Beiträge von Alex_aufdemweg

    Das ist einfach Gift

    Da habe ich jetzt noch mal kräftig hochgescrollt um das noch mal aufzugreifen.

    Mit der Abstinenz kam diese Erkenntnis wirklich erst bei mir an. War ich doch mindestens 25 Jahre der Verdrängungskönig.

    Alkohol zerstört jede Zellwand. Alles was lebt. Das zählt genauso für den ersten "genussvollen" Schluck.
    Und damit hat sich das für mich schon erledigt. "Genussvoll" ein giftiges Lösungsmittel trinken?

    Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich heute an diesem Punkt bin.
    Wenn es den Reset Knopf gäbe und ich wieder "normal" trinken könnte... Dann würde ich dennoch nie wieder Alkohol trinken.

    Ein Gift normal trinken. Wie beknackt ist das denn? ^^

    Naja. Ich wünsche dir, dass du vielleicht auch diesen Punkt erreichst. Das ist so entspannend. Auch wenn dann die Suchtstimme überraschend irgend etwas von sich geben möchte. Dann ist sie praktisch auf der Stelle entlarvt. Denn keine klare Ecke meines Verstandes würde mir Alkohol vorschlagen.

    Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht.

    „Hätte“ ist vorbei.

    Aber ich finde, das liest sich ja gar nicht so schlecht. Du machst es zum ersten Mal anders.

    Du kennst den Satz: Dumm oder verrückt ist, immer wieder das Gleiche zu tun und etwas anderes zu erwarten.

    Jetzt machst du es anders. 👍

    Ansonsten weißt du schon, dass es nicht die Bohne bringt, wenn du dich selbst gedanklich bestrafst. Für alle anderen ändert das nichts. Nur dir tut es weh.

    Auch hier könntest du anfangen, es anders zu machen.

    Ja, irgendwann wird das eh nachlassen. Die Zeit macht das. Aber bis dahin brauchst du es dir nicht noch schwerer zu machen, als es schon ist.

    Ich hatte in meinem Leben schon ein paar Trennungen. Das Gefühl kenne ich. In unterschiedlicher Intensität. Es trainiert den geistigen Muskel, die Gedanken immer wieder in eine andere Richtung zu lenken.

    Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken

    Ja, dann lass es doch.

    Ich würde niemals mit dem Falschirm aus einem Flugzeug springen.

    Aus dem Grund denke ich auch nicht daran und würde mich auch nicht zwingen mir das vorzustellen und auszumalen.

    Keiner schubst mich aus dem Flugzeug und keiner kommt gerannt und zwingt dir ein Bier rein.

    Also, passt doch alles.

    Es gibt hier bereits viele gute Gründe, warum ein Leben ohne Alkohol sinnvoll ist und sie stimmen alle.

    Doch meine zentrale Frage bleibt: Warum übernimmt bei ihm das Suchthirn noch immer das Denken? Ich habe außerdem den Eindruck, dass du teilweise noch nicht gut zwischen deinen eigenen Gedanken und denen des Suchthirns unterscheiden kannst.

    Was ich beobachte: Du umgibst dich weiterhin mit nassen Menschen. Du hältst dich im Wirtshaus auf, weil es „das einzige“ ist. Du schaust nassen Menschen beim Feiern zu und erwartest sogar, dass sie dich einladen.
    Meine früheren Freunde haben sich über vier Jahre nicht gemeldet. Ich bin ehrlich gesagt froh darüber. Ich würde ohnehin absagen, allein schon, weil ich mir diese angesoffene Art nicht mehr antun möchte.

    Ich brauche Lösungen, sonst kann ich zum Beispiel nicht schlafen. Und du brauchst sie genauso. Sonst hängst du früher oder später wieder an der Flasche. Ich würde das auf Dauer nicht aushalten.

    Abstand ist notwendig. Auch wenn der Balkon in die Richtung zeigt: Fenster und Tür zu. Wenn nötig, geh an einen anderen Ort. Und natürlich gibt es in Deutschland mehr als ein Wirtshaus. Dann fährt man eben ein Stück, um ein Restaurant zu finden, das übrigens auch nicht diesen Wirtshaus-Charakter hat.

    Es gibt viele Menschen, die nicht trinken oder nur sehr wenig. Ich wollte früher nichts von ihnen wissen. Aber man kann sie finden. Die Welt besteht nicht nur aus deinem Dorf.

    Hör auf, Gründe zu suchen, warum du dich weiter mit der nassen Welt abgeben „musst“. Werde aktiv. Du hast Hobbys, und andere Menschen teilen diese.

    Vor allem: Hör auf, dir betrunkene Menschen anzuschauen.

    Der Grund, warum es bei dir noch nicht Klick gemacht hat, ist dein Umfeld. Du hast es nicht wirklich verändert. Es ist nicht möglich, im nassen Umfeld glücklich trocken zu bleiben.

    Übertragen: Wenn du im Regen stehen bleibst, wirst du irgendwann nass. Der Schirm aus deinem Notfallkoffer hält das nicht ewig ab.

    Tut mir (fast) leid. Musste kurz lachen.

    stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich

    Da würde ich mich aber gerne mal dazustellen. ^^

    Zu Ostern hin geht es natürlich wieder los.

    und gerade vor Feiertagen verstellen die ja nahezu jeden Gang damit,

    Ich bin schon mal fast in einen Berg Sekt gerauscht. Den haben sie wirklich direkt nach dem Eingang aufgebaut. Gerade anfangs fiel mir da das Ausblenden schwer. Denn genau so habe ich es auch gemacht.

    mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet

    Es war sogar so. Ich sollte für *privat* Malzbier kaufen. Hatte noch kaum einen Plan und für mich einstehen, war mir noch nicht richtig bekannt. Sonst hätte ich das erst gar nicht gemacht. Jedenfalls stand das tatsächlich zwischen dem "normalen" Bier. Mein Hirn hat alles, bis auf das Malzbier verpixelt. Das war echt erstaunlich. Ich habe mich schrecklich unwohl gefühlt dabei. Inmitten von dem ganzen Gift. Als könnte es mich gleich anspringen.

    Es ist sehr gut, dass Du aus der Situation raus bist. Respekt. Alles richtig gemacht. :thumbup:

    Hier wird die Zeit für Dich arbeiten. Das wird ganz von selbst viel entspannter. Weil es Dir immer weniger interessieren wird. Wozu auch?

    So, wie auch das Katzenfutter da ist, brauche ich beides nicht.

    Hier komme ich immer gerne mit meinem Windel-Beispiel. Die interessieren mich ja auch nicht mehr. Keine Ahnung was die kosten.

    Da musste ich übrigens das zweite mal schmunzeln.

    War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen

    DAS würde dann ja bei mir auch nichts bringen. ;)

    Du hast das für Dich richtige in dieser Situation gemacht. Klingt komisch, aber besser hätte es in dieser Situation nicht laufen können.

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

    Und schon dabei einen neuen Plan zu basteln. Das finde ich gut. Sicher kann das Risiko nicht ausgeschaltet werden. Aber gerade am Anfang so gut es geht vermeiden und nichts einfach nur hinnehmen.

    Menschen zu unterstützen, die auch mit Alkoholsucht kämpfen.

    Das ist es. Das Wort "auch" müsste zuerst mal weg. Solange Du damit kämpfst, bleib erst mal bei Dir.

    Ich hatte in meiner SHG mal versucht einem zu helfen. Da war ich ca. ein Jahr trocken. Ging nur kurz gut. Er hat wieder gesoffen und roch wie ein Schnapsladen. Es war für mich nicht auszuhalten und ich musste den Raum verlassen.

    Heute (nochmal gute drei Jahre später) würde ich immernoch den Raum verlassen. Weil ich keinen Grund habe mir das zu geben.

    Ich selbst bin nicht zimperlich und kann gut damit Leben, wenn (auch hier) jemand einen Rückfall hat. Aber schön ist das nicht. Und im Realen noch mal eine andere Hausnummer.

    Starte besser erst mal mit dem VHS-Kurs. :)

    Das ist nicht immer leicht,

    Es wird immer einfacher. Die Zeit arbeitet für dich. Mein erster Faden hieß noch "mein neuer Weg". Dann wurde er stabiler und wurde zu "Mein Weg". Vom Trampelpfad zur richtigen Weg. Zwischendurch kam es mir dann schon wie die Schnellstraße vor. Mein Leben hat sich von Grund auf geändert.

    Mir war nicht bewusst, wie sehr Alkohol mein Leben negativ beeinflusst hat. Erst als ich mit etwas Aufwand feststellen durfte, wie viel besser es doch sein kann.

    Nach ein paar Monaten wird es Tage geben, an denen du gar nicht mehr an Alkohol denkst. Wozu auch? Es bringt ja nichts. Es wird eh nicht gesoffen.

    Wie sieht es mit der Risikominimierung bei Dir aus? Außer jetzt natürlich. Daheim später. Umfeld und Familie.

    warum ich immer wieder angefangen habe zu saufen.

    Weil Du Alkoholiker bist. Da ist jeder Grund recht.

    Aus Frust, um Glück mehr zu spüren. Weil es regnet oder die Sonne scheint.

    Es gibt Millionen Männer die einen Streit mit ihrer Frau haben, aber nicht deswegen zur Flasche greifen.

    Die Sucht "sucht" sich ihre Gründe. Vielleicht heißt sie deswegen so.

    Also brauchst Du eigentlich gar nicht mehr weiter zu suchen. Außenstehende - besonders keine Alkoholiker - würden dir noch Recht geben. "Ja, deswegen wirst du getrunken haben." Das sehen sie so, weil sie die Sucht nicht verstehen.

    Jetzt geht es darum Wege durchs Leben zu finden, ohne zur Flasche zu greifen.

    Das können auch mal Umwege sein. Zum Beispiel um den Alkoholgang im Supermarkt herum.

    Wege finden. Nicht Gründe.

    Ich habe einen guten Weg gefunden. Er ist inzwischen fest und bereits ausgetreten. Dann ist es nicht mehr schwer. Schauen muss ich dennoch wo ich hin laufe. Damit ich auf dem Weg bleibe.

    Hm, ich hätte nicht gedacht als ich mich hier vor über vier Jahren hier angemeldet habe, dass mein Name mal so Programm für mich wird.

    Hast Du die Grundbausteine schon bekommen? Ich kann jetzt nicht zurück blättern. Hab Bedenken, dass dann mein Geschriebenes futsch ist. ;)

    noch mehr trockenkotzen.

    Oh ja. Danke, das hatte ich schon ganz vergessen.

    Ich "brauchte" abends mehr. Dafür ging es mir morgens immer schlechter.

    Eigentlich kam ich zum Glück nicht auf die Idee morgens etwas zu trinken. Dann wäre das ganz ja noch länger gegangen. So ging es bald einfach nicht mehr. Auch jeden Tag, im Geschäft, gegen 10 Uhr mit geplatzen Äderchen in den Augen, aus der Toilette zu wanken, wäre irgendwann aufgefallen.

    Für mich heute nicht zu begreifen, wieso ich nicht früher aufgewacht bin. Ich durfte einfach kein Alkoholiker sein. Weil ich wusste, dass ich dann ja nicht mehr würde trinken können.

    Es kamen noch einige Dinge dazu und irgendwann ist "der Knoten geplatzt".

    Es gab eine große Umstellung in meinem Verstand. Der erst mal trocken werden musste. Das brauchte Zeit und ich muss mich heute öfters daran erinnern, dass das eben so ist, wenn ich bei Neuen lese. Denn auch ich bin ein ganz "normaler" Alkoholiker. ^^

    Ich habe mich bei Deiner Geschichte in vielem wiedergefunden. Danke dafür.

    strammen Schrittes durch die Landschaft gelaufen

    Das habe ich auch mal gemacht. Aufgestanden, Schuhe an und zur Tür raus. Egal wohin. Nur nicht in den Supermarkt. Wohne direkt neben dem Wald. Nach einer viertel Stunde war alles wieder gut.

    Wenn ich in der Situation verharre, ändert sich auch nichts. Ich denke, alleine der Wechsel der Umgebung bringt da schon etwas.

    Und mich zu outen ,diese Möglichkeit ziehe ich aus Selbstschutz nicht in Betracht.

    Ich hatte die Möglichkeit mich zu outen und das nenne ich Selbstschutz.

    Zumindest im Zusammenhang mit Alkohol.

    Es erspart mir tatsächlich auch viel Stress. Ich habe nicht vor mir die nächsten 40 Jahre Ausreden auszudenken. ;) So wäre das zumindest bei Leuten, die mich besser kennen gewesen.

    Für andere würde ein "Ich trinke keinen Alkohol" reichen.

    Wieso? "Weil es ein giftiges Lösungsmittel ist."

    Ich vermute, Du hast Angst vor Ausschluss?

    Ich bin im Moment alkoholfrei

    Da sollte nur noch das "im Moment" weg.

    Ich springe ja auch nicht "im Moment" nicht aus dem Fenster. In meinem Leben gibt es keinen Alkohol. Darum habe ich auch keinen Stress. Ich muss halt schauen wo ich mich hin begebe und mit wem.

    "Kämpfen" bedeutet, darüber nachdenken. Das brauche ich nicht. Es ist doch schon alles gedacht. Bleibt viel Platz für andere Gedanken. Die machen mein Leben aus.