Beiträge von Christrose

    Alles kluge Worte, vernünftige Ideen.

    Ein Heimlichtrinker, wird nicht zugeben, daß er (heimlich) trinkt, warum sollte der dann kein Auto fahren oder die Frau fahren lassen?

    Würde er es tun, käme es einem Eingeständnis gleich. Die Scham überwiegt.

    Das stimmt.....

    Aber....als unserer Familie auffiel, dass der Opa, Vater und Schwiegervater heimlich im Auto trank bzw. nach Alkohol roch, während er seine Enkelkinder besuchte.......so ganz konnte er sein Suchtverhalten nicht verheimlichen, denn die Suchtspirale dreht sich immer tiefer.... läuteten bei allen Mitgliedern sofort die Alarmglocken.

    Mein Mann leugnete bei Ansprache natürlich vehement seinen versteckten Alkoholkonsum.

    Das war auch nicht anders zu erwarten, weil er sich schämte und sich seiner Suchterkrankung in keinster Form bewusst war, dadurch kein Verantwortungsgefühl mehr zeigen konnte.

    Somit wussten wir sofort, dass er nicht mehr " Herr seiner Lage" war und besprachen im Familienkreis die weitere Vorgehensweise.

    Keiner setzte sich mehr als Beifahrer in sein Auto, auch ich nicht.....habe ein eigenes Auto!

    Er bekam strengstens untersagt, seine Enkelkinder mitzunehmen.

    Darüber sprachen wir mit ihm und natürlich empfand er diese Vorgehensweise als maßlos übertrieben, als Angriff auf seine Persönlichkeit.

    Zwei Führerscheinentzüge wegen Trunkenheit am Steuer, trotz ständigem Hinweis auf Gefährdung für andere Mitmenschen, sprechen eine klare Sprache.

    Den Alkohol konsumierte er jedesmal im Auto....er ging nüchtern aus dem Haus.

    Es galt in erster Linie Leben zu schützen, denn von einem Problembewusstsein war er Lichtjahre entfernt.

    Also musste die Familie agieren, wir waren uns darin einig.

    Es ist natürlich von größter Wichtigkeit, dass alle den realistischen Blick haben, offen mit dem Betroffenen sein Problem kommunizieren.

    Das klappte natürlich auch nicht sofort bei uns, da mein Mann ein " hochfunktionaler " Alkoholiker ist, seine Sucht lange Zeit nicht greifbar bzw. sichtbar war.

    Nachdem zuerst "der sensible Weg" im Umgang mit ihm nicht fruchtete, die ewige Hoffnung auf ein Problembewusstsein für seine Alkoholerkrankung, wurde die harte Gangart angeschlagen, Regeln für ihn aufgestellt.

    Hielt er sich nicht daran, hatte das Konsequenzen, die natürlich auch Konfliktpotenzial mit ihm bedeuteten, weil er sie nicht akzeptieren wollte.

    Aber ich war darin sehr klar!

    Liebe Kaffeetante,

    wer Likör in Flachmänner versteckt, ist mitten in einer Sucht.

    Aufgrund Deiner Vergangenheit bist Du besonders sensiblisiert, hast feine Antennen für Suchtverhalten. Trau Deinem Gefühl und schütze Dein Kind!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Welche sinnvolle erklärung kann es geben, dass ein Großvater zu seinem Besuch bei seinem Enkel Flachmänner mit Likör einpackt?!

    Es gibt hierfür leider keine sinnvolle Erklärung, liebe Kaffeetante, denn das Handeln Deines Schwiegervaters, heimlich Alkohol mitzunehmen, ist typisches Suchtverhalten.

    Er kann den Tag ohne Alkohol nicht mehr überstehen, benötigt ihn überall und zu jeder Zeit griffbereit.

    Das ist Alkoholsucht!

    Da wird der Besuch des Enkelkindes leider schnell zweitrangig, vom Suchtverlangen geprägt.

    Zum Schutz des Kindes helfen nur eigene klare, offene Worte und Grenzsetzungen, auch wenn das Konfliktpotenzial bietet, sich die Großeltern eventuell uneinsichtig zeigen.

    Dann müssen Regeln an einem "runden Tisch" ( Familienkonferenz) aufgestellt werden, die beide ( der Großvater) zu beachten haben und bei Regelverstoß sollten Konsequenzen folgen.

    So haben wir es in unserer Familie gehandhabt.

    Hab keine Angst, sei mutig!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo Kaffeetante,

    herzlich Willkommen im Forum.

    Schön, dass Du hier bist und Dir Hilfe suchst.

    Ich möchte Dir gerne aus Sicht einer Oma und Schwiegermutter antworten, denn auch in unserer Familie ist der Opa ( mein Ehemann) und folglich der Schwiegervater alkoholerkrankt.

    Dein Gefühl, dass Dein Schwiegervater eine Alkoholproblematik aufweist, ist nach Deinen Schilderungen auf jeden Fall richtig. Du hast den realistischen Blick, den andere Familienmitglieder scheinbar noch verdrängen.

    Ich weiß aus eigenen Erfahrungen, dass es für Kinder und Schwiegerkinder ein Drahtseilakt bedeutet, die Alkoholerkrankung eines geliebten Menschen auf den Tisch zu bringen.

    Aber zum Schutz aller, vor allem in erster Linie der Enkelkinder, z.B. beim Autofahren im alkoholisierten Zustand oder der Betreuung, als auch zur Aufklärung über die Suchtproblematik, ist ein offener und ehrlicher Umgang unabdingbar.

    Auch Schwiegerkinder haben das Recht, ihre Sorgen, Ängste und Befürchtungen anzusprechen.

    Alle sind im Familiensuchtsystem mehr oder weniger auf ihre eigene Art und Weise verflochten.

    Vielleicht schafft ihr es, gemeinsam mit Deinem Ehemann und den Eltern ein Gespräch zu führen, indem ihr Eure Eindrücke sensibel schildert.....nicht am Telefon oder zwischen Tür und Angel, sondern in einer ruhigen Atmosphäre.

    Sicherlich bietet dieses Vorhaben eventuell Sprengstoff.

    Trotzdem........

    Was nicht sein darf, ist die Tatsache, dass ihr Eltern mit unruhigem Gefühl, Eure Kinder in der Obhut von Oma und Opa wisst......mit Sorgen auf die Betreuung blickt, unentspannt der Arbeit nachgeht.

    Vielleicht ist es auch möglich, die Schwiegermutter als Verbündete ins Boot zu holen, falls der Schwiegervater nicht mitspielen wird.

    Dafür bedarf es natürlich ein Bewusstsein für die Alkoholproblematik und deren Folgen, als auch ein unabhängiges Handeln vom Ehemann bei Deiner Schwiegermutter.

    Aber Du schreibst, dass sie vertrauenswürdig sei......wäre eventuell eine Möglichkeit.

    Jedenfalls wünsche ich viel Mut, die Dinge anzusprechen, die Du mit Dir und Deiner Familie nicht hinnehmen möchtest.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo Claudia,

    vielen Dank für deine lieben Zeilen. Du antwortest jedem Einzelnen immer mit viel Warmherzigkeit, voller Respekt und Dankbarkeit.

    Das berührt mich sehr.

    Wenn der erfolgversprechende Weg der Gruppentherapie für dich zunächst einmal der Richtige ist, dann ist das auch gut so. :thumbup:

    So macht jeder individuelle Erfahrungen.

    Das Wichtigste ist, dass man sich in seinem jeweiligen Therapieangebot verstanden und aufgehoben fühlt, die Chemie stimmt.

    Weiterhin viel Erfolg und alles erdenklich Gute,

    Christrose

    Meine Therapeutin von der Gruppentherapie hat gemeint, dass eine zusätzliche Einzeltherapie bestimmt gut wäre.

    Ich kozentriere mich auf Sport und beginne ein Freiwilliges Engagement mit Kindern.

    Es tut gut zu helfen - somit ist mir dann auch geholfen.

    Aber das macht es nicht besser. Egal ob Narzisst oder nicht. Es geht um mich!

    Liebe Claudia,

    deine Antwort liest sich sehr vielversprechend und selbstrefektiert. Ich freue mich, dass du auf einem guten Weg bist und wieder optimistischer in die Zukunft schauen kannst.

    Schön, dass du über eine Einzeltherapie nachgedacht hast.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir schreiben, das diese wesentlich effektiver ist, als eine Gruppentherapie, wobei ich sie natürlich nicht schmälern möchte, aber der Therapieansatz ist ein ganz anderer.

    Du hast die Möglichkeit, deine individuelle Geschichte tiefenpsychologisch aufzuarbeiten und bekommst verhaltenstherapeutisch jede Menge "Handwerkzeug" für den Alltag vermittelt, damit du möglichst nicht mehr in alte Verhaltensmuster rutscht.

    Das Bewusstmachen eigener schädlicher Handlungsweisen ( Teufelskreis), ist ein wesentlicher Bestandteil einer Therapie.

    Das gelingt natürlich nicht von heute auf morgen.

    Geduld, gepaart mit viel Mut zur Selbstreflexion ist gefragt, aber im Laufe der Zeit gelingt es ganz sicherlich.

    Sport steht bei mir auch auf meinem Selbstfürsorgeplan....." Zeit für MICH"

    Egal ob Radfahren und Spaziergänge in der wunderschönen Natur oder Yoga in der Gruppe, alles was in Bewegung ausgeführt wird, lenkt ab, macht den Kopf frei für neue Ideen und positive Gedanken.

    Über viele Jahre engagierte ich mich ebenfalls ehrenamtlich im schulischen Bereich " Deutschförderung für Flüchtlingskinder und benachteiligte Kinder " und möchte diese wertvollen Erfahrungen nicht missen.

    Es gibt nichts Wohltuenderes, Herzwärmenderes, als in freudige Kinderaugen zu blicken, die über jede Art von Hilfe und Unterstützung dankbar sind.

    "Es tut gut zu helfen - somit ist mir dann auch geholfen."

    Deine wichtige Erkenntnis kann ich nur bestätigen.

    Ich möchte deinen eingeschlagenen Weg bestärken, dir ganz viel Mut, Kraft und Durchhaltevermögen schicken, denn richtig......

    Es geht um DICH und DEIN Leben!

    DU! statt ER

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Buchtitel:

    Ich will mein Leben zurück!

    Selbsthilfe für Angehörige von Suchtkranken - Hilfe aus eigener Kraft

    Aus dem Inhalt zitiert:

    "Nahe Angehörige eines Suchtkranken erleben Tag für Tag eine Achterbahn der Gefühle: Scham, Ohnmacht, Wut und Enttäuschung, aber zugleich auch immer Sorge um den süchtigen Partner, Elternteil oder das erwachsene Kind und Hoffnung, auf eine Wendung.

    Doch die Erschöpfung im Dienste des Süchtigen ist oftmals vergebens.

    Das Buch hilft co- abhängig verstrickten Menschen mit vielen Anregungen und Übungen, zu einer gesunden Distanz und wieder zu sich selbst zu finden. "

    Der Autor Jens Flassbeck ist Diplom-Psychologe, Suchttherapeut, Gesprächspsychoterapeut, Verhaltenstherapeut, tätig im Zentrum für Suchtmedizin im LWL Klinikum Gütersloh und u.a. auch zuständig für die tagesklinischen Behandlungen von psychisch erkrankten Angehörigen von Suchtkranken.

    Das Buch ist leicht verständlich für jeden Angehörigen geschrieben, gibt viel Hintergrundwissen zum Thema Co- Abhängigkeit, hilfreiche Informationen und macht wieder Mut auf ein selbstbestimmtes Leben.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Ich empfinde Dich trotz Deiner Verzweiflung, die mir beim Lesen eben sehr zu Herzen gegangen ist als eine sehr starke Person!!

    Liebe Claudia,

    diesen Zeilen von Api möchte ich mich anschließen.

    Du schreibst, dass du nicht mehr so viel weinen musst, gelassener und rationaler denkst. Das ist ein erster Schritt zum inneren Loslassen.

    Bleib stark und lass dir auf diesem Weg weiterhelfen !

    Viel Kraft und Durchhaltevermögen wünsche ich dir von Herzen,

    Christrose

    Hallo Claudia,

    deine Geschichte liest sich sehr verzweifelt. Es tut mir leid, dass du so leidest.

    Die ganze Situation ist sehr komplex, weil du dich so tief in der Co Abhängigkeit befindest, deren Wurzeln aus meiner Sicht in der Kindheit zu suchen sind.

    Du besuchst jetzt eine Gruppentherapie, was schon einmal ein guter Anfang ist. Vielleicht kannst du dir auch vorstellen, zusätzlich eine psychologische Einzeltherapie zu beginnen, um deine Geschichte und deren Auswirkungen auf dein Leben aufzuarbeiten.

    Deine Probleme lesen sich so tiefgreifend, dass nach meinem Empfinden eine Gruppentherapie nicht ausreicht. Eine Psychologin oder ein Psychologe könnten dich noch individueller begleiten.

    Ich kann dir wirklich nur anraten, dich aus dieser Beziehung komplett mit Hilfe zu lösen, ganz gleich, ob dieser Mann ein Narzisst ist oder sonst noch etwas. Das ist völligst unrelevant.

    Kein Mensch hat es verdient, so abwertend, respektlos, sogar gewalttätig behandelt zu werden.

    Du musst dir dein Ehrgefühl, deinen Stolz zurückholen.

    Alles erdenklich Gute!

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo liebe Hera,

    das ist eine sehr zu Herzen gehende Situation, die du heute erlebtest und dich zutiefst beschäftigte, weil du mitfühlen konntest.......durchaus nachvollziehbar.

    Ich finde sie ebenfalls sehr traurig und menschenverachtend, beschreibt die Aussage des flüchtigen Bekannten geradezu stellvertretend für Viele, leider den gesellschaftlichen Stellenwert eines alkoholerkrankten Menschen von der Straße......Wertlosigkeit!

    Um so mehr finde ich die wütende Rückfrage, gerade auch in Gegenwart deiner Tochter, sehr couragiert.

    Du hast deinem Kind dazu noch vorbildlich gezeigt, dass jeder Mensch ein Recht auf Hilfe hat, niemandem seine Menschenwürde durch Unterlassung genommen werden darf, sich für die " Schwachen" eingesetzt werden muss.

    Trotz aller Berührtheit, Nachdenklichkeit, weil das Thema des verletzten Menschen " Sucht" auch dich betrifft, kannst du stolz auf dich sein.

    So hatte der Tag aus meiner Sicht, auch etwas Positives für Mutter und Tochter.

    Liebe Grüße

    Christrose

    Hallo Rike,

    lieben Dank für Deine Antwort.

    Ja, das ist leider die schlimmste verzweifelte Tatsache für Angehörige, dass durch die Alkoholerkrankung, Vernebelung der Sinneswahrnehmung, unsere Familienmitglieder sich nicht erkrankt sehen und fühlen, sie kaum Leidensdruck verspüren, etwas verändern zu wollen.

    Wir strampeln uns mit Hilfsangeboten, Unterstützungen, endlosen Gesprächen usw. ab und müssen dennoch sehenden Auges zusehen, wie der geliebte Mensch untergeht.

    Das tut weh!

    Aber wir haben es in den Händen, von der Krankheit unser Leben nicht zerstören zu lassen.

    Deshalb finde ich es ausgesprochen konsequent, wie Du Dich und Deine Familie hartnäckig positionierst, Eurer Mutter Grenzen aufzeigt. Das kann ich nur unterstützen, weil auch unsere Familie zum Schutz aller so handelte.

    Auch wenn es noch so weh tut, nur mit einer klaren Haltung, könnt ihr Euch vor dem ganzen Desaster retten.

    In den Sog des alkoholkranken Angehörigen wird man sonst unweigerlich mitreingerissen.

    Das scheint Dein Bruder für sich jetzt erkannt zu haben....."Rette sich wer kann!"...und boykottierte deshalb den " Familienrat" .....1000% nachvollziebar.

    Ebenfalls gehst Du nicht mehr zu Deiner Mutter nach Hause. Ihre Uneinsichtigkeit, ist die natürliche Konsequenz des Selbstschutzes.

    Den absoluten Fokus auf sich und sein Leben zu richten, ist in der Beziehung zu einem alkoholkranken Angehörigen der wichtigste Schritt.....das hast Du gut erkannt und brauchst wirklich darüber nicht zu erschrecken, obwohl ich das gleiche Gefühl kenne.

    Empfand ich mich und mein Handeln in dieser Zeit sehr hart, um nicht zu sagen " eiskalt ", aber überlebenswichtig.

    Bei mir waren es Wut und Enttäuschung über meine sinnlos abgestrampelten Jahre im Alkoholsumpf, und in erster Linie natürlich Verantwortungsgefühl meinen Kindern und deren Familien gegenüber, die mein konsequentes und geradliniges Handeln im Familienkreis leiteten und nahezu beflügelten.

    Die Reflexionsbereitschaft meines Mannes über sein damaliges Verhalten durch die Alkoholsucht in der Familie, ist mittlerweile therapeutisch in Gang gekommen. Das gehört mit zum Konzept der Suchtaufarbeitung

    und hat jetzt im unvernebelten Zustand, tiefe Spuren der Scham bei ihm hinterlassen. Er entschuldigte sich überraschenderweise bei allen Familienmitgliedern für das, was er ihnen damit angetan hätte.

    Liebe Grüße und alles Gute,

    Christrose

    Glückwunsch an Deinen Schwager für schon 13 Jahre Abstinenz, eine wahrlich tolle Leistung!

    Hallo Lütte bin nun 3 Tage räumlich getrennt!

    Es kommt nichts von ihr . Nichtmal guten Morgen!

    Bin in der Liebe weich . Habe angerufen . Nix ! Habe mich per WhatsApp entschuldigt für meine Wortwahl im Streit . Nix !

    Als wäre ich nicht mehr existent

    Hallo Thor,

    und dann hältst Du immer noch an ihrer Liebe fest!??

    Auch wenn die Situation noch so traurig sich anfühlt. Du musst versuchen, Dich von Deiner bettelnden Sucht nach Zuwendung zu lösen, Dich zu befreien.....nur dann hast du eine Chance auf ein eigenes glückliches, selbstbestimmtes Leben.

    Der suchterkrankte Mensch lebt in seiner eigenen Welt.

    Es gibt sehr gute Suchtberatungsstellen für Angehörige, die einem mit Rat und Tat zur Seite stehen, die Dich auf Deinem Weg der Loslösung unterstützen.

    Vielleicht wäre diese Möglichkeit etwas für Dich, um den ersten Schritt zu tun.

    Ich wünsche Dir viel Mut und die Erkenntnis dafür,

    Christrose

    Hallo Rike,

    Dein Beitrag liest sich sehr konsequent und geradlinig. Du bist damit auf dem richtigen Weg.

    Deine Kinder werden im Laufe der Zeit die belastende Situation bestimmt akzeptieren und verstehen lernen, zumal Du sie in ihrem Schmerz und in ihrer Trauer so toll auffängst.

    Natürlich ist die Konsequenz aus dem Suchtverhalten Deiner Mutter sehr hart, aber es geht hier in erster Linie um den Schutz der Enkelkinder und nicht um ihre Bedürfnisbefriedigung unter derartig schlimmen Bedingungen.

    Deine Mutter hat die Möglichkeit, ihr Leben zu verändern, um die Enkelkinder wiedersehen zu können.

    Es steht ganz allein in ihrer Verantwortung, Einsichtsfähigkeit zu entwickeln, um Hilfe anzunehmen.

    Die Telefonate würde ich nicht annehmen, um mich vor ihren Eskapaden zu schützen.

    Die Dynamik, die sich in solchen fruchtlosen telefonischen Gesprächen entwickelt, bringt keine Lösung des Problems.

    Im Gegenteil, sie macht traurig, wütend und verletzt die Seele.

    Deine Kraft, die Du dafür aussichtslos verschwendest, kannst Du besser in ein friedliches Leben mit Deiner Familie setzen.

    Für Deinen Vater wird der Weg leider schwierig bleiben, sollte er sich nicht aus seiner CO Abhängigkeit lösen können.

    Du kannst ihn dabei auch nur im gewissen Rahmen als Tochter beraten und unterstützen z.B. Beratungsangebote für Angehörige alkoholkranker Partner anzunehmen und zu finden.

    Letztendlich muss Dein Vater entscheiden, welche zukünftige Lebensqualität er leben möchte......ob er bleiben oder gehen will oder seine Ehefrau zum Auszug bewegen kann.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Ich möchte kurz anmerken.....mein ältestes Enkelkind im Grundschulalter, welches die Suchterkrankung ihres Großvaters sehr bewusst wahrnahm, litt ebenfalls unter dem Kontaktverlust, wie Deine Kinder.

    Wir konnten ihre Ängste und Sorgen auffangen, in dem ihre Eltern und ich sie kindergerecht, altersentsprechend über eine Suchterkrankung und ihre Folgen aufklärten, ihre Fragen dazu immer offen und ehrlich beantworteten oder ihre Wahrnehmung der Trunkenheit bestätigten, wenn sie anfänglich den Alkoholkonsum ihres Großvaters aus dem Mund bei einem Kuss roch.

    Auch wurde meinem Enkelkind immer wieder versichert, dass der Opa sie trotzdem weiterhin sehr lieb hätte und sie sich seiner Liebe sicher sein konnte, auch wenn sich beide nicht sehen durften und vor allem keiner Schuld an seiner Erkrankung hatte.

    Das hat ihr in der Verarbeitung sehr geholfen und konnte durch die schwere Zeit ein wenig hinweg trösten.

    Hallo Rike,

    auch ich möchte Dich hier im Forum herzlich Willkommen heißen.

    Ich bin Ehefrau eines alkoholerkrankten Partners und beide sind wir Großeltern von einer Schar herzallerliebster Enkelkinder.

    Als die Sucht meines Mannes offensichtlich wurde, besprach ich im Familienkreis den Umgang mit einem Vater, Schwiegervater und Großvater im betrunkenen Zustand bzw. in seinen nassen Phasen.

    Meine Kinder und ich stellten zusammen klare Regelungen auf, was wir dahingehend an Verhaltensweisen bei ihm nicht tolerieren, akzeptieren wollten, bildeten eine Einheit, damit es zwischen ihnen und mir keine Streitigkeiten aufgrund dessen gab, gerade auch zum Schutz der Enkelkinder.

    Alkoholerkrankte Menschen zeigen kein Verantwortungsgefühl und können dadurch schwierigste Situationen mit ihren Konsequenzen nicht mehr überblicken.

    Daher durfte mein Mann z.B. unsere Enkelkinder nicht im Auto mitnehmen, denn er trank dort heimlich Alkohol.

    Befand er sich in seiner nassen Phase, wollte seine Enkelkinder und Kinder besuchen, blieben die Türen für ihn zu, auch bei Feierlichkeiten, wie Geburtstage usw.

    In diesen Zeiten sah ich meine Enkelkinder in ihren Elternhäusern, nahm sie nicht mit zu uns nach Hause.

    Konfrontationen mit ihrem betrunkenen Großvater konnte ich ihnen dadurch ersparen.

    Ich war sehr konsequent in meiner Haltung, um meine Kinder und deren Familien vor den Auswirkungen der Suchterkrankung ihres Vaters, Schwiegervaters und Opas zu schützen. Das heißt nicht, dass sie vieles trotzdem natürlich mitbekommen haben, er oft Thema war, aber durch Grenzen aufzeigen und eine einheitliche Sprache im Umgang mit seiner Sucht, ersparte ich mir ständige Auseinandersetzungen im Familienkreis.

    Meine Kinder dankten es mir, dass ich mich so klar positionierte, denn auch sie trugen ambivalente Gefühle gegenüber ihrem Vater in sich.....dürfen wir die Grenzensetzung zulassen, denn schließlich ist er unser Vater und Opa unserer Kinder?!

    Ich konnte ihnen aber einen wichtigen Aspekt vermitteln, dass sich ihre Wahrnehmung richtig anfühlt, einem alkoholerkrankten beratungsresistenten Familienmitglied trotz "Vater- Kindgefühle", die Grenze aufzeigen zu dürfen, sich nicht in den Sog eines familiären Suchtsystems reinziehen zu lassen, den Fokus auf sich und die Bedürfnisse eines friedlichen Lebens ihrer Familien zu lenken.

    Leider ist Dein Vater noch sehr in der CO Abhängigkeit verhaftet und gerade deshalb kann ich Dir nur anraten, weiterhin Deinen konsequenten Weg in der Alkoholerkrankung mit Deiner Mutter zu gehen.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Mut und Kraft, Dich durchzusetzen.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Jeder hat eine andere Vergangenheit. Und ich glaube niemand wird zum Alkoholiker weil er Spaß dran hat. Es gibt für Suchterkrankungen und auch z.B. für Depressionen, Angststörungen usw. meiner Meinung nach immer einen Auslöser.

    Guten Abend,

    ich habe mich jetzt doch entschlossen, auf diese Zeilen einzugehen, weil ich mir die Frage aller Fragen auch schon oft genug stellte.

    Warum ertränkt Mensch Nr.1 seine Probleme in Alkohol, während Mensch Nr. 2 die gleichen Probleme ohne Alkohol verarbeitet ?

    Knüpfe mal an den interessanten Ausführungen von Anekan an......

    Suchttherapeutin A äußerte sich in einem Gespräch.....

    " Herr XY, es gibt keinen Grund zu trinken!

    Sie haben es allein in der Hand, ob Sie zum Alkohol greifen wollen oder nicht......keiner wird dazu gezwungen, seine Probleme mit Alkohol zu bekämpfen. Es ist Ihr freie Entscheidung, Ihr freier Wille und niemand ist Schuld an Ihrem Unglück. Sie entscheiden, welchen Weg Sie gehen möchten! "

    Suchttherapeutin B äußerte sich zu diesem Thema mit folgender Aussage.....

    " Herr XY, Sie haben Gründe für sich gefunden, um zum Alkohol zu greifen und leider noch nicht gelernt, gesunde Strategien zu entwickeln, damit es Ihnen gelingt, nicht missbräuchlich zu handeln. Ich helfe Ihnen dabei, konstruktive Verhaltensmuster zu erlernen und Handwerkzeug für den Alltag mitzunehmen."

    Psychologischer Therapeut C erklärte in einem Gespräch....

    "Herr XY, es gilt jetzt langfristig die Wurzeln Ihrer Alkoholerkrankung herauszufinden und zu therapieren, warum Sie bislang nur den Alkohol als "Heilmittel" für die Lösung Ihrer Probleme akzeptierten und keine anderen Lösungsstrategien für sich annehmen konnten und nicht wollten, immer wieder in gleiche Verhaltensmuster fielen. "

    Drei Aussagen mit unterschiedlichen Ansätzen, aber alle beinhalten eine Kernaussage.....

    "Jeder Alkoholiker mag zwar seine unterschiedliche Geschichte aus der Vergangenheit haben, warum es zum Suchtverhalten gekommen ist, das wird schon so sein.

    Aber es liegt allein in seiner Verantwortung, an seinem Willen, seine Erkrankung bekämpfen zu wollen, Veränderungen in seinem Leben herbeizuführen. "

    So lange sich der alkoholerkrankte Mensch in einer Art "Opferrolle" aus der Vergangenheit sieht und der/die CO Abhängige diese bewusst oder unbewusst mit aufrecht erhält, ihre eigenen Anteile daran nicht erkennt und Verantwortung weiter übernimmt, wird sich leider nichts verändern.

    Den Fokus auf sich zu richten, ist das einzig Richtige.....was Anekan auch schrieb.

    Liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo liebe Grit,

    Aurora hat deinen momentanen Gefühlszustand treffend beschrieben.

    Auch wenn du in deiner Entscheidung, dich zu trennen, sehr klar bist und vieles schon in die Tat umgesetzt hast, schwingt dennoch die Trauer des Abschieds immer wieder mit......Abschied von einem gemeinsamen Lebenstraum, von Wünschen, Hoffnungen und von der Liebe deines Lebens.

    Das stimmt, trotz aller Klarheit, natürlich sehr traurig und verzweifelt.

    Ich trennte mich jetzt zwar nicht von meinem Mann, trotzdem fühle ich manchesmal auch diese innere Traurigkeit, wie du sie spürst, die Tränen fließen lassen.......Tränen der Erkenntnis, dass unsere Ehe nie mehr so unbelastet, mit Leichtigkeit gelebt werden wird, wie vor der Erkrankung meines Mannes.......Tränen des Abschieds vom unbeschwerten gemeinsamen Glück im Rentenalter, welches ich mir immer so anders vorstellte.

    Ganz gleich, wofür der Partner oder die Partnerin sich entscheidet....."Zusammenbleiben oder Trennung.".......beides ist herausfordernd und erfordert neuen Mut für Veränderungen, viel Kraft für intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und die Geduld, die Zuversicht, dass am Ende eines Weges die richtige Entscheidung getroffen wurde, in der die Lebensqualität und Freude wieder gewinnt.......was immer das für den Einzelnen bedeuten mag.

    Eine Partnerschaft auf neue Füße zu stellen, ist wahre Schwerstarbeit und setzt voraus, dass beide glaubwürdig gewillt sind, sich sehr bewusst mit ihren jeweiligen Anteilen auseinanderzusetzen.

    Abstinenzarbeit ist die erste Voraussetzung.....

    alte Verhaltensmuster müssen abgelegt, neue tagtäglich selbstrefektierend installiert werden......die nächste.

    Ohne psychologische und suchttherapeutische Unterstützung, in der belastende Alltagssituationen aufgearbeitet werden, würde mein Mann das nicht schaffen.

    Ich sehe mich nicht mehr in der Rolle der Co Abhängigkeit, das wäre fatal, wünsche mir einen Neuanfang in unserer Partnerschaft, in der sich beide wieder mit Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit begegnen können, ohne den Blick für eigene Bedürfnisse und Selbstfürsorge aus den Augen zu verlieren.

    In der Summe muss sich also vieles verändern, um unserer langen Liebe wieder neuen Glanz verleihen zu können.

    Ich möchte dir durch meinen Beitrag gerne vermitteln, dass ein "Zusammenbleiben" oftmals schwieriger zu bewältigen ist, wenn ehrliche Veränderung gewünscht wird, das alte Leben hinter sich gelassen werden muss, als ein klarer Cut.

    Die Worte, "können wir es nicht noch einmal probieren", fließen leicht von den Lippen, weil dein Partner dich nicht verlieren möchte.

    Diese bettelnde, angstvolle Aussage kenne ich auch.

    Es bedeutet aber in der Realität den ersten Schritt zu tun..... Problembewusstsein für die Alkoholerkrankung, Einsichtsfähigkeit zu entwickeln ...... eigenen Anteile zu erkennen, sich fachkompetente Hilfe zu suchen.

    Du hast richtig entschieden, schon lange Klarheit gewonnen, denn ein Leben neben einem nassen Alkoholiker, der nicht gewillt ist, ist aussichtlos.

    Da trittst du weiter auf der Stelle, verlierst weiterhin wertvolle Lebenszeit.

    Traurigkeit über das Verlorene in jeglicher Hinsicht, darf empfunden und zugelassen werden.

    Die Vergangenheit so zu verarbeiten ist heilsam, für jeden Neuanfang.

    Alles erdenklich Gute und liebe Grüße,

    Christrose

    Hallo Grit,

    wenn das dein Weg ist, dann ist es auch gut so, es muss sich richtig für dich anfühlen.

    Wichtig ist es, dass du ganz bei dir bleibst und die Dinge auch durchziehst, die du in die Wege geleitet hast, sonst macht man sich vor dem Partner unglaubwürdig.

    Mir ist das auch schon einmal passiert, habe mich, wie man so schön sagt " einlullen " lassen.

    Ein zweites Mal gibt es das nicht mehr. Meinem Mann ist das sehr bewusst geworden, denn ich stand kurz vor der Trennung.

    Wir hätten uns einvernehmlich getrennt.

    Er gibt sich redlich Mühe, bis jetzt nicht mehr rückfällig zu werden. Viel Arbeit ( lebenslang ) liegt noch vor ihm, aber auch vor uns.....unsere langjährige Ehe muss komplett neu aufgestellt werden, von beiden Seiten, nur so gibt es eine Chance für eine weitere gemeinsame Zukunft.

    Das Fundament ist aber noch vorhanden.

    Viel Kraft für deinen Weg wünscht dir,

    Christrose