Beiträge von Alex_aufdemweg

    Guten Morgen Hannah,

    damals habe ich gleich gelernt, dass man im ersten Jahr keine tiefgreifenden Veränderungen vornehmen soll.

    Also auch Beruflich und in der Beziehung.

    Was die Beziehung angeht habe ich mich absolut nicht daran gehalten.

    Es ist aber auch so, dass mit der Nüchternheit die reale Sicht auf die Dinge wieder kehrt. Außerdem habe ich meine Gefühle wieder stärker wahr genommen.

    Also blieb mir gar nichts anderes auf als mich dran zu machen Dinge zu verändern die mich dauerhaft belasten. Habe halt versucht einigermaßen langsam zu machen :saint:

    Ich habe es bis heute nicht bereut.

    Außerdem wollte ich Dir noch meinen Respekt aussprechen, für das was Du täglich leistest. :thumbup:

    VG
    Alex

    Es kommt mir manchmal schon vor, als ob er einen Streit künstlich erstellt..

    Wenn ich versucht habe weniger zu trinken war ich auch schnell gereizt. Und Streit ist ein "Grund" zum trinken.

    Ich nehme an du "störst" ihn beim trinken. Ob du das nun beabsichtigst oder nicht.

    Du steckst da in einer schwierigen Situation.

    da habe ich aber sehr an meiner eigenen Wahrnehmung gezweifelt!
    Im Nachhinein frage ich mich, ob ich mir das immer einreden lassen habe…

    Als ich aufgehört habe fing ich schnell an das "Zusammenleben" so zu sehen wie es eigentlich ist. Meine damalige Partnerin (ja Vergangenheitsform) hat nicht aufgehört Alkohol zu sich zu nehmen. Bald dann nicht mehr vor mir und wahrscheinlich auch nicht viel. Aber Alkohol war im Haus und wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, war da welcher vorhanden. Und gerochen habe ich es auch. Das geht auf Dauer gar nicht. Alkohol musste aus meinem Leben raus.

    Es wird der Moment kommen, an dem du siehst an welcher Stelle du stehst. Wenn er denn Alkoholiker ist. Ich möchte keine Schlüsse ziehen.

    Leider vermute ich bei meinem Freund auch eine Leberzirrhose..

    Dann wird bald von selbst eine Veränderung anstehen.

    Als ich aufhörte zu trinken, dachte ich alle würden sich freuen. Jubeln und mich beglückwünschen. "Alle" meine Freunde haben massiv Alkohol getrunken und ich habe keinen Kontakt mehr. Wir hatten auch keine Themen mehr und ich würde sie beim Trinken stören. Außerdem gebe ich mir das nicht und es wäre noch dazu gefährlich. Aber ich vermisse sie nicht, weil ich feststellen durfte, dass da gar nichts ist. Sie waren nur Beiwerk zum trinken. Und ich ebenfalls für sie.

    Es hat sich unglaublich viel in meinem Leben geändert. Von wegen, nur nichts mehr trinken.

    Aber um mal zu spoilern. Ich bin heute so glücklich wie noch nie. Hätte nicht gedacht, dass dieses Leben das noch mal für mich bereithält.

    Es lohnt sich voll. Außerdem gibt es keine andere Option. Wenn ich Gift in mich rein schütte geht es bergab langsam oder schnell. Unaufhörlich.

    Dein "Ich möchte keinen Alkohol trinken" wird anscheinend als Diät abgetan.

    Und "Weil es mir nicht gut tut" ist auch nicht das gleiche wie "ich bin Alkoholiker'in".

    Den gut tut Alkohol niemandem. Er löst bei jedem Lebewesen die Zellwände auf.

    Du bist Alkoholikerin und möchtest trocken werden.
    Und als dein Partner, dem es wichtig sein sollte wie es dir geht, sollte dich dabei unterstützen. Das kannst du ihm auch durchaus sagen.

    Ich halte mich da einfach ganz raus. Sie kann ja bestellen. Oder jemand anderes fragen. Trocken legen, kam mir dabei gar nicht in den Sinn.
    Aber gießen tue ich sie auch nicht.

    Mein Vater ist durch alles gestorben, was man durch Alkohol bekommen kann. Der Arztbrief war mehrere Seiten lang.
    Er war in einem Heim untergebracht. In der geschlossenen Abteilung.
    Ich war einmal dort, war. Da habe ich dann gesehen, was mit meinen Genen passiert, sollte ich jemals weiter trinken.
    Ich hätte es nicht gebraucht, aber ein Motivationsschub war es dennoch.

    Wir haben uns im guten verabschiedet. Beziehungsweise ich, denn er konnte bereits nicht mehr sprechen.

    Circa ein Jahr später war er tot.

    kennt das jemand?

    Ich kann mich noch daran erinnern, als ich mich das erste Mal, nach mehreren Monaten Abstinenz, mit zwei Freunden getroffen habe.
    Wir waren Currywurst essen, und die beiden haben sogar ebenfalls Cola getrunken.
    Ich hab total aufgedreht und hatte praktisch von null auf 100 den Zustand erreicht, für den ich normalerweise weiß Gott wie viel Bier gebraucht hätte.

    Als wir uns ein paar Wochen später erneut getroffen haben, stellte dann einer der beiden fest. Heute bist du wieder normal. Das letzte Mal warst du doch etwas aufgedreht.

    Ups. :saint:

    Herzlichen Glückwunsch zu vier Monaten.

    so standhaft bleibe

    Das klingt nach Verzicht. Fühlt es sich für dich danach an?

    Ansonsten kann ich dir nur raten hier öfters zu schreiben. Das hilft auch eventuelle Veränderungen frühzeitig zu entdecken. Zum Beispiel Gedankengänge, die in die falsche Richtung laufen, oder so.

    Ich hab da jetzt nicht so aufgepasst, ich hoffe, dieses Beziehungsproblem ist inzwischen schon geklärt? Wie auch immer.

    Dieses nach außen verstellen, habe ich als Alkoholiker bald mein ganzes Leben gemacht. Es ist sehr erleichternd, wenn man das nicht mehr muss.

    Tatsächlich hab ich mir schon überlegt ihr den Stoff einfach hinzustellen.

    Damit sie nicht irgendwo auf der Straße stürzt und liegt.

    Das klingt für mich nach Unterstützung dabei sich tot zu saufen.

    Hat noch keiner der Therapeuten mal das Thema "Hilfe durch Nichthilfe" angesprochen? Wenn ihr alles nachgetragen, bzw. sie gleich noch selbst getragen wird, gibt es sicher kein Umdenken bei ihr.

    Und

    Das ist eine hochgradig Überlastung, es nimmt dir Energie und Lebensfreude.

    Also für beides Seiten das Falsche.

    Ich kann mich jedenfalls nicht mit dem Gedanken anfreunden einem Alkoholiker auch noch den Alk hinzustellen. Ich kaufe z. B. meiner Mutter nichts.

    Na ja. Das ist der eine Grund. Der andere ist, dass ich ja selbst trockener Alkoholiker bin und niemals Alkohol kaufen würde.

    Wir schaffen das tägliche aufpäppeln von ihr nicht mehr.

    Vielleicht hat dieses tägliche aufpäppeln unterbunden, dass sie ihren persönlichen Tiefpunkt erreicht? So eine Nacht neben dem Bett könnte schon ihr eigenes Nachdenken anregen.

    Hast Du Dich schon ein wenig bei den anderen Angehörigen eingelesen?

    Es geht dort hauptsächlich darum, dass auf sich selbst geschaut wird. Und damit fängst Du ja gerade an. Das ist gut.

    ihr Shirt

    Das ist nicht das Problem. Da hat sich gewaltig etwas aufgestaut.

    Wahrscheinlich kommt ihr beide nicht auf das eigentliche Problem. Den Kern des Ganzen. Das ist oft nicht so einfach. Und sollte man es wissen, ist es wieder nicht so einfach es anzusprechen.

    Im Prinzip bräuchte es wohl eine Mediation. Aber wer macht das schon?

    Es gibt auch mehr als das gesprochene Wort. Du sagst sehr viel durch Körpersprache. Wie heißt es. Man kann nicht nicht kommunizieren.

    Die ist Irre geworden, schade.

    Diese Meinung sieht sie dir wahrscheinlich an. Und sie fühlt sich nicht verstanden. Das ist sie ja auch nicht.

    Ihr versteht euch nicht. Der Satz kommt nicht von ungefähr.

    Sich zu entschuldigen ist meistens ein guter Start. (Das ist übrigens ein Zeichen von Stärke) Und wenn es nur für das Shirt ist. Und ohne eine Rechtfertigung hinten dran. Dann mal schauen was kommt.

    Streits sind generell sehr schlimm für mich, weil ich keinen wirklich gesunden Umgang damit gelernt hab

    Das ist ja aber schon mal schön reflektiert. Hast du schon Therapie gemacht?

    Mir sind die Trinkimpulse anfangs auch sehr aufgefallen. Davor habe ich ihnen einfach nachgegeben. Die Suchtstimme musste nicht groß reden, ich habe einfach getrunken.

    Also war der erste Schritt sie kennen zu lernen. Lernen damit umzugehen. Und dann wurde sie mit der Zeit immer weniger. Auch weil das Leben ohne Alkohol zur Normalität wird.

    Es ist also gut, dass du diesen Impuls erstmal wahrnimmst.

    Dank den tollen Therapeuten bin ich seit zwei Wochen trocken

    Erstmal "dank Dir"! :thumbup:

    Das wollte ich gleich mal klar stellen. Die stehen nämlich nicht ständig neben dir und nehmen dir das Glas aus der Hand.

    Glückwunsch zu zwei Wochen. 🍀

    Das andauernde Stresslevel macht mich sehr nervös.

    Stress ist immer schlecht. Besonders wenn das Suchthirn ggfs. Alk als Lösung anbietet. Was anderes kann es ja auch gar nicht.

    Ich fühle mich schlecht, weil ich ständig denke, dass meine Ehrlichkeit, ich bin ein Alkoholiker, mich abwertet.

    Bin jetzt kein Therapeut. Aber dieses Gefühl strahlst du wahrscheinlich auch aus.

    Mir hat da auch die Zeit geholfen. Mit jedem Tag Trockenheit wurde ich stolzer. Denn ich bin trockener Alkoholiker. Habe das Ruder rum gerissen und muss heute nicht, bei dieser Affenhitze, Alkohol in mich hinein schütten.

    Dieser elitäre Club hier hat mit sehr dabei geholfen. ;) Ich habe wirklich alles, was mich bewegt hat, hier rein geschrieben. Es ist beruhigend für mich zu wissen, dass ich nicht alleine bin.

    Ja, es mag fanatisch klingen. Aber Ethanol ist ein Lösungsmittel, das Zellwände auflöst. Und zwar von jeder Zelle, die lebt. Darum eignet es sich auch so hervorragend als Reinigungsmittel. Weil es sämtliche Bakterien abtötet.

    Und da ist es eigentlich egal, in was der Alkohol hinein gemischt wird. Ob das jetzt Bier oder Wein heißt. Das Ethanol ist das gleiche.
    Trinke ich weniger davon, kann mein Körper das besser ertragen. Also etwa so, als würde ich mir nur ganz leicht mit dem Hammer auf den Zeh schlagen. Hau ich etwas fester zu nutze ich den Hammer dysfunktional?

    Worauf ich hinaus will, ein Hammer ist nicht zum auf den Zeh schlagen und Alkohol gehört nicht in den Körper.

    Um auf diese Weisheit zu kommen, musste ich leider auch erst 30 Jahre saufen.

    Mein Arzt weiss das ich Alkoholikerin bin, ihm habe ich es als erstes anvertraut zudem wissen es alle meine Bekannten, mein Freund und meine kinder sowie meine eltern.

    Herzlich Willkommen ADw2.0,

    wenn ich Deinen Namen ausschreibe denke ich noch ich schreibe mir selbst. Nur eben 2.0.

    Als ich mich hier angemeldet habe, war der Name meine erste Idee. Und auch heute, 4 1/2 Jahre später, sehe ich das genauso. Es ist ein Weg.

    Denn das Ziel ist ja die lebenslange Abstinenz. Das möchte ich tatsächlich nicht so schnell erreichen. Denn dann bin ich ja tot. ;)

    Aber ich will einen guten Weg gehen. Und dieser hat sich sehr verändert seit ich trocken wurde. Es ist ein guter Weg geworden. Vom glitschigen Schlammpfad in einen guten, festen Weg. Es gab viele Steine und auch jetzt passe ich natürlich weiter auf, damit ich nicht stolpere.

    So. Nun zur Dir. Ich finde es super, dass Du reinen Tisch mit allen in Deinem Privatleben gemacht hast. Bei mir ist das auch so und es erleichtert mir mein Leben ungemein. Keine Lügen oder Ausreden mehr nötig und ich kann offen dazu stehen Alkoholiker zu sein. Es ist gut, dass das bei dir möglich war/ist.

    Eine gute SHG ist auch wichtig. Ich war im ersten Jahr auch in der realen. Hier bin ich aber täglich am Thema und das reicht mir vollkommen. Das Leben ohne Alkohol wird zur Normalität.

    Du möchtest noch in Therapie habe ich gelesen?

    Bei mir hat die Betäubung immer nicht, oder viel zu spät gewirkt. Schon alleine deswegen hatte ich immer mächtig Angst.

    Dann habe ich hier erfahren, dass das bei Alkoholikern oft der Fall ist.

    Aus dem Grund ist es wichtig, dass der Arzt davon weiß. Dann kann er ggfs. nachjustieren. Außerdem sprüht er dir dann nicht etwas mit Alkohol in den Mund oder so.