Beiträge von Hera

    Voll gut, wie du das gemacht hast!

    Herzlich willkommen hier.

    Du hast eine Tür aufgemacht und es sind Dämme gebrochen und das ist gut so.

    Wenn man Dinge laut ausspricht, kann sich endlich etwas Neues auftun.

    Ich wünsch dir alles, alles Gute auf deinem Weg,

    lieber Gruß,

    Hera

    Buon giorno zusammen!

    Ich hab heute auch, nach langer Zeit mal wieder, vom Trinken geträumt. Hab, ohne darüber nachzudenken, einen Sekt und einen Rotwein getrunken. (Mag ich übrigens gar nicht.) Auf einer Schulabschlussfeier. Und ich hab im Traum weder ne Wirkung gespürt, noch gemerkt, daß ich trinke. Dann hab ich das im Traum als "ungültig" betrachtet, weil ich es ja nicht mit Absicht gemacht hab. Total creepy...

    Gestern war auch nix in Sachen Alkohol. Keinerlei Berührungspunkte oder Gedanken daran.

    Mein Unterbewusstsein arbeitet halt doch immer mit.

    Habt nen schönen Tag,

    Hera

    Er trinkt immerhin täglich. Es gibt aber auch Alkoholiker, die trinken nur am Wochenende. Oder nur einmal im Monat, dafür bis zum Totalabsturz.. Manche sind psychisch, andere auch körperlich abhängig. Wenn er mittags schon lallt, hört es sich schon danach an. Frag ihn doch, wieviel er trinkt, sag ihm, du machst dir Sorgen. Vielleicht beginnt er dann, darüber nachzudenken. Vielleicht ist es ihm auch bereits bewusst. Das laute Aussprechen kann zumindest mal ein Anfang sein.

    Hi Bene, weil er süchtig ist. Das ist eine Krankheit, die nur er zum Stillstand bringen kann. Die Gründe für's Saufen sind so vielfältig und unterschiedlich, das sprengt hier den Rahmen. Ich hab auch schon morgens getrunken, wenn ich nichts zu erledigen hatte, den ganzen Tag über weiter. Irgendwann war ich körperlich abhängig. Wenn er aufhören MÖCHTE, ist der 1. Gang zum Hausarzt.

    Lieber Gruß,

    Hera

    Ich nenn das immer "das Getriebensein ist endlich weg". Den Alk umständlich zu besorgen, wie Elly schreibt, und dann den Pegel zu erreichen und zu halten, ohne, daß es bemerkt wird. Das ist ein so befreiendes Gefühl, wenn man das alles nicht mehr muss.

    Hast du den Sinn einer SHG aber schon verstanden? Ich frage, weil du in deinem Thread öfter zweifelst. Wir können dir nicht helfen, einen Sinn in deinem Leben zu finden. Das musst du schon selber tun. Hier wird HilfeSTELLUNG gegeben, Tipps, trocken zu bleiben, Notfallkoffer etc....du hast Ansprechpartner.

    Wir hatten ja so gut wie nie nüchterne Gespräche, mindestens war da Restalkohol vom Vortag. Das waren dann die "es-tut-mir-alles-so-leid-Gespräche".

    Ich hab fast alles mit mir selbst ausgemacht, weil mir auch klar war, daß er, als ein Nicht-Süchtiger, mein Problem mit dem Alkohol nicht nachvollziehen kann - zum Glück für ihn.

    Das mit dem Verlassenwollen hab ich dann natürlich gesagt und er meinte dann, ich soll es doch zumindest EINMAL versuchen. Das hatte ich bis dato ja nie.

    Das hab ich ihm dann versprochen, aber hab gleich eingehakt, daß ich ihm nicht versprechen kann, daß ich es schaffe.

    Es war also mein erster Versuch, daher mein Thread-Titel. Und ich wünsch mir so sehr, daß es mein einziger bleiben wird.

    Und klar ist es tägliche Arbeit, Trockenarbeit nenn ich das.

    Ich bin hier täglich, hab meine Abstinenz-App, lese Bücher über die Thematik, geh in die SHG und passe eben gut auf mich auf. Ich darf meine Krankheit nie mehr aus den Augen verlieren. Aber sie bestimmt keine 24 Stunden mehr mein Leben, so wie zu meiner Saufzeit: Wie komm ich an den Alk, was muss ich vorher noch zwingend erledigen, wo kauf ich heute meinen Wein, wann entsorge ich das Altglas, muss ich heute noch Autofahren....dieses Getriebene war unerträglich und doch konnt ich so lange nix dagegen tun.

    Bisher klappt das sehr gut und ich will nie wieder dahin zurück, wo ich mal war.

    Aber jetzt zieh ich mich mal zurück, denn in eure Co-Baustelle, in die kann ICH mich schwer hineinversetzen. Wollte dir nur meinen Blickwinkel aufzeigen, ohne Bewertung und ohne Ratschläge für dein weiteres Vorgehen.

    LG,

    Hera

    Vielleicht kannst du die Schuldgefühle irgendwann nach und nach aufschreiben. Mir hat das geholfen. Es macht zwar nichts rückgängig, aber hilft beim Sortieren. Melatonin-Spray war für mich das Richtige Einschlafmittel. Achte aber drauf, daß du eines ohne Alkohol kaufst.

    Hallo Volka,

    Achtung, jetzt kommt ein langer Text, das Lesen bei dir war mal wieder ein wichtiger Reminder.

    Ein Einblick von der Alkoholiker Seite.

    Ich war quasi deine Frau.

    Totale Abhängigkeit, gänzlich mit dem Leben überfordert, mittelschwere Depression, Versteckspiel, ergebnislose Streitgespräche... Zwei Kinder, damals ungefähr im gleichen Alter. Einen hilflosen, fast gebrochenen Mann, der eines Tages nicht mehr aufstehen konnte, weil seine Kraft zuende war. Er hat wirklich alles versucht, nichts kam an mich heran.

    Auch ich hab als Mutter und Arbeitnehmerin immer funktioniert, ich war jahrelang Spiegeltrinkerin, 2 Flaschen Wein am Tag waren am Ende das Minimum.

    Ich hatte mich vor ca. 1,5 Jahren, da war ich 41, eigentlich aufgegeben und war bereit, meine Familie zu verlassen, um sie zu vor mir schützen. Damit sie nicht zuschauen müssen, wie ich mich zu Tode saufe. Und noch mehr Schaden bei ihnen anrichte, was definitiv der Fall war. Meine Kinder haben Ticks und Ängste entwickelt, weil sie die Situation nicht greifen konnten.

    Mir war zwar irgendwann bewusst, daß ich Alkoholikerin bin, doch ich war völlig überzeugt davon, daß ich es niemals schaffe, davon je wieder los zu kommen. Eingestehen musste ich es mir spätestens als ich morgens schon getrunken habe, bevor ich die Kinder geweckt habe.

    Als ich das alles das erste Mal beim Arzt laut ausgesprochen habe (mein Mann hat mich begleitet, ich bin ihm zuliebe hin, war aber ohne Hoffnung) hat irgendwas Klick gemacht.

    Ich denke, es war das Gefühl, ich kann Hilfe bekommen, da gibt es ein System. Profis, die genau dafür da sind.

    Es folgten ein begleiteter Entzug zuhause, Suchtberatung, Gesundheitscheck, 14tägige Blutabnahmen, meine Anmeldung und das Niederschreiben hier, eine reale SHG, die ich immer noch besuche usw.

    Das alles hatte ich vorher nur in der Theorie in Erwägung gezogen. Ich hab mich darüber oft im Netz informiert, Krankheitsbilder bis zum Endstadium gegoogelt,... aber die Sucht hatte mich letzten Endes im Griff.

    Ich möchte dir keine Hoffnung machen, daß das auch bei euch klappt, der Anfang von Allem ist das Eingeständnis.

    An erster Stelle stehen jetzt deine Kinder, die haben das nämlich nicht verdient. Deine Frau hat sich das mit Sicherheit nicht ausgesucht. Du und sie, ihr müsst das als das sehen, was es ist, eine Krankheit, die nach und nach alles zerstört.

    Ich wünsch euch das Beste,

    Hera

    Genau, tausche die Scham gegen Stolz aus. Du hast richtig reagiert.

    Es war gut, daß du dich gleich gemeldet hast und Cadda zur Stelle war.

    Wie du geschrieben hast, wurdest du aus deinem "geschützten Bereich" zurück in die Realität geworfen, auch noch früher als du gedacht hast. Das hat dich überrollt.

    Alles, alles Gute für die nächsten Tage, viel Kraft und Durchhaltevermögen, du hast keinen Kampf verloren, nur Erkenntnis gewonnen.