchtgedächtnis wird ja immer da sein.

    Das ist so.

    Seit fast 2 Jahren trinkst du nun nicht mehr. Das ist schon ein sehr stolzer Anfang.
    Du schreibst von anderen SHG, wir sind ja auch eine SHG, besuchst du die regelmäßig?

    Strebst du eine lebenslange Abstinenz an?
    Dafür sind wir hier, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

    Hallo Bertabeige,

    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Auf Alkohol zu verzichten fällt mir bisher nicht sonderlich schwer, ich weiß natürlich, dass sich sowas ganz schnell ändern kann.

    Ist keinen Alkohol trinken für dich Verzicht? Und wenn ja, wie macht dich das Verzichtsgefühl bei dir breit.

    Warum denkst du, dass sich das auch ganz schnell ändern kann?

    Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    In diesem Forums steht die Alkoholsucht und das Leben mit ihr im Vordergrund.
    Da kann es schon auch schon zu einer Suchtverlagerung kommen. Das kenne ich von mir auch.


    Ich habe nur dieses Leben und ich mache ab jetzt das was mir gut tut und sich richtig für mich anfühlt. Ich muss niemandem gefallen, es allen recht machen und es muss mir egal sein, was andere von mir denken. Ich lerne immer noch und werde das auch mein restliches Leben tun. Mein Weg geht weiter, so wie es sich für mich richtig und wichtig anfühlt. Ich brauche in erster Linie mich und das gesund und glücklich, nüchtern und klar.

    👍🏻

    Das könnte ich geschrieben haben. 😀

    Und mir gehts damit super.

    lediglich Flaschen zähle ich noch und dokumentiere- aus Angst, dass mir niemand glauben würde wenn die Trennung kommt..

    Warum denkst du, dass es dir so wichtig ist, ob dir irgendwer glaubt?


    Wichtig ist doch nur, dass du dir und deinen Wahrnehmungen glaubst und dass du deinen Kindern die Chance gibst, an sich und an ihren Wahrnehmungen zu glauben.

    Darunter leider auch, dass mir mein Sohn vorwerfen könnte, dass er sein zu Hause verliert, dass er nicht in einer Wohnung sein will, ohne seinen Garten, ohne seine Haustiere.

    Dein Sohn ist 7.
    Ich fürchte, er könnte dir mit 17 viel viel schwerwiegende Dinge vorwerfen.

    Ich WILL was ändern, aber das einzige was für mich zählt, ist dass es meinen Kindern gut geht und ich habe aktuell die Angst, dass es "nur mir nicht gut geht" und sie das alles gar nicht so empfinden wie ich und ich voreilig falsche Entscheidungen treffe.

    Glaubst du wirklich, dass deine Kinder nicht mitbekommen, was da bei euch los ist?

    Kinder haben so feine Antennen, denen entgeht nichts. Und das, was sie nicht verstehen, weil es vertuscht wird und damit für sie weggeredet wird, macht unsicher und das macht Angst….. und diese Unsicherheit und diese Angst bleibt bei so Vielen ein Leben lang. Das prägt. Das macht so unsicher, dass die Kleinen noch gar keinen Wortschatz dafür haben und die Worte in dieser Situation verharrend auch nicht lernen können. Für die ist das der Normalzustand und das Einzige, was sie daraus lernen ist, dass man aushalten muss….irgendwie.
    Da sind Haus, Garten und Haustiere aus der Kindheit leider keine wirkliche Hilfe.

    Ich lese hier bei so Vielen, dass genau dieses ‚aushalten‘ in der Kindheit, dieses sich nicht mitteilen können, diese Unsicherheit und diese Ängste aus Kindertagen auch im Erwachsenenalter ständige Begleiter sind. Keine schönen Begleiter, denn sie machen das Leben um so viel schwerer als ein fehlendes Haus, Garten und Haustiere.

    Wie soll ein Erwachsener erkennen, warum sein Leben so schwer ist, wenn ihm diese in der Kindheit aufgebürdete Last als das Normalste der Welt vermittelt wird, sogar noch als ‚Gewinn‘ präsentiert wird, weil es ja auch ein Haus, einen Garten und Haustiere gibt….. ?

    Ich bin ehrlich gesagt immer erschrocken und zutiefst betroffen, dass wirklich angenommen werden kann, dass es Kindern in einem Säuferhaushalt gut gehen könne und die da unbeschadet in ein Erwachsenleben starten könnten.

    Herzlichen Glückwunsch zu 500 Tagen Freiheit.

    und dann habe ich mich auch gleich wieder aufgeregt. warum? les ich doch in der zeitung einen kommentar zum dry january und der kommentator hat sich beschwert, dass die abstinenten ihre abstinenz so stolz vor sich hertragen würden. zum leben gehöre doch auch genuss und -das war gemeint- dazu gehöre doch wohl auch guter wein. deshalb sollten die trockenen doch leise sein und nicht so angeben.

    Ich finde ja, dass sich das Aufregen da ja gar nicht lohnt.
    Und ich finde auch, dass die Trockenen lauter werden und noch mehr angeben dürfen. Weil sie nämlich etwas ganz großes leisten.

    Auf diese Frage kann ich nicht antworten weil ich meinem Motorrad versprochen habe das ich hier nicht über es schreibe. Es ist da eigen. ;)

    Das finde ich auch sehr gut so, denn wir sind ein Alkoholikerforum und da geht es hauptsächlich um die Alkoholsucht, den Umgang damit und wie es gelingt, dauerhaft nüchtern zu bleiben. Das ist das Ziel.

    In einem Motorradforum kann es dann gern um Motorräder gehen.

    ich habe es geschafft, dem Alkohol zu widerstehen. Aber es war ein Kampf,

    Wogegen oder wofür kämpfst du?


    Egal, was passiert, Es gibt keinen Alkohol.
    Weil er ja überhaupt nix an der Situation ändern kann.
    Die einzige Veränderung wäre: Ich wäre nicht mehr nüchtern. Mein alkoholfreies Leben wäre kein alkoholfreies Leben mehr. Eine Katastrophe.

    Ein alkoholfreies Leben ist es aber , was ich haben will, für immer. Das ist das, was ich will. Und weil ich Alkoholiker bin und meine Alkoholsucht lediglich zum Stillstand bringen konnte, kommt Alkohol nicht infrage, egal, was passiert.
    Ein Glas und ich wäre wieder drin in dieser Suchtspirale. Ich bin sicher, dass ich den Ausgang nicht noch mal finden würde. Denn die Suchtspirale dreht sich immer schneller ….und immer nur nach unten.

    Gegen den Alkohol kann kein Alkoholiker gewinnen. Ich nicht und du auch nicht. Niemand. Kämpfen ist vergebliche und kräftezehrende Mühe.

    Das zu akzeptieren macht es mir möglich, mit meiner Alkoholsucht zu leben und gar nicht erst im Alkohol eine Lösungen zu suchen. Weil es im Alkohol keine Lösung gibt.

    Ich kann, wie jeder andere Alkoholiker auch, meine Alkoholsucht nur stoppen. Und zwar genau so lange, wie ich keinen Alkohol trinke. Es gibt keine Heilung.