Beiträge von Topema

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Ich findeganz wichtig dass man nach einem Rückfall in der Regel nicht wieder bei 0 anfängt

    Ist ja bei einem Ausrutscher medizinisch wohl auch nicht nötig. Aber, wie in meinem Fall endlich kapieren wie wichtig die Nachsorge ist.

    Es wird teilweise sogar von einem Vorteil gesprochen, auf der langen Reise durch die Abhängigkeit, um es zu verinnerlichen dass es ohne ständigen Austausch mit anderen Betroffenen nicht für immer funktioniert.


    Beste Grüße

    Thomas

    Mein aktuellstes Thema, nach fast 10 Jahren Trockenzeit. Letzter Rückfall am 25.8.2020.


    Die Stärke des Rückfalls scheint entscheidend zu sein. Einmalig, über einen begrenzten Zeitraum, auch Lapsus genannt kann bei sofortigem Stop, angeblich der Rückfall in den Griff zu bekommen sein. Quelle: Alkoholismus-Hilfe

    Für mich Beinhaltet das schon allerhöchste Gefahr und hat letztendlich auch zu weiteren Rückfällen zwischen dem 25.07.2019 und 25.08.2020 geführt.

    Ganz oder gar nicht, schafft in meinem Kopf viel Platz für neue Gedanken z.B. die Anmeldung hier im Forum.


    Beste Grüße


    Thomas

    Hallo Al_hl,


    rufe einen Notarzt...112...keinen normalen Arzt.

    Wenn tatsächlich Lebensgefahr besteht, müssen sie deinen Vater mitnehmen. Gegebenenfalls auch gegen seinen Willen.

    Voraussichtlich nimmt es dir auch (hoffentlich ganz viel) die Schuldgefühle.


    Mach Dich nicht weiter kaputt! Spreche es mit deiner Mutter ab...oder auch nicht!!!


    Beste Grüße

    Topema

    Und aus dieser Verzweiflung ist meine Stärke wieder erwacht. Und das war, so empfinde ich es heute

    meine Rettung.

    Hallo Elly,


    aus eigener Kraft bzw. ohne Entgiftung und anschließender Therapie geschafft ?

    Habe mich gerade einer Gruppe entzogen die der Meinung ist, dass man das durch eigenen Willen schafft und das mit dem rauchen aufgeben vergleicht.

    Habe in über 40 Jahren Selbstständigkeit so ziemlich alles mit Disziplin und Willenskraft geschafft, auch den Alkohol mal ein Jahr, dann zwei Jahre freiwillig weggelassen. Habe dabei aber auch quasi auf die Uhr geschaut, als die zwei Jahre um waren.


    In kürzester Zeit (2-3 Wochen) war mein "Bär aus dem Winterschlaf" erwacht und ich glaube, stärker wie je zuvor.

    Erst nachdem ich mich mit den medizinischen Hintergründen befasst habe (Thalamus) und zuvor einen Bericht von

    Winfried Lintzen "Die Tücken der Sucht" gelesen habe, habe ich kapiert....gib auf, das Viech ist stärker.


    Beste Grüße


    Thomas

    Mal überspitzt gesagt „wenn der Tiefpunkt weg ist kann ich ja wieder saufen. Ich habe ja wieder Luft nach unten.

    Ja, diese Gedanken kommen auf, wenn man das Suchtgedächtnis nicht durch Nachsorge pflegt.

    Ach, wenn ich Rentner bin, dann ist doch sowieso alles egal z.B.

    Auch freudige Ereignisse, Urlaubslaune etc. können zu den Momenten führen in denen man schwach


    Ich habe aus dem Suchtgedächtnis bildlich einen Bären im Winterschlaf gemacht.


    Bär = Kraft = keine Chance

    Im Winterschlaf (Abstinenz) fährt er Puls und Herzfrequenz auf ein Lebensnotwendiges Minimum zurück, ist aber trotzdem wach genug um sich gegen Feinde (Rückfall) sofort zu wehren. Wird der Bär von Feinden (Alkohol) gestört zeigt er in Sekunden seine wahre Kraft und alles geht von vorn los.

    Resultat: Lass den Bären in dir in Ruhe schlafen und achte darauf das ihn niemand stört.


    Oder Radfahren.....verlernt man nie. Auch nach Jahren steigt man auf und nach ein paar Metern "gehts" wieder


    LG


    Thomas

    Hallo Carl Friedrich,


    natürlich richtig, wie Du es genauer definierst. Aber 3 Menschen habe ich auch zum Friedhof begleiten müssen.

    War/ist auch bei mir nicht der Fall, bis auf den Führerschein der mir auf Grund meiner ehrlichen Aussage: Bin trockener Alkoholiker und hatte einen Rückfall....entzogen wurde. Mit MPU Auflage obwohl der gemessene Wert gering war.

    Ein von der BAST festgelegtes Kriterium, bei vielen weiteren Krankheiten, wie Herzinfarkt usw. usw. Sollte jeder Autofahrer mal lesen und besser nichts aussagen. Eine Meldepflicht besteht nicht.

    Da meine (Auto) Welt dann somit doch in der Gosse lag, habe ich diesen Vorgang als Startsignal für eine erneute Wende gesehen.

    Mein Vater war Bauunternehmer....vor ca. 50+ Jahren. Da ich mich schon sehr früh für alles interessierte was sich dreht oder noch mehr, warum es sich nicht mehr dreht oder bewegt, drängte ich in den Schulferien immer darauf, dass er mich mit nahm.

    Meine Hauptaufgabe war allerdings zur Frühstücks- und Mittagszeit Tütenweise Getränke heran zu schleppen. Da war ich ab 6 Jahre alt.


    Sein Bester Mann kam morgens schon mit einer prall gefüllten Leder-Tasche zur Arbeitstelle bzw. wurde von meinem Vater abgeholt.

    Die Pitralon Rasierwasserwolke habe ich jetzt noch in der Nase. Vor der Mittagspause musste ich selbstverständlich das Leergut einsammeln. Daher weiß ich das sein bester Mann von 7.00 - 12.00 bis zu 15 Flaschen einer unverwechselbaren, speziellen Marke Bier intus hatte.


    Och lass den doch, der hat Sorgen, meinte mein Vater. Schau mal wie fleißig der ist und immer pünktlich. Beobachte mal die ......(Hilfsarbeiter) die trinken keinen Alkohol und machen nach kurzer Zeit schlapp.

    Aha, dachte sich der kleine Thomas...scheint nicht so schlimm zu sein der Alk und macht auch noch stark.


    Meinen 8 Jahre älteren Bruder (somit 14) brachte während dieser Zeit schon regelmäßig die Polizei nach Hause....entweder direkt aus einer Kneipe...oder betrunken und ohne Führerschein auf einem Heinkel Roller aus dem Verkehr gezogen.

    Wouw, was für ein Held dachte sich der kleine Thomas


    Kleiner Sprung in das Alter von ca. 12 Jahren. Fußballverein/ B-Jugend....der Trainer kam mit einem Tablett Bier...das wirkt Wunder macht mutiger....

    Na wenn das nicht so schlimm ist, stärker, lustiger und mutiger macht...dann griff der kleine Thomas mit seinen Minderwertigkeitskomplexen doch gleich doppelt zu. Das Thema nach dem Sport hatten wir ja schon :(


    Darf ich jetzt irgendwem die Schuld zuweisen? Nein damals wussten sie es nicht besser.

    Auch die Gesetzgebung nicht, die damals bis 1,6 %0 im Straßenverkehr alles in Ordnung fand.

    Als ich erstmals gemerkt habe das etwas nicht stimmt war ich 23 Jahre alt. In meinem Traumjob selbstständig, erfolgreich und körperlich in Höchstform. Geht nicht, gibts nicht, war mein Motto. Immer helfen, niemals nein sagen.

    Nur der schon längst süchtige Hirnstamm meldete sich immer intensiver mit den bekannten Symptomen der Sucht.


    Eine Horrorzeit über weitere 20+ Jahre begann. Lebensgefährliche kalte Entzüge unter dem Deckmantel...bin im Urlaub...führten nur noch weiter in die falsche Richtung. Siehste, geht doch. Dazu die Entzüge manchmal abgebrochen, da mal wieder ein wichtiger Termin anstand.


    Einer der vielen Ärzte die ich in Kundschaft hatte und mit dem ich privat und sportlich (Tennis/Volleyball) viel Zeit verbracht habe, sagte mir: Das schaffst niemand allein. Meine Antwort damals: Dann bin ich eben der erste, der das schafft. Du bist doch nur sauer, dass Du trotz meines Zustandes ( Die Alkoholfahne, Sonntags 12.00 stand in der Halle) verloren hast.


    Mannometer...wie bekommt man das in die Köpfe der jungen und auch älteren Leute, die sich mit ihrem Komasaufen das Leben ruinieren.

    Seit 12 - 15 Jahren lese ich von einer gleichbleibenden Zahl von 1,2 - 1,6 Millionen Alk-Abhängigen bei 83 Mio-Einwohnern.

    In England liest man von 8 Mio Abhängigen bei 60 Mio-Einwohnern.


    Scheinbar stimmt der Satz: Frau/Mann muss erst ganz unten angekommen sein


    Beste Grüße...wenn auch mit weichen Knien


    Thomas

    Hallo Eismann,


    genau, und nach dem Sport erst einmal drauf mit dem Zeugs......ist ja isotonisch, sagt die Werbung :(

    Der Grund warum ich mich aus allen Vereinen zurückgezogen habe.


    Beste Grüße


    Thomas

    Hallo Eismann,


    schöne Zeilen....könnte auch von mir sein.

    Schon mal daran gedacht, dass das übermäßige Sport treiben, der Top-fitte Körper auch eine perfekte Tarnung bzw. Täuschung war?


    Schaut doch...ich doch nicht, niemals. Dazu noch auf der Sonnenbank tief braun gebrutzelt.

    Alkoholiker haben alle einen fetten Bierbauch....also, was wollt ihr!


    Beste Grüße


    Thomas

    Er hat einen Betreuer, der für die meisten Bereiche zuständig ist.

    Hallo Wunder_87,


    den Betreuer immer wieder darauf ansprechen. Vermutlich bleibt nur noch eine Entmündigung.

    Habe es zweimal in der Familie erlebt. Da beide Geschwister keine Hilfe angenommen haben, bzw. ja angeblich kein Problem hätten, habe ich mich der Situation entzogen, da auch selbst betroffen.

    Auch wenn es noch ein paar Jahre gedauert hat, habe ich beide der Reihe nach zu Grabe getragen. Von jetzt auf gleich versagen die Organe eventuell noch durch einen Sturz begünstigt.

    Brutal, das Endergebnis einer Alkoholsucht.


    Wünsche alle Kraft der Welt


    Topema

    Wird da sich da nicht nur einer Floskel bedient oder woran bemerke ich die Suchtverlagerung?

    Sind nicht dann alle irgenwie süchtig die z.B. Marathon laufen, den Jacobs Weg gehen, oder Extrem Bergsteiger, Body Builder usw. usw.

    Wie habt ihr das „danach“ erlebt?

    Neben viel Arbeit....Eis, bis 1000 ml am Abend, Lakritz, Gummibärchen und Sport, Sport, Sport, viel lesen und youtube Vidios über Z.B. Ulli Borowka und viele mehr, die sich als Alkoholiker öffentlich outen. Leider auch das Rauchen wieder angefangen :(

    Alle Bekannten, Freunde aussortiert und dabei speziell die Mitgliedschaft in Sportvereinen gekündigt.

    Dazu meine Geschichte mit der Erfahrung aus der Therapie handschriftlich niedergeschrieben.

    Kindheit, Religion ( Zeugen Jehovas bis 12), Schulzeit mit prügelndem Direktor (Nazi und Z. Jehova!), weitere Entwicklung, Zivildienst, private Tragödien, Erfolg, erneute Schicksalsschläge etc.

    Ein Ordner ist bereits voll, obwohl ich bei dem Alter von 35 erst mal stoppen musste, da ich soviel Dinge erkannt habe, dass ich weiche Knie bekommen habe.


    Beste Grüße


    Thomas

    Guten Morgen Thalia


    ich habe mich im Januar einer Selbsthilfegruppe in der Nähe angeschlossen. Corona bedingt fanden die ersten Treffen erst im Juni statt.

    Leider musste ich fest stellen, dass diese Hobby-Gruppe die Grundregeln der Abstinenz bei Alkoholismus nicht kennt.

    Geradezu gefährlich..... es währe alles nur Willenssache wie beim rauchen...etc.

    Teilnehmer kommen betrunken zum Treffen. Kontrolliertes Trinken zu lernen ist hier das Motto.


    Unwissende Scharlatane.....um noch freundlich zu bleiben


    MfG

    Thomas

    Hallo Seeblick,


    genau das wollte ich mit meinem Beitrag erreichen. Die Achtsamkeit muss ein Leben lang erhalten bleiben, da sich ohne regelmäßigen Austausch über die Sucht eine Routine bzw. Selbstsicherheit oder sogar der "Trockenrausch" einstellt.

    Schön, dass Du den Weg in das Forum so schnell gefunden hast. Es wird dich hoffentlich dabei unterstützen nicht leichtsinnig zu werden.

    Mir war leider nicht bekannt, dass es dieses Online Forum gibt.

    Finde das sehr gut. Jederzeit Zugriff gibt mir noch mehr Sicherheit, als sich ein oder zweimal im Monat zu treffen.


    Habe einen schön Satz dazu gelesen.

    Wenn es Dir schlecht geht, gehe in die Gruppe

    Wenn es Dir gut geht, renne in die Gruppe


    Beste Grüße


    Thomas

    Hallo Hartmut,


    schöner Vergleich :) Reifendruck selber kontrollieren = Nachsorge


    Das der Sensor (Suchtgedächtnis) ein Leben lang funktioniert und nur mit Abstinenz/Nachsorge maximal zum schlafen gebracht werden kann,

    ist für mich der ganze Schlüsselpunkt.


    Die Nachsorge bzw. Rückfall- Prophylaxe habe ich vernachlässigt in dem ich alkoholhaltige Geschenke von Kunden, nicht wie zuvor entsorgt, sondern gelagert habe. Ach, die verschenke ich dann irgendwann.........Mag sein, dass ich mir im Unterbewusstsein schon darüber klar war, das ich die Gesamtsituation nicht mehr geregelt bekomme.

    Beim Rasen mähen und 41 Grad Außentemperatur, kam Durst und ich habe ohne zu zögern zugegriffen.

    Zur weiteren Erklärung.

    Hatte mich meinem Hausarzt schon vor der Therapie anvertraut.

    Alkoholismus, Schlaflosigkeit, Tinnitus, Prostata-Beschwerden bzw. typische Burn- Out Symptome. Dagegen hat er mir ein Medikament namens xxxEditxx verschrieben.

    Hat auch erst einmal geholfen. Konnte 6 Stunden schlafen und hatte trotz den vielen Sorgen gute Laune.

    Erst nachdem ich den Beipackzettel gelesen habe, wurde mir klar, dass das Medikament speziell bei Alkoholikern nicht verschrieben werden darf.

    Der Wirkstoff des Medikaments setzt an den gleichen Synapsen im Gehirn an, wie Alkohol und führte in meinem Fall tatsächlich zu Leck mich am A- Gedanken. Der Arzt kennt mich lange und hat es gut gemeint und mir dringend geraten in den nächsten Tagen (Max.10) zu versuchen, einige der Dinge zu lösen.

    Wie Du am Resultat siehst, waren die Dinge nicht so schnell zu lösen bzw. ich habe erst nach dem letzten Rückfall die Reißleine gezogen, indem ich alle Belastungen wie vier gleichzeitig laufende Rechtsstreite, Firmenauflösung, Partnerschaft etc. mit großen finanziellen Verlusten beendet habe.


    Bewusst oder in Erinnerung ist mir kein Gedanke wie: was machst du hier.....du weißt doch wo das endet etc.

    Glaube, das Medikament (LmaA-Gedanken) und der greifbar nahe Alkohol .....der Sensor hatte leichtes Spiel.

    Ich war glücklich Abstinent aber habe die Warnsignale nicht war genommen. Niemals währe ich losgefahren und hätte Alkohol gekauft


    Bin mir gerade nicht sicher, ob es sinnvoll ist das Medikament zu nennen. Nachher kommt noch jemand auf die Idee...


    MfG


    Thomas

    Hallo Hartmut,


    genau seit dem 25.08.2020


    Ja, Never Ending Story auf jeden Fall.

    Eventuell berufsbedingt..? Kfz-Meister....immer auf der Suche nach Gründen/Fehlern in allen Systemen. Jetzt steht das eigene System erneut am Diagnosegerät.

    Es gibt neben den wissenschaftlichen Erklärungen auch sehr gute Beschreibungen, die einfach und ohne Medizinstudium verständlich sind.

    Wie schon geschrieben, mir hat das enorm geholfen.


    Bin mir sicher, Du kennst sie alle


    Liebe Grüße

    Thomas

    Hallo allerseits,

    mein Name ist Thomas, bin 63 Jahre alt und (wieder) trockener Alkoholiker.


    Schön, wenn auch oft traurig, eure Geschichten zu lesen, die ich Station für Station auf der langen Reise durch die Alkoholsucht auch selbst erlebt habe.

    Klasse und mutig, dass ihr den Schritt gewagt habt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.


    Auch wenn bei mir die Erkenntnis Alkoholiker zu sein, schon lange gereift war, habe ich erst 2009/10 Therapeutische Maßnahmen eingeleitet.

    Zuvor habe ich mich durch mehrere selbst auferlegte Abstinenz-Zeiträume von mehreren Monaten...einem Jahr....und zwei Jahren gekämpft.

    Na siehste, geht doch, dachte mein Umfeld und ich.

    Inklusiv der Ambulanten Langzeit-Therapie war ich über 10 Jahre trocken. Mit dem Tod einiger vertrauten Personen, im Jahr 2016, habe ich die Nachsorge vernachlässigt.


    Jetzt schaffst Du das allein....dachte ich....nein falsch...das Thema Alkoholiker war in Vergessenheit geraten.

    Gleichzeitig türmte sich ein Berg von juristischen, geschäftlichen, gesundheitlichen und privaten Dingen auf, die meinen Traumjob zum Albtraum werden ließen und meine Existenz gefährdeten. Am 25.7.2019 schlug das Suchtgedächtnis zu.

    Am 29.07.2019 wurde mir der Führerschein entzogen, da ich mit 1.07 Promille einen Unfall verursacht habe. Bin Kfz- Meister und war bis dahin 40 Jahre selbstständig.

    Die wahrheitsgemäße Aussage bei der Polizei: Bin Alkoholiker und hatte einen Rückfall, führt zu einer noch ausstehenden MPU ( Idiotentest)


    Dem darauf folgenden Rückfall folgte ein heller Moment, in dem ich mich für eine erneute Entgiftung in ein Krankenhaus begab.

    Ich habe begonnen, den positiven Effekt zu erkennen, der durch den Führerscheinentzug entstanden ist.

    Die Notbremse eines D-Zug`s hätte ich vermutlich noch lange nicht gezogen.


    Seit dem beschäftige ich mich so intensiv wie nie zuvor, mit den Abläufen im Gehirn bzw. dem Hyothalamus, biochemischen und neurologischen Prozessen und Rückfallgründen.

    In der Therapie wurde das Thema selbstverständlich besprochen. Das sei aber zu kompliziert. Mit den medizinischen Details sollten wir uns nicht befassen.


    Mir haben die intensiven Recherchen enorm geholfen. Die wichtigste Erkenntnis: Ein Rückfall hat wenig mit mangelndem Willen oder Charakterschwäche zu tun.

    Das Sucht- Gedächtnis ist vielmehr eine wunderbare Einrichtung des Körpers, der sich überhöhte Giftzufuhr merkt......für immer.


    Selbstverständlich ist das Thema Alkoholismus und Rückfall ein umfangreicheres Thema und falls ich hier bei der Vorstellung über das Ziel hinaus geschossen sein sollte, bitte ich um entsprechenden Hinweis.

    Freue mich auf eure Erfahrungen