Beiträge von Alex_aufdemweg

    Habt ihr abgenommen als ihr keinen Alkohol mehr getrunken habt?

    Da ich erst mal so weiter gegessen habe wie vorher - sprich viel zu wenig - habe ich erst mal 20 kg abgenommen. Mindestens 1.400 k/cal Bier sind ja täglich weg gefallen. (Eher noch mehr) Also auf 76 kg. War schon recht dürr.

    Davon sind jetzt wieder über 10 kg drauf und ich muss aufpassen, dass es nicht so weiter geht. Jetzt bei ca. 86 kg. Bin 188 cm.

    Ich kann jetzt nicht sagen das ich einen Druck oder Zwang verspürt habe.

    Solange ich getrunken habe, habe ich auch keinen Zwang verspürt. Wieso auch? Ich habe ja getrunken. Den Zwang spürte ich erst, als ich versucht habe zu stoppen.

    Genauso die Suchstimme. Die brauchte es nicht. Ich habe ja gleich getrunken.

    Die habe ich erst mit meiner Nüchternheit kennen lernen dürfen. Und je trockener ich wurde, desto stiller wurde sie wieder.

    ich mich als Trockener Alkoholiker bezeichne.

    Der Begriff "Trockenheit" beinhaltet nicht nur nüchternheit.

    Ich würde gerne ein Bier trinken, ich liebe Bier.

    Denn das ist nicht der Satz eines zufrieden Trockenen.

    Jetzt bist du erstmal nüchtern. Wenn du dich nach außen jedoch als trockener Alkoholiker bezeichnest ist das schon ok. Dann verstehen die "Normalos" eher was gemeint ist und es hört sich besser an.

    Ich könnte auch nur eins trinken,

    Damit fütterst du dein Suchthirn und entfernst dich kilometerweit von "Trockenheit".

    Das klingt übrigens auch nach einem Satz des Suchthirns. "Komm, trink was. Du kannst es doch."

    Oh, ich sehe gerade, dass du ja noch rot bist. Dann ggfs. später mehr.

    in meinem Fall fast 40 Jahre dauern

    In meinem Fall hat es 30 Jahre gedauert. Bis ich erkannt habe, dass ich Alkoholiker bin. Abhängig war ich aber schon 30 Jahre vorher.
    Wenn du immer noch nicht ganz sicher bist, ob du Alkoholiker bist, wird das die Suchtstimme sein, die sich die Hintertür offen hält.

    Für mich war diese Einsicht jedenfalls der Startschuss in mein neues Leben. Vorher hätte ich hier gar nicht anfangen brauchen.

    Ich werde nichts davon tun.

    Das finde ich gut. Als ich trocken wurde, wurde ich für so manchen erst mal unangenehmer. Dieses sich Verbiegen hatte dann ein Ende.

    Schuldgefühle ließen nach und das Selbstbewustsein wuchs.

    Im Prinzip kann ich nur so schlecht behandelt werden, wie ich es zulasse. Ja, und mir hat es auch gereicht.

    Ich sehe da einen guten Weg.

    Und doch ist meine Gesundheit der einzige Grund (zumindest bis jetzt) warum ich nicht mehr trinke.

    Das war bei meinem Start ähnlich. Veränderte sich mit der Zeit, als das Hirn immer trockener wurde. Dann ploppten immer mehr die Probleme in meinem Leben auf, die ich ändern musste. Und ich musste das. Denn sonst war es nicht mehr zu ertragen. Da ich es nicht mehr abends weg saufen konnte.

    Schon alleine aus diesem Grund ist die Abstinenz auch immer eine Änderung des ganzen Lebens.

    Mache ich das nicht, "bröselt" auf Dauer auch die Abstinenz.

    Zur Motivation. Nachdem ich das alles durchgezogen habe kann ich sagen, ich war noch nie so glücklich wie heute.

    Und spätestens dann ist die Gesundheit nicht mehr der einzige Grund. Bei mir geht es um mein gesamtes zufriedenes Leben.

    Das ist einfach Gift

    Da habe ich jetzt noch mal kräftig hochgescrollt um das noch mal aufzugreifen.

    Mit der Abstinenz kam diese Erkenntnis wirklich erst bei mir an. War ich doch mindestens 25 Jahre der Verdrängungskönig.

    Alkohol zerstört jede Zellwand. Alles was lebt. Das zählt genauso für den ersten "genussvollen" Schluck.
    Und damit hat sich das für mich schon erledigt. "Genussvoll" ein giftiges Lösungsmittel trinken?

    Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich heute an diesem Punkt bin.
    Wenn es den Reset Knopf gäbe und ich wieder "normal" trinken könnte... Dann würde ich dennoch nie wieder Alkohol trinken.

    Ein Gift normal trinken. Wie beknackt ist das denn? ^^

    Naja. Ich wünsche dir, dass du vielleicht auch diesen Punkt erreichst. Das ist so entspannend. Auch wenn dann die Suchtstimme überraschend irgend etwas von sich geben möchte. Dann ist sie praktisch auf der Stelle entlarvt. Denn keine klare Ecke meines Verstandes würde mir Alkohol vorschlagen.

    Diese Stärke hätte ich mir in der Beziehung gewünscht.

    „Hätte“ ist vorbei.

    Aber ich finde, das liest sich ja gar nicht so schlecht. Du machst es zum ersten Mal anders.

    Du kennst den Satz: Dumm oder verrückt ist, immer wieder das Gleiche zu tun und etwas anderes zu erwarten.

    Jetzt machst du es anders. 👍

    Ansonsten weißt du schon, dass es nicht die Bohne bringt, wenn du dich selbst gedanklich bestrafst. Für alle anderen ändert das nichts. Nur dir tut es weh.

    Auch hier könntest du anfangen, es anders zu machen.

    Ja, irgendwann wird das eh nachlassen. Die Zeit macht das. Aber bis dahin brauchst du es dir nicht noch schwerer zu machen, als es schon ist.

    Ich hatte in meinem Leben schon ein paar Trennungen. Das Gefühl kenne ich. In unterschiedlicher Intensität. Es trainiert den geistigen Muskel, die Gedanken immer wieder in eine andere Richtung zu lenken.

    Wenn ich mich fast zwinge an Bier zu denken

    Ja, dann lass es doch.

    Ich würde niemals mit dem Falschirm aus einem Flugzeug springen.

    Aus dem Grund denke ich auch nicht daran und würde mich auch nicht zwingen mir das vorzustellen und auszumalen.

    Keiner schubst mich aus dem Flugzeug und keiner kommt gerannt und zwingt dir ein Bier rein.

    Also, passt doch alles.

    Es gibt hier bereits viele gute Gründe, warum ein Leben ohne Alkohol sinnvoll ist und sie stimmen alle.

    Doch meine zentrale Frage bleibt: Warum übernimmt bei ihm das Suchthirn noch immer das Denken? Ich habe außerdem den Eindruck, dass du teilweise noch nicht gut zwischen deinen eigenen Gedanken und denen des Suchthirns unterscheiden kannst.

    Was ich beobachte: Du umgibst dich weiterhin mit nassen Menschen. Du hältst dich im Wirtshaus auf, weil es „das einzige“ ist. Du schaust nassen Menschen beim Feiern zu und erwartest sogar, dass sie dich einladen.
    Meine früheren Freunde haben sich über vier Jahre nicht gemeldet. Ich bin ehrlich gesagt froh darüber. Ich würde ohnehin absagen, allein schon, weil ich mir diese angesoffene Art nicht mehr antun möchte.

    Ich brauche Lösungen, sonst kann ich zum Beispiel nicht schlafen. Und du brauchst sie genauso. Sonst hängst du früher oder später wieder an der Flasche. Ich würde das auf Dauer nicht aushalten.

    Abstand ist notwendig. Auch wenn der Balkon in die Richtung zeigt: Fenster und Tür zu. Wenn nötig, geh an einen anderen Ort. Und natürlich gibt es in Deutschland mehr als ein Wirtshaus. Dann fährt man eben ein Stück, um ein Restaurant zu finden, das übrigens auch nicht diesen Wirtshaus-Charakter hat.

    Es gibt viele Menschen, die nicht trinken oder nur sehr wenig. Ich wollte früher nichts von ihnen wissen. Aber man kann sie finden. Die Welt besteht nicht nur aus deinem Dorf.

    Hör auf, Gründe zu suchen, warum du dich weiter mit der nassen Welt abgeben „musst“. Werde aktiv. Du hast Hobbys, und andere Menschen teilen diese.

    Vor allem: Hör auf, dir betrunkene Menschen anzuschauen.

    Der Grund, warum es bei dir noch nicht Klick gemacht hat, ist dein Umfeld. Du hast es nicht wirklich verändert. Es ist nicht möglich, im nassen Umfeld glücklich trocken zu bleiben.

    Übertragen: Wenn du im Regen stehen bleibst, wirst du irgendwann nass. Der Schirm aus deinem Notfallkoffer hält das nicht ewig ab.

    Tut mir (fast) leid. Musste kurz lachen.

    stehen die Alkoholiker konzentriert in einem Bereich

    Da würde ich mich aber gerne mal dazustellen. ^^

    Zu Ostern hin geht es natürlich wieder los.

    und gerade vor Feiertagen verstellen die ja nahezu jeden Gang damit,

    Ich bin schon mal fast in einen Berg Sekt gerauscht. Den haben sie wirklich direkt nach dem Eingang aufgebaut. Gerade anfangs fiel mir da das Ausblenden schwer. Denn genau so habe ich es auch gemacht.

    mit Tunnelblick durch die Läden bewegt, alles so gut es eben ging ausgeblendet

    Es war sogar so. Ich sollte für *privat* Malzbier kaufen. Hatte noch kaum einen Plan und für mich einstehen, war mir noch nicht richtig bekannt. Sonst hätte ich das erst gar nicht gemacht. Jedenfalls stand das tatsächlich zwischen dem "normalen" Bier. Mein Hirn hat alles, bis auf das Malzbier verpixelt. Das war echt erstaunlich. Ich habe mich schrecklich unwohl gefühlt dabei. Inmitten von dem ganzen Gift. Als könnte es mich gleich anspringen.

    Es ist sehr gut, dass Du aus der Situation raus bist. Respekt. Alles richtig gemacht. :thumbup:

    Hier wird die Zeit für Dich arbeiten. Das wird ganz von selbst viel entspannter. Weil es Dir immer weniger interessieren wird. Wozu auch?

    So, wie auch das Katzenfutter da ist, brauche ich beides nicht.

    Hier komme ich immer gerne mit meinem Windel-Beispiel. Die interessieren mich ja auch nicht mehr. Keine Ahnung was die kosten.

    Da musste ich übrigens das zweite mal schmunzeln.

    War ein Wunder die Flaschen nicht zwischen Windeln zu sehen

    DAS würde dann ja bei mir auch nichts bringen. ;)

    Du hast das für Dich richtige in dieser Situation gemacht. Klingt komisch, aber besser hätte es in dieser Situation nicht laufen können.

    Da werde ich meine Einkaufsplanung ab jetzt anders gestalten. Denn das da "draussen" kann ich nicht beeinflussen.

    Und schon dabei einen neuen Plan zu basteln. Das finde ich gut. Sicher kann das Risiko nicht ausgeschaltet werden. Aber gerade am Anfang so gut es geht vermeiden und nichts einfach nur hinnehmen.