Hallo zusammen,
da habe ich doch glatt meinen vierten trockenen Geburtstag verpasst.
Am 25.08.2020 bin ich nach Rückfall (27.7.2019) und erneuter Entgiftung aus der Klinik gekommen. Hatte zuvor schon einmal über ca. 7 Jahre abstinent gelebt, die Nachsorge vernachlässigt und es kam wie es kommen musste.
Nun denn, vielleicht ja nicht so wichtig, da noch viele Jahre folgen sollen, aber ein Grund hier einmal wieder etwas zu schreiben.
Habe mich noch einer zweiten Online Gruppe über Facebook angeschlossen, so dass ich mich täglich mit dem Thema Alkoholismus befasse.
Spiele seit ca. 1,5 Jahren wieder in einem Verein Tennis. Habe in entscheidenden Momenten ( Bestellungen) kund getan dass ich trockener Alkoholiker bin. Die Reaktion habe ich zwischen betretenem Schweigen und Verständnisvollem Schulterklopfer einsortiert. Dazu ein weiterer viel zu viel trinkender Aspirant, der sich mit vielen Ausreden um die Wahrheit windet. Immer wieder legt er 1 - 4 Wochen Trinkpause ein und glaubt so, er sei kein Alkoholiker.
Aber immerhin hat er mich angesprochen, mit der Frage wie lange ich mich schon quälen würde. Ich quäle mich seit 4 Jahren garnicht mehr, da ich das Thema Alkoholsucht endlich verstanden habe. Ich will leben, bei guter Gesundheit. Du quälst dich und deine Angehörigen mit immer wiederkehrenden kalten Entzügen um nach 1-4 Wochen den Kreislauf von neuem zu beginnen. Krankheiten aller Art werden ihm diagnostiziert. Auf die Frage, ob sein Arzt
von dem erhöhten Alkoholkonsum weiß kommt ein Verschmitztes Lachen. Denke, wir kennen es. Weiter geht`s mit der Giftzufuhr, obwohl der Körper schon vehement rebelliert.
Das Resümee nach erneuten vier trockenen Jahren ist und bleibt vermutlich: Das Leben wird nicht viel weniger anstrengend.
Aber zumindest kommt kein neuer Bockmist dazu, der im Suff gern konstruiert wurde, oder mit Lügengeschichten eine Scheinwelt erbaut.
Hält man sich an die Regeln und verbannt Freunde oder auch die Partnerin aus seinem Leben, beginnt die eigentliche Arbeit zunächst an sich selbst.
Wechselhafte Stimmungen schwächen mehr und mehr ab. Tief traurige Momente dulde/akzeptiere ich, halte sie immer besser aus und versuche diese dabei einzusortieren. Glaube, es wird immer besser mit offenem Ende, während in Suffzeiten die ewige Frage quälte, wann es zum großen Knall kommt.
Hoffe es geht euch allen gut 
Beste Grüße
Thomas