Ihr Lieben,
um gleich auf den Punkt zu kommen, ich gestehe, ich hab es gestern nicht mehr gepackt und ihn kontaktiert.
Wir haben dann lange, sehr lange telefoniert, er war allerdings definitiv nicht nüchtern, das hab ich sofort gemerkt (vermutlich hätte ich da bereits auflegen sollen).
Es geht mir so schlecht. Ich habe gestern kurz überlegt, dass ich vielleicht selbst in die Klinik muss. Ich weiß nicht genau, was los ist - es fühlt sich an, als hätte mir die Depression irgendwann in den letzten Tagen massiv einen dicken, fetten Prügel über den Schädel gezogen.
Jedenfalls, 'Diego' ist ja aktuell in einer Ferienwohnung seiner Ex-Frau (bei ihr im Haus lebt auch die gemeinsame Tochter) untergekommen (nachdem ich ihn bei mir rausgeworfen hab), und ich wusste, ihre absolute und oberste Bedingung (gerade wegen des Teenger-Mädels) war, er dürfe während der Zeit dort absolut nichts trinken, er müsse nüchtern sein. Bei ihm ja eine nicht total überzogene oder unrealistische Forderung als Quartalstrinker, der monatelang oft alkfrei lebt.
Also ich weiß nicht, ob ich das Richtige getan habe - aber er hat mir erzählt, er habe vorgestern viel Koks konsumiert und gestern war er nun eben hörbar betrunken (mindestens betrunken, ich glaube angesichts seines Gehabes nicht, dass nur Alk im Spiel war).
Und daraufhin hab ich heute die Exfrau informiert.
Die hat ihn jetzt wohl ebenfalls rausgeworfen oder ist gerade dabei.
Den bösen Anruf hab natürlich ich vorhin dann gekriegt: Was ich erzählt hätte, dass er jetzt gehen müsse, dass das das Allerschlimmste für ihn sei, kein Dach zu haben... tja, ich hab nur gesagt, Du kanntest die Regeln. Du hast Dich nicht an eure Abmachung gehalten und nebenan wohnt Deine Tochter.
Er hat dann quasi aufgelegt und ich hab ihm nur noch geschrieben, er solle zum Arzt gehen und sich in die Klinik einweisen lassen. Und dass ich ihm behilflich sein kann - wenn er das wirklich wolle.
Ich selbst bin gefühlt mit meinem Latein und all meinen Reserven am Ende, das ist so von heute auf morgen plötzlich über mich hereingebrochen - vorgestern war ich noch stark, heute bin ich ein Wrack und ein ferngesteuertes Häufchen Elend.
Wie seht ihr das? Er hat jetzt kein Dach mehr überm Kopf aufgrund meines Handelns. Vielleicht hätte ich mich nicht einmischen sollen. Auf der anderen Seite finde ich, NEIN. Rundherum versuchen alle, zu helfen, aber DU hältst Dich nicht an die Spielregeln, also trag die Konsequenzen!
Ich wohne gute fünf Stunden von denen entfernt und kann nicht gut aktiv irgendwas machen - außer telefonieren. Er hat mir allerdings dann auch nicht mehr geantwortet. Jetzt kommt wieder die Angst, dass er sich was antun wird. Es wäre nicht der erste Versuch.
Was soll ich nur tun 