Beiträge von Lea

    Es wäre schön, wenn Du nach einem Durchatmen heute gleich morgen ins Handeln kommst, anstatt die Ruhe vor dem Sturm zu genießen.

    Wenn Du es nicht für Dich tust, dann für Deine Kinder. Du hast doch vorhin selbst geschrieben, dass Du sie schützen musst.

    Bestimmt hast du selbst schreckliche Angst und weißt nicht wohin mit dir selbst und deinen Gefühlen. Aber du bist die einzige, die die Macht hat deine Kinder von noch mehr Leid zu beschützen.

    Ich war sieben Jahre alt, genau wie dein kleiner Sohn… meine Mutter dachte bestimmt ich schlafe friedlich in meinem Zimmer, vielleicht hat sie auch selbst geschlafen. Aber ich lag wach und gelähmt vor lauter Angst in meinem Bett. Der Mann, mit dem ich immer so gerne gespielt hatte, stand vor meinem Fenster und hatte mich geweckt. Er flüsterte ich solle ihn rein lassen, ich konnte mich nicht bewegen. Das muss ihn geärgert haben, er wurde wütender, lauter, ausfallender, ich wollte um Hilfe rufen, ich wollte das meine Mutter bei mir ist, ich dachte er kommt jeden Moment ins Haus und bringt einen nach dem anderen um. Ich weiß nicht wie lange ich bewegungslos dort alleine gelegen habe, ich muss aufgestanden sein, denn ich erinnere mich an Gebrüll im Haus, eine eingeschlagene Glastür, Blut auf dem Fussboden, Blaulicht, Polizisten und an die Angst, völlig berechtigte Todesangst! Diese Angst ist über ganz ganz lange Zeit nicht mehr aus meinem Leben verschwunden, ich bin sie alleine nicht mehr los geworden und mit meinen sieben, acht, neun, zwanzig Jahren wusste ich nicht einmal woher sie kommt. Ich erinnere mich nur noch an diesen einen einzigen Polizeieinsatz aus meiner Kindheit, jede einzelne solche Situation kann ein Leben komplett verändern.

    Was deine Kinder bisher erlebt haben, das kannst du nicht mehr ändern, aber du kannst ihnen helfen es hinter euch zu lassen und auf gesunde Weise zu verarbeiten. Was sie in Zukunft erleben werden, das liegt jetzt absolut in deiner Hand!

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du die Kraft findest, für euch alle drei bestmöglich zu Sorgen. Lea

    Mal ehrlich… wir haben hier wirklich null Platz, aber wenn eine Freundin, selbst eine ganz entfernte in deiner Situation wäre… ich würde sofort meine Familie stapeln und ein Zimmer frei machen!

    Sollte das tatsächlich absolut nicht möglich sein, dann lass jemanden bei euch einziehen!

    Wieviele Polizeieinsätze haben deine Kinder schon miterlebt? Was denkst du, was die nächsten mit ihrer Kinderseele anstellen werden? Wenn der Papa vor dem Haus lautstark das Leben der Mutter bedroht, wie soll ein Kind das verarbeiten?

    Liebe Fee,

    ich kann mir nicht helfen, aber es fühlt sich falsch an. Wenn du alleine bist mit den Kindern, wenn er zurück kommt, was hilft dir dann die ganze theoretische Vorbereitung? Kannst du nicht wenigstens irgendwo hin, bis etwas mehr Klarheit herrscht? Was sind schon ein zwei Wochen „schulfrei“ wenn ihr im Frauenhaus, bei Freunden oder deinen Eltern unter kommt. Du warst schon einmal im Frauenhaus… dann hast du sicher Beispiele gesehen, wie ein eskalierender Streit schlimmstenfalls Enden kann. Aber selbst wenn es gar nicht so weit kommen sollte, willst du wirklich mit kleinen Kindern in einem Haus sitzen, in das ein Betrunkener mit aller Gewalt rein kommen will. Haben deine Kinder es dieses Mal nicht mit bekommen? Wie willst du es verhindern, sobald er frei kommt?

    Für mich fühlt es sich falsch an, wenn du dort bleibst. Was sagt dein Bauchgefühl?


    Ganz viel Kraft wünsche ich dir, Lea

    Lindes Vorschlag ist so wahnsinnig hilfreich und gleichzeitig so einfach.

    Hier hat es unheimlich Spannung raus genommen, seit dem sämtliche Großeltern bei Besuchen nicht mehr hier schlafen. Eventuell gibt es auch Gästezimmer oder private Ferienwohnungen ganz in der Nähe von euch. Das könnte eine tolle Lösung sein, wenn dein Vater zum Kinder hüten kommt. Ein Rückzugsort in Laufnähe würde deine Mutter sicher gefallen und falls es mal hart auf hart kommt, kannst du sie auch problemlos raus setzen. Eventuell das aber auch einfach nur genug Freiheit, um sich genau dann zu treffen, wenn die Stimmung entsprechend passt und ansonsten irgendwo hin zu können. Mir hat es zum Beispiel total gut getan, abends nicht mehr zusammen zu sitzen und bei jeder neuen Flasche ärgerlicher zu werden. Ausblenden kann ja ein guter Übergangsweg sein.

    und mit meiner Tochter intensiv spielt, bis es dann plötzlich kippt und sie türenknallend rausläuft, böse Blicke verteilt und schnaubend antwortet. Und dann verstummt alles, weil sich dann niemand mehr wirklich traut, irgendwas zu sagen.

    Solange die Kinder klein genug waren, lässt sich sowas ja recht gut überspielen oder kurz erklären. Meine haben irgendwann angefangen Fragen zu stellen, aus denen klar wurde das sie nach meinem Anteil an dem Streit gesucht haben. Oder sogar gedacht haben ich wäre gemein zu Oma. Das hat mich auch sehr nachdenklich gemacht. Inwieweit ist es wirklich möglich ihnen die Situation zu erklären, ab wann geben sie vielleicht mir die Schuld daran das es nicht schön ist oder das Oma so selten „kommen darf“ oder was sonst noch so alles an Beschimpfungen stattgefunden hat.

    Liebe Merlyn,

    ich habe wohl jahrelang da dran rum „gebastelt“, wie Kontakt zwischen uns stattfinden kann, ohne das es allen Beteiligten schlecht geht, vorher, hinterher oder währenddessen. In unserer speziellen Konstellation ging leider irgendwann nur noch Kontaktabbruch. Aber egal wie stark Geschichten sich hier oft ähneln, es bleibt ja immer ein ganz individueller Weg.

    Hier bei uns habe ich ganz viel ausprobiert und vor allem die Grenzen von jedem einzelnen ausgelotet. Respektvoller Umgang stand ganz oben auf meiner Wunschliste. Dafür habe ich zeitweise versucht Gespräche fast ausschließlich auf gut Wetter Niveau zu führen oder mich selbst ganz weit raus zu nehmen und eigentlich nur den Kontakt zwischen Oma und Enkeln zu flankieren. Ich habe geübt mich aus ihren Angelegenheiten raus zu halten, gezielt weg zu gucken. Leider hat meiner Mutter das aber gar nicht gefallen, sie wollte mehr von mir, mehr Aufmerksamkeit, tiefgreifendere Gespräch, mehr Details aus meinem Leben. Natürlich ohne gleichzeitige Einmischung meinerseits in ihre Angelegenheiten. Ich wollte ihre Wohnung nicht mehr betreten, weil ich dort nicht mehr weg gucken oder nicht nichts sagen konnte. Sie hat darauf bestanden, dass wir sie weiterhin in ihrer Wohnung besuchen, wollte aber das ich die Zustände komplett ignoriere. Sie war tödlich beleidigt, wenn ich auf Treffen außerhalb bestanden habe und hat die meiste Zeit geschmollt, sie konnte die Begegnung mit den Enkeln dann gar nicht wirklich genießen.

    Irgendwo bin ich auf die Frage gestoßen oder bin gestoßen worden, ob ich denn von diesen Treffen irgendwas hätte, so für mich selbst. Eigentliches Ziel war die Aufmerksamkeit auf die schönen Dinge zu lenken, da war aber leider nichts mehr. Eine schreckliche Erkenntnis, aber für mich waren Begegnungen ausschließlich belastend, da war nichts positives mehr. Also dachte ich eine ganze Weile, dann muss ich es eben für die Enkelkinder „ertragen“. Solange die etwas davon haben, ist das ja auch in Ordnung. Und Kinder brauchen ja unbedingt den Kontakt mit verschiedenen Generationen und Charaktere.

    Tja… und dann gab es tatsächlich einige Schlüsselmomente für mich. Eins war ein Geburtstag, mit dem sehnlichen Wunsch den auf den Abenteuerspielplatz zu verbringen. Oma und Opa waren eingeladen und aus Fairness ihr gegenüber, wollte ich meine Mutter auch dabei haben. Opa machte ebenfalls keinen nüchternen Eindruck, hielt sich aber diskret im Hintergrund. Meine Mutter hingegen war anfangs völlig überdreht und später das heulende Elend. Ich hab permanent nach ihr geguckt, mit ihr geredet oder darauf gewartet das sie wieder in meinem Blickfeld auftaucht, als Beleidigte Leberwurst war sie zeitweise nämlich auch verschwunden. Wann immer ich mich auf das Geburtstagskind konzentrieren wollte grätschte sie irgendwie dazwischen, ich selbst habe die schönen Momente an dem Tag verpasst oder nur so halb mit bekommen. Es war ein endloses Elend und die ganze Zeit war ich natürlich die schreckliche Tochter und der furchtbare Mensch. Nach diesem Besuch habe ich angefangen mich zu fragen, was haben die Kinder eigentlich wirklich von dem Kontakt mit dieser Oma. Und was geht gleichzeitig alles verloren. Ist es vielleicht so das wir ihnen durch den Kontakt sogar etwas wegnehmen - in diesem Fall war meine komplette Aufmerksamkeit nicht beim Geburtstagskind. Und es ging mir noch längere Zeit nach der Begegnung wirklich schlecht. Was ja nun auch keinem Kind gut tut.

    Nach dieser Episode habe ich mich rund um Besuche mehr und mehr gefragt, warum wir sie eingeladen haben. Ob es den Kinder etwas bringt/gebracht hat oder ob es eher darum ging das sie es erwartet oder man das eben so macht. Leider musste ich irgendwann einsehen, es war zwar irgendwie nett mal ein Buch vorgelesen zu bekommen oder auch spannend eine weitere Person da zu haben, aber so rein Kosten Nutzen mäßig betrachtet kam eigentlich nichts dabei rum. Das klingt jetzt so schrecklich kalt, aber am Ende waren wir wohl genau da angelangt.

    Es gab noch einige Treffen und ganz fürchterliches Benehmen ihrerseits und einige Situationen in denen ich völlig die Beherrschung verloren habe. So hatte mein Mann mich noch nie erlebt und die Kinder auch nicht. Ich hatte keine Kraft mehr es still zu ertragen. Aber so wollte ich mich meiner Familie auch auf keinen Fall zumuten, die hatten das nämlich am wenigsten verdient.

    Ich habe dann in einem Telefonat mitgeteilt, dass ich erstmal eine Pause brauche was Besuche und auch Kontakt angeht. Ich wollte Abstand und diese Gefühle sortieren. Manchmal denke ich, wenn sie meine Wünsche und Bedürfnisse in dem Moment akzeptiert hätte wären wir nach einigen Monaten oder einem Jahr in die nächste Runde gestartet. Es bleibt ja immer die Hoffnung es würde sich etwas ändern, meine Mutter will das aber gar nicht und es bring auch nichts mehr, mein Leben damit zu vergeuden, auf ihre Einsicht zu warten.

    Es gab dann freundliche Anrufe, flehende Anrufe, ganz ganz übel beschimpfende Anrufe. Nachdem ich nicht mehr dran gegangen bin musste die Mailbox herhalten. Ich hab anfangs auf alles reagiert, wollte mich erklären oder hatte Hoffnung oder beides. Dann wurde der Kontakt irgendwann so reduziert, das sie sich eigentlich nur noch gemeldet hat, wenn sie etwas wollte. Ich hab gelernt nicht alles an zu hören oder zu lesen und inzwischen ist es manchmal ein ganzen Jahr lang komplett ruhig. Ruhig von ihrer Seite, aber auch ruhig was meine Gefühle angeht. Die kommen natürlich immer mal raus, zu besonderen Anlässen, Feiertagen oder weil ich nen schlechten Tag habe und auf den Arm einer Mutter will. Aber die meiste Zeit ist es einfach nur ruhig und so viel friedlicher als früher.

    Ich hoffe deine Fragen irgendwie beantwortet zu haben, es ging wohl nur so ausschweifend und etwas wirr 🙈 Wenn du denkst es hilft dir oder ich war zu unklar, frag gerne nochmal nach. Es ist alles so ein schmerzhafter Prozess und da den richtigen Weg für einen selbst zu finden ist echte Schwerstarbeit.

    Liebe Grüße

    Ach watt, Krönchen is was für Prinzessinnen, du bist doch mindesten eine Königin!!!

    Vielleicht kannst du in nächster Zeit vorher gut überlegen, von wem mit derartigen Kommentaren zu rechnen ist und den Kontakt eine Weile meiden. Du brauchst deine ganze Kraft für andere Dinge.

    Ach Sporty… sowas blödes aber auch 😔 Diesen Menschen wirst du immer begegnen und so locker von außen betrachtet gibt es natürlich handfeste Argumente gegen eure Entscheidung. Die stecken aber nicht in deiner Haut und können vermutlich nicht einmal ansatzweise verstehen, wie es euch mit der aktuellen Situation geht.

    Es war nicht lange Zeit so toll, ihr habt euch verbogen und geschwiegen und deshalb hat es funktioniert. So in etwas habe ich das jedenfalls bisher aus deinen Berichten raus gelesen. Aber selbst wenn bisher alles perfekt gewesen wäre… jetzt ist es das nicht mehr!

    Du leidest, dein Mann hat die Nase voll, falls deine Kinder nicht schon längst auch zu viel mitbekommen, lange wird das nicht mehr so bleiben.

    Der Kontakt muss doch gar nicht abbrechen, vielleicht erschafft ihr euch gerade mit dem räumlichen Abstand endlich wieder Raum für gute Begegnungen.

    Kinder sind flexibel und ihr als Eltern habt die Macht aus allem das Beste für sie raus zu holen! Lass dir dein Abenteuer nicht kaputt machen. Steh auf vom harten Boden, wisch deine Tränen ab, lass alles hinter dir und träum dich in eine glücklichere Zukunft.

    Liebe Merlyn,

    tatsächlich hatte ich gerade vor, dir auf deine letzte Nachricht zu schreiben. Nun werden meine Gedanken aber überlagert, von diesem neusten Ereignis.

    Du sagst einen Kontaktabbruch willst du nicht. Hast du eine Idee davon, wie du dir Kontakt zukünftig vorstellen könntest? Nicht die rosa Brille Variante, bei der sie all eure Argumente einsieht, aufhört zu trinken und von da an trocken bis an ihr Lebensende ist. Nein, die aktuelle Situation, bei der sie nichts von deinen Bedenken hören will, definitiv weiter trinkt, aber trotzdem den Kontakt sucht. Wie kannst du dir zukünftige Gespräche vorstellen, was sind dann eure Themen? Wie sehen deine Bedingungen für mögliche Treffen aus? Was kannst du dir vorstellen, was nicht? Wo sind deine Grenzen und was kannst du dafür tun, damit diese Grenzen eingehalten werden?

    Was muss passieren, damit die aktuelle Situation erträglicher für dich wird?

    Ich verstehe deinen Schmerz und würde dich gerne in den Arm nehmen und trösten!

    Lea

    Oh das höre ich so gerne 😊

    In eurer neuen Bleibe malst du dann irgendwo mindestens einen Quadratzentimeter in deiner Lieblingsleuchtfarbe und schickst mir ein Bild, okay?

    Der Weg wird auch weiterhin nicht leicht werden, aber es gibt keinen Grund ihn nicht mit etwas Abenteuer und Spaß zu gehen.

    Huhu Sporty,

    du hast geschrieben, eine Übergangslösung würde sich finden lassen.

    Mir ist später eingefallen, wie ich mal als Übergangslösung nur für ein paar Wochen in eine WG gezogen bin, die auch ohne mich schon akuten Platzmangel hatte. Aus den paar Wochen wurde über ein Jahr 😱 Ein abenteuerliches Jahr, voller Improvisationstalent, akuter Lachkrämpfe, heillosem Chaos, Krieg im Badezimmer und vor der Badezimmertür, Tränen, und und und Ich hab es gehasst, ich hab es geliebt und es ist eine gute und schöne Erinnerung!

    Ich weiß ja nicht wie alt deine Kinder sind, aber eine Übergangslösung kann bestimmt auch als Abenteuer verpackt werden. Mit Zimmerfarben, die nie als Dauerlösung genehmigt würden, dem Angebot ganz viel selbst zu entscheiden, Selbstgebauten Möbeln aus Paletten - die gleichzeitig als Raumteiler dienen, einem Himmelbett/Liebeshöhle mit knallpinken Vorhängen für deinen Mann und dich - mitten im Wohnzimmer. Für einen begrenzten Zeitraum ist es so leicht sich ein wenig Unsinn zu genehmigen 🤩

    Macht ein Familienmeeting und lasst euren Wünschen und Ideen freien Lauf… Eine kleine Spinnerei, die Erlaubnis zu träumen und ganz viel Farbe im Innen und Außen, hat vielleicht genug Energie, um die Traurigkeit zu vertreiben.

    Und um der Ohnmacht zu entfliehen hilft fast immer Aktion, egal ob die dann wirklich sinnvoll ist oder nur befreiend wirken soll.

    Einen ganz lieben Gruß, Lea

    Hast du vielleicht irgendwelche Ideen, wie du deine Vater und deinen Bruder „trennen“ könntest?

    Ich kann meinen kranken, alten Vater damit ja nicht ganz alleine lassen und er kann meinen Bruder nicht loslassen.

    Wenn du ausreichend inneren Abstand hast, es dich gesundheitlich nicht belastet, du ruhig schlafen kannst… Dann ist es völlig Okay, wenn du deinen Vater in seinem Elend begleitest. Aber ist das wirklich so? Schadest du nicht auch dir und verlierst wertvolle Lebenszeit mit einem aussichtslosen Kampf?

    Ich selbst habe so viel Lebenszeit vergeudet und mache dies noch immer, sobald ich mich von dem Thema gefangen nehmen lasse.

    Am liebsten möchte ich jeden schütteln und ihm ins Gesicht brüllen, dass er so weit weg laufen soll wie er kann ☺️ Das hilft natürlich auch nicht weiter… Aber ab und an mal innerlich zur Ordnung rufen und gucken, dass man selbst weniger Schaden nimmt… das mache ich mit mir selber, also kann ich es auch bedenkenlos als hilfreich weiter empfehlen!

    Einen lieben Gruß, Lea

    Liebe Löwenmama,

    wie sieht denn dein aktuelles „akut“ Hilfsprogramm für dich selber aus? Ich denke du brauchst einen persönlichen Notfallkoffer, in Anlehnung an die Notfallkoffer hier aus dem Forum, nur eben darauf ausgelegt das du dich ablenken kannst und nicht völlig durchdrehst. Die Feiertage werden sicherlich eine besondere Herausforderung, aber die ganze Zeit vorher wird ja auch nicht einfach werden 😔

    Es ist fürchterlich, aber jetzt musst du gucken, wie ihr anderen so wenig zerstört werdet, wie irgendwie möglich.

    Liebe Grüße, Lea

    Du sprichst mir aus der Seele Hanseat. Also schöne Zweisamkeit will sich vor meinem inneren Auge nicht so recht einstellen, wenn ich mir den Abend von zwei nassen Alkoholikern vorstelle. Da hab ich aber mal ganz andere Assoziationen 😂

    Liebe Momy, es tut mir leid, dass du dich so quälen musst! Vielleicht kannst du deine Umgebung beim nächsten Mal darum bitten dir solche Geschichten gar nicht erst zu erzählen? Ist ja niemandem mit geholfen, wenn du dich mit Gedanken selber quälst. Oder du überlegst dir neue Strategien, um dich von dieser Phantasie ab zu lenken und dir statt dessen selbst etwas gutes zu tun.

    Ein Spaziergang durch den Herbstwald zum Beispiel.

    Viele Grüße, Lea

    Wir haben auch schon mal Banktermine einzeln gemacht, also den Bankmenschen mit ein und dem selben Thema doppelt besucht, die verdienen ihr Geld damit, also was soll’s... Vielleicht musst du euren Termin gar nicht absagen. In Aktion gehen fühlt sich für mich fast immer besser an als warten zu müssen. Warten fällt mir aber auch echt schwer.

    Jedenfalls ist meine Mutter jetzt wieder der Meinung, dass sie bald sterben wird, aber mich trifft das nicht mehr. Ich bin erschreckend emotionslos geworden…

    Das Gefühl kenne ich auch von mir. Da hab ich dann gedanklich zerfleddert, was mir eigentlich total gut getan hat. „Wie kann ich so herzlos reagieren. Was bin ich denn für ein Mensch so auf den Schmerz oder die Angst meiner eigenen Mutter zu reagieren“ und und und. Inzwischen finde ich das nicht mehr herzlos, denn ich reagiere ja nicht bei jedem Menschen so, sondern bin nur bei meiner Mutter taub auf diesem Ohr.

    Ja, verrückt… ich hatte schon mehrfach registriert, dass du wohl aus dem Urlaub zurück bist. Dachte aber immer es wäre zu früh zum nachfragen 🤷🏻‍♀️

    Es tut mir sehr leid wie die Gespräche verlaufen sind, bestimmt geht es dir nicht gut damit 😔

    So aus der Ferne fühlt es sich trotzdem irgendwie gut an, es tut sich etwas, wie ein Aufwachen. Es erinnert mich auch an eine Entwicklung, die bei uns statt gefunden hat. Mein Mann war lange Zeit sehr „neutral“ schon an meiner Seite, aber sehr ruhig und verständnisvoll auch meiner Mutter gegenüber. Ein eher wortkarger Vertreter seiner Art, der sich aus unseren weiblichen Konflikten raus gehalten hat so gut es ging. Als er plötzlich „Partei“ ergriffen hat, selbst ein zwei Mal erstaunlich heftig reagiert hat und auch lauter und wortreicher wurde. Das hat in mir selbst einen Hebel umgelegt oder mir mehr Rückhalt gegeben. Irgendwie so…

    Also wünsche ich dir, dass es immer klarer und deutlicher wird in deiner Welt und du die reinigende Wirkung von eurem Gewitter auch spüren kannst.

    Wollt ihr inzwischen ausziehen? Oder ist es noch eher die Hoffnung für eine Lösung mit deutlicheren Grenzen im Zusammenleben?

    Wenn es sich neugierig anfühlt, dann ignorier mich 😉

    Liebe Grüße, Lea