Beiträge von Catalina

    dann ist es so, und vielleicht bringt es ihn seinem Tiefpunkt näher, den jeder nasse Aloholiker braucht, um etwas ändern zu können.

    "Einmischen" tut sich jeder Angehörige der glaubt helfen zu können.

    Vielleicht darf ich Dich und euch dazu noch etwas fragen.

    Also noch mal kurz, seine Wohnung wird grundsaniert (Estrich raus, das ganze Pipapo) und ist daher momentan unbewohnbar.

    Bei der Exfrau hätte er eigentlich zwei Wochen bleiben können und der Plan war, danach für gut vier Wochen zu einer alten, sehr guten Freundin und deren Familie in den Süden auf Besuch zu fahren. Die hätten ihn aufgenommen, bis die Wohnung fertig ist.

    Ich überlege gerade, ihr Bescheid zu sagen, wie 'Diego' momentan drauf ist. Die haben auch ein kleines Kind und ich glaube nicht, dass die wissen, worauf sie sich da momentan eingelassen haben.

    Ist das übertrieben?

    Soll ich sie "vorwarnen"?

    Ich sag's ganz ehrlich, ich merke durchaus, dahinter steckt die Lust, dass er eben keine Leute mehr hat, die ihn beherbergen, die ihm alles "zum A*sch richten" etc. pp.

    Daneben möchte ich aber durchaus auch, dass die Leute, die ihm helfen wollen, wissen, was Sache ist. Der wäre da ein bis anderthalb Monate, das ist ein starkes Stück mit einem psychisch massiv Instabilen, der seinen Konsum nicht im geringsten mehr kontrollieren kann aktuell.

    Nein, ich glaub nicht, dass Du ein schlechtes Gewissen haben musst ^^. Wobei - berichtige mich gern, wenn ich falsch liege - ich zwischen den Zeilen Deiner Reaktion irgendwie rauslese, dass Du "angepiekst" bist? Warum?

    Ich denke nur, was ich eben geschrieben hab: Dass man achtsam sein muss und auch diese Dinge hinterfragen. Du kannst ja (ich hoffe, ich schreibe hier nix Falsches) für Dich auch zur Conclusio kommen, Malzbier ist super und gefährdet mich in keinster Weise.

    Es ist irgendwann an der Zeit, da muß auch er die Konsequenzen seines Handelns spüren, das wird er aber nicht, wenn ihr alle helfen wollt.

    Vielen, vielen Dank, liebe Morgenrot, für Deine Zeilen, die bestärken mich gerade sehr. Ich bin total unsicher, weil ich ihn "verraten" und verpetzt habe. Eigentlich sollte es ja nicht mehr meine Sache sein. Tja. Eigentlich.

    Ich weiß nur nicht, ob ich mich vielleicht nicht hätte einmischen sollen. Jetzt steht er halt echt auf der Straße. Im schlimmsten Fall steht er noch mal hier vor meiner Tür (wobei ich das aktuell nicht glaube, zumindest nicht wieder unangekündigt wie letztes Mal).

    Aber es ist eigentlich wurscht - jetzt ist das Kind im Brunnen eh schon abgesoffen 8o und er muss halt schauen, was er tut.

    Irgendwie fühl ich mich gerade so als "Petze" und hab ein schlechtes Gewissen. Aber wieso? Es gab eine Vereinbarung und der besäuft sich da und besudelt die Hilfsbereitschaft seiner Exfrau und die Tochter sitzt nebenan und darf zusehen.

    Da scheinen sich seine Abstände ja gerade zu verkürzen, nicht wahr?

    Ja, so ist es leider - ich stelle es sehr traurig und bestürzt und hilflos fest.

    Ich fürchte, lieber Hanseat, ich bin da schon viel tiefer drin, als ich je gedacht hätte oder mir bewusst war - seit Tagen kreisen meine Gedanken ausschließlich um ihn. Pausenlos. Es macht mich ganz krank, ich kann kaum schlafen, esse nichts, ich grüble und grüble und heule und grüble und grüble.

    Es ist, wie ich hier des Öfteren im Forum schon gelesen habe: Ich hab meine eigene Droge verloren und bin jetzt wohl auch auf Entzug.

    Aber ich hab mich gut in Beobachtung und gehe tatsächlich notfalls auch für ein paar Tage in eine Klinik oä, was immer hilft, sollte es hier alleine wirklich nicht mehr gehen.

    Also, lieber Hanseat,

    mein Ex ist nach einem der letzten Exzesse im Juli auf Malzbier und manches Mal alkoholfreies umgestiegen.

    Ich kann Dir nur sagen, was ich bei ihm beobachtet hab (mich haben das plötzliche Verlangen nach alk-freiem Bier, das er davor nie getrunken hatte, und seine Ausrede, es wäre gut gegen den Durst im Sommer, sehr argwöhnisch gemacht):

    Eine Zeit lang ging das super gut. Irgendwann konnte ich aber sehr deutlich beobachten, wie er sich das Bier regelrecht "reingestoßen" hat, echt so, als müsse er vehement irgendwie das Saufen kompensieren oder imitieren. Das war irgendwie... unschön und auch abtörnend.

    Ich hab mich ein bisschen dazu belesen. Die hier schon erwähnten Faktoren - die Flasche, der Geruch, allein die Assoziation, "etwas trinken zum Essen" etc. pp., das alles kann schon - sag ich mal als Laie - auf eine Verlagerung oder eben Kompensation hindeuten.

    ALLERDINGS sag ich Dir auch, mir wäre tausendmal lieber, er hätte sein Problem auf Malzbier verlagert und wäre dabei geblieben. Es war aber nicht so und der nächste Exzess leider nicht weit.

    Ist vielleicht auch eine Typfrage, aber ich denke, auch hiermit muss man als eventuell Rückfall-Gefährdeter sicher immer achtsam und vor allem SEHR ehrlich zu sich selber sein: Warum trinke ich das, warum möchte ich das wirklich.

    Ihr Lieben,

    um gleich auf den Punkt zu kommen, ich gestehe, ich hab es gestern nicht mehr gepackt und ihn kontaktiert.

    Wir haben dann lange, sehr lange telefoniert, er war allerdings definitiv nicht nüchtern, das hab ich sofort gemerkt (vermutlich hätte ich da bereits auflegen sollen).

    Es geht mir so schlecht. Ich habe gestern kurz überlegt, dass ich vielleicht selbst in die Klinik muss. Ich weiß nicht genau, was los ist - es fühlt sich an, als hätte mir die Depression irgendwann in den letzten Tagen massiv einen dicken, fetten Prügel über den Schädel gezogen.

    Jedenfalls, 'Diego' ist ja aktuell in einer Ferienwohnung seiner Ex-Frau (bei ihr im Haus lebt auch die gemeinsame Tochter) untergekommen (nachdem ich ihn bei mir rausgeworfen hab), und ich wusste, ihre absolute und oberste Bedingung (gerade wegen des Teenger-Mädels) war, er dürfe während der Zeit dort absolut nichts trinken, er müsse nüchtern sein. Bei ihm ja eine nicht total überzogene oder unrealistische Forderung als Quartalstrinker, der monatelang oft alkfrei lebt.

    Also ich weiß nicht, ob ich das Richtige getan habe - aber er hat mir erzählt, er habe vorgestern viel Koks konsumiert und gestern war er nun eben hörbar betrunken (mindestens betrunken, ich glaube angesichts seines Gehabes nicht, dass nur Alk im Spiel war).

    Und daraufhin hab ich heute die Exfrau informiert.

    Die hat ihn jetzt wohl ebenfalls rausgeworfen oder ist gerade dabei.

    Den bösen Anruf hab natürlich ich vorhin dann gekriegt: Was ich erzählt hätte, dass er jetzt gehen müsse, dass das das Allerschlimmste für ihn sei, kein Dach zu haben... tja, ich hab nur gesagt, Du kanntest die Regeln. Du hast Dich nicht an eure Abmachung gehalten und nebenan wohnt Deine Tochter.

    Er hat dann quasi aufgelegt und ich hab ihm nur noch geschrieben, er solle zum Arzt gehen und sich in die Klinik einweisen lassen. Und dass ich ihm behilflich sein kann - wenn er das wirklich wolle.

    Ich selbst bin gefühlt mit meinem Latein und all meinen Reserven am Ende, das ist so von heute auf morgen plötzlich über mich hereingebrochen - vorgestern war ich noch stark, heute bin ich ein Wrack und ein ferngesteuertes Häufchen Elend.

    Wie seht ihr das? Er hat jetzt kein Dach mehr überm Kopf aufgrund meines Handelns. Vielleicht hätte ich mich nicht einmischen sollen. Auf der anderen Seite finde ich, NEIN. Rundherum versuchen alle, zu helfen, aber DU hältst Dich nicht an die Spielregeln, also trag die Konsequenzen!

    Ich wohne gute fünf Stunden von denen entfernt und kann nicht gut aktiv irgendwas machen - außer telefonieren. Er hat mir allerdings dann auch nicht mehr geantwortet. Jetzt kommt wieder die Angst, dass er sich was antun wird. Es wäre nicht der erste Versuch.

    Was soll ich nur tun :(

    heute ist er der, den ich immer wollte… ich bin am Boden zerstört.. meine Mama kann das auch gar nicht verstehen. Aber ständig denke ich dran, wenn er mal eine andere hat dass ich es nicht aushalte…

    Liebe Fabienne,

    auch wenn unsere beiden Situationen überhaupt nicht vergleichbar sind, geht es mir heute emotional genau wie Dir.

    Ich leide wie ein Hund unter der von mir selbst ausgesprochenen Trennung, kann kaum aushalten, dass er das einfach so "hinzunehmen" scheint (obwohl der Kopf genau weiß, dass es richtig ist und auch korrekt von ihm, meinen Entschluss und meinen Wunsch nach Ruhe zu respektieren).

    Ich vermisse ihn heute so schrecklich. Ich kann kaum klar denken, kann nichts erledigen, kann nur rumsitzen, heulen und mir selber leid tun. Und ich würde ihn am liebsten anschreien, ob ihm das alles zwischen uns eigentlich jemals was bedeutet hat.

    Aber ich tue es nicht.

    Du bist so weit gekommen, Fabienne. Lass Dich nicht beirren. Lass Dich nicht abbringen. Du bist stark!!

    Aber wie soll die Hilfe denn aussehen? Du bist nicht seine Therapeutin. Das äußerste, was du um Moment tun könntest, wäre, ihm beim Beginn einer neuen Therapie zu helfen.

    Ich hab ihn in diesen Dingen ja viele, viele Male unterstützt und jetzt eben selber eingesehen: Solange ich da bin, solange ich die emotionale Konstante in seinem Leben bin, tut sich definitiv nix. Daher unternehme ich seit dem "Rauswurf" aktiv keine Schritte, ich habe ihn nicht kontaktiert und er mich bisher auch nicht. Es ist aber so, das muss ich leider echt feststellen, dass die Funkstille für mich mit jedem Tag schwerer wird.

    Er fehlt mir, ist doch klar - das war halt der Mensch, mit dem ich die letzten zwei Jahre am meisten Kontakt hatte. Und die Sorgen um jemanden gehen auch nicht von einem Tag auf den nächsten einfach weg... Ich bin traurig, hab großen Liebeskummer. Gleichzeitig weiß ich, dass ich konsequent bleiben muss und auch möchte.

    Er ist gerade nicht einsichtig und er hat keine Therapie gemacht.

    Naja, das stimmt ja so nicht ganz, denn er hat sich ja aus freien Stücken in diese stationäre Therapie begeben. Das ist nicht von mir gekommen, sondern hat er mit seiner Hausärztin nach einem der letzten Exzesse Anfang des Jahres in die Wege geleitet. Dort war er dann für vier Wochen - und dann ist eben das bereits Bekannte passiert und er wurde rausgeschmissen.

    Ich danke Dir, Seeblick, für Deine Zeilen und Deine Ansichten, ich werde im Austausch hier auf viele Dinge mit der Nase gestoßen, auch auf solche, wo ich bei mir selbst noch mal angeregt bin, genauer hinzuschauen.

    Mich beschleicht das Gefühl, dass es bei 'Diego' andere Gründe gab. Nun war ich in einer Klinik für Suchtkranke und nicht in einer psychische Einrichtung, aber war da Alkohol oder Drogen konsumiert oder nur auf das Gelände gebracht hat, ist sofort rausgeflogen.

    Hey Seeblick, vielen Dank für Deine Zeilen!

    Das Gefühl hat mich natürlich zuerst auch beschlichen, als ich vom Abbruch erfahren habe - ich weiß aber, dass das leider stimmt.

    Wir haben dann gemeinsam sofort in der Einrichtung angerufen (mit Lautsprecher) und er hat gefragt, ob der KH-Aufenthalt wirklich der Grund für den Abbruch ist oder ob es andere Ursachen gibt. Auskunft per Telefon war damals, es sei leider Protokoll und gebe keine anderen Gründe.

    Ich habe mich daraufhin mit der zuständigen Versicherung in Verbindung gesetzt. Hierzulande ist es leider tatsächlich so: Grund ist egal, sobald Du zwei Nächte der Einrichtung fernbleibst, wird die Maßnahme eingestellt. Es ist ein Wahnsinn - aber es ist eben "Protokoll".

    Also ich muss meinen Nudelkonsum sehr wohl kontrollieren. :D

    Als Ziel bleibt für ihn nur die dauerhafte Abstinenz. Für mich klingt das alles ein bißchen so nach dem Motto, er kümmert sich jetzt erstmal um seinen Psycho-Kram, dann wird sich das mit Alkohol und Drogen auch wieder regeln.

    Ja, das glaube ich eben auch (dass das so nicht sein wird).

    Seine eigenen Aussagen dazu sind widersprüchlich - manchmal sagt er (in den Leidensphasen), "ich bin ein Süchtiger", manchmal sagt er, "Du weißt und hast selbst gesehen, dass ich das kontrollieren kann - der Exzess kommt nur dann, wenn mir alles zu viel wird".

    Deutet bis dato alles darauf hin, dass er an diesem Punkt, am Punkt der Einsicht, noch nicht angekommen war/ist.

    Aber die Einsicht (dass es sich bei ihm um einen Quartalstrinker handelt und er vermutlich vollständig abstinent leben wird müssen, wenn er das in den Griff kriegen will) hab ich ja selber erst seit ein paar Tagen bzw. seit dem letzten Exzess halt.

    Und ich werd ihm das bestimmt nicht einreden oder einprügeln, ich weiß ja, dass das nix bringt und nicht zielführend ist. Deshalb lass ich ihn eben jetzt mal allein und auf sich selbst zurückgeworfen - mal sehen, was passiert oder auch nicht.

    Es wäre allerdings schon interessant gewesen, was bei der Therapie rausgekommen wäre (auch an Empfehlungen der Ärzte und Therapeuten etc.), hätte er sie beenden können. Aber das ist leider jetzt eh zu spät und reine Spekulation.

    Seinem FB-Profil nach, das ich mir heute nach längerer Zeit mal wieder angeschaut habe, zu urteilen, versinkt er jedenfalls grad mal wieder im Selbstmitleid.

    Danke noch mal, lieber Hanseat und auch allen anderen, die mir geschrieben haben. Es tut echt gut, sich hier austauschen zu können.

    Und weißt Du, lieber Hanseat, wie oft ich das hinter mir hab... gerade nach den Exzessen. Tränen bei ihm, heulen, die große Reue, "bitte hilf mir, ich schaff das alleine nicht". Ich bin jedes Mal da gewesen, hab getröstet, gemacht, getan, organisiert...

    Und immer kam der nächste Exzess. Immer neue Lügen, neue Sorgen, neue Schulden.

    Mit dem Eintritt in die Therapie hab ich dann gedacht, jetzt ist ein erster Schritt getan. Jetzt wird es besser.

    Irgendwann hat man auch einfach kein Mitgefühl mehr und kann es nicht mehr hören.

    Aber ja, der Therapie-Abbruch war riesengroßer Mist. Es ist eben echt ein Dilemma.

    Ich glaube halt, dass die Therapie-Bereitschaft nicht primär mit dem Substanzmissbrauch zu tun hatte, sondern damit, seine psychischen Geschichten in den Griff zu kriegen.

    Es war ja auch keine Entwöhnungs-Reha oä., sondern eine psychiatrische.

    Also irgendwie würde ich gerne abwarten, ob die Einsicht eben mit dem Verlust der Beziehung vielleicht kommt: Ich habe ein Alk- (und Drogen-)Problem.

    Es ist sehr komplex und schwierig. Sobald ich irgendwie wieder "da" bin, wenn auch erstmal nur freundschaftlich, kann er sich halt wieder auf mich stützen. Das hat in der Vergangenheit nie geklappt und ich hab irgendwie das Gefühl, er muss es selber machen. Allein.

    Das ist wahrlich nicht seine Stärke, sich die Dinge zu regeln, und er wird aber bald 40 und muss es einfach lernen.

    Wenn er aber aktiv um Hilfe bitten würde... Hm. Dann meld ich mich erstmal hier und frag euch, was ich tun soll :lol:

    Lieber Christian, vielen Dank, dass Du hier Deine bewegende Geschichte teilst. Für mich ist das sehr wertvoll - auch mein Expartner, wegen dem ich nun hier bin, hat immer wieder mit Selbstmordgedanken gekämpft und es wäre auch einmal dann fast schiefgegangen -- Endstation Intensivstation.

    Es ist fürchterlich und ich freue mich für Dich und gratuliere Dir dazu, dass sich die Dinge seither für Dich und Deine Familie zum Guten gewendet haben! Weiterhin ganz viel Kraft und gutes Durchhalten!

    Das klingt für mich sehr hart und ungewöhnlich. Das würde ich mir so auch nicht gefallen lassen. Ich kann mich erinnern, daß es während meiner Reha auch zu Krankenhausaufenthalten kam, die nicht zum sofortigen Abbruch geführt haben.

    Wir sind in Deinem Nachbarland :saint: - ich weiß, dass solche Vorkommnisse in DE anders gehandhabt werden, viel professioneller. Leider.

    Ja, das ist jetzt eben mein Dilemma. Ich hab ihn ja nun rausgeworfen und da steh ich auch dahinter, denn was ich diese drei Tage über meinen Geburtstag durchgemacht hab, das wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht.

    Aber eben, auf der anderen Seite kann ich schon auch verstehen, dass es dazu kam und wieso.

    Es überwiegt halt im Moment noch der Gedanke, dass er jetzt ruhig spüren soll, dass er mich und unsere Beziehung verloren und anständig in den Sand gesetzt hat mit seinem Verhalten. Bei allem Verständnis und Wissen um die Widrigkeiten - ich glaube nicht, dass es nachhaltig wäre, wenn ich jetzt Knall auf Fall wieder mit ihm nahtlos anknüpfen würde. Aber es ist richtig hart, er ist für mich so viel wert. Es ist hart und ich muss mich jeden Tag ein bisschen mehr zusammenreißen.

    Es war wirklich so, er war zwei Nächte weg von der Therapie (die wussten natürlich Bescheid, haben ja selbst den Krankentransport gerufen, weil er eben plötzlich so starke Bauchschmerzen hatte). Bevor er ins KH fuhr, wurde er nicht vorgewarnt, dass in so einem Fall die Maßnahme beendet würde (bei stationärer Aufnahme), sondern nach zwei Nächten hat man ihn im Krankenhaus angerufen und ihm mitgeteilt, die Therapie sei nun leider beendet - Protokoll, Versicherungssache.

    Er war völlig perplex und hat danach noch zwei-, dreimal angerufen und um sein Abschlussgespräch mit seiner Therapeutin gebeten, dass man ihm das zumindest noch gewähren möge - nicht mal einen Rückruf gab es. Ich war bei einem dieser Anrufe dabei, also das war zumindest nicht geschwindelt...

    Der Fall ist aktuell Patientenvertretung und Ombudsstelle bekannt, es war in meinen Augen hoch fahrlässiges Vorgehen angesichts dessen, dass man es hier mit einem aktuell labilen und möglicherweise eigengefährdeten Menschen zu tun hat.

    Anstatt ihn zu fragen, ob er noch irgendetwas brauche, ob er einen Ort habe, wo er hin könne etc., hat man ihm noch während seines KH-Aufenthaltes das Zimmer ausgeräumt, die Koffer vor die Tür gestellt und ihm mitgeteilt, er möge so schnell wie möglich den Zimmerschlüssel bringen.

    Dann war er bei mir, wir haben die Gerichtsverhandlung gewuppt, waren beide so erleichtert über den guten Ausgang, haben Pläne für meinen Geburtstag geschmiedet und auch dafür, wie es bei ihm nun weitergehen kann (Tagesklinik etc.)... Und schwupps, paar Tage später ist er abgehauen und hat sich komplett die Kante gegeben, also so richtig. Drei Tage nicht erreichbar, Polizeifahndung - das war dann mein Geburtstag.

    :rolleyes:

    Ich weiß es nicht, Hanseat - er meldet sich nicht und ich tu's auch nicht.

    Vielen Dank für eure Beiträge und dass ihr euch hier die Zeit nehmt. Das ist wirklich Gold wert.

    Ich weiß natürlich auch, was ihr mir sagen wollt, und kann das alles gut nachvollziehen und auch annehmen.

    Offenbar hast du stets das richtige Maß an Hilfsbereitschaft und Zuwendung aufgebracht um zu helfen, aber dich nicht aufzureiben.

    Ich glaub, das kann ich ruhigen Gewissens sagen, ja. Es ist aber vielleicht auch "einfacher" in meinem Fall gewesen, weil die Pausen zwischen den Exzessen eben immer recht lange waren und diese Zeit dann auch immer sehr liebevoll beiderseits - wie gesagt, seine Ausfälle und Abstürze haben sich nie gegen mich gerichtet in irgendeiner Form.

    Angehörige von Alkoholikern kennen ihren Partner ja gar nicht ohne Alkohol.

    Hey, lieber Hanseat :)
    Ich habe ihn in einer "trockenen" Phase kennengelernt, die damals sicher sechs Monate gedauert hat. Es war relativ schnell klar, dass er (psychische) Herausforderungen hat (Depressionen), da war er allerdings auch immer sehr offen und eben medikamentös gut eingestellt.

    Natürlich ist er - wie ich und Du und wir alle - ein Gesamtpaket, das ist mir klar und verstehe ich gut. Und natürlich hatten wir auch mal Konflikte und Schwierigkeiten, wie in jeder Beziehung eben.

    Auf der anderen Seite hat es in meiner Beziehungshistorie vor ihm keinen Mann gegeben, der so liebevoll war, so fürsorglich, klug, talentiert (Handwerker, künstlerisch und musisch begabt)...

    Ich habe ja nun die Reißleine gezogen und halte daran auch fest. Aber klar, es ist schwer, so einen tollen Menschen aufzugeben und dabei zuzusehen, wie er sich sukzessive und schleichend - genau so ist es - Intelligenz und körperliche Gesundheit wegballert.

    Mein aktuelles "Problem", wo ich ein bissl anstehe, ist einfach das mit dieser Therapie. Ich hätte gern von euch Erfahrenen gewusst, wie ihr das einschätzt? Er war ja eben in Therapie und die wurde seitens der Einrichtung vorzeitig beendet, weil er eben ins Krankenhaus musste aufgrund dieser Bauchraum-Entzündung. Er war zu dem Zeitpunkt sehr labil, schwach und instabil, dazu kamen dann eben die Gerichtsverhandlung, die kaputte Wohnung, die für die Sanierung ausgeräumt werden musste, im Hinterkopf die Schulden etc... und dann schmeißen sie Dich noch aus der Therapie an einem gerade kritischen Punkt.

    Vielleicht ist das total naiv (ich denk mir auf der anderen Seite auch immer, er ist ja schon groß), aber ist es nicht iwie verständlich, dass man da noch mal anständig das Handtuch wirft?

    Es sind alles nur Gedanken. Ich habe ihn seit dem Rauswurf nicht kontaktiert und tue das auch weiterhin nicht. Aber es treibt mich um, er hatte sich ja auf den Weg gemacht, es wäre ein Anfang gewesen - und es tut mir jetzt einfach sehr leid für ihn, wie das gekommen ist. Vielleicht könnt ihr verstehen, was ich meine.

    Von daher ist es immer besser, an sich selber zu arbeiten, als an anderen Menschen.

    Das hat jetzt gesessen...

    Du hast natürlich vollkommen recht.

    Danke Dir für Deinen Beitrag, liebe Linde.

    Wobei, ich glaube, ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich trotz der ganzen Schwierigkeiten immer gut bei mir geblieben bin. Ich hab ihn viel unterstützt, ja - mich aber nie aufgeopfert. Und er hat auch immer sehr viel für mich getan.

    Das ist es halt, was für mich jetzt sehr, sehr traurig ist. Wir hatten einen tollen Beziehungsalltag, den ich einer anderen Frau mit ihm überhaupt nicht gönne ^^ , das wäre einfach so gemein.

    Ich will den Menschen nicht verlieren - das Leben mit den Exzessen möchte ich aber definitiv nicht mehr und deshalb bin ich jetzt auch konsequent.

    Wenn er diesen Schritt nicht geht, wird das nie was für ihn.

    Ja, das ist halt jetzt die Frage.

    Ich hatte mir von dieser stationären Therapie sehr viel erhofft, vor allem eine professionelle Einschätzung seines Trinkverhaltens plus entsprechende Empfehlungen an ihn. (Ich weiß/wusste ja beispielsweise einfach nicht, wie mit seinem Konsum umzugehen ist - ob er komplett abstinent leben muss etc. Muss ich mir Sorgen machen, wenn er ein Glas Wein trinkt oder gar bei einem alkoholfreien Bier? Das sind alles so Alltagsfragen und war meine große Hoffnung an die Therapie, da quasi eine Art Fahrplan zu erhalten.)

    Auch für den Anschluss war eigentlich bereits gesorgt, er hätte in einer Tagesklinik weitermachen können, natürlich mit meiner vollsten Unterstützung.

    Dazu ist es jetzt aber ja gar nicht mehr gekommen, weil ich ihn nach dem letzten Exzess schlicht mit Sack und Pack rausgeworfen habe.

    Seither haben wir keinen Kontakt und ich weiß nicht, was er tut, wie er das alles aktuell sieht und empfindet, was er vor hat...

    Das ist sehr hart für mich, aber leider ist es irgendwann halt auch so, dass man müde und angewidert ist und dem Anderen auch überhaupt nix mehr glaubt.

    Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass irgendwann von ihm Meldung kommt - und dann will ich mithilfe des Forums hier gewappnet sein.

    Eigentlich möchte ich ihn nicht verlieren, er ist so ein wundervoller Mensch. Ich will ihn - aber ohne die Exzesse.

    Und eine meiner größten Sorgen ist, dass er jetzt allmählich 'aufwacht' und eine andere Frau dann die Lorbeeren ernten darf von meiner ganzen Arbeit der letzten Jahre. :(

    Danke Dir übrigens, lieber Hanseat, für den wertvollen Austausch!