Liebe Sandra,
ich habe mich per Brief getrennt, saß aber neben ihm als er ihn gelesen hat. Wo steht ihr denn? Weiß er, dass du die Beziehung "mit" Alkohol nicht mehr führen möchtest? Ich fand den Prozess ziemlich zermürbend und hatte zeitweise echt Angst. Er war allerdings nüchtern und ich hatte die ganze Zeit die Befürchtung, dass er trinkt und dann ausrastet oder so. Also hatte ich immer die Reisepässe, wichtige Unterlagen und eine Reisetasche gepackt um im Notfall sofort gehen zu können. Da hatte ich noch keine Wohnung aber Freundinnen, bei denen ich jederzeit samt Kinder unterkommen konnte.
Wir waren nicht alleine zuhause als ich mich getrennt habe, es war ein Freund von ihm zu Besuch und der Voreigentümer lebt noch im Haus. Mein Ex hat die Trennung nicht akzeptiert bzw ernstgenommen. Ich hätte ihn ja nicht gefragt. Das kam mir zu Gute, dann konnte ich meinen Weg weitergehen. Es war ein Prozess...die Wohnung habe ich heimlich angeschaut, habe danach aber berichtet, dass ich ausziehen werde. Mir hat ein Entlastungsgespräch bei der Frauenberatungsstelle geholfen um die Situation zu bewältigen.
Mein Tipp: sei vorbereitet. Du bist ja schon dabei alles zu organisieren. Wenn du alles geregelt hast, zumindest also auch eine "Flucht"möglichkeit, dann schau ob es Sinn macht zu reden. Allerdings nur mit der endgültigen Entscheidung und ohne eine Diskussion zu starten. Die Trennung habe ich in" ich" Form gemacht. "Ich trenne mich, weil ich"... Nicht "weil du"... Sonst denkt er noch er hätte Spielraum indem er dir das lila Einhorn mit Goldstaub verspricht.
Ich weiß wie groß der Druck ist und ich dachte zeitweise, mich soll da endlich jemand rausholen. Mich "selbst zu retten" hat mich gestärkt und sehr befreit. Vor allem auch vor den Ängsten in meinem Kopf. Unterschätze aber nie die Trennungssituation! Sie gehört zu den gefährlichsten für Frauen. Vor allem wenn Alkohol im Spiel ist.