lediglich Flaschen zähle ich noch und dokumentiere- aus Angst, dass mir niemand glauben würde wenn die Trennung kommt..
Warum denkst du, dass es dir so wichtig ist, ob dir irgendwer glaubt?
Wichtig ist doch nur, dass du dir und deinen Wahrnehmungen glaubst und dass du deinen Kindern die Chance gibst, an sich und an ihren Wahrnehmungen zu glauben.
Darunter leider auch, dass mir mein Sohn vorwerfen könnte, dass er sein zu Hause verliert, dass er nicht in einer Wohnung sein will, ohne seinen Garten, ohne seine Haustiere.
Dein Sohn ist 7.
Ich fürchte, er könnte dir mit 17 viel viel schwerwiegende Dinge vorwerfen.
Ich WILL was ändern, aber das einzige was für mich zählt, ist dass es meinen Kindern gut geht und ich habe aktuell die Angst, dass es "nur mir nicht gut geht" und sie das alles gar nicht so empfinden wie ich und ich voreilig falsche Entscheidungen treffe.
Glaubst du wirklich, dass deine Kinder nicht mitbekommen, was da bei euch los ist?
Kinder haben so feine Antennen, denen entgeht nichts. Und das, was sie nicht verstehen, weil es vertuscht wird und damit für sie weggeredet wird, macht unsicher und das macht Angst….. und diese Unsicherheit und diese Angst bleibt bei so Vielen ein Leben lang. Das prägt. Das macht so unsicher, dass die Kleinen noch gar keinen Wortschatz dafür haben und die Worte in dieser Situation verharrend auch nicht lernen können. Für die ist das der Normalzustand und das Einzige, was sie daraus lernen ist, dass man aushalten muss….irgendwie.
Da sind Haus, Garten und Haustiere aus der Kindheit leider keine wirkliche Hilfe.
Ich lese hier bei so Vielen, dass genau dieses ‚aushalten‘ in der Kindheit, dieses sich nicht mitteilen können, diese Unsicherheit und diese Ängste aus Kindertagen auch im Erwachsenenalter ständige Begleiter sind. Keine schönen Begleiter, denn sie machen das Leben um so viel schwerer als ein fehlendes Haus, Garten und Haustiere.
Wie soll ein Erwachsener erkennen, warum sein Leben so schwer ist, wenn ihm diese in der Kindheit aufgebürdete Last als das Normalste der Welt vermittelt wird, sogar noch als ‚Gewinn‘ präsentiert wird, weil es ja auch ein Haus, einen Garten und Haustiere gibt….. ?
Ich bin ehrlich gesagt immer erschrocken und zutiefst betroffen, dass wirklich angenommen werden kann, dass es Kindern in einem Säuferhaushalt gut gehen könne und die da unbeschadet in ein Erwachsenleben starten könnten.