Es gibt hier bereits viele gute Gründe, warum ein Leben ohne Alkohol sinnvoll ist und sie stimmen alle.
Doch meine zentrale Frage bleibt: Warum übernimmt bei ihm das Suchthirn noch immer das Denken? Ich habe außerdem den Eindruck, dass du teilweise noch nicht gut zwischen deinen eigenen Gedanken und denen des Suchthirns unterscheiden kannst.
Was ich beobachte:
Du umgibst dich weiterhin mit nassen Menschen. Du hältst dich im Wirtshaus auf, weil es „das einzige“ ist. Du schaust nassen Menschen beim Feiern zu und erwartest sogar, dass sie dich einladen.
Meine früheren Freunde haben sich über vier Jahre nicht gemeldet. Ich bin ehrlich gesagt froh darüber. Ich würde ohnehin absagen, allein schon, weil ich mir diese angesoffene Art nicht mehr antun möchte.
Ich brauche Lösungen, sonst kann ich zum Beispiel nicht schlafen.
Und du brauchst sie genauso. Sonst hängst du früher oder später wieder an der Flasche. Ich würde das auf Dauer nicht aushalten.
Abstand ist notwendig. Auch wenn der Balkon in die Richtung zeigt: Fenster und Tür zu. Wenn nötig, geh an einen anderen Ort.
Und natürlich gibt es in Deutschland mehr als ein Wirtshaus. Dann fährt man eben ein Stück, um ein Restaurant zu finden, das übrigens auch nicht diesen Wirtshaus-Charakter hat.
Es gibt viele Menschen, die nicht trinken oder nur sehr wenig. Ich wollte früher nichts von ihnen wissen. Aber man kann sie finden.
Die Welt besteht nicht nur aus deinem Dorf.
Hör auf, Gründe zu suchen, warum du dich weiter mit der nassen Welt abgeben „musst“. Werde aktiv. Du hast Hobbys, und andere Menschen teilen diese.
Vor allem: Hör auf, dir betrunkene Menschen anzuschauen.
Der Grund, warum es bei dir noch nicht Klick gemacht hat, ist dein Umfeld. Du hast es nicht wirklich verändert.
Es ist nicht möglich, im nassen Umfeld glücklich trocken zu bleiben.
Übertragen: Wenn du im Regen stehen bleibst, wirst du irgendwann nass. Der Schirm aus deinem Notfallkoffer hält das nicht ewig ab.